Verlagsblog

Archiv für Januar 2012

Lesebericht: Jürgen Overhoff, Friedrich der Große und George Washington

Montag, 30. Januar 2012

Jürgen Overhoff hat mit seiner Parallelbiographie > Friedrich der Große und George Washington. Zwei Wege der Aufklärung eine faszinierende Geschichte des 18. Jahrhunderts verfasst.

Der preußische König Friedrich der Große (1712-1786) und George Washington (1732-1799) kamen aus völlig verschiedenen Verhältnissen. Friedrich musste in seiner Jugend bis zu seinem Regierungsantritt 1840 unter dem strengen Regiment seines Vater Friedrich Wilhelm I. (1688-1740), der ab 1713 regierte, leiden. Der Versuch, sich dem Vater zusammnen mit Hans Hermann von Katte durch Flucht zu entziehe, wurde verraten und Katte wurde auf Anordnung des Königs 1730 hingerichtet. 1732 wird George Washington geboren und erlebt in den jungen amerikanischen Kolonien eine ganz andere Kindheit, wird Landvermesser, Soldat und Abgeordneter. Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) kommandiert er ein Regiment in Pennsylvania gegen die Franzosen. Zugleich beobachtet er genau die Erfolge Friedrichs, der ihm in Europa den Gefallen tat, die französischen Truppen zu binden und zu schwächen. (S. 10)

Am 10. Mai 1786 – wenige Monate vor Friedrichs Tod -schreibt Washington auf seinem Landsitz Mont Vernon einen Brief an Lafayette. Damit beginnt Overhoff die Biographie des Königs und des amerikanischen ersten Präsidenten:

in: The Writings George Washington, Being his Correspondance, Adresses, Messages, and other Papers, Official and Private, hrsg. v. JK. Sparks, Bd. 9, Boston 1835, S. 160.

Wer sich für die politische Geschichte der Aufklärung im 18. Jahrhunderts interessiert, wie in zwei Staaten mit unterschiedlichen Gesellschaftssystemen die Ideen der Aufklärung in Preußen u.a. zur Religionsfreiheit und auf dem amerikanischen Kontinent zur Bildung der USA führen, wird mit diesem Buch ein sehr lohnende Lektüre finden. Friedrich als Gesprächspartner von Voltaire (1694-1788) und George Washington als Mitbegründer eines parlamentarischen Systems und schließlich als erster Präsident der USA – er hält seine Inaugural Speech am 30. April 1789 – stehen zusammen für zwei so unterschiedliche Herrschaftsformen. Die aufgeklärte Monarchie in Preußen mit einem König, der sich etwas anderes als seine Alleinherrschaft nicht vorstellen kann, und auf der anderen Seite des Atlantiks, der Soldat und Feldherr, der seinen entscheidend Beitrag zur Unabhängigkeit, Freiheit und Selbstbestimmung der Kolonien in der Neuen Welt leistet: „Ein virginischer Farmerssohn, der schon als Jüngling Halbwaise geworden war und sich fortan als Landvermesser sein Brod verdienen musste, hatte aus eigener Kraft geschafft, die Stellung des weltweit bekannten Landesverteidigers der Vereinigten Staaten von Amerika einzunehmen, des obersten und allseits geachteten Schutzherrn einer ganz neuartigen demokratisch-republikanischen Bürgergesellschaft.“ (Overhoff, S. 324)

Eine wichtige Einführung ist das 2. Kapitel „Ein Sonnenaufgang (1701)“, mit dem die Grundlagen und die Entwicklung der Aufklärung im 18. Jahrhundert geschildert werden, dann die Entwicklung Preußens mit dem Bericht über das schwierige Sohn-Vater Verhältnis im Kontrast zu der Jugend George Washingtons. Bemerkenswert mit welcher Klarheit Overhoff den Einfluss von Autoren, die über Staats- und Verfassungsrecht schrieben, wie Hobbes, Montesquieu oder auch Leibniz skizziert. „Hobbes hatte gelehrt, dass ein tragfähiger Gesellschaftsvertrag entweder eine demokratische oder eine monarchische Struktur aufweisen konnte. Preußen war schon seit seinen Anfangstagen den Weg der auch von Leibniz favorisierten monarchischen Verfassung gegangen, und da Friedrich auf dieser vorgegebenen Bahn erstaunliche Erfolge erzielt hatte, sah er weniger denn je einen Grund, am preußischen Kurs der politischen Aufklärung zu zweifeln.“ (Overhoff, S. 255)

Auf den letzten Seiten schildert Overhoff wie eine „lose Konföderation von Einzelstaaten“ sich eine neue Verfassung gibt. Das waren andere Zeiten als die, die heute die Brüsseler Verhältnisse bestimmen, die nur noch Finanzkrisengipfel kennen aber kaum noch Visionen entwickeln können.

Overhoff ist es vorzüglich gelungen, die Visionen des Königs und des Politikers und Feldherrn Washington miteinander zu vergleichen, zu zeigen, wie beide aufgrund ihrer Abstammung, Erziehung und Ausbildung andere Gesellschaftsmodelle verfolgen, wie beide auf ihre Weise nachhaltigen Erfolg haben, wenn auch die Zeit des Einen abgelaufen schien, der Andere Präsident wird, während in Europa mit der Erstürmung der Bastille eine ganze Epoche zu Ende geht, und in der Alten Welt erst 1848 mit Louis-Napoleon ein Staatspräsident direkt vom Volk gewählt wird.

Mit diesem Band vervollständigt Klett-Cotta die Reihe seiner Bücher zur Geschichte, in denen nicht nur ein Thema, sondern eine ganze Epoche in ihren Auswirkungen bis in unsere Zeit erklärt wird.

> George Washington letters for the years 1754 thru 1796

Jürgen Overhoff
> Friedrich der Große und George Washington. Zwei Wege der Aufklärung
1. Aufl. 2011, 365 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit ca. 25 Abbildungen
ISBN: 978-3-608-94647-5

Patrick Rothfuss, Die Furcht des Weisen 2
Die Königsmörder-Chronik. Zweiter Tag. Band 2.

Donnerstag, 19. Januar 2012

Mein Lesestapel erwartet ein neues Buch: > Die Furcht des Weisen 2 von Patrick Rothfuss erscheint am 24. Januar in der Hobbit Presse bei Klett-Cotta. Im 2. Teil des Nachfolgebands von > Der Name des Windes von Patrick Rotthfuss. Der Band ist so umfangreich, dass man ihn in zwei Bände teilen musste: > Die Furcht des Weisen 1 und Die Furcht des Weisen 2. Im 2. Band kommt Kvothe in das Feenreich der schönen Felurian. Er kann sich ihr nicht entziehen, und sie verzaubert ihn durch ihre märchenhafte Schönheit, ja sie macht ihn geradezu willenlos. Nur auf dem Umweg über eine List gelingt ihm seine eigene Befreiuung. Danach trifft er auf die Krieger der Adem. Sie lehren ihn die die hohe Kunst des Lethani, und er bekommt das Schwert Saicere von ihnen verliehen. Der von Felurian gewobene Schattenmantel hilft ihm bei der Fahrt zurück zum Hof des mächtigen Maer. Aber unterwegs geht einiges schief, und das Unheil das sich ihm bietet, kann gar nicht größer sein.

Über die Königsmörder-Chronik-Trilogie

Mit > Der Name des Windes legte Patrick Rothfuss den ersten Teil der Königsmörder-Chronik-Trilogie vor. Das Magazin »The Onion« gibt den Lesern folgenden Rat: »Stellen Sie Der Name des Windes neben Der Herr der Ringe ins Regal und erwarten Sie den Tag, an dem beide in einem Atemzug genannt werden, vielleicht als Erste unter Gleichen.« In Der Name des Windes erzählt die Geschichte von Kvothe, dem berühmtesten Zauberer seiner Zeit. Im Mittelpunkt dieses Leseabenteuers steht ein großer Magier und leidenschaftlicher Wissenschaftler, ein Musiker, dessen Lieder die Sänger zum Weinen bringen und auch ein schüchterner Liebhaber. Im > 1. Band von »Die Furcht des Weisen« des zweiten Teil der Königsmörder-Chronik-Trilogie zwingt eine Intrige Kvothe dazu, die arkanische Universität zu verlassen. Seine Suche nach Chandrian, die seine Eltern getötet haben, führt ihn zum Hof von Maer Alveron, und weiter zu den Hügeln von Ademre. Schließlich gelangt er in das zwielichtige Reich der Fae, wo er der in Sagen besungenenn Felurian begegnet, der bisher noch kein Mann widerstehen konnte … Eine Geschichte voller Poesie und Leidenschaft, aber auch voller Intrigen, dunkler Geheimnisse und Magie. – In den USA stand die Furcht der Weisen lange auf Platz 1 der Bestsellerliste.

Emily schreibt auf dem > Blog Papiergeflüster: „Eine wunderbare Atmosphäre, die dank des bildhaften Schreibstils entsteht. Man meint, selbst in der Schankstube des Wirtshauses zu stehen, mit Kvothe im Anker beim Kartenspiel zu sitzen oder mit ihm in den Räumen des Handwerkszentrums zu schwitzen. Die Charaktere sind einem nahe, weil sie einfach menschlich sind. Egal wie hoch oder niedrig ihre Stellung sein mag, sie haben alle ihre Licht- und Schattenseiten.“

Und Marcel Bülles schreibt > Die Furcht des Weisen (Teil 1) von Patrick Rothfuss: „Sicher ist aber, dass sich mit Rothfuss ein neuer Autor präsentiert, den man nicht überlesen darf, wenn man Fantasyliteratur mit reichlich Anspruch zu schätzen weiß. Bei gerade mal anderthalb Bänden hat dieser Schriftsteller mehr erreicht als man nach dem ersten Band zu hoffen wagte. Definitiv lesenswert!“

Gelesen: > Das Weihnachtsgeschenk: Patrick Rothfuss, Der Name des Windes

> Patrick Rothfuss,

> Die Fucht des Weisen, 2
Aus dem Englischen von Jochen Schwarzer und Wolfram Ströle (Orig.: The Wise Man’s Fear)
1. Aufl. 2012, 522 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 2 Vorsatzkarten, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-93926-2

> Die Furcht des Weisen 1
Aus dem Englischen von Jochen Schwarzer und Wolfram Ströle (Orig.: The Wise Man’s Fear)
1. Aufl. 2011, 859 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Vorsatzkarte, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-93816-6

Konfliktdynamik – die erste deutsche Fachzeitschrift zum Thema Konfliktmanagement

Freitag, 13. Januar 2012

In den letzten Jahren haben Veränderungsprozesse in den Unternehmen deutlich zugenommen, zugleich kann auch eine stete Zunahme von Konflikten beobachtet werden. Sie gehören als Bestandteil von Lernprozessen zur Entwicklung von Organisationen. Konflikte sind keinesfalls als negative Begleiterscheinungnen, die nur Ärger und Frust verursachen zu verstehen. Dennoch sei ein positives Konfliktverständnis immer noch eine Ausnahme, wie der Herausgeber Markus Troja in seiner Einleitung zum ersten Heft dieser Fachzeitschrift feststellt. Der Untertitel von Konfliktynamik „Verhandeln, Vermitteln und Führen in Organisationen“ unterstreicht die Absicht dieser Zeitschrift: Sie möchte Einblicke in eine besseres Verständnis von Konflikten in Organisationen vermitteln und ihre Ursachen und Abläufe verständlich machen. Gleichzeitig wird ein großes Gewicht auf alle Formen der Mediation gelegt, die dazubeitragen soll, Konfliktsituationen zu entschärfen, an einen wertschätzenden Umgang zu erinnern und als Ziel einen wertschöpfenden Umgang mit Konflikten in Aussicht zu stellen.

Jedes Heft wird ein Schwerpunktthema anbieten. Im ersten Heft stellt Lars Kirchhoff Konfliktmanagement(-systeme) 2.0 vor Er möchte einen offensiven Umgang mit Konflikten in Organisationen systematisieren und daraus Handlungsoptionen für unterschiedliche Organisationen und andere gesellschaftliche Felder ableiten. Er zeigt Perspektiven für die Einrichtung von Konfliktmanagementsystemen auf und vermittelt auf diese Weise die Verantwortung, die mit einem solchen Ansatz auf ein Unternehmen zukommt.

Konfliktvermeidung bedeutet Stillstand in der Entwicklung eines Unternehmens oder einer Organisation. Den vielen Fachautoren dieser ersten Ausgabe gelingt es, in einem sinnvoll abgewogenem Verhältnis von Theorie und Praxis systematische Grundlagenarbeit mit der Analyse praktischer Fälle (Teamgespräche, Die EU als Akteur in der internationalen Friedensmeditation, Stuttgart 21), Interviews, Rezension und einer juristischen Rubrik miteinander zu verbinden.

Zu den nächsten Schwerpunktthemen gehören Konfliktmanagementprogramm in Unternehmen, Konfliktbearbeitung in der Teamentwicklung, Rechtliche Normierungen und informelles Konfliktmanagement sowie Familienunternehmen.

> Konfliktdynamik gibt es außer im normalen Abonnement auch als Online-Abonnement.

Das erste Heft ist gerade erscheinen:
Konfliktdynamik
Verhandeln, Vermitteln und Führen in Organisationen
ISSN: 2193-0147

Trailer: Der Hobbit – Eine unerwartete Reise

Montag, 2. Januar 2012

Mehr zum > Hobbit Trailer

> www.thehobbitblog.com
> www.facebook.com/PeterJacksonNZ

Mit »Der Hobbit« fangen alle modernen Fantasygeschichten an. Das Buch erzählt die Vorgeschichte zum »Herr der Ringe«. Diese Ausgabe wurde durchgesehen und vom weltbekannten Künstler und Tolkienkenner Alan Lee illustriert.

Bilbo Beutlin lebt einfach und bescheiden im Auenland. Eines Tages erscheint der Zauberer Gandalf mit einer Gruppe von Zwergen, die ihn aus seiner Beschaulichkeit und seinem gemütlichen Alltag reißen. Und schon steckt Bilbo in einem Abenteuer, das ihn zu dem furchteinflößenden Drachen Smaug führt. Der Drache wacht über einen Schatz, den er allen gegenüber verteidigt. Mit 26 Farbtafeln und 38 Schwarzweißzeichnungen.

> Editionsgeschichte von »Der Hobbit oder Hin und zurück«

J. R. R: Tolkien
Der Hobbit oder Hin und zurück
Aus dem Englischen von Wolfgang Krege (Orig.: The Hobbit or There and Back Again)
3. Aufl. 2011, 397 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Goldfolienprägung, 64 Illustrationen von Alan Lee, davon 26 auf Farbtafeln, 2 Vorsatzkarten, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-93800-5

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