Verlagsblog

Archiv für November 2011

Gerd Ganteför im Philosophischen Quartett

Donnerstag, 24. November 2011

Am 27.11. von 23:45 bis 00:45 wird der Merkur Autor Gerd Ganteför (Beitrag in Heft 741, Februar 2011: Die Klimaerwärmung – Weltuntergangsphantasie oder echte Bedrohung?) Gast im Philosophischen Quartett sein. Zum Disput ist des weiteren eingeladen der Bestsellerautor Frank Schätzing (Der Schwarm, Limit).

61. Stuttgarter Buchwochen: Steve Sem-Sandberg: »Die Elenden von Łódź«

Mittwoch, 16. November 2011

Mittwoch, 7. Dezember, 20.15 Uhr, Buchcafé: > 61. Stuttgarter Buchwochen

In seinem Roman über das jüdische Getto in Łódź porträtiert Steve Sem-Sandberg das Leben zahlreicher Gettobewohner und gibt ihnen so einen Namen und ein Schicksal. Der Autor wurde für > »Die Elenden von Łódź« mit dem renommierten schwedischen »August-Priset« ausgezeichnet. Lesung in schwedischer und deutscher Sprache; den deutschen Text liest Rudolf Guckelsberger (»Akademie für gesprochenes Wort«). Das anschließende Gespräch mit dem Autor führt Silke Arning vom SWR.

Veranstalter: Klett-Cotta Verlag, Stuttgart; Schwedische Botschaft, Berlin; Börsenverein
Eintritt frei

Jürgen Overhoff, Friedrich der Große und George Washington

Montag, 14. November 2011

Von Hamburg nach Stuttgart. Ab HH 18.24. Umsteigen in Mannheim. „Oder bleiben Sie in diesem Zug bis Mannheim und nehmen dann der Regionalzug – local train – nach Stuttgart und Sie kommen nur 4 Minuten später an“, aha in Karlsruhe über eine Stunde Zeit zum Umsteigen. Kurz vor Karlsruhe war die Lektüre von > Die erregte Republik geschafft. Das nächste Buch > Friedrich der Große und George Washington. Zwei Wege der Aufklärung erspart sehr elegant einige jahreszeitlich bedingte Geschenksorgen. Ich weiß schon drei, die dieses Buch ganz sicher auf ihrem Gabentisch finden werden. Ach ja, Regionalzug, der hält ja an jeder kleinen Milchkanne, kommt durch Orte und Bahnhöfe zwischen Karlsruhe uns Stuttgart, deren Namen ich noch nie gehört habe, bevor er mit meinem Buch auf Seite 108 in Stuttgart ankam. Ich habe wieder ein richtiges livre de chevet, auf dessen weitere Lektüre ich mich freue.

Wieder ein Buch, das eine ganze Epoche in den Blick nimmt und Zusammenhänge wunderbar erläutert. Das Buch schreibe ich ganz oben auf den Weihnachtswunschzettel, den Sie für sich und Ihre Lieben in einigen Tagen hier herunterladen können. Es ist richtig gut geschrieben und und vermittelt solides Wissen in Bezug auf die Epoche Der Aufklärung, in dem es Konzepte von zwei erfolgreichen Staatsmännern gegenüberstellt, mit einem historischen Rückblick, wie es zur Aufklärung kam, damit der Leser die Tragweite der Ereignisse richtig einordnen kann. Schade, hier kommt nur noch ein Lesebericht, eine richtige Rezension dieses Buches, in der man zeigen könnte, wie der Autor so ein gutes Buch geschrieben hat, das wärs. Aber auch auf dem Verlagsblog darf ich mich über so ein gutes Buch richtig freuen. Bald mehr.

Jürgen Overhoff
> Friedrich der Große und George Washington. Zwei Wege der Aufklärung
1. Aufl. 2011, 365 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit ca. 25 Abbildungen
ISBN: 978-3-608-94647-5

Lesebericht: Thymian Bussemer, Die erregte Republik

Montag, 14. November 2011

Wutbürger und die Macht der Medien steht als Banderole über dem Titel des Buches von Thymian Bussemer > Die erregte Republik. Es geht um das Verhältnis von Politik und Medien in Deutschland. Bussemer konstatiert eine Abnutzung der Idee der Demokratie, wozu auch die zurückgehende Akzeptanz der politischen Parteien passt. Er nennt das „Wissen um den Machtverlust der Politik“, das Bürger und Politik miteinander teilen. Gleichzeitig gibt es eine „tiefe Entfremdung zwischen Wählern und Gewählten“ zu beobachten, die Bussemer eine „Krise der Repräsentation nennt“. Der „ermattete demokratische Öffentlichkeit“ kann in der Fülle von Informationen keine Situationen mehr bewerten (vgl. S. 23) Der immer größere Einfluss, den die Medien sich gesichert haben, führt zu einer „scheinbar unüberbrückbaren Kluft zwischen Regierenden und Regierten“ und zur Frage nach der Zukunft der Demokratie und der Sorge, ob wir in Zukunft „Anwandlungen von links und rechts“ einfach so wegstecken können.

Am 27. November wird in Stuttgart abgestimmt:> Die Wutbürger und die Macht der Medien. Thymian Bussemer, Die erregte Republik auf dem Blog > www.stuttgart-fotos.de.

Bleibt dem Bürger nur noch der Aufstand mit Methoden der direkten Demokratie wie in Stuttgart, wo man am 27. November versucht, den Bahnhofsstreit mit einer landesweiten Volksabstimmung zu befrieden? Es geht um die Gestaltungskompetenz der Parteien, die in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurückgeht. Statt Antworten zu formulieren, lässt die CDU sich treiben und der Katalog der Themen, die sie aus ihrem Wertegefüge gestrichen hat, wird lang und länger. Jetzt steht das dreigliedrige Schulsystem auf der Agenda, und die Basis reibt sich verwundert die Augen. Will die Partei im Zug der Zeit fahren? Kehrtwendungen werden als notwendigen Reaktionen auf die Zwänge der Zeit verkauft, in Wirklichkeit versucht die Partei, sich im Medienrummel, auf diesem „Jahrmarkt der Eitelkeiten“ zu platzieren, ein Vorgang, den Bussemer in seinen vielen Facetten auch in der Rückschau auf die Gründungsjahre der Republik und die 20 Jahre nach der deutschen Einheit eingehend analysiert. Sein Urteil: Die Medien haben der Politik das Heft aus der Hand genommen und dies mit dramatischen Folgen für die Gestaltbarkeit von Politik. Manchmal muss man in Büchern auch lesen, was nicht drin steht: Die Bundeskanzlerin kommt in dieser Analyse von Bussemer nur am Rande vor. Ihren beiden Vorgängern wird hinsichtlich seines Umgangs mit den Medien mehr Platz eingeräumt. Aber Angela Merkel ist in diesem Buch über die Politik und die Medien merkwürdig abwesend.

Schon François Mitterrand hat einmal laut darüber nachgedacht, den Medien die verfassungsmäßige Rolle einer vierten Gewalt im Staat zukommen zu lassen, um Regeln mit dem Umgang mit ihnen formulieren zu können. Anlass für diese Überlegungen war damals schon die gleiche Erkenntnis wie heute: Die Medien sind heute nicht mehr in der Lage, den „Transparenz- und Informationsanspruch“ einzulösen. Nicht-Relevantes überflutet den Bürger, der gar nicht in der Lage ist, die Informationsflut, die täglich über ihn hereinbricht auch nur in Ansätzen aufzunehmen, wobei der Inhalt von den Medien immer mehr zugunsten der Jagd nach Aufmerksamkeit verdrängt wird. Die Medien wollen oder haben schon einen Teil der Deutungsmacht übernommen, die früher noch Intellektuelle in diesem Land wahrgenommen haben. Ganz stimmt das nicht, aber es trifft wohl zu, das hier ein gewisses Defizit an Signalen aus Berlin zu erkennen ist.

Viele Reformansätze enden im Streit der Koalition oder mit der Opposition und werden wieder begraben, vertagt oder auf einen minimalen Konsens eingedampft, immer in der Sorge davor, die Medien könnten etwas Unpassendes schreiben. Bussemer meint, dass die Medien zu einem direkten politischen Machtfaktor geworden sind und uns alle in Richtung einer Mediendemokratie vorantreiben. (vgl. S. 93) Helmut Kohl, Gerhard Schröder als Medienkanzler und Joschka Fischer bekommen eigene Kapitel. Im Kapitel über den Wahlkampf 2005 wird Angela Merkel einmal als Symbol der „Stärke des Neubeginns“ (S. 109) zitiert.

Der Umzug von Bonn nach Berlin hat dem Gefüge Politik-Medien geschadet. Das Verhältnis der Medien zur Politik ist nach Bussemer in Berlin noch hermetischer als in Bonn. In Berlin war eine Medienszene schon etabliert, als die Bonner dort ankamen. „Vorabs“ prägen die Szene, eine rasante Beschleunigung der Ereignisse, die nach Lust und Laune der Medien nach vorne gebracht werden, und der Politik die Gestaltung aus der Hand nimmt, die etwas überspitzt formuliert nur noch auf SMS reagieren kann. Was würde Frau Merkel ohne ihr Handy machen?. In diesem Karneval der Themen gehen Relevanz, Sinn, Inhalte, Aufmerksamkeit, Verantwortung, eigentlich alles was man für die Gestaltung von Politik benötigt, die Spree hinunter.

Es kommt noch dicker: „Die schleichende Infantilisierung einstmals seriöser Medien schreitet so immer weiter voran,“ (S. 163). Was er meint kann man jeden Abend auch in den Fernsehnachrichten verfolgen, die wie in einem eigenen Drehbuch, Nachrichten gestalten, indem Politiker gerade noch die zur Meldung passenden Halbsätze sagen dürfen und vorher ins Bild laufen müssen, damit Lücken im Bildmaterial der Anmoderation gefüllt werden können. Referenzen mit denen die Wichtigkeit von Meldungen eingeordnet werden können, werden dem Zuschauer vorenthalten, die Wichtigkeit und die Relevanz bestimmen die Medien. Viele Medien präsentieren die gleichen Inhalte. Ist das eine Folge der Sparmaßnahmen in den Redaktionen?

Die Politik schafft es kaum noch, eigene Themen zu setzen, genausowenig, wie die Medien in der Lage sind, ein „konsistentes Bild des Politischen“ zu zeichnen. Eine Gemengelage, mit der Perspektive brisanter Folgen für die Demokratie. In dieser Situation gelang es Freiherr Karl-Theodor zu Guttenberg, sich in Rekordzeit zum beliebtesten Politiker zu machen, wobei die Medien ordentlich mitgeholfen haben. Eins seiner Erfolgs-Stücke hieß „Abschaffung der Wehrpflicht“, das die Kanzlerin ihm erlaubte, obwohl sie immer das Gegenteil versprochen hatte und ohne ihren Minister um ein Drehbuch für dieses Stück zu bitten. Guttenberg versuchte nicht nur unorthodoxe Entscheidungen zu treffen, er hatte zuerst den Beifall der Medien auf seiner Seite, weil seine Regelbrüche, überhaupt nicht in das Schema passten, das die Medien von der Politik gewohnt waren. Diese Beobachtung ist wichtig, denn das seltsame Schweigen der Politik gegenüber der Politik rührt daher, dass die Politik aus vielerlei Gründen die ungeschriebenen Regeln dieses Medienzirkus mitspielt, selber – so dar man hier Bussemer verstehen – keine Regeln setzen mag, kann oder will. Der kurzfristige Erfolg dieses einen Politikers, der auch aus einem neuen Umgang mit den Medien herrührte, hätte vielleicht länger dauern können, wenn er nicht so gravierende Fehler gemacht hätte.

Die Folgen des Rückzugs der Politik vor den Medien wird noch verstärkt durch eine ständig wachsende Politikunkenntnis (S. 210). Betrachtet man Online-Websites der Medien und versucht sich ein Bild vom prozentualen Verhältnis von Werbung, Links und allen anderen Elementen und Symbolen, die Aufmerksamkeit erheischen wollen zum tatsächlichen Inhalt einer Meldung zu machen, so braucht man sich nicht zu wundern, dass sich kaum jemand auf Inhalte konzentrieren kann. Inhalte wie die Politik verkommen im Web zur Nebensache. Der desaströse Zustand der Medien macht aber auch wieder Hoffnung. auf das was Bussemer die deliberative Demokratie nennt, in der die Medien wieder ihre Funktion als Diskursmoderatoren übernehmen: „Die Medien werden auch in Zukunft der wichtigste Kristallisationskern politischer Öffentlichkeit sein“. (S. 231) Bussemer ist sich sicher: das Politische ist noch da. Es muss nur mühsam wieder hervorgeholt werden. (S.237)

Thymian Bussemer
> Die erregte Republik
1. Aufl. 2011, 253 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94620-8

24. Januar 2012:
Patrick Rothfuss, „Die Furcht des Weisen 2“

Sonntag, 6. November 2011

„Die Furcht des Weisen 2“ erscheint am 24. Januar.

Mit dem großen Erfolg von „Die Furcht des Weisen 1“ wird die Fortsetzung dringend erwartet. Der Auslieferungstermin konnte auf den 24. Januar vorgezogen werden.

„Die Furcht des Weisen“ ist der zweite Teil von Patrick Rothfuss‘ Königsmörder-Chronik. Die deutsche Ausgabe musste aufgrund des großen Umfangs geteilt werden. Die Handlung steuert hier auf ihren eigentlichen Höhepunkt zu. Der junge Held Kvothe begegnet der sagenumwobenen Felurian, deren Liebe bisher noch kein Mann überlebt hat. Sie lehrt ihn alles über die Spielarten der Liebe, was ein Sterblicher nur je lernen kann. Zu den Lesefans von Der name des Windes gehört auch > Denis Scheck: »Für mich ist „Der Name des Windes“ die überzeugendste Fantasy seit Tolkiens „Der Herr der Ringe“ …« Denis Scheck, ARD, druckfrisch.

„Die Furcht des Weisen“ stand in den USA über Wochen auf Platz 1 der Bestsellerliste. In Deutschland steigt er in dieser Woche auf Platz 13 ein.

Gelesen: > Das Weihnachtsgeschenk: Patrick Rothfuss, Der Name des Windes

„Die Furcht des Weisen 2“
Aus dem Englischen von Jochen Schwarzer und Wolfram Ströle (Orig.: The Wise Man’s Fear)
1. Aufl. 2011, 859 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Vorsatzkarte, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-93816-6

Birgit Querengäßer
Lesung: Die feine Art des Vögelns

Donnerstag, 3. November 2011

Birgit Querengäßer hat das Buch > Die feine Art des Vögelns verfasst. Sie kommt nach Stuttgart und wird aus ihrem Buch lesen:

Montag, 07.11.2011, 20:30 Uhr     Der Eintritt ist frei.
Ort:
Wurst & Fleisch
Rotebühlplatz 9
70178 Stuttgart

Der Ankündigungshinweis zu dieser Lesung: „Ab sofort sind Sie nicht mehr alleine mit Ihrer sexuellen Ratlosigkeit. Mit diesem Ratgeber erleben Sie eine sexuelle Befreiung. Erweitern Sie Ihren Wortschatz, verhalten Sie sich auch in peinlichen Situationen selbstbewusst, erkennen Sie in Ihrem Gegenüber sofort den richtigen Sextyp. Und merken Sie sich: Wer zu früh kommt, den bestraft das Leben.“

Birgit Querengäßer
> Die feine Art des Vögelns
1. Aufl. 2011, 208 Seiten, broschiert, zahlreiche Abbildungen, zweifarbiger Druck
ISBN: 978-3-608-50304-3

> www.facebook.com/Die-feine-Art-des-Vögelns

Das Buch von Birgit Querengäßer ergänzt die anderen Bücher zum Thema > Sex und Liebe bei Klett-Cotta.

Montag, 07.11.2011, 20:30 Uhr
Eintritt frei

Birgit Querengäßer
„Die feine Art des Vögelns. Ein Handbuch für den modernen Beischlaf“
Moderation: Michael Setzer (PRINZ Stuttgart)

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