Verlagsblog

Archiv für April 2014

Psychotherapie und Lebenshilfe – April 2014

Dienstag, 29. April 2014

>Als die Idee für diesen Blog im September 2006 im Raum stand, haben wir gleich über mehrere Blogs gesprochen, denn das Programm bei Klett-Cotta hat wahrlich eine große Vielfalt: > Literatur, > Fantasy – Hobbit-Presse, > Sachbuch, > Tropen, > Zeitschriften und dann die > Fachbücher. Und dann gibt es noch andere Abteilungen: > Geschichte und > Gesellschaft und Politik, aber die gehören zum > Sachbuch.

Heute geht es diesmal nicht um ein einzelnes Buch, sondernum einen Lesebericht – keine Rezension, die schreibe ich woanders – über einen Newsletter, weil wir damit einmal die Vielfalt beim > Fachbuch vorführen wollen: Gerade kam der letzte > Newsletter > Neue Lesetipps Psychotherapie und Lebenshilfe April 2014 hier an: Wir zeigen hier einen Auswahl der dort vorgestellten Neuerscheinungen:

Unsere Autorin > Dr. Sandra Wieland hat auf der letzten > ISSTD Konferenz (International Society for the Study of Trauma and Dissociation) den Cornelia B. Wilbur Award erhalten. Dieser Preis wird verliehen für »außergewöhnliche Leistungen bei der klinischen Behandlung von dissoziativen Störungen«.

> Dissoziation bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen

„Das Buch erläutert plausibel und praxisnah, wie selbst mit schweren dissoziativen Störungen bei Kindern und Jugendlichen erfolgreich gearbeitet werden kann. Es liefert eine Fülle an Wissen und klinischer Expertise für die konkrete therapeutische Arbeit,“ steht auf der Website von Klett-Cotta.


Eberhard Rathgeb hat in der FAS, 23.3.2014, den Band von Hans Hopf, > Die Psychoanalyse des Jungen rezensiert. Klett-Cotta kündigt dieses Buch so an: „DIE erste psychoanalytische Gesamtdarstellung über Jungen. Die Jungen sind zum Problem geworden. Sie sind aggressiv, bewegungsunruhig, unaufmerksam, risikobereit, gelten als Störer. Vom ersten Tag an sind sie anders als Mädchen und entwickeln viel häufiger psychischen Auffälligkeiten. Warum ist das so? Und was können wir therapeutisch und erzieherisch dagegen tun?“ Wir werden uns also an diesem Fachbuch versuchen. Der Lesebericht zu diesem Buch folgt bald hier auf diesem Blog. Auf der Website von Klett-Cotta steht auch: „Die These von Hans Hopf, einer der renommiertesten Kinderanalytiker Deutschlands mit 40-jähriger Erfahrung:
Die Jungen sind die »Emanzipationsverlierer«, sie wachsen überwiegend »vaterlos« in einer feminisierten Welt auf.“ Ist da was dran?

Hans Hopf schreibt selber zu diesem Buch in einem Beitrag für die SFB-Novitätenrundschau: „Jungen sind tatsächlich noch unkonzentrierter und unruhiger geworden: Nach Ursachen dafür wird jedoch nicht gefragt, denn über den Topf mit brodelnden Konflikten kommt ein eiserner Deckel mit einer Diagnose, die nur eine einzige Erklärung zulässt: All das Unbeherrschte, alle Unruhe rühren von einer angeborenen Störung von Transmittersubstanzen. Mit dieser Diagnose wird die Seele eliminiert, zentrale Bereiche der Pädagogik werden medizinalisiert: Die Pädagogik, anfänglich auch die Psychoanalyse, haben sich auf ihren Feldern von einer geradezu grotesken ‚Wissenschaftlichkeit‘ vertreiben lassen. Mittlerweile werden Jungen ruhig gestellt über Entwertung und über Medikation. Da der Bereich ADHS fest in medizinischer Hand ist und Pharmainteressen überwiegen, wird darüber auch kaum aus Sicht der Pädagogik und Soziologie öffentlich diskutiert. Darum habe ich dieses Buch geschrieben. Um den Jungen die Seele wieder zurückzugeben, habe ich vor allem die folgenden Problematiken in den Mittelpunkt dieses Buches gestellt: An erster Stelle natürlich die Entwicklung von männlicher Identität im Beziehungsdreieck Mutter, Vater, Sohn.“

Hans Hopf, Die Psychoanalyse des Jungen
1. Aufl. 2014, 404 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-608-94775-5


»Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy« (IRRT) ist in der deutschsprachigen Psychotherapie bereits weit verbreitet. Die Autoren legen die erste systematische und umfassende, mit reichem Anschauungsmaterial ausgestattete Darstellung vor.

Mervyn Schmucker, Rolf Köster
> Praxishandbuch IRRT
Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy bei Traumafolgestörungen, Angst, Depression und Trauer
Leben Lernen 269
Mit einem Vorwort von Martin Hautzinger
1. Aufl. 2014, 439 Seiten, broschiert, großes Format, ca. 20 vielfarbige Abb.
ISBN: 978-3-608-89146-1

Auch als > E-Book erhältlich.


Eva Tillmetz > Balanceakt Familiengründung
Das „Regensburger Familienentwicklungsmodell“ unterstützt junge Paare in der ersten Familienphase, die oft als überfordernd und besonders konfliktträchtig erlebt wird. FamilienberaterInnen und -therapeutInnen können auf ein differenziertes Modell zurückgreifen, um individuelle Lösungen mit Paaren zu erarbeiten.

Leben Lernen 266
2014, 256 Seiten, broschiert, ca. 30 teils vierfarbige Abbildungen
ISBN: 978-3-608-89143-0
» Auch als E-Book erhältlich.


Walther Cormann, > Die 5 Wirkfaktoren der systemisch-integrativen Therapie und Beratung
Das Buch beschreibt die grundlegenden Prozessbausteine systemisch-integrativer Therapie und Beratung. Sie bilden ein wirksames Fundament für zielgerichtete, überprüfbare, langfristig erfolgreiche Arbeit mit Klienten. Wie gut eine Psychotherapie gelingt, hängt nicht von Glück oder Zufall ab. Es gibt – so Walther Cormann – eine innere Logik, eine Struktur erfolgreichen therapeutischen Vorgehens. Er beschreibt Schritt für Schritt, wie das komplexe Geschehen in einer systemisch-integrativen Psychotherapie oder Beratung strukturiert, an den fünf Wirkfaktoren ausgerichtet und in Form der »Beratungsschleife« umgesetzt wird.

Leben Lernen 268
2014, 204 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-608-89144-7
26,95 € (D)

Auch als > E-Book erhältlich


brisch-saeuglings-kleinkindalter

Karl Heinz Brisch, > Säuglings- und Kleinkindalter
Viele therapeutisch relevante Störungsbilder haben ihren Ursprung in der frühen Kindheit. Brisch beschreibt – auf der Grundlage der Bindungstheorie und mit ausführlichen Therapiebeispielen – die Möglichkeiten rechtzeitiger Hilfe und Interventionen schon im Säuglings- und Kleinkindalter. Der Aufbau einer sicheren Bindung stellt das Fundament dar. Brisch zeigt, wie Mütter und Väter ihr Bewusstsein für feinfühligere Interaktionen zwischen sich und ihrem Kind schärfen können und wie man ihnen hilft, eine sichere Bindung zum Kind aufzubauen. Ausführliche Therapiebeispiele verdeutlichen das Vorgehen und runden diesen Band ab.

Reihe Bindungspsychotherapie, Band 2
232 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-608-94824-0

Auch als > E-Book erhältlich


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Alle Termine unserer AutorInnen sowie viele Kongresse finden Sie unter > Klett-Cotta-Termine.

Ausgepackt:
Jasmin Ramadan, Kapitalismus und Hautkrankheiten

Dienstag, 29. April 2014

Gerad kommt hier ein Päckchen nach dem andern an: Jasmin Ramadan, und ihr neuer Roman > Kapitalismus und Hautkrankheiten liegt jetzt vor uns.

Teresa Kugler ist Schauspielerin und arbeitet auch mal als Gelegenheitsmodel, Anfang dreißig, hübsch und erfolglos. Am liebsten würden Sie ihr Leben neu aufbauen. Ihre prominente Mutter kann ihr dabei nicht helfen, und ihr Vater, der immer zu hause sitzt, auch nicht. Teresas Zwillingsbruder Ture hat schließlich einen Tipp für sie. Immer wenn Teresa sich unter Druck fühlt oder diffuse Erinnerungen an die Kindheit über sie kommen, wir sei von einer imaginären Schleimschicht befallen. Es ist eine Neurose und Ture versucht ihr zu helfen. Ist es wegen den Eltern, oder der weggezogenen Familie Tinn oder anderer Verwirrungen Teresas? Sie beginnt, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Mit ungeahnten Folgen.

Nach 8 Zielen sind Sie im Mahoni und im Roman drin:

„»Du siehst aus wie diese Schauspielerin, die Tochter des italienischen Regisseurs, der diese Horrorfilme in den Achtzigern gemacht hat …«

Teresa Kugler exte ihren Wodka und sah sich den Typen genauer an. Er hatte schon die ganze Zeit geglotzt und sich dann durch die kleine, volle Bar zu ihr durchgekämpft, obwohl sie seinen Blicken ausgewichen war. Er passte nicht hierher. Er war so ein unangenehm schöner, großer Kennedy-Typ, nur mit seinem
rechten Auge stimmte was nicht.“

Der Typ aus dem Mahoni nimmt sie mit nach Hause. „Wie hieß der Typ im Bett nochmal?“ fragte sich Teresa am nächsten Morgen:

„»Hey, Typ.« Teresa rüttelte an dem breiten Rücken, strich ihm durch die Haare. Sie glänzten und waren nussbraun, so wie die ihres Bruders. Sie strich dem fremden Typen immer wieder durch Tures Haare, ganz vorsichtig und ein bisschen glücklich. Er drehte sich um, strahlte sie an.“ (S. 17).

Der Typ entpuppt sich als… Wie schon einmal vorgeschlagen, lesen Sie auch hier das > erste Kapitel und dann brauchen Sie bestimmt das ganze Buch. Spätestens nach dem 2. Kapitel werden Teresa und ihr Buder Ture Ihnen total vertraut sein. Danach wundert einen eigentlich kaum nicht etwas. Und solange der Vater, Ditrich Kugler an „Kapitalismus und Hautkrankheiten“ schreibt, wird Teresa immer wieder diese seltsame Schleimspur irgendwo auf ihrer Haut spüren.

Jasmin Ramadan,
> Kapitalismus und Hautkrankheiten
1. Aufl. 2014, 224 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-50121-6

Ausgepackt: Heimo Schwilk, Ernst Jünger. Ein Jahrhundertleben

Dienstag, 29. April 2014

schwilk-juenger

Gerade ausgepackt, liegt jetzt auf dem Lesebücherstapel ganz oben: Heimo Schwilk > Ernst Jünger – Ein Jahrhundertleben. Ernst Jünger (1895–1998) hat das 20. Jahrhundert begleitet. Teilnehmer an zwei Weltkriegen, verkörpert er die Brüche und Wendungen, die die deutsche Geschichte genommen hat. Heimo Schwilk hat seine Jünger-Biographie von 1988 erweitert und neu herausgegeben. Mit seinem Kriegsbuch > In Stahlgewittern begründete Jünger seinen Weltruhm. Seine literarischen Tagebücher machten ihn zu einem herausragenden Zeitzeugen der Epoche. Heimo Schwilks im In- und Ausland Biographie bezieht ihre Bedeutung aus einer profunden Kenntnis von Quellen und Werk. Die vorliegende Neuausgabe wurde aufgrund neuer Quellen überarbeitet, erweitert und mit einem neuen Vorwort des Verfassers versehen.

„… Ernst Jünger war ebenso ein über alle Maßen produktiver Autor, der Diarist des Jahrhunderts, der auf rund 5000 Tagebuchseiten die Fieberkurve des Säkulums nachzeichnete,“ schreibt Heimo Schwilk im Vorwort zur ersten Auflage 1988. Wie kaum ein anderer Schriftsteller, hat er alle Katastrophen der deutschen und europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts so intensiv miterlebt, beobachtet und kommentiert. Kaum ein anderer Autor war so umstritten. An ihm schieden sich die Geister. Als Jünger einmal das Marbacher Literaturarchiv besuchte, berichtet Schwilk im Vorwort zu der Neuauflage der Biographie, und ihm der Raum gezeigt wurde, wo die Forschungsliteratur zu seinem Werk gesammelt werden solle, habe er zum Direktor des Schiller-Nationalmuseums gesagt: „Ein Meer des Irrtums vielleicht.“ (S. 17)

> Nachgefragt: Ernst Jünger, Kriegstagebuch 1914-1918
> Ernst Jünger, Annäherungen Drogen und Rausch
> Ein Gespräch mit Michael Klett über Ernst Jüngers Annäherungen
> Ernst Jünger: Neuausgaben – 28. August 2013

Mittwoch 11.6.2014
Jülich | Vortrag
Vortrag mit dem Biographen Heimo Schwilk

Eintritt: 5 €
Anmeldung unter Tel. 02461 9966-0 oder eeb@kkrjuelich.de
Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Düsseldorfer Str. 30, 52428 Jülich.

Ernst Jünger, Kriegstagebuch 1914-1918

Dienstag, 29. April 2014

2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Aus diesem Anlass präsentieren ARTE und Das Erste ab dem 29. April die mehrteilige Fernsehproduktion > > »14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs«.

Ernst Jünger wird in diesen Sendungen genannt werden:

Dienstag, 29. April 2014, 21:15 Uhr: Folge 2 (Der Angriff)
Dienstag, 6. Mai 2014, ab 21:15 Uhr: Folge 4 (Die Sehnsucht) und
Folge 5 (Die Vernichtung)
Dienstag, 13. Mai 2014, ab 21:15: Folge 7 (Der Aufstand) und Folge 8 (Die Entscheidung)

> Nachgefragt: Ernst Jünger, Kriegstagebuch 1914-1918 Michael Klett beantwortete Fragen zu Ernst Jüngers, Kriegstagebuch

> Bibliographie und Linkliste zum Centenaire 1914-1918 – Frankreich-Blog

250. Geburtstag von Johann Friedrich Cotta

Montag, 28. April 2014

Der 250. Geburtstag von Johann Friedrich Cotta, dem Verleger von Goethe, Schiller und anderen großen Autoren, ist eine gute Gelgenheit an Peter Kaeding Biogrphie zu erinnern: > Die Hand über der ganzen Welt. Johann Friedrich Cotta – Der Verleger der deutschen Klassik.. in unserem > Lesebericht hieß es u.a.: „Cotta war unserer Zeit voraus. Nein, ich verdrehe nichts. Es ist unglaublich, wie er als Verleger in das Paris der französischen Revolution reist, wo Köpfe rollen und er mit Ministern verhandelt. Später mischt er an entscheidender Position im Streit um Verfassungsfragen mit, Ende der zwanziger Jahre macht er mit an vorderster Front, wenn es um die Zollunion geht, wie Herr Genscher ständig unterwegs von Hof zu Hof. Er habe nur hinter den Büchern gehockt? Weit gefehlt! In die Dampfschifffahrt hat er investiert. Er war also für alles Neue aufgeschlossen, ist mitgefahren, hat sich begeistern lassen und nebenbei seinen Verlag durch an allen Klippen der Zensur vorbei manövriert. Und dauernd gerechnet. natürlich um Gewinn zu machen. “

Johann Friedrich Cotta, geboren am 27. April 1764 in Stuttgart, übernahm 1787 die Geschicke der J.G. Cotta’schen Buchhandlung und führte sie zu Weltruhm. Er verlegte unter anderem die Werke von Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Schiller, Annette von Droste-Hülshoff und Alexander von Humboldt. Johann Friedrich Cotta starb am 29. Dezember 1832 im Alter von 68 Jahren.

Peter Kaeding
> Die Hand über der ganzen Welt
Johann Friedrich Cotta – Der Verleger der deutschen Klassik

1. Aufl. 2009
Ausstattung: Leinen mit eingelassenem Titelschild, Fadenheftung, Lesebändchen
496 Seiten
ISBN: 978-3-7681-9712-0

>> Cotta: Das gelobte Land der Dichter. Briefe an die Verleger

350 Jahre Verlagsgeschichte! Man stelle sich die Menge an Briefen vor, die das literarische Programm gerade eines Verlags wie Cotta dokumentieren, der die Bücher von Goethe, Schiller, Hegel, Hölderlin und Heine betreut hat. Stephan Askani und Frank Wegner haben gesichtet und ausgewählt. …

> Cotta – »Das gelobte Land der Dichter«
Briefe an die Verleger
Mit einem Vorwort von > Brigitte Kronauer
Ausstattung: gebunden mit Schutzumschlag, Lesebändchen
168 Seiten
ISBN: 978-3-608-93904-0

> Über Johann Friedrich Cotta mit den Klett-Cotta Verlag

Bei seiner > Ansprache zum > 350. Cotta-Jubiläum im Stuttgarter Rathaus hat Michael Klett dargestellt, wie die beiden Traditionslinien Cotta und die des Allgemeinen Verlages seines Vaters Ernst Klett zusammengefügt wurden. Heute hat Michael Klett in seinem Büro auf meine Fragen hin, verschiedene Aspekte der Verlagsgeschichte von Cotta erläutert. > Nachgefragt: Michael Klett über Klett-Cotta
8.12.2009

LPTW Lindauer Psychotherapiewochen 2014

Donnerstag, 24. April 2014

1. Woche 06. – 11.04.2014 Thema: Zeit
2. Woche 15. – 17.04.2014 Thema: Schicksal

Klett-Cotta Fachbuch hat sich in den beiden Wochen vor Ostern 2014 wieder mit einem eigenen Stand an der Ausstellung der Fachbuchhandlung Lehmanns bei den LPTW beteiligt und dem Fachpublikum die Bücher unserer vortragenden Autoren vor Ort präsentiert, darunter insbesondere

Hans Hopf, Die Psychoanalyse des Jungen, NEU
Ulrich Schultz-Venrath, Lehrbuch Mentalisieren, NEU
Gerhard Roth, Bildung braucht Persönlichkeit.

In der 2. Woche haben wir zwei unserer Autoren für jeweils eine Buchpräsentation von Neuerscheinungen in der Mittagszeit gewinnen können:

Zu der Buchvorstellung am 16.04. mit Sylvia Wetzel zu > Achtsamkeit und Mitgefühl kamen ca. 50 Teilnehmer.

An der Veranstaltung am 17.4.2014 mit Karl Heinz Brisch zu „Säuglinge und Kleinkinder“, Band 2 der Reihe Bindungspsychotherapie haben ca. 100 interessierte Therapeuten teilgenommen.

Beide Veranstaltungen wurden von unseren Autoren und den Lektoren Christine Treml und Heinz Beyer interessant und informativ gestaltet. Das Publikum war sehr interessiert und beteiligte sich engagiert an den abschließenden Fragerunden.

Im Anschluss an die Präsentationen wurde den Teilnehmern eine Signierstunde in der Kongressbuchhandlung angeboten, die von vielen auch zum Bücherkauf genutzt wurde.

Friederike Kamann und Axel Mack
23.04.2014

Lesebericht: Jonathan Lethem, Der Garten der Dissidenten

Dienstag, 22. April 2014

> Nachgefragt: Jonathan Lethem, Der Garten der Dissidenten
> Lesung: Jonathan Lethem, Der Garten der Dissidenten

Jonathan Lethem hat einen Roman über eine Familie von Immigranten aus Osteuropa und Dissidenten in Queens verfasst. Der Roman beginnt in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts, spielt in Sunnyside Gardens im Stadtteil Queens in New York, und erzählt eine achtzigjährige Geschichte vor 1939 über Chruschtschows Kritik am Stalinismus 1956 bis zum Öffnen der Stais-Akten nach 1989. Die Familie kommt in Kontakt mit der KP, später mit den Protestliedern der 60er Jahre und den Kommunen der Hippies in Manhattan. Es geht um mehrere Generationen einer Familie mit Ihren Konflikten und Träumen. Es geht um das Scheitern von Idealen, Ideen und politische Ambitionen. Gleich zu Beginn bekommt Rose Zimmer Besuch, der sich schnell als sehr unangenehm und als eine Art Abrechnung erweist. Kompromisslos bekommt Rose die Unerbittlichkeit der Partei einschließlich von Sol Eaglin zu spüren: „Sol und sie hatten fast zehn Jahre lang dieselben Verrenkungen erlitten: die der Partei und die des anderen.“ (S. 29)

Rose fühlt sich für ihre Ideale bestraft, hält aber nur noch mehr an ihnen fest. Sie soll wegen einer Affäre mit einem schwarzen Polizisten („Police Lieutenant Douglas Lookins war der Liebhaber, den sie verdiente.“ S. 197) aus der kommunistischen Partei Amerikas ausgeschlossen werden. Kurz vorher hatte man bereits ihren deutsch-jüdischen Ehemann Albert, der aus Lübeck stammt, als Spion in die DDR geschickt. Rose, die ‚Rote Königin‘ von Queens bleibt ihren Weltanschauungen treu. Ihre Tochter Miriam, von der es zuerst noch hieß „Miriam war eine Bolschewistin der fünf Sinne“ (S. 41), wurde mit 16 flügge und flog aus. Später flieht in die New-Age-Bewegung. Ihr Sohn wächst in einer Welt auf, in der gesellschaftliche Ideale bloß noch belächelt werden. Alle Beteiligten halten alle an ihren utopischen Träume fest und wissen, dass in Amerika jeder radikale Lebensentwurf mit Hass oder Gleichgültigkeit stößt. Die Geschichte führt die Porträts der Stadt New York fort, die Lethem schon in Motherless Brooklyn, Die Festung der Einsamkeit oder Chronic City vorgestellt hat.

Jonathan Lethem bei einer Lesung anlässlich einer Veranstaltung zur Leipziger Buchmesse >>>

Die verwickelte Geschichte der Verhältnisse aller Protagonisten untereinander wie die zeitlichen Sprünge unterstreichen ihr Gefühl, sich mit ihren Idealen nicht an ihre Zeit anpassen zu können. Die Personen sind voneinander abhängig und immer wieder wird das Verhältnis zu Rose – sie ist nie zu bremsen („Roses Kommunismus, der Kernquotient aus Wissen und Glauben.“ S. 193) und immer wieder aktiv – oder zu ihrer Tochter von verschiedenen Personen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Miriam kommt bei den Hippies unter und ist 1979 in Nicaragua. Sergius ist ihr Sohn, der irgendwie aus der Art schlägt. Die vielen Einzelheiten und Ereignisse, die ausführlich dargestellt werden, lassen autobiographische Elemente des Autors vermuten. Da ist noch der Sohn des Polizisten, mit dem Rose zusammen ist: Cicero, der Literaturprofessor wird.

Eine Familiensage, in der sich Geschichte und Erinnerungen („Dreiundvierzig Jahre später…“ S. 99) die fortlaufende Handlung teilen. Weitere Personen wie Lenin Angrush, Roses Vetter zweiten Grades, konstituieren sich ausdrücklich über ihre Geburt, Erinnerungen an ihre Kindheit und über besondere historische Ereignisse wie Chruschtschows Kritik am Stalinismus 1956 (vgl. S. 126). Seine Eltern flohen nach Israel, er blieb: „Rose und Miriam bildeten seinen Kompass…“ (S. 132) Tommy Gogan will Miriam heiraten, macht ihr seine Aufwarten, sie erspart sich jede Kritik: „Roses Kummer ertrank augenblicklich im Meer der Zeit, in der Gleichförmigkeit, die die Jahre dem Dasein jedes Menschen auferlegen.“ (S. 206) Der Satz sitzt, als Resümee dieses Romans. Aber das ist längst nicht alles: „Miriam und Tommy sprachen von Zielen und Protesten…“ (ib.), sie bleiben ihren Ursprüngen treu und passen sich nur an, wenn es gar nicht anders mehr geht. Tommy Geoghan kam aus Ulster, hatte aber seine Herkunft frisiert (vgl. S. 212)

Hat man die Struktur des Buches im Griff, wird klar, dass der Satz von > > Klett-Cotta stimmt, „das Buch öffnet sich wie eine Faust“, man wird neugierig, wie macht Lethem das genau, seine Leser in den Bann dieser Familie zu ziehen? Sind des die vielen Einzelheiten, die Geschichten, in denen er die Verhältnisse der Personen zueinander und gemeinsam zu ihrer Epoche konstruiert oder ist es das Verhältnis der fortlaufenden Erzählung, die die Erinnerung an frühere Begebenheiten als weiter Handlung nutzt? und da sind dann noch die STASI-Akten mit den Briefen von Albert, Miriams Vater, aus dem Werkhofinstitut Rosa Luxemburg (dem „Garten der Dissidenten“) an seine Tochter. 14. Oktober 1958: („Unser Wirken für die Sache des internationalen Kommunismus in den Vorkriegsjahren war zwar ehrlich, aber abgrundtief naiv.“ (S. 295) 1978 bittet Miriam ihren Vater, ihr nicht mehr zu schreiben.


Jonathan Lethem
> Der Garten der Dissidenten
1. Aufl. 2014, aus dem Amerikanischen von Ulrich Blumenbach (Org.: Dissident Gardens), 476 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-50116-2

Nachgefragt: Konflikt und Verantwortung – Bernd Schmid

Mittwoch, 16. April 2014

Gerade ist de jüngste Ausgabe 2/2014 der Zeitschrift > konfliktDynamik bei Klett- Cotta erschienen. Aus diesem Anlass haben wir schon kürzlich schon Rudi Ballreich interviewt: > konflikt Dynamik 2/2014: Kalte Konflikte zwischen Menschen und Organisationen. Gestern ist unser Blog mit dem > tragbaren TV-Studio nach Wiesloch gereist, um mit dem Kolumnisten der konfliktDynamik, Bernd Schmid zu sprechen.

Bernd A. Schmid hat gerade auf den > Petersberger Trainingstagen den Life Achievement Award erhalten. Das ist die höchste Auszeichnung eines Lebenswerks in der Weiterbildungsbranche. Er ist heute einer der profiliertesten Lernkulturentwickler Deutschlands. Er stammt aus Waiblingen/Rems, war ursprünglich Diplom- Handelslehrer, dann hat er Psychologie und Pädagogik studiert. Er verfügen über eine Weiterbildung als Gesprächspsychotherapeut in der GwG Gesellschaft für Personenzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V. In Aix-en Provence haben er die 1979 die internationale zum klinischen Transaktionsanalytiker absolviert. Es folgte eine Weiterbildung zum Lehrtherapeut und Lehrsupervisor in Transaktionsanalyse, die er durch ein internationale Prüfung in Barcelona 1984 abgeschlossen hat.

Schmid war Lehrassistent für Nationalökonomie Universität Mannheim, Dozent für Beratungspsychologie an der Fachhochschule der Bundesanstalt für Arbeit Mannheim Psychotherapeut und Studienberater Universität Heidelberg; danach freiberuflicher Therapeut, Berater und Lehrtherapeut in priv. Praxis. 1984 hat er zusammen mit Dr. med. Gunthard Weber das Institut für systemische Therapie und Transaktionsanalyse gegründet, das 1993 in das Institut für systemische Beratung ISB Weiterführung als Fachinstitut für PE + OE (Personal- und Organisationsentwicklung) umgewandelt wurde.

Schmid ist Mitgründer und Vorsitzender des Präsidiums des Deutschen Bundesverband Coaching DBVC,
Gründer und langjähriger Vorsitzender der Gesellschaft für Weiterbildung und Supervision GWS, Mitgründer des forum humanum. Er ist Preisträger des Eric Berne Memorial Award 2007 der Internationalen TA- Gesellschaft in San Francisco und des ITAA 
Wissenschaftspreises 1988 der Europäischen TA-Gesellschaft EATA in Blackpool UK. Das von Ihm gegründete Institut für systemische Beratung (isb) zählt mit mehr als 4.000 Alumni zu den renommiertesten Weiterbildungsinstituten im Bereich Coaching, systemische Beratung und Organisationsentwicklung. Wir haben Herrn Schmid nach den Aufgaben seines Instituts gefragt:

Was sind Konflikte?
 „Doch sind Konflikte nicht in erster Linie Ausdruck von und Beitrag zur Kultur?“ hat er in seiner Kolumne im Heft 1/2014 geschrieben.
Er schreibt: „Wäre es vielleicht besser, anstatt den Konflikt zu lösen, die Wirklichkeit darum herum so zu verändern, dass er sich anders darstellt und an Bedeutung verliert?“ Ist das ein Lösungshilfe?

Konflikt und Verantwortung, 2/2012: Viele Konflikte sind Komplexitätskonflikte. Schmid nenn ein „Kulturbegegnungsmodell der für Kommunikation“, was hat es damit auf sich? 
In diesem Zusammenhang spricht er von „einem gemeinsamen Wirklichkeitskorridor“ Könnte man nicht auch „Wahrnehmungskorridor“ sagen?

„Oft werden lösbare Konflikte solange verschleppt, bis sie sich zu Dilemmata (Messmer/Schmid 2005, S. 71 – 81) entwickeln.“ Etwas über Konfliktlösung lernen heißt auch potentielle Konflikte besser erkennen zu können?

Wie unterscheiden Sie zwischen Konflikt und Konfrontation?

Seine Kolumne im 2. Heft der Konflikt-Dynamik 2014 hat die Überschrift „Ermüdungsbruch“
. Manchmal sind Ansätze zur Konfliktlösung hoffnungslos…?

„Identität und Abgrenzung“ lautete die Überschrift Ihrer Kolumne in der KonfliktDynamik im ersten Heft 2014.
Hier geht es um Feinmechanik der Mediation. Herr Schmid möchte mit einem Vorschlag eine Diskussion anregen: „Da sich Professionelle aus der Beratungsbranche bei der Identitätsbestimmung oft in unproduktiven Abgrenzungsdiskussionen zu verfangen drohen, möchte ich ein Metamodell für die Klärung von Identität ein- führen, das Modell »Randschärfe und Kernprägnanz«. Worum geht es dabei, wollten wir wissen? – „Die randscharfe Denktradition ist auch für übermäßige Orientierung auf Grenz- und Zuständigkeitssicherung in Organisationen mitverantwortlich.“ Also auch möglicherweise konfliktträchtig?

„Von manchen Zuständigkeiten erfährt man erst dadurch, dass man in die Grenzen verwiesen wird, wenn man sich um »verwaiste« Zuständigkeiten kümmert. Metaphorisch gesprochen werden zu viele Ressourcen darauf verwendet »Claims abzustecken und zu sichern«, anstatt das Land zu kultivieren und den Raum produktiv zu füllen.“ Wie könnte man das ändern? Sind wir wieder beim Kulturbegriff?

Siehe auch:
Bernd Schmid Oliver König den, Train the Coach: Methoden. Übungen und Interventionen für die professionelle Weiterbildung von Coachs, Teamcoachs, Change-Agents, Organisationsentwicklern und Führungskräften, Reihe Managerseminare März/April 2014

> KonfliktDymanik bei Klett-Cotta

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