Verlagsblog

Archiv für November 2008

Das digitale Zeitalter und die Zukunft des Buches

Freitag, 28. November 2008

Zum Hören für heute abend: Freitag, 28.11. 19 h 15: Deutschlandfunk

Das Kulturgespräch: Medienquartett – Medien und Medienpolitik zur Diskussion
Live aus dem Kulturkaufhaus Dussmann, Berlin
Überleben in digitalen Zeiten: Welche Zukunft hat das Buch?

Gesprächspartner:
– Johano Strasser, Präsident des deutschen P.E.N. Zentrum
– Denis Scheck, Literaturkritiker, DLF,
– Carola Müller, Verlag Vandenhoeck und Ruprecht
– Hans Janke, Fernsehspielchef, ZDF
Moderation: Hans-Jürgen Jakobs, sueddeutsche.de und Christian Floto, DLF

> Das Kulturgespräch, DLF, 19.15 Uhr

Die Dezember-Ausgabe von Literaturen

Freitag, 28. November 2008

> Lesepause! Vorgestern sind die beiden neuen Ausgaben von Literaturen und die MERKUR angekommen. Also, Literaturen zuerst.

LiteraturenZu Hause einen Gang durch einen Buchladen machen. Da reicht es schon fast die neue Ausgabe von Literaturen zu lesen und die > Interviews während der letzten Buchmesse hier zu hören, um den Einkaufszettel für die Geschenketour zu füllen. Der Schwerpunkt des Heftes ist Walter Benjamin gewidmet.René Aguigah stellt die neue Benjamin-Ausgabe vor, die bei Suhrkamp erscheint. Hans-Ulrich Gumbrecht äußert sich kritisch zu und über Benjamin. Manfred Schneider, Sigrid Weigel und Michail Ryklin berichten über Benjamin, von dem Micha Brumlik glaubt, dass er sich sich gegen jeden Pessimismus gewendet habe.

In der Titelgeschichte lässt sich Sigrid Löffler sich auf 12 Seiten durch Arlos Ruiz Zafóns Barcelona führen. In Das Spiel des Engels (S. Fischer) geht es wieder um Autoren, Besitzer, Leser, die sich gegenseitig verfolgen: „Das Barcelona meiner Romane ist eine literarische Erfindung,“ sagt Zafón.

Mit Heinrich Breloer, dem Autor und Regisseur von „Die Manns – ein Jahrhundertroman“ (2001), der jetzt die Buddenbrooks in die Kinos bringt, hat Frauke Meyer-Gosau für Literaturen gesprochen. Filmstart: 25. Dezember. Dann wird man untersuchen können, wie Breloer die Unterschiede zwischen Dokumentar- und Spielfilm definiert.

Die Bücher des Moants werden von Alan Bennetts, Die souveräne Leserin (Wagenbach) mit seinem beusch bei der Queen angeführt. Ronald Düker rezensiert Stefan Klein Da Vinics Vermächtnis (S: Fischer). Das Matriachat der Macht (S: Fischer) von Maria Cecilia Barbetta hat Verena Auffermann gelesen und fand das richtig gut: „Entdecken ist da richtige Wort für dieses geistreich verspielte Buch.“ Holger Noltze ist mächtig beeindruckt von Jürgen Kestings vierbändiger Neuausgabe Die großen Sänger. (Hoffmann und Campe). Moritz Bassler hat Christians Kracht Roman über die Schweiz (Kiepenheuer & Witsch) Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten gerne gelesen. Jens Balzer rezensiert den Band von Klaus Theweleit und Rainer Höltschl Jimi Hendrix. Eine Biographie (Rowohlt Berlin): „In der Figur Jimi Hendrix‘ und in dessen Kunst manifestiert sich für sie, was an den Revoltierenden radikal, neu und utopisch war.“

Dann folgt das Journal mit Beiträgen über Alice Munro, Volker Braun, Helmut Schmidt, Hartmut Soell, Hans-Joachim Noack Noam Chomsky und Elmar Krekeler berichtet über Denis Johnson. von dem zuletzt auf deutsch Ein gerader Rauch. Roman bei Rowohlt erschienen ist.

Blättern Sie doch mal im neuen Heft: > www.literaturen.de

Matthew Eck las in Stuttgart

Mittwoch, 12. November 2008

Matthew Eck, Das entfernte UferGestern hat Matthew Eck in Stuttgart aus seinem Debütroman > Das entfernte Ufer gelesen. Michael Zöllner, er der verlegerische Geschäftsführer von Klett-Cotta hat den Gast begrüßt und das Buch vorgestellt.

Heute abend (12.11. 2008) ist Matthew Eck um 20:00 Uhr zu Gast in der Osiander’schen Buchhandlung, Wilhelmstr. 12, in Tübingen. In Kooperation mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut Tübingen.

Matthew EckMatthew Eck

Nach der Lesung hat Matthew Eck auf meine Fragen geantwortet:

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5 Minuten

Merkur – November 2008

Freitag, 7. November 2008

Merkur - November 2008Im Novemberheft des > MERKUR geht es um Kultur, Architektur und Kunst: Roger Scruton, Philosoph und Schriftsteller aus England, berichtet über menschenfeindliche Architektur > Städte zum Leben, die von einigen Größen der Moderne gefördert wurde. Sein Beitrag ist ein wunderbares und sehr einleuchtendes Plädoyer für die Städte Europas, die er für das Wertvollste des westlichen kulturellen Erbes hält. Er bezieht sich in seinen Ausführungen auf Léon Krier (Architektur. Freiheit oderr Fatalismus, München: Prestel 1968) und seinen Bruder Rob Krier (> Literaturhaus Stuttgart, 24. November 2006). Scruton erklärt auch, weshalb manche moderne Bauten nicht in ihr Umfeld passen, in der Sprache der Architekten heißt es, sie sprechen nicht zu ihren Nachbarbauten. Die große > Einkaufspassage hinter dem Stuttgarter Königsbau ist so ein Beispiel. Nur hier sagt der Kuppelbau zum Königsbau: „Du kommst auch noch weg.“ Das > Kunstmuseum direkt neben dem Königsbau gehört in die Reihe der Gebäude, die Scruton als die mit der „vorgehängten Wand“ kritisiert:

Stuttgart, Königsbau

Die Ausblicke auf den Schloßplatz besonders von den oberen Etagen auf dem Gang zwischen Glasscheibe und der Mauer des eigentlichen Museumkerns aus sind durchaus interessant, machen das Gebäude aber noch nicht zu einem Museum: > Kunstmuseum Stuttgart. Diese Gänge machen aus dem Gebäude eine Art Aussichtsturm in mehreren Etagen, die merkwürdig wenig mit der eigentlichen Bestimmung des Gebäudes zu tun haben. In diesem Zusammenhang haben mir Scrutons Bemerkungen über das „Fehlen eines architektonischen Vokabulars“ in bezug auf die „entfremdende Wirkung“ (S. 977) moderner Gebäude gefallen, die ihre Besucher durch Schrifttafeln an ihren Bestimmungsort leiten müssen, weil die Architektur nicht mehr selbsterklärend ist. In diesem Zusammenhang denkt man unwillkürlich auch an das neue Stadtviertel hinter dem Stuttgarter Hauptbahnhof, wo in diesen Tagen der Spatenstich zu einer neuen Bibliothek erfolgen soll: > Kann man ein neues Stadtviertel aus sich heraus beleben? wurde kürzlich auf dem Blog > stuttgart-fotos.de gefragt. Bei Scruton und Krier finden Sie zu dieser Frage viele Erklärungen.

Harry Lehmann erklärt, wieso die Kritik für die zeitgenössische Kunst zwingend notwendig ist. Er meint, dass die Kritik selbst ein Teil der Kunst wird. Besonders seinen Überlegungen zur „autonomen Kunst“ und zu ihrem Korrelat einer „autonomen“ Kunstkritik“, die beide einander bedingen, sind interessant und bestätigen auch die Ansätze die Camus und Sartre in ihrer Kunstkritik verfolgen. (1)

Daniel Hornuff untersucht die „Bildwissenschaft“ und zeigt ihre Defizite auf. Ernst Osterkamp zeigt das Frauenbild Stefan Georges, in Werk und Leben, und kommt wie kaum anders zu erwarten eher zu negativen Ergebnissen. Peter Horst Neumann schreibt über deutsche Nachkriegsliteratur, und Sanford Schwartz über den rätselhaften figurativen Maler Peter Doig. Richard Klein untersucht die Medientechnologie Richard Wagners. Volker Gerhardt hat wieder eine Philosophiekolumne verfaßt, während Kenan Malik multikultureller und antirassistische Ideen unter die Lupe nimmt.

(1) H.W., Sartre and Camus in Aestethics. The Challenge of Freedom. Übersetzt von Catherine Atkinson, i. Vb. 2009.

Das Lese- und Reiseprogramm

Donnerstag, 6. November 2008

Fast hätte ich erstmal die Seiten zusammengezählt, um das aktuelle Blog-Leseprogramm umfangmäßig vorzustellen.

Eckkehard Eickhoff - VenedigEckkehard Eickhoff, > Venedig – Spätes Feuerwerk. Glanz und Untergang der Republik – 1700 – 1797. Der Ausflug zur Architektur-Biennale nach Venedig am nächsten Wochenende ist eine gute Gelegenheit, mit neuen Fotos endlich hier auch über den Band von Ekkehard Eickhoff über Venedig zu berichten. Sein Vortrag in Stuttgart am 26. Februar 2007 > Die kulturelle Glanzzeit Venedigs war das Thema eines der ersten Beiträge auf diesem Blog. Also, bald mehr zu diesem Buch.

Der Name des WindesAußerdem liegt hier von Patrick Rothfuss, > Der Name des Windes, den Band den Denis Scheck so gelobt hat. Ich bin auf Seite 70, und das dauert noch ein bisschen. Aber es ist eine ganze eigene Welt, die sich da zwischen SEO, HTML, e-commerce tagsüber und der Recherche, dem Redigieren und Korrekturlesen auftut. Fast so wie zwischendurch ins Kino gehen, und ich freue mich immer wieder auf den nächsten Abschnitt. Das Buch gehört zu einem Segment von Klett-Cotta, den > Fantasy-Büchern, das bisher auf dem Blog hier zu kurz gekommen ist. Demnächst mehr dazu.

Ursula Büttnerund dann liegt auf dem Bücherstapel auch noch der Band von Ursula Büttner > Weimar. Die überforderte Republik, kaum kürzer. Werde wohl zwischendurch noch dünnere Bücher aus dem Lesestapel ziehen, damit der Abstand zwischen den Beiträgen hier nicht zu groß wird. – En attendant: Haben Sie schon – während der > Vorkoster weiterliest – alle > Tonbeiträge auf diesem Blog besonders von der letzten Buchmesse gehört? Sollte mal > eine Tondatei zu schnell laufen, liegt das an der Soundkarte Ihres PCs, dann kann ich aber die Tondatei ( als *wav speichern und wieder nach *.mp3 kopieren)- anders einstellen. Aber bisher hat sich nur einmal deswegen jemand dankenswerterweise gemeldet.

Ein wahres Durcheinander auf den ersten Blick, aber der Historiker kommt voll auf seine Kosten. weil das Buch von Ekkehard Eickhoff die ganze kulturelle Vielfalt Venedigs vorführt, und dabei zeigt er auch, wie sehr die einzigartige Lage dieser Stadt auch ihre Politik geprägt hat. Der Sprung nach Weimar ist beachtlich, aber in meiner Examensarbeit ging es um die deutsche Revolution und im Studium habe ich mich immer wieder mit den Intellektuellen in Weimar beschäftigt. Die ersten 70 Seiten von Rothfuss waren nicht immer entspannend, sondern aufregend, die einen fürchten die Dämonen, die anderen sehen ihnen locker entgegen, bis sie plötzlich doch auftauchen. Nein, ich werde die Bücher nicht durcheinanderbringen.

Von > Ekkehard Eickhoff ist auch > Kaiser Otto III. Die erste Jahrtausendwende und die Entfaltung Europas bei Klett-Cotta erschienen.

> Nachgefragt: Ekkehard Eickhoff, Venedig, Wien und die Osmanen

Matthew Eck liest in Stuttgart

Mittwoch, 5. November 2008

Matthew Eck, Das entfernte UferMatthew Eck ist ein ehemaliger Soldat, der in Haiti und Somalia stationiert war. In seinem mehrfach ausgezeichneten Debüt „Das entfernte Ufer“ beschreibt er das Schicksal amerikanischer Soldaten in einem afrikanischen Krisengebiet. Es geht um den Kampf ums Überleben, um die Chimäre moderner, vermeintlich sauberer, Kriegsführung. Aber auch um Menschen in einer existentiellen Situation, um Freundschaften, menschliche Ängste und Hoffnungen. Als Leser zittert man hautnah mit und staunt über Koordinations- u. Organisationsmangel, als eine Gruppe von sechs jungen amerikanischen Soldaten nach einer gefährlichen Mission in einer ostafrikanischen Stadt auf sich gestellt zurückgelassen werden.

www.mattheweck.com/

11.11. 2008 20:15 Uhr
Matthew Eck liest in Stuttgart aus seinem Roman Das entfernte Ufer.
Eine Veranstaltung des Deutsch-Amerikanischen Zentrums und des Klett-Cotta Verlags, in Kooperation mit LIFT Stuttgart.
Wagenhallen, Kleiner Raum, Innerer Nordbahnhof 1, 70191 Stuttgart. Eintritt: 3,- €; Einlass 19:30
> Anfahrt

> Matthew Eck’s The Farther Shore Hotel Zero by Joel Turnipseed: Bookreview und Interview mit Matthew Eck

> Das entfernte Ufer – auf diesem Blog

> Das entfernte Ufer
Roman
Aus dem Amerikanischen von Bettina Abarbanell (The Farther Shore)
Tropen
Auflage: 1. Aufl. 2008
188 Seiten
ISBN: 978-3-608 -50101-8

Warum mag Richard Wagner keine Blogs?

Dienstag, 4. November 2008

Wenn meine Blogs zahlenmäßig jeden Tag die Zuschauerzahl in der Stuttgarter Liederhalle mit Besuchern übertrifft, die durch die Vermittlung von Suchmaschinen gekommen sind, dann sind diese Blogs keinesfalls „hermetische Communities“, wie Richard Wagner in der FAS am 2. November schreibt. Entgegen den Regeln journalistischer Kunst belegt Wagner seine Ausführungen nur mit einem einzigen Portal. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse verallgemeinert er und macht die, die auf Internet-Seiten schreiben zu „Internetfreaks“, die wie Flöhe ihre Speise durch Saugen erhalten: „mehr oder weniger geschickt plazierte Verweise“ nennt Wagner das und will damit suggerieren, sie seien zu mehr nicht in der Lage. Wagners Charakterisierung von Bloggern, „bei denen es zu einer Festanstellung“ nicht gereicht hat“, ist unfein – aber auch irgendwie eingängig, da Außenseiter es in diesem Land nicht nur in der Politik und in den Medien immer schwer haben, erfolgreiche Seiteneinsteiger zu werden, weil die Parteien und viele andere Institutionen und Organisationen nur zu gerne schnell die Reihen schließen. Blogger als „arbeitsweltliche Asoziale“ zu bezeichnen, ist noch unfeiner und läßt vermuten, dass Wagner bisher bei der Auswahl und Lesen von Blogs Pech gehabt hat. Auch in der Medienlandschaft gibt es weniger gelungene Produkte. Ob er unter die Blogger auch > die rund 60 französischen Abgeordneten zählt, die in Blogs ihre Arbeit dokumentieren, wie das Blog > Vues d’Europe des Staatssekretärs Jean-Pierre Jouyet oder > Jean-Pierre Raffarin, der in seinem Blog über die Arbeit im Senat berichtet, um nur einige Beispiele aus der französischen Blogosphäre zu nennen? Natürlich werden von „Abermillionen“ Blogs hierzulande wenig gelesen, weil nur ein kleiner Teil von ihnen auf Deutsch verfasst wurde. „Hier lernt man nichts. Aber es wird endlos gelabert,“ lautet der Untertitel der Glosse von Richard Wagner. Glossen dürfen sicher in die ein oder andere Richtung übertreiben, um die Kritik zu unterstreichen und mal ironisch manches überhöhen. Aber in Bausch und Bogen alle Blogger unisono mieszumachen, das führt mehr den Autor der Glosse als die Blogger vor.

> Blogs sind interessanter als ihr Ruf

Richard Wagner, Lauter Blogwarte. Hier lernt man nichts. Aber es wird endlos gelabert, in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 2. November 2007

Literatur – Sachbuch – Blog – Klett-Cotta
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