Verlagsblog

Archiv für Mai 2009

Sex im Buchladen

Mittwoch, 27. Mai 2009

LiteraturenIst das eine neue Welle oder wieso entdecken auf einmal mehrere Autoren ein so altes Thema ganz neu? Mary Roach, Rebecca Martin, Tracey Emin, Charlotte Roch, Sarah Kuttner, Maria Sveland, Catherine Millet, Catherine Breillat und ihre Bücher werden im Juni im Thementeil von > Literaturen Die Psychologie sexueller Leidenschaftvorgestellt. Barbara Vinken hat die Einleitung verfasst: „Was die neue weibliche Pornografie zersetzen möchte – und doch ex negativo bestätigt – ist das, was das bürgerliche Zeitlalter als Weiblichkeit und als Frau konstruiert hat.“ Literaturen hat bei Astrid Deuber-Mankowsky und Mithu M. Sanyal nachgefragt: Was denken Feministinnen über Sex? Norbert Kron stellt eine Ästhetik des Sex in der Literatur vor und findet, dass es für die Literatur und den Sex um die richtige Perspektive geht.

Und dann geht es zu den Büchern des Monats. Die Bücher von John Updike, Die Witwen von Eastwick, Judith Butler, Die Macht der Geschlechternormen, Hans Magnus Enzensberger, Rebus, Ben Katchor, Der Jude von New York, Olga Tokarczuk, Unrast und Martin van Crevald, Die Gesichter des Krieges werden besprochen.

Inder Rubrik Islam-Debatte, bespricht Hilal Sigal Bücher von Navid Kermani, Tariq Ramadan und Kristiane Backer. Jörg Magenau rezensiert den Band von Natscha Wodin, Nachtgeschwister. Kaja Lange-Müller und Judith Hermann (Alice) unterhalten sich über die Ehrlichkeit der Schriftstellerinnen. Klaus Nüchtern schreibt über Joseph Roth: Schwabyland ist abgebrannt.

Bei der Vielfalt der Anregungen, Querverbindungen, Aufregungen, Debatten, Iden und Perspektiven bleibt jetzt nur noch der Gang in die nächsten Buchhandlung. Ob die Buchhändlerin mir die wichtigen Bücher zeigt, wenn sie sieht, dass ich Literaturen unterm Arm halte? Oder gucken die Leute dann nur wegen des Titels?

> Literaturen

Die Intellektuellen und das Netz

Mittwoch, 27. Mai 2009

„L’intellectuel est un suspect“, schrieb Jean-Paul Sartre zu Beginn seines Portraits über André Masson (1) und meinte damit, alles was der Intellektuelle hervorbringe, werde gegen ihn verwandt. Dabei geht es nicht um das, was er sagt, sondern seine Gegner haben vor allem seine Unabhängigkeit im Visier. Der Intellektuelle nach Sartres Konzeption lässt sich nicht klassifizieren.

Adam Soboczynski hat sich letzte Woche in einem Artikel der ZEIT über die Beziehungen der Intellektuellen zum Internet geäußert: > Das Netz als Feind (DIE ZEIT, 20.05.2009 Nr. 22).

Seine pessimistische Schlußfolgerung teile ich nicht:

„So untüchtig er scheint – er wird nicht aussterben. Der Intellektuelle wird untertauchen wie der Taucher in die Tiefe, er wird Internetrandzonen bewohnen, Foren, die nur von seinesgleichen aufgesucht werden. Wie ja auch die Bullenzüchter der Welt sich heute in geschlossenen Zirkeln austauschen oder die Hebammen über ihr Wirken. Jedoch als der, der er bislang war, Störenfried des Konsenses, Vermittler von Wissensbeständen, Korrektiv des Staats, wird er verschwinden. Seine Spur ist eine, die bald schon Wellen glätten.“

… wohl aber seine Argumentation, mit der er das Niveau vieler Internetangebote kritisiert und dabei vor allem die Bewertung von Webangeboten qua Anzahl im Auge hat. Eine bekannte Suchmaschine macht uns das allen täglich vor: nur die viel verlinkten Angebote erscheinen oben. Das ist simple und ärgerliche Gleichmacherei durch mathematische Algorithmen, die die kollektive Intelligenz errechnen, ohne dass dabei noch richtig nachgedacht werden darf. Warum lassen wir uns das eigentlich gefallen? Und ich muß der Suchmaschine sogar noch Nachhilfe geben, damit sie in ihrer französischen Version unseren > Frankreich-Blog zur Kenntnis nimmt. Und dann ist da auch das bekannte Schlagwort von der „Demokratisierung des Wissens“, das vorgaukeln will, erst das Internet könne Informationen an alle vermitteln, und gleichzeitig soll dadurch die Qualität des Wissens aufgewertet werden. Zugleich schleicht sich so eine Legitimierung von Informationen oder Wissen ein, deren schlimme Folgen noch kaum in den Blick geraten sind.

Man darf das Internet auch nicht überschätzen. Es ist ein Hilfsmittel, ein sehr gutes Hilfsmittel – von oft sehr unterschiedlicher Qualität. Der Hype um Google-Books wird stillschweigend von der > französischen Nationalbibliothek getoppt. Für mein neues Buch war das Internet nur ein Auskunftsmedium für englischsprachige Bibliographien, nicht mehr. Es gibt eben immer noch manche Bereiche des wissenschaftlichen Austauschs, die sich nicht im Internet abspielen. Zum Beispiel kann auf der einer Website die > Veranstaltungen des Stuttgarter Literaturhauses prima dokumentieren und zeigen, mit wie vielen Themen die riesige Zahl aller Besuche seit 2001 erreicht worden sind, ohne dass das Internet eine besonders nennenswerte Rolle dabei gespielt hat.

Soboczynskis Bemerkungen lassen erahnen, wohin die Reise gehen könnte:

„Nun herrscht das Diktat der Mehrheit ausgerechnet im Mantel des Demokratiezugewinns: Breite Teilhabe am gesellschaftlichen Diskurs sei egalitär, ergo sei sie demokratisch. Wer so argumentiert, übt Verrat am formalistischen Kern der Demokratie: Er hat weder die Übertragung von Souveränität auf Vertreter im Blick noch robuste Institutionen, die Partizipation strukturieren und begrenzen. Vielmehr wird das Mehrheitsprinzip nach marktwirtschaftlichem Vorbild geltend gemacht.“

Ich denke immer noch an meinen ersten Wikipedia-Versuch, einen Artikel zu verfassen, der von fachfremden Korrektoren nach einer Löschdiskussion (sic!) schließlich dann auch gelöscht wurde, das Ziel hatte ja schon vorher einen Namen. Verfasst man einen Beitrag für einen Sammelband, kennt man den Verlag, den Herausgeber und oft auch die Mitautoren. Jeder Beteiligte an einem solchen Buchprojekt hat eine bestimmte verantwortliche Rolle. Bei Wikipedia ist das anders, dort möchte die anonyme Mehrheit dem Autor die Verantwortung abnehmen, löscht seinen Beitrag oder schreibt ihn um. Der intellektuelle wird in ein Schema gepresst, so wie bei uns im Versand Briefgrößen mit einer Schablone gemessen werden. Passt der Brief nicht durch, bleibt er eben liegen. > Soziale Netzwerke sind manchmal auch mehr vernetzt als sozial, weil sie ihren Anhängern eine unendliche Bewegungsfreiheit auch eher nur vortäuschen.

Ulrike AckermannEingangs schrieb ich, die Schlußfolgerung Soboczynskis nicht zu teilen. Er schreibt: „Jedoch als der, der er bislang war, Störenfried des Konsenses, Vermittler von Wissensbeständen, Korrektiv des Staats, wird er (i. e. der Intellektuelle, W.) verschwinden.“ Das ist nicht wahr, und das wird auch so nicht kommen. Seine Aufgaben werden bleiben: protestieren, nicht alles einfach hinnehmen, neue und auch mal unbequeme Gedanken in die Diskussion miteinbringen, sich keinesfalls vereinnahmen zu lassen, unabhängig und frei zu bleiben. Niemand braucht von ihm zu verlangen, er solle sich der Mehrheit beugen. Er wird es nicht tun. Und Wikipedia wird auch weiterhin funktionieren, weil vielleicht mehr Intellektuelle dort mitarbeiten, als seine Ansätze zum Mehrheitsprinzip dies vermuten lassen. Das eigentliche Problem von Wikipedia ist es, dass ein Autor der dort publiziert, nicht mehr frei ist, gibt er doch seinen Text mit der Veröffentlichung in andere Hände, nicht nur zum lesen, sondern auch zum Überarbeiten.

(1) Jean-Paul Sartre, Masson, in: ders., Situations IV, Portaits, Paris 1964, S. 387. Vgl. dazu das Kaiptel über Sartres Defnition des intellektuellen: Heiner Wittmann, Sartre und die Kunst. Die Porträtstudien von Tintoretto bis Flaubert, Tübingen: Gunter Narr, 1996, S. 165-180.

Stephan Askani in der Landesschau

Mittwoch, 27. Mai 2009

„Für ihn sind Bücher Lebenselixier: Stephan Askani. Der 49-jährige liebt nicht nur Motorräder sondern und vor allem Literatur. Da liegen ihm – nicht nur von Berufswegen als Lektor – Tolkiens Herr der Ringe genauso am Herzen, wie die Klassiker Goethe und Schiller. Diesen widmet er sich als Herausgeber der Briefe mit dem Verlagshaus Cotta in ganz besonderer Weise,“ schrieb die Landesschau des SWR und zeigte ein > Gespräch mit Stephan Askani, der Lektor bei Klett-Cotta ist.

Social Media in Verlagen

Samstag, 23. Mai 2009

Gleich werden > Patrick Schnabel und ich auf dem > FuCamp in Furtwangen über die Anwendung von Social Media auf Websites oder Blogs von Verlagen berichten. Leider in einem Raum ohne TV-Übertragung – dafür gibt es später hier auf dem Blog dazu einen kleinen Bericht.

U.a haben wir heute über über den richtigen Mix von Social Media diskutiert. Dazu habe ich eine Corporate Social Map gezeigt. Von > Panasonic *.pdf gibt es dazu ein richtig gutes Beispiel. Den Tipp dafür habe ich auf der Website von > Monty C. Metzger gefunden.

20. Mai: 350 Jahre Cotta – Die Ausstellung in Tübingen

Mittwoch, 20. Mai 2009

Am Mittwoch, 20. Mai 2009 wird im Tübinger Stadtmuseum eine Ausstellung zum Jubiläum des in Tügingen gegründeten Cotta-Verlags eröffnet.

Buchvorstellung: Peter Kaeding stellt auf dem Tübinger Bücherfest > seine Biographie über Johann Friedrich Cotta vor: 24.05. 2009, 13:00 Uhr, Stadtmuseum im Kornhaus, Kornhausstr. 10, 72070 Tübingen

Kaeding: Johann Friedrich CottaPeter Kaeding: > Johann Friedrich Cotta – Der Verleger der deutschen Klassik
Die erste große Cotta-Biographie
1. Aufl. 2009,
496 Seiten,
ISBN: 978-3-7681-9712-0

> Bericht im SWR3-Fernsehen in der Landesschau am 25.5.09

Vor 2000 Jahren. 9 n. Chr. : Die Varus-Schlacht

Sonntag, 17. Mai 2009

Vom 16. Mai bis 25. Oktober 2009 beleuchtet das Ausstellungsprojekt > »IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS. 2000 Jahre Varusschlacht« an den Originalschauplätzen Haltern am See, Kalkriese und Detmold unterschiedliche Facetten des historischen Geschehens.

Boris DreyerGerade habe ich mit der Lektüre des Buches zur Varus-Schlacht begonnen: Boris Dreyer: > Arminius und der Untergang des Varus. Die Varusschlacht vor 2000 Jahren im Jahre 9 n. Chr. war ein Ereignis von welthistorischer Bedeutung. Boris Dreyer hat die archäologischen Funde neu bewertet. Sein Buch zeichnet ein neues Bild der römischen Germanienpolitik formuliert überraschende Antworten auf Fragen, die bis heute vielen Historikern rätselhaft blieben. Warum scheiterten die Römer zu einem Zeitpunkt, als sie sicher glaubten? und warum beeinflusste die Partisanenstrategie des Arminius den weiteren Verlauf der Geschichte? Oft wird erzählt, die Varusschlacht, bei der drei römische Legionen eine furchtbare Niederlage erlitten, habe sich im > Teutoburger Wald ereignet. Das ist aber nicht richtig. Die Varusschlacht ist ein deutscher Mythos. Wo genau fand sie statt, und was waren die taktischen Fehler des Varus? Langfristig entzog der Sieg des Arminius über die Legionen Roms, das Gebiet zwischen Rhein und Elbe dem Zugriff des römischen Kaiserreichs. Die Folge der Schlacht erzwang eine radikale Umorientierung der imperialen Politik Roms, Britannien geriet in den Blick Roms. Mit diesem Band hat Dreyer auch eine Gesamtdarstellung der römischen Germanienpolitik verfasst.

Boris Dreyer
> Arminius und der Untergang des Varus
Warum die Germanen keine Römer wurden
Auflage: 1. Aufl. 2009
Mit ca. 70 s/w-Abbildungen und Karten
317 Seiten
ISBN: 978-3-608-94510-2

Lesebericht: Johann Friedrich Cotta, Ein Leben für die Literatur

Montag, 11. Mai 2009

Andere Stimmen > J. F. Cotta: Der Napoleon des deutschen Buchhandels auf > www.leipzigerlerche.com


Johann Friedrich Cotta. Der Verleger der deutschen Klassik: Die Hand über der ganzen Welt.. Das Buch hat mich in den letzten zwei Wochen dauernd begleitet. Folgt man dem Einsatz des Verlegers für seine Autoren, zu denen unter vielen anderen auch Schiller und Goethe gehörten, seinem Geschick mit den Behörden umzugehen, seiner immer größeren Erfahrung die Buchproduktion seines schnell wachsenden Verlages zu steuern, seinem wunderbaren Gespür neue Autoren aufzuspüren, seinen finanziellen Rechnungen, dann wird deutlich, dass es eine Gratiskultur auch im Buchhandel kaum geben kann.

Kaeding: Johann Friedrich CottaDie Autoren verlangen zur Recht ihr Honorar und kennen sehr wohl den Wert ihrer Werke, die Lieferanten wollen Geld sehen, die Buchhändler sind an ihren Rabatten interessiert und der Verleger wiederum kämpft für alle zusammen gegen die Raubdrucke und den Druckfehlerteufel: Hier die korrigierte Fassung mit neuen Druckfehlern schrieb er einmal. Kein Glied der ganzen Produktionskette, mit der das Wissen verbreitet wird, arbeitet kostenlos. Und die Arbeit des Verlegers wird grob fahrlässig unterschätzt, wenn man glaubt, man bräuchte ihn nicht. Im modernen PC-Zeitalter sind die Fallstricke auf dem Weg zur Veröffentlichung vielleicht nur noch größer, man unterschätzt sie, da man ja immer digital so schön korrigieren kann und man alles mit allem verlinken, verknüpfen und verühren kann.

Betrachtet man sich aber alle Zeitungen und Zeitschriften, die unter immer neuen Namen im Cotta’schen Verlag erschienen, manchmal den Wünschen und Grillen der Autoren Rechnung trugen, manchmal auch nur zugunsten einer geschickten Umgehung der Zensur umgenannt werden, dann kann man über diese Vielfalt nur staunen, an der im Internet-Zeitalter selbst die zahlreichen Literatur-Blogs kaum kratzen können. Woran das liegt? Sie ahnen es, dass ich jetzt schon wieder zur Gratiskultur komme. > Digital ist eben nicht kostenlos. Da wird man gleich einwenden, das ist ja ein kommerzieller Verlagsblog, der Blog von Klett-Cotta. Weit gefehlt, die Bürozeit ist vorbei, und von Felix Salmon > Zehn Thesen, warum deutsche Blogs nicht funktionieren stimmt nur die 5., dass Blogger, wie eben Salmon, auch mal irren. Ich meinte die Vielfalt und gleich auch den schon berühmten Spruch von der Demokratisierung des Wissens, der heute gerade im Vergleich zu all dem, was Peter Kaeding der umfangreichen Korrespondenz, entnehmen kann nur in sehr begrenztem Umfang und eigentlich gar nicht dazu geeignet ist, das Zirkulieren der Ideen so recht im Schwung zu bringen.

Cotta war unserer Zeit voraus. Nein, ich verdrehe nichts. Es ist unglaublich, wie er als Verleger in das Paris der französischen Revolution reist, wo Köpfe rollen und er mit Ministern verhandelt. Später mischt er an entscheidender Position im Streit um Verfassungsfragen mit, Ende der zwanziger Jahre macht er mit an vorderster Front, wenn es um die Zollunion geht, wie Herr Genscher ständig unterwegs von Hof zu Hof. Er habe nur hinter den Büchern gehockt? Weit gefehlt! In die Dampfschifffahrt hat er investiert. Er war also für alles Neue aufgeschlossen, ist mitgefahren, hat sich begeistern lassen und nebenbei seinen Verlag durch an allen Klippen der Zensur vorbei manövriert. Und dauernd gerechnet. natürlich um Gewinn zu machen. Aber auch, um sich und der Kultur das ganze Unternehmen überhaupt erlauben zu können. Napoleon I. war eine Episode in seinem Leben, das vom Ancien Régime ihn in die Neuzeit katapultierte. Selten habe ich eine Biographie gelesen, die zwei Erzählstränge hat, einmal die Zeitgeschichte, die immer wieder mal auf Cottas literarische und kulturellen Erfolge zu sprechen kommt, und dann Cotta selbst, der sich von seiner Zeit nie treiben lässt, sondern die Ereignisse zugunsten seines Verlages und seiner Autoren zu nutzen versteht. Wenn der Blick auf die schwindende Seitenzahl immer betrüblicher wird, dann ist das Buch richtig gut. Auf dem > Fucamp in Furtwangen vom 22.-24. Mai 2009 werde ich einen Beitrag zum Thema > Wie mache ich ein Buch im Internet bekannt? anbieten. Wie ? > Ganz einfach. Ich habe das Buch gelesen. Und dies hier mit mehrfachen Vergnügen, die Zeitgeschichte zum einen und dann der historische Kontext zum anderen, der so wunderbar zu der Diskussion um e-books, Open-Access, Gratiskultur und dem Abgesang auf das Buch passt, denn hier wird gezeigt, was für eine wichtige Rolle der Verleger als Mittler der Literatur einnimmt, besonders dann, wenn er sich so wie Cotta für seine Autoren und einsetzt und sich gleichzeitig in seiner Zeit so engagiert.

Peter Kaeding
Die Hand über der ganzen Welt
Johann Friedrich Cotta – Der Verleger der deutschen Klassik
1. Aufl. 2009
Ausstattung: Leinen mit eingelassenem Titelschild, Fadenheftung, Lesebändchen
496 Seiten
ISBN: 978-3-7681-9712-0

Lindauer Psychotherapiewochen 2009

Montag, 4. Mai 2009

Vom 13. April bis 24. April 2009 haben wir die > Lindauer Psychotherapiewochen 2009 auf dem Bücherschiff im Hafen von Lindau begleitet: Die Tagung ist in zwei Wochen: eingeteilt:1. Woche: „Dem Fremden begegnen“, 2. Woche: „Der Gewalt begegnen“. Wir haben am Stand nur präsentiert, beraten, beobachtet, Fragen gestellt und beantwortet. Der Verkauf ist in Lindau Sache einer Buchhandlung. Die Vielfalt der Diskussionen war beeindruckend.

Pro Woche kamen jeweils ca. 2000-2500 Teilnehmer, davon waren ca. 60 % ärztliche PsychotherapeutInnen.
Klett-Cotta war in jeder Woche an 4 Tagen da und hat Bücher präsentiert: „Anthrazit-Psychotherapie-Reihe“, Leben Lernen, Leben!-Ratgeber, Sachbücher Psychologie, Erziehungsratgeber und die psychotherapeutischen Zeitschriften. Nächstes Mal werden wir auch literarische Titel mitnehmen.

Großes Interesse an Leben Lernen u.a: Reddemann, Mattke u.a., Kuntz, Potreck-Rose, Diegelmann, Reinert, (nicht nur Neuerscheinungen), sowie an der „Anthrazit-Psychotherapie-Reihe“ u.a.: alle Brischs, Fonagy, Retzlaff, Strauß, Rauchfleisch, Kernberg, Grossmanns. Sachbücher u.a.: Sachse-Titel, Gruen-Titel, Roth, Winterhoff-Spurk, Lazarus und Zeitschriften: Am meisten wurde > Psyche nachgefragt, dann > Trauma und Gewalt sowie > Familiendynamik.

Insgesamt sind natürlich die Titel der ReferentInnen zentral, aber in sehr unterschiedlichem Ausmaß: Besonders gefragt waren sie Bücher von Brisch, Reddemann, Gruen – die Beuscher warteten darauf, dass ihre Bücher signiert wurden.

Die 3 Veranstaltungen auf dem Bücherschiff direkt am Stand waren volle Erfolge und gut besucht, ca. 100-150 Besucher, die mit Brezeln, Kuchen, Wasser und Saft empfangen wurden.

Die Buchvorstellung „Nach 10 Jahren ‚Bindungsstörungen’ – Wege zu sicheren Bindungen für Kinder in der Fremdbetreuung“ mit Herrn Dr. Karl Heinz Brisch war ein wirklich begeisternder Vortrag vor vollem Hause, Brisch kommt sehr sympathisch, authentisch und professionell rüber – er ist dabei, sich eine regelrechte Fangemeinde zu schaffen. Bald kommt sicher auch das (Sach-)Buch zu seinem SAFE-Programm.

Die Buchvorstellung „Keine Angst vor Gruppen“ mit Frau Dr. Luise Reddemann, Herrn Dr. Dankwart Mattke und Prof. Bernhard Strauß war ein voller Erfolg. Alle drei sind renommierte Therapeuten, darum war es sehr voll. Wer sich als Psychotherapeutin oder -therapeut der Herausforderung stellt, mit Gruppen zu arbeiten, wird in diesem Buch alle wichtigen Instrumente beschrieben finden; zudem typische Schwierigkeiten und Fallstricke, welche die Dynamik einer Gruppe bereithält.

Die Buchvorstellung „Imaginationen – Heilsame Bilder als Methode und therapeutische Kunst“ mit Herrn Helmut Kuntz war ebenfalls gut besucht. Hier ging es um die wichtigsten Fragen zu diesem Buch: Welche Klienten profitieren von Imaginationstherapie? Wie wirken Imaginationen? – Welche Chancen, Risiken und Kontraindikationen sind zu beachten? Wie werden Standard-Übungen zur Heilkunst?

Das KC-Programm wird einhellig von den Teilnehmern, der Buchhandlung und den anderen Verlagen gelobt: inhaltlich z. B. die „Anthrazit-Psychotherapie-Reihe“ als Vorreiter in der Neuro-Richtung, Leben Lernen als praxisnah einsetzbare beste Psychotherapie-Reihe, aber auch einzelne Sachbücher wie Roth, >„Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten“, die Sachses (> „Schwarz ärgern – aber richtig“; > „Selbstverliebt – aber richtig“; > „Wie manipuliere ich meinen Partner – aber richtig“; > „Wie ruiniere ich meine Beziehung – aber endgültig“, Gruen, > „Der Fremde in uns“ oder Lazarus > „Taschentherapeut“. EIn echt gelungen Tagung, wo wir gerne mit unserem Büchertisch präsent sind.

Der Termin im nächsten Jahr ist notiert:

> 60. Lindauer Psychotherapiewochen 2010
1. Woche: Sonntag, 18. April, bis Freitag, 23. April 2010 – Identitäten
2. Woche: Sonntag, 25. April, bis Freitag, 30. April 2010 – Erinnern und Vergessen

Literatur – Sachbuch – Blog – Klett-Cotta
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