Verlagsblog

Archiv für Juli 2009

Der Google-Welt-Buchladen und das Urheberrecht

Freitag, 31. Juli 2009

Die > Rezension des kleinen Büchleins von Jean Noël Jeanneney, Quand Google défie l’Europe. Plaidoyer pour un sursaut, Editions Mille et une nuits, Paris 2005, (Deutsche Fassung: J.-N. Jeanneney, Googles Herausforderung. Für eine europäische Bibliothek, Aus dem Französischen von Nathalie Mälzer-Semlinger und Sonja Fink. Wagenbach Verlag, Berlin 2006) entstand 2005. 2004 kündigte Google das Vorhaben, „innerhalb von zehn Jahren rund 15 Millionen Bücher zu digitalisieren“, 2005 erschien das genannte Buch von J.-N. Jeanneney, über das ich im gleichen Jahr u.a. folgendes schrieb: „Jeanneney widmet der Verifikation der Inhalte, die bei Google naturgemäß keine Rolle spielen kann, seine besondere Aufmerksamkeit. Bibliographien sind ein Bestandteil wissenschaftlicher Arbeit, und hier zielt Jeanneney auf die Methode, wie Google-Print seine Ergebnislisten präsentiert. Über kurz oder lang könnte Google-Print die Inhalte und damit die Qualität vieler Bibliographien mitbestimmen, da deren Umfang den Suchenden zumindest im anglophonen Bereich eine Vollständigkeit suggeriert, die man augenscheinlich nur mit Mühe vervollständigen kann. Noch bedenklicher wird es, wenn (nicht nur) Studenten sich in ihren Arbeiten auf das Durchsuchen von Google-Print mittels einschlägiger Stichworte beschränken, um eben noch ihre Seminararbeit mit einigen mehr oder weniger treffenden Zitate abzurunden. (Ergänzung: Wo kommt ein bestimmtes Wort vor? w.)
Man muss jetzt und nicht morgen in die Digitalisierung der Kultur investieren, so lautet Jeanneneys Forderung.“ Haben die Europäer etwas verpasst? Immerhin, die Pariser Nationalbibliothek, deren Direktor Jeanneney gewesen ist, segelt mit ihrer Onlinebibliothek > www.gallica.fr an der Spitze des Fortschritts.

> Leser, Autoren, Verleger und Herausgeber sind alle gleichermaßen nicht nur hinsichtlich ihrer Geschäftsinteressen, sondern in ihrem kulturellen Mark getroffen. Schon heute vertrauen allzu viele aus Bequemlichkeit und auch aus Unkenntnis den Suchergebnissen der großen Suchmaschine – man sagt ja auch nie Findmaschine – ist sie ja auch nicht. Wer ganz oben sein will bezahlt. Ob man künftig auch im Googlebuchladen den schönsten Regalplatz kaufen kann? Wird dieser Buchladen seine Bibliographien, Find- oder Suchergebnisse auch weiterhin in Form von Bibliographien oder in Form der gewohnten Listen, auf denen naturgemäß nur wenige oben stehen werden, anzeigen? Wer wird das sein? Die billigsten, die kürzesten, die profitabelsten, die jüngst erschienenen, die jemandem-freundlich-gesinnten, die unkritischen Bücher? Google kann immer noch nicht verstehen, dass die Beiträge des Frankreich Blogs > www.france-blog.info zu 92 % zweisprachig sind, denn sonst würde er in Frankreich, also in der französischen Version von Google genausogut zu finden sein. So wird das auch mit Büchern sein, Google wird dann dort auch künftig die Suchergebnisliste nach seinem digitalen Gutdünken diktieren und seinen Dienst für wissenschaftliches Arbeiten weiterhin disqualifizieren.

Wolfgang Tischer hat im Literaturcafé > die Arbeit von Roger Cloes und Christopher Schappert (> Das Für und Wider der urheberrechtlichen Diskussion im Zusammenhang mit dem “Heidelberger Appell”) mit ihren Anmerkungen zur Googel Booksuche und ihrer Kritik am > Heidelberger Appell gelesen: > Wissenschaftliche Dienste des Bundestages sehen Vorteile in der Google Buchsuche und halten Heidelberger Appell für überzogen. Über diese Arbeit hat Sandra Schüssel auf der Website des Börsenblatts unter Überschrift Wissenschaftliche Dienste des Bundestags: > „Die Kritik an Open Access kann kaum nachvollzogen werden“ berichtet und Christian Sprang, der Justiziar des Börsenvereins, und Dr. Guenter Krings, MdB haben sich in ihren Kommentaren zum Beitrag von Sandra Schüssel sich kritisch zum Ergebnis der Arbeit des Wissenschaftlichen Dienstes geäußert.

Wie man es dreht und wendet, Google versucht, Online-Fakten zu schaffen, die im > Heidelberger Appell eindeutig benannt werden: „International wird durch die nach deutschem Recht illegale Veröffentlichung urheberrechtlich geschützter Werke geistiges Eigentum auf Plattformen wie GoogleBooks und YouTube seinen Produzenten in ungeahntem Umfang und ohne strafrechtliche Konsequenzen entwendet.“

Der Google-Buchladen funktioniert bis jetzt nicht nach Kriterien von gewissenhaften Bibliothekaren. Schon deshalb ist mir die partielle Zustimmung von Roger Cloes und Christopher Schappert völlig unverständlich. – Erst wenn Studenten diese Quelle immer mehr für ihre Arbeiten nutzen, werden auch ihre akademischen Lehrer merken, was hier angerichtet worden ist.

Männer : Was machen die Hormone mit und aus uns?

Freitag, 31. Juli 2009

Hanne SeemannAm 31. August erscheint das neue Buch von > Hanne Seemann bei Klett-Cotta > Artenschutz für Männer. Die Wiederentdeckung des Männlichen. Wie bereits gesagt, wird das Buch vor dem Erscheinungstermin 31. August nicht rezensiert.

Jetzt habe ich Frau Seemann wiedergetroffen, wir haben ein zweites Gespräch über ihr Buch geführt: Beim > ersten Gespräch ging es allgemein um das Thema ihres Buches, um Psychosomatik und um Gleichberechtigung. Diesmal haben wir über Hormone, Geburt und Unterschied zwischen den Geschlechtern gesprochen. Frau Seemann legt großen Wert darauf, dass ihr Buch vor der Geburt anfängt. Sie erwähnt die Sozialisationstheoretiker, Hanne Seemann die daran erinnern, dass alles gelernt sei, die Biologen meinen, es sei alles genetisch angelegt sei. Grundsätzlich ist Frau Seeman überzeugt, dass schon in der Gebärmutter viel passiert; es entstehen Konstellationen, die auch das Naturell und das Verhalten nach der Geburt bestimmen. Sie möchte sich gegen die Aufassung wenden, man könne aus jedem Menschen unbegrenzt viel machen.

Hören Sie hier unser zweites Gespräch:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

> Unser erstes Gespräch

Hanne Seemann,
> Artenschutz für Männer. Die Wiederentdeckung des Männlichen

230 Seiten
ISBN: 978-3-608-94554-6

Leser, Autoren, Verleger und Herausgeber

Mittwoch, 22. Juli 2009

> Das Urheberrecht ist im öffentlichen Raum: diese Überschrift zielte auf das Ansinnen, Bücher und damit auch das Recht Ihrer Kopierbarkeit dem öffentlichen Raum zu übertragen. Die Debatte um Open-Access übergeht die Aufgabe der Verlage, ihre dienende oder helfende Funktion zwischen Leser und denen die Bücher herstellen. Zu ihnen gehören Autoren und Verlager und meist auch Herausgeber, nicht etwa eines Sammelbandes, sondern einer Reihe, wie z. B. die Werke von Jean Améry, die Irene Heidelberger-Leonard bei Klett-Cotta jüngst zum Abschluss gebracht hat oder, um mal eine Reihe aus einem anderen Verlag zu zitieren, wie > Dialoghi-Dialogues Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs des Romanisten und Kulturwissenschaftles Dirk Hoeges. Ohne das Sachwissen und die Visionen dieser Herausgeber und der Bereitschaft der Verlage, mit ihrem Know-how zu deren Entwicklung beizutragen, wären diese Reihen nicht entstanden.

Auf der Konferenz “Autorschaft als Werkherrschaft in digitaler Zeit” am 15. Juli 2009 in Frankfurt/M. hat Roland Reuß die Unterschiede zwischen Verlags- und reinen Onlinepublikationen aufgezeigt:

„Im verantwortungsvollen Umgang mit dem Werk erfüllen, idealiter, diese helfenden Funktionen die Verlage. Der Autor sucht sich mit dem Verlagszusammenhang zugleich den primären Kontext aus, in dem sein Produkt wahrgenommen werden und seine Wirkung entfalten kann. Bei einem angesehenen Verlag zu publizieren heißt eben ganz etwas anderes als im undurchschaubaren ranking einer Suchmaschine weit oben zu stehen und so, mit einem sehr unreflektierten Lieblingsschlagwort der Digitalisierungseuphoriker, »sichtbar« zu werden.

Bin ich Jurist, spielt es eine große Rolle, ob ich bei Beck, Mohr-Siebeck oder Klostermann publiziere oder aber bei einem Verlag, der keine große Reputation in meinem Fachbereich hat. Bin ich Literaturwissenschaftler, ist es nicht gleichgültig, ob ich bei Niemeyer, Rombach, Metzler oder bei Fischer oder Suhrkamp publiziere. Zugleich übernimmt der von mir gewählte Verlag mit dem Risiko einen Teil meiner Verantwortung für das Werk, ersichtlich etwa dann, wenn Urheberrechtsbrüche zu ahnden oder Plagiate zu verfolgen sind und jeder einzelne Autor materiell und mental überfordert wäre, den langwierigen und mit Risiken verbundenen Rechtsweg einzuschlagen.“

Es ist naheliegend, dass das Beziehungsgefüge „Leser, Autoren, Verleger und Herausgeber“ Investitionen verlangt. Jeder von ihnen hat berechtigte Erwartungen, von den anderen sachgemäß vertreten und berücksichtigt zu werden. Veröffentlichungen ohne Verlag und Herausgeber kann man u. a. auf der Website von Wikipedia lesen: Albert Camus. Nun weiß ich auch, dass ein Verlag und ein Herausgeber nicht immer unbedingt eine Garantie für eine Qualitätssicherung sind, aber Ihre Existenz und ihre Name sind für die Leser eine wichtige und solide Hilfestellung, die Qualität der Bücher einschätzen zu können.

Dazu auch:

Uwe Jochum, Der Souverän, in: LIBREAS Preprint 01/2009

Wolfgang Tischer hat am 16. Juli 2009 Im Literaturcafé von der Frankfurter Tagung berichtet: > Heidelberger Appell im Frankfurter Literaturhaus: Dramatisierte Bühnenversion im Open Access: Ein interessanter Bericht, der den Ablauf der Veranstaltung beschreibt, nein, es ist ein Kommenar, den ich nicht in allen Punkten teile, aber dafür gibt es ja auf Blogs eine Kommentarfunktion, Trackbacks, damit man dem Sachverhalt besser auf die Spur kommt.

Der Grafikdesigner Heinz Edelmann ist gestorben

Mittwoch, 22. Juli 2009

Der Grafikdesigner Heinz Edelmann ist am Dienstag, den 21. Juli, im Alter von 75 Jahren in Stuttgart verstorben.

Der Verlag Klett-Cotta ist eng verbunden mit Heinz Edelmann, der über Jahrzehnte die Buchumschläge des Verlags gestaltet hat. Ihm ist es gelungen, lange Zeit den Büchern eine höchst künstlerische, vielfältige, eigenwillige und unverwechselbare Gestaltung zu verleihen. Viele Buchumschläge von Heinz Edelmann sind im > Buch der Bücher« gesammelt. Er hat auch die berühmten Cover für die deutsche Ausgabe von »Der Herr der Ringe« geschaffen. Außerdem hat er Comics und Bilderbücher illustriert. Und er war der Art Director des Beatles-Films »Yellow Submarine«.

Das Urheberrecht ist im öffentlichen Raum

Mittwoch, 22. Juli 2009

Für die Schüler, die am > Seminar über Medienwissenschaft anläßlich der Sommeruniversität in Rinteln teilnehmen, habe ich noch einen Lesetipp:

> „Die Piratenpartei füllt ein Angebotsvakuum“ – Interview mit Jörg Schönenborn, Tagesschau, 22.7.2009

An diesem Beitrag der Tagesschau kann man wunderbar exemplarisch untersuchen, wie ein Artikel in den Medien und seine Aufmachung wirken kann: Der Titel zieht die Aufmerksamkeit auf die Partei und weist das Interview als einen Beitrag mit Nachrichtengehalt und einer Analyse aus, mit der das Auftauchen der Piratenpartei von Jörg Schönenborn beleuchtet wird. Ein Blick auf das Programm der Piratenpartei zum Thema > Urheberrecht und nicht-kommerzielle Vervielfältigung zeigt, wohin die Piraten segeln möchten: „Die heutige Regelung der Verwertungsrechte wird einem fairen Ausgleich zwischen den berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Urheber und dem öffentlichen Interesse an Zugang zu Wissen und Kultur jedoch nicht gerecht. Im Allgemeinen wird für die Schaffung eines Werkes in erheblichem Maße auf den öffentlichen Schatz an Schöpfungen zurückgegriffen. Die Rückführung von Werken in den öffentlichen Raum ist daher nicht nur berechtigt, sondern im Sinne der Nachhaltigkeit der menschlichen Schöpfungsfähigkeiten von essentieller Wichtigkeit. Es sind daher Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine faire Rückführung in den öffentlichen Raum ermöglichen.“ Hier wird einiges durcheinandergebracht. Will man die Autoren eines Tages auch „in den öffentlichen Raum“ zurückführen? Sollen sie von der Gesellschaft komplett vereinahmt werden, jeglicher Freiheit verlustig gehen und nur noch das schreiben, was man lesen und kopieren möchte?

Die Piratenpartei will aber noch mehr: auf der zitierten Seite heißt es auch: „Da sich die Kopierbarkeit von digital vorliegenden Werken technisch nicht sinnvoll einschränken lässt und die flächendeckende Durchsetzbarkeit von Verboten im privaten Lebensbereich als gescheitert betrachtet werden muss, sollten die Chancen der allgemeinen Verfügbarkeit von Werken erkannt und genutzt werden.“ Also will man sich der Technik unterwerfen und das Machbare zur Norm erheben, jenseits jeglichen Schutz für die Urheber der Werke. Wenn ich diesen Satz lese, meinen die Autoren doch, dass mein letztes Buch von jedem im privaten Bereich kopiert werden darf, und dann geht der gerade zitierte Satz noch weiter und verlangt die „Chancen der allgemeinen Verfügbarkeit von Werken erkannt und genutzt“ werden sollen. Welche Chancen? Sind es die technischen Voraussetzungen, die es so leicht machen, sich am geistigen Eigentum anderer zu bedienen, diese zu sozialisieren und damit die Autoren um ihren Verdienst zu bringen? Die Unkenntnis jeder Verlagsarbeit, die dieser Text verrät, muss hier nicht extra erwähnt werden. Der Untertitel „The Challenge of Freedom“ meines Buches bezieht sich auf den Zusammenhang von Kunst und Freiheit, die sich gegenseitig bedingen. Damit ist aber nicht die grenzenlose Verfügbarkeit des Publikums über die Werke eines Künstlers oder eines Schriftstellers gemeint. Will die öffentliche Hand Pauschalhonorare für Autoren übernehmen? Die Sozialisierung von Kunst bringt das Ende ihrer Freiheit gleich mit.

Im oben zitierten Auszug aus dem Parteiprogramm steht auch noch etwas anderes: „Im Allgemeinen wird für die Schaffung eines Werkes in erheblichem Maße auf den öffentlichen Schatz an Schöpfungen zurückgegriffen.“ Auch hier wird die Eigenleistung von Autoren unterschätzt und lässt vermuten, dass die Autoren dieses Satzes noch nie ein eigenes Werk publiziert haben.

Dazu passt die Schlussfolgerung von Roland Reuß, die er auf der Konferenz „Autorschaft als Werkherrschaft in digitaler Zeit“am 15. Juli in Frankfurt/M. vorgetragen hat: Im Zusammenhang mit der „in den letzten Jahren zu konstatierende allgemeine Respektlosigkeit der sogenannten Konsumenten gegenüber den spezifischen Bedingungen individueller geistiger Produktion,“ stellte er fest: „Das Resultat ist eine sehr spezielle Einsichtslosigkeit in die Notwendigkeit jener vom Gesetz garantierten Freiheitsräume, die Wissenschaft und Kultur wie der Mensch die Luft zum Atmen brauchen. Daß in dieser Situation, in der der einzelne Autor es ohnedies schon schwer genug hat, sein verbrieftes Recht durchzusetzen, politisch nicht vordringlich daran gearbeitet wird, den Individualrechten national und international Geltung zu verschaffen, sondern im Gegenteil populistische politische Bewegungen, an ihren sogenannten Geschäftsmodellen verzweifelnde Blogger, der Bibliotheksverband, große wissenschaftsfördernde Einrichtungen und neoliberale juristische Strömungen sich erdreisten, das Urheberrecht mit weiteren Schranken versehen zu wollen, ist, aus der Sicht der Autoren, zynisch.“

Auch wenn das Publikum notwendig ist, um – nach Sartre – durch die Zusammenarbeit mit dem Autor ein geistiges Werke entstehen zu lassen, so gibt es doch eine Verbindung zwischen Autor und Werk, das von der digitalen Piraterie nicht ernstgenommen wird, das Roland Reuß in dem genannten Vortag aber umso deutlicher hervorhebt: „Es gibt ein geistiges und sittliches Band zwischen Autor und Werk, das als Wert höher steht als jede Ökonomie und Verwertbarkeit. Wer einmal ein Buch geschrieben hat, wird wissen, daß die entscheidende Primärmotivation die ist, der Sache, mit der man sich beschäftigt, gerecht zu werden, und nicht sogleich der Gedanke, Geld mit ihr zu verdienen. Es gibt keine schöpferische Arbeit, die nicht diesen Sachbezug im Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit hat. Früher hatte diese Verhaltensweise noch einen vollen Namen. Man nannte das: Hingabe.“

Dazu:

> „Ohne Urheberrecht wäre das Internet ein Testbild“
Börsenblatt: Über die Konferenz „Autorschaft als Werkherrschaft in digitaler Zeit“,
15. Juli 2009 in Frankfurt/M.
> Heidelberger Appell

Auf diesem Blog: > Urheberrecht: Digital heißt nicht rechtlos

Merkur Juli 2007

Freitag, 17. Juli 2009

Merkur Juli 2009Die Juli-Ausgabe des MERKUR ist genauso interessant wie das letzte Heft. Es ist wunderbar zusammengestellt. Erst wird von Bernhard Schlink die Perspektive auf die Moral und das Moralische geöffnet, dann werden wichtige Einzelaspekte untersucht, und der Leser kann selbst entdecken, wie diese zusammenhängen. Wieder eine treue Begleitung für einen ganzen Monat.

Also diesmal geht es um Tugenden, und beim Lesen merkt man hier, wie schnell auch Tugenden trügerisch werden können. Berthold Franke hat über Treue geschrieben. Hält man sie im Guten wie im Bösen oder bleibt man, Franke es glaubt, am Ende doch immer nur sich selbst treu? Bernhard Schlink denkt mit einem Zitat von Vischer über das Moralische nach: „Das Moralische versteht sich von selbst“ (Friedrich Theodor Vischer, Auch Einer. Eine Reisebekanntschaft. 40. Auflage. Stuttgart und Leipzig: Deutsche Verlags-Anstalt, 1908. S. 33.).

In diesem Aufsatz, der diesem Heft als Einleitung dient, geht es um alles, um den Anspruch einer Moral, > die Camus Ende der 50er Jahre aufgeben wollte. Er kritisierte damit eher festgefügte Moralsätze statt die Suche nach einer Moral, wie schon Sisyphos zeigte.

Harry Nutt hat ein Lob über die Lässigkeit „Starke Schwäche“ aufgeschrieben. Ist sie wirklich cool und schön?

Michael Schröter hat Freunds memorandum Soll die Psychonalyse an der Universität gelehrt werden? in der Berliner Zeitschrift Das Argument (1969) wieder aufgefunden und stellt es hier vor. (Schröter erinnert daran, dass damals einige glaubten, Freud und Marx verbinden zu können: Das glaubte einst auch Sartre – der Autor des Drehbuchs von Jean Huston über Freud! – , als er seine Mallarmé-Studie schrieb und einen marxistischen und dann eine psychoanalytischen Ansatz prüfte, um dem Werk Mallarmés auf die Spur zu kommen. Die Studie ist unvollendet, vielleicht auch deshalb, weil Sartre in diesem Text > Sartre und Mallarmé (Paris, Sorbonne, 21. Juni 2008) beide Ansätze verwarf. Traugott König erzählte mir bei einem Ttreffen, die ganze Studie läge in Paris in einer Schublade…).

Bernd Rebe bezeichnet die Reformation als ein unvollendetes Projekt und verleiht dem Wunsch Ausdruck, hofft, dass man auch die dunklen Seiten Martin Luthers und des Protestantismus bei den Jubiläumsfeierlichkeiten würdigen werde.

Und dann noch die Kolumnen: Jürgen Kocka schreibt über den deutschen Umgang mit Diktaturerfahrungen, Cord Riechelman über die Konstruktion der Rassen. Klaus Birnsteil ruft nach der Lektüre Paul Venynes dazu auf, Foucault doch noch einmal zu lesen, und Ann Marie Rasmussen referiert neueste Forschungsergebnisse über das Frauenleben im Mittelalter. Patrick Keller möchte den amerikanischen Konservatismus nicht allzu schnell abschreiben und Richard Utz warnt vor Angebern: „Taktlos demonstrativ“. Helmut Niemeyer schreibt zum Schluß über Totenköpfe.

> Merkur

Auf zur Tinkerfarm. Das neue Buch von Tad Williams

Donnerstag, 16. Juli 2009

Ich habe das Buch noch in der Hand. Erscheint ja auch erst zusammen mit der amerikanischen Ausgabe Ende August. Ein Blick auf> die Bücher und die Erfolge von Tad Williams genügt, um sich vom Lesefieber anstecken zu lassen. Und was passiert auf der Tinkerfarm? Sie wollten nur einen ganz normalen Ferienaufenthalt auf dem Land verbringen. Aber dann geraten die Geschwister Tyler und Lucinda auf der geheimnisvollen Tierfarm ihres Onkels in ein unglaubliches Abenteuer, das jede Vorstellungskraft übersteigt. Auf der Tinkerfarm spielt der erste Band der spannenden Fantasyserie von Bestsellerautor Tad Williams und Deborah Beale. Der 2. Band wird im Herbst 2010 erscheinen.

Übrigens: auf > Tad Williams eigener Website ist die Mischung von Infos und > Blogbeiträgen perfekt gelungen.

Tad Williams im Live-Streaming-Interview über »Die Drachen der Tinkerfarm«:

Im Sommer organisieren meine Kollegen von Klett-Cotta ein Interview mit Tad als Live-Streaming. Dort wird er auf Fragen der Tad Williams-Mailinglist zu »Die Drachen der Tinkerfarm« antworten. Der Termin steht (fast) : es ist voraussichtlich der 30. August 2009. Weitere Details gibt auf > tadwilliams.de.

Tad Williams: »On Being Creative«
Tad spricht über kreatves Schreiben und Zeichnen, auch am Beispiel von »Die Drachen der Tinkerfarm«

> Tad Williamson, Deborah Beale
> Die Drachen der Tinkerfarm
Aus dem Amerikanischen von Hans-Ulrich Möhring (Orig.: The Dragons of the Ordinary Farm)
380 Seiten
ISBN: 978-3-608-93821-0

> Hobbit Presse – Fantasy-Bücher, phantastische Literatur, Science-Fiction

Patrick Rothfuss hat in Amsterdam gelesen

Donnerstag, 16. Juli 2009

Der Name des WindesNachdem ich im Dezember Patrick Rothfuss, Der Name des Windes verschlungen habe, wäre ich schon gerne bei seiner Lesung am 14. Mai 2009 in Amsterdam dabeigewesen. Als Trost gibt es den > Bericht von Frank Dudley, der bei der Lesung dabei war. Und was kommt nach dem Abschluß der Königsmörder Trilogie? „Ich habe Pläne für weitere Geschichten, die in der Königsmörder-Welt spielen. Was ich auch gerne schreiben würde, ist eine Art Kinderbuch, das sich aber nicht für Kinder eignet. Etwa wie Coraline trifft Bilderbuch trifft Calvin & Hobbes, nur düsterer.“

Literatur – Sachbuch – Blog – Klett-Cotta
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