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Geschafft: Unser Blog ist heil aus Night Vale zurück

19. März 2016 von Heiner Wittmann

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Wir haben es geschafft, wir sind aus King City heil zurück. Und können jetzt auch einiges über Night Vale erzählen: > Willkommen in Night Valevon Joseph Fink und Jeffrey Cranor ist gerade bei Klett-Cotta erschienen. Hier unser > Bericht übers Lesereise nach Night Vale und hier der Lesebericht:

Spannung pur. Nein wir werden nicht die Geschichte auch nur annähernd resümierend hier wiedergeben, um ja nicht die Leseaufregung zu beeinflussen. Unsere Kollegen haben uns zu Recht von diesem Roman vorgeschwärmt. Wenn man ihnen begegnet, auch wenn wenn alle in Eile sind, und man sagt „Night Vale“, bleiben sie stehen und fangen sofort an, von dem Buch an zu schwärmen. Wann? „Uhren und Kalender funktionieren nicht in Night Vale. Die Zeit selbst funktioniert nicht.“ (S. 9) Also alles ist ganz ungewiss, und beruhigend, ein Zuspätkommen gibt es also gar nicht mehr. Und das Pfandleihhaus von Jackie Fierro hat seine ganz eigenen Gewohnheiten. Aber dann kommt ein Mann mit einem Zettel in ihr Ladenlokal und will ihn verpfänden. Jackie geht auf den Handel ein und kommt von dem Papierschnipsel auf dem KING CITY steht nicht mehr los.

> Die Website zum Buch Night Vale

Schreibgeräte in Night Vale? Gibt es nur im Museum der verbotenen Technologien, weil jede Art von Schreibgerät schlicht und einfach verboten war. Könnte dem öffentlichen Wohlergehen schaden. Jeder schreibt trotzdem – heimlich (vgl. S. 24)

Und zwischendurch immer wider die Stimme von Night Vale mit allerlei Obskuritäten, als ob man im Vorbeigehen immer wieder ein wenig Radio hören würde. Irgendwelche Lichter tauchen auf und sind eine Meldung wert.

Nichts passt in Night Vale aus unserer heutigen Sicht so richtig zusammen, aber die Bewohner haben „selbtgeschusterte Systeme“, wie sich ihre Welt oder ihre Stadt, die sie nie verlassen, erklären. (cf. S. 35) „Das Leben eines Menschen ist bloß das, was er tut,“ (S. 43) klingt fast nach Sartre. Immer wieder kreist die Geschichte um die Suche nach dem Mann mit dem hellbraunen Jacket und dem Hirschlederkoffer. (vgl. S. 61) Wird er sich zu erkennen geben? Gibt es ihn überhaupt? Nein ich verrate nichts.

Bibliotheken, und besonders die in Night Vale sind ganz besonders gefährliche Orte. Am besten man fasst gar nicht erst den Plan, sich dorthin zu begeben. Da ist noch Diane Crayton mit ihrem Josh. Sein Vater macht sich ein Jahr nach seiner Geburt aus dem Staub. Wie hat Troy es geschafft, die Stadt zu verlassen?

Polizei? Die wurde als ein Sicherheitsrisiko empfunden und durch eine Geheimpolizei des Sheriffs ersetzte. (vgl. S. 86) Verstöße beschreibt sie in freien Versen. Später wird berichtet, dass die Bürger vor den Knöllchen solche Angst haben, dass sie sie freiwillig schon vor dem zu schnellen Fahren bezahlen, um sich Ärger zu ersparen. (vgl. S. 126)

Die Topographie um Night Vale scheint gar nicht zu existieren. Macht man sich auf den Weg nach King City geht die Reise los und endet dann bald in – Night Vale.

Haben Sie schon mal eine falsche Nummer auf Ihrem Handy getippt? In Night Vale machen sie das nur einmal und wischen sich dann das Blut von den Fingern. Niemand stört sich an den „Abertausend Abhörgeräten“ in der Stadt: die total technisierte Stadt. Heute landen ja auch viele Briefe in unseren Briefkästen, die von Computern ausgestellt werden und dann statt einer Rechnung nur einen kümmerliche Beleg darüber enthalten, dass unser Konto wieder mal automatisch entleert wurde. Bald sollen wir mit unserer Kreditkarte nur an den Kassen vorbeigehen, damit unsere Euros in die Ladenklasse fließen, das würde auch gut nach Night Vale passen, wo das Rathaus nach Büroschluss in „schwarzen Samt“ (S. 145) gehüllt wird. Kein Wunder, dass der offizielle TV-Sender so stark dudelt, dass das Gerät selbst nach dem Abschalten unbeeindruckt das Sendebild einfach weiter zeigt. Verhält man sich nicht ordentlich, guckt einen die Moderatorin irritiert oder böse an. Träumen Sie manchmal? Sie wissen, dass Sie die Träume notieren und im Traumtagebuch in der Bibliothek abzugeben haben? (vgl. S. 163)

Wir haben ja schon oft was in Bibliotheken gesucht und waren auch oft in den Magazinen, ganz unten, im dritten Untergeschoss der Bonner UB, nur lange Reihen mit Büchern, in der Ferne hört man ein paar Schritte. Und dann die alten Folianten. Was da einem alles passieren kann. Jackie stößt das alles zu.

Wann spielt der Roman? Einen zuverlässigen Hinweis verraten wir: Leanns Diplome… aber da hing keiner in Betriebswirtschaftslehre, die seien spätestens seit den 60er Jahren des vorherigen Jahrunderts als subkutaner Mikrochip ausgestellt worden. (vgl. S. 238) Also 21… oder 22..

Schreiben Sie mal eine Postkarte aus Night Vale oder King City?

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Joseph Fink, Jeffrey Cranor
> Willkommen in Night Vale
Aus dem Englischen übersetzt von Wieland Freund und Andrea Wandel
1. Aufl. 2016, 378 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-96137-9

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