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Archiv für Juni 2013

Lesebericht: Fernand Braudel, Geschichte als Schlüssel zur Welt

Donnerstag, 27. Juni 2013

Fernand Braudel (1902-1985) war ein bedeutender französischer Historiker. 1946 wurde er Herausgeber der Zeitschrift Annales. 1946 legte er seine Habilitationsschrift er den Mittelmeerraum zur Zeit Philipps II. vor und erhielt 1949 den Lehrstuhl für Zivilisationsgeschichte am Collège de France, wo er 20 Jahre lang lehrte. 1962 gründete er das „Maison des sciences de l’homme“ in Paris. Am 30. Mai 1985 wurde er in die Académie Française aufgenommen.

Jetzt sind bei Klett-Cotta seine Vorlesungen in deutscher Kriegsgefangenschaft 1941 zusammen mit einem Text Wie ich Historiker wurde (1972) von Peter Schöttler unter dem Titel > Geschichte als Schlüssel zur Welt herausgegeben worden.

DIe Vorlesungen von 1941 wurden in drei Kapitel unterteilt. Zunächst wird die Ereignisgeschichte, die Rolle des Zufalls und das Verhältnis von Geschichte zu den Sozialwissenschaften behandelt. Im 2. Kapitel geht es um die Geschichtswissenschaft auf der Suche nach der Welt und im 3. Kapitel um die Geohistorie, die das Verhältnis von Gesellschaft, Raum und Zeit untersucht. Braudels Vorlesungen gehören zu den unverzichtbaren Grundlagen des Historikers. Sie haben den gleichen Rang wie Marc Blochs > Apologie der Geschichtswissenschaft oder Der Beruf des Historikers.

In der Kriegsgefangenschaft 1941 war sich Braudel über den gewaltigen Umbruch bewusst: „Damals, 1941, musste man alles erklären oder von Neuem erklären.“ (S. 17) Es ging darum, alle Positionen der Geschichtswissenschaft zu überdenken und von neuem zu rechtfertigen. Sein Forderung lautet, die Geschichte müsse auch die Sozialgeschichte berücksichtigen: „Die Geschichte von der ich spreche, ist eine neue, imperialistische und sogar revolutionäre Wissenschaft, die in der Lage ist, die Reichtümer der anderen Sozialwissenschaften in ihrer Nachbarschaft zu plündern, um sich zu erneuern und zu vollende.“ (S. 22) Ihm geht es um „eine Geschichte der Menschen aus der Perspektive ihrer kollektiven Wirklichkeit, der langsamen Entwicklung der Strukturen…“ (S. 23) Man sollte dieses Kapitel vor der Abfassung einer Seminararbeit lesen. Bevor man sich an die Literaturrecherche macht, denn hier werden grundlegende Ideen für die Konzeption einer historischen Untersuchung geliefert.

Ereignisse vollziehen sich in Strukturen und die Frage lautet: „Halten diese großen Männer tatsächlich das Schicksal der Welt und ihr eigenes in Händen?“ (S. 29) In Bezug auf die Sozialgeschichte erinnert Braudel an die umfassende Aufgabe des Historikers: „Wir wollen alle Lampen gleichzeitig anschalten.“ (S. 46) Geschichte ist mehr als nur Ereignisgeschichte: „Wir werden die Geschichte nur erklären können, indem wir die Welt erklären.“ (S. 76) Die Geohistorie bekommt im dritten Teil einen besondere Bedeutung unter dem Stichwort „‚integrale Wiederbelebung‘ der Vergangenheit“ (S. 103) Liest man diese Seiten, spürt man, wie anregend sie sind, es fallen einem sofort Assoziationen zu eigenen Themen ein, was man nicht berücksichtigt hat oder was man unterbewertet hat: „Die Geohistorie ist die Geschichte, die das Milieu dem Menschen aufzwingt…“ (S. 121) – und das sind die theoretischen Überlegungen zu dem ersten Kapitel des Buches von David Gilmour, Auf der Suche nach Italien. Eine Geschichte der Menschen, Städte und Regionen von der Antike bis zur Gegenwart (Stuttgart: Klett-Cotta 2013), das demnächst hier auf dem Blog seinen Lesebericht bekommt.

Die Menschen und die Natur, das sind die beiden Dimensionen der Geohistorie. Die Gefangenschaft hat die Neugier und die Überzeugungen Braudels nicht beeinträchtigt: „Wehe den alten Papieren, oder vielmehr: den alten Methoden, alten Ideen und Gesellschaften, alten Zivilisationen und Staaten.“ (S. 138)

Beim Lesen habe ich noch viel mehr angestrichen. Es ist nicht einfach, für die Kürze eines Blogbeitrags das Wesentliche hervorzuheben. Mit seinen Vorlesungen aus der Gefangenschaft, erinnert Braudel die Historiker an ihre Aufgaben. Zusammenhänge berücksichtigen, Strukturen erforschen und verstehen, vor allem aber eine Passion für den Beruf des Historikers zu entwickeln. Ich fand dieses Buch genauso aufregend wie das oben zitierte Buch von Marc Bloch.

Peter Schöttler hat auch den folgenden Text Wie ich Historiker wurde (1972) von Fernand Braudel übersetzt. Braudel berichtet von seinen Anfängen, seinen Archivarbeiten – die das Internet heute immer noch nicht ersetzen kann – und Braudel verstand, „dass die Geschichte und das Schicksal in sehr viel tieferen Schichten aufgezeichnet werden.“ (S. 159) Er spricht von seinen akademischen Lehrern wie Henri Berr (S. 161 ff.) und erinnert daran, wie Berr und später Lucien Febvre und Marc Bloch zu den „schwarzen Schafen“ der Historikerzunft wurden, weil ihre sozialgeschichtlichen und bahnbrechenden Forschungsansätze und -überzeugungen nur mit abfälligem Naserümpfen zur Kenntnis genommen wurden. Braudel erinnert an die Gründung der Annales 1929 und erzählt so spannende Wissenschaftsgeschichte.

Der > Bücherstapel ist der einzige Grund, warum dieser Beitrag leider so knapp und ärgerlich kurz ist. Das Vergnügen beim Lesen dieses Buches wie die große Zahl der Assoziationen zu allen möglichen Themen verlangen einen viel längeren Beitrag.


> Fernand Braudel
> Geschichte als Schlüssel zur Welt.
Vorlesungen in deutscher Kriegsgefangenschaft 1941
Aus dem Französischen von Peter Schöttler und
Jochen Grube, herausgegeben von Peter Schöttler (Original: L’Histoire, mesure du monde)
1. Aufl. 2013, 232 Seiten, Leinen mit eingelassenem Titelschild, mit sw-Abbildungen
ISBN: 978-3-608-94843-1

Lesebericht: Beppe Grillo, Gianroberto Casaleggio, Dario Fo
Sterne. Über Demokratie, Italien und die Zukunft Europas

Mittwoch, 26. Juni 2013

Bei TROPEN ist gerade unter dem Titel > 5 Sterne. Über Demokratie, Italien und die Zukunft Europas die Übersetzung von Il Grillo canta sempre al tramonto (Mailand: Chiarelettere, Mailand 2013) in der Übersetzung von Ch. Ammann, A. Peter und W. Kögler erschienen. In einem Gespräch beklagen der Gründer der 5 Serne-Bewegung – M5S – Beppe Grillo, Gianroberto Casaleggio und Dario Fo den wirtschaftlichen Niedergang Italiens, die fehlenden Perspektiven. Sie möchten zu einem neuen Denken aufrufen, mit dem die Korruption besiegt werden soll. Sie treten für ein Wirtschaftssystem ein, das den Menschen dienen soll und nicht ausschließlich den Banken.

Beppe Grillo stammt aus Genua, erfolgreicher Komiker und Schauspieler, sowie ein erfolgreicher Blogger. Gianroberto Casaleggio kommt aus Mailand und war Geschäftsführer bei Olivetti. Er gründete den Internetdienst Webegg. Er ist Inhaber einer Agentur, die den > Internetauftritt Grillos betreut. 2007 gründeten Gianroberto Casaleggio und Grillo ihre politische Bewegung Movimento 5 Stelle, die sie seither im Internet aufbauen. Dario Fo ist Nobelpreisträger für Literatur im Jahr 1997 und engagiert sich für eine Kultur des sozialen Engagements. Seine Theaterstücke werden in Italien und dem Ausland erfolgreich aufgeführt, seine Werke in viele Sprachen übersetzt.


MoVimento 5 Stelle wird so resümiert: Ambiente, Acqua, Sviluppo, Connettività, Trasporti = Umwelt, Wasser, Entwicklung, Konnektivität – gemeint ist der allgegenwärtige Internet-Zugang und Verkehr.

> MoVimento 5 Stelle
> MoVimento 5 Stelle – Wkipedia
> Parteiprogramm – deutsch
> Parteiprogramm – italienisch


Bei den Parlamentswahlen am 24. und 25. Februar 2013 trat die M5S zum ersten Mal an und wurde sofort zur zweitstärkste Partei mit fast 25 % der Stimmen in der Abgeordnetenkammer und 23 % im Senat hinter dem Partito Democratico. Dieses Buch 5 Sterne ist als eine Bestandsaufnahme der Situation Italiens und als Erläuterung des > Parteiprogramm von M5S zu verstehen. Das Programm schlägt radikale Reformen vor: U. a. „- Beschränkung auf zwei Amtszeiten für Abgeordnete sowie für alle anderen öffentliche Ämter, -Abschaffung aller Privilegien für Abgeordnete, darunter auch das Recht auf Pensionsansprüche nach nur zweieinhalb Jahre Amtszeit, – Anpassung des Gehaltes der Abgeordneten an den nationalen Durchschnittslohn“ aber auch die Anwendung von Gesetzen, so wie die erste Forderung im Bereich der Energie: „Sofortige Umsetzung der Gesetze über die energetische Zertifizierung von Gebäuden (Gesetz 10/91, nach Vorgabe der Europäischen Richtlinie 76/93)“. Im Kapitel Information steht: „Digitale Staatsbürgerschaft von Geburt an, mit gratis Web-Zugang für jeden italienischen Staatsbürger“: Die Wirtschaft soll nach Vorstellungen des M5S neue Regeln bekommen: „Einführung von Sammelklagen, – Abschaffung von Unternehmensverschachte-lungen bei börsennotierten Unternehmen, – Abschaffung der Möglichkeit des gleichzeitigen Innehabens mehrerer Vorstandspositionen in börsennotierten Unternehmen“. Verkehrsreformen sollen nach Vorstellung des M5S lokalen Räumen zugute kommen: „- Realisierung sicherer Fahrradwege sowohl inner- als auch außerhalb der Städte. – Realisierung von frei nutzbaren Fahrradparkplätzen vor privaten Mehrfamilienhäusern sowie öffentlicher Fahrradparkplätze in der Stadt. – Einführung hoher Zugangskosten für Zufahrt in die Altstadt mit dem privaten PKW durch nur eine Person.“ Das Kapitel Gesundheit ist drei Seiten lang und zeigt dass hier die größten Missstände vom M5S offenbart werden: Die Forderungen der M5S. U. a. „- Garantie eines universellen und kostenfreien Zugang zur Grundversorgung, -Einkommensabhängige Zuzahlungen für nicht essentielle Leistungen und Überwachung und Korrektur der Auswirkungen der Dezentralisierung auf den gleichberechtigten Zugang zum Gesundheitssystem“. Auch im Bereich der Bildung setzt die M5S auf die verstärkte Nutzung des Internets und fordert u. a. „Obligatorische Verbreitung des Internets in Schulen mit Gratis-Internetzugang für jeden Schüler – Schrittweise Abschaffung gedruckter Bücher und Ersatz durch freien, kostenlosen Zugriff über das Internet auf Bücher in digitaler Form (e-Books), – Obligatorische Lehre der englischen Sprache ab dem Kindergarten, – Abschaffung des rechtlichen Wertes von Diplomen“.

Es ist kein Streitgespräch, alle drei Gesprächspartner sind mit dem Gründer der Bewegung 5 Sterne völlig einverstanden. Zusammen analysieren sie die politische und wirtschaftliche Situation Italiens. Im Mittelpunkt ihrer Überlegungen steht immer wieder das Internet. Casaleggio beklagt den Bedeutungsverlust des Wortes Demokratie: „Möglicherweise kann das Internet helfen dabei helfen, zu jener Inspiration zurückfindend, die uns zu gleichberechtigten intelligenten Wesen macht.“ (S. 28 f) Nebenbei verraten die Drei auch das Erfolgsrezept ihrer Bewegung: „Ein Virus breitet sich aus“ (S. 32 ff) Unordnung, Kreativität und sorgfältige Organisation sind die Stichworte, mit denen die M5S ihre Auftritte inszeniert. Casaleggio sagt auch“ Das Internet ist also schon das Gehirn, das sieht, kommuniziert, handelt…“ Da würde ich ihm widersprechen, und wir würden uns bestimmt köstlich streiten, und er würde mir erklären, dass er im Grunde nur meint, dass das Internet von den Parteien viel mehr genutzt werden könnte. Unrecht hätte er nicht, auch bei uns mögen die Parteien anscheinend nicht so recht an an das Mitmach-Internet Web 2.0 denken. (s. auch S. 96 ff) Alternativen für andere Wirtschaftsmodelle gebe es genug. Telearbeit, andere Energienutzung, bessere Abfallverwertung und eine Veränderung der Bedürfnisse für intensiven Verkehr. Großprojekte, die sie ablehnen, fördern erst die ungebremste Mobilität. (S. 79) Und dann wieder das Internet: „Das Netz erlegt unserer Intelligenz eine Beschleunigung auf, die bis vor ein paar Jahren unvorstellbar gewesen wäre,“ (S. 81) meint Grillo. Auch mit ihm würde ich mich streiten, verhindert doch das Internet eigentlich immer durch Zerstreuung jeder Art, durch aggressive Werbung zusammen mit einem Zwang zum ungehemmten Datenaustausch jede Konzentration auf das Wesentliche. (vgl. auch S. 131 ff.) Jeder Internetzeitungsleser muss auf dem Bildschirm die Information suchen, die er wirklich sehen will, der Jubel Grillos, (S. 81) im Internet können wir alles über die Welt erfahren, gilt wohl eher nur für die Behörden, die das Internet ständig abhören. Die so gelobte „Schwarmintelligenz“ (S. 82) reduziert sich heute doch eher auf die Diktatur einer Minderheit. Nein, auch in Zukunft sollte man Gegenständen eine „Intelligenz“ absprechen. Grillo weiß genau, dass die 5Sterne-Bewegung ihre Existenz dem Netz verdankt. (S. 89) Casaleggio weiß genau, dass es im Netz nur eine relative Annäherung an die Wahrheit gibt (S. 91), das ist aber im realen Leben auch so.

Jeder kann im Netz sein eigener Verleger werden, meint Casaleggio (S. 150) und hofft darauf, dass das Netz „vermittelnde Instanzen“ (S. 152) überflüssig macht. Ohne Zweifel gibt es immense Vorteile des Internets, aber die Empfehlung, ärztliche Diagnose durch das Internet zu ersetzen (S. 164) ist nicht zielführend.

Die Kritik am Niedergang Italiens(S. 171 ff.) ist ohne Nachsicht. Die Kritik am politischen Zustand des Landes verstärken die drei mit Episoden, wie die Forderungen ihrer Bewegung von den Gegner zerpflückt oder nicht ernstgenommen wurden. Dabei richtet sich die Kritik auch nach innen. Grillo ist nicht bereit, die Existenz von Flügeln in seiner Bewegung hinzunehmen. (S. 217) und er fügt hinzu, man bewege sich seit sechs Jahren im Kampf. Das passt irgendwie nicht zu der von den dreien gelobten Schwarmintellignez des Internets.

Die Lektüre dieses Buches bietet ein starkes Kontrastprogramm zur Vorstellung des Wahlprogramms der CDU/CSU vor ein paar Tagen. Einfach ein paar Milliarden mehr Schulden machen, und die Wiederwahl der Kanzlerin scheint nur eine Formalität zu sein. Auch wenn einige Forderungen der M5S überzogen scheinen, so sind sie doch für die alten Parteien eine Herausforderung, die von den Wähler des M5S verstärkt werden. Es ist immer spannend, das Entstehen, neuer politischer Kräfte, ihren Auf- oder Abstieg zu beobachten. Möglicherweise kommen politische Gruppierungen, die bewusst auf eine politische Heimat verzichten, nicht über ein bestimmtes Maß an Aufmerksamkeit hinaus, so wie soziale Netzwerke im Internet auch ihre Grenzen haben, weil sie eben eine Großteil der Bevölkerung nie erreichen werden. Man trifft dort nur die, die schon vernetzt sind, das reale Leben spielt sich noch immer außerhalb sozialer Internet-Netze ab.

> Beppe Grillo (Wikipedia)

> Il Blog de Beppe Grillo

Beppe Grillo, Gianroberto Casaleggio, Dario Fo
> 5 Sterne
Über Demokratie, Italien und die Zukunft Europas
Aus dem Italienischen von Christine Ammann, Walter Kögler und Antje Peter (Orig.: Il Grillo canta sempre al tramonto)
1. Aufl. 2013, 240 Seiten, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-608-50324-1

Nachgefragt:
Michael Klett antwortet auf Fragen zu Stefan George

Freitag, 7. Juni 2013

Heute hat Dr. h.c. Michael Klett aus Anlass der Veröffentlichung des Schlussbandes (XVIII) der Neuausgabe der Sämtlichen Werke von Stefan George im Verlag Klett-Cotta auf Fragen zu Stefan George geantwortet.

> Stefan George (1868-1933) war ein Lyriker, zuerst ein Symbolist, er war Gast bei den berühmten Dienstagabenden bei Stéphane Mallarmé. George war sehr sprachbegabt und begann früh zu dichten. 1892 gründete er die Blätter für die Kunst. Die ersten Gedichtbände wie Die Bücher der Hirten- und Preisgedichte der Sagen und Sänge und der hängenden Gärten erschien 1895. Mit seinem George Kreis hat er ab 1892 eine ihm ganz eigene lyrisch-ästhetische Form gegründet. Kürzlich wurde im Stuttgarter Literaturhaus der Abschluss der Neudedition seiner Werke bei Klett-Cotta gefeiert. Jetzt liegen > Stefan Georges »Sämtliche Werke« zum 80. Todestag des Dichters 2013 in der großen Gesamtausgabe vor. Wir haben Herrn Klett gefragt, wann hat dieses Editions-Abenteuer – 18 Bände ! – angefangen hat?

Er hat uns über einige Hürden berichtet, die in diesem Prozess der Edition genommen werden mussten, und er hat von seinen ersten Begegnungen mit dem Werk von George erzählt. Wir haben auch gefragt: Welche Bedeutung hatte damals und hat heute das Rezitieren, das Hersagen der Werke Georges? Bernhard Böschenstein trug im Stuttgarter Literaturhaus außer George auch seine eigene Überzeugung vor, wie die Gedichte Georges zu lesen seien. Daraufhin haben wir Herrn Klett gefragt, Sie haben auch Erfahrungen mit dem Hersagen seiner Gedichte?

Außerdem wollten wir wissen: Gibt es heute eine „neue produktive Unbefangenheit“ mit Georges Werk, von der Joachim Kalka in seinem Artikel in der Stuttgarter Zeitung unter der Überschrift „Paradiesisches Zeitalter deutscher Kunst“ sprach?

In der Verlagsankündigung zu dieser Gesamtausgabe steht : „Georges Gesamtausgabe zu Lebzeiten war ein Dokument der Selbsthistorisierung. Mit ihr verband George zugleich das Vertrauen auf seine Modernität und Zukunftstauglichkeit.“ Was für eine Bedeutung verbinden Sie mit einem so großen Vorhaben wie diese Gesamtausgabe der Werke Stefan Georges für Ihren Verlag Klett-Cotta? und Warum sollte man George heute lesen?

Bernhard Böschenstein und Ute Oelmann im > Literaturhaus Stuttgart am 18.April 2013.

Stefan George
> Sämtliche Werke
Hrsg. von der Stefan George Stiftung, Stuttgart
1. Aufl. 2013, 18 Bände, Leinen mit Schutzumschlag, Fadenheftung, geprägter Einband
ISBN: 978-3-608-93951-4

Literatur – Sachbuch – Blog – Klett-Cotta
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