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Lesebericht: Marina Weisband, Wir nennen es Politik

Montag, 11. März 2013

“Ideen für eine zeitgemäße Demokratie” steht auf dem Buchdeckel von Marina Weisbands (*1987 in Kiev) Buch > Wir nennen es Politik, das gerade eben bei TROPEN erschienen ist. Eine 24-jährige Studentin der Psychologie, die schon als Politische Geschäftsführerin im Bundesvorstand der Piraten gewesen ist, hat ein Buch darüber geschrieben, wie sie ohne Erfahrung, ohne jede Verbogenheit, ohne politischen Twitter-Account, nur als Marina Weisband in die Politik geraten ist. Frank Schirrmacher spricht von dem “grassierenden Zynismus”(s. Covertext dieses Buches) in der Politik und bezeichnet Weisband treffend als ein Gegenmittel dazu. Man könnte sagen unbedarft, aber auch unvorbelastet, neugierig und mutig – mit


CLUB TROPICANA
DO 14.3. 21.30
Leipzig | Party
Marina Weisband, Torsten Schulz und Jörg-Uwe Albig
Die legendäre Tropen-Party. Eintritt: frei.
Feiern Sie mit uns und unseren Autoren!!!
Galerie für Zeitgenössische Kunst
Café Neubau / Kafic
Karl-Tauchnitz-Straße 9-11
04107 Leipzig
> www.gfzk-leipzig.de


• Fr 15.03 14:00
Marina Weisband
Das taz-Gespräch: Wir nennen es Politik
Leipzig | Lesung und Gespräch
Moderation: Peter Unfried
taz.studio
Halle 5, Stand E410a
Leipziger Buchmesse
Messe-Allee 1
04356 Leipzig

> www.leipzig-liest.de

einem ungetrübten Blick auf das System, frei von Betriebsblindheit” S. 8 – hat sie eine Blitzkarriere bei den Piraten absolviert. Jetzt hat sie ihre konkreten Ideen zu Veränderungen in unserer Gesellschaft in ihrem neuen Buch dargelegt.


> Alle Termine zu diesem Buch


Nicht nur an ihrer persönlichen Entwicklung hatte das Internet einen entscheidenen Anteil, denn “nicht nur unsere Art zu kommunizieren, sondern auch unsere Art zu denken” (S. 17) hat sich so Weisband modifiziert. Sie war ab 13 online, das hat ihr “Denken ganz anders strukturiert” (S. 36) “Im Prinzip können wir sogar auf jede verfügbare Information zugreifen, ohne uns bewegen zu müssen,” (S. 74) schreibt sie. Hinter diesem Urteil steht eine Überhöhung des Internets, die auch die mit ihm verbundenen Chancen für die Politik, die Weisband aus diesem Medium ableiten will, tangiert. Man darf nicht übersehen, dass nur die im Internet gespeicherte Information aufrufbar ist, aber nicht die Informationen, die in Bibliotheken, Archiven und Buchläden vorhanden sind und die wegen der Menge oder aus anderen guten Gründen wie zum Beispiel dem Urheberrecht eben nicht im Internet verfügbar sind. Nota bene: Das Internet ist heute ein Informations- und durch das Web 2.0 – auch ein wichtiges Kommunikationsmedium geworden, das mit seiner Schnelligkeit oft die Qualität der Informationen beeinträchtigt. So ist zum Beispiel die kollektive Intelligenz, die als Autor Pate von Wikipedia ist eher etwas Nebulöses, dass sich auf die Autoren reduziert, die Inhalte für Wikipedia schreiben. Im Bereich der Philologien beispielsweise, ich spreche hier für mein Fach > Romanistik dient das Internet natürlich als Kommunikationsmittel und auch, um Inhalte bekanntzumachen und Online-Bibliotheken – meine Lieblingsseite > > www.gallica.fr – abzufragen. Allerdings ist jede Seminar- oder Zulassungsarbeit zum Scheitern verurteilt, solange sich ihr Autor mit dem Internet begnügt. Noch ein Aspekt: Informationen sind noch lange kein anwendbares Wissen. Noch heute haben Studentinnen und Studenten Schwierigkeiten, sich im Netz zu orientieren. Dabei machen alle gängigen Suchmaschinen ihnen das Leben schwer, weil sie ihnen vorgaukeln, die zuerst angeführten Suchergebnisse seien relevanter als die folgenden… Wer glaubt, alles im Internet finden zu können, überschätzt seine Inhalte und das Netz selbst. Das Internet lädt ein zu einer ungeheuren Vielfalt, die für Studenten auch Orientierungslosigkeit bedeuten kann: >Schreiben Sie mit der Hand oder mit der Tastatur?.

< Wir haben die erste Lesung von Marina Weisband aus ihem Buch am 14. März im Tropicana CLub in Leipzig aufgezeichnet.

Schon erscheint die Forderung am Horizont, dann müsse eben alles ins Netz. Eine solche Forderung wird naturgemäß nicht die Zustimmung der Autoren finden, die mit Fug und Recht daraufbestehen, selber den Publikationsort ihrer Werke wählen zu wollen. Bei ihrem Lob hinsichtlich der Möglichkeiten des Internet ist Weisband so klug, die Gefahren des neuen Mediums, die Verringerung der "Aufmerksamkeitsspanne" (S. 18) und die fehlende Medienkompetenz sehr wohl im Blick zu haben. Das hindert sie aber nicht daran, ganz entschieden mit guten Gründen dafür einzutreten, die Chancen des neuen Mediums vor allem zu einer Renovierung der Demokratie zu nutzen.

Wenn Weisband auf die Politikmüdigkeit der Wähler zielt (S. 74), verspricht sie sich durch Online-Aktivitäten mehr Offenheit und bessere Einsicht in politische Prozesse. “Liquid democracy” (s. 77 ff.) ist für sie ein Schlüsselbegriff, mit dem u.a. die Übertragung von Stimmrechten, wie deren ebenso unkomplizierter Entzug beschrieben wird. Schnell kommt sie auf die Vernetzung zu sprechen – sie nennt in diesem Zusammenhang Beispiele u.a. wie das Chatten mit Gleichgesinnten – und resümiert unter dem Gedanken “der absoluten Gleichwertigkeit der Menschen bei vollständiger Ungleichheit” (S. 39). Daraus entwickelt sie den Reformbedarf unserer Gesellschaft, der ihrer Meinung über den Ansatz der Piratenpartei hinausgeht. Über Inhalte entschieden die Nutzer… “Deshalb ist das Internet eine in sich demokratische Struktur,” (S. 83) schreibt sie. Das war in Bibliotheken nie anders und überhaupt mit allen Erzeugnissen des menschlichen Geistes schon immer so gewesen. Es waren schon immer die Leser, die Zuschauer, die Zuhörer und die Rezipienten, die über den Erfolg eines Buches oder eines Kunstwerkes entschieden haben und das nicht erst seit der Begründung der Rezeptionsästhetik durch Hans-Robert Jauss in Konstanz.

Weisband ist mit dem Internet aufgewachsen, sie bringt in der Tat ein frisches Denken in die Politik, das manchen Politikern eine wichtige Nachhilfe vermittelt.

Man merkt dem Buch sehr viel Engagement und guten Willen an. Manchmal ist fast auch Enttäuschung zu erkennen, weil die Piraten bisher nicht so recht den Erfolg hatten, denn sie aufgrund des von der Autorin geschilderten Reformbedarfs hätten haben sollen. Weisband scheint ihnen voraus zu sein. Sie sagt das nicht offen, aber umso deutlicher zwischen den Zeilen. Jedesmal wenn Weisband so grundsätzlich wird und aus ihrem Buch ein Lehrbuch für angehende Politiker macht, – Feste Regeln, Dynamische Prozesse und Transparenz (S. 65 et passim) -, merkt man, wie sie vielleicht selber darüber gestaunt hat das alles in so kurzer Zeit beim eigenen Ausprobieren kennengelernt zu haben. Die große Hektik, die sie im Zusammenhang mit ihrer Parteiarbeit beschreibt ist auch dem Sog des Internets mit dem dort so schnellen Aufflackern und verschwinden von Informationen geschuldet.

Die totale Transparenz aller Entscheidungswege, die Veröffentlichung jedes Gedankensplitters hat mich bei meinem ersten und letzten Besuch der Piratenwebsite zuerst echt beeindruckt und dann mehr als erschreckt, weil die Autoren und Leser der Website ihr Leben auf das Ordnen – zumindest im Kopf – dieser ungeheuren Vielfalt reduzieren müssen. Mit soviel Ballast auf ihrem Kahn können sie eigentlich nur kentern. Bleibt als Gegenmassnahme nur der Versuch, > das Tagen von Piraten-Gremien für permanent zu erklären, um jedem Versuch, die Dinge konsensmässig auf ihren Punkt zu bringen, genügend Raum zu geben.

Schade, ich würde sehr gerne – wie hier so oft praktiziert – Marina Weisband Fragen zu ihrem Buch stellen: “Nachgefragt…” würde dann der Titel des Beitrages auf diesem Blog mit ihrem Video-Interview lauten. Aber unsere Presseabteilung hat mich schon draufhingewiesen, Frau Weisband sei sicher völlig ausgebucht.

Marina Weisband
> Wir nennen es Politik. Ideen für eine zeitgemäße Demokratie
1. Aufl. 2013, 174 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-608-50319-7


> Alle Termine zu diesem Buch


Annett Meiritz > Debatte um Online-Parteitage: Piraten drängen auf Mitmachrevolution SPIEGEL ONLINE, 9.3.2013

Lesebericht:
McLuhan, Fiore, Das Medium ist die Massage

Freitag, 17. Juni 2011

Ungefähr ab der Mitte des letzten Jahrhunderts haben die neuen elektronischen Medien die Schrift mit ihrer Leitfunktion bei der Übermittlung von Botschaften und Inhalten abgelöst, will man Marshall McLuhan und der Einleitung von Regine Buschauer in das Werk von McLuhan (> NZZ, 19. Januar 2001) Glauben schenken. In Bezug auf die elektronischen Medien ist das sicher richtig, aber Fotos und Bilder, Gemälde aller Art haben schon viel früher der Schrift ihren Rang streitig gemacht. Beschränken wir uns aber tatsächlich auf die elektronischen Medien, dann stimmt die Beobachtung von McLuhan, und Klett-Cotta hat eine gute Idee gehabt, sein Buch > The Medium ist the Massage (1967/1969) auf deutsch zu veröffentlichen.

McLuhan mit seinem weit gefassten Medienbegriff, der eigentlich alles umfasst, was irgendwie einen Inhalt oder eine Bedeutung vermitteln kann, legt mit seinem Buch Erklärungsansätze und -Grundsätze für das gesellschaftliche Leben unserer Zeit vor: Sein erster Satz: “Das Medium oder der Prozess unserer Zeit – die elektronische Technologie verändert die Form und Struktur sozialer Beziehungsmuster und alle Aspekte unseres Privatlebens,” schlägt den Ton dieses Buches an. und unseres Berufslebens, könnte man hinzufügen, bedenkt man, dass heute kaum ein Beruf ohne ein Mindestmaß an PC-Kenntnissen kaum erfolgreich ausgeübt werden kann. Da ist was dran, aber stimmt seine Aussage wirklich? Es ist ja nicht nur der PC! Der tentakelartige Zugriff der Medien auf unser Leben und unsere Aktivitäten ist gar nicht zu übersehen. Die Medien erlauben uns keine Zeit der Muße mehr. Jede Informationsaufnahme wir heute gewöhnlicherweise von jedem Medienproduzent in eine Vielzahl anderer Informationen eingebettet, die wir eigentlich gar nicht verkraften geschweige denn verarbeiten können. Das ist auf jeder Zeitungsseite im Internet so, und das Fernsehen mit seinem ihm inhärenten Zwang zum Bild präsentiert uns seit Jahrzehnten allabendlich die Tagesschau: Informationen und immer viel mehr drumherum, auch wenn das Geflimmer nur am Rande zu den Worten passt. Misst man die Gesamtmenge der in 15 Minuten angebotenen Informationen, um anschließend den für uns wirklich wichtigen Informationsgehalt zu extrahieren, käme man auf ein Verhältnis von 2 oder 4 zu 15, ein Hinweis auf die nachhaltige Entmündigung des Bürgers. Mein Buch würde heißen “The medium is not the message”.

Oder fragen wir einen Studenten, woran er denkt, wenn er eine Hausarbeit konzipieren muss? Wozu nutzt er den PC? Zur Informationsbeschaffung? Zum Surfen im Internet? Um Wikipedia zu konsultieren? Welcher Student würde wohl erzählen, dass er einen > Zettelkasten hat? Genauso darf man fragen > Hilft das Internet beim Bücherschreiben?.

Diese kritische Fragen sollen kein bisschen davon abhalten, das Buch von McLuhan genau zu lesen. Es steckt voller bedenkenswerter Anregungen und Einsichten. Natürlich bleibt einem heute gar nicht anderes übrig, als die bunte und laute Medienwelt, die zu unserer gesellschaftlichen Hülle geworden ist, zu akzeptieren. Eine Umkehr ist ausgeschlossen. McLuhan weiß das und macht das beste daraus, in dem er die Hoffnung durchblicken lässt, diese mediale Vielfalt werden den Menschen zu einem neuen schöpferischen Dasein zum Wohler aller verhelfen. Er spricht vom “globalen Dorf”, nun das ist eher ein theoretisches Konstrukt, denn noch jede so schöne Website einer Stadt, wird mir nie zum echten Daseingefühl in dieser Stadt verhelfen, genauso, wie das beste soziale Netzwerk nie das Gefühl einer echten Partnerschaft mit allen dazugehörigen Freuden und Gefühlen auch nur annähernd vermitteln kann. Ich bleib dabei: > Ein soziales Netzwerk ist nicht das reale Leben.

Liest man nacheinander die ersten Kapitel von McLuhans Buch. “Du, deine familie, deine nachbarn, deine ausbildung, dein job, deine regierung, “die anderen” und das Buch ist eine erweiterung des auges… kleidung, eine erweiterung der haut…” versteht man schnell, dass nicht nur Zustimmung die erste Reaktion ist, sondern eine Vielzahl assoziativer Ideen machen mit und begleiten die Lektüre. “In einer elektronischen Informationswelt können Minoritäten nicht mehr ausgegrenzt werden. (S. 24) Faszinierend. Die Medien als Wohltat. Aber die Ernüchterung folgt mit meiner Klage. Wie wenig Studenten veröffentlichen heute schon regelmäßig selbst im Internet? Mehr Freunde als im realen Leben auf Facebook haben viele. Aber sie machen sich die Medien nicht untertan. Oder die Medien scheint bei ihnen nicht angekommen zu sein. Über Facebook und ein bisschen Twitter gehen ihre > Web 2.0 Kenntnisse kaum hinaus. Auch hier setzt McLuhans in vorauseilender Einsicht an genau der richtigen Stelle an. Wir wissen viel zu wenig über die > Medien und damit können wir auch nicht viel von unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit verstehen, darf man daraus folgern. Sein Buch ist eine Anregung dafür, die Medieninhalte nicht passiv zu konsumieren, sich nicht von ihnen vereinnahmen zu lassen, sondern selber etwas mit ihnen anfangen. Nicht nur twittern oder anonym in Wikipedia schreiben, sondern eine eigene Website, einen eigenen Blog verfassen. – Welcher Studente kennt und nutz regelmäßig > wissen.dradio.de/ oder wer von ihnen benutzt regelmäßig den > Radiorecorder vom DLF und welcher Politologiestudent mit Nebenfach Romanistik, liest regelmäßig ab 13 h LE MONDE mit dem Datum vom folgenden Tag? Oder wer von ihnen hört regelmäßig France Inter auf seinem IPad?

©. Das ist eine der kürzesten Überschriften von McLuhan. “Das Teamwork löst den Einzelkämpfer ab.” (S. 123) Auch das glaube ich nicht, weil es mediales Wunschdenken ist. Früher hieß das tatsächlich Teamwork oder Gruppenarbeit, bei der immer einer oft für alle arbeitete, weil es in einer solchen Gruppe immer einen gibt, der trödelt; das ist im Verkehr immer so. Das Bild passt sehr gut. Weil dann, im Verkehr immer alle hinter dem Langsamsten hinterherdackeln müssen. Der Langsamste bestimmt nun mal das Tempo. Ist nicht nur im Verkehr so. Auch bei jeder Gruppenarbeit. Es gibt keine > kollektive Intelligenz, die alle zusammen antreibt. Teamwork ist Reduzierung auf ein Mittelmaß und das müssen wir auch bei den Medien verhindern.

McLuhan schärft uns mit seinem Buch die Sinne und die Sensibilität für die Medien, für all das, was die Medien mit uns machen, aber vor allem auch für das was wir aus den Medien machen können. Medien konstruieren unsere Umwelt. Und dann fügt McLuhan hinzu: “Heute können wir die gesamte menschliche Umwelt zu einem Kunstwerk machen…” (S. 68).

Wovor warnt McLuhan? Die Medien nicht kreativ einzusetzen, etwas zu verpassen. Spielt man nicht mit ihnen, nutzt man sie nicht.

Zur Einführung:
Sehr lesenswert: Regine Buschauer, > Das Medium als Massage. Die aphoristische Medientheorie von Marshall McLuhan.
NZZ, 19. Januar 2001

Marshall McLuhan, Questin Fiore,
> Das Medium ist die Massage
Zusammengestellt von Jerome Agel, aus dem Amerikanischen von Martin Baltes und Rainer Höltschl (Org.: The Medium is the Massage)
1. Aufl. 2011, 160 Seiten,broschiert, mit zahlreichen Abbildungen und Illustrationen
ISBN: 978-3-608-50311-1

»Das Medium ist die Botschaft« Das ist wohl eines der berühmtesten Zitate aus Understanding Media (1964) – und dann in The Medium is the Message: An Inventory of Effects (1967) – von > Marshall McLuhan (1911-1980).
Douglas Coupland
> Marshall McLuhan
Aus dem Englischen von Nicolai von Schweder-Schreiner(Orig.: Marshall McLuhan)
1. Aufl. 2011, 222 Seiten,gebunden
ISBN: 978-3-608-50306-7

Stuttgarter Buchwochen
Alex Rühle, Ohne Netz

Dienstag, 16. November 2010
Buchvorstellung
Buchcafé,
Haus der Wirtschaft,
Willi-Bleicher-Straße 19,
70174 Stuttgart
Freitag, 19.11. 2010,
Beginn: 20.15 Uhr

Eine Veranstaltung des Klett-Cotta Verlags und des Buchhandelsverbandes Baden-Württemberg im Rahmen der Stuttgarter Buchwochen.

Haben Sie sich schon mal gefragt, ob Sie aus Notwendigkeit oder aus Gewohnheit ins Internet gehen? Wir wissen alle, dass fast jeder Suchvorgang mit einer Suchmaschine (früher sagte man Karteikasten oder Katalog – “Maschine” hat so was von da arbeitet etwas für uns – und darauf will ich auch hinaus) uns nur einen winzigen und oft völlig falschen Ausschnitt der Wirklichkeit zeigt? Man gewöhnt sich daran, nur die ersten 5 Suchergebnisse wahrzunehmen und auch wenn man es nicht will, notiert unser Kopf dennoch die Werbung drumherum. Mit dem Internet ist man an die große Welt angeschlossen, oder glaubt zumindest es zu sein. Schlägt man eine Website einer Zeitung auf, bekommt man sofort außer der Meldung einen Haufen anderer Informationen einschließlich funkelnder und animierter Werbung angezeigt, die man gar nicht sehen will. Da sehnt der Kopf sich nach einer richtigen gedruckten Tageszeitung zurück. Und mit einem Computer wird das Bücherschreiben nicht besser. Oder kann der PC einen > Zettelkasten ersetzen? Kann er nicht. Dennoch, es gibt auch Segnungen des Internets: Zum Beispiel das Nachbearbeiten eines Vortrags: > Unsere geschundenen Städte, da wird das Internet tatsächlich zu einem echten Arbeitsmittel, ein Medium, eine Hülle, nichts anderes. Die Inhalte generiert nicht das Internet, sondern ein Autor.

Ist man als Blogschreiber oder Blogleser möglicherweise dem Internet verfallen? Internetsüchtig? Checken Sie auch schnell bei jedem Marmeladenbrötchen Ihre Mails ? Gucken sie auch jeden Moment auf Ihren Blackberry, um ja nichts aus der Online-Welt zu versäumen? Merken Sie auch, dass die Information zunimmt, nur weil es Internet, Laptops, IPhones, IPads und Smartphones gibt?

Was würde passieren, wenn Sie ab heute auf das Internet verzichten würden? Alex Rühle ist Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung. Als sein Gefühl, “dass ich mir darin selbst abhanden komme”, (S. 19) überhand nimmt, ist Schluss mit dem Internet – zumindest für ein halbes Jahr. Er gibt sein Blackberry ab und verzichtet auf jeden Internetkonsum, verordnet sich eine Offline-Entziehungskur und er schreibt > Ohne Netz. Mein halbes Jahr offline, ein Band, der in diesem Herbst bei Klett-Cotta erschienen ist.

> Nachgefragt: Alex Rühle, Ohne Netz

> www.ohne-netz.de

Nachgefragt: Alex Rühle, Ohne Netz

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Das Internet hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem Ferrnsehen. Beide elektronische Veranstaltungen braucht man zum Lesen eigentlich überhaupt nicht. Sie lenken nur ab,und wenn ein Autor einen Internet-Anschluss auf seinem PC hat, der ihm auch als Schreibknecht dient, ist die Versuchung riesengroß, eben mal ins Netz zu gucken, die E-Mails zu checken und dabei zu merken, dass Peter oder Mareike wieder was in Facebook geschrieben haben. Wieder sind 10 Minuten weg. Ach, vielleicht geschwind noch was in Google nachgucken. Und wieder merkt unser Autor nur in seinem fernem Unterbewußtsein, dass die Google-Such-Ergebnisse mit seinem Suchwunsch überhaupt nichts zu tun haben, aber die Ergebnisse trotzdem irgendwie interessant sind. Das Anklicken beginnt, die Surf-Session ist eröffnet, die Uhr tickt, derweil das neue Buch wieder mal in einen Dornröschenschlaf versinkt, bis der Autor sich daran erinnert, dass er ja gar nicht surfen will. “Nützt Ihnen das Internet beim Schreiben?” kann man ihn fragen, o ja!, wird er antworten.

Aber bei der nächsten Frage: “Werden Sie mit dem Internet schneller fertig?” zögert mancher schon. Und die Frage “Wird ein Buch mit dem Internet besser?” können wir einfach schon mal verneinen. Ein Student, der sich in der Literaturwissenschaft auf die Auskünfte im Internet beschränkt, ist hoffnungslos verloren. Das Fernsehen könnte mehr Leser an sich ziehen, wenn es mehr Raum der Präsentation von Büchern widmen würde und Buchvorstellungen sich nicht auf die Starpflege und die Produktion und die Geburtshilfe von Bestsellern beschränken würden. Verführen E-Books zu mehr Lesen? Auch die ausgefeilteste Technik wird das Lesepensum selbst von Power-Lesern nicht steigern können. Aber alle Art von Apps, die das Buch zum Multimedia-Event machen unter Einbeziehung aller möglichen Hyperlinks in alle Richtungen können eigentlich nur, wie das Fernsehen es schon immer macht, vom Inhalt des Buches ablenken und dazubeitragen die Konzentration auf den Buchinhalt nachhaltig zu beschädigen. Die Digitialisierung ist keine Gedächtnishilfe und nimmt uns jede Konzentration. Das ist so, und da halte ich es mit Günther Anders, dessen Fernsehkritik wunderbar auch aufs Internet passt: Die Antiquiertheit des Menschen Bd. I: Über die Seele im Zeitalter der zweiten industriellen Revolution (Beck`sche Reihe: bsr;319, 2. Auflage 2002. C.H.Beck ISBN 978-3-406-47644-0 – 3. Auflage 978-3-406-60171-2 ist in Vorbereitung.) (Vgl. auch auf diesem Blog: > Die Intellektuellen und das Netz).

Das IPad mag keinen Flash, dafür gibt es die > Leseprobe als PDF-File auf > www.ohne-netz.de.

Alex Rühle sieht das alles ganz ähnlich, und eines Tages beim täglichen Surfen, fragte er sich, was da eigentlich mit ihm passiert? Das war der Tag, an dem er sich dazu entschloss, das Internet aufzugeben, wenigstens für sechs Monate. Das war eine persönliche Befreiung. Nicht die seiner Mitmenschen, weil die nicht mehr mit ihm kommunizieren konnten. Vom 1. Dezember 2009 bis zum 31. Mai 2010 war > Alex Rühle offline. Auf dem Stand von Klett-Cotta bei der Frankfurter Buchmesse habe ich ihn nach den Erfahrungen seines Entzugs befragt:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

14 Minuten

> Alex Rühle
> Ohne Netz. Mein halbes Jahr offline
Auflage: 1. Aufl. 2010 – 220 Seiten – ISBN: 978-3-608-94617-8

Alex Rühle: Ohne Netz. Mein halbes Jahr offline

Montag, 5. Juli 2010

Wenn man unterwegs ist, wenn man kein mobiles Endgerät mit UMTS-Anschluß in die weite Welt mit sich führt und höchsten vielleicht einen Laptop in der Tasche hat, das immer eine WLAN-Verbindung braucht, ist man in so manchem Hotel aufgeschmissen, wenn es keinen Netzzugang gibt. Das nennt man offline, und für manche ist das ein ganz furchtbarer Zustand. Da sitzt man nun, und draußen braust die Welt vorbei, man ist nicht mehr mit dabei, keine E-Mails mehr, kein soziales Netzwerk, man kann seinen Freunden nicht mehr spontan zuwitschern, was einen gerade bewegt oder beschäftigt. Wenn dieser bedauernswerte Zustand wegen widriger Umstände sogar einige Tag dauerrn sollte, kommt schnell die Befürchtung auf, bald aus allen (sozialen) Netzen herauszufallen.

> Alex Rühle hat im letzten halben Jahr sich ganz freiwillig aus dem Netz abgemeldet. Und sozusagen zum Entzug angemeldet. Früher war der Blackberry schnell noch seine letzte Einschlaflektüre und tagsüber und meistens auch nachts die stete Verbindung zur Welt. Mails machen süchtig, und die meisten merken das gar nicht. So wie manche mit Knöpfen in den Ohren sich von den Stadtgeräuschen abschotten, in ihrer eigenen Welt herumlaufen, so schaffen die E-Mails eine Art Parallelwelt als Ersatz für die realen Bezüge. Man sieht sich, sagte man früher, heute heißt es nur noch, ich mail Dir. Früher schrieb man einen schönen Brief mit Füller und wartete geduldig mehrere Tage auf die Antwort, heute wechselt man immer öfters hektisch 4,5 oder mehr Mails mit seinen Korrespondenzpartnern in immer kürzerem Takt aus. Rechtschreibung, Stil und Formen gehen dabei unter. Briefe werden zu Informationen und Botschaften, die leisen Zwischentöne auf dem Briefpapier weichen der Aufmerksamkeit, die der Erwartung auf die schnelle Antwort gezollt wird. Vor einem halben Jahr Alex Rühle hat die Notbremse gezogen. Zurück in die analoge Welt, lautete seine Entscheidung. Und wie überlebt man heute diesen Offline-Zustand, zumal wenn man seine Pflichten als Journalist und Vater nicht vernachlässigen will? Die Anworten auf diese Fragen stehen in seinem Buch > Ohne Netz. Mein halbes Jahr offline, das am 19. Juli 2010 bei Klett-Cotta erscheint.

Am vierten Tag seiner Entziehungskur fragt sich Alex Rühle, warum er sich freiwillig vom Netz verabschiedet:

“Ich will einfach wissen, wie es ohne ist, gerade weil ich mir ein Leben ohne Netz schlichtweg nicht mehr vorstellen kann. Die Welt wird eine Google, das Netz dringt wie Wasser in alle Lebensbereiche ein (weshalb es auch so elend lächerlich ist, diese Neuerung mit Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks oder mit dem Telefon zu vergleichen). Ja, es gehört für die, die drin sind, so selbstverständlich zum Lebenshintergrund wie die Schwerkraft oder die Luft zum Atmen. Da ist es doch mal interessant, sich für eine Weile danebenzustellen und zu schauen, was das für Konsequenzen hat. Werde ich selber ruhiger dadurch oder, im Gegenteil, unruhiger? Erholt sich mein Gedächtnis oder hat meine phänomenale Schussligkeit gar nichts mit dem Leben am Computer zu tun? Bin ich tatsächlich süchtig und tue mir dementsprechend schwer mit dem Entzug oder schreite ich nach drei Tagen munter in mein analoges Leben aus und sage achselzuckend, das ganze Sucht-Gerede war doch wieder nur unbedachte Journalistenmetaphorik? Ist überhaupt ein Leben ohne Netz noch möglich, ohne aus allen Bezügen zu fallen? ”

Sich Ausklinken aus der digitalen Welt. Das ist ja eigentlich gar nicht so einfach. Einfach wegbleiben reicht ja nicht. Würde ein Blogautor für 6 Wochen die Biege machen, würden manche seine Pause vielleicht erst nach nach zwei Wochen merken sagen, der schreibt im Augenblick aber wirklich nicht viel. Nach drei Wochen würde die Verwunderung schwächer, und nach vier Wochen hätten auch die RSS-Feeds seinen Blog vergessen. Aber es ist schon was dran, das Ausknipsen der digitalen Welt stürzt zuerst nur den Ausknipser in eine neue Einsamkeit, die der bekannten, alten, guten analogen Welt. Das einzige was er seinen Mitmenschen antut, ist, dass diese sich wieder an Fax und Briefmarken gewöhnen müssen. “Ich habe aber das Gefühl, dass ich mir darin selbst abhanden komme,” sagt Alex Rühle zum Internet, ohne dass dies nach einer Fundamentalkritik am Internet klingen soll. Er will sich nur dagegen wehren, vom Netz total vereinnahmt zu werden. Und damit muss man ihn ernstnehmen. Auf die Lektüre seines Buches bin ich gespannt. Der Lesebericht folgt hier.

> Blättern im Buch

> Alex Rühle
> Ohne Netz. Mein halbes Jahr offline
Erscheinungstermin: 19.07. 2010
Auflage: 1. Aufl. 2010
220 Seiten
ISBN: 978-3-608-94617-8

Veranstaltungen von Alex Rühle:

München
Premiere

27.07. 2010 20:00
Alex Rühle stellt sein Buch Ohne Netz. Mein halbes Jahr offline. vor.
Die Veranstaltung wird von Dirk von Geelen moderiert.
Literaturhaus München, Salvatorplatz 1, 80333 München.

Würzburg

Lesung
30.09. 2010 20:00
Alex Rühle stellt sein Buch Ohne Netz. Mein halbes Jahr offline. vor.
Stadtbücherei Würzburg, Haus zum Falken, Marktplatz 9, 97070 Würzburg.

Stuttgart
Buchvorstellung
19.11. 2010 20:15
Alex Rühle stellt sein Buch vor: “Ohne Netz. Mein halbes Jahr offline.” Eine Veranstaltung des Klett-Cotta Verlags und des Buchhandelsverbandes Baden-Württemberg im Rahmen der Stuttgarter Buchwochen. Haus der Wirtschaft, Willi-Bleicher-Straße 19, 70174 Stuttgart

Kann man mit dem Internet lernen?
Oder Bücher schreiben? vs Netzstille

Montag, 1. Februar 2010

In drei Tagen gehts zum > EduCamp nach Hamburg. Und es wird richtig spannend werden. > Lisa Rosa hat auf ihren Block > Shift schon mal ihre Gedanken zum Thema > Das Internet – ein Bildungsraum? vorgestellt. Ein lesenswerter Text, der die Bildungsdiskussion rund um das Internet mit der Vielfalt seiner Möglichkeiten prägnant zusammenfaßt. Mit dem Statement von Lisa Rosa zugunsten des Internets als ein heute unverzichtbarer Bildungsraum und dem Schreiben eines Buches am häuslichen Schreibtisch tun sich echt zwei ganz unterschiedliche Welten auf. Die Frage lautet also, ist die Nutzung des Internets notwendig, um heute ein gutes Buch schreiben zu können?

Wie hier bereits berichtet, schreibt Alex Rühle, Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, über das Thema Das komplett vernetzte Leben ein Buch und Thomas Kraushaar bloggt beim Buchmarkt über das Projekt und berichtet darüber, wie die Verlagsarbeit sich gestaltet. Schwieriger als zu Zeiten von Web 2.0, weil Alex Rühle sich für 6 Monate aus allen Venetzungen, und aus dem Netz überhaupt zugunsten des guten alten Faxgerätes abgemeldet hat: Die Fage, die dabei mitschwingt, lautet also, braucht man heute das Internet zum Bücherschreiben? > Pause vom Internet: Netzstille oder Hilft das Internet beim Bücherschreiben?.

> Offline im Focus
> Kuscheliger Entzug
> Das erste Fax
> Aus dem Netz? Kein Netz? Ohne Netz!

Wenn ein Student heute eine Seminarbeit über Albert Camus schreiben will, kann ihm das Internet dabei eigentlich überhaupt nicht helfen. Doch, er findet im Internet eine ausführliche Bibliographie, die ihn trotzdem nicht davon abhalten sollte, den Klapp zu konsultieren. Aber sonst gewinnt er seine Inhalte nur aus seiner Lektüre. Natürlich könnte er den Eintrag über > Albert Camus Wikipedia benutzen, wo die kollektive Intelligenz ihm erzählt, dass das Leben nach Camus sinnlos sei. Und zur Vorbereitung seiner Seminararbeit sei hier noch bemerkt: Die Suche nach Inhalten im Internet mit einer bekannten Suchmaschine, die die Rangfolge der Ergebnisse nach einen Algorithmus und auch manchmal werbegestützt ausrechnet, hat mit einer Bibliotheksarbeit gar nichts zu tun.

Mit dem Internet ist es so wie mit dem Fernsehen. Es wurde geboren, und seitdem sucht man ständig neue Anwendungen für das Medium. Mittlerweile gibt es Twitter und Blogs, und man macht sich wie Lisa Rosa Gedanken, wie diese für den Bildungsprozess verwendet werden können. Sie behauptet: “Ich bin überzeugt davon, dass schon heute der gesellschaftlich relevante soziale Verkehr in erster Linie im Internet stattfindet und insofern das Internet insgesamt zum wichtigsten Sozialraum – und damit auch zum Lernraum – geworden ist.” Ich finde, das ist zu weit gegriffen, das richtige Leben spielt sich nicht im Internet ab: > soziale Netzwerke haben längst nicht das alles gehalten, was sie versprechen. Im Gegenteil, sie reduzieren das soziale Leben auf einige Aspekte der Beziehungen. Lisa Rosa erinnert auch daran, das Wissen nicht medienneutral sei, sondern “Form, Medium und Wissen” nicht getrennt voneinander zu haben sind. “Machiavelli schärft über zahlreiche poetische Formen sein literarisches Profil: Epigramm, Strambotto, Stanza, Madrigal, Sonett, Kanzone, Canto, Capitolo, Serenade,” lautet eine Satz aus einem Klappentext eines Buches über > Machiavelli. Tatsächlich kommt hier dem Formen und den Gattungen eine ganz besondere Rolle zu, die mit dem Internet gar nichts zu tun hat. Bildung wird heute durch das Internet unterstützt, es gibt viele nützliche Quellen, aber das Aneignen von Bildungsinhalten wird durch das Internet qualitativ nicht besser als in der Offline-Zeit. Deshalb ist Lisa Rosas These “Im Internet muss im Internet gelernt werden…” mit einem Fragezeichen zu versehen. Sie fügt aber selbst hinzu, “…denn hier wird nicht nur methodisch zeitgemäß gelernt, und es werden auch ganz andere Dinge gelernt werden, nämlich diejenigen, die in dieser Epoche gebraucht werden,” … die ins Internet passen, könnte man hinzufügen. Womit wir wieder bei einer Diskussion über den Bildungsbegriff angekommen sind, für den wir das Internet gar nicht brauchen.

Pause vom Internet: Netzstille oder
Hilft das Internet beim Bücherschreiben?

Donnerstag, 21. Januar 2010

1986 bekam ich meinen ersten Computer als Leihgabe von einer Bonner Firma mit einer riesigen 20 MB-Festplatte und WORD für DOS auf drei 5 1/4 Zoll Disketten, das nie abstürzte und immer schneller als jedes spätere WINDOWS-WORD war. Dann kam das Internet mit den vielen bunten Seiten > www.romanistik-online.de, und vor rund drei Jahren begannen alle von Web 2.0 zu sprechen. Die Besucher der Websites sollten zu Mitmachern werden, und die Unternehmen begannen ihr individuelles Web 2.0 Menü zu konzipieren, das Besucher dazu verleiten soll, zu kommentieren, mitzumachen, zu bewerten und zu empfehlen. Wenn ich mir die Besucherzahlen meines Blogs – > www.france-blog.info – angucke, staune ich immer noch, wie viele Leser mit diesem Medium erreicht werden können. Schneller und aktueller, aber nicht unbedingt qualitativ echt besser als mit einem gedruckten Medium. Die bange Frage an jeder Hotelrezeption: Haben Sie W-Lan? und das Warten vor dem Laptop, bis er wieder irgendwo online ist, kennt jeder, der keine UMTS-Karte hat, die ihn nur dann aufblicken lässt, wenn die Verbindung weg ist.

Internet immer und überall, es unterstützt perfekt die Kommunikation nach allen Richtungen. Wenn es aber darum geht, ein Referat, einen Zeitungsartikel, einen Fachaufsatz oder gar ein Buch zu schreiben, merkt man schnell, dass bekannte Suchmaschinen es immer noch nicht gelernt haben und wohl auch nie lernen werden, Inhalte systematisch zu ordnen. Das können eben doch nur Bibliothekare, die dem Maschinenalgorithmus immer noch haushoch überlegen sind. Bei keiner meiner Sucharbeiten für jede meiner Seminararbeiten, Artikel oder Bücher bieten Suchmaschinen mit ihrer Systematik gegenüber der ordentlichen Bibliotheksarbeit auch nur den geringsten Vorteil. Das Handwerkszeug zum wissenschaftlichen Arbeiten kann nicht mit einer Suchmaschine erworben werden.

Vielleicht hat man die Kommunikations- oder Werbeansprüche im Internet vielleicht doch ein bisschen zu stark in Richtung Information oder Wissen verbogen. Möglicherweise ist da einiges durcheinandergeraten. Meine kummervollen Erfahrungen mit Wikipedia und der seiner kollektiven Intelligenz und den anonymen Korrektoren sind mir noch in schlechter Erinnerung. Beim Schreiben meines letzten Buches brauchte ich das Internet, um Verlagsnamen zu finden und um im Katalog der Landesbibliothek nachzugucken, Bücher zu bestellen. Klar, es gibt auch > www.gallica.fr, meine Lieblingswebsite, aber das ist doch alles nur um Zeit zu sparen, nicht in die Bibliothek fahren zu müssen und andere Anregungen dabei zu verpassen. Das Internet hilft beim Bücherschreiben, aber kein Buch wird dadurch wirklich besser. Manche Informationssuche wird schneller aber nicht unbedingt besser. Mit dem Schreiben ist das ganz genauso. Heute schwört jeder auf seine Tastatur und den Bildschirm, wobei jeder Text von vornherein viel besser wird, wenn er mit Füller bei voller Konzentration auf ein weißes Blatt Papier geschrieben wird, ohne die Sicherheit, ich kann ja doch gleich alles korrigieren. Man bringt einen Gedankenfluß, eine Argumentation zu Papier und hackt nicht hektisch auf die Buchstaben einer Tastatur immer in der Angst, gleich ist alles wieder weg.

Alex Rühle ist Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung und hat sich für ein halbes Jahr dazu entschieden, offline zu leben. Keine Mails, kein Internet, kein W-Lan, keine Websites, keine SMS, aus das Handy. Und Klett-Cotta wird sein Buch Das komplett vernetzte Leben herausbringen. Offliner sind heute schon fast Aussteiger, aber es gibt ja das gute alte Fax. Tom Kraushaar, einer der verlegerischen Geschäftsführer von Klett-Cotta, hat einen Stift gesucht und dem maillosen Autor einen Brief per Telekopie übermittelt: > target="_blank">Netzstille. Demnächst mehr.

P.S. Ach, meine gute alte > Schreibmaschine. Ich hatte eine Pappstreifen am Papierhalter angebracht, der die noch zur Verfügung stehenden Zeilen für die Fußnoten anzeigte… Mit der Schreibmaschine ist das so ähnlich wie mit dem weißen Blatt Papier. Man hält ordentlich seine Gedanken zusammen, und bei Fehlern gibt es ein neues Blatt. Ob die heutigen Studenten es glauben oder nicht, damals waren die Seminararbeiten eher fertig als heute.

Digital und kostenlos? Open Access

Samstag, 2. Mai 2009

Noch immer lese ich in Peter Kaedings Buch > Die Hand über der ganzen Welt. Johann Friedrich Cotta – Der Verleger der deutschen Klassik, wie Cotta mit seiner Tätigkeit als Verleger zwischen Lesern und Autoren vermittelt und ganz ohne Internet deren Werke bekannt macht. Man muss schon eine starke Überzeugung von den Wohltaten des Internets haben, um Cottas Wissen und Erfahrungen unterschätzen zu können. Und mitten in dieser Lektüre über den Verleger von Goethe und Schiller taucht der > Heidelberger Appell auf, in dem Roland Reuß die Beibehaltung der Publikationsfreiheit anmahnt. In diesem Zusammenhang wurde auch Open Access erwähnt. Ein Vortrag von Christian Hauschke > Open Access an der Fachhochschule Hannover vermittelt einige notwendige Erklärungen. Zitat: “Was ist Open Access? “Open Access meint, dass diese Literatur kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, so dass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können, ohne finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von denen, die mit dem Internet-Zugang selbst verbunden sind.” Der Autor spricht von “dieser Literatur”, die in der Kürze der hier zitierten Vortragsfolien nicht genauer umschrieben wird – möglicherweise sind nur bestimmte Schriften gemeint? Ich vermute mal, der Autor meint Schriften, deren Abfassung nicht von ihren Autoren selbst finanziert, sondern von z. B. einer Wissenschaftsorganisation (teil-)finanziert worden ist. Wie auch immer, man gewinnt den Eindruck, es geht um die Aufgabe des Urheberrechts und vielleicht auch um mehr, das von diesem Verfahren suggeriert wird. Nehmen wir an, ich würde eine finanzielle Unterstützung von einer Wissenschaftsorganisation für den Zeitraum erhalten, in dem ich > mein letztes Buch erstellt habe. Müsste ich dann dieses Buch der Wissenschaftsorganisation kostenlos mit allen Rechten übereignen? Ein Buch, das aufgrund eines Vorwissens und vieler anderer Fähigkeiten, Vorträge und Erfahrungen entstanden ist, die mit der Unterstützung einer Wissenschaftsorganisation – die ich im übrigen gar nicht habe – nichts zu tun hätte? Auch wenn ich eine Förderung für die Übersetzung erhalten hätte, wäre das noch lange kein Grund, die Urheberrechte für dieses Buch einfach freizugeben.

Vielleicht wird die digitale Kopierbarkeit und das Internet hinsichtlich der bessereren wissenschaftlichen Verbreitung von Forschungsergebnissen überschätzt? Solange Suchmaschinen sich anmaßen, durch Algorithmen die Qualität von Texten ausrechnen zu können, muß doch den Autoren vieler digital im Internet veröffentlichter Texte klar sein, das sie gegenüber der Technik noch ziemlich machtlos sind. Die allergrößte Gefahr ergibt sich durch die kollektive Intelligenz bei Webprojekten, wo jeder anonym hineinschrieben kann und wo Argumente, die sich an mehrheitlich vereinbarten Richtlinien orientieren, wissenschaftliche Argumente ersetzen.

Open Access wird eingerichtet, weil die Technik es erlaubt und nahelegt, obwohl die Autoren wissen, dass in ihren Werken viel mehr drinsteckt, als eine Wissenschaftsorganisation temporär finanzieren kann. Es wird auch das “Lizenzmodell „Creative Commons“ • Namensnennung • Keine Bearbeitung • Nicht kommerziell • Weitergabe unter gleichen Bedingungen” ( > Christian Hauschke) gewählt. Aber auch hier fürchte ich, dass eines Tages eine Kontrolle der Texte, vielleicht erst eine Anpassung an die Orthographie und dann vielleicht noch andere Änderungen vorgenommen werden. Das ist ganz unmöglich wird man mir sagen. Meine Wikipedia-Erfahrungen lehren mich etwas anderes. Anonyme Kritiker haben dort meinen Beitrag zerpflückt, diskutiert und schließlich hat ihn ein anonymer Benutzer gelöscht. Wer in Wikipedia reinschreibt, kennt Kaeding: Johann Friedrich Cottadieses Problem, obwohl Freunde von mir total erstaunt waren, dass andere es sich anmaßen, in ihre Artikel einfach reinzuschreiben.

Genug. Ich lese jetzt Peter Kaedings Buch über > Johann Friedrich Cotta – Der Verleger der deutschen Klassik weiter. Eine ganz andere Zeit als heute. Gerade hat Kurfürst Friedrich die Nummer 286 der Allgemeinen Zeitung verbieten lassen. Zensur nannte man das – bei Wikipedia heißt das nur “gelöscht” -, und der Verleger sorgt dafür, dass die Zeitung weitererscheint – im Ausland, nämlich in Ulm.

Zu Open Access:

Christoph Drösser > Das Denken ist frei, DIE ZEIT, 9. April 2009

Uwe Jochum, „Open Access“ gepusht. Rösser und Reiter.

Rudolf Walther > Mythos digitale Bibliothek. Open Enteignung” durch GoogleBooks “Wissen zum Nulltarif, Demokratisierung durch Google? Das Schlagwort ‘Open access’ klingt gut, doch auf dem Spiel steht die Bewahrung des Wissens unserer Gesellschaft”, www.taz.de, 20.3.2009 mit bis heute 58 Kommentaren.

P.S. Nachdem dieser Beitrag als “besonders dümmlich” bezeichnet wurde, möchte ich nochmal auf die bibliographischen Angaben zu diesem Beitrag hier hinweisen, und an die > Kommentare zum ersten Beitrag dieses Themas erinnern. Die Website der > Informationsplattform Open Access ist mir gut bekannt. Wer mir also nachsagt, mich nur bei C. Hauschke zu informieren, der im übrigen ziemlich viel zu diesem Thema schreibt, hat hier nicht genau gelesen oder sucht sich etwas, um meine Beiträge zu kritisieren. Die Sache verdient aber bessere Argumente.

26. April 2009: Tag des geis­ti­gen Ei­gen­tums

Montag, 27. April 2009

Ein Beispiel unter vielen anderen Kritikern des Heidelberger Appells: Gestern hat der Journalist Fritz Effenberger eine > Grundsatzerklärung zum Tag des Geistigen Eigentums veröffentlicht, um auf den > Heidelberger Appell von Roland Reuß zu antworten.

Effenberger schreibt u. a.: “Die Bundesregierung, so fordern Reuß und bisher 1400 Unterzeichner (darunter Teile der nationalen Schriftsteller-Elite) müsse sicherstellen, dass keinerlei private oder suchmaschinen-automatisierte Verbreitung von geistigen Inhalten stattfinden könne, also letztlich ein Verbot von GoogleBooks, YouTube und anderen Internetplattformen dieser Art.” Mit dieser Zusammenfassung wird der Inhalt des Heidelberger Appells entstellt und folglich stimmt die Schlussfolgerung von Effenberger auch nicht:

Im Heidelberger Appell steht: “Die Unterzeichner appellieren nachdrücklich an die Bundesregierung und die Regierungen der Länder, das bestehende Urheberrecht, die Publikationsfreiheit und die Freiheit von Forschung und Lehre entschlossen und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verteidigen.” (Hervorhebung: W.)

Mit keinem Wort wendet sich Reuß im Heidelberger Appell gegen eine Verbreitung von geistigen Inhalten via allen möglichen Internet-Diensten. Er wendet sich auch nicht gegen eine automatisierte Verbreitung. Er will lediglich, dass der Urheber selbst bestimmen kann, wo sein Werk erscheint. Von dieser Forderung ist kein Werk betroffen, dessen Autor der Einstellung in eines dieser Internet-Angebote zustimmt. Gestern habe ich das Beispiel > meines eigenen Buches genannt, dessen Inhalte Google seit längerer Zeit zum Durchsuchen anbietet, ohne dass ich je auch nur einen Cent dafür bekommen hätte. Ich veröffentliche auch Videos auf > Youtube, aber immer mit dem ausdrücklichen Einverständnis der Rechteinhaber > Michel Sicard und > Gilles Floret. Ich habe schon begriffen, dass man gegen den Sammelwahn von Google kaum etwas ausrichten kann, aber meine > Fotos aus Stuttgart unterliegen dennoch dem Urheberrecht, und Google würde nie für deren Anzeige irgendwas zahlen. Google profitiert von meinen Inhalten und meinem Eigentum. Das gilt auch für die > Fotos, die ich auf der Website des > Stuttgarter Literaturhauses veröffentlicht habe. Google zeigt die > Fotos an, holt sie also aus der Website raus, hat nie gefragt, gibt aber wenigstens den Hinweis: “Das Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt.” Möglicherweise… !: das heißt für Google gilt das möglicherweise oder ganz offenbar nicht. Meine > Rezensionen habe ich auf meiner eigenen Seite veröffentlicht, das heißt noch lange nicht, dass sie einfach kopiert werden dürfen und in jedweder anderer Form auf Papier oder elektronisch von anderen verbreitet werden dürfen.

Effenberger schreibt auch: “Heute ist die Lagerung oder Speicherung von geistigen Inhalten (Bücher, Filme, Musik-Alnben etc.) durch Computertechnik innerhalb weniger Jahrzehnte nahezu kostenlos geworden.” Effenberger weiß aber auch und schreibt: “Wie Urheber in einem ubiquitären, egalitären Distributionsmodell bezahlt werden, muss erst noch definiert werden.” Kein Autor kann heute ernsthaft glauben, dass die Lagerung von geistigen Inhalten “nahezu kostenlos” geworden ist, auch Speicherplatz und die Verwaltung kosten Geld, ganz zu schweigen von der Herstellung geistiger Inhalte, deren Kosten auch durch ein “ubiquitäres, egalitäres Distributionsmodell” nicht verschwinden werden.

Aber Effenberger schreibt noch mehr: “Digitale Speichermedien schrumpfen von Jahr zu Jahr in der Grösse und im Preis und gewinnen an Kapazität. Beides macht die Weitergabe geistiger Inhalte so problemlos wie noch nie zuvor in der menschlichen Geschichte. Dass Teile dieser kostenlosen Distribution im Moment als illegal gelten, geht am Problem vorbei: Es ist technisch nicht möglich, diese Verbreitung zu verhindern, aber der Urheber erhält keinen Gegenwert für seine geistige Leistung.” Ob Effenberger auch zustimmen würde, wenn Kunden Bücher im Buchladen einfach einpacken und ohne den Umweg über die Kasse den Laden verlassen würden? Vielleicht kann man sich damit abfinden, beim Veröffentlichen von Fotos zu wissen, das sie nach ein paar Minuten von allen möglichen Diensten kopiert werden, in einem gewissen Sinn hilft Google mir auch, die damit verbundenen Inhalte bekannt zu machen, und ich weiß ja schon vor der Veröffentlichung, welches digitale Schicksal meine Werke erwartet. Dennoch ist die Tatsache, dass “die Weitergabe geistiger Inhalte so problemlos wie noch nie zuvor in der menschlichen Geschichte” geworden ist – betrachtet man die Hürden jedweder Webprogrammierung so stimmt das gar nicht -, überhaupt kein Grund, das Urheberrecht abzuschaffen. Die Kosten für > mein nächstes Buch können nun mal durch eine illegale Verbreitung nicht gedeckt werden. Eine > Erklärung, wie die von Fritz Effenberger ist ein Anschlag auf die Freiheit der Wissenschaft und auch auf die der Literatur, denn ohne Tantiemen können Autoren nicht arbeiten, oder sollen sie sich mit Adwords herumquälen und mit Cent-Beiträgen ihre Arbeit finanzieren?

Ergänzungen:

Richard Sietmann, > Heidelberger Halali. Streit um Open Access und Urheberrechte ct 10/’09

Hannes Jähnert, > Urheberrecht vs. Open Access

Leander Wattig: Gute Noten für Klett-Cotta

Dienstag, 17. Februar 2009

Leander Wattig hat auf seinem Blog Über Trends in neuen und alten Medien die > Die Top 100 Buchverlags-Websites aus Sicht der Blogosphäre notiert und > Klett-Cotta auf den 9. Platz gestellt.

Wattigs Blog fällt unter der großen Menge an Medienblogs echt auf. Seine Themenfülle und Anregungen wie der Hinweis auf Walter Isaacson, Mort Zuckerman und Robert Thomson, die bei Charlie Rose über > die Zukunft der Zeitungen (28 min.) diskutieren oder wie er aktuelle Themen wie > Social Media Marketing der Verlage oder kanpp und klar > Buchverlage bei Twitter mit einigen Links darstellt, zeugen von Sachverstand und Neugier, der man beim Lesen seines Blogs gerne folgt. In diesem Sinn ist sein Blog ein schönes Beispiel dafür, dass (s)ein Blog mit seiner Aktualität, ja Unmittelbarkeit den Leser enger an den eigenen Spaß am Erforschen der Online-Medien teilhaben lassen kann, als dies ein Zeitungs-Artikel tun kann. Sein > Link-Tipps der letzten Zeit sind prima, und die Idee greife ich für meine beiden Blogs auf.

Wie schreiben Besucher?

Mittwoch, 13. Februar 2008

Wie schreiben Besucher, die auf Internet-Seiten Rezensionen von Bücher verfassen? Diese Frage hat sich Etienne Candel gestellt und zu diesem Thema an der Univerisität Paris-Sorbonne IV eine Doktorarbeit verfaßt. Der Titel: Autoriser une pratique, légitimer une écriture, composer une culture : les conditions de possibilité d’une critique littéraire participative sur Internet. Etude éditoriale de six sites amateurs – Eine Anwendung erlauben, eine bestimmte Art des Schreibens gestatten, einen kulturellen Beitrag verfassen. Die Bedingungen und die Möglichkeiten einer partizipativen Literaturkritik im Internet. Für seine Analyse hat er sechs Internet-Angebote ausgesucht und mit deren Konzeption untersucht, wie Besucher angeleitet werden, Rezensionen zu verfassen. In diesem Umfang ist das eine der ersten Arbeiten, die mir bekannt geworden ist, die in einer solchen Gründlichkeit im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit eine bestimmte Form der Zuschauer- oder Besucherbeteiligung, die mit > Web 2.0 üblich geworden ist, mit Hilfe der Semiotik untersuchen. Ich war im Dezember bei der Soutenance seiner These mit dabei, habe seine Arbeit gelesen und die Ergebnisse zusammengefaßt: > Das Mitmachnetz. Eine kritische Bewertung.

Literatur – Sachbuch – Blog – Klett-Cotta
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