Verlagsblog

Archiv für März 2009

Peter Kaeding: Johann Friedrich Cotta

Dienstag, 24. März 2009

Kaeding: Johann Friedrich CottaKaum ist die Leipziger Buchmesse vorbei, wächst mein Bücherstapel noch immer. Eben erst habe ich einen neuen Band ausgepackt und gleich angefangen Peter Kaedings > Die Hand über der ganzen Welt. Johann Friedrich Cotta – Der Verleger der deutschen Klassik zu lesen.

Klett-Cotta hat zum 350-jährigen Cotta-Verlagsjubiläum eine wunderbare Biographie des wohl bedeutendsten deutschen Verlegers veröffentlicht. Es geht um das Leben Cottas, um Ökonomie, um Literatur und um Geschichte und vor allem um den Wiederaufbau un dei Blüte eines Verlages in einer aufregenden Zeit, einer echten Zeitenwende. 1787 übernimmt der 23 Jahre alte Johann Friedrich Cotta (1764 -1832) die Cotta’sche Verlagsbuchhandlung in Tübingen und führt sie an die Spitze der Buchhandlungen in Deutschland. Sein erster Messebesuch zu Fuß zur Leipzig, und er ist überzeugt davon, dass er sich seine Autoren suchen muss, um sein Verlagsprogramm zusammenzustellen. Glück sicherlich, aber auch Sachverstand ist der Pate seines Erfolgs, und er ist vor Ort, so 1790, um in Paris mit eigenen Augen zu sehen, was sich dort zuträgt. Ein Aufklärer, der sich am Sturm auf die Bastille berauscht, der aber vor allem die Verkündung der Menschen- und Bürgerrechte begrüßt und sie ernst nimmt. Und er kümmert sich auch um die Rechte und die Interessen seiner Zunft, so im gleichen Jahr, als Herzog Karl Eugen um gesetzlichen Schutz und Beistand vor Raubdrucken bittet. Schließlich lernt Cotta Friedrich Schiller im März 1794 kennen. Ein neues Kapitel deutscher Verlagsgeschichte hat begonnen.

Mit diesem Buch bekommt der > Vorkoster allerbeste Kost. Ein wunderschönes Buch, mit richtigem Leineneinband, und perfekt gebunden. Zuerst dieses! Und dann erst guck ich wieder nach meinem Stapel.

Peter Kaeding, > Johann Friedrich Cotta. Die Hand über der ganzen Welt
Johann Friedrich Cotta – Der Verleger der deutschen Klassik

Auflage: 1.Aufl. 2009
Ausstattung: Leinen mit eingelassenem Titelschild, Fadenheftung, Lesebändchen,
496 Seiten, ISBN: 978-3-7681-9712-0

Kriegskinder (2) heute abend im Ersten

Montag, 23. März 2009

Sabine BodeHeute abend zeigt das Erste den zweiten Teil des Films von Martin Hübner > Kriegskinder (2).Mit den Bomben kam die Angst.

Sendetermin: Montag, 23. März 2009, 21.00 Uhr

Bei Klett-Cotta ist gerade der Band > Kriegsenkel. Die Erben der vergessenen Generation von Sabine Bode erschienen. > Sabine Bode lebt als freie Journalistin in Köln, schreibt Sachbücher und arbeitet für die Kulturredaktionen des Hörfunks von WDR und NDR. Es geht um die Kinder der Kriegskinder. Die Kriegsvergangenheit zeigt immer noch vielen Familien Spuren, die bis in die zweite und dritte Generation hineinreichen. Die Generation der Kinder der Kriegskinder ist in den Zeiten des Wohlstands aufgewachsen. Ihre tief sitzende Verunsicherung stammt möglicherweise von den Eltern stammen, die ihre Kriegserlebnisse nicht verarbeitet haben.

> Kriegskinder WDR

Nachgefragt: Gerhard Gnauck, Wolke und Weide

Mittwoch, 18. März 2009

Gerhard GnauckGerhard GnauckEs geht um Marcel Reich-Ranickis polnische Jahre. Der Autor, Korrespondent der WELT in Warschau, hat für sein Buch den Titel Wolke und Weide gewählt, zu dem er sich durch das Gedicht von Rajzel Zychlinski „opgerissn, opgeschlissn“ hat inspirieren lassen.

Auf dem Stand von Klett-Cotta bei der Leipziger Buchmesse hat Gerhard Gnauck das Anliegen seines Buches erläutert:

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10 Minuten

Es geht um Erinnerungen an Marcel Reich-Ranickis Jahre in Polen. Der Autor berichtet über wichtige Stationen von 1938 bis 1958 anhand unbekannter Fotos und bisher verschollener Dokumente. Das waren Jahre der Todesangst, 1940 im Warschauer Ghetto, dann die Flucht auf dem Weg zur Deportation 1943. Schließlich können Marcel Reich und seine Frau Teofila entkommen und beginnen ein neues Leben. Ab 1944 arbeitet Marcel Reich für den polnischen Geheimdienst in Kattowitz, Berlin, London, Warschau. 1958 kommt er unter dem Namen Marcel Reich-Ranicki nach Deutschland und wird der bekannte Literaturkritiker.

Es geht nicht nur um die biographischen Erkenntnisse zu Marcel Reich, es geht in diesem Band auch um das Polen zwischen 1940 und 1950, in dem sich wie in einem Kristallisationspunkt alle Tragödien ereignen.

> Leseprobe

> Gerhard Gnauck im Gespräch mit Tina Mendelsohn am 3sat-Messestand (13.03.2009)

Am Samstag, 14. März 2009, war Gerhard Gnauck auch zu Gast auf dem > Blauen Sofa

Gerhard Gnauck, > ARD zeigt Marcel Reich-Ranickis Leben als Film, DIE WELT, 4. März 2009. Der Film wird am Mittwoch, dem 15. April, in der ARD gezeigt: > Marcel Reich-Ranicki. Mein Leben

Gerhard GnauckGerhard Gnauck

Gerhard GnauckGerhard Gnauck

In der > Mediathek vom ZDF ist das Gespräch als Video verfügbar. Einen direkten Link zur Sendung gibt es nicht, aber eine Suchfunktion.

Gerhard Gnauck, > Wolke und Weide, Marcel Reich-Ranickis polnische Jahre
Auflage: 1. Aufl. 2009
Ausstattung: gebunden mit Schutzumschlag, 24 S. Tafelteil mit Farb- und s/w-Abb.
311 Seiten, ISBN: 978-3-608-94177-7

Tropen-Party: Michal Hvorecky las aus Eskorta

Montag, 16. März 2009

Michal HvoreckyMichal Hvorecky> Michal Hvroecky, mit dem ich am Freitag auf der Leipziger Buchmesse ein > Gespräch über sein Buch > Eskorta geführt habe, hat abends die Tropen-Party mit einer Lesung aus seinem Buch eröffnet. Einige autobiographische Passagen kommen auch drin vor, manches hat er wohl hinzugedichtet. Aber die Überzeichnung des Booms im Osten als Persiflage auf den Westwohlstand ist ihm echt gelungen.

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35 Minuten

Nachgefragt: Tod Wodicka, Der amerikanische Ritter

Sonntag, 15. März 2009

Der amerikanische RitterTod WodickaEigentlich lese ich die Bücher, bevor ich hier darüber schreibe, sozusagen als > Vorkoster. Nur diesmal ging alles entschieden zu schnell, der Bücherstapel wurde immer größer, immer neue Päckchen kamen an. Ein Buch hatte ich vergessen zu bestellen, und dann stand auch schon sein Autor, > Tod Wodicka, auf dem Stand der Buchmesse mir gegenüber. > Der amerikanische Ritter heißt sein Roman, der die Geschichte von Burt Hecker erzählt. Sein Mittelalter-Tick passt nicht so recht in den Alltag seiner Familie. Seine Reise nach Europa zum Hildegard-900-Treffen eröffnet dem Helden der Erzählung die Chance, sich mit seinen Kindern zu versöhnen. Also ein Roman über Deutschland und Europa aus der Sicht eines Amerikaners. Aber wie kommt Wodicka bloß auf Hildegard von Bingen? Und dann lässt er seine Hauptperson auch noch zu ihr hinreisen. Und der Autor hat wohl einen der wenigen Titel der Weltliteratur mit zwei Semikolons: All shall be well; and all shall be well; and all manner of things shall be well. Da fällt das Nachfragen „Sie sprechen deutsch? – No, I don’t do.“…. nicht schwer:

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Leider wieder nur 10 Minuten.

> Der amerikanische Ritter Roman
Aus dem Amerikanischen von Anke Caroline Burger (Orig.: All shall be well; and all shall be well; and all manner of things shall be well), 1. Aufl. 2009, gebunden mit Schutzumschlag, 300 Seiten.
ISBN: 978-3-608-93608-7

Nachgefragt:
Martin Beyer, Alle Wasser laufen ins Meer

Sonntag, 15. März 2009

Martin BeyerMartin BeyerAuf dem Stand von Klett-Cotta habe ich am letzten Donnerstag Martin Beyer getroffen und ihn nach seinem Roman > Alle Wasser laufen ins Meer gefragt. Warum dieser Titel? Ein Roman, eine Biographie? Kunst und Liebe? Die Werke Trakls? Das hat echt Spaß gemacht, mit Martin Beyer zu sprechen. In unserem Gespräch wurde deutlich, wie gut er mit der Biographien Trakls und der anderen Gestalten seines Buches vertraut ist, und wie er dennoch gekonnt einen Roman verfasst hat.

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11 Minuten

Lesen Sie sein erstes Kapitel, das ist ein wunderbarer Auftakt. Sicherlich geht es auch um Liebe, aber vor allem um die Kunst, wie finden die drei Hauptpersonen ihre Wege zur Kunst zu einer Zeit, die in Deutschland in die Tragödie des Ersten Weltkriegs mündet?

Martin Beyer
> Alle Wasser laufen ins Meer
Auflage: 1. Aufl. 2009
Ausstattung: gebunden mit Schutzumschlag
240 Seiten
ISBN: 978-3-608-93609-4

Nachgefragt: Michal Hvorecky, Eskorta

Sonntag, 15. März 2009

Michal HvoreckyMichal Kirchner ist der Spross einer Zweckehe homosexueller Eltern und erlebt schon als Kind die Verhörungspraktiken des tschechoslowakischen Geheimdienstes. Nach der Flucht in den Westen kehrt er in seine Heimatstadt Bratislava zurück. Er wird von einer Agentur, Eskorta, angeheuert und begleitet fortan reiche Managergattinen aus dem Westen. Ein Roman, ironisch, bisweilen exzessiv und auch grotesk, da musste ich doch mal nachfragen. Auf dem Stand der Leipziger Buchmesse gab es am Freitag eine Gelegenheit, mit Michal Hvorecky über sein neues Buch > Eskorta sprechen:

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ca. 11 Min.

Michal HvrocekyVor unserem Gespräch hatte > Michal Hvorecky bei 3Sat über sein Buch berichtet.

Michal Hvroecky
> Eskorta. Roman
Aus dem Slowakischen von Mirko Kraetsch (Orig.: Eskorta)
Auflage: 1. Aufl. 2009,
Ausstattung: gebunden mit Schutzumschlag
250 Seiten, ISBN: 978-3-608-50102-5

Nachgefragt: Gefährdet die Globalisierung unsere Seele?

Sonntag, 15. März 2009

Unternehmen BabylonAuf der Leipziger Buchmesse gab es auf dem Stand von Klett-Cotta eine Gelegenheit, mit > Peter Winterhoff-Spurk über sein Buch > Unternehmen Babylon. Wie die Globalisierung die Seele gefährdet zu sprechen und ihn zu fragen, wieso das Bild von Bruegel Der Turmbau zu Babel auf dem Umschlag erscheint und was er in Bezug auf die Globalisierung seinen Studenten rät:

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ca. 10 Min.

Hier auf diesem Blog > Was macht die Globalisierung mit uns? oder Oder was machen wir aus der Globalisierung?

Winterhoff-Spurk, Peter
> Unternehmen Babylon. Wie die Globalisierung die Seele gefährdet
1. Aufl. 2008, gebunden mit Schutzumschlag, 12 sw-Abbildungen, farbig bedruckte Vorsätze, 280 Seiten,
ISBN: 978-3-608-94436-5

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