Verlagsblog

Archiv für Oktober 2009

Ein Netzwerk für die Kulur:
www.kultiversum.de ist online

Dienstag, 27. Oktober 2009

KultiversumVerlinken ist modern. Das Mitmach-Internet bietet viele Möglichkeiten, nicht nur Websites zu lesen, sondern sie auch mit eigenen Beiträgen mitzugestalten. Frühe gab es oft Berührungsängste und Bedenken, eigene Daten an- oder abzugeben, heute machen manche auf mehrere Plattformen oder in verschiedenen Netzwerken mit.

Die Friedrich Berlin Verlagsgesellschaft hat jetzt die auf der Buchmesse in Frankfurt angekündigte Kulturseite > Kultiversum online gestellt. Natürlich werden die hauseigenen Zeitschiften hier beworben, aber die Plattform bietet ein nützliches Online-Angebot, das über die Print-Möglichkeiten hinausgeht und zum Mitmachen (Gruppen, Empfehlungen, Marktplatz und Blogs) und Sichvernetzen auffordert.

> Kultiversum

Alan Pauls, Die Vergangenheit

Samstag, 24. Oktober 2009

Pauls, Die VergangenheitVor der Buchmesse habe ich angefangen, den Roman > Die Vergangenheit von Alan Pauls zu lesen. Nach zwölf Jahren trennen sich Rímini und Sofía. Je mehr sie um ihn kämpft, um so mehr versucht er, sie zu vergessen. Seine erste Freundin nach der Trennung kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Die Trennung war für Rímini keinesfalls die erhoffte Befreiung. Zuerst die ständigen Anrufe, die dann mit der Zeit abnehmen. Rímini stürzt sich in einen Drogenrausch und eine Arbeitswut. Auf einem Kongress verliebt er sich in seine Dolmetscherkollegin Carmen. Aus ihrer Beziehung stammt Lucio, der in einer dramatischen Geburt zu früh auf dieser Welt ankommt. „Ohne mich. Du bekommst ein Kind ohne mich“, sagt Sofía zu Rímini und schlägt zu… nicht kräftig, fügt hinzu „Du Dreckskerl“… und umarmt ihn. Sofía, lässt nicht locker, der von ihr spontan geplante Besuch in einem Hotel – für ein Stündchen – scheitert, weil der Buggy von Lucion sich in der Aufzugstür verklemmt. Sofía entführt für kurze Zeit den Kleinen: „Ich bin die Frau, die deinem Papa alles beigebracht hat, was er weiß.“ Durch einen Anwalt lässt Carmen Rímini vom Bruch ihrer Beziehung unterrichten. Eine weitere Liebschaft und ein tragisches Ende warten auf ihn.

„El pasado“, „Die Vergangenheit“ als Titel bezieht sich auf die zwölf Jahre, die Sofía und Rímini zusammengelebt haben. Keiner ihrer Freunde oder Anverwandten konnte ihren Trennungswunsch begreifen. Der Umzug? Das abgetriebene Kind? Mit Sicherheit war ihr Beziehungsgefüge ins Wanken geraten und wurde einvernehmlich durch Sofías farbige Markierungen im Immobilienteil der lokalen Zeitung beendet. Was folgt ist eine realistisch beeindruckende Erzählung vom Auf und Ab Ríminis Liebeslebens, das aber nur noch künstliche und keine dauerhaften Höhen mehr kennt. Sofía kämpft um ihn, läuft eigentlich nicht hinter ihm her. Fast 600 Seiten, die man aber auch am Stück lesen muss, denn lange Lesepausen bekommen der inneren Dramatik des Romans nicht. Manche Szenen, die das Entstehen der Liebe beschreiben, enden in diesem Roman schnell im Chaos, so Ríminis Versuch, Carmen seine Liebe zu erklären, und manchmal auch in zu viel Schilderungen von Sex. Alan Pauls (1959) hat schon mehrere Romane veröffentlicht, dies ist sein erster Roman in deutscher Übersetzung.

> Gespräch mit Michael Zöllner über Alan Pauls, Die Vergangenheit

Hier können Sie in > Die Vergangenheit blättern.

Alan Pauls
> Die Vergangenheit
Roman
Aus dem Spanischen von Christian Hansen (Orig.: El Pasado)
Auflage: 1. Aufl. 2009
Ausstattung: gebunden mit Schutzumschlag
559 Seiten
ISBN: 978-3-608-93705-3

Alan Pauls auf Lesereise

Dienstag, 20. Oktober 2009

Pauls, Die VergangenheitVor der Buchmesse habe ich angefangen, den Roman > Die Vergangenheit von Alan Pauls zu lesen. Mittlerweile haben Rímini und Sofía beschlossen sich zu trennen, und beide können sich an die neue Situation noch nicht so recht gewöhnen. Demnächst mehr.

Alan Pauls ist auf Lesereise:

02.11. 2009 20:00 in Österreich / Salzburg
Lesung: Literaturhaus Salzburg, H. C. Artmannplatz 1, 5020 Salzburg.

03.11. 2009 20:00 in Hamburg
Instituto Cervantes Hamburg, Chilehaus, Eingang B, 1. Etage, Fischertwiete 1, 20095 Hamburg.

04.11. 2009 19:30 in Bremen
Buchhandlung Geist, Am Wall 161, 28195 Bremen.
In Zusammenarbeit mit dem Instituto Cervantes Bremen.

05.11. 2009 19:00 in Frankfurt
Instituto Cervantes Frankfurt, Staufenstraße 1, 60323 Frankfurt.

06.11. 2009 20:00 in Zürich
Literaturhaus Zürich, Museumsgesellschaft, Limmatquai 62, 8001 Zürich.

> Gespräch mit Michael Zöllner über Alan Pauls, Die Vergangenheit

Hier können Sie in > Die Vergangenheit blättern.

Alan Pauls
> Die Vergangenheit
Roman
Aus dem Spanischen von Christian Hansen (Orig.: El Pasado)
Auflage: 1. Aufl. 2009
Ausstattung: gebunden mit Schutzumschlag
559 Seiten
ISBN: 978-3-608-93705-3

Nachgefragt: Brigitte Kronauer, Zwei schwarze Jäger

Sonntag, 18. Oktober 2009

Zwei schwarze RitterNachdem ich das Buch von Brigitte Kronauer > Zwei schwarze Jäger zu Hause vorgelesen habe, gab es gestern auf dem Stand von Klett-Cotta bei der Frankfurter Buchmesse, eine Gelegenheit Brigitte Kronauer zu fragen, ob meine Anmerkungen stimmen und sie um BrigitteErgänzungen zu bitten: Nachgefragt.

Wir haben über die Struktur des Romans gesprochen und sie bittet ihre Leser ausdrücklich, das Buch von Anfang bis zum Ende zu lesen und nicht etwa auf die Idee zu kommen, das ein oder andere Kapitel vorzuziehen. Sie besteht darauf, weil der Aufbau und so auch die Wirkung des Romans von diesem linearen Lesen abhängt.

Heute hat sie bei DeutschlandRadio Kultur zu Gast bei 3Sat auf der Buchmesse aus ihrem Roman gelesen:

Brigitte Kronauer

In ihrem Roman folgt die Schriftstellerin Rita Palka einer Einladung zu einer Lesung. Und die entgleitet ihr. Vielleicht um nach dem ein oder anderen autobiographischen Detail zu fragen, habe ich Brigitte Kronauer nach ihren Leseerlebnissen bei Veranstaltungen gefragt, und wir haben gleich zusammen einen kleinen Exkurs mit Beobachtungen und Erlebnissen aus Literaturhaus-Lesungen unternommen. Denn dort fällt doch , wie z. B. im > Stuttgarter Literaturhaus bei den Lesungen immer wieder auf, wie und ob die Lesung des Autors den Funken zum Publikum überspringen lässt. Danach haben wir wieder den Faden aufgenommen, und sie hat einige Fragen zu dem Personal ihres Buches beantwortet. An einer Stelle habe ich „Frau Kronauer!“ gesagt und das Mikro nicht richtig geführt, das ging nicht schnell genug, und es klingt dann leider nicht angemessen höflich, weil „Frau…“ nicht zu hören ist. Aber hören Sie selbst:

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ca. 17 Minuten

Brigitte KronauerBrigitte Kronauer

> Kann man Literatur photographieren? – Brigitte Kronauer im Stuttgarter Literaturhaus

> Brigitte Kronauer
> Zwei schwarze Jäger
286 Seiten
ISBN: 978-3-608-93885-2

> Leseprobe.

Nachgefragt: Li Er, Koloratur

Samstag, 17. Oktober 2009

Li Er, KoloraturIris Radisch hat in der Literaturbeilage der ZEIT am 8.10.2009 geschrieben: „Der Roman ist ein großes Dokument literarischer chinesischer Geschichtsaufarbeitung, … er zählt zu den interessantesten Büchern, die uns in diesem Herbst aus China erreichen.“ Anlässlich der Frankfurter Buchmesse habe ich Gelegenheit gehabt, Li Er nach seinem Buch > Koloratur zu befragen. Auf dem Stand von Klett-Cotta war er zunächst umringt von Journalisten und Dolmetschern. Mittags fand dann eine Lesung in der Universität statt.

Li ErLi Er

Im > Konfuzius Institut Frankfurt an der Goethe Universität hat Li Er aus seinem Buch gelesen. Joachim Ziebe hat aus der deutschen Übersetzung gelesen. Anschließend hat Li Er viele Fragen der Zuhörer beantwortet:

Li Er - Lesung

Li ErNach seiner Lesung konnte ich Li Er nach seinem Buch fragen. Er hat geschildert, worum es in seinem Buch geht und vor allem die Bedeutung der Suche nach der Wahrheit aus den unterschiedlichen Perspektiven der Erzähler in seinem Roman betont. Die engagierte Art, seine Verbundenheit mit der und seien Passion für die Literatur wird in unserem leider viel zu kurzem Gespräch deutlich. Die Geschäftsführerin des Konfuzius-Institut, Frau Anja Warnecke-Bi M.A, hat unser Gespräch freundlicherweise gedolmetscht:

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ca. 9 Minuten

Li Er„Die heutigen Schriftsteller haben eher ausländische Vorbilder, ich zum Beispiel Albert Camus und Vaclav Havel,“ sagte Li Er in einem Gespäch mit Bernard Bartsch.

Nichts lag also näher, als Li Er mit meinem > Buch für das Gespräch zu danken, und er hat sein Exemplar Huaqiang mit einem Danke mir gewidmet und es mir überreicht.

Li ErLi Er, Koloratur

Li Er
> Koloratur. Roman
Aus dem Chinesischen von Thekla Chabbi (Orig.: Huaqiang)
380 Seiten
ISBN: 978-3-608-93794-7

Fotos des Interviews und der Buchübergabe: (c) Rudolf von Laun.

Nachgefragt: Die Geburt ist nicht der Anfang

Samstag, 17. Oktober 2009

Marianne KrüllAuf dem Stand von Klett-Cotta bei der Frankfurter Buchmesse traf ich Marianne Krüll, die mir schon 2007 das erste Interview auf diesem Blog gewährt hatte: > Mütter und Töchter. Ihr neues Buch, keine einfache Neuauflage, eine gründlche Neubearbeitung, die die Forschung der letzten zwanzig Jahre berücksichtigt und deren Ergebnisse auch gleich kritisch bewertet,Marianne Krüll hat sie jetzt zur Buchmesse vorgelegt. Nein, die Ergebnisse bewertet sie nicht kritisch, sie misstraut dem eher unreflektierten Umgang mit diesem Forschungsergebnissen, die aus dem Geburtsvorgang immer mehr eine Krankheit macht, wodurch sich alle Beteiligten, Mütter, Väter, Ärzte und zunehmend auch die Hebammen auf die kritische Bewertung der Messdaten konzentrieren und dabei in Gefahr geraten, das Neugeborene mit seinen ersten Empfindungen zu übersehen.

Marianne KrüllNicht nur Schwangere und Mütter auch Väter, und auch die die (noch) keine sind, sollten nach dem Wunsch der Autorin ihr Buch lesen.

< Marianne Krüll mit ihrem Lektor Heinz Beyer Marianne Krüll möchte mit ihrem Buch zu einem neuen Bewusstsein darüber beitragen, was die Kinder im Mutterleib und in der neuen Welt brauchen. Hier können Sie das Gespräch mit Marianne Krüll hören:

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ca. 12 Minuten

> Die Geburt ist nicht der Anfang Die ersten Kapitel unseres Lebens – neu erzählt
Vollständig überarbeitete und aktualisierte Neuausgabe, unter Mitarbeit von Flora Frank
1. Aufl. 2009
ca. 45 Abbildungen und einem Glossar
394 Seiten
ISBN: 978-3-608-94556-0

> www.mariannekruell.de

Klett-Cotta auf der Frankfurter Buchmesse 2009

Samstag, 17. Oktober 2009

Nachgefragt:
Die unendliche Freiheit und das Ende der Liebe

Samstag, 17. Oktober 2009

Das Ende der LiebeAm ersten Tag der Buchmesse gab es zwischen vielen Terminen beim Fernsehen und Rundfunk ein Treffen mit Sven Hillenkamp auf dem Stand von Klett-Cotta. Über sein Buch > Das Ende der Liebe Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit habe ich hier auf dem Blog schon berichtet. Jetzt ging es darum, einmal nachzufragen.

Der Leser gewinnt den Eindruck, dass der Autor hier möglicherweise auch autobiographische Erlebnisse für dieses Buch verwendet hat. Ganz konkret wollte er sich dazu nicht äußern, insistiert habe ich nicht, denn darum geht es in diesem Buch auch gar nicht. Vielmehr geht es um die Einsicht in die Unmöglichkeit einer grenzenlosen Liebe und um die Angst, die aus allen Versuchungen der Freiheit resultieren. Das Ende der Liebe Da dieses Blog kein Lobforum ist, auch keine Werbetexte enthält, aber auch genausowenig > Rezensionen anbietet, sondern eine Textsorte erfindet, die ich habe das Buch gelesen heißt, weil mir eine bessere Bezeichnung noch nicht eingefallen ist, habe ich doch mal nach seiner Definition der Freiheit gefragt, weil mir die Konzentration nur auf ihre Folgen nicht ganz geheuer ist. Sven Hillenkamps Buch enthält einen Feststellung, die möglicherweise von vielen geteilt wird: „Die Geschwindigkeit der Menschen in der Freiheit ist die Geschwindigkeit des freien Falls.“ (S. 35)Das Ende der Liebe Kann man mit einer solchen Erkenntnis wirklich zur der Schlussfolgerung gelangen, dass die Menschen unfrei sind? (vgl. S. 253) Damit kann ich mich nicht so recht zufriedengeben, weil ich über die Art und Weise, wie der Autor die Freiheit des Menschen interpretiert, nicht so recht teile und gerne länger mit ihm darüber gesprochen hätte. Aber die Art und Weise, wie Liebe und Freiheit in unserer Gesellschaft nicht zusammenpassen, da ist doch was dran. Leider habe ich keine Zeit mehr gehabt, meine letzte Frage loszuwerden, bei der es um die Lösung der Fragen geht, die er mit seinem Buch aufwirft. Das ist gar nicht schlimm, in unserem Gespräch ging es ja auch erstmal nur um den theoretischen Ansatz seines Buches.

Das Gespräch mit Sven Hillenkamp:

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ca. 10 min

> Leseprobe

Sven Hillenkamp im > Literatur-Film

Sven Hillenkamp
Das Ende der Liebe
Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit
1. Aufl. 2009
311 Seiten
ISBN: 978-3-608-94608-6

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