Verlagsblog

Archiv für die Kategorie 'Allgemein'

Karl Heinz Bohrer: »Jetzt. Geschichte meines Abenteuers mit der Phantasie« – Lesung

Samstag, 18. März 2017

> Leipziger Buchmesse 2017: 23.-26. März 2017


Karl Heinz Bohrer, Jan Bürger, Stephan Schlak

Mo, 20.03.2017 19:30 Uhr bis Mo, 20.03.2017 21:00 Uhr
> Deutsches Literaturarchiv Marbach
Schillerhöhe 8 – 10, 71672 Marbach am Neckar

„Er gilt als einer der streitbarsten deutschen Intellektuellen: Wann immer Karl Heinz Bohrer in den letzten Jahrzehnten das Wort ergriff, meist in direkter Konfrontation mit dem Mainstream – die höchste Aufmerksamkeit, häufig auch Erregung seiner Zeitgenossen war ihm sicher. Anlässlich seines gerade erschienenen Buchs »Jetzt. Geschichte meines Abenteuers mit der Phantasie« (Suhrkamp Verlag) ist der herausragende Denker und Autor am 20. März im Deutschen Literaturarchiv Marbach zu Gast. Stephan Schlak und Jan Bürger befragen Karl Heinz Bohrer zu seiner Lebensgeschichte und intellektuellen Abenteuern, zu Weggefährten, Freunden und mitunter – erbitterten – Gegnern.“ Bitte weiterlesen

Lesebericht: Daniel-Pascal Zorn, Logik für Demokraten. Eine Anleitung

Montag, 13. März 2017

> Leipziger Buchmesse 2017: 23.-26. März 2017

Buchvorstellung mit Daniel-Pascal Zorn
Hatespeech, demagogische und populistische Sprache: Logik für Demokraten. Eine Anleitung

Di, 14.3.2017, 19:00 · Stiftung Geißstrasse 7 · Stuttgart


> Nachgefragt: Daniel-Pascal Zorn, Logik für Demokraten – 15. März 2017 von Heiner Wittmann

Dem Aufschwung der AfD und dem Erstarken des Front national in Frankreich haben die etablierten Parteien in der letzten Zeit nicht viel entgegenzusetzen gehabt. Erst kürzlich beklagten am 28. Februar 2017 Alexandre Lemarié, Raphaëlle Besse Desmoulières, Bastien Bonnefous, Cédric Pietralunga et Matthieu Goar in LE MONDE „Le renoncement des candidats face au FN“. Und dabei fehlt es wahrlich nicht an Argumenten gegenüber den menschenrechtsfeindlichen Positionen der Rechtspopulisten. Viele ihrer Argumente beginnen mit Behauptungen, die sehr oft schlicht falsch sind. Im > Grundsatzprogramm der AfD (kurz)

> Alle Termine zu diesem Buch

steht: „Die aktuelle Verengung der deutschen Erinnerungskultur auf die Zeit des Nationalsozialismus ist zugunsten einer erweiterten Geschichtsbetrachtung aufzubrechen, die auch die positiven, identitätsstiftenden Aspekte deutscher Geschichte mit umfasst.“ Es genügt ein Blick in die Verlagsprogramme mit ihren > zahllosen historischen Titeln wie auch bei Klett-Cotta, so wird erkennbar, dass das hier nur ein Beispiel dafür ist, wie eine Behauptung in die Welt gesetzt wird, die als Sachlage für ein politisches Programm herhalten muss. Mit der Ablehnung der EU verhält sich ganz ähnlich. Es wird ein Zerrbild der EU aufgebaut, wiederum das zitierte Grundsatzprogramm der AfD: „Wir stehen für die Freiheit der europäischen Nationen von fremder Bevormundung,“ ganz so als ob die Bürger der Mitgliedsstaaten in EU unfrei wären. Daraus entsteht dann eine Fundamentalopposition gegenüber der EU. Die EU als bemerkenswertes und erfolgreiches Friedensmodell seit ihrer Gründung ist natürlich kein Thema bei der AfD. Donald Trump hat es auch mit „postfaktischen“ Behauptungen geschafft, Präsident zu werden. Im Fall der AfD, auch beim FN geht es um simple Betrachtungsweisen mit meist falschen Schlüssen und ein eingängiges Rezept, dem vermeintlichen Mangel abzuhelfen. Im > Leitantrag zum Wahlprogramm 2017 steht „Ein bundesweites Vollprogramm (Fernsehen / Hörfunk) ist ausreichend, um den Auftrag eines unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu erfüllen.“ (S. 43) Ein solcher Vorschlag zielt auf die Zerschlagung der kulturellen Vielfalt und auf die Gleichschaltung der Landesrundfunkanstalten.

Zorn ermuntert uns, Demokratie immer wieder zu üben. Dabei richtet er unsere Aufmerksamkeit auf den demokratischen Diskurs als Grundlage politische Auseinandersetzung. Wird er monopolisiert, beansprucht eine politische Fraktion die Wahrheit für sich, in dem sie falsche Behauptungen aufstellt oder die Wirklichkeit verzerrt darstellt, sind alle Bürger aufgefordert, am politischen Diskurs teilzunehmen: „Demokratie verpflichtet. Uns alle. Offen sein, zuhören, argumentieren!“ steht auf dem Klappentext von Zorns Buch.

Es geht weniger um konkrete politische Vorgänge der letzten Zeit, hier geht es um Grundsätzliches. Der Titel dieses Buches > Logik für Demokraten. Eine Anleitung verlangt nach einer Erläuterung, die der Autor in der Einleitung prägnant darlegt. Er nennt die politischen Auseinandersetzungen in den sozialen Netzwerken und auf den Demonstrationen, wo behauptet wird „Wir sind das Volk!“ und die „Lagerbildung“ (S. 10) in der deutschen Debattenkultur: „Die langersehnte Repolitisierung der Gesellschaft verkommt zum geistigen Schubladenkampf“, heißt es auf S. 10 f. Zorn möchte „herausfinden, wie ein Weg von den verhärtenden Fronten zurück zu einem vernünftigen Diskurs aussehen könnte.“ (S. 11) Folglich analysiert er nicht tagespolitischen Diskussionen sondern legt ein kurzgefasstes philosophisches Lehrbuch über die Bedeutung der Logik in der Gesprächskultur vor: S. 15-27. Diese Seiten machen Lust auf die Lektüre des ganzen Buches. Wir haben die dogmatische Setzung hier eingangs schon einmal anklingen lassen. Dann nennt Zorn „Das Prinzip vom ausgeschlossenen Widerspruch“ (S. 21 f. ), das was oft mit dem Anspruch nicht widerspruchsduldend daherkommt, woraus die Agitatoren des Populismus dann ihr Programm ableiten. Zorns Einleitung enthält auch eine Aufforderung zum Mitmachen und Ausprobieren (S. 26).

Dogmatik rückt Politik in die Nähe des totalitären Denkens, das Zorn im 2. Teil seines Buchs unter die Lupe nimmt.

Im ersten Teil geht es um das Phänomen Populismus und seine Analyse. Gerüchte, Vorgänge, Ereignisse, wie entstehen politische Einstellungen, ab wann werden Urteile als wahr und als Grundlage für politische Programmatik herangezogen: cf. S. 38 f. Die Begriffe Pappkamerad, Selbst-Viktimisierung, Selbstheroisierung, die verschiedenen Formen der Fehlschlüsse vermitteln das Handwerkszeug, mit dem die Reden und die Programme der AfD und anderer Parteien dieses Spektrums geprüft werden können. Und dann kommt auch noch die Behauptung der Rechtspopulisten für das „ganze Volk“ sprechen zu wollen: „Es geht um uns“ und „Wir sprechen für sie“ > Afd – aufgerufen am 12.3.2017. S. Glossar: > Argument des Schweigens. Das Kapitel „Die Taktiken des Fallenstellers“ (S. 62-71) präzisiert die Taktik der Rechtspopulisten. Demagogen gab es unter einer anderen Bedeutung des Wortes auch schon im Zeitalter Perikles im 5. Jh. v. Chr in Griechenland (> Lesebericht: Josiah Ober, Das antike Griechenland. Eine neue Geschichte) (s. S. 72-91) Der Ausflug in die griechische Geschichte, S. 72-91) bietet wichtiges Grundlagenwissen für demokratische Prozesse, damit führt Zorn seine Argumentation weiter und erklärt, wie Populisten sich an das „Körnchen Wahrheit“ (S. 94) klammern.

Wie ist aber um die Populisten bestellt, die sich an das „Körnchen Wahrheit“ klammern und sich anmaßen an das ganze Volk, ja für das Volk zu sprechen: „Es geht um uns.“ oder „Wir sprechen für Sie,“ steht auf der Homepage der > AfD – aufgerufen am 12.3.2017. Zwar kommt das Wort Bürger auch im Programm der AfD vor, aber dort wo „Bürger“ (mit der ganzen Vielfalt ihrer Meinungen) stehen könnte, steht „das Volk“. (cf. auch S. 215, 222) Noch ein klares Wort zum Populismus: „Er sammelt die Unzufriedenen und Nicht-Repräsentierten aller Sozialen Schichten ein und verbindet sie über ihre Ablehnung miteinander.“ (S. 97) „Populäres Denken drängt stets zum Totalitären,“ ist das Stichwort für Teil 2 „Totalitäres Denken“ (S.99-165), das sich seien eigene Freiheit nimmt, losgelöst von Schwierigkeiten aller Art (cf. S. 109), ständig Unerwünschtes ablehnt (cf. S. 110).

„Demokratisches Denken“ im 3. Teil beginnt mit einer Erinnerung an >Jean-Paul Sartre und seien Beschreibung der Entdeckung des Anderen. Es ist spannend zu verfolgen, wie Zorn, philosophische Analysen, hier inspiriert durch Sartre, heranzieht, um seine Argumentation zu erläutern und noch einmal einen Ausflug in die griechische Geschichte zu machen.

Der Wunsch nach direkter Demokratie ist u.a. von dem Wunsch nach dem einen Volk inspiriert. „Wir wollen dem Volk das Recht geben, über vom Parlament beschlossene Gesetze abzustimmen,“ schreibt die AfD in ihrem Grundsatzprogramm (lang), S. 9. Dazu und der radikalen Demokratie, Zorn: 213-220, bes. S. 220).

Kein Geheimnis. Demokratie ist anstrengend. Wehrhaft gegen Anfeindungen kann sie nur sein, wenn man sich engagiert und nicht der Versuchung nachgibt des „subjektiven Dogmatismus“ (cf. S. 199) nachgibt.

Tatsächlich gelingt es dem Autor, streitbaren Demokraten an bewährte Hilfsmittel zu erinnern, mit denen die Verlautbarungen der Rechtspopulisten noch einmal nachzulesen sind. Ihre politischen Gegner müssen sich allerdings auch fragen lassen, ob man im demokratischen Dialog in den letzten Jahren in unserem Land etwas versäumt hat, was die Wähler heute in die Arme der AfD treibt? Wurde von der Bundeskanzlerin die Entscheidung, Flüchtlinge in so großer Zahl im August/September hereinzulassen, den Bürgerinnen und Bürgern hinreichend erläutert? Warum heißt es so zu Beginn der Gesetzgebungsverfahren oft die Fraktionen hätten sich (meist nachts) „geeinigt“ – und was macht der Bundestag, wo die Sitzungen oft nach Drehbuch ablaufen?

Im Anhang, S. 287 ff. steht ein sehr beachtenswertes Glossar, in dem die philosophischen Grundbegriffe der Logik nocheinmal erläutert werden.

Jetzt hat der Philosoph Daniel-Pascal Zorn eine Anleitung für Demokraten verfasst, mit dessen Titel er seinen Ansatz prägnant zusammenfasst: > Logik für Demokraten. Es geht ihm darum, die Prozesse und Verfahren zu nennen, mit denen die Populisten Erfolge verbuchen, wie sie die freie Gesellschaft in Gefahr bringen, und dabei die vom Autor vorgeschlagene > Logik für Demokraten beachten, so müssen alle im Bundestag vertretenen Parteien sich auch fragen, ob die von ihnen inspirierte Debattenkultur im Hohen Hause wirklich auf dem Stand der „wehrhaften Demokratie“ sich befindet, geht es doch mehr als je wieder darum, sie gegen ihre Feinde zu verteidigen.

Daniel-Pascal Zorn
> Logik für Demokraten. Eine Anleitung
1. Aufl. 2017, 314 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-608-96096-9

Das Fahrrad wird 200 Jahre alt

Dienstag, 7. März 2017

Wir hätten da etwas zu diesem Anlass:

Hans-Erhard Lessing hat eine Abhandlung über > Das Fahrrad. Eine Kulturgeschichte verfasst und erzählt, wie das Fahrrad vor 200 Jahren weltweit eine nie gekannte Euphorie auslöste, die bis heute andauert. Das »Glück auf zwei Rädern«, das ist bis heute so geblieben, auch wenn wir mittlerweile manchmal schon still drauf sitzen, weil der Strom es nach vorne treibt. Das Fahrrad: Was für eine Erfolgsgeschichte!

Man schätzt, das etwa 12–14 Milliarden Fahrräder wurden weltweit gebaut wurden und 72 Millionen werden allein in Deutschland bewegt.

Hans-Erhard Lessing stammt aus Schwäbisch Gmünd. Er ist Physiker, Technikhistoriker und ein weltweit führender Fahrradexperten. Er machte auf den Zusammenhang zwischen der Zweiraderfindung und der Klimakatastrophe von 1816/17 aufmerksam: Hans-Erhard Lessing: What led to the invention of the early bicycle? In: Cycle History, 11, San Francisco 2000, S. 28–36.

Hans-Erhard Lessing
> Das Fahrrad. Eine Kulturgeschichte
1. Aufl. 2017, ca. 272 Seiten, gebunden, Leinenband, mit zahlreichen Abbildungen
ISBN: 978-3-608-91342-2

Nachgefragt: Steve Ayan, Lockerlassen

Dienstag, 7. Februar 2017

ayan-lockerlassenDenken Sie zu viel? Dann lesen Sie dieses Buch: Steve Ayan > Lockerlassen. Warum weniger Denken mehr bringt so lautet der Untertitel dieses Buches von Steve Ayan > Lockerlassen.

> Lesebericht: Steve Ayan, Lockerlassen

Wir haben Steve Ayan gestern bei seiner Buchvorstellung im Stuttgarter Hospitalhof getroffen, unser > transportables TV-Studio aufgebaut und nachgefragt:

Unser Fotoalbum:

ayan-lockerlassenSie haben es eilig. Dann finden sie eine Zusammenfassung aller guten Gedanken dieses Buches auf S. 213-219.

Steve Ayan
> Lockerlassen
Warum weniger Denken mehr bringt
2. Druckaufl. 2016, 244 Seiten, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-608-98049-3

Anthony Atkinson – 4.9.1944 – 1.1.2017

Montag, 2. Januar 2017

atkinson-ungleichheitDer britische Ökonom und Spezialist für die Fragen der Ungleichheit ist am 1. Januar 2017 gestorben, berichtet Goff Roiley in seinem Blog Economics > RIP Sir Tony Atkinson.

Noch im September hat er auf unsere Fragen zu seinem Buch > Ungleichheit. Was wir dagegen tun können, das gerade bei Klett erschienen war, geantwortet: Nachgefragt….

> Anthony Atkinson

Lesebericht: Barbara Vinken, Die Blumen der Mode

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Wir hätten da noch was für Ihren Wunschzettel: vinken-blumen-mode-110So ein schönes Buch. Alle die sich für Mode interessieren, werden dieses Buch nicht wieder hergeben. Es geht nicht um die Blumen des Bösen, sondern um > Die Blumen der Mode, die die Münchner Romanistin Barbara Vinken für Sie keineswegs nur hier und dort gepflückt und danach äußerst Kompetent zu einem fulminanten Spaziergang durch die Literaturgeschichte für Sie zusammengebunden hat:

Nehmen wir das Buch zur Hand:

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vinken-1Die vorliegende Anthologie versammelt das „Einflussreichste, Eigenwilligste, Schönste, Schrägste und manchmal auch das Ätzendste, was über die Mode in den letzten dreihundert Jahren geschrieben wurde…“ (S. 9) verspricht Vinken Ihren Lesern und ihre gelingt mit dieser Auswahl tatsächlich eine Art Definition der Mode: „ein Theater der Obsessionen (S. 11). Ihr Buch ist ein soziologisches Traktat über die Mode in der Literatur, aber vor allem darüber wie Schriftsteller und Soziologen sich mit der Mode beschäftigen. Bei der Lektüre entdeckt man viele neue Einsichten. Die Auswahl der Texte überrascht. Sie sind auf einander aufgebaut und erweitern die Perspektive und bringen aber auch die Definition der Mode immer wieder auf den Punkt: „Zuerst einmal muß sie sich selbst repräsentieren. Zu Hause, bei der Verrichtung ihrer Arbeiten ist sie nur bekleidet. UM auszugehen, um zu empfangen, macht die „Toilette“. Die Toilette hat einen doppelten Charakter. Sie ist dazu bestimmt, die soziale Würde der Frau (ihren Lebensstandard, ihr Vermögen, das Milieu, dem sie angehört) zum Ausdruck zu bringen, gleichzeitig verwirklicht sie auch den weiblichen Narzißmus. Sie ist eine Livree und ein Schmuck.“ Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht, zit. b. B. Vinken, S. 281.

vinken-2Mode und Kleidung sind Mittel des Selbstausdrucks und der Kommunikation. Ansehen und Angesehenwerden, das fasziniert Schriftsteller, Philosophen und Soziologen gleichermaßen. Dieser Band stellt in Auszügen 45 Texte vom 18. bis zum 21. Jahrhundert vor, für die Barbara Vinken je eine Einleitung verfasst hat, in denen sie Hintergründe, zeittypischen Ideen und Menschenbilder erläutert. Sie ist Professorin für Allgemeine und Französische Literaturwissenschaft an der Universität München.

Mit der Bienenfabel oder private Laster, öffentliche Vorurteile von Bernard Mandeville (1670-1733) (> The Fable of The Bees: or, Private Vices, Public Benefits, 1705) geht es los. Vinken zählt diesen Text zur „Grundstock einer Soziologie der Mode“ (S. 13) Dann kommt > Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) mit einem Auszug aus Julie oder die neue Héloise (> Julie ou la Nouvelle Héloïse, 1761):

J.-J. Rousseau, Julie ou la nouvelle Héloïse, Volume 2, M.M. Rey, 1772,S. 405:

Giacomo Leopardi (1798-1837), Die Mode und der Tod, 1824. Er sieht in der Mode „das Bizarre, das Wahnsinnige“ (S. 39). Gottfried Wilhelm Friedrich Hegel, um 1830, spricht in einer Vorlesung (Ästhetik II, hrsg. v. F. Bassange, Frankfurt/M. o. J.. S. 124-135 über die Mode: Hegel, Vorlesungen über die Aesthetik 2, Duncker und Humblot, 1837, S. 410:


Mittwoch 14.12.16 20.00 Uhr im Literaturhaus Stuttgart
> Grenzgängerin: Flaubert, Mode und Feminismus

vinken-5

> Grenzgängerin: Flaubert, Mode und Feminismus
Barbara Vinken Veranstaltungsreihe: Wissenschaftsfragen Gespräch – Moderation: Joachim Kalka
In der Reihe „Wissenschaftsfragen“ führt Joachim Kalka ein Gespräch mit Barbara Vinken, die eine Literaturwissenschaft vertritt, in deren Oeuvre die ingeniöse Behandlung klassischer Sujets – Gustave Flaubert, Heinrich von Kleist – neben Arbeiten zur Logik der Geschlechterrollen steht, wie „Die deutsche Mutter“ (2001) und zahlreiche Untersuchungen zur Mode, u.a. jüngst „Die Blumen der Mode“. …

Zur Vorbereitung für diese Veranstaltung: > Flaubert und die Mode. Barbara Vinken im Gespräch mit Joachim Kalka


Jetzt kommt Heinrich Heine (1797-1856) mit einem Auszug aus einen Reisebildern. Weiter geht es mit > Honoré de Balzac (1799-1851) und einem Auszug aus der „Physiologie des eleganten Lebens“ Honoré de Balzac, Traité de la vie éle´gante Editorial MAXTOR, 1911 , S. 83 >>>

vinken-3Thomas Carlyle (1795-1881) hat vor Barbey d’Aurevilly und Charles Baudelaire über den Dandy geschrieben: Aus Sartor Resartus: Die Körperschaft der Dandys, 1833/34. Danach kommt Théophile Gautier (1811-1872), der 1858 über die Mode einen Aufsatz verfasst hat:

„La beauté et la force ne sont plus les caractères typiques de l’homme à notre époque. Antinoüs serait ridicule aujourd’hui. Le moindre cric fait la besogne musculaire d’Alcide. On ne doit donc pas orner ce qui n’a pas d’importance réelle ; il s’agit seulement d’éviter la lourdeur, la vulgarité, l’inélégance, et de cacher le corps sous une enveloppe ni trop large, ni trop juste, n’accusant pas précisément les contours, la même pour tous, à peu de chose près, comme un domino de bal masqué. Point d’or, ni de broderies, ni de tons voyants ; rien de théâtral : il faut qu’on sente qu’un homme est bien mis, sans se rappeler plus tard aucun détail de son vêtement.…“ Th. Gautier, > De la mode, Paris : Poulet-Malassis et De Broise, 1858, Hervorh. H.W.

Charles Baudelaire (1821-1867) hat zwei Texte beigesteuert: Eine Lobrede auf das Schminken aus „Der Maler des modernen Lebens“ (1859/1860), i.,m Der Maler des modernen Lebens (1863) Sämtliche Werke und Briefe, 8 Bde., hg. von Friedhelm Kemp, Claude Pichois, Wolfgang Drost, Bd. 5, München, Wien 1989, S.213-258,zuerst in: Le Figaro 26.Nov., 29.Nov. + 3. Dez. 1963: 11. Lobrede auf das Schminken: „Die Frau ist durchaus in ihrem Recht, ja sie erfüllt eine Art Pflicht, wenn sie es darauf anlegt, berückend und übernatürlich zu erscheinen,“ zit. bei B. Vinken, S. 99. Und der Absatz über den Dandy aus „Der Maler des modernen Lebens“ (1863) über den Dandy: „Ein Dandy kann niemals ein gewöhnlicher Mensch sein…“ (S. 105). Stéphane Mallarmé (!842-1898), der Englischlehrer aus Tournon, dem > Jean-Paul Sartre ein unvollendetes Porträt gewidmet hat: (vgl. H.W., Sartre et la poétique de Mallarmé, Jahrestagung der Groupe d’études sartriennes am 20. und 21. Juni 2008 in der Sorbonne, Paris, n. veröff.) hat die Modezeitschrift La dernière mode. La dernière mode: Gazette du Monde et de la famille, die ein Jahr lang 1874 alle zwei Wochen erschien – insgesamt gab es acht Ausgaben – herausgebracht. Seinen Text nenen Barbara Vinken ein „poetologisches Traktat“ (S. 110).

vinken-4Es folgen Friedrich Nietzsche, Émile Zola, Adolf Loos, sogar Thorsten Veblen hat nicht nur über Geld auch über Mode geschrieben. Georg Simmel, Eduard Fuchs, Werner Sombart haben über die Mode nachgedacht, wie Guillaume Apollinare und natürlich Marcel Proust, wie Edmond Goblot und Sigmund Freud. Viele andere wie Walter Benjamin, Simone de Beauvoir oder der Soziologe René König, natürlich auch Roland Barthes, >Friedrich Kittler, Pierre Bourdieu und Yvette Delsaut, ELzabeth Wilson, Kaja Silverman, Anne Hollander, Valerie Steele, Ulf Proschardt, Caroline Evans, Andreas Krass, Katharina Sykora, Thomas Ohláh, Hanne Loreck, Thomas Meinecke, Michael Müller, Nora Weinelt, Phlipp Ekardt ergänzen mit ihren Texten diesen Band.

> Barbara Vinken

Barbara Vinken
> Die Blumen der Mode
Klassische und neue Texte zur Philosophie der Mode
1. Aufl. 2016, 551 Seiten, gebunden, bedruckter Leinenband, 3-seitiger Farbschnitt, Lesebändchen, Großformat,mit s/w-Abbildungen
ISBN: 978-3-608-94910-0

vinken-geheimnis-mode-110

Barbara Vinken
> Angezogen. Das Geheimnis der Mode„Ist der Wandel der Moden eine unvorhersehbare Laune der Kultur? Mitnichten, sagt Barbara Vinken, auch wenn wir, die diese Moden tragen, meist keine Ahnung davon haben, was wir tun, wenn wir uns anziehen. Modewandel hat System. Fragt sich nur, welches?“ steht auf dem Klappentext. Auf der Frankfurter Buchmesse hatten wir Gelegenheit, Barbara Vinken nach ihrem Buch zu befragen. Sie ist Professorin für Allgemeine -Literaturwissenschaft und Romanische Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Gastkolumnistin in »DIE ZEIT«, »NZZ« und »CICERO« und häufig bei Gert Scobel zu Gast.“ > Bitte Weiterlesen.
4. Aufl. 2013, 255 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit farbigem Tafelteil
ISBN: 978-3-608-94625-3

Weihnachtswunschzettel 2016 zum Ausdrucken

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Eines der ersten Fotos auf diesem Blog stammt aus dem Straßburger Münster und wurde Anfang Dezember 2008 aufgenommen und heißt “Warten auf das Christkind”:

Jedes Jahr die guten Vorsätze. Nein, dieses Jahr keine Hektik. Pakete an die Lieben sind am 10. auf der Post, danach wird nur noch entspannt Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt bestellt. Auch keine Eile mehr beim Stöbern im Buchladen. Sondern ganz einfach, Wunschzettel
weihnachtsmann-jpg-31352aufrufen, eventuell den ein oder anderen Lesebericht nochmal lesen, überlegen, welcher Band zu wem passen wird. Bei unserer diesjährigen Auswahl ist für alle was dabei. Gelesen, geprüft und empfohlen. Ihr Buchhändler wird sich über diesen Service, wenn Sie ihm ihren Wunschzettel mitbringen, bestimmt freuen:
> Weihnachtswunschzettel-2016 *.pdf 4 Seiten

oder > > Weihnachtswunschzettel-2016 auf einer Seite

oder noch > weitere Tipps bei klett-cotta.de ansehen.

Lesebericht: Brigitte Kronauer, Der Scheik von Aachen. Roman (I)

Montag, 21. November 2016

kronauer-scheik-aachen-110So wie es passt, beginnt die Lektüre neuer Bücher – ich habe da was mitgebracht – mit einer Maulprobe frei nach Flaubert.Vorlesen! Beim Anklingen-lassen zu Hause, gucken, ob der Klang der ersten Seiten bei den Zuhörern ankommt, – > Gustave Flaubert machte eine „épreuve du gueuloir“, eine Maulprobe, um seine Texte seinen Freunden vorzulesen, ob sie mochten oder nicht. Mal gucken, was die ersten Seiten so mitbringen, ganz so, wie Camus in Le premier homme erzählt, dass er sich nach Bibliotheksbesuch mit seinen Kameraden auf die Bank gesetzt hat, begierig und neugierig zu gucken, was das just ausgeliehene Buch ihnen zu bieten hat. Einmal gab es bei einem Buch von Brigitte Kronauer keine Lesepause, da endete die „épreuve du geuloir“, das Ausprobieren von ihrem Buch > Zwei schwarze Jäger erst nach zwei Abenden.

Mit ihrem neuen Roman > Der Scheik von Aachen ist das nicht viel anders. Nur er ist länger und der sehr große Bücherstapel und zusätzliche Termine verhindern gerade das lange Vorlesen. Aber der Auftakt war vorzüglich. Rotwein, Ruhe zu Hause und lesen Sie die ersten 15 Seiten vor. Danach werden Sie fragen, wieso gerade jetzt aufhören?

Anita kommt zurück, findet bei dem Antiquitätenhändler Marzahn ein Anstellung. Und da ist noch Mario, der Bergsteiger in den Anita sehr verliebt ist. Die Gespräch mit Marzahn kreisen um Liebe zwischen Tragik und Lächerlichkeit. Und ihre Tante lauscht den Geschichten Anitas in Anlehnung an Wilhelm Hauffs Zyklus »Der Scheik von Alessandria und seine Sklaven«.

Ein Roman, der mit seinem beeindruckenden Erzählstil, Ruhe und Entspannung vermittelt. Sie entdecken die Eigenheiten der wenigen Protagonisten, ihre Reaktionen und Einstellungen, die sie allmählich immer genauer charakterisieren. Wenn wir Brigitte Kronauer nach den Personen der Handlungen befragen würden, wird sie uns sehr wahrscheinlich erklären, wie sie beim Schreiben ihres Romans deren Entwicklung observiert und verfolgt hat. Es ist kein Thriller, keine ungestüme Hektik, sondern Sie lernen die Figuren immer besser kennen, und dadurch entsteht Neugier, wie sie die neu eintretenden Umstände bewältigen werden. Nach einer von außen erzwungenen Lesepause, ist die Vorfreude groß, den > Scheik von Aachen wieder aufzuschlagen. Das Buch kommt auf den Weihnachtswunschzettel 2016.

Brigitte Kronauer
> Der Scheik von Aachen
Roman
1. Aufl. 2016, 399 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-98314-2

Das Probevorlesen des neuen Buches von Brigitte Kronauer > Zwei schwarze Jäger endete erst nach der letzten Seite. Zwar mit einigen tagesbedingten Unterbrechungen, aber dann war das Buch auf einmal zu Ende. Mehr muss eigentlich hier gar nicht gesagt werden. > Bitte weiterlesen

Literatur – Sachbuch – Blog – Klett-Cotta
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