Verlagsblog

Archiv für April 2009

Roger Smith, Kap der Finsternis

Montag, 27. April 2009

Kap der Finsternis> Kap der Finsternis, aus dem Amerikanischen von Jürgen Bürger und Peter Torberg, ein Erstlingswerk von Roger Smith. Ein dummer Zufall, ein brutales Verbrechen, ein korrupter Polizist sollen ein ungeschöntes Panorama des heutigen Südafrika vorführen, soviel wußte ich, als dieser Band mir jetzt wieder in die Hände fiel. Auf der > Krimi-Bestenliste von WELT, ARTE und Nordwestradio steht der Band in diesem Monat auf Platz 1. Ein Polizist, der trotz seiner Korruptheit und unsauberen Methoden noch ein bisschen von seinem guten Riecher bewahrt hat und 1+2 fast richtig zusammenzählt, aber wegen seiner moralischen Verdorbenheit nichts Gescheites draus macht. Und da ist noch ein anderer Polizist, der auch 1+2 zusammenzählt, aber auf seine Weise. Zwei Erzählstränge führen zur Lösung, und das ist Roger Smith meisterhaft gelungen. Außerdem werden viele andere Personen, die mehr oder weniger freiwillig in den Falle oder in die Fälle hier verwickelt werden, charakterisiert. Die kurzen Szenen versetzen Sie beim Lesen dieses Bandes in ein Kino. Es gibt wenig Beschreibungen, umso mehr Handlung. Einige Szenen sind wirklich brutal, aber der Autor konnte und wollte auch nichts beschönigen. Unschuldige geraten zwischen die Räder, sind aus Zufall zum falschen Zeitpunkt am falschen Platz. Und irgendwie läßt Smith doch durchblicken, dass die Verderbtheit seiner Protagonisten anderen sehr aber auch ihnen selbst noch mehr schadet. Völlig S-Bahn ungeeignet, und wenn Sie von Stuttgart nach Bonn fahren, werden sie vor Bonn den immer freundlichen Hinweis „Wir danken für die Fahrt mit der Deutschen Bahn, Tschüß und Auf Wiedersehen“ nicht wahrnehmen. Soweit meine Rolle als > Vorkoster: Kein Werbetext. Ich habe das Buch gelesen, heißt diese Berichtform. Das Anlesen reichte zum Fertiglesenmüssen. Und jetzt geht’s weiter mit Peter Kädings Band über > Johann Friedrich Cotta. Und wenn ich an Cottas Anstrenungen, Bücher, also geistige Werke an die Leser zu bringen, denke, an seine so erfolgreiche Art zwischen Autoren und Lesern zu vermitteln, die Verbreitung von Literatur zu befördern, ohne deren inhärente Kraft, sich ihre Leser zu schaffen, zu beeinträchtigen, dann werde ich nach dem Speichern dieses Beitrags gleich wieder in > die heutige digitale Welt unsanft zurückbefördert.

> Leseprobe

Roger Smith,
> Kap der Finsternis. Roman
Aus dem Englischen von Jürgen Bürger und Peter Torberg
(Orig.: Mixed Blood)
Auflage: 1. Aufl. 2009
359 Seiten:
ISBN: 978-3-608-50202-2

26. April 2009: Tag des geis­ti­gen Ei­gen­tums

Montag, 27. April 2009

Ein Beispiel unter vielen anderen Kritikern des Heidelberger Appells: Gestern hat der Journalist Fritz Effenberger eine > Grundsatzerklärung zum Tag des Geistigen Eigentums veröffentlicht, um auf den > Heidelberger Appell von Roland Reuß zu antworten.

Effenberger schreibt u. a.: „Die Bundesregierung, so fordern Reuß und bisher 1400 Unterzeichner (darunter Teile der nationalen Schriftsteller-Elite) müsse sicherstellen, dass keinerlei private oder suchmaschinen-automatisierte Verbreitung von geistigen Inhalten stattfinden könne, also letztlich ein Verbot von GoogleBooks, YouTube und anderen Internetplattformen dieser Art.“ Mit dieser Zusammenfassung wird der Inhalt des Heidelberger Appells entstellt und folglich stimmt die Schlussfolgerung von Effenberger auch nicht:

Im Heidelberger Appell steht: „Die Unterzeichner appellieren nachdrücklich an die Bundesregierung und die Regierungen der Länder, das bestehende Urheberrecht, die Publikationsfreiheit und die Freiheit von Forschung und Lehre entschlossen und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verteidigen.“ (Hervorhebung: W.)

Mit keinem Wort wendet sich Reuß im Heidelberger Appell gegen eine Verbreitung von geistigen Inhalten via allen möglichen Internet-Diensten. Er wendet sich auch nicht gegen eine automatisierte Verbreitung. Er will lediglich, dass der Urheber selbst bestimmen kann, wo sein Werk erscheint. Von dieser Forderung ist kein Werk betroffen, dessen Autor der Einstellung in eines dieser Internet-Angebote zustimmt. Gestern habe ich das Beispiel > meines eigenen Buches genannt, dessen Inhalte Google seit längerer Zeit zum Durchsuchen anbietet, ohne dass ich je auch nur einen Cent dafür bekommen hätte. Ich veröffentliche auch Videos auf > Youtube, aber immer mit dem ausdrücklichen Einverständnis der Rechteinhaber > Michel Sicard und > Gilles Floret. Ich habe schon begriffen, dass man gegen den Sammelwahn von Google kaum etwas ausrichten kann, aber meine > Fotos aus Stuttgart unterliegen dennoch dem Urheberrecht, und Google würde nie für deren Anzeige irgendwas zahlen. Google profitiert von meinen Inhalten und meinem Eigentum. Das gilt auch für die > Fotos, die ich auf der Website des > Stuttgarter Literaturhauses veröffentlicht habe. Google zeigt die > Fotos an, holt sie also aus der Website raus, hat nie gefragt, gibt aber wenigstens den Hinweis: „Das Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt.“ Möglicherweise… !: das heißt für Google gilt das möglicherweise oder ganz offenbar nicht. Meine > Rezensionen habe ich auf meiner eigenen Seite veröffentlicht, das heißt noch lange nicht, dass sie einfach kopiert werden dürfen und in jedweder anderer Form auf Papier oder elektronisch von anderen verbreitet werden dürfen.

Effenberger schreibt auch: „Heute ist die Lagerung oder Speicherung von geistigen Inhalten (Bücher, Filme, Musik-Alnben etc.) durch Computertechnik innerhalb weniger Jahrzehnte nahezu kostenlos geworden.“ Effenberger weiß aber auch und schreibt: „Wie Urheber in einem ubiquitären, egalitären Distributionsmodell bezahlt werden, muss erst noch definiert werden.“ Kein Autor kann heute ernsthaft glauben, dass die Lagerung von geistigen Inhalten „nahezu kostenlos“ geworden ist, auch Speicherplatz und die Verwaltung kosten Geld, ganz zu schweigen von der Herstellung geistiger Inhalte, deren Kosten auch durch ein „ubiquitäres, egalitäres Distributionsmodell“ nicht verschwinden werden.

Aber Effenberger schreibt noch mehr: „Digitale Speichermedien schrumpfen von Jahr zu Jahr in der Grösse und im Preis und gewinnen an Kapazität. Beides macht die Weitergabe geistiger Inhalte so problemlos wie noch nie zuvor in der menschlichen Geschichte. Dass Teile dieser kostenlosen Distribution im Moment als illegal gelten, geht am Problem vorbei: Es ist technisch nicht möglich, diese Verbreitung zu verhindern, aber der Urheber erhält keinen Gegenwert für seine geistige Leistung.“ Ob Effenberger auch zustimmen würde, wenn Kunden Bücher im Buchladen einfach einpacken und ohne den Umweg über die Kasse den Laden verlassen würden? Vielleicht kann man sich damit abfinden, beim Veröffentlichen von Fotos zu wissen, das sie nach ein paar Minuten von allen möglichen Diensten kopiert werden, in einem gewissen Sinn hilft Google mir auch, die damit verbundenen Inhalte bekannt zu machen, und ich weiß ja schon vor der Veröffentlichung, welches digitale Schicksal meine Werke erwartet. Dennoch ist die Tatsache, dass „die Weitergabe geistiger Inhalte so problemlos wie noch nie zuvor in der menschlichen Geschichte“ geworden ist – betrachtet man die Hürden jedweder Webprogrammierung so stimmt das gar nicht -, überhaupt kein Grund, das Urheberrecht abzuschaffen. Die Kosten für > mein nächstes Buch können nun mal durch eine illegale Verbreitung nicht gedeckt werden. Eine > Erklärung, wie die von Fritz Effenberger ist ein Anschlag auf die Freiheit der Wissenschaft und auch auf die der Literatur, denn ohne Tantiemen können Autoren nicht arbeiten, oder sollen sie sich mit Adwords herumquälen und mit Cent-Beiträgen ihre Arbeit finanzieren?

Ergänzungen:

Richard Sietmann, > Heidelberger Halali. Streit um Open Access und Urheberrechte ct 10/’09

Hannes Jähnert, > Urheberrecht vs. Open Access

Urheberrecht: Digital heißt nicht rechtlos

Sonntag, 26. April 2009

Wenn ich mir vorstelle, dass eine bekannte Suchmaschine es sich herausnimmt, mein Werk, in dem so viel Arbeit und auch finanzielle Mittel investiert worden sind, auf seinem Bücherregal digital der Welt in einer unbeschränkten Auflage zugänglich machen könnte, ohne sich um meine Meinung dazu zu kümmern, mein Werk als Verbesserung des eigenen Angebots gerne nutzen würde, es durch seine Angewohnheit, Suchergebnisse in Form von Listen auszugeben, deren Kriterien nicht offengelegt werden, mehr oder weniger gut bekanntmachen würde und ohne mir für die > angezeigten Seiten (Hier allerdings mit Genehmigung durch den Gunter Narr Verlag.) Tantiemen zu zahlen, würde ich schon etwas erstaunt gucken.

Je mächtiger sich diese bekannte Suchmaschine gibt, je mehr Medien aller Art sie unter ihre Kontrolle bringen will, um so größer darf das Erstaunen über > die mangelnde Qualität ihrer Suchergebnisse sein. Viele Nutzer wissen, dass diese Suchergebnisse keinen wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht werden kann, aber alle erwischen sich immer selbst wieder dabei, nur die ersten 5-6 Suchergebnisse anzusehen, so als ob man sich mit dem Vorraum einer Bibliothek zufriedengibt. Damit geht auch eine kulturelle Verarmung einher. Wieviele Studenten wohl zuerst oder überhaupt nur mit Hilfe dieser Suchmaschine sich ihre Proseminarbeit zusammengoogeln? Und dabei ist diese Suchmaschine keineswegs traditioneller guter Bibiotheksrecherche überlegen. Das digitale Suchergebnis, das die Suchmaschine anbietet ist, ist so kostenlos wie meist nutzlos. Die Internettechnik zwingt die Autoren der Inhalte dazu, möchten sie bekannt werden, nicht nur ihre Inhalte kostenlos zur Verfügung zu stellen, sondern deren Gestaltung auch noch den Regeln der Suchmaschine zu unterwerfen, möchten sie ihre Inhalte auf den ersten Plätzen wiedersehen. Es ist richtig, dass in den letzten Jahren Google viele Hilfestellungen für Autoren zur Verfügung gestellt hat, einerseits ist das dankenswert, andererseits übernehmen Autoren werden Autoren auf diese Weise nolens volens immer mehr ehrenamtlich für Google tätig – das mit ihrer Arbeit immer mehr verdient. Und genau dieser Sachverhalt unterstützt die Kostenlos-Mentalität im Internet. Eine Auswahl meiner Rezensionen steht auch kostenlos im Internet, aber aufgrund meiner eigenen Entscheidung.

Auswüchse der Kostenlos-Mentalität lassen rechtliche Schlupfwinkel zu, die man in der Unibibliothek in Darmstadt ohne Skrupel nutzt: Matthias Ulmer > Die Landesbibliothek als Copyshop. Wie das Geschäft der Verlage unter Berufung auf den Auftrag des Gesetzgebers ruiniert wird.

Eigentlich kommt es zu dieser Kostenlos-Mentalität, weil am Anfang des Internets Bezahlsysteme kompliziert und unüblich waren. Tauschbörsen zum Besuch vieler Seiten verführten und die Entlohnung der Produzenten umgingen. Open Access ist eine Umschreibung für „Ich mach Dein Werk bekannt, wenn Du es kostenlos mit allen Rechten hiergibst.“ Kostenlos sind auch Inhalte, die unter Umgehung redaktioneller Arbeit wie dies z. B. bei Wikipedia üblich ist, von Autoren publiziert werden, die mit dem Klick auf den Veröffentlichungsbutton ihre Arbeit ganz bewusst der Öffentlichkeit schenken, ja sogar alle Rechte am eigenen Werk sogleich kostenlos veräußern und anderen sogar das Recht zugestehen müssen, das Werk sogleich zu ändern oder gar zu vernichten, wozu sich manche anonyme Wikipedianer das Recht herausnehmen, das ihnen vom genauso anonymen Kollektiv gestattet wird. Befürworter dieses Systems sprechen von den Wohltaten der > kollektiven Intelligenz, die man aber auch als Vorbote der Zerstörung und Mißachtung der kulturellen Leistung des Einzelnen verstehen könnte. Die Wikipedianer-Autoren geben freiwillig und ohne Zwang das Urheberrecht für ihre Werke auf und unterstützen so mehr oder weniger bewußt die Ansicht, im Internet seien kulturelle Inhalte kostenlos zu haben.

Die digitale Bibliothek Europeana, die > World Digital Library (WDL) (Vgl. Sebastian Höing, > Digitale Weltbibliothek. Eine intellektuelle Kathedrale, ZEIT ONLINE 22.4.2009)oder > Gallica, die Online-Bibliothek der französischen Nationalbibliothek sind segensreiche Einrichtungen für die Forschung, die aber keine Verletzung von Urheberrechten fördern. Das Urheberrecht sieht in Deutschland vor, dass Werke 70 Jahre nach dem Tod ihres Autors, Komponisten oder Künstler gemeinfrei werden. In diesem Zeitrahmen sind seine Werke vor jedem auch digitalen Zugriff geschützt.

„Es geht nicht um unflexibles Festhalten an Traditionen, um die Abwehr digitaler Techniken oder um das Urteil über spezifische Publikationsformen. Worum es geht, ist der Respekt vor der unverwechselbaren Arbeit des Einzelnen, die durch geltendes Recht geschützt wird. Auf diesem Respekt vor selbstbestimmter kreativer Leistung beruht die Vielfalt des kulturellen Lebens,“ schreibt Roland Reuß unter dem Titel > Unsere Kultur ist in Gefahr (FAZ, 25.4.2009). R. Reuß ist auch der Initiator des > Heidelberger Appels, den bisher 1500 Autoren unterzeichnet haben: „Die Unterzeichner appellieren nachdrücklich an die Bundesregierung und die Regierungen der Länder, das bestehende Urheberrecht, die Publikationsfreiheit und die Freiheit von Forschung und Lehre entschlossen und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verteidigen.“ Reuß weist daraufhin, dass das kulturelle Leben massiv bedroht wird, wenn andere als der Urheber eines Werkes, sich das Recht herausnehmen, über dessen Publikationsorte verfügen zu wollen.

Ergänzt:

Roland Reuß antwortete auf die > Gemeinsame Erklärung der Wissenschaftsorganisationen vom 25. März 2009, in der diese sich gegen die Unterstellung wenden, „die Freiheit zur Veröffentlichung in grundgesetzwidriger Weise beschneiden zu wollen….“ : „Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen fordert eine für den Leser entgeltfreie Publikation (Open Access) ausschließlich von Forschungsergebnissen, die durch den Einsatz öffentlicher Mittel und damit zum Nutzen der Forschung und Gesellschaft insgesamt erarbeitet wurden.“ Die Wissenschaftsorganisationen drücken folgende Erwartung aus :“Wir erwarten jedoch, dass die Autoren der Gesellschaft, die ihre Forschung durch Steuermittel möglich macht, einen einfachen Zugang zu ihren Publikationen eröffnen, der zudem die öffentliche Hand möglichst wenig finanziell belastet.“ Was für ein Begriff von Wissenschaft und freier Forschung versteckt sich dahinter? Das sieht nach bezahlter Auftragsarbeit aus mit nicht kalkulierbaren Konseqenzen.

Noch eine Ergänzung:
Gerade hat Matthias Schwenk auf seinem Blog > bwl zwei null auf die von ihm verfaßte > Rezension des Buches von Gisela Schmalz, No Economy (Eichborn-Verlag) hingewiesen: „Um es deutlich zu sagen: Die Autorin hat offensichtlich ein Problem mit dem Medienwandel, den das Internet ausgelöst hat. Denn Blogs oder die Wikipedia sind kein Beleg für einen zerstörerischen ‚Gratiswahn‘, sondern im Gegenteil Teil einer Strömung, die Wissen demokratisiert. Das kann nur gut sein.“ Dazu ist zu bemerken, Demokratie bezeichnet eine Herrschaftsform, und ist als Bezeichnung für die Organisation von Wissen nicht geeignet. So wie Schwenk seinen Satz formuliert, soll Wikipedia etwas Positives werden, es klingt fast so, als solle es zum Maß aller Dinge werden, einschließlich eines Mehrheitsprinzips in der Wissenschaft unter Förderung der Anonymität.

Noch eine Ergänzung:

Bundesministerium der Justiz: Pressemitteilung zum Tag des geistigen Eigentums
> Tag des geis­ti­gen Ei­gen­tums: In­no­va­ti­on schüt­zen – Be­wusst­sein schaf­fen

> Neues Ur­he­ber­recht tritt zum 1. Ja­nu­ar 2008 in Kraft
Bundesminsterium der Justiz, 1. No­vem­ber 2007

> Zweites Gesetz zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft
Vom 26. Oktober 2007

Leser rezensieren:
Martin Beyer, Alle Wasser laufen ins Meer

Donnerstag, 23. April 2009

Martin BeyerAuf > www.loveley-books.de gibt es jseit dem 10. März einen > Lesekreis zum Roman von Martin Beyer mit mittlerweile 24 Mitgliedern,
4 Themen und 110 Beiträgen.

Auf dem Stand von Klett-Cotta auf der letzten Buchmesse in Leipzig habe ich Martin Beyer getroffen und ihm ein > > Gespräch über seinen Roman > Alle Wasser laufen ins Meer geführt.

Merkur – April 2009

Freitag, 17. April 2009

Merkur 2009Das Heft beginnt in diesem Monat mit dem 2007 verstorbenen Soziologen Karl Otto Hondrich, der in seiner > Abschiedsvorlesung 2005 über Gestern und Heute sein persönliches Leben mit der Geschichte seines Faches verknüpfte. Er erzählt bewegende Erinnerungen an die Arbeitswelt und an die Neugründung der deutschen Demokratie, wobei er auch gleich ihr Verhältnis zum Begriff der Nation untersucht. Die ganze Erfahrung eines langen Forscherlebens wird hier ausgebreitet mit dem Nachdenken über die Frage, wie können wir, was sollen wir aus der Geschichte lernen: (S. 290 ff). Der Philosoph Otfried Höffe erläutert, wieso aus gutem Grund das alte Prinzip „Furcht“ des Staates durch die Subsidiarität („Eine neue Antwort des Staates auf die Zeiten der > Globalisierung„) abgelöst wird. Volker Gerhardt glaubt, das Zeitalter des Humanismus habe erst jetzt richtig begonnen: „Über die Unabdingbarkeit der Humanität“. Einmal mehr stehen ästhetische Fragen im Vordergrund: Barry Schwabsky berichtet über ein neues Buch, das die Geheimnisse der modernen Kunstwelt aufdeckt. Richard Klein schreibt über Marianne Faithfull in der Musikkolumne und Jochen Hörisch über musikalische Themen. Hans Vaget hat sich die vierzehn amerikanischen Jahre von Thomas Mann angesehen. Hans-Martin Gauger denkt an Golo Manns hundertsten Geburtstag.

Ein bemerkenswerter Artikel kommt aus der Feder von Franz Kromka. Warum hat der Neid Hochkonjunktur, will er wissen, und warum sind Neid und Wut nicht stärker verbreitet, möchte man fragen, wenn man den Bericht von Franz Hertl aus unserer Arbeitswelt gelesen hat. Ein neues Raumbewusstsein erkennt Beate Meierfrankenfeld in der Literatur der Gegenwart. Und da ist tatsächlich was dran. Sie hat da wirklich eine interessante Beobachtung gemacht und auf die Notwendigkeit, Parallelen zwischen der > Stadtarchitektur, der Raumplanung, der Architektur und der Literatur hingewiesen. So wie zum Beispiel Victor Hugo mit seinem Roman Notre Dame de Paris den neu entstehenden Denkmalschutz in Frankreich beeinflusste und beförderte, so kann auch heute ein Roman die Missstände in unseren Städten aufdecken. Dann versteht man auch, wie schwer es Stadtplanern fallen muss, neue Viertel am Reißbrett oder auf dem Bildschirm zu planen und hinterher mit Kultur anzureichern – oder man baut zuerst > eine Bibliothek… Bodo Mrozek ist einfach losgewandert und hat sich im Bücherregal zum Thema Wandern umgesehen und so viel gefunden, dass man glauben mag, die ganze Nation sei ständig unterwegs.

> Merkur

Am Mittwoch, 15.4., im ERSTEN:
Marcel Reich-Ranicki. Mein Leben

Mittwoch, 15. April 2009

Gerhard Gnauck, > ARD zeigt Marcel Reich-Ranickis Leben als Film, DIE WELT, 4. März 2009. Der Film wird am Mittwoch, dem 15. April, 20 Uhr 15 in der ARD gezeigt: > Marcel Reich-Ranicki. Mein Leben

> Nachgefragt: Gerhard Gnauck, Wolke und Weide
Es geht um Marcel Reich-Ranickis polnische Jahre. Der Autor, Korrespondent der WELT in Warschau, hat für sein Buch den Titel Wolke und Weide gewählt, zu dem er sich durch das Gedicht von Rajzel Zychlinski “opgerissn, opgeschlissn” hat inspirieren lassen.

Gerhard Gnauck, Pakt mit dem Teufel Weltwoche, 15.04.2009, Ausgabe 16/09
„Wie tief war Reich-Ranicki in die Geheimdienst-Machenschaften der polnischen Kommunisten verstrickt? Ein Biografie und ein Spielfilm geben unterschiedliche Antworten.“

Noch mehr Frühjahrs-Titel bei Klett-Cotta

Donnerstag, 9. April 2009

Konstruktive KommunikationZusammen mit den Modernen Klassikern (Harry Graf Kessler, Wilhelm Lehmann) liegt jetzt auch das gesamte Psychologie-Fachbuchprogramm in den Buchhandlungen; z. B. ein Buch über »Angst in Gruppen« oder über »Konstruktive Kommunikation«.

> Alle Bücher aus Psychologie, Psychotherapie und – analyse

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