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Nachgefragt: Steve Sem-Sandberg, Die Erwählten

10. November 2015 von Heiner Wittmann

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Adrian Ziegler ist elf Jahre alt, als er nach Steinhoft kommt: “ Das erste Mal wurde er im Januar 1941 auf den Spiegelgrund gebracht, eines klaren kalten Wintermorgens, an dem das bleiche Licht über dem Boden vor Frost glitzerte. Adrian Ziegler sieht noch die kupfergrüne Kuppel der Anstaltskirche vor sich, die sich auf dem Berg oberhalb der Pavillons erhob, und dahinter den Himmel, so blau, wie kein Himmel in Wirklichkeit blau sein kann, nur auf einer Postkarte oder vielleicht auf einem Plakat.“ (S. 15) Bald ist es nur noch der Blick auf den Berg vor dem Fenster, der bei Kindern Hoffnung auf einen Schutzengel weckt, der zur Rettung naht. Adrians Renitenz lässt ihn die ganze Hölle der Nazi-Schergen durchleben. Auf der Krankenstation trifft er auf Anna Katschenka, die den Umgang mit Kindern liebt. Aber sie macht sich aus Loyalität mitschuldig am Leiden und Tod zahlreicher Kinder.

Auf der Frankfurter Buchmesse haben wir mit Steve Sem-Sandberg über seinen Roman gesprochen:

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Steve Sem-Sandberg
> Die Erwählten
Roman, aus dem Schwedischen von Gisela Kosubek (Original: De utvalda)
1. Aufl. 2015, 525 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-93987-3

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> Nachgefragt: Steve Sem-Sandberg, Die Elenden von Łódź

In unserem > Lesebericht: Steve Sem-Sandberg, Die Elenden von Łódź hieß es: „Sehr nachdenklich macht der Roman über das jüdische Getto in Łódź, in dessen Mittelpunkt der Judenälteste Mordechai Chaim Rumkowski steht. Er der die Arbeit als Überlebenskampf im Getto organisierte, musste zusehen, wie die deutschen Besatzer immer wieder neue Deportationen in Form von „Aussiedlungen“ organisierten, die und das fanden die Gettobewohner bald heraus, in den Tod führten. Was blieb dem Judenältesten anderes übrig? Die Anordnungen der Besatzungsmacht ausführen, um die Zurückgebliebenen wenigstens noch eine Zeitlang beschützen zu können? Oder sich den Verbrechen der Deutschen entgegenzustellen, um den Untergang derer, die er unter seinem Schutz standen, zu beschleunigen und selber unterzugehen?“ > Bitte weiterlesen

Steve Sem-Sandberg
Die Elenden von Łódź
Aus dem Schwedischen von Gisela Kosubek (Orig.: De fattiga i Łódź)
1. Aufl. 2011, 651 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-93897-5

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