Verlagsblog

Archiv für Januar 2010

Bester Krimi 2009: Kap der Finsternis

Montag, 25. Januar 2010

Kap der Finsternis> S-Bahn-ungeeignet lautete der Eindruck nach der Lektüre von
> Kap der Finsternis, aus dem Amerikanischen von Jürgen Bürger und Peter Torberg, ein Erstlingswerk von Roger Smith. Man fährt garantiert zu weit. Die beiden Erzählstränge im Buch kommen ab und zu einander näher, und es entsteht eine Spannung, die einen daran hindert, das Buch aus der Hand zu legen. Die Brutalität ist manchmal schockierend, aber es gibt Ansätze, ihr zu entkommen.

Jetzt ist > Kap der Finsternis von Roger Smith von der Jury der KrimiWelt zum Besten Krimi 2009 ausgewählt worden. Die KrimiWelt-Bestenliste wird von WELT, ARTE und Nordwestradio gewählt.

Ingeborg Sperl schrieb über Kap der Finsternis: »Das rabenschwarze Drama „Kap der Finsternis“ ist nichts für zarte Gemüter. Roger Smith, bislang im Filmgeschäft tätig, zeigt in seinem ersten Krimi die dunklen Seiten seiner zweigeteilten Stadt. … das alles sind beinahe modellhafte Figuren und dennoch kreiert Smith daraus ein beängstigendes Opus, inklusive blutigem Show-Down und überraschender Wendung.«
(Der Standard, 03/2009)

Die > Liste aller 10 Preisträger des Krimipreises bei boersenblatt.net

> Leseprobe

Roger Smith,
> Kap der Finsternis. Roman
Aus dem Englischen von Jürgen Bürger und Peter Torberg
(Orig.: Mixed Blood)
Auflage: 1. Aufl. 2009
359 Seiten:
ISBN: 978-3-608-50202-2

Pause vom Internet: Netzstille oder
Hilft das Internet beim Bücherschreiben?

Donnerstag, 21. Januar 2010

1986 bekam ich meinen ersten Computer als Leihgabe von einer Bonner Firma mit einer riesigen 20 MB-Festplatte und WORD für DOS auf drei 5 1/4 Zoll Disketten, das nie abstürzte und immer schneller als jedes spätere WINDOWS-WORD war. Dann kam das Internet mit den vielen bunten Seiten > www.romanistik-online.de, und vor rund drei Jahren begannen alle von Web 2.0 zu sprechen. Die Besucher der Websites sollten zu Mitmachern werden, und die Unternehmen begannen ihr individuelles Web 2.0 Menü zu konzipieren, das Besucher dazu verleiten soll, zu kommentieren, mitzumachen, zu bewerten und zu empfehlen. Wenn ich mir die Besucherzahlen meines Blogs – > www.france-blog.info – angucke, staune ich immer noch, wie viele Leser mit diesem Medium erreicht werden können. Schneller und aktueller, aber nicht unbedingt qualitativ echt besser als mit einem gedruckten Medium. Die bange Frage an jeder Hotelrezeption: Haben Sie W-Lan? und das Warten vor dem Laptop, bis er wieder irgendwo online ist, kennt jeder, der keine UMTS-Karte hat, die ihn nur dann aufblicken lässt, wenn die Verbindung weg ist.

Internet immer und überall, es unterstützt perfekt die Kommunikation nach allen Richtungen. Wenn es aber darum geht, ein Referat, einen Zeitungsartikel, einen Fachaufsatz oder gar ein Buch zu schreiben, merkt man schnell, dass bekannte Suchmaschinen es immer noch nicht gelernt haben und wohl auch nie lernen werden, Inhalte systematisch zu ordnen. Das können eben doch nur Bibliothekare, die dem Maschinenalgorithmus immer noch haushoch überlegen sind. Bei keiner meiner Sucharbeiten für jede meiner Seminararbeiten, Artikel oder Bücher bieten Suchmaschinen mit ihrer Systematik gegenüber der ordentlichen Bibliotheksarbeit auch nur den geringsten Vorteil. Das Handwerkszeug zum wissenschaftlichen Arbeiten kann nicht mit einer Suchmaschine erworben werden.

Vielleicht hat man die Kommunikations- oder Werbeansprüche im Internet vielleicht doch ein bisschen zu stark in Richtung Information oder Wissen verbogen. Möglicherweise ist da einiges durcheinandergeraten. Meine kummervollen Erfahrungen mit Wikipedia und der seiner kollektiven Intelligenz und den anonymen Korrektoren sind mir noch in schlechter Erinnerung. Beim Schreiben meines letzten Buches brauchte ich das Internet, um Verlagsnamen zu finden und um im Katalog der Landesbibliothek nachzugucken, Bücher zu bestellen. Klar, es gibt auch > www.gallica.fr, meine Lieblingswebsite, aber das ist doch alles nur um Zeit zu sparen, nicht in die Bibliothek fahren zu müssen und andere Anregungen dabei zu verpassen. Das Internet hilft beim Bücherschreiben, aber kein Buch wird dadurch wirklich besser. Manche Informationssuche wird schneller aber nicht unbedingt besser. Mit dem Schreiben ist das ganz genauso. Heute schwört jeder auf seine Tastatur und den Bildschirm, wobei jeder Text von vornherein viel besser wird, wenn er mit Füller bei voller Konzentration auf ein weißes Blatt Papier geschrieben wird, ohne die Sicherheit, ich kann ja doch gleich alles korrigieren. Man bringt einen Gedankenfluß, eine Argumentation zu Papier und hackt nicht hektisch auf die Buchstaben einer Tastatur immer in der Angst, gleich ist alles wieder weg.

Alex Rühle ist Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung und hat sich für ein halbes Jahr dazu entschieden, offline zu leben. Keine Mails, kein Internet, kein W-Lan, keine Websites, keine SMS, aus das Handy. Und Klett-Cotta wird sein Buch Das komplett vernetzte Leben herausbringen. Offliner sind heute schon fast Aussteiger, aber es gibt ja das gute alte Fax. Tom Kraushaar, einer der verlegerischen Geschäftsführer von Klett-Cotta, hat einen Stift gesucht und dem maillosen Autor einen Brief per Telekopie übermittelt: > Netzstille. Demnächst mehr.

P.S. Ach, meine gute alte > Schreibmaschine. Ich hatte eine Pappstreifen am Papierhalter angebracht, der die noch zur Verfügung stehenden Zeilen für die Fußnoten anzeigte… Mit der Schreibmaschine ist das so ähnlich wie mit dem weißen Blatt Papier. Man hält ordentlich seine Gedanken zusammen, und bei Fehlern gibt es ein neues Blatt. Ob die heutigen Studenten es glauben oder nicht, damals waren die Seminararbeiten eher fertig als heute.

John Haskell las aus seinem neuesten Werk „Out of my Skin“

Dienstag, 19. Januar 2010

Amerikanisches FegefeuerSchon mit der Namensgebung des Protagonisten beginnt der Autor Haskell das Verwirrspiel: Los Angeles: Der Journalist und Filmkritiker Haskell schreibt einen Artikel über Filmstar-Imitatoren. Nach einem Interview mit einem Steve Martin Look-Alike beginnt Haskells eigene Transformation. Schritt für Schritt verwandelt auch er sich in eine weitere Version von Steve Martin und beginnt sein Leben als Filmstar. – Existentialismus L.A.-Style!

John Haskell war bereits mit seinem ersten Roman “American Purgatorio” – als > Amerikanisches Fegefeuer auf deutsch im Tropen-Verlag erschienen – 2006 im DAZ und hat nun wird am 13. Januar 2010 sein verwirrendes Identitätenspiel “Out of my Skin” im im Deutsch-Amerikanisches Zentrum / James-F.-Byrnes-Institut e.V. vorgestellt.

> Tropen Verlag (IV): Quer durch Amerika

John Haskell
> Amerikanisches Fegefeuer
Roman, übersetzt von Volker Oldenburg
264 Seiten
ISBN:978-3-608-50089-9

Radio + Website + Blog = DRadio Wissen

Montag, 18. Januar 2010

Seit es das Internet gibt, hat mich die Verbindung von Websites und Radio immer mehr fasziniert. Jahrelang war es der Griff zur Schere, um aus dem Familien-Hör zu den Radioteil auszuschneiden, wenn nicht schon ein anderes Familienmitglied ihn bereits erobert hatte. Dann kam das Internet und die ersten Websites der Radiostationen tauchten auf. Etwas später konnte man auf diesen Heimseiten auch einzelne Sendungen hören, später sogar herunterladen, und dann erblickte der LifeStream die Welt. Dann kam bei einem Barcamp mein Vortrag über die Hochzeit von Blog und Websites. Und nun hat das dradio, das altbewährte Radio, eine nagelneue Website, einen Blog zusammen mit einer sorgfältig ausgewählten Portion Web 2.0 zu einem neuen Sender zusammengebunden: Neben DeutschlandRadio und DeutschlandRadio Kultur gibt es jetzt > DRadio Wissen. Diese Medienhochzeit zwischen einem Traditionsmedium mit einem neuen Medium hat auch ihren Preis: „DRadio Wissen ist ausschließlich digital über Kabel, Satellit, DAB, Web-Radios oder direkt im Internet zu empfangen,“ heisst es auf der Seite > Empfangsmöglichkeiten. Dafür wird aber alles richtig gemacht: Man kann die einzelnen Beiträge kommentieren, und es gibt auch einen Blog der Redaktion: > Wir haben heute noch was vor.

Schauen Sie sich auf der Website von DRadio Wissen um: Live hören, Podcast, DRadio Recorder: Radio im Internet!: Zum Hören und Mitdiskutieren! Merceds Bunz hat ein > Internet-Manifest verfasst. Studenten finden hier nützliche Informationen zum Studium Hanns-Josef Ortheil wird auf der Website einen > Buchladen bekommen, den er mit seinen Lieblingsbüchern füllen wird. Und wo geht das ganze hin: Der Astrologe Jan Reimer fragt sich oder die Sterne: > Was hält die Zukunft für DRadio Wissen bereit?. Genaueres zum > Konzept von DRadio Wissen schraubt die Erwartungen noch höher.

DeutschlandRadio Kultur:
Sven Hillenkamp, Die Unendlichkeit der Liebe

Donnerstag, 7. Januar 2010

Das Ende der LiebeIm DeutschlandRadio Kultur hat Ariadne von Schirach das Buch von Sven Hillenkamp, Die unendliche Freiheit und das Ende der Liebe besprochen: > Tyrannei der Freiheit lautet der Titel ihrer Rezension.

> Nachgefragt: Die unendliche Freiheit und das Ende der Liebe
Sven Hillenkamp
Das Ende der Liebe
Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit
1. Aufl. 2009
311 Seiten, ISBN: 978-3-608-94608-6

Merkur – Januar 2010

Dienstag, 5. Januar 2010

MERKURDas Januar-Heft des > MERKUR ist erschienen. Bisher ist es Ihnen nicht verborgen geblieben, dass der MERKUR zu meiner monatlichen Lieblingslektüre gehört. Es ist der Querschnitt durch viele Interessengebiete, die seine Lektüre so faszinierend macht. So vielfältig, dass viele den Schnittpunkt ihrer Interessen leicht wiederfinden. Aber eben doch nicht ein beliebiger Schnittpunkt. Es ist die Auswahl der Themen und die Art und Weise, wie es den Herausgebern immer wieder gelingt, die Probleme auf den Punkt zu bringen, der die Qualität dieser Zeitschrift so auszeichnet.

Im Janaurheft bespricht John R. Searle das Buch von Paul A. Boghossian, Fear of Knowledge. Against Relativism and Constructivism. Oxford, Oxford University Press 2006: Die Angst vor Wissen und Wahrheit: Über Relativismus und Konstruktivismus. Abgesehen davon, dass Searles Beitrag ein wunderbares Lehrstück ist, wie man so eine Besprechung anfertigt, sei dieser Beitrag allen, die sich gerne mal über den wissenschaftlichen Anspruch ihres Faches Gedanken machen wollen und sollten, unbedingt empfohlen. Zu diesem Beitrag passt auch die Marginalie in diesem Heft von Peter Ulrich: Republikanischer Liberalismus. Zum Verhältnis von Wirtschaft und Gesellschaft. Zwischen beiden muss, so Ulrich, stärker unterschieden werden. Es gilt, jeweils die Rolle der Bürgergesellschaft und die der Marktwirtschaft genauer zu definieren, denn sonst können politikwissenschaftlich korrekte Aussagen weder über das eine noch das andere gemacht werden. Salopp ausgedrückt: Worüber reden wir eigentlich? Wahrheit, Realität, Wissensansprüche, Objektivität und Rationalität: Searle bringt Ordnung in diese Begriffe, untersucht die Argumente Boghassians, nuanciert und bewertet sie und legt auf diese Weise hochinteressante Anregungen für wissenschaftstheoretische Überlegungen vor.

Literaturwissenschaftler, Historiker, Politikwissenschaftlicher, medientinterssierte jeder Art, Journalisten, und die Aufzählung geht noch lange weiter sollten den bweitrag von Michael Esders lesen: Storytelling: Über die Enteignung des Erzählens, der auf das Buch von Christian Salmon: Storytelling, La machine á fabriquer des histories et à formulerr les eprits, Paris, Edition La Découverte 2007, hinweist. Hier geht es um die Veränderung des Erzählens unter dem Einfluß der neuen Medien und z. B. um das was die Unternehmen aus der „Produktivkraft des Narrativen“ machen. Die vielfältigen Bezüge zur Literaturgeschichte und zu Themen aktueller Unternehmenskommunikation machen Esders Beitrag zu einem hochspannenden Beitrag. Remarquons en passant: Liest man Albert Camus’s L’homme révolté mit seiner Romantheorie wird man merken, welche Rolle Erzählungen und Romane hinsichtlich politischer Entwicklungen zukommt. Esders Beitrag ist am Schnittpunkt von Politik, Geschichte, Soziologie und Literatur angesiedelt. Wie in meinem Buch über > Sartre bin ich aber auch hier nicht mit François Lyotard einverstanden, der von Esders zitiert wird. Lyotard lobt das Erzählen in all seinen Feinheiten, meint aber die Sehnsucht danach sei verlorengegangen. Ob das stimmt? Wenn ich an die vielen Veranstaltungen im > Stuttgarter Literaturhaus denke, kann ich das gar nicht glauben.

Volker Gerhardt hat einige kritische Anmerkungen zum Motto eines Festspielsommers 2009 unter dem Titel Spiel der Mächtigen notiert.

Co2. Das Thema! Gunter Schäble hat sich ihm angenommen und es von allen Seiten kritisch untersucht: Co2-Zwerge oder Mensch im Klima: „Mensch und Dackel sind aus gleichem Haus. Beiden fehlt es an Faulheit, beide sind etwas zu regsam oder rastlos oder motorisch gestört und ein bisschen todessüchtig. Der Mensch geht regsam und ein bisschen todessüchtig mit dem Klima um, der Dackel ebenso mit dem Wild.“ > Wollen Sie weiterlesen?. Sein Beitrag erinnert an den Kommentar der FAZ (Daumenschraube, 2.1.2010: Je sauberer der Diesel, je feiner der Staub, umso gefährlicher ist er. jeder präsentiert neue Zahlenspiele und heizt die Diskussion noch mehr an. Um was geht es? Um das CO2, das „Dreitausendsechshunderstel der Athmosphäre“ (S. 42) ausmacht? Angesichts der menschlichen Aktivtäten, die Schäble aufzählt, strengen wir uns maßlos an, diesen Anteil zu erhöhen. Irgendeine Reduzierung ist in ferner Sicht.

In der Ästhetikkolumne berichtet Wolfgang Ulrich wie sich das Berufsbild des Künstlers wandelt und Karin Horn erklärt, wie man Nobelpreisträger im fach Ökonomie wird. Cord Riechman schreibt über Alexander von Humboldt: Ziemlich viel Raum. Wolfram Hogrebe reznesiert Johannes Stüttgen, Der ganze Riemen. Joseph beuys – der Auftritt als Lehrer in der Kunstakademie 1966-1972, Köln, Walther König 2008: Gral und Waschmaschine. Jacob Hessing beschreibt die Situation der Juden der Bundesrepublik: Zickzackgeschichte und Carlos Widmann zeigt die Zusammenhänge zwischen Ezra Pound und der Wiederbelbung des Sozialfaschismus in Italien: Der Club des toten Dichters. Thomas Frahm erjkärt, wieso dei Transoformation in Bulgarien so schwer ist: Die nächste Wende kommt bestimmt.. Christian Engelbrecht hat einen Angestellten in Leipzig-Grünau besucht: Kremer will zurück ins Leben.

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