Verlagsblog

Archiv für April 2013

Buchpräsentation
Stefan George, Sämtliche Werke in 18 Bänden

Dienstag, 16. April 2013

> Buchpräsentation im Literaturhaus Stuttgart am Donnerstag, 18. April 2013, 20 Uhr
»Poetry is praise« – Stefan Georges “Sämtliche Werke“
Bernhard Böschenstein, Michael Klett, Ute Oelmann, Wolfgang Graf Vitzthum

Jetzt ist die > Die große Gesamtausgabe von > Stefan George (1868-1933) bei Klett-Cotta komplett. Sie liegt jetzt in der der neuen, annotierten kritischen Ausgabe der »Sämtlichen Werke in 18 Bänden« zum 80. Todestag des Dichters 2013 geschlossen vor. Die Neuedition folgt im Wortlaut und in der Bandaufteilung der 18-bändigen »Gesamtausgabe der Werke endgültige Fassung«.

Der neue Apparat jedes Bandes enthält:
1. Eine Einleitung zur Entstehungsgeschichte
2. Ein Verzeichnis aller bekannten Handschriften und frühen Drucke
3. Angaben zur Datierung von Zyklen sowie aller einzelnen Texte
4. Ein Variantenverzeichnis, das sämtliche Abweichungen der frühen Überlieferung von der Ausgabe letzter Hand lemmatisiert erfasst
5. Wort- und Sacherläuterungen sowie Erläuterungen zu Personen

Helmut Heißenbüttel sagte über Geroge: »An Gedichten Stefan Georges habe ich, 1938/39, zuerst erfahren, was ein Gedicht sein kann. Ich möchte das ganz wörtlich verstanden wissen. Als etwas, gegen das Faszinationen, wie sie für mich später mit Rilke und Benn auftauchten, nicht ankommen …
Die Gedichte, die vor allem aus dem ›Jahr der Seele‹, dem ›Siebenten Ring‹ und dem ›Neuen Reich‹, waren einfache Exempel dafür, wie man Sprache in etwas verwandeln kann, das mehr ist als das bloße Sprechen. Etwas, in dem etwas zur Sprache kommt, das nur so, in dieser Konzentration deutlich werden kann.«

> Die Ausgabe der Werke von Stefan George im Überblick

> www.stefan-george-gesellschaft.de
> Stefan George und die literarische Übersetzung
   Jahrestagung der Stefan-George-Gesellschaft 2013
   Stefan-George-Haus, Bingen, 26.-27.10.2013
> Stefean-Geroge-Archiv Württembergische Landesbibliothek, Dr. Ute Oelmann
> Stefan George – Bibliographie der der Universitätsbibliothek der FU in Berlin

John Lanchester, Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner ­jemals etwas zurückzahlt

Montag, 8. April 2013

Nach dem Band > Nachgefragt: John Lanchester, Kapital ist jetzt das Buch > Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner ­jemals etwas zurückzahlt Die bizarre Geschichte der Finanzen von John Lanchester bei Klett-Cotta erschienen.

> Blättern sie doch mal in diesem Buch.. Man könnte meinen, dass der Grund für die Misere des Euros, der Finanzen und der Wirtschaft die reine Geldgier sei, das ungebremste und unmoralische Verlangen, immer mehr Geld zu bekommen und anzuhorten. Ganz so einfach ist es allerdings nicht, ohne Kredite würde keine Wirtschaft funktionieren. Also müssen Schulden gemacht werden. Beobachtet man allerdings schon ab 2000, wie immer neuen Anlageformen entwickelt werden, um Geld durch Schulden zu verdienen, dann musste man wie Lanchester schon früh zu der Überzeugung kommen „dass ein wie immer gearteter Crash“(S. 13) nicht mehr lange auf sich warten lassen würde. Das Debakel kam tatsächlich im Herbst 2008 und stellte alles in den Schatten, was man befürchtet hatte. Stimmt es, dass das Finanzsystem nach Lanchester in seiner derzeitigen Form eine größere Bedrohung für die westlichen Demokratien darstellt, als es der Terrorismus jemals sein könnte?

> Lanchesters erstes Kapitel enthält auch eine Einführung in oder eine Erinnerung an die doppelte Buchführung und erklärt Bilanzen. Auf diese Weise vermittelt er einleuchtend, wie Banken mit diesen Zahlen jonglieren und wie nebenbei ihr Eigenkapital immer gefährlich kleiner wird.

Der Autor von > Kapital legt in diesem Buch auf eine allgemeinverständliche Art dar, wieso die die Finanzwelt und damit die ganze Welt seit einigen Jahren so nachhaltig von einer Krise erschüttert werden.

Alles begann damit, dass es den Finanzjongleuren gelang, die Tatsache zu verschleiern, dass jede finanzielle Schuld irgendwann von irgendjemandem zu begleichen sei. Lanchester ist Euroskeptiker und umreißt Vorschläge, wie eine politische Einigung Europas gelingen und Europa stärken könnte, um die Finanzkrise gemeinsam zu überwinden. »Gestern«,so erzählen sich die Financiers, »standen wir vor dem Abgrund. Heute sind wir einen Schritt weiter.« Lanchester plädiert dafür, einen Schritt zurückzutreten und entschlossen zu handeln, um nicht das Chaos nicht noch größer werden zu lassen.

Fortsetzung und Lesebericht folgen.

John Lanchester
> Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner ­jemals etwas zurückzahlt Die bizarre Geschichte der Finanzen
Aus dem Englischen von Dorothee Merkel (Original: I.O.U. Why Everyone Owes Everyone and No One Can Pay)
2. Aufl. 2013, 302 Seiten, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-608-94747-2

Eine spannende Geschichte Italiens:
David Gilmour, Auf der Suche nach Italien

Montag, 8. April 2013

Gehen Sie manchmal in den Buchladen und gucken Sie sich nach Neuerscheinungen um? Um mal wieder ein richtig spannendes Buch zu lesen? Oder um jemandem eine Freude zu machen? Geburtstag oder jeder andere Anlass? Manchmal ist man etwas ratlos, wenn man vor diesen vielen Büchern steht. Mein Tipp: Gucken Sie ob dieses Buch aufliegt: Auf der Suche nach Italien mit dem Untertitel Eine Geschichte der Menschen, Städte und Regionen von der Antike bis zur Gegenwart. Schauen Sie hinein, lesen Sie die Einleitung oder schauen Sie sich nur einmal das > Inhaltsverzeichnis an. Dieses Buch gehört in die mittlerweile so beeindruckende Reihe der Veröffentlichungen zur Geschichte bei Klett-Cotta, die nicht ein Spezialthema präsentieren, sondern dazu anregen > eine ganze Epoche oder die Geschichte eines ganzen Landes in den Blick zu nehmen: > 78 Beiträge zur Geschichte auf diesem Blog.

Davis Gilmour hat längere Zeit in allen der 20 italienischen Regionen gelebt und eine faszinierende Geschichte Italiens geschrieben. War der Nationalstaat in Italien eine zwingende Notwendigkeit? Die meisten Geschichtsbücher erklären, die nationale Einigung Italiens sei unausweichlich und ohne Alternative gewesen. Betrachtet man die 20 Regionen, so wie Gilmour uns sie hier vorstellt, könnte man auch zu einer anderen Auffassung kommen: Im Klappentext steht: „Ein wahres Lesevergnügen, voll ausgewählter Geschichten und Beobachtungen aus persönlicher Erfahrung und bevölkert mit großen Gestalten der Vergangenheit: von Cicero und Vergil bis zu Dante und den Medici, von Cavour und Verdi bis zu den umstrittenen politischen Figuren des 20. Jahrhunderts. Das Buch wirft einen klarsichtigen Blick auf das Risorgimento. Es entzaubert die Mythen, die sich darum ranken.“

Habe wieder ein neues Buch für jede freie Minute! Was für eine reiche Geschichte, die keinesfalls heute von Berlusconi und der Wirtschaftskrise auch nur annähernd repräsentiert wird. Schon nach der Lektüre der ersten Kapitel, werden Sie wahrscheinlich Ihre diesjährigen Reisepläne umstellen. Mit diesem Buch im Gepäck ist dann doch Italien angesagt. Das geht Die Reise in die meisten, nein in alle Städte Italiens ist immer eine Reise in eine unglaublich reichhaltige Vergangenheit. Venedig! wo man auf den Spuren Tintorettos geht.

Als Ergänzung zu diesem Buch: Fernand Braudel > Modell Italien 1450-1650: Ungefähr zweihundert Jahre lang, von 1450 bis 1650, hatte Italien eine Vorbildfunktion für ganz Europa. Malerei, Plastik, Architektur, Theater, Ballett, Oper und genauso Wirtschaft, Handel, Bankwesen und Wissenschaft folgten dem »Modell Italien«, das sich zunächst in den reichen Stadtstaaten voll entfalten konnte und dann auf ganz Europa übergriff.“ Diese Zeit des Umbruchs war auch eine Blütezeit für ganz Europa. Trotz des Elends der ständigen Kriege und Auseinandersetzungen gingen wichtige Impulse von Italien aus, die den Aufbruch in die moderne Zeit bestimmten. Die heutige Wirtschaftskrise ist nicht alleine Itlaien. Das Gewicht der Kunst und der Geschichte zeigt die heutigen Möglichkeiten dieses einzigartigen Landes.

David Gilmour
> Auf der Suche nach Italien
Eine Geschichte der Menschen, Städte und Regionen von der Antike bis zur Gegenwart
Aus dem Englischen von Sonja Schuhmacher und Rita Seuß (Original: The Pursuit of Italy. A History of a Land, its Regions and their Peoples)
1. Aufl. 2013, 464 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 16 Seiten farbiger Tafelteil, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-94770-0

Lesebericht: KonfliktDynamik 2/2013

Freitag, 5. April 2013

Der Untertitel der Zeitschrift KonfliktDynamik lautet: „Verhandeln, Vermitteln und Führen in Organisationen“ und er passt auch als Überschrift besonders gut zum der jüngst erschienenen Ausgabe: In drei Beiträgen untersuchen mehrere Autoren die veränderten Bedingungen für das Führen in Organisationen. Alte Vorstellungen, Führungskräfte müssen selber das können, was ihre Mitarbeiter beherrschen sind längst obsolet geworden. Die Aufgaben und Funktionsbilder von Führungskräften haben sich grundsätzlich gewandelt und Markus Troja zitiert in seiner Einleitung zu dieser Ausgabe die Reden des ehemaligen Kommandeurs der internationalen Truppen im Irak und der ISAF-Truppen in Afghanistan, General Stanley Mcchrystal:

Auch beim Militär gibt es Teams mit extremer Spezialisierung, großen räumlichen Distanzen, für die Führungskräfte Verantwortung übernehmen können, die ihrerseits ständig – und Troja nennt in seinem Vorwort diese Fähigkeiten – Entschiedenheit, Entschlusskraft, Lernbereitschaft, Offenheit für unterschiedliche Sichtweisen und vor allem die Bereitschaft zuzuhören, ständig unter Beweis stellen müssen. Mit anderen Worten: Lagebeurteilung und sofortiger Entschluss mit der Sicherheit, sich auf seine Spezialisten verlassen zu können, deren Aufgaben man selber gar nicht ausführen könnte. In diesem Gefüge wissen auch die Spezialisten, dass auch sie eine Verantwortung für das Gelingen tragen. In Unternehmen erkennt Troja einen ganz ähnliche Frage: „Was macht also den Unterschied zwischen hochqualifizierter Fachkraft und Führungskraft? Was heißt Führen in Organisationen heute?“ (S. 93)

Heinz K. Stahl, Hans Rudi Fischer untersuchen die Herausforderungen im Dazwischen. Balanceakte des neuen Führens. In der Zusammenfassung heißt es: „Das neue Führungsverständnis muss sich von der naiven Vorstellung exakter Abbildbarkeit von Realität verabschieden. Es darf sich zudem nicht mehr auf Rationalität als alleinige Entscheidungsinstanz berufen und muss sich den permanten Widersprüchen und Ambivalenzen stellen, die oft ein Gefühl der Zerrissenheit hervorrufen.“

Astrid Schreyögg untersucht > Konfliktpotentiale neu ernannter Führungskräfte Sie fängt ihren Beitrag mit einer Definition des Führungshandelns an: „Dabei geht es nicht mehr um generelle Eigenschaften von Führungskräften oder Führungsstile, sondern um das konkrete Führungshandeln, das durch das Organisationssystem, die jeweiligen Interaktionssysteme und die interagierenden Personen bestimmt ist.“

Für Martina Scheinecker geht > Der Blick auf das Ganze. Ein systemisches Organisationsverständnis als Chance für neue Führungskräfte bei Konflikten: (Zusammenfassung) „Die systemische Konfliktanalyse ermöglicht zu erkennen, wie in vordergründig persönlichen Konflikten Entwicklungsthemen der Organisation zum Ausdruck kommen. Auf Basis dessen kann die neue Führungskraft ihre Handlungsschwerpunkte im Sinne der weiteren Organisationsentwicklung setzen.“

Wenn Sie diese Links aufgerufen haben, haben Sie sicher nebenbei bemerkt, wie gut die Website zu dieser Zeitschrift mit einem perfekten Rundum-Service gemacht ist

Rudi Ballreich und Friedemann Schulz von Thun, > Die Wahrheit beginnt zu zweit! Rudi Ballreich im Gespräch mit Friedemann Schulz von Thununterhalten sich über die gegenseitige Anerkennung und das Ausbalancieren von Ansprüchen.

KonfliktDynamik bekommt seine Bedeutung auch durch die Beiträge, die explizit Forschung und Praxis miteinanderverbinden: Rudolf Wimmer, analysiert > Die Bewältigung der Wirtschaftskrise als Führungsaufgabe. Organizational Resilience und Familienunternehmen (Teil 1): “ Als Schlüsselfaktoren für die Bewältigung der Wirtschaftskrise wird in diesem ersten Teil die Rolle der Führung, insbesondere in Familienunternehmen, beim Liquiditätsmanagement und in der Personalpolitik beleuchtet.“

Ruth Simsa glaubt, »Keine Konflikte sind auch keine Lösung …« Konfliktmanagement in Nonprofit-Organisationen: “ In Anschluss an die Charakterisierung typischer Konfliktlagen in NPOs werden Hinweise für den produktiven Umgang mit diesen gegeben.“

> KonfliktDynamik
Jahrgang 02, Heft 02, April 2013
broschiert
ISSN: 2193-0147

Blog Klett-Cotta:
Mehr als fünf Stunden Video in 24 Sendungen

Mittwoch, 3. April 2013

Unsere Blogmethode: Zuerst meist der Lesebericht, z.B. > Lesebericht: Marina Weisband, Wir nennen es Politik, manchmal auch Vorgefragt, wenn das Buch noch nicht gelesen wurde > Vorgefragt: Oliver Plaschka, Das Licht hinter den Wolken und nach den Leseberichten (keine > Rezensionen, die erscheinen woanders) erscheint hier, soweit terminlich alles passt, und der Blogautor den Autor des Buches treffen kann, der Film: Nachgefragt: z.B. > Nachgefragt: Jörg Magenau, Brüder unterm Sternenzelt. Friedrich Georg und Ernst Jünger.


Die Aktualität der Meldungen im Internet
oder: Kann das Internet Aktualität vermitteln?

Mittwoch, 3. April 2013

Beim gestrigen Themenabend von ARTE wurde über Google und sein Buchprojekt berichtet. Es ging immer wieder um das ganze Wissen, das eingescannt werden soll. Als ob das Wissen der Welt lediglich in Büchern sei! Was ist mit den Archiven in allen Orten von allen Institutionen aus allen Zeiten. Da stecken die Informationen, von denen durch Bücher erst ein kleiner Prozentsatz gehoben ist.

Bei diesen Statements über die Qualität des Internets klingt auch immer die Vorstellung mit, im Internet könne alles gefunden werden. Und folglich existiert etwas nicht, was nicht im Internet auffindbar ist. Eben gerade erzählte mir noch ein Freund, Studenten würden heute schon einen großen Teils ihres Wissens aus E-Books und Dokumente ziehen, die über die elektronischen Medien abrufbar seien. Vielleicht ist das ein Grund für ein schwindendes Interesse an der Literatur oder den Literaturwissenschaften. Trotz aller Bewunderung für die Rasanz und die Fülle im Internet, ein Student, der über ein geisteswissenschaftliches Thema schreiben will und nur auf die im Internet verfügbaren Materialien angewiesen ist, bräuchte gar nicht erst anzufangen. Zugegeben es gibt manche Themen, da könnte das Internet als Grundlage heute ausreichen, z. B. in Wirtschaftsinformatik wenn man Forschungen zum Web 2.0 anstellt. Historiker und Literaturwissenschaftler, um ein andere Beispiel zu nehmen, können das Internet bestimmt zum Abfragen bibliographischer Daten ganz gut nutzen, um an den vielen Fehlern und den Riesenlücken in Google-Books irgendwann zu verzweifeln. Ja, wenn man mit > www.gallica.fr – meiner Lieblingsseite – arbeitet, ist das natürlich etwas anderes.

Wie entsteht Wichtiges und Aktuelles im Internet? Die Ergebnislisten bekannter und unbekannter Suchmaschinen gaukeln uns eine Wichtigkeit der gefundenen Seiten, die ihnen nur durch die Suchalgorithmen verliehen wird, vor. Das Ergebnis: > Das Ende der Aktualität, so wie Wolfgang Hagen seinen Beitrag im Merkur (April 2013): „Es (i.e. Das Internet, H. W.) hat zwar ‚Publizität‘ und ‚Universalität‘ (aber nur, wenn die Zugangsfragen geklärt sind), jedoch keine »Periodizität« oder »Aktualität« (außer sie wird per Software simuliert).“ Und: „Durch das lineare Nadelöhr einer massenmedialen Aktualität kommt die vielfach angeschwollene Informationsflut nicht mehr hindurch, und das heißt für jeden Einzelnen: Ihn erreicht nicht mehr der richtige Stoff.“ (S. 314) Wenigen Websites von großen Zeitungen eigentlich keinen gelingt es, durch die Struktur ihrer Website das morgendliche Durchblättern der Zeitung nachzubauen. Websites haben die Eigenart wie das TV dauernd und überall unserer Aufmerksamkeit abzulenken, für etwas anderes zu beanspruchen. Eine Zeitungsseite kann man lesen und umblättern, auf einer Zeitungswebsite sind oft bis zu 78, 80, ja noch mehr Links nach Überall und Nirgendwo. Die Abonnenten von LE MONDE haben es gut, die können ihre Zeitung von morgen um 13 h frisch in HTML gesetzt ohne viel Ablenkung durchblättern und die Artikel in virtuellen Ordnern ablegen. Einfach Spitze.

Würden wir von Wolfgang Hagens Artikel noch mehr berichten, würden unsere Leser möglicherweise zu dem Schluss kommen, das Internet wird überschätzt? Ja, so ist es. Das schon oft geübte Spiel wirkt immer wieder: Die linke Hälfte des Seminars konzentriert sich auf die traditionelle Papierarbeitsweise n und bibliothekarischen Arbeitsmittel, die rechte Seite arbeitet nur „im oder mit dem Internet und den darin gefundenen Informationen.“ Welche Hälfte kann hinterher überzeugender an einer Diskussion teilnehmen? Oder die eine Hälfte liest zwei Tageszeitungen, die andere Hälfte daddelt, wie es ihr beliebt, im Internet. Welche Hälfte weiß hinterher mehr über die aktuellen Ereignisse und ihre Bewertungen oder Einschätzungen? Meine Vermutungen geben der Papiertagespresse den eindeutigen Vorzug. Wieso denn hier eigentlich gebloggt wird? Die Frage ist berechtigt. Weil es Spaß macht zu schreiben und zu veröffentlichen und weil bei dem Gesamtaufwand für diesen Blog nur 2-3 % der Technik zu widmen ist. Und weil es Spaß macht hier einiges auszuprobieren, was mit Büchern nicht möglich ist, was sie bestens ergänzt, aber ohne Bücher gäbe es diesen Blog auch nicht.


> Schreiben Sie mit der Hand oder mit der Tastatur?


Das > Aprilheft des MERKUR enthält noch einen weiteren Artikel von Lothar Müller > „Deadline“ zur wie sein Untertitel lautet lautet „Zur Geschichte der Aktualität“. Zwei interessante Artikel, die, wie es die Autoren vom MERKUR immer so gut können, dieses Thema in Form von Essays von allen Seiten besonders auch in historischer Perspektive betrachten und interessante Schlüsse daraus ziehen. > „Aktuelle Nachtrichten“ steht in der blauen Zeile ganz oben auf dieser Website: > http://tagesschau.de/. Was ist auf dieser Seite wirklich aktuell oder wird nur durch das Medium Internet und Website dazu gemacht?


Nichtsdestotrotz ist der MERKUR überall im Web 2.0 präsent:

> Online! Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken – 2.0


Anke t Heesen berichtet im Aprilheft über eine „Naturgeschichte des Interviews“ – da denken wir auch an die eigenen Interviews: > Blog Klett-Cotta: >
Mehr als fünf Stunden Video in 24 Sendungen oder > Frankreich-Blog: Acht Stunden Video in 42 Sendungen und die > Interviews als Video und nur mit Ton auf diesem Blog, auch schon nach einigen wenigen Jahren gewinnt man beim Wiederbetrachten dieser kleinen Filme einen ganz anderen Eindruck als der der in der Erinnerung geblieben ist.

Niels P. Petersson hat sich mit der „Schifffahrt und der Globalisierung beschäftigt“: Dabei ist ein spannender Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte entstanden.

Kolumnen zur Soziologie und zum Design, ein Aufsatz von Klaus Birnstiel zur Gelehrtenexoterik. Einige akademisch-intellektuelle Erinnerungs- und Notizbücher“ und ein Beitrag Walter Kempowskis frühe Aufzeichnungen von Gerhard Henschel ergänzen die Aprilausgabe des MERKUR. Jens Soentgens Aufsatz „Zur Eschatologie des CO2“, die Rezension von Helmut König des Films über Hannah Arendt und das „Journal II“ von Stephan Herczeg beschließen das Heft.

> MERKUR
Jahrgang 68, Heft 767, Heft 04, April 2013
broschiert
ISSN: 0026-0096

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