Verlagsblog

Archiv für Dezember 2015

Tatort, Sonntag, 27. Dezember 2016

Sonntag, 27. Dezember 2015

Der Tatort heute abend: „Wer bin ich? Heute Abend ist unser Autor Franz Dobler im Tatort um 20.15 Uhr in der ARD zu sehen. Das werde Sie sich bestimmt nicht entgehen lassen.

> Nachgefragt: Franz Dobler, Ein Bulle im Zug – auf unserem Blog

Tatort: Wer bin ich?

Felix Murot und Magda Wächter müssen morgens in das Parkhaus der Spielbank in Wiesbaden kommen. Im Treppenhaus liegt ein Toter gefunden. Während der Spurensicherung läuft, findet Murot im Kofferraum eines Autos eine weitere Leiche. Einer der Toten hatte zuvor einen hohen Geldbetrag gewonnen. Das Geld ist aber weg. War das Geld das Mordmotiv? Dann wird Ulrich Tukur selbst des Mordes verdächtigt. Und so ensteht ein Film im Film.

Lesung: Zülfü Livaneli, Schwarze Liebe, schwarzes Meer

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Bitte öffnen Sie die das folgende Fotoalbum erst, wenn diese Seite vollständig geladen ist, wenn der kleine Kreis oben in der Navigationsleiste verschwunden ist. Mit einem Klick auf ein Foto geht es weiter:

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Lesung im Literaturhaus-Stuttgart
Freitag 11.12.15 20.00 Uhr Ausverkauft
Lesung und Gespräch – Moderation: Sebnem Bahadir
Musik: Yeşim & Akustik Trio

Die Journalistin Pelin will in einem Küstendorf am Schwarzen Meer wegen eines Mordes recherchieren. Dort macht sie die Bekanntschaft mit dem Ingenieur Ahmet kennen, der bei jeder Berührung zurückzuckt. In seinem Haus ist eine sehr merkwürdige Bücherwelt entstanden: „Die Bücher, fast durchgehend literarische Werke, wurden nach einer strengen thematischen Ordnung auf die Räume verteilt.

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Foto: H. Wittmann

> ZÜlfü Lvanelli am 23.3.2011 im Stuttgarter Literaturhaus

An jedem Eingang hing ein Schild, auf dem ich mit einem Architektenstift fein säuberlich das jeweilige Thema geschrieben hatte: Rachezimmer – Eifersuchtszimmer – Liebeszimmer – Geschlechtszimmer – Kriegszimmer – Selbstmordzimmer – Mordzimmer.“ Ahmet fasziniert die junge Journalistin. Beim Erzählen der Lebensgeschichte seines Zwillingsbruders Mehmet bahnen sich Gefühle und Sehnsüchte ihren Weg.

Der Autor und Musiker Zülfü Livanelli stammt aus Konya-Ilgın in der Türkei. In den 1970er Jahren verließ er die Türkei, um 1984 zurückzukommen. Livaneli ist mit seinen Liedern und Kinofilmen einer bekanntesten Künstlern der Türkei. Er war Abgeordneter im türkischen Parlaments, wo er sich für die türkisch-griechische Aussöhnung engagierte.

In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Türkischem Forum

Zülfü Livaneli
Schwarze Liebe, schwarzes Meer
Roman, aus dem Türkischen von Gerhard Meier
1. Aufl. 2015, 303 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-98020-2

Erinnern Sie sich noch? Wie das ganze Literaturhaus gebebt hat?

> Sternstunde im Literaturhaus: Zülfü Livaneli sang für Stuttgart

„Heute abend war Zülfü Livaneli mit seinem jüngst erschienenen Band > Glückseligkeit zu Gast im Stuttgarter Literaturhaus. Die Bundesvorsitzende der Grünen Claudia Roth hat den Abend moderiert und die deutschen Passagen des Romans gelesen. Jocelyn B. Smith sang Lieder von Zülfü Livaneli. Sie wurde begleitet von dem Pianisten Henning Schmiedt. Jocelyn B. Smith war es die den ganzen Saal zum Mitsingen brachte und mit einer geschickten Einladung Livaneli vom Podium holte, der dann auch gesungen hat.“ > Bitte weiterlesen

> Ein Gespräch mit Zülfü Livaneli, Glückseligkeit – 19. Oktober 2008

Zülfü Livanelli
> Glückseligkeit
Roman
Aus dem Türkischen von Wolfgang Riemann (Orig.: Mutluluk)
1. Aufl. 2008, 313 Seiten
ISBN: 978-3-608-93792-3

Weihnachtswunschzettel 2015

Dienstag, 8. Dezember 2015

Wir warten in diesem Monat auf das Christkind…

Straßburger Münster um 2008

Kennen Sie das? Am 10. denkt man an die Weihnachtsgeschenke. Wer bekommt was? Am 14. wird es ernst. Wer freut sich über was? Am 18. wird es höchste Zeit. Was passt zu ihr/zu ihm? Am 20. denkt man sich, weihnachtswunschzettel-2015in vier Tagen ist es soweit… und dann beginnt das eilige Stöbern und Suchen in den Buchläden. Der Moment, in dem man sich über jede passende Empfehlung freut. Der > Weihnachtswunschzettel hat schon Tradition auf unserem Blog. Eine gute Gelegenheit, hier an einige Bücher zu erinnern, die der Autor dieses Blogs gelsen hat und über die er Leseberichte für diesen Blog verfasst hat. Am besten drucken Sie den Wunschzettel aus und bringen ihn Ihrem Buchhändler mit, dann geht alles schneller, und Sie haben ihre Geschenke mit einem Ladenbesuch zusammen.

Zum Herunterladen: > Weihnachtswunschzettel-2015

Zum Herunterladen aus dem Archiv:

> Weihnachtswunschzettel-2014
> Weihnachtswunschzettel-2013

Lesebericht: MERKUR 799 – Dezember 2015

Freitag, 4. Dezember 2015

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Der Frankreich-Schwerpunkt macht diese Ausgabe zu einer spannenden Lektüre.

Cord Riechelmann, 2013 veröffentlichte er Krähen, hat in Paris Philippe Descola – Lévi-Strauss-Schüler – zu seinen Werken und zu den von ihm entwickelten Begriffen befragt. Mit geschickten Fragen entlockt Richelmann Descola seine Werkgeschichte und eine Beschreibung seiner Untersuchungsmethoden, eine Art Werkbiographie, mit der der Leser einen Einblick in die ethnologische Forschung bekommt, die sich bei Descola u. a. auf die Erforschung der Achuar: „Und ich entdeckte die Jivaro, eine große Sprachgruppe von mehr als 100 000 Menschen in Ecuador und Peru, die in verschiedene Ethnien gegliedert ist, die verschiedene Dialekte sprechen. Eine dieser Ethnien war noch nie beschrieben worden: die Achuar.“ (S. 9) Descola vertritt eine präzise Trennung zwischen Ethnologie und Philosophie: „Ein Ethnologe ist jemand, der eine Gruppe von Menschen an einem Ort untersucht, indem er ihr Leben teilt, in einer spezifischen Umgebung zu einer spezifischen Zeit; der also zu beschreiben und zu verstehen versucht, was diese Menschen tun, was sie über sich und die Welt denken etc. Ethnologie ist deskriptiv, analytisch und induktiv.“ (S. 6) – „Anthropologie dagegen ist im weitesten Sinn die Theorie von Menschen und davon, wie sie in der Welt sind.“ (ib.) Wenn Sie dieses Interview gelesen haben, wollen Sie bestimmt mehr wissen:

> Philippe Descola – Collège de France

Helmut Mayer> Philippe Descola: Jenseits von Natur und Kultur Der Stil macht die Welt. „Natur ist nicht, was übrig bleibt, wenn man Kultur fortlässt: Philippe Descola hat ein großes Buch über eine alte Unterscheidung geschrieben.“ FAZ 23.11.2011.

> Dieses Merkur-Heft digital (PDF, epub, mobi)
> Das Heft gibt es jetzt günstig im MERKUR-Probeabo.

Anoine Lilti hat ein in der Forschung wenig gewürdigtes Thema gefunden und erklärt uns die Anfänge der Celebrity-Kultur im ausgehenden 18. Jahrhundert in Frankreich: „Berühmtheit und Ruhm ist nicht das Gleiche.“ (S. 21) Und das stimmt einiges nicht: „…die Medien, die für die Ausgestaltung der Deliberation zuständig sind, befeuern die Kultur der Berühmtheit.“ (S. 35)

Romain Bertrand kehrt den eurozentrischen Blick um. Es soll ein ein Triumph gewesen sein, die erste Überfahrt der Holländer nach Indonesien im Jahr 1596. Liest man die zeitgenössischen javanischen Quellen gibt es von den Holländern keine Spur, und eine triumphale Ankunft hat es schon gar nicht gegeben.

Danilo Scholz untersucht Michel Houellebecq von allen Seiten im politischen und kulturellen Kontext. Eine gute Gelegenheit an einen seiner Auftritte im Stuttgarter Literaturhaus zu erinnern: Dienstag 13.09.05 20.00 Uhr Die Möglichkeit einer Insel. Michel Houellebecq. Lesung und Gespräch, In französischer Sprache, mit deutscher Übersetzung Moderation: Uli Wittmann:

mh

Fotos: Heiner Wittmann

Ekkehard Knörer hat sich in Science-Fiction-Bücher vertieft und schaut mit Ihnen in die Zukunft und beobachtet, wie sich einst die Menschheit auf andere Planeten retten wird. Stefanie Diekmann rezensiert eine neue Roland-Barthes-Biografie: Tiphaine Samoyault, Roland Barthes, Berlin: Suhrkamp 2015. Barthes wäre dieses Jahr 100 Jahr alt geworden.

In den Marginalien Philip Manow schreibt über „Politisches Essen“, Dirk Baecker erklärt Unsicherheitsabsorption bedeutet. Hannes Böhringer hat einen Beitrag mit Grundsätzlichem zur Philosophie verfasst. Leander Steinkopf hat Berlin verlassen und wohnt jetzt in Schwabing: Ein Vergleich. Stephan Herczeg schreibt das letzte Mal für sein Journal.

Lesebericht: Nicole Zepter, Kunst hassen

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Einfach nur, weil diese Idee


pfiffig ist, holen wir mal den folgenden Beitrag vom 29. August 2013 nach oben. Es stimmt, nichts nervt in einem Museum mehr, als das ständige Hantieren der Mitgucker mit allen möglichen elektronischen Geräten, der Tonband-Führer am Ohr, das Handy für Whatsapp in der Hand, zwei andere machen gerad ein Selfie vor Rembrandt, niemand interessiert sich wirklich für die Gemälde, alle gehen hier nur hin, weil es gerad nichts kostet, oder sie stehen gelangweilt vor einem Führer, der ihnen die Kunst näher bringen will. Jemand der lange vor einem Bild steht, ist den andren irgendwie im Weg. Was da (nicht) abgeht, hat Nicole Zepter auf den Punkt gebracht:

Ich mag Kunst und gehe oft in Museen. Nun erscheint ein Buch mit dem Titel > Kunst hassen? Der Untertitel Eine enttäuschte Liebe verriet doch schon, dass es hier ganz und gar nicht, dass hier eine Fundamentalopposition gegen die Kunst im allgemeinen und im besonderen in Stellung gebracht wird. Nicole Zepter, hat Philosophie und Kunst studiert. Sie ist Chefredakteurin des Monats-Magazins > The Germans und residiert in Berlin.

Wie schön könnte Kunst sein. Wann waren Sie zum letzten Mal im Museum? Keine Führung, mit kompetenten Referenten, die den Besuchern erzählen, was sie auf den Bildern sehen (sollten) hat sie gestört, überall war die Aufsicht nett und zuvorkommend, sorgte mit Öffnung der Jalousien für das richtige Fotolicht und wusste genau, in welchem Saal Sie das
bestimmte Bild finden, niemand fühlte sich gestört, als zwischen ihnen und Ihrer Freundin ein heftiger Streit über die Qualität eines der ausgestellten Kunstwerke begann, in vielen Sälen waren Bilder unterschiedlicher Epochen als Anregung zum Vergleich nebeneinander gehängt worden und das lange interessante Gespräch mit dem Herrn, der in Saal 7 die Aufsicht führt, über das Bild an der m-agegenüberliegenden Wand ging ihnen noch am Tag nach dem Museumsbesuch durch den Kopf. Er hatte mich angesprochen, weil ich aufgefallen war, wie lange ich schon vor dem Bild stand: Ihnen gefällt das Bild? Langsam verstehe ich das Bild, hatte der Herr gesagt. Wie lange er schon in diesem Museum sei, 4 Jahre, hatte der Herr geantwortet und gelächelt. – Schön wär’s. Das sind alles nur Ausnahmen. Oder Utopien. Die Kunstwirklichkeit in unseren Museen ist ganz anders.

In diesem Buch kommen die berechtigten Klagen von Nicole Zepter in geballter Form: Wenn die Zuhörer ihren Kunstführern lauschen, und man den ein oder anderen Satz mit aufschnappt, hat man oft das Gefühl, die stehen vor dem falschen Bild. Viele Führungen gewöhnen den Zuhörern das eigene Denken ab. So wie in Ausstellungen das Fotografieren immer verboten ist. Und wenn Sie nach einem Bild suchen, hören Sie oft, das weiß ich nicht, das nicht mein Bereich, oder es gibt nur eine vage Richtung. Museen und Ausstellungshallen sind für Zepter zu Ausstellungsräumen verkommen, in denen eine Auseinandersetzung mit der Kunst schon beim Aufbau der Schau gar nicht mehr stattfinden kann. Museumsbesuche werden zum Ritual, einige Sekunden pro Bild, ein Blick auf das kleine Schild, Namen des Malers und Titel des Bildes, Jahreszahlen, schon nach drei Minuten vergessen. Kaum jemals traut man sich, die Dame neben sich zu fragen, „Finden Sie das Bild auch so schrecklich?“ Oder „Sagt das Bild Ihnen (wenigsten) was?“

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Waren Sie schon mal im > Bode-Museum in Berlin?

In unseren Museen und Ausstellungsräumen sollen Besucher sich wohlfühlen und die Werke der wichtigsten und bedeutendsten Künstler unserer Zeit genießen. Wer kommt dabei schon auf den Gedanken, Kunst zu hassen? Den ganzen Kunstsystembetrieb in Frage zu stellen? Es ist ja auch nicht einfach, zu wissen, was im Museum nicht zu sehen ist. Museen und Galerien haben die Oberhoheit über die Auswahl der Kunst der Kunst gewonnen. Was sie zeigen ist Kunst und duldet keinen Widerspruch. Nee, Sie wollen widersprechen, ach, wissen Sie, Sie haben von der Kunst nichts verstanden.

Kunst wird mit Presseinfos und Katalogen (S. 16) vertrieben. Kopfhörer gibt es dazu. Gelangweilt schlendert man zum nächsten Bild, das eine Nummer trägt, die wird eingetippt und nach drei Minuten weiß man schon den Titel des just präsentierten Bildes nicht mehr: „Ausstellungen sind heute auf die Passivität des Besuchers angelegt.“ (S. 35) Sein eigenes Denken ist nur im Besucherbuch am Ausgang vorgesehen. Ansonsten gilt, „… eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Kunst gibt es nicht.“ (S. 42)

Im Gespräch mit dem Kurator und Direktor des Hamburger Bahnhofs Prof. Dr. Eugen Blume über die Kunst in seinem Museum wird deutlich, wie wenig von den Besuchern ein Verständnis der Kunstwerke erwartet wird. Allerdings will er die Kunst als ein unerschöpfliches Reservoir von utopischen Anregungen verstanden wissen. Professor Blume stellt Kunst aus, „Weil in jeder Kunst ein wertvoller utopischer Gedanke liegt.“ (S. 58) Er kann natürlich nicht anders und betont die Notwendigkeit, Kunst zu Inszenieren. Sei es so. Die Kinder, die im Kunstmuseum von Dijon im Halbkreis vor dem Bild und um die Lehrerin herum auf dem Boden saßen, erzählten eines nach dem anderen was sie auf dem Bild sahen. Das war toll, die Inszenierung des Bildes, seine Hängung spielte keine Rolle. Die Kinder erzählten fast eine halbe Stunde lang nur über das Bild und störten sich nicht, dass ich mitten unter ihnen saß. Für sie war der Museumsbesuch Gewohnheit und Aufregung zugleich. Oder die Kinder die in der Giacometti-Ausstellung im Centre Beaubourg mit Daumen und Zeigefinger (und Feuereifer) nachmachen sollten, wie groß seine kleinen Statuen sind. Die heile Museumswelt, von der Zepter träumt, gibt es auch, die Welt, wo Kunst wirken darf, Anregungen gibt und als Kunst richtig gut ist, wenn der Besucher das Gefühl hat, er hat was gelernt und kann über sie hinausgehen. (Vgl. H. Wittmann, Sartre und die Kunst. Die Porträtstudien von Tintoretto bis Flaubert, Tübingen 1996, S. 183.) – Aber und da legt Nicole Zepter den Finger auf die offene Wunde: Soweit kommt es aber bei den heutigen Museumsinszenierungen nicht mehr: Der Kunstbetrieb hat seine Regeln gefestigt, Widerspruch, gar laute Kritik gehört sich nicht.

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Waren Sie schon mal im > Centre Pompidou in Metz?

Es kommt noch viel schlimmer: „Die Kunst hat sich schon immer mit dem Geld ins Bett gelegt.“ (S. 876) Da bleibt von der Sartreschen Freiheit des Künstlers, der Freiheit als conditio sine qua non, Kunst überhaupt schaffen zu können, nicht mehr viel übrig. Ist es ein Trost, dass er der unbedingten Überzeugung ist, dass Künstler sich mit neuer Kunst immer wieder durchsetzen werden und ihre Freiheit neu erringen und bestätigen können. Zepters Kunstpessimismus ist davon weit entfernt: „Der Kunstbetrieb ist das Opfer seiner eigenen Vermarktung geworden,“ stellt sie fest. „Einige wenige bestimmen, was die Öffentlichkeit als wertvolle Kunst wahrnimmt.“ Die permanente Vereinnahmung von Kunst und Künstler? Soweit würde sie wohl nicht gehen. Eher der Besucher, wie schon ausführlich geschildert. Ist das Publikum wirklich doof? (S. 96) Keineswegs, nur es erduldet mehr durch die Kunstinszenierung durch die Kunstwerke selbst, für die es dann keine Zeit mehr hat.

„Kunst wird nicht beschützt, sie wird regelrecht bewacht.“ (S. 109) „Spießrutenlauf“ und die Aufseher empfangen die Besucher mit bösen Blicken als ob Sie Messer oder Spraydosen in den Taschen hätten, und man fühlt sich als „pöbelnde Eindringlinge“. Und trotzdem kann geschickte Museumspädagogik viel aus diesen Häusern machen, zwei Beispiel stehen oben.

Nicole Zepter zitiert Ernst Barlach (1870-1938) „Zu jeder Kunst gehören zwei: einer der sie macht, und einer, der sie braucht.“ Noch besser passt Sartres Feststellung, ein Geisteswerk entsteht erst dann, wenn Autor und Leser zusammenarbeiten, das steht in Qu’est-ce que la littérature? (1947) und darf als Grundlegung der Rezeptionsästhetik gelten. Kunst richtet immer einen Appell an den Betrachter, der bleibt auch, wenn die Institutionen, die Aufseher, das Geld, das ganze Drumherum dem Kunstgenuss im Wege stehe. Den Appell der Kunst der Kunst wieder vorbehaltlos wahrnehmen, das ist der Appell, den Zeppelin an uns richtet, wir als Betrachter sollen wieder uns ganze Freiheit gegenüber der Kunst wahrnehmen, wodurch die Freiheit der Kunst auch wieder gestärkt wird. Kunst hat das Potenzial, den Kunstbetrieb wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

Zeppelins Buch ist eine wunderbare Anregung, unter neuen Voraussetzungen ins nächste Museum zu eilen:

Waren sie schon mal im > Kunstmuseum am Stuttgarter Schlossplatz?

> Kunstmuseum, Stuttgart
Nicole Zepter
> > Kunst hassen. Eine enttäuschte Liebe
1. Aufl. 2013, 136 Seiten, broschiert, Leinenüberzug
ISBN: 978-3-608-50307-4

BR > Streitschrift „Kunst hassen. Eine enttäuschte Liebe“ – Ein Beitrag von: Cordsen, Knut Stand: 23.08.2013

daserste.de > Buchtipp „Polemik“

> ¿Kunst hassen – Eine enttäusche Liebe¿ – SWR II -Sendung vom Samstag, 24.8. | 8.10 Uhr | SWR2

Literatur – Sachbuch – Blog – Klett-Cotta
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