Verlagsblog

Archiv für Oktober 2015

Nachgefragt: Nigel Barley, Bali. Das letzte Paradies

Montag, 26. Oktober 2015

barley-paradies

Erst der Lesebericht, dann der Beitrag Nachgefragt… mit Unterstützung > unseres TV-Studios… – das System könnte man ja vielleicht sogar als urheberrechtlich geschützt bezeichnen, da wir es hier seit den ersten Tonbandaufnahmen z. B. mit Peter Bender so halten, und Leseberichte sich gegen > Rezensionen abgrenzen sollen. Dieses Mal fehlt noch der Lesebericht. Den werden wir aber nachholen. Gelesen haben wir das Buch schon – auf der Reise von Blois nach Berlin. „Affen sind den Menschen viel zu ähnlich, als dass sie niedlich wären.“ S. 31 Und der Erzähler erklärt, wie der Haushalt von Walter funktionierte: „Er war eine freie Verführungswirtschaft… Titipan,“ erklärte Walter.“

Auf der Frankfurter Buchmesse haben wir mit dem Anthropologen Nigel Barley nach seinem Buch > Das letzte Paradies, das von den wilden Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts erzählt, gesprochen. Wir haben ihn natürlich vor allem nach Walter Spies (1895-1942), diese schillernde Persönlichkeit befragt und wollten von Barley wissen, ob Bali der Inbegriff exotischer Schönheit, freizügiger Sexualität und beeindruckender Kultur, wirklich so existierte oder ein Mythos war? Künstler kamen in das Inselparadies, die Reichen und Berühmten folgten. Treffpunkt war das Haus von Walter Spies – deutscher Ethnologe, Musiker, Naturforscher und Maler:

Nigel Barley,
> Bali. Das letzte Paradies
Roman, aus dem Englischen von Anke Burger (Original: Island of Demons)
1. Aufl. 2015, 271 Seiten, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-608-98028-8

Vorgelesen: Judith Holofernes, Du bellst vor dem falschen Baum

Freitag, 23. Oktober 2015

Judith Holofernes hat ihren ersten Lyrikband vorgelegt. Vanessa Karé ist Illustratorin, lebt in Berlin, und hat die Zeichnungen zu ihren Gedichten gemacht.

Du bellst vor dem falschen Baum lautet der Titel dieses Gedichtbandes. Ein Titel, der uns um eine neue Redewendung bereichern soll. Einmal spricht die Autoren selber: „Ich geh spazieren/auf allen vieren/Ich spreche mit Tieren…“ Darum geht es also, um die Tiere.

„Der Maki ist/Dramatiker“ (S. fehlen zugunsten der Illustrationen), Lemuren. „dieses Affen Anmut“, „Dieser Vogel heißt Sekretär“, dann der Tuberkelhokko, einmal konzentriert lesen, und dann erst fehlerfrei laut vorlesen! Geht doch.

Judith Holofernes auf dem Stand von TROPEN und Klett-Cotta auf der Frankfurter Buchmesse 2015:

5494-500

© Heiner Wittmann, 2015

Jetzt kommt der Marabu dran. „Wozu braucht man /den Marabu“ + Doppelseite mit Illu zum Aufklappen. Super. Vollmeise immer besser als ein Steiffmeise. Rehe (I) „Eine Wiese mit Rehen – sehr schön. Rehe (2): „Im Zug sammel ich Rehe“. Kuh im Allgäu: „BALING“ „sie schwingt mit/im Klingen der Zeit“. Schaf, das ist etwas zum Einschlafen oder auch nicht. Wiesel, das verrät wieder den Einfluss von Morgenstern: „klackklackklack“.

Ich mag auch keine Wespe: „ich glaub, das Tier ist nicht ganz dicht“. Die Qualle: „Olle Qualle“ mit Nachgedanke. Zum Üben, nicht zu lange, da ist der Gecko mit 4 Zeilen gerade recht. Gecko. Aber auch vier kurze Zeilen sind nciht einfach zulesen, berücksichtigen Sie die Pausen. Gecko.

Oktopoden hätten Ihnen auch gleich Hoden einfallen lassen? Tiefseefische. „Fischlclowns“, „Tiefseebarsch“ „Monsterrachen“ + Aufklappseite, unten in der Tiefsee. Echolot „raus aufs/Meer. „Schau“ „graue Schatten“. Krill „ich wird niemandem sagen/wo ich bin“. Hund 1: „Der Hund wird nicht sagen wo ich bin“.

Jetzt wird es wieder so richtig schwierig, am besten zu Hause alleine zweimal laut und einmal laut aber ohne jeden Fehler vorlesen, bevor Sie das Gedicht in einem größeren Kreis zum Besten geben: Labradoodle: „Ach, gebt mir einen Doodlerudel…/Godzillapoo“. Vielleicht müssen Sie mehrmals ansetzen. Darf kein Fehler beim Vorlesen vorkommen.

Bitte öffnen Sie das folgende Fotoalbum mit einem Doppelklick auf ein Foto erst, wenn diese Seite ganz geladen ist:

Da ist er Hund 2; „ich sag/Du bellst vor dem falschen Baum“. Jetzt kommt noch der Wolf: „Du bist ein Wolf“. Und endlich auch ein Elefant: „wenn ich muss/trage ich dich/über den Fluss“, gefolgt vom Erdferkelinfant: „Im Zoo von Cincinnati wars…“. Ein Raubtier „immer entlang der Käfigwand/auf dieselbe Weise“. Ozolot: „Pfote hoch“. „Guck da ist der Fuchs, der rote!“ Kakadu „du Kacker, du“ und noch das Gnu: „Macht so was Buh?“, das Wisent „schau, ein Wisent /schau mal. wies rennt!“ Rentier „Oh gnadenvolle Weihnacht“. Oppossum und Faultier sind auch drin.

Vorlesen! Beim Anklingen-lassen zu Hause, gucken, ob der Klang der ersten Seiten bei den Zuhörern ankommt, – > Gustave Flaubert machte auch eine „épreuve du gueuloir“, eine Maulprobe, um seine Texte seinen Freunden vorzulesen, sie mochten sie oder auch nicht.“ > Vorgelesen: Zwei schwarze Jäger, – war ich nach einer Stunde fast schon halb durch: Nicht zu schnell, prononciert, fehlerfrei diese Gedichte lesen! Fangen Sie mit dem Gecko an. Das ist kurz: „Gecko weg“. Und dann steigern Sie sich und die Zuhörer mit den etwas schwierigeren Gedichten, oder Sie fangen vorne an und suchen, ob es nicht doch eine Tierordnung gibt, von ungefährlich bis gefährlich? oder von klein bis groß, von langsam bis schnell, oder von leicht bis schwer, oder gar von hübsch bis gruselig. Also entweder vorlesen, oder beschwingt mit Lust auf neue Abenteuer die Söhne und Töchter mit in den Zoo nehmen, ein guter Vorwand, selbst mal wieder dorthin zu kommen, oder selbst Tiergedichte Der Esel, Das Kamel oder der „Wal“ schreiben, um mal zu gucken, ob man das selber auch so machen kann wie Judith Holofernes. > Bitte erwerben Sie ein Exemplar, meines geb ich nie wieder her, das brauche ich dauernd zum Vorlesen: Der Wolf, dann das Labradoodle, dann doch schon wieder der Marabu, ja gut, der Elefant kommt auch noch dran. Und wenn ich mal gerade nicht draus vorlese, steht es neben Morgenstern und Gernhardt im Regal.

> judithholofernes.com/

Illustrationen: > www.vanessa-karre.com

Judith Holofernes: Du bellst vor dem falschen Baum
1. Aufl. 2015, 104 Seiten, gebunden, 2 Ausklapptafeln, durchgängig vierfarbig illustriert von Vanessa Karré
ISBN: 978-3-608-50152-0

Nachgefragt: Judith Holofernes, Du bellst vor dem falschen Baum

Freitag, 23. Oktober 2015

Judith Holofernes hat ihren ersten Lyrikband verfasst. Vanessa Karé ist Illustratorin, lebt in Berlin, und hat die Zeichnungen zu ihren Gedichten gemacht.

Du bellst vor dem falschen Baum lautet der Titel dieses Gedichtbandes. Und bevor morgen, wenn das Buch endlich im Buchladen erscheint, hier auf dem Blog der Bericht von Vorlesen erscheinen wird, zeigen wir jetzt das Video, das das Gespräch mit Judith Holofernes auf dem > Stand von Tropen/Klett-Cotta auf der Franfurter Buchmesse zeigt.

Judith Holofernes kommt aus Berlin, sie ist Musikerin, Songschreiberin und Autorin. Als Sängerin und Gitarristin der Band Wir sind Helden hat sie Musikgeschichte geschrieben. Ein Soloalbum Ein leichtes Schwert ist Anfang 2014 erschienen. Danach haben sie sich den Tieren zugewandt und angefangen, Tiergedichte zu verfassen. Was fasziniert Sie an Tieren? Wieso Tiere und Gedichte? wollten wir von ihr wissen. Sie wuchs mit Tieren auf? Einem ganzen Stall von Tieren?

Werden Tiere von den Menschen genügend respektiert? Wie sind die Zeichnungen in Ihrem Buch entstanden, hat Vanessa Karré ihre Gedichte gelesen und die dann alleine illustriert oder haben Sie sich über die Gestaltung der Bilder vorher gesprochen) Was war zuerst da die Illustrationen oder die Gedichte? Für wen haben Sie die Tiergedichte geschrieben? Für Ihre Fans, für die Tiere?

Sie kommen gerade Konzert in München Wir. Stimmen für Geflüchtete Menschen – wie muss Deutschland die Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten empfangen?

> judithholofernes.com/

Illustrationen: > www.vanessa-karre.com

Judith Holofernes, >
Du bellst vor dem falschen Baum
1. Aufl. 2015, 104 Seiten, gebunden, 2 Ausklapptafeln, durchgängig vierfarbig illustriert von Vanessa Karré
ISBN: 978-3-608-50152-0

Klett-Cotta und Tropen auf der Frankfurter Buchmesse 2015

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Mittwoch kommt man an, orientiert sich, sieht die ersten Neuerscheinungen, trifft die ersten Bekannte wieder… Donnerstag hat man sich eingewöhnt… Und Freitag reisen manche schon wieder ab… und am Samstag ist das Gehen durch die Gänge nur mit Trippelschritten zu machen, zu groß ist der Andrang. Eigentlich könnte die Buchmesse als Fachmesser länger dauern. Ich habe noch nicht alles gesehen… sagen die meisten. Aber zur Erinnerung zeigen wir hier die Fotos vom Stand von Klett-Cotta:

Bitte öffnen Sie das folgende Fotoalbum mit einem Klick auf ein Foto erst, wenn diese Seite vollständig geladen ist, also der kleine Kreis im Reiter oben verschwunden ist:

Bei Leander Wattig: Bloggertreffen auf der Frankfurter Buchmesse 2015

Sonntag, 18. Oktober 2015

Im Orbanism-Space hatte > Leander Wattig auf der Buchmesse zu einem Bloggertreffen am Freitag, 16.10. 2015 um 14.00 Uhr in Halle 4.1, B73 geladen:

So viele Blogger auf 112 qm². Und wir haben Kontakte geknüpft und Visitenkarten bekommen: Monika Firley > Tintenhain – der Bücherblog, Yvonne Augustin > Yvi’s kleine Wunderwelt: “ Mein Fazit vom ersten Tag: … 5.) Wir brauchen auch ein Bloggersofa oder eine Blogger Lounge, wo wir uns alle treffen können.“ , Mira B. > Miras Bücherwelt, Claudia Grajek > Zwinkerlingsbibliothek, Annette Becker, Nette Bücherkiste mit der Besprechung von > Sachbuch: Sabine Bode: Die vergessene Generation und Digitur – Literatur in der digitalen Welt Universität Duisburg-Essen mit einem > Orbanism-Dialog mit Judith Holofernes (14.10.2015) und www.lustzulesen.de.

Bitte öffnen sie das folgende Fotoalbum mit einem Doppelklick auf ein Foto erst, wenn diese Seite vollständig geladen ist:

Noch mehr Fotos bei Papiergeflüster: > Das war: das Bloggertreffen auf der #fbm15:

Lesebericht: Merkur 797 Oktober 2015

Montag, 5. Oktober 2015

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Das Oktoberheft mit der Nummer 797 bietet zuerst einen Beitrag von Burkhard Müller, in dem er seine Pilgerreise zum Grabtuch von Turin erzählt: > www.sindone.org: „Dein gemartertes Antlitz“. das in diesem Jahr wieder ausgestellte Grabtuch (um 1300 entstanden) „oszilliert zwischen Reliqiue und Ikone“ (S. 10). Marcus Twellmann, schlägt etwas zu einer „Archäologie der Digital Humanities“ vor: „Gedankenstatistik“. Genau recherchiert und man wundert sich, alles schon mal dagewesen. Twellmann zitiert u.a. aus Adolf Bastians > Der Mensch in der Geschichte. Zur Begründung einer psychologischen Weltanschauung (860), wo sich im >dritten Band, S. 428 ff.) der Titel seines Beitrags findet:

Thomas Etzemüller hat sich einem Bereich der Wissenschaft zugewandt, der kaum berücksichtigt wird: Es geht um die „Selbstdarstellung im Wissenschaftsbetrieb“: Ins „Wahre“ rücken. Wissenschaftler bei der Arbeit, so gezeigt, als sei ihre Lehre ständig eine Art Performance: Körper = Auftritt. Sprache und Handlungen werden inszeniert. Man könnte sagen, je besser der Auftritt, umso ruhiger die Klasse. Ein ganzes Forschungsfeld tut sich auf. Lesen Sie diesen Beitrag, und Sie erwischen sich dabei, wie Sie bei Ihrem nächsten Auftritt mit Sicherheit dran denken. Mit für den MERKUR so ganz ungewohnten aber tollen Fotos vom Auftritt Max Benses.

Simon Rothöhler hat sich Tom »Terrific« Cruise genau angesehen. > Lip Sync Battle with Tom Cruise:

Harald Bodenschatz berichtet in seiner Urbanismuskolumne Über das »Bauhaus« und seine Geschichte in Weimar und Dessau. Wolfgang Matz hat den Briefwechsel zwischen Theodor W. Adorno und Gerschom Scholem gelsen, in dem beide das schwierige Verhältnis zu Walter Benjamin thematisieren.

Marginalien. Hans Kundnani sieht hält die Eurokrise für einen Schatten auf der Wiedervereinigung. Thomas Mayer fühlt den diskreten Charm der Deflati. Paul Kahl war im Schillerhaus in Weimar. Stephan Herczeg setzt sein Journal fort.

Buchmesse 2015: Klett-Cotta verkauft Fanartikel – Stand D 147 ist in Halle 3.1

Montag, 5. Oktober 2015

worldbuilders

Auf der Frankfurter Buchmesse werden wir am Sonntag den 18.10.2015 exklusive und limitierte Fanartikel verkaufen, desssen Erlös an die > Worldbuilders gespendet wird! Unser Stand D 147 ist in Halle 3.1 zu finden.

> Worldbuilders ist eine von Patrick Rothfuss gegründete gemeinnützige Organisation, welche zusammen mit Heifer International arbeitet.

> Nachgefragt: Patrick Rothfuss, Die Musik der Stille

Lesebericht: Frans de Waal, Der Mensch, der Bonobo und die zehn Gebote

Montag, 5. Oktober 2015

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Wir arbeiten unser > Leseprogramm ab. Die Vielfalt bei Klett Cotta. Diesmal ein Sachbuch: > Der Mensch, der Bonobo und die Zehn Gebote. „Woher kommt die Moral?“ steht auf U4. Frans de Waal, der weltbekannte Primatenforscher, erklärt aus seiner Sicht die Zusammenhänge zwischen Moral und Religion mit einem Blick auf Primaten und andere Tiere. Ihr Universum ist gottlos, aber diese Menschenaffen handeln überraschend gerecht, kooperativ und empathisch. Aus seinen Beobachtungen schließt de Waal, Moral muss älter sein als Religion. Trotzdem ist er überzeugt, dass Religion und Humanismus einen Beitrag zu einer funktionsfähigen Gesellschaft leisten.

„Glaubt irgendwer im Ernst, unserer Vorfahren hätten keine sozialen Normen gehabt, bevor sie die Religion entdeckten? (S. 11) „Ich bezweifle jedoch, dass Moralität von oben verordnet werden muss. Kann sie nicht von innen heraus kommen?“ (S. 30)

Boschs berühmtes Triptychon Der Garten der Lüste (1503-1504) zeigt die ganze Ausgelassenheit der Figuren vor dem Sündenfall oder der ist gar nicht vorgesehen. Eine Welt ohne Gott? Welche Stellung hat die Religion? Und ist unsere Humanität in uns angelegt? De Waal ist überzeugt, dass Tiere „sehr wohl über Dispositionen verfügen, die wir als moralisch bezeichnen“ (vgl. S. 12) Um seine These zu erläutern, berichtet er über seine Beobachtungen hinsichtlich des Altruismus und der Empathie (bes. auch S. 180 ff.) in der Tierwelt. De Waal kann mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen, die aus unendlich vielen Tierbeobachtungen stammen, den Leser beeindrucken. Hinsichtlich unserer Verwandtschaft mit den Menschenaffen ist Demut angesagt: „…Wir haben Computer und Flugzeuge, aber unser psychologische Verfassung bleibt die eines sozialen Primaten,“ (S. 29) stellt er fest, wenn es um den Vergleich von Grundbedürfnissen bei Menschenaffen und uns geht. Unsere moralischen Empfindungen und Intuitionen, so de Waal, zeigten eine besondere Kontinuität mit anderen Primaten. (vgl. S. 31)

Der Gemeinschaftsgeist (S. 35) unter den Schimpansen sieht er als Beweis dafür an, das die Elemente der Moral älter sind als die Menschen. Andererseits will er aber mit dieser Bemerkung keinesfalls die Religion aus unserer Gesellschaft verbannen. Ihm geht es darum, „das Bedürfnis nach Religion zu verstehen, als es zu entwerten.“ (S. 35)

„Reziproker Altruismus“ (S. 49) ist eines der Stichwörter, das aus de Waals Tierbobachtungen resultiert und er lässt die Ergebnisse früherer Forscher Revue passieren, um seine eigenen Erkenntnisse einzuordnen. Besondere Aufmerksamkeit lässt de Waal den Bonobos zukommen (bes. S. 90-116). Seine Versuche belegen seine These, dass Schimpansen am Wohl der anderen interessiert seien (vgl. S. 165). De Waal folgert aus seinen Versuchen und Beobachtungen: „Inzwischen lässt sich kaum noch leugnen, dass prosoziales Verhalten keine rein menschliche Eigenschaft ist, sondern auch bei anderen Tieren vorkommt.“ (S. 168) Seine Gegenbeweise erschüttern die „Vorstellung, dass nur Menschen am Wohlergehen der anderen interessiert seien…“ (S. 169) Fotos zwischen S. 176-177 !

Seine Beobachtungen von Gruppenprozessen unter Schimpansen zeigt ihm, wie „Unterdrückung von Impulsen funktoniert“ (S. 204): hier ist für de Waal der Ausgangspunkt für die menschliche Moralität angelegt: „Impulskontrolle ist der Schlüssel zur Moral.“ (S. 204) Vgl. auch Sozialkodex: S. 212 ff. mit seinen Vorschriften: S. 220 ff. De Waal weist auf eine zweite Kraft hinter der Moral hin: Unser hierarchisches Wesen und unsere Angst vor einer Bestrafung. De Waal will nicht missverstanden werden, denn er unterstreicht, dass Menschenaffen nicht im gleichen Sinn moralisch seien wie wir, aber sie zeigten sehr wohl Bestandteile von Moralität: vgl. S. 251. Den Menschen werde das moralische Prinzip keinesfalls von außen aufgestülpt, sondern es stamme aus tief verwurzelten Werten, die schon immer vorhanden gewesen seien. (vgl. S. 306)

Frans de Waal
> Der Mensch, der Bonobo und die Zehn Gebote
Moral ist älter als Religion
Aus dem Amerikanischen von Cathrine Hornung (Original: The Bonobo and the Atheist. In Search of Humanism Among the Primates)
1. Aufl. 2015, 365 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Tafelteil
ISBN: 978-3-608-98045-5

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