Verlagsblog

Archiv für Januar 2011

Die zehn besten Krimis des Jahres 2010,
und Roger Smith »Blutiges Erwachen« ist mit dabei

Montag, 31. Januar 2011

> Blutiges Erwachen von Roger Smith belegt den neunten Platz unter den zehn besten Krimis des Jahres 2010. In der Begründung der Krimiwelt-Bestenliste heisst es: »Kapstadt: Am Strand schnitzt ein Serienkiller an Blondinen. Zwei Tik-Junkies überfallen Waffenhändler Joe. Roxy durchlöchert ihren Mann. Ex-Bulle Billy hat Schuldgefühle. Gangster Piper will schlitzen, was sich regt, und seinen Lover lebenslang. Kapstadt als Rassenkampf-Gierstadt: Smith splattert, trasht und junkt, dass es kracht.«

Das ist ein eine gute Gelegenheit, an das > Gespräch mit Tom Kraushaar (*.mp3) über diesen Krimi zu erinnern: Auf dem Umschlag ist ein halbaufgeklapptes Messer abgebildet, Blut tropft herunter. Herr Kraushaar, das ist ja schon ziemlich heftig?

Tom Kraushaar:

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Der Lesebericht auf diesem Blog > Blutiges Erwachen:
„Das Buch liest sich so, wie man einen Kinofilm erlebt, und man merkt, dass Smith auch Drehbücher schreiben kann. Dieser Spannung kann man nicht entkommen. Ein Buch für eine längere Zugfahrt, da können die Mitreisenden noch so laut reden oder telefonieren, sie werden von ihnen nichts mitbekommen.“

Und das erste Video auf diesem Blog, aufgenommen anlässlich der Lesung von in Stuttgart: > Roger Smith zu Besuch in der Kulisse der SOKO Stuttgart:

Zur Facebookseite von Roger Smith: > facebook.com/Roger.Smith.Autor

Roger Smith, > Blutiges Erwachen
Thriller
Aus dem Englischen von Jürgen Bürger und Peter Torberg (Wake up Dead), 1. Aufl. 2010, 357 S., gebunden mit Schutzumschlag, ISBN: 978-3-608-50206-0

Merkur – Januar 2011

Mittwoch, 26. Januar 2011

Das Januar Heft des Merkurs enthält Artikel, die um Europa, Moral, Ethik und Literatur kreisen. Yoram Hazony, Gründer des Shalom Center in Jerusalem, untersucht in seinem Beitrag die Frage Ist die Idee des Nationalstaats überholt? Israel aus europäischer Sicht. Er untersucht en détail, wie die israelische Politik im Ausland empfunden und wie Israel beurteilt wird. Sobald Israel schlechte Presse hat, wird man dort wieder „die Wucht der steigenden antisemitischen Flut fühlen“ (S. 1) fürchtet er. Man muss versuchen zu verstehen, wieso Kritik an Israel dort als Antisemitismus empfunden werden kann. Ist man mit Geschichtskenntnissen ausgestattet, dürfte das nicht besonders schwer fallen. Hazonys Artikel ist so interessant, weil er die Perzeption Israels im Ausland untersucht, sie aus israelischer Sicht analysiert und kommentiert, zugleich aber auch die israelische Sichtweise auf das Ausland durchscheinen lässt.
Der Rückzug aus dem Gaza 2005 und die „anschließende Gründung einer unabhängigen und kriegerischen islamischen Republik“ leistet den „Bemühungen, Israel zu diffamieren, zu deligitimieren“ Vorschub. Die ersten beiden Seiten seines Aufsatzes umreißen die Situation Israels und es geht für Hazony darum, das „tieferliegende Problem mit Israel“ zu verstehen. Um seine These zu erläutern erklärt, wie im Westen der Nationalstaat der Idee eines Nationenverbandes weicht. Er untersucht diese Entwicklung von allen Seiten, in ihrer historischen Dimension und unter ihren internationalen Aspekten und kommt zu dem Schluss, ob die europäischen Völker vielleicht ihre nationale Unabhängigkeit als zu gering eingeschätzt haben? Dann wird man Israel auch in Europa wieder besser verstehen. Diesen zunehmenden Nationalismus glaubt Paul Michael Lützeler in seinem Beitrag Der Schriftsteller und das europäische Projekt zu erkennen, in dem Europavorstellungen des Herzogs von Sully, über den Abbé de Saint-Pierre, Kant, Novalis, Saint-Simon, Heine, Börne bis Hallstein, Spaak und Fischer vorstellt.

Henning Ritter schreibt über „einige Moralprobleme der Zivilisation“ Die Schrei der Verwundeten und berichtet über die Gründung des Roten Kreuzes durch Henri Dunant. Friedrich Pohlmann untersucht Die Einsamkeit. Anthropologische Erkundungen eines Gefühlszustandes. Wie schrieb schon > Montaigne: – er hat mich 2009 empfangen – „Unsere Seele vermag ihre Bahn um ihre eigne Mitte zu ziehen.“

Wolfgang Ulrich schreibt in einer Ästhetikkolumne über Metapher in Museen. Zuerst ärgert man sich, wenn Kunst- und Bildstile miteinander und untereinander vermischt werden. Der Museumsbesucher ist dann immer höchst irritiert. Auch die Staatsgalerie in Stuttgart hat sich da einige Freiheiten herausgenommen. Es geht um das alte Thema der Hängung der Bilder. Aber indem der Besucher sich aufregt und darüber diskutiert hat er schon angebissen. Bilder verschiedener Epochen nebeneinander regen zum Nachdenken und zum Gespräch an. Ullrich liefert dazu viel Überlegens- und Wissenswertes. Die Ökonomiekolumne Es fehlt das kapitalistische Gen von Karen Horn, von dem Horn trotz Sarrazin noch zu sprechen sich traut. Der Wandel unserer Art äußert gemäß der Theorie der biologischen Evolution in Genen und hat was mit Vererbung und Anpassung zu tun. Es gibt aber auch ein kulturelle Evolution. Horn zitiert Friedrich August von Hayeks Buch Die Verfassung der Freiheit und greift dessen Frage, wieso der Mensch sich so schwer mit dem Kapitalismus tut, auf. Christian Demand rezensiert Michel Houellebecqs und Bernard-Henri Lévys Buch Volksfeinde. Ein Schlagabtausch Köln: DuMont 2009: Beide haben sich etwas zu sagen. man könnte die beiden Selbstdarsteller fast „ein wenig mögen.“ Und Ingo Way hat den Band von Jonathan Safran Foer, Tiere essen, Köln : Kiepenheuer & Wisch 2010, gelesen: Erst kommt die Moral, dann das Fressen!?. Um Ethik und Moral in der Gesellschaft geht es im Aufsatz von Gerd Roellecke. Larws Bullmann schreibt über Die Tücke der Demokratie und das Politische des Lachens. Und zum Schluss will Rolf Breuer wissen: Wem gehört Samuel Beckett oder Wie postmodern ist die Moderne?.

Merken Sie an diesem Blogbeitrag wie spannend das erste Merkurheft des Neuen Jahres ist? Haben Sie schon die Seiten auf der neuen Website von Klett-Cotta gesehen, die dem > Merkur gewidmet sind, gesehen?

MERKUR – Januar 2010

Lesebericht: Ian Johnson, Die vierte Moschee

Mittwoch, 26. Januar 2011


> Die vierte Moschee. Nazis, CIA und der islamische Fundamentalismus, da erste gelesene Früjahrsbuch, der
> prallgefüllten Vorschauen 2011. Ian Johnson berichtet in einem
> Video-Interview, wie er auf die Münchner Moschee, die „vierte“ Moschee auf einer Übersichtskarte mit den Standorten wichtiger Moscheen aufmerksam wurde. Damit hatte ihn das Thema gepackt, und die Spannung seiner anschließenden Recherchen dokumentiert er in seinem Buch. Es geht um Gerhard von Mendes (1904-1963) zunächst u.a. als Referatsleiter Kaukasus im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, kurz Ostministerium, tätig war. Mit seinem Buch die Völker der Sowjetunion (1939) trat Mende als überzeugter Antisemit auf. 1941 1941 wird er Professor für Volks- und Landeskunde der Sowjetunion an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität. Er interessiert sich für Muslime, baut ein Netzwerk auf, und empfahl, sich der Muslime in der Propagandaschlacht gegen die Sowjetunion zu bedienen. An den Konferenzen nach der Wannseekonfrenz im Januar 1942, die im Ostministerium stattfanden, nahm auch Mende teil. Ihm waren die Pläne der Naziführung hinsichtlich der Ermordung der Juden bekannt. Er bekommt Kontakt zu muslimischen Anführern in Aserbaidschan, Turkestan oder Taschkent aufzunehmen, ihnen die Bildung von Komitees vorzugaukeln und sie somit auf die deutsche Seite zu ziehen. Aber Anfang 1942 verlieren die Deutschen die Gebiete, die das Ostministerium als Verwaltungsbehörde für sich beanspruchen wollte; das Einhalten der Versprechungen gegenüber den Muslims scheiterte.

Es sind die Kontinuitätslinien vom Dritten Reich hinsichtlich der Behandlung der Muslime über die unmittelbare Nachkriegszeit bis weit in die fünfziger Jahre der Bundesrepublik zum Teil mit dem gleichen Personal. Erst versuchen die Nazis sich der Muslims zu im Propagandafeldzug gegen die Sowjetunion zu bedienen, später glaubt der CIA sie – mt allen Vorsichtsmaßnahmen, für Ihre Zwecke einsetzen zu können, nachdem er bereits mit Deutschen aufgrund ihrer guten Kenntnisse aus dem Dritten Reich zusammenarbeitet. Johnson hat genauestens recherchiert und die Lebenswege der Protagonisten – s. Dramatis personae – bis in kleine Einzelheiten rekonstruiert. Dabei kommen erstaunliche Querverbindungen und Bekanntschaften zutage, die so mancher im Dienst der jungen Bundesrepublik für sich zu nutzen wusste.

Nach dem Krieg sucht und findet Mende neue Aufgaben. Nach 1949 gelingt es ihm, in der jungen Bundesrepublik Fuß zu fassen. Die Muslime waren nicht belastet und die Amerikaner mit dem CIA war bereit ihre Mithilfe im Kalten Krieg im Rahmen der Propaganda gegen die Sowjetunion zu prüfen und auch zu nutzen. Die Personen aus dem Ostministerium bekamen neue Herren und konnten Dank ihres Spezialwissen sich als unbelastet gerieren. Die Amerikaner probieren verschiedene Formen der Propaganda aus, bei den Tataren, Usbeken und Turkmenen eingesetzt werden und zu denen auch die Einrichtung von Radio Liberty gehört. Den Amerikanern ist dann aber doch die Verbindungen der Muslime zu den Nazis suspekt, und die USA richten ihr Interesse auf andere Muslime. Johnson schildert, seriös auf Quellen gestützt, wie zu diesem Zeitpunkt, die Gruppe des radikalen Islams zum Zuge kam. Johnson dokumentiert minutiös, wie die Arbeit von Mende in der Nachkriegszeit vom Bundesamt für Verfassungsschutz, vom bayrischen Verfassungsschutz und sogar vom Auswärtigen Amt finanziert wird. Einzelne Personen wie Mende, die aber jeweils ihre Bekanntschaften und ihre Netzwerke über das Kriegsende hinaus bewahrten haben mal mehr, mal weniger die Amerikaner unterstützt. Zu den dubiosen Personen, die ihren Einfluss auch nach Kriesende bewahren könnent gehört Theodor Oberländer (1905-1998), der1953 bis 1960 Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte war. Mit ihm korrespondiert Mende über die Behandlung und den Einsatz der Emigrantengruppen. Ende März kommt Nureddin Namangani nach München. Er hat den Gulag überlebt, war Imam und Hauptmann der SS-Sturmbrigade. Er beginnt die Muslime in München zu organisieren. 1958 gibt es ein Beschluss, aber erst 1973 war die Moschee in München fertig.

Die vielen Einzelheiten, die mit einer großen Zahl von Personen verknüpft ist, fügen sich in diesem Buch zu einem Gesamtbild zusammen, mit dem Johnson Grundlagenwissen über die Entstehung des Islamismus im 20. Jahrhundert vermittelt. Die Erneuerung des Islams, die im 19. Jahrhundert als Forderung angesichts des Fortschritts in der westlichen Welt verlangt wurde, stellt die Frage nach den Gründen für die Schwäche des Islams. Die These von der Unfähigkeit der Muslime den wahren Islam zu lehren, führte zum Islamismus als einem politischen Programm (vgl. S. 134 ff). In diesem Zusammenhang entstand 1928 die Moslembrüderschaft.

Die Kenntnis dieser Kontinuitätslinien und Brüche nach dem Zweiten Weltkrieg ist wichtig, um die Entwicklung bis hin zu den Aktivitäten der Münchener Moschee verstehen zu können. Enttäuschte Hoffnungen, fehlende Kontrolle, falsche Versprechungen, mangelhafte Perspektiven. Viele mag dazu beigetragen haben, dass radikale Islamisten die Oberhand gewannen. In dieser Hinsicht ist die These Johnsons, eindeutig, er meint, dass der Westen am Entstehen des radikalen Islam nicht unschuldig ist.

Ian Johnson
> Die vierte Moschee. Nazis, CIA und der islamische Fundamentalismus

Gerade erschienen: Ian Johnson, Die vierte Moschee

Montag, 24. Januar 2011

Eben ist das Buch von Ian Johnson > Die vierte Moschee. Nazis, CIA und der islamische Fundamentalismus in meinem Postfach angekommen. Seit dem Wochenende lese ich die Fahnen des Buches. Es geht um die Moschee in München und Ian Johnson berichtet in dem Interview, das hier angezeigt wird, wie er auf die Moschee in München, die „vierte Moschee“ aufmerksam wurde.

Nch seiner Untersuchung des Falls fügte er in seinem Buch die Mosaiksteinchen zusammen. Die Geschichte fängt schon im Zweiten Weltkrieg an, wie die Muslime von den Nazis für ihre Ziele eingespannt wurde, und geht dann nach dem Krieg weiter, als der CIA die Muslime für seien Zwecke entdeckt. Mit diesem Buch will Johnson zeigen, wie der Westen den radikalen Islamismus über Jahrzehnte gefördert hat.

Ian Johnson
> Die vierte Moschee. Nazis, CIA und der islamische Fundamentalismus

Nachgefragt: Martin Kuckenburg über die Kelten

Donnerstag, 20. Januar 2011

Nach der Lektüre der Bücher und der Veröffentlichung der Leseberichte auf diesem Blog freue ich mich über jede Gelegenheit > beim Autor nachfragen zu können. Manchmal ist es nicht einfach, bei Lesungen, ähnlichen Veranstaltungen oder auf Messen die oft umlagerten Autoren zu einem Gespräch treffen zu können. Weil jetzt mit der Entdeckung des Keltengrabes bei Herbertingen ein aktueller Anlass gegeben ist, habe ich Martin Kuckenburg abgerufen und das Gespräch über die Kelten und die Kenntnisse, die man aus ihren Gräbern und Grabbeigaben gewinnen aufgezeichnet.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

ca. 30 Minuten

> Martin Kuckenburg über die Kelten – Download als mp3-datei
.
> Herbertingen: Ein neues, unversehrtes Keltengrab geborgen

Martin Kuckenberg,
Das Zeitalter der Keltenfürsten. Eine europäische Hochkultur
1. Aufl. 2010, 320 Seiten,gebunden mit Schutzumschlag, Karten, zahlreiche Abbildungen
ISBN: 978-3-608-94307-8

Sexuelle Leidenschaft in der Paarbeziehung
Seminare mit Dr. David Schnarch in Deutschland, April 2011

Mittwoch, 19. Januar 2011


Klett-Cotta baut seine Reihe über Partnerschaften aus. Mit dem neuen Buch von Schnarch erscheint kein weiterer bloßer Ratgeber. Hier wird wichtiges Wissen über Sex und den Umgang miteinander vermittelt. Eintönigkeit wird aufregenderen Zeiten weichen. Trotz ihrer lebendiger Beziehung ist auch guten Partnern das Problem nur zu gut bekannt. Das schwindende Verlangen nach dem Partner. Im Bett entstehen Enttäuschungen. Manche stellen sich dann die Frage, müssen wir uns damit abfinden? Kann das der Preis für eine verlässliche und monogame Bindung sein? David Schnarch, Pionier der Sexualtherapie, verneint die Frage ganz entscheiden und entfaltet legt aufgrund seiner Erfahrungen aus zahllosen Paartherapien hier seine neuen Erkenntnisse vor. Für ihn geht es darum, seinen Lesern mehr Wissen über Sexualität zu vermitteln; weiß man mehr, kann man die Dinge ändern. Das ist seine vielversprechende These. Denn, dies kann er nachweisen, sexuelles Verlangen entsteht im Kopf und hängt folglich mit allen Verhaltensmustern in einer Beziehung zusammen. Er ist überzeugt, dass mehr Nähe, tieferes Empfinden und eine erfüllende Sexualität sind möglich sind.

Bei Verlag Klett-Cotta erscheint am 21. Februar 2011 die deutsche Übersetzung des Buches Intimacy & Desire: Awaken the Passion in Your Relationship > Intimität und Verlangen. Sexuelle Leidenschaft in der Paarbeziehung von Dr. David Schnarch. Im Laufe einer dreiwöchigen Promotion-Tour aus diesem Anlaß wird der Autor, Dr. Schnarch, in verschiedenen Regionen Deutschlands drei Workshops zur Thematik des Buches leiten, die sich an Paartherapeuten und andere im Bereich der Psychotherapie Tätige wenden.

In diesen praxisorientierten viertägigen Programmen geht es um die klinische Anwendung des Crucible-Ansatzes bei Problemen, die das sexuelle Verlangen und Intimität betreffen, sowie in der Paartherapie im allgemeinen. Das Programm besteht jeweils aus einem eintägigen Großgruppen-Workshop und einem daran anschließenden dreitägigen klinischen Training in einer kleinen Gruppe.

– Ulm: 3.-6. April
– Bochum/Gelsenkirchen: 9.-12. April Der erste Tag findet in Bochum statt.
– Berlin: 14.-17. April

1. Tag (Für Fachleute, die nur einen Tag Zeit haben, und für alle Interessierten)
2.-4. Tag (Kleingruppe nur für Fachleute. Voraussetzung: Teilnahme am Workshop des ersten Tages) mit klinischer Demonstration von Dr. Schnarch

Außerdem findet in Hamburg am 20. April ein eintägiger Workshop statt, der dem ersten Tag des viertägigen klinischen Programms entspricht.

> Informationen und Anmeldung

Auf unserem Blog: > Liebe und Sex: Das Rüstzeug für alle Fälle

> Intimität und Verlangen. Sexuelle Leidenschaft in der Paarbeziehung
Aus dem amerikanischen Englisch von Theo Kierdorf und Hildegard Höhr
Orig.: Intimacy and Desire. Awaken the Passion in your Relationship
1. Aufl. 2011, 487 Seiten,gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94662-8

Das Frühjahrsprogramm 2011 von Klett-Cotta und Tropen

Dienstag, 18. Januar 2011

Mein Bücherregal mit den Büchern aus dem Herbst ist noch gut gefüllt. Einige Leseberichte müssen noch geschrieben werden: > Die Kreuzzüge und auch > die drei Bände über Frankreich, die Neuauflage, von Fernand Braudel muss hier auch noch drankommen.

Hier sind die Programmvorschauen für 2011 zum anklicken und durchblättern:

Klett-Cotta
und Hobbit-Presse
Klett-Cotta
Sachbuch
Klett-Cotta
Fachbuch
Tropen bei
Klett-Cotta

Die Vorschauen im Frühjahr und Herbst! Sie in die Hand zu nehmen und darin zu blättern! Das ist immer spannend. Was wird zuerst gelesen? Was passt in einem Blogbeitrag zusammen? Wer kann interviewt werden? Überhaupt wie sieht das Blogprogramm im Frühjahr aus? Der Bereich der Fachbücher wird auch mit einem Katalog deutlich gestärkt. Und es gibt spannende neue Bücher auf dem Regal der Belletristik. Freue mich jetzt schon über alle Besucher, die die Leseberichte auf diesem Blog durchstöbern werden.
…und als Erinnerung für 2010:

Klett-Cotta
und Hobbit-Presse
Klett-Cotta
Sachbuch
Tropen bei
Klett-Cotta

Beim Durchblättern der neuen Kataloge für das Frühjahr sind mir drei Titel besonders aufgefallen:

Am 24.01.2011 erscheint der Band von Ian Johnson > Die vierte Moschee. Nazis, CIA und der islamische Fundamentalismus: In der Vorschau steht „Ein unerhörter Faktenthriller von der Entstehung und Ausbreitung des islamischen Fundamentalismus mit Hilfe Nazi-Deutschlands und der CIA.“ Jan Johnson, Journalist und Pulitzer-Preisträger, betritt 2003 eine Londoner Buchhandlung. Dort macht er eine unheimliche Entdeckung: Als wichtigste Moscheen werden Mekka, Jerusalem, Istanbul und eine Moschee in München genannt. Das islamische Zentrum von München wurde seit dem Dritten Reich und dem Kalten Krieg von Nazis, Agenten, gestrandeten Muslimen, islamistischen Fanatikern,von Akteuren aller Couleurs zum Bollwerk gegen die Sowjetunion aufgerüstet. Alles passiert hinter dem Rücken der Öffentlichkeit. Die Beteiligten: Der CIA und andere Geheimdienste. Sie unterstützen radikale Islamisten der Moslembruderschaft. Das Drama, das sich in München abspielte, mündet in der jüngsten Zeitgeschichte: In der vierten Moschee wurde der Westen zum Paten des 11. September 2001.

Ian Johnson
> Die vierte Moschee. Nazis, CIA und der islamische Fundamentalismus Von Gerhard Roth erscheint im Frühjahr ein neuer Band > Bildung braucht Persönlichkeit. Wie Lernen gelingt. Er nimmt unser Bildungssystem kritisch unter die Lupe? Weiterbildung? Davon hält er nicht viel. Es wird viel in die Weiterbildung investiert, aber die Effekte sind minimal. Und PISA zeigt, was bei den Schülern wirklich hängenbleibt. Das Scheitern der Bemühungen um Bildung und Weiterbildung hat seine Gründe: Die Erkenntnisse der Psychologie und Neurowissenschaften haben bisher keinen Eingang in unser Bildungssystem gefunden. Nur wenn man sich ernsthaft die Frage stellt, wie lernt der Mensch eigentlich? kann man verstehen, warum Emotionen beim Lernen so wichtig sind. Vokabeltests im Französischunterricht schrecken ab, wecken die falschen Emotionen, aber > guter Literaturunterricht kann Schüler dauerhaft für Französisch begeistern. Nur wer Begeisterung für den Stoff zu wecken weiß, kann wirklich lehren. Die Frage lautet: „Wie kann das Gelernte dauerhaft im Gedächtnis implantiert werden?“, und dann darf auch gefragt werden, wieso sind manche Lehrer erfolgreich, andere nicht?

Gerhard Roth
> Bildung braucht Persönlichkeit. Wie Lernen gelingt
1. Aufl. 2011, 360 Seiten,gebunden mit Schutz umschlag
ISBN: 978-3-608-94655-0

Silvia Avallone hat eine ergreifende Geschichte zweier junger italienischer Mädchen geschrieben: > Ein Sommer aus Stahl. Die beiden 13-jährigen Freundinnen Anna und Francesca wohnen in dem kleinen Küstenorts Piombino ab. Ihre Lebenslust steht in deutlichem Kontrast zu Ihre Umgebung. Da ist das Stahlwerk, das das Leben im Dorf bestimmt. Als Anna, etwas frühreif, etwas mit Mattia, einem ehemaligen Kriminellen anfängt, zerbricht die Freundschaft mit Francesca, die daraufhin auf Abwege gerät. »Ein Roman über einfache Menschen und ihre großen Gefühle – brillant und bewegend« schreibt Il Messaggero.

Silvia Avallone
> Ein Sommer aus Stahl
Aus dem Italienischen von Michael von Killisch-Horn (Acciaio, Mailand)
1. Aufl. 2011, 415 Seiten,gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-93898-2

Herbertingen: Ein neues, unversehrtes Keltengrab geborgen

Montag, 10. Januar 2011

Unsere Vorfahren? Alle nennen die Germanen und die Römer. Und die Kelten? Schon Cäsar schrieb, die Kelten und Gallier seien links des Rheins beheimatet und die Germanen auf der anderen Seite. Mittlerweile hat sich dieses schematische Denken stark verändert und ist von der Archäologie gründlich revidiert worden. Bei Hochdorf wurde 1978 ein nahezu vollständig erhaltenes > Keltengrab entdeckt. 1996 kam am hessischen Glauberg nordöstlich von Frankfurt eine überlebensgroße Sandsteinstele aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. ans Licht. Und jetzt wurde am Fuß der Heuneburg bei Herbertingen am 28. Dezember 2010 ein frühkeltisches Frauengrab mit großen Kränen in einem Block geborgen. Ein zweites Hochdorf? Ein Sprecher des Regierungspräsidiums Stuttgart sagte auf Nachfrage der Nachrichtenagentur DAP, es sei „das Beste, was in den letzten 30 Jahren an prähistorischen Funden aus dem Boden gekommen ist. 100 Tonnen wiegt der Erdblock, der – und das ist die eigentliche archäologische Sensation – ein ungeöffnetes Grab enthält. Grabungsleiter Dirk Krausse ist sich schon sicher: das wird die Wissenschaft über die Keltenzeit verändern,“ zitiert ihn > DIE ZEIT (28.12.2010).

> Archäologen bergen keltisches Fürstengrab – SWR

> Grab des „schwäbischen Troja“ geborgen – Stuttgarter Zeitung

2010 erschien bei Klett-Cotta der Band > Das Zeitalter der Keltenfürsten. Eine europäische Hochkultur von Martin Kuckenburg. Mit seinem Buch legte er eine neuartige Deutung der frühen Kelten in Mitteleuropa zwischen dem 8. und 3. Jahrhundert vor Christus als Hoch- und Stadtkultur vor und beschrieb die eigenständige kulturelle und gesellschaftliche Leistung dieses rätselhaften Volkes. Auf diese Weise entstand ein Sachbuch, das die Bedeutung der Neufunde der frühkeltischen Hochkultur auf eine spannende Weise anschaulich erläutert. Die Kelten waren keinesfalls ein rückständiges Volk, im Gegenteil, sie haben eine hoch entwickelte Gesellschaft mit prunkvollen Fürstensitzen umgeben von großen stadtartigen Siedlungen entwickelt. Die Funde erlauben es,mit umfangreiche Wirtschaftsbeziehungen in den Mittelmeerraum nachzuweisen. Und ihre Handwerkskunst ist ein Zeugnis für den hohen Stand ihrer Kultur, die sich mit den Griechen und Römern messen kann.

Kuckenberg erklärt in seinem Band, wie Archäologen Fundstücke behandeln und was aus ihnen „lesen“ können. Der Hochdorfer Grab sei hier als Beispiel genannt: „Ein fürstlicher Jäger? Eine mögliche Antwort darauf könnte ein Köcher mit 14 Pfeilspitzen aus Eisen und Bronze geben, den die Archäologen im Brustbereich des Hochdorfer Toten fanden – ursprünglich hatte er an der Rückenlehne der Bronzebank direkt über dem Leichnam gehangen. Ein ähnlicher Köcher mit 51 Eisenpfeilspitzen ist auch aus einem reichen Nebengrab des Hohmichele bei der Heuneburg bekannt, und ein Männergrab im Magdalenenberg bei Villingen enthielt gleichfalls einen bronzenen Köcherbeschlag nebst einem Bündel Pfeile. Vor allem aber kam ein solcher Köcher mit drei Eisenpfeilspitzen sowie ein Rest des dazugehörigen Holzbogens in dem 1994 geborgenen Grab des Keltenfürsten von Glauberg zutage. Beim Einsatz der Bogenwaffe in frühkeltischer Zeit sei generell »eher an die Jagd als an kriegerische Auseinandersetzungen zu denken«, schrieb die Archäologin Gabriele Weber-Jenisch 1999 zu dem Fund aus dem Magdalenenberg, und auch Biel möchte die Hochdorfer Pfeile nicht als Kriegswaffen, sondern vielmehr als »Jagdgeräte« deuten.“

In seinem Band verknüpft Kuckenberg die Vermittlung von historischem Grundwissen mit den Erkentnissen der neuesten Grabungen und erläutert, wie die Geschichtswissenschaft auch mittels zahlreicher Kontroversen arbeitet, um uns ein Bild dieser aufregenden Epoche zu präsentieren.

Martin Kuckenberg,
Das Zeitalter der Keltenfürsten. Eine europäische Hochkultur
1. Aufl. 2010, 320 Seiten,gebunden mit Schutzumschlag, Karten, zahlreiche Abbildungen
ISBN: 978-3-608-94307-8

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