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Lesebericht: Edgar Wolfrum, Welt im Zwiespalt. Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts

Dienstag, 29. August 2017

Für Schülerinnen und Schüler, die in den nächsten Jahren Abitur machen und dann studieren werden, ist das 20. Jahrhundert längst vorbei. Kalter Krieg? Mauerbau? Drittes Reich? Weimarer Republik? Novemberrevolution? Erster Weltkrieg? DDR? Alles längst vorbei und überhaupt mit Geschichtsdaten ist das so eine Sache. Da wird manches vergessen und Bezüge gehen verloren. Und da es bei uns mit dem Politikunterricht eher düster aussieht kommen manche Schülerinnen und Schüler manchmal mit eher dürftigen Kenntnissen des 20. Jahrhunderts aus der Schule heraus. Und dennoch ohne eine profunde Kenntnis der politischen aber auch kulturellen Geschichte des 20. Jahrhunderts sind die internationalen Beziehungen von heute kaum zu verstehen. Man sucht also Bücher über das 20. Jahrhundert, um peinliche Lücken zu füllen

Jetzt hat der Heidelberger Historiker Edgar Wolfrum bei Klett-Cotta eine Gesamtdarstellung des 20. Jahrhunderts vorgelegt:> Welt im Zwiespalt. Der Untertitel „Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts“ erklärt seine Absicht, sich von den üblichen Ansätzen, die Geschichte des letzten Jahrhunderts zu erzählen, abzusetzen und einen neuen Zugriff zu versuchen.

Unsere Kurzinfo: Viele Fakten, sehr geschickt und einleuchtend durch gut begründete Einsichten miteinander verbunden. Eine gute Grundlage, um sich mit diesem Buch ein Gerüst an Wissen und historischen Daten zum 20. Jahrhundert zu erarbeiten.

Weltkriege und Genozide, Demokratie und Diktatur – diese Begriffe stehen im Mittelpunkt der Geschichte des 20. Jahrhunderts = Teil 1: Die Väter und Mütter aller Dinge. Umweltkatastrophen, Vertreibung, Genozid und Völkermord, Aids gehören in Teil 2 zu den Dramen des Lebens. Teil 3 Vom Wahren, Schönen, Guten berichtet über die künstlerische Avantgarde, über die Entwicklung der Geschlechter zueinander, über die Säkularisierung der Religionen und über die Entwicklung des Wissens, schließlich werden in Teil 4 Die Ökonomie als Schicksal demographische Entwicklungen, Wirtschaftswachstum, Hunger und Wohlstand, wo wie die Entwicklung von Hight-Tech-Produkten theatisiert.

Entsetzliche Katastrophen wie der 1. Weltkrieg oder der Massenmord in den Konzentrationslagern des Dritten Reiches prägten das 20. Jahrhundert. Es kannte aber auch Triumphe im medizinischen Fortschritt und die „Freiheit bahnte sich ihren Weg“ (S. 7). Die Globalisierung setzte ein, die Vereinten Nationen übernahmen in ihren internationalen Organisationen Aufgaben zum Wohle der Menschheit. Aber zwischen Kriegen und Fortschritt gab es einen ständigen Zwiespalt, daher der Titel diese Darstellung. Zu den Erfolgen zählen auch 200 staatlich getragenen internationalen Organisationen und die 2300 nichtstaatlich getragenen internationalen Organisationen (NGOs) (vgl. S. 39), deren Existenz vielen gar nicht bekannt sind. Diese Bemerkung genügt erstmal, um die Fülle der Anregungen in diesem Buch hervorzuheben. Die Form der Kriege hat sich im 20. Jahrhundert dramatisch verändert mit immer neuen Dimensionen, die die Zivilbevölkerung immer neue und heftigerer Leiden zufügt, bis zur Ausrufung des Bündnisfalles in der NATO nach dem Angriff vom 11. September 2001 auf die USA. Auf der Habenseite sind dann wieder die Menschenrechte, die wie Wolfrum darlegt mehr Gewicht gegenüber der Souveränität der Staaten erlangte. (vgl. S. 43) Ein interessantes Thema für ein Hauptseminar. Ich würde mit den Studenten alle Krisenherde der Welt betrachten und herauskäme eine katastrophales Ergebnis, das eine Bedrohung der Menschenrechte wie nie zu vor zeigt.

Das Unterkapitel Demokratie und Diktatur zeigt die Prägung des 20. Jahrhunderts als ein besonderes Zeitalter der Ideologien, denen sich Albert Camus, wie kaum ein anderer mit Entschlossenheit und besten Argumenten entgegenstellte: Keine Fatalität, das Absurde nur als Diagnose, danach standen > Kunst und Freiheit im Mittelpunkte seines Werkes. Wolfrum ordnet das Epochenjahr 1989 ein, das die Bipolarität der Welt ad acta legte. Wieder müssten meine Studenten diskutieren. Ist die Welt heute wirklich multipolar geworden? Oder gibt es neue Ideologien, die als Resultat der Geschichte des 20. Jahrhunderts die Politik unserer Tage prägen? Meine Studenten müssten auch den Satz „Die Zäsur von 1989 war so tief wie die von 1789,“ (S. 67) untersuchen, einordnen und diskutieren.

Auf den ersten Blick ist die Einteilung der Kapitel ungewohn
t, es handelt sich ja auch um eine andere Darstellung, lässt man sich drauf ein, kann man, wie hier bereits angedeutet, eine interessante Liste von Themen für Seminare formulieren, weil schon die Kapiteleinteilung von Wolfrum Stoff zu wichtigen Diskussionen liefert.

Edgar Wolfrum, > Gebhardt: Handbuch der deutschen Geschichte. Band 23
Die Bundesrepublik Deutschland (1949-1990)

Geschichtsunterricht vermittelt Jahreszahlen, vergisst aber manchmal das fundamentale Leiden der Menschen: Teil 2 In den Dramen des Lebens geht dem Leiden der Menschen, ja ganzer Völker nach. Das Jahrhundert der Flüchtlinge, nennt Wolfrum die Zeit seines Buches und demonstriert nebenbei, wie wenig viele Beteiligte der Diskussionen von heute um das Los der Flüchtlinge im letzten Jahrhundert wissen (vgl. > Nachgefragt: Hans Hopf, Flüchtlingskinder gestern und heute – 4. Mai 2017 von Heiner Wittmann) abgesehen davon, dass die Menschenrechte (> Der Vergleich (XIII) : Die Menschenrechte in Frankreich und Deutschland – 19. Juli 2016 von H. W.) und die Flüchtlingsfrage in unserer Zeit ein ganz heißes Thema für ein äußerst spannendes Hauptseminar wäre.

8. Genozide und Völkermordkonvention. Was hat die Welt daraus gelernt? Sie sehen, wie einfach dieses Buch es macht, meine Liste der Hauptseminarthemen zu erweitern. Jeder Leser wird sich die hier formulierte Frage stellen. Nicht nur an sich, er muss sie auch unseren Politikern stellen. Tun wir/sie genug, um das Elend um uns herum zu mildern? Es gibt Ansätze, wie die gestrige Sitzung in Paris > Réunion de travail avec les chefs de gouvernement allemand, espagnol, italien, tchadien, nigérien, libyen et en présence de Mme Federica Mogherini, haute représentante de l’Union pour les affaires étrangères et la politique de sécurité. Reicht das? Beruhigen wir nur unser Gewissen oder wird zugunsten der Krisenregionen, die die Flüchtlingsbewegungen auslösen, endlich gehandelt? In Die Pest erklärt Journalist Rambert, der von dem Arzt Rieux überzeugt wurde, in der von der Pest heimgesuchten Stadt auszuharren und zu helfen, seine Einsicht : „Ja, sagte Rambert, aber man kann sich schämen, wenn man ganz allein glücklich ist.“ (Albert Camus, Die Pest (La peste), üb. v. U. Aumüller, Reinbek bei Hamburg 1998, S. 236],“ Wikipedia, Camus, aufgerufen am 29.8.2017 und > Rupert Neudeck überreichte jedem seienr seiner Crew auf der Cap Anamur die Bibel der NGOs: Camus, Die Pest.) Kennt man die Geschichte des 20. Jahrhunderts, so wie Wolfrum, sie hier vermittelt und betrachtet man die heutige Diskussion um die Flüchtlinge und die Hetze der AfD > Nachgefragt: Volker Weiß, Die autoritäre Revolte – 27. März 2017), dann ergeben sich neue Handlungsperspektiven (vgl. dazu > Lesebericht: Daniel-Pascal Zorn, Logik für Demokraten. Eine Anleitung – 13. März 2017) und immer drängendere Fragen an die Politik und harsche Antworten an die Adresse der Rechtsextremisten, die politische Gegner und Landsleute das Wort „nach Albanien entsorgen“ wollen.

9. Künstlerische Avantgarde und Repression der Kunst Wieder zwei Seiten. Das Bauhaus in Weimar und Dessau und seine Zerstörung durch die Nazis, die so heftig und erbarmungslos war, dass wir heute nur davon träumen könnten, wenn wir uns vorstellen, das Bauhaus hätte sich bis heute ohne die Katastrophe des Dritten Reiches weiterentwickeln können. Aber wiederum gilt trotz aller Niederlagen, es ist die Kunst, die die Freiheit immer von neuem durchsetzt: H. W. > romanistik.info/sartre-kunst. Es ist ein besonderes Verdienst von Wolfrum, der Kultur und der Kunst einen in seinem Band vergleichsweise so großen Raum zu widmen. Ein Geschichtsbuch, das nebenbei den Leser anregt, in die Museen zu gehen. Der Bildteil ab S. 225 kommt gleich auf die Liste meiner Hauptseminarthemen.

Ganz besondere Aufmerksamkeit verdient das Kapitel 11 „Säkularisierung und Rückkehr der Religionen“. Die Laizität, wie sie 1905 in Frankreich durchgesetzt wurde > Le 110e anniversaire de la loi de 1905 de séparation des Églises et de l’État – 9. Dezember 2015 von H. W. enthält als Idee den Respekt gegenüber allen Religionen, soweit sie sich nicht in staatliche Belange einmischen.

12. Wissen und Analphabetismus, wieder ein Medaille mit zwei Seiten: „Ein Dilemma der Moderne“ fügt Wolfrum hinzu. Nein. Der Begriff der „Wissens- und Informationsgesellschaft“ als Signum des Übergangs vom 20.-21. Jh teile ich nicht. Alle früheren Jahrhunderte waren auch Wissensgesellschaften, das war die Bedingung eines jeden Fortschritts, dessen Basis Informationen jeder Art waren. Die digitale Welt von heute ist überhaupt kein Grund und noch weniger ein Maßstab, die Zunahme von „wissensbasierte(n) Tätigkeiten“ anzunehmen. „Die Bedeutung von Wissenschaft und Technik, aber auch grundlegender Kulturtechniken wie Lesen und Schreiben war für Ökonomie, Politik und Sozialstruktur nie größer als im 20. Jahrhundert.“ (S. 281) Die Aussage gilt für jedes Jahrhundert. Aber „Lesen und Schreiben“ gewinnen als Kompetenzen neues Gewicht, wenn man die vielen auf ihren Smartphones daddelnden Mitmenschen beobachtet und darüber nachdenkt, ob Schülerinnen und Schüler heute in der Lage sind, auf zwei oder drei Seiten mit dem Füller ohne viel Streicherei konzentriert ihre Gedanken niederzulegen: > Tippen Sie auf der Tastatur oder schreiben Sie mit der Hand? – 15. Januar 2015 von H. W.

Blogartikel dürfen nicht so lang werden. Aber hier darf die Wortzahl eines Beitrages doch den hier bemerkenswerten Anregungsfaktor des gelesenen Buches wiedergeben.

Prof. Dr. Edgar Wolfrum, Jg. 1960, ist Inhaber des Lehrstuhls für Zeitgeschichte an der Universität Heidelberg. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur deutschen und europäischen Geschichte.

Edgar Wolfrum
> Welt im Zwiespalt
Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts
1. Aufl. 2017, 447 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit zahlreichen Abbildungen, 16 Seiten Tafelteil
ISBN: 978-3-608-94306-1

Buchvorstellung mit Autorengespräch
Edgar Wolfrum: Welt im Zwiespalt. Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts

Donnerstag, 29. Juni 2017

Buchvorstellung mit Autorengespräch, Donnerstag, 6. Juli 2017, 18 Uhr

Weltkriege und Genozide, Demokratie und Diktatur – diese Begriffe stehen im Mittelpunkt der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Diesem Bild setzt der Heidelberger Historiker Edgar Wolfrum eine ungewohnte Sicht des „kurzen Jahrhunderts“ entgegen > Welt im Zwiespalt. Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts, das er unter ganz anderen Perspektiven zeigt und dabei mit manchen Überraschungen und vielen neuen Einsichten aufwartet: Zu infernalischen und versöhnlichen Zeiten, zu starken und gescheiterten Staaten, zu Naturbeherrschung und Umweltkatastrophen, Liebesglück und Geschlechterungleichheit. Herausgekommen ist dabei ein Buch, das weit über Europa hinausblickend Ansätze zu einer Globalgeschichte der Moderne in all ihren Licht- und Schattenseiten entwickelt.

Im > Theodor-Heuss-Haus wird Edgar Wolfrum ausgewählte Passagen aus seinem Buch vortragen und seine Thesen sodann im Gespräch mit Thomas Hertfelder zur Diskussion stellen. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Verlag Klett-Cotta statt.

Prof. Dr. Edgar Wolfrum, Jg. 1960, ist Inhaber des Lehrstuhls für Zeitgeschichte an der Universität Heidelberg. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur deutschen und europäischen Geschichte.
Dr. Thomas Hertfelder Jg. 1959, ist Historiker und seit 1997 Geschäftsführer der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus.

Anmeldung > www.stiftung-heuss-haus.de/anmeldung oder 0711 / 955 985 20.
Ort: Theodor-Heuss-Haus, Feuerbacher Weg 46, 70192 Stuttgart
Zeit: Donnerstag, 6. Juli 2017, 18 Uhr

Edgar Wolfrum
> Welt im Zwiespalt
Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts
1. Aufl. 2017, 447 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit zahlreichen Abbildungen, 16 Seiten Tafelteil
ISBN: 978-3-608-94306-1

Stuttgart: Volker Weiß im Gespräch mit Muhterem Aras MdL, Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg

Freitag, 5. Mai 2017
In unserem > Lesebericht: Volker Weiß, Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes hieß es: „war steht im Untertitel die „Neue Rechte“ aber nicht im Sinn von jetzt neu aufgestellt als Antwort auf dringende Probleme, sondern eher im Sinn von „alter Wein in neuen Schläuchen“, also Personen und Gruppen, die politische Entwicklungen oft auf fragwürdige Weise interpretieren und ausnutzen, um sich als „neu“ zu profilieren. Die wieder neu auftauchende „‚Abendländer‘ und Islamisten“ sind „in ihrem Kampf gegen Selbstbestimmung Waffenbrüder“, so resümiert der Klappentext eine der Thesen von Volker Weiß.“ > Bitte weiterlesen.

> Nachgefragt: Volker Weiß, Die autoritäre Revolte – 27. März 2017

Einladung zu Lesung und Gespräch

Dienstag, 9.5.17 | 19:30 Uhr
Hospitalhof: Paul-Lechler-Saal, Büchsenstraße 33, 70174 Stuttgart

Neu in der Reihe „Analysen zum Rechtspopulismus“

Volker Weiß beschreibt das vielfältige Spektrum der neuen rechten Bewegungen und untersucht die Herkunft und Vernetzung ihrer Kader. Er geht den autoritären Vorstellungen nach und veranschaulicht Übergänge von Konservativismus, Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Im Gespräch mit Volker Weiß ist Muhterem Aras MdL, Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg.

Volker Weiß, Historiker, schreibt für DIE ZEIT und ZEIT Geschichte, Frankfurter Rundschau, Jungle World, taz, Spiegel Online. Er ist Autor einer international beachteten Studie zur „Konservativen Revolution“.

KOOPERATION: Evang. Bildungszentrum Hospitalhof, Stiftung Geißstraße

Kostenbeitrag entfällt

Kontakt: info@hospitalhof.de, Tel. 0711/2068-150

Volker Weiß
> Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes
1. Aufl. 2017, 304 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94907-0

Das Fahrrad wird 200 Jahre alt

Donnerstag, 6. April 2017

Lesung: Do., 6 April 2017, 19 Uhr 30 in der Stadtbücherei Heidelberg
Hilde-Domin-Saal, Poststraße 15, 69115 Heidelberg

Wir hätten da etwas zu diesem Anlass:

Hans-Erhard Lessing hat eine Abhandlung über > Das Fahrrad. Eine Kulturgeschichte verfasst und erzählt, wie das Fahrrad vor 200 Jahren weltweit eine nie gekannte Euphorie auslöste, die bis heute andauert. Das »Glück auf zwei Rädern«, das ist bis heute so geblieben, auch wenn wir mittlerweile manchmal schon still drauf sitzen, weil der Strom es nach vorne treibt. Das Fahrrad: Was für eine Erfolgsgeschichte!

Man schätzt, das etwa 12–14 Milliarden Fahrräder wurden weltweit gebaut wurden und 72 Millionen werden allein in Deutschland bewegt.

Hans-Erhard Lessing stammt aus Schwäbisch Gmünd. Er ist Physiker, Technikhistoriker und ein weltweit führender Fahrradexperten. Er machte auf den Zusammenhang zwischen der Zweiraderfindung und der Klimakatastrophe von 1816/17 aufmerksam: Hans-Erhard Lessing: What led to the invention of the early bicycle? In: Cycle History, 11, San Francisco 2000, S. 28–36.

Hans-Erhard Lessing
> Das Fahrrad. Eine Kulturgeschichte
1. Aufl. 2017, ca. 272 Seiten, gebunden, Leinenband, mit zahlreichen Abbildungen
ISBN: 978-3-608-91342-2

Lesebericht: Hans Hopf, Flüchtlingskinder gestern und heute

Donnerstag, 23. Februar 2017

hopf-fluechtlingskinderDie Erinnerung an das eigene Flüchtlingsschicksal und die psychoanalytische Betrachtung der Flüchtlingskinder heute, insbesondere der nichtbegleiteten Kinder und Jugendlichen, die bei uns auf der Suche nach Beistand und Hilfe ankommen, machen das Buch > Flüchtlingskinder gestern und heute. Eine Psychoanalyse von Hans Hopf zu einer ganz besonderen Lektüre und einer Pflichtlektüre für alle die mit Flüchtlingen zusammenkommen und besonders für alle, die meinen, ihnen mit Abneigung begegnen zu müssen. Es geht nicht darum, die Situation der Kinder inmitten der Wirren der letzten Kriegsmonate in Deutschland mit Flucht und Vertreibung mit den Traumata der heutigen Flüchtlingskinder zu vergleichen. Hopf berichtet seine Erlebnisse als Kind, Schüler und Jugendlicher, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Schicksalen von damals und heute zu erklären. Damals standen die entsprechenden psychoanalytischen Begriffe und Therapien noch gar nicht zur Verfügung. Aber den Fremdenhass, den gab es damals auch schon. Unumwunden erzählt er von seiner eigenen psychoanalytischen Behandlung, die ihm im Alter von 20 Jahren ein Verständnis für und eine Verarbeitung seiner persönlich erlittenen Traumata ermöglicht hat. Es war ein Glücksfall, dass seine Therapeuten damals ihm den Weg zu seinem Beruf als Psychotherapeut gezeigt haben, den Hopf so erfolgreich eingeschlagen hat.

Das Kriegs- und Vertriebenenkind Hans Hopf kommt mit seiner Mutter ohne Vater aus dem Sudetenland in die Nähe von Stralsund. Zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr ist er wohlbehütet aber getrennt von seiner Familie bei seiner Großmutter. Als schulpflichtiges Kind kommt er zu seiner Familie in eine Lager nach Nordhessen, später in die Oberrealschule nach Bamberg. Aus dem an harten Entbehrungen so gewöhntes Kind wird ein Einser-Schüler.

> Lesebericht: Karl Heinz Brisch (Hg.), Bindung und Migration

Karl Heinz Brisch (Hg.)
> Bindung und Migration
1. Aufl. 2015, 288 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94939-1

Dieses Buch hat den Untertitel „Eine Psychoanalyse“. In kurzer und sehr prägnanter Form, anhand einiger weniger exemplarischen Schicksale, erläutert der Autor hier die wesentlichen psychoanalytischen Begriffe, mit denen die Therapiebedürfnisse der zu uns geflüchteten Kinder verstanden werden können. Manche dieser Begriffe waren damals, als die Familie von Hopf aus dem Sudtenland floh, noch nicht beschrieben. Fehlentwicklungen waren bekannt, aber es fehlten die Methoden, um ihren Auswirkungen in Form von Therapien begegnen zu können. Gefahrensituationen, die Hemmung der „zentralen Ich-Funktion“ führen zu Traumata (vgl. S. 83) und posttraumatischen Belastungsstörungen. Schwierigkeiten bei der Beherrschung von Angst, Wut und sexuellen Impulsen können die Folge sein (vgl. S. 88)

Die schnelle Erlernung der deutschen Sprache, die Wohnsitzzuweisung und eine Beschäftigung müssen durch „grundlegende Regeln des Zusammenlebens in Deutschland“ (S. 100 f.) ergänzt werden. Soll eine Integration erfolgreich sein, darf keine Zeit verloren werden. En passant erwähnt Hopf das Zusammengehörigkeitsgefühl (nach Mario Erdheim) als wichtige Komponente der Integration. (vgl. S. 108)

Traumatisierungen sind fundamentale Bindungsstörungen, deren Symptome auf keinen Fall mit Ritalin behandelt werden dürfen. Es geht nicht darum, die Kinder ruhigzustellen, sondern sie anzuhören und sie zu verstehen. (vgl. S. 111)

Jede pädagogische und psychotherapeutische Maßnahme glückt umso eher, wenn die Eltern eingebunden sind. (vgl. S. 120) Flüchtlingskindern zu helfen, das verlangt viele auf sich abgestimmte Maßnahmen. (S. 121)

Mit der eigenen Traumageschichte erklärt Hopf die Begriffe, mit denen Traumata erkannt und behandelt werden können: Ein Trauma verbunden mit Todesangst hat gravierende Konsequenzen: Der Reizschutz des Individuums wird durchbrochen.“ (S. 126) Depressive Störungen sind die Folge. Dissoziation (S. 133), die Gefahr des Wiedererlebens (Triggern), die Derealisation (S. 134), Hyperarousal oder Flashbacks (S. 135) sind weitere Symptome. Trifft das traumatisierte Kind auf eine vertrauenswürdige neue Bezugsperson, das es als „seelischen Container“ (S. 146) nutzen darf, ist Aussicht auf Besserung in Sicht.

> Nachgefragt: Hans Hopf, Die Psychologie des Jungen – 9. Mai 2014 von Heiner Wittmann

Das durch die eigene Erfahrung geschärfte Bewusstsein für die psychischen Probleme der Jungen ist für Hopf die Grundlage für das Kapitel „Väter, Männer und Jungen“ (S. 169-186). Danach erläutert er die Stellung des Jungen in den muslimischen Familien. „Prävention und Psychotherapie“ lautet die Überschrift des Kapitels, das den Bericht von Amal „Das schwarze Leben“ aus Somalia enthält.

www.france-blog.info:
> Bericht von Frau Annegret Kramp-Karrenbauer und Herrn Jean-Marc Ayrault zur Förderung der Integration in unseren Gesellschaften

„Das Virus der Fremdenfeindlichkeit“ lautet die Überschrift des letzten Kapitels, das die Fremdenfeindlichkeit auch als eine Art der Persönlichkeitsstörung (vgl. S. 221 f.) deutet.

In einer konzisen Form stellt Hans Hopf hier die Begriffe Methoden der heutigen Psychotherapie vor, mit denen die erlittenen Traumata und Ängste der Flüchtlingskinder, die hilfesuchend zu uns kommen, behandelt werden können. Die Kürze dieses Buches kontrastiert mit der Nachhaltigkeit, mit der Hopf es versteht, uns allen Begriffe und Überzeugungen an die Hand zu geben, mit denen wir vielen Formen von aufkeimenden Fremdenhass begegnen können. In der Masse handelt der Mensch auch häufig anders als er es eigentlich vor hat. (vgl. S. 75) Zuerst sprachen wir von einer Willkommenskultur und unsere Politiker haben es 2016 versäumt, diesen Begriff zu interpretieren und zu vermitteln, heute werden unsere Medien von dem Wort „Abschiebung“ beherrscht. Es wird Zeit, dass die Akteure dieses Geschehens das Buch von Hans Hopf lesen.

Hans Hopf,
> Flüchtlingskinder gestern und heute. Eine Psychoanalyse
1. Aufl. 2017, 237 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-96097-6

Lesebericht: Merkur 813

Donnerstag, 9. Februar 2017

merkur-813 Gestern war unser Blog im Zug unterwegs, eine gute Gelegenheit, die neue Ausgabe des > MERKUR 813 Februar 2017 zu lesen:

Martin Sabrow mit untersucht die verschiedenen Formen des Erinnerns, u.a. auch an den Holocaust: ist da manchmal die Hoffnung im Spiel Vergegenwärtigung könne von der Vergangenheit erlösen? Zum Stichwort Erinnerungskultur sollte hier auch die Zeremonie auf dem Hartmannsweilerkopf – > Hartmannsweilerkopf: Staatspräsident Hollande und Bundespräsident Gauck gedenken der Opfer des Ersten Weltkriegs – genannt werden, wo auf dem dortigen Soldatenfriedhof, Frankreich und Deutschland zusammen ein > Historial , ein gemeinsames Museum bauen, zu dem Präsident François Hollande und Bundespräsident Joachim Gauck am 3. August 2014 den Grundstein gelegt haben:

gauck-hollande-3-8-2016-c-h-wittmann

© Heiner Wittmann, 2014.

Gerade hat unser Kollege mit dem Frankreich-Blog > Pedro Kadivar interviewt, der wegen Heiner Müller von Paris nach Berlin gezogen ist und dort (perfekt!) Deutsch gelernt hat. Da passt es gut, dass wir jetzt den Beitrag von Dirk Baecker über Heiner Müllers »Kunst, die Wirklichkeit unmöglich zu machen« lesen. Der erste Satz ist ein Zitat von Heiner Müller: „Und die Funktion von Kunst besteht für mich darin, die Wirklichkeit unmöglich zu machen – die Wirklichkeit, in der ich leben, die ich kenne.“ (S. 16) Baecker hat eine klug Diskussion dieses Satzes verfasst, einen richtigen Essai, der die Frage von allen Seiten beleuchtet und dessen Ergebnis ein Statement (S. 28) ist, das zu neuen Diskussionen anregt. Und Werner Plumpe denkt über Romantische Fiktionen nach und spricht über den Traum von der Welt ohne Geld. Man hätte etwas anderes, oder würde jeglichen Tausch einstellen. Mit seinem Aufsatz legt Plumpe eine interessanten Überblick der aktuellen Literatur zu diesem Thema vor. Christoph Menke schreibt in der Philosophiekolumne über „Kritik und Apologie des Theaters“.

Die Medienkolumne von Matthias Dell „Talkshowrhetorik, Medienkritik und ‚besorgte Bürger‘ vor pegida“ nimmt sich längst überfällig die desolaten Talkskhows vor, „die ideale()n Bühnen für Rechtspopulisten“ (S. 54) deren traurige Inhalt Tags drauf sogar eine Nachricht wert sind. Ulrike Jureit hat zwei Gesamtdarstellungen zur NS-Geschichte von Nikolaus Wachsmann und Timothy Snyder gelesen. Eine lokale Studie zur Geschichte des Kredits im 19. Jahrhundert in der Schweiz findet Catherine Davies äußerst lesenswert. Jörg Ostermeyer findet die Naziverstrickungen des Euthanasie-Arztes merkur-813Werner Catel genauso mies wie die Haltung seines eigenen Lehrers Paul Heintzen zu Catel, seinem einstigen Lehrer. Gerhard Drekonja-Kornat findet es zu Recht genauso mies, dass zwei Migranten in ihre Nazivorgeschichte immer verheimlicht haben. Andreas Dorschel kritisiert die“ Verstocktheit der Ungläubigen“. Reinhard Brandt erinnert uns an die Aufklärung. Harry Walter sieht in einer Fotoschachtel eine Quasi-Skulptur.

> MERKUR

Lesebericht: Josiah Ober, Das antike Griechenland. Eine neue Geschichte

Dienstag, 31. Januar 2017

ober-antike-grichenland-110Der Band von Josiah Ober > Das antike Griechenland. Eine neue Geschichte, von Martin Bayer und Karin Schuler übersetzt, ist ein außergewöhnliches historisches Werk. Es beeindruckt durch die Präzision seine Methode, die der Autor in allen Einzelheiten erklärt. Und es ist in gewisser Weise auch Lehrbuch für die heutige Politikwissenschaft, weil der Autor den Zusammenhang von Demokratie und Wachstum in einem föderalen Staatenbund unter Berücksichtigung aller Dimensionen untersucht.

Wie kam es dazu, dass mehrere Jahrhunderte lang, Demokratie und Wachstum im klassischen Griechenland für die Bürger „normal waren“ (S. 9)? Das ist die Leitfrage dieses Buches. Fragen des Autors wie „Mit welcher Wahrscheinlichkeit können sich Demokratie plus Wohlstand als ebenso gängig wie normal etablieren?“ (S. 11) machen die Lehren dieses Buches auch für die heutige Zeit aktuell.

Ober hat eine spannende Geschichte der Wirtschaft und der Strukturen des klassischen Griechenlands vorgelegt. Beeindruckend, wie er mit seinen Quellen umgeht, sie offenlegt und welche Schlussfolgerungen er daraus zieht. Zuerst erklärt Ober, warum die Ausnahmestellung des klassischen Griechenlands so rätselhaft ist. Die folgenden drei Kapitel beschreiben die „dezentralisierte Ökologie aus Hunderten kleiner Staaten“ (S. 18) – ober-antike-grichenland-11045 Regionen der griechischen Welt: S. 20 f. – und versuchen eine Deutung, wie sich in ihnen eine Zusammenarbeit „ohne zentrale Führungsinstanz“ herausbilden konnte. Das erinnert an moderne Schwarmtheorien kollektiver Intelligenz, aber Ober zeigt doch noch viele weitere Faktoren, die über dieses uns heute geläufige und bestaunte Erklärungsmuster hinausgehen. Interessant ist der Hinweis auf S. 101 auf Platons (-428/-427, -348/-347 )“Politeia“, der den „Mythos der Metalle“ einführte, das auf die Seele aus Gold oder Silber hinweist, wodurch die Loyalität der Einwohner gegenüber einer Zentralmacht gesichert werden sollte.

Das Kapitel 5 nennt die wichtigsten Faktoren des beeindruckende Wachstums dieses Staatenbundes: die Formulierung gerechter Regeln und Individuen und Staaten, die zu einander in Konkurrenz treten und für institutionelle und technische Innovation sorgen. Dann folgen drei Kapitel, die die Entwicklung der bürgerzentrierten Politik und das Wirtschaftswachstum von Homer (ca um 750 v. Chr.) bis Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) in den Blick nehmen, dabei werden die Vorteile der „dezentralen griechischen Sozialökologie“ deutlich. Im Kapitel 10 geht es um den Niedergang Griechenlands, den Philipp und Alexander von Makedonien vorantrieben. Kapitel 11 zieht ein Resümee und erklärt, wieso trotz der Bedrohungen von außen die Polis-Ökologie sich so erstaunlich lange als widerstandsfähig erweisen konnte.

Betrachtet man die Grafik S. 26 mit dem Entwicklungsindex für das griechische Kernland von -1300 bis 1900 fallen die Jahre 500 – 200 v. Chr. durch ihr außergewöhnliches Wachstum auf. Die Zahlen dazu liegen hier > polis.stanford.edu vor. Ober nutzt auch das Inventory of Archaic and Classical Greek Polis, das der Däne Morgens H. Hansen zusammengestellt hat: Es beschreibt 1035 grieichische Stadtstaaten in 45 Regionen zwischen dem 8. Jh. und dem späten 4. vorchristlichen Jh.: „Kleine Staaten, verteilte Autorität“. Ober fragt, „Wie konnte ein Kleinstaatensystem wie das griechische überleben, wenn es doch immer wieder von einem großen, gut organisierten und aggressiven Imperium wie das Achämenidenreich bedroht wurde?“ Die Antwort: „Spezialisierung, Innovation, kreative Zerstörung“ (S. 37-41). Ober entleiht den Begriff „kreative Zerstörung“
bei Joseph Schumpeter, der damit den reformerisch wertvollen Kreislauf von Innovationen bezeichnete. Als der Wissenstransfer den Gegnern dieses Staatenbundes zunutze kam, war es um das stabile Wachstum geschehen. Die Geschichte ist natürlich viel komplizierter. Aber Ober zeigt wie der Export von militärischen und finanziellem Fachwissen z. B. in Makedonien gerne aufgenommen wurde. (vgl. S. 47).

ober-antike-grichenland-110Kapitel 2 „Ameisen um einen Teich. Eine Stadtstaaten-Ökologie“ und Kapitel 3 „Politische Lebewesen. Eine Theorie der dezentralisierten Zusammenarbeit“ sind auch Reflexionen über den Aufbau und Struktur moderner Organisationsformen. Ober stützt sich in diesen Kapitel auf die Werke Aristoteles, der auch Naturforscher war. Besonders spannend ist hier der Vergleich der Werke von Hobbes (1588-1679) mit denen von Aristoteles. (S. 98-102) Aber auch Ober erkennt „Grenzen der Vergleichbarkeit: „Ameisen und Griechen“ (S. 108-110).

Ein eigenes Buch in diesem Buch: „Hellas war Reich“. Eine Blüte in Zahlen“ S. 115-154. Dann folgt eine Betrachtung über die Gründe für den Reichtum Griechenlands: „Faire Regeln und Wettbewerb“ S: 155 ff.: „Bürgerzentrierte Regeln und Normen begünstigen relativ offene Märkte, ermöglichen den ständigen Informationsaustausch“ unter vielen unterschiedlichen Menschen und förderten dadurch kontinulierlich Innovationen und Wissen,“ Mr. Trump. Bemerkenswert, wie hier immer wieder das Wissen im Vordergrund steht und nicht nur der Warenaustausch. Soviel dazu, wenn heute immer von der Wissensgesellschaft geschwärmt wird. Und das Kapitel ist auch eine Mahnung an die EU. Das nächste Kapitel „Bürger und Spezialisierung vor 500 v. Chr. ergänzt diese Ausführungen.

Kapitel 7 nimmt wieder den Faden der politischen Entwicklung wieder auf: „Von der Tyrannis zur Demokratie, 550-465 v. Chr.“, S. 229 ff., gefolgt vom „Goldenen Zeitalter des Imperialismus, 487-404 v. Chr., S. 273 ff. und Unordnung und Wachstum 403-340 v. Chr., S.317 ff. Mit dem politischen Niedergang 359-334 v. Chr. kam auch das Ende der Klassischen Zeit S. 367 ff. Aber: „immortal, though nor more! though fallen, great“ Byron 1812 steht über dem Kapitel 11 „Schöpferische Zerstörung und Unsterblichkeit“ S. 407 ff. Griechenland als der früheste Fall von Demokratie plus Wirtschaftsaufschwung hatte Langzeitwirkung. (vg. S. 409) Viele Stadtstaaten behielten bis zum 2. Jh. v. Chr. demokratische Ordnung.

Dieses Buch gehört in die Reihe der vielen Bücher auf dem > historischen Regal bei Klett-Cotta, die u.a. auch Studenten historisches Orientierungswissen anbieten. In diesem Sinne ist dieser Band eine Pflichtlektüre für angehende Historiker.

ober-antike-grichenland-110
Josiah Ober
> Das antike Griechenland. Eine neue Geschichte
Aus dem amerikanischen Englisch von Martin Bayer und Karin Schuler (Orig.:The Rise and Fall of Classical Greece)
1. Aufl. 2016, 559 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit zahlreichen Karten, Graphiken, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-94928-5

Nachgefragt: Kris van Steenberge, Verlangen

Dienstag, 25. Oktober 2016

steenberge-verlangen

Elisabeth, die Tochter des Schmieds, sehnt sich danach, ihrem Heimatdorf Woesten zu entkommen. Sie versucht, sich Bildung anzueignen und heiratet den jungen Arzt Guillaume Duponselle. Als kurz darauf Zwillinge zur Welt kommen, ist der Zweitgeborene so entstellt, dass der Vater sich weigert, ihm einen Namen zu geben. Doch Namenlos überlebt, wird verachtet und weiß durch seine Beobachtungsgabe über alle mehr, als sie über sich selbst. > Bitte Weiterlesen

Erst der Lesebericht, dann ein > Videointerview, das hier unter Nachgefragt… angezeigt wird. Das ist unsere Blogregel.

Drei Themen gab es für uns nach der Lektüre dieses spannenden Buches: Die Entwicklung der Charaktere, die Erzähltechnik und der historische Hintergrund. ALle drei Themen haben wir in dem Interview untersucht:

Kris van Steenberge
> Verlangen. Roman
Klett-Cotta Roman aus dem Niederländischen von Waltraud Hüsmert (Orig.:Woesten)
1. Aufl. 2016, 438 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-98034-9

Literatur – Sachbuch – Blog – Klett-Cotta
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