Verlagsblog

Archiv für Oktober 2011

Tad Williams liest in Stuttgart

Dienstag, 25. Oktober 2011

Am Donnerstag, 27.10.2011, 20:15 Uhr wird Tad Williams zu Gast im Buchhaus Wittwer, Stuttgart, sein.

Tad Williams ist nach langer Zeit wieder in Stuttgart zu erleben.
Der Amerikaner stellt den lang ersehnten Abschlussband seines großen Fantasyepos vor: > Shadomarch, Band 4, Das Herz.

Der Südmarksfeste droht Gefahr von zwei unerbittlichen Feinden, den uralten Quar der Nebellande und dem verrückten Gottkönig von Xis. Mittendrin kämpfen die königlichen Zwillinge Briony und Barrick um ihr Erbe und Leben.
Prinz Barrick hat sich der dunklen Macht der Quar verschrieben, jener gefährlichen Bewohner der Welt hinter der Schattengrenze. Geht er für seine Schwester, für sein Land und die Menschheit für immer verloren?
Unterdessen wird offenbar, dass der grausame Herrscher und Gottkönig des Südens mit Hilfe von König Olins Blut grenzenlose Macht gewinnen will. Wird seine finstere Rechnung aufgehen?
Und der jungen Briony obliegt die schwerste aller denkbaren Entscheidungen: Soll sie das Leben ihres Vaters, des Königs, retten oder die Südmarksfeste aus der Hand ihrer Feinde befreien?
Erleben Sie das spannende Finale von Shadowmarch, Tad Williams‘ jüngstem Meisterwerk.

Eintritt: 8,- €

Nachgefragt: Steve Sem-Sandberg, Die Elenden von Łódź

Dienstag, 18. Oktober 2011

Auf der Frankfurter Buchmesse gab es eine Gelegenheit, Steve Sem-Sandberg, nach seinem neuen Buch> Die Elenden von Łódź, das gerade bei Klett-Cotta erschienen ist, zu befragen. In dem Roman wird die Geschichte des Gettos von Łódź vom April 1940 bis zu seiner Befreiung im Januar 1945 erzählt. Habe Sem-Sandberg gefragt, welche Dokumente er benutzt hat und wie er den Deutschen eingesetzten Ältesten des Judenrates Mordai Chaim Rumkowski, die zentrale Figur seiner Erzählung beurteilt:

Ein kleiner schwarzer Flecken am oberen rechten Rand… kriegt man mit der Video-Software bestimmt auch noch weg.

Steve Sem-Sandberg
Die Elenden von Łódź
Aus dem Schwedischen von Gisela Kosubek (Orig.: De fattiga i Łódź)
1. Aufl. 2011, 651 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-93897-5

Ralph Bollmann, Walküre in Detmold

Dienstag, 18. Oktober 2011

Zurück von der Buchmesse. Ralph Bollmann. Er hat auf meine Fragen (Nachgefragt) zu seinem Buch > Walküre in Detmold. Eine Entdeckungsreise durch die deutsche Provinz geantwortet.

Ralph Bollmann hat Geschichte, Politik und Öffentliches Recht in Tübingen, Bologna und Berlin studiert. Dann war er auf der Deutschen Journalistenschule in München. Nach dreizehn Jahren als Politikredakteur bei der taz wechselte er 2011 als wirtschaftspolitischer Korrespondent zur Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Walküre in Detmold. Eine Entdeckungsreise durch die deutsche Provinz. Ein Reiseführer? Ein kleiner Aufkleber verrät mehr 81 Orte -84 Opern? Also mehr ein Opernführer? Es ging los mit Fidelio in Neu-Strelitz:

Warum gibt es in Deutschland so viele Opernhäuser? „Die Bundesrepublik ist reich aber unfähig sich an ihrem Opernreichtum zu erfreuen,“ schreibt Bollmann, und er hat in diesem Gespräch seine Opern-Vorlieben näher erläutert. Nach dem beusch so vieler Opern wird man zu einem wandelnden Opern-Lexikon. Wo fanden sie die kleinste Oper, wo steht die größte und zugleich auch bedeutendste Oper.

Ralph Bollmann
Walküre in Detmold. Eine Entdeckungsreise durch die deutsche Provinz
2. Aufl. 2011, 285 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 2 Vorsatzkarten
ISBN: 978-3-608-94621-5

Schon 500 Artikel auf dem Blog von Klett-Cotta!
Das Jubiläumsgewinnspiel:

Dienstag, 11. Oktober 2011

500 Beiträge auf diesem Blog seit März 2007 sind ein willkommener Grund zum Feiern.

Hier geht es zum > Jubiläumsgewinnspiel

Am Mittwoch, 12. 10. 2011 beginnt die Buchmesse in Frankfurt/M.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Akkus sind geladen, die Speicherplättchen formatiert und vorbereitet, morgen früh kann es zur Buchmesse losgehen. Ralph Bollmann, > Walküre in Detmold. Eine Entdeckungsreise durch die deutsche Provinz. Bin mit der Lektüre schon fast durch. Eine wunderbare Musik- und Opernreise durch Deutschland. Er wird mir erklären, warum gibt es in Deutschland so viele Opernhäuser gibt? Und warum seiner Meinung nach die Bundesrepublik reich aber unfähig ist, sich an ihrem Opernreichtum zu erfreuen. Wir haben uns bei Klett-Cotta zu einem Gespräch (Nachgefragt) verabredet.


Steve Sem-Sandberg, > Die Elenden von Łódź In dem Roman > Die Elenden von Łódź gehen Augenzeugenberichte, die in einer Gettochronik zusammengefasst wurde, und fiktionale Abschnitte ineinander über. Steve Sem-Sandberg ist es gelungen, mit Hilfe der Literatur ein sehr dunkles Kapitel der Geschichte des Gettos von Łódź anhand der Schicksale vieler Einzelpersonen sehr überzeugend darzustellen und so ein Bewusstsein für die von Gettobewohnern erlittenen Qualen zu vermitteln. Sem-Sandberg kommt zum Stand von Klett Cotta: Mittwoch, 12.10. und Donnerstag, 13.10.2011, jeweils 15 bis 16 Uhr.


Der Beitrag von Tropen zum Auftritt von Island als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse: Hallgrímur Helgason hat ein wunderbares Buch geschrieben: > Eine Frau bei 1000° und mir schon in Stuttgart seine Begeisterung für die isländische Literatur erklärt: 28 Min Video: > Nachgefragt: Hallgrímur Helgason, Eine Frau bei 1000°: „In diesem Film wird aber die Begeisterung von Helgason für sein Land und für seine Sprache deutlich. Und diese Passion bringt er für sein Gastland zur Frankfurter Buchmesse mit.“
Mittwoch, 12.10.2011 11.30 bis 12.00 Uhr, 3sat liest, Halle 4.1 Q555
und 13.00 bis 14.00 Uhr, Azubistro des Mediacampus, Halle 4.0


Den Lesebericht zu ihrem Buch habe ich gestern abend geschrieben. Andrea Hanna Hünniger ist am Freitag, 14.10. 2011, 14.30 bis 15.30 Uhr und nach Vereinbarung auf dem Stand von Klett-Cotta. Sie werde ich nach ihrem Buch > Das Paradies. Meine Jugend nach der Mauer. Die Fragen für unser Gespräch sind auch schon fertig. Ihr Buch habe auf der letzten Zugfahrt nach Köln hin und zurück gelesen. Ein spannender Bericht über die Nachwendezeit in Weimar. Die Kinder erleben, wie sich auch dei Eltern erst einmal ganz neu sortieren müssen.


Birgit Querengäßer kommt zum Stand von Klett-Cotta: Freitag, 14.10. 2011, 12.30 bis 13.30 Uhr. Sie hat ein Buch mit dem Titel > Die feine Art des Vögelns verfasst und ergänzt damit die anderen Bücher zum Thema > Sex und Liebe bei Klett-Cotta.

Lesebericht: Andrea Hanna Hünniger,
Das Paradies. Meine Jugend nach der Mauer

Dienstag, 11. Oktober 2011

Andrea Hanna Hünniger stellt in ihrem Buch > Das Paradies. Meine Jugend nach der Mauer ihre Erinnerungen an die allerletzten DDR-Jahre und die ersten Jahre der deutschen Einheit vor. Der Platz wird gesperrt, der neue Supermarkt wächst aus dem Boden. Sie wohnt mit ihrer Familie weiterhin im Plattenbau und wundert sich mit welcher Geschwindigkeit, die Bewohner des Viertels sich all der Gegenstände erledigten, die die DDR symbolisierten. Manche verkrafteten die Veränderung nicht. Florian legte sich auf die Gleise und wartete auf den ICE nach München.

Andrea Hanna Hünniger kann genau beobachten und erinnert sich, wie ihre Eltern sich langsam mehr oder weniger mit der neuen Situation arrangieren und sich nur schwer an die Veränderungen gewöhnen können. Sie kommt in die zweite Klasse, während die Mutter eine Fortbildung macht: Excel und Word.

Jubel nach der Verkündung der Einheit? „Das Einzige, was ich mit Sicherheit sagen kann, ist das die zeit nach dem Fall der Mauer eine Erfahrung des Trauer und des Schweigens war.“ (S. 61) und „Die Einheit war für uns lange ein Raubzug, ein Kahlschlag, eine Zerstörung, eine Brandrodung.“ (S.66) Mit der Einheit kamen auch Drogen in der Schule an. Hünnigers Buch ist ein Protokoll der Ereignisse, die die Kinder ihrer Generation völlig unvorbereitet traf. Die gewohnten staatlichen Autoritäten verschwanden sang- und klanglos oder mussten sich über Nacht an die neuen Verhältnisse anpassen: „Aber jetzt muss man sich daran gewöhnen, dass ihr Land eine Erfindung war, vom Namen des Landes angefangen bis zu den Wahlergebnissen.“ (S. 79) Hünniger ist sich sicher, die Wende wurde nicht von ihrer Elterngeneration vollzogen, sondern von den altern Kadern der vorhergehenden Generation. Ihre Eltern kannten nur die DDR und ihnen war der fest Glaube an den Sozialismus als die bessere Zukunft eingeimpft worden. Die hatten sich nicht vorstellen, in welchem Ausmaß und mit welchen Methoden die Stasi das Land tatsächlich im Griff hatte.

Hünniger, 1984 in Weimar geboren, hat den Prozess der Einheit, die plötzliche Auflösung, den Absturz der DDR und die Gewöhnung an die ersehnte Freiheit mit den Beobachtungen aus dem Alltag mit ihren Erinnerungen sehr beeindruckend beschrieben. In der DDR gab es keine Zukunftsangst (S. 199) Die neu gewonnene Freiheit konnte aber Angst machen und die erste Reise nach Frankreich war geprägt von Stress und Hektik.

So eine richtige Freude über die Einheit mag bei Hünniger zunächst nicht aufkommen. Sie betont selber, dass ihr die Erinnerung und damit der Vergleich und damit zu den Jahren der DDR fehlt. Es geht ihr um das Aufwachsen in einer Familie, in der die Eltern sich erst langsam an die neuen Gegebenheiten gewöhnen müssen. Nach dem „Herumsitzen“ in der Schule kommt die Freiheit als „Rauschzustand“ mit dem Abizeugnis. David richtet erstmal einen Laden für Pilze ein und kommt prompt mit der Justiz in Konflikt.

Sämtliche Orientierungs- und Haltepunkte und die DDR selber verschwanden mit dem Einheitstag. Die sozialistische Hoffnung erwies sich als substanzlos. Die Hälfte des Personals, die uns erzogen haben, schreibt Hünniger war ständig in psychologischer Behandlung. Hünnigers Buch ist auch zumindest indirekt aber umso deutlicher eine Anklage des SED-Regimes, das seine Bürger durch Bevormundung, Freiheitsentzug, Überwachung und Bedrohungen jeder Art bis zum Einheitstag schikaniert hat.

Andrea Hanna Hünniger
> Das Paradies. Meine Jugend nach der Mauer
1. Aufl. 2011, 219 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-608-50305-0

Lesebericht:
Christian von Aster, Der letzte Schattenschnitzer

Montag, 10. Oktober 2011

Soviel ist sicher, meinem Schatten begegne ich künftig mit mehr Respekt. Bis jetzt lief er halt immer nur so mit oder her, neben mir, mal hinter und vor mir. Gestern habe ich mich beim plötzlichen Umdrehen, um zu gucken, ob der schwarze Gefährte mir auch wirklich folgt, ertappt. Außergewöhnliches habe ich an ihm nicht feststellen können, er war da wie immer. Bei der Lektüre verhält sich mein Schatten ganz normal. Aber er macht viel mehr, als ich jemals vorher geahnt habe und hinzu kommt die Lektüreerfahrung des Buches Der Schattenschnitzer von > Christian von Aster, das jetzt gerade in der Hobbit Presse von Klett-Cotta erschienen ist. Ein Fantasyroman, der den Leser in eine ganz andere Welt mitnimmt und ihm ganz neue Horizonte eröffnet. Alles gar nicht wahr, sagt man sich nach ersten Kapiteln und doch entwickelt von Aster mit seinem Buch eine Suggestionskraft, der man sich nicht so einfach entziehen kann. Widerspruch ist kaum möglich, zu rasant entwickelt sich die Geschichte. Die Perspektivenwechsel tragen dazu bei, genauso wie die Welt der Schatten eine ganz Organisation dem Leser vorstellen, deren inneres Machtgefüge ins Wanken kommt, weil einige wenige ausscheren. Heute sprechen wir viel von globalem Gleichgewicht, wohl wissend, dass damit der Nord-Süd-Konflikt keineswegs gelöst ist. Die Gefahren globaler Machtverschiebungen sind ganz real und diejenigen, die in die Geheimnisse des Schattenreichs mit seinem prekären Gleichgewicht eingeweiht sind, wissen um die Gefahren, sollte dieses Gleichgewicht dereinst gestört werden.

Jonas Mandelbrodt ist ein gelehriger Schüler seines Schattens. Natürlich bekommt Jonas mit seinen Fähigkeiten in der realen Welt nur Schwierigkeiten. Dort oben ahnt aber niemand etwas von seinen überragenden Kenntnissen, weil seine Eltern, seine Lehrer und Mitschüler ihn nur mit ihrem eigenen Horizont beurteilen und verstehen. Schattenschnitzer und ähnliches, wird Jonas ihnen nicht erklären, wie sollten die das auch verstehen. Jonas käme auch nie auf den Gedanken darüber etwas verlautbaren zu lassen. Das ist eine Sache zwischen ihm und seinem Schatten, bis sich allerdings die Ereignisse im wahrsten Sinn des Wortes überschlagen. Die Geburt von Carmen Maria Dolores Hidalgo, deren Schatten vergeblich gesucht wird, gibt der Entwicklung einen weiteren unheilvollen Schub. Da stimmt etwas nicht. Wer hat sich ihres Schattens bemächtigt?

George Ripley hatte einst einen künstlichen Schatten geschaffen, das Eidolon, dessen Besitz Macht sichert und Furcht vor einem Dissidenten einflößt, der das Wissens um die Schattenkunst zu seinem persönlichen Vorteil und zum Nachteil der gesamten Schattenorganisation nutzt, und so das Gleichgewicht in der Welt in Frage stellt. Das kann der Rat der Schatten sich nicht gefallen lassen und ergreift sofort Gegenmaßnahmen, die nicht unbedingt die Situation nur verbessern.

Auf vielen Seiten wird auch mit der Unterstützung alter Dokumente und den Aussagen der Schatten selber die Funktion und die Gesetze dieser geheimnisvollen Welt dem Leser in Ansätzen offenbart. Alles erfährt er natürlich, kann sich aber weitere Einzelheiten verstehen, sobald die Schatten in Kontakt und Konflikt mit den Menschen treten. Diese Passsagen sind besonders spannend, weil sich hier die Schatten dem Zugriff der Menschen entziehen und mehr als eine Eigenleben entwickeln.

Schatten vermehren auch das Wissen. Sie sind für Lehre und Bildung zuständig. Nebenbei klärt von Aster die uralte Frage, wie Informationen weitergetragen werden. Je mehr Einzelheiten der Schattenkunst bekannt werden, umso größer werden die Gefahren für alle. Die Schatten realisieren aber auch einen uralten Wunschtraum der Menschheit. Je est un autre, sagte Rimbaud, und meint damit mehr als nur die Freiheit des Individuums, die stete Entwicklung, die dauernde Veränderung, die Bereitschaft, die Welt von einem ganz anderen Standpunkt aus zu sehen. Von Asters Buch ist ein vorzüglicher Anlass die Welt mal von einer ganz anderen Seite aus zu sehen und sich bei der Lektüre ganz drauf einzulassen.

> Vorgefragt: Christian von Aster, der Schattenschnitzer mit einem Video-Interview

Christian von Aster,
> Der letzte Schattenschnitzer
Klett-Cotta
ISBN: 978-3-608-93917-0

Nachgefragt: Hallgrímur Helgason, Eine Frau bei 1000°

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Fast durchgelesen. Der Band von Hallgrímur Helgason, > Eine Frau bei 1000°, ist jetzt bei Tropen in der Übersetzung von Karl Ludwig Wetzig erschienen. Nach der Lesung gestern abend im Literaturhaus Stuttgart (Fotos folgen) haben wir uns für heute vormittag zu einem Gespräch verabredet. Wie immer ganz spontan. Videokamera mitbringen, Stativ aufbauen, keine Klappe, und es geht gleich los. Eigentlich auf deutsch… Und beim Angucken denkt man denn, hm, so aber auch anders. In diesem Film wird aber die Begeisterung von Helgason für sein Land und für seine Sprache deutlich. Und diese Passion bringt er für sein Gastland zur > Frankfurter Buchmesse mit. Wir sehen uns dort!

Komisch, bei YouTube gibt es keine Kategorie Literatur.

Hallgrímur Helgason stammt aus Reykjavík. Er hat Kunst und Kunstgewerbe in Reykjavík, in München, und in New York studiert. Er ist Comic-Zeichner und bildender Künstler. Bislang hat Sie sechs Romane, zwei Bühnenstücke und einen Gedichtband veröffentlicht.

Fünf von seinen Büchern sind auch auf Deutsch erschienen. Sein erster Roman erschien 1990.
• 101 Reykjavík (101 Reykjavík, 1996), Klett-Cotta, Stuttgart 2002.
• Vom zweifelhaften Vergnügen, tot zu sein (Höfundur Íslands, 2001), Klett-Cotta, Stuttgart 2005.
Rokland (Rokland, 2005), Klett-Cotta, Stuttgart 2006.
Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen (10 ráð til að hætta að drepa fólk og byrja að vaska upp, 2008), Tropen Verlag, Stuttgart 2010. Eine Dramatisierung dieses Romans wird im Oktober 2011 in Salzburg uraufgeführt.

    Hallgrímur Helgason im Stuttgarter Literaturhaus am 4.3.2011

In > Eine Frau bei 1000° den Karl-Ludwig Wetzig übersetzt hat, geht es um die 80-jährige Herbjörg Maria Björnsson (1929 in Mánagata in Isafjördur geboren), die in ihrer Garage durchs Internet surft, ihre vielen Facebook-profile bedient (Haben Sie auch mehrer Profile?) , und begleicht letzte Rechnungen begleicht, während der Ofen für ihre Einäscherung heißläuft. So viele präzise Informationen: »Ich lebe hier allein in einer Garage, zusammen mit einem Laptop und einer alten Handgranate. Es ist wahnsinnig gemütlich.« Hat diese Oma ein reales Vorbild, hab eich den Autor gefragt. Auf dem Klappentext steht „Hallgrímur Helgasons neuer Roman ist ein Parforceritt durch die Geschichte des 20.Jahrhunderts: anrührend und voll isländischer Skurrilität.“ Ist das richtig?

Island ist dieses Jahr Gastland auf der Buchmesse in Frankfurt. Ihr Buch erscheint gerade zum richtigen Zeitpunkt.
Kapitel 22. Die isländische Tradition des Schweigens. Aber 600.000 Wörter und mehr als 5 Mio. Wortformen. Sie haben sich sehr wohl etwas zu erzählen. Es geht auch um das Verhältnis von Männer und Frauen in Island oder nicht nur in Island. Simone de Beauvoir oder Sartre waren aber wohl offensichtlich kein Vorbild! „Männer sind so unglaublich einfach gestrickt.“ (S. 50) – Helgason lässt die Oma ihr Land und ihre Mitbewohner in einem Absatz so wundervoll charakterisieren „Am allermeisten vermisste ich aber mein allerliebstes Volk, diese Sammlung von verrückte am äußersten Rand des Weltmeers. Ich sehnte mich nach der Grobheit, dem Fehlen von Förmlichkeiten im Umgang, dem energiegeladenen Draufgängertum der Isländer nach all dieser Jugendlichkeit, die man in diesem unerzogenem Land lebt, das sich nicht besser zu benehmen weiß als seine Bewohner.“ (S. 319)

Hallgrímur Helgason
Eine Frau bei 1000°
Aus dem Isländischen von Karl-Ludwig Wetzig (Orig.: Konan við 1000°C)
1. Aufl. 2011, 400 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-50112-4

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