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Man darf nicht mit dem Urheberrecht spielen

Dienstag, 7. Juni 2016

Öffentlich geförderte Publikationen sollen nach einer gerade durch die Minister des EU-Wettbewerbsrats verkündeten Richtlinie auf Open Access umgestellt werden, das soll für naturwissenschaftliche Publikationen nach sechs Monaten, für geisteswissenschaftliche Publikationen nach zwölf Monaten gelten. Vgl. Th. Thiel, Willkommen im geschlossenen System, FAZ 7.6.2016. Rechtlich bindend ist die Vereinbarung nicht, kein Mitgliedsland muss sie umsetzen.

Die Motivation für diese Richtlinie soll der Ärger über Verlage sein, die sich an öffentlich geförderten Publikationen bereichern. Das ist aber ein ideologisch getriebener Ärger oder Misstrauen. Es ist keinesfalls auch nur annähernd ein Kavaliersdelikt, wenn ein Verlag mit einer Publikation Gewinne macht, denn wissenschaftliche Zeitschriften entstehen nicht ohne Kosten, das dürfte allgemein anerkannt sein. Ein solches Misstrauen den Verlagen gegenüber ist kein hinreichender Grund, den Autoren die Wahl ihres Publikationsortes und das Recht auf ihre Daten zu entziehen.

Öffentlich gefördert… ? Schon diese Definition ist viel zu schwammig, um den Status einer Publikation zu bestimmen, oder die Publikationen auszumachen, für die der oben genannten genannte Zwang, die Daten einem Open-Access-System gegen eine Pflichtgebühr zu übermitteln gilt. Eine Publikation entsteht nie allein aus öffentlicher Förderung. Auch wenn öffentliche Gelder für ein Projekt zur Verfügung stehen, so bringt jeder Wissenschaftler gehörig viel Wissen mit, dessen Erwerb er alleine finanziert hat. Eine Grenze, ab wann eine wissenschaftliche Publikation dem Staat gehört, kann gar nicht bestimmt werden. Bedroht ist die Freiheit der Wissenschaft.


In unserem Lesebericht hieß es: „> Johann Friedrich Cotta. Der Verleger der deutschen Klassik: Die Hand über der ganzen Welt. Das Buch hat mich in den letzten zwei Wochen dauernd begleitet. Folgt man dem Einsatz des Verlegers für seine Autoren, zu denen unter vielen anderen auch Schiller und Goethe gehörten, seinem Geschick mit den Behörden umzugehen, seiner immer größeren Erfahrung die Buchproduktion seines schnell wachsenden Verlages zu steuern, seinem wunderbaren Gespür neue Autoren aufzuspüren, seinen finanziellen Rechnungen, dann wird deutlich, dass es eine Gratiskultur auch im Buchhandel kaum geben kann.“

Peter Kaeding
Die Hand über der ganzen Welt
Johann Friedrich Cotta – Der Verleger der deutschen Klassik
1. Aufl. 2009
Ausstattung: Leinen mit eingelassenem Titelschild, Fadenheftung, Lesebändchen
496 Seiten – ISBN: 978-3-7681-9712-0


Die Anhänger von Open Access unterschätzen die Rechte der Autoren und die Aufgaben der Verlage. Der Zwang, der hinter dieser Richtlinie steckt, den Autoren die Wahl des Publikationsortes ihrer Arbeiten zu entziehen, ist ärgerlich und kein „Befreiungsschlag“ für die Wissenschaft, wie Thiel meint. Jeglicher staatlicher Dirigismus sollte sich aus der Wissenschaft heraushalten. Wissenschaftliche Zeitschriften mit und ohne langer Tradition, mit einem Herausgebergremium oder einem Herausgeber, mit einem Programm von Artikeln, Rezensionen und z.B. Liste der neu eingegangenen Publikationen leistet mit der Auswahl der Inhalte einschließlich den verlagseigenen Marketingabteilung, die die Publikation auf den Weg bringt, der Wissenschaft einen größeren Dienst als das Versenken eines Artikels im öffentlichen Raum. > Gare à la gratuité scientique !.

Ist Open Access eine Art Super-Verlag mit offenen Türen, wo sich jeder Leser kostenlos bedienen kann? Werden Autoren wirklich verpflichtet, die Daten ihrer Publikationen einem solchen öffentlichen Haus zu übergeben? Wie man dies dreht und wendet, ohne Zweifel werden dabei Verlag auf der Strecke bleiben. Staatlicher Dirigismus wird die Verlagslandschaft ausdünnen, falls der Gesetzgeber der Richtlinie folgt und vielleicht schon das Gehalt eines Wissenschaftlers als öffentliche Förderung seiner Publikationen definiert.

> http://blog.klett-cotta.de/websites/digital-und-kostenlos-open-access/ – 2. Mai 2009

> Gare à la gratuité scientique ! – 9. März 2016

> Réformer le droit d’auteur ? – 21 März 2015

> Das Internet ist nicht das Ende der Bibliotheken – 10. Februar 2016

Bloggen auf der Leipziger Buchmesse – 17. bis 20. März 2016

Dienstag, 9. Februar 2016

Leipzig, 9. Februar 2016. Premiere: Leipziger Buchmesse lädt zu Bloggersessions. Das Fachprogramm richtet sich an Blogger und Neueinsteiger sowie Verlage und Autoren


<<<< Die > Tweets von der Leipziger Buchmesse mit Hashtag lbm16

Blogger sind eine noch junge Zielgruppe der Verlagsbranche. Aus großer Leidenschaft für Literatur entstehen in Deutschland immer mehr hochwertige Blogs rund um Belletristik, Sachbuch, Comic und Fantasy und begeistern damit Hundertausende Fans. Für Verlage und Autoren sind die meinungsbildenden Medienmacher damit längst ein spannender Partner und Multiplikator geworden. Doch wie gelingt ein erfolgreicher Blog? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit von Verlagen und Bloggern? Und vor welchen Herausforderungen stehen Blogbetreiber? Diese Fragen beantwortet die erste Bloggerkonferenz „buchmesse:blogger sessions 16“ der Leipziger Buchmesse am Sonntag, den 20. März. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

„Im letzten Jahr haben wir mit unserer Bloggerlounge einen erfolgreichen Grundstein gelegt. Hunderte Blogger nutzten unser Angebot des direkten Austausches mit Verlagen und Autoren“, so Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. „Mit unseren Bloggersessions möchten wir in diesem Jahr das Angebot ausbauen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit von Verlagen und Bloggern auf professionelle Füße zu stellen.“ Eröffnet wird die Konferenz mit einer Keynote der erfahrenen Bloggerin und Verlagsleiterin von Edel ebooks Karla Paul. Sie zeigt von 11.15 Uhr bis 12.00 Uhr, wie es gelingt den Blog in der Verlagsbranche zu etablieren und Finanzierungsmöglichkeiten zu sichern.

Vier Sessions zu Rahmenbedingungen und praktischen Angeboten

Im Anschluss an den Eröffnungsvortrag starten vier Sessions, von denen jeweils zwei parallel laufen. Die Rechtsanwälte Rainer Dresen, Justiziar Random House, und Stefan Haupt, Haupt Rechtsanwälte, klären von 12.00 bis 13.00 Uhr über rechtliche Rahmenbedingungen auf. Rainer Dresen zeigt, was beim Zitieren und der Verwendung von Bildern zu beachten ist. Stefan Haupt berichtet zum aktuellen Stand des Urheberrechts und deren Auswirkungen. Zur gleichen Zeit stellen im parallelen Panel verschiedene Blogger diverse Blogkonzepte vor.

Die > Tweets von Blog von Klett-Cotta >>>>>

Nach der Mittagspause (13.30 Uhr bis 14.30 Uhr) geht es in großer Diskussionsrunde um die Blogger Relations: Judith Tings (Kirchner Kommunikation), Karina Elm (NetGalley Deutschland), Annette Geduldig (Online PR-Referentin Bastei Lübbe), Tanja Rörsch (mainwunder Buchmarketingagentur) und Anke Henkel (Online Redaktion Carlsen Verlag) zeigen das Wechselspiel von Bloggern und Verlegern auf. Wer noch den Einstieg ins Bloggen sucht, ist im parallelen Workshop von Lovelybooks richtig. Experten erklären, warum ein Redaktionsplan notwendig ist und wie Zeitmanagement und Organisation ideal funktionieren. Den Abschluss des Tages bildet eine spannende Podiumsdiskussion: Das Eröffnungsstatement wird nach den Eindrücken des Tages noch einmal erörtert. Es diskutieren Karla Paul, Ute Nöth, Senior Manager Social Influencer Relations im Carlsen Verlag und Leander Wattig, Gründer von Orbanism.

Moderiert werden die Bloggersessions durch Felix Wegener. Der Münchener arbeitet seit 15 Jahre in der Buchbranche, unter anderem in den Bereichen Vertrieb, Presse, Digitales Marketing und Kommunikation. Seit 2014 ist er Geschäftsführer der Agentur Direttissima.

Die „buchmesse:blogger sessions 16“ werden von Lovelybooks, NetGalley & MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH unterstützt.

Raum zum Netzwerken und Fotoaktion

Ab 15.30 Uhr lädt die Bloggerkonferenz zur Happy Hour ein. Bei Snacks und Getränken können sich die Teilnehmer mit Referenten austauschen und Erfahrungen weitergeben. Darüber hinaus findet eine besondere Aktion statt. Fotografin Katrin Duval erstellt kostenfrei Portraits der Blogger, die für die eigenen Blogs verwendet werden dürfen.


<<<< Die > Tweets von Francebloginfo

Anmeldung für Bloggersessions ab sofort möglich

„buchmesse:blogger sessions 16“ richtet sich an Blogger und jene, die es noch werden wollen sowie Autoren und Verlage. Die Anmeldung ist ab sofort online möglich. Die Konferenz findet am Sonntag, 20. März, 11.00 bis 16.30 Uhr im CCL statt. Die Teilnahme kostet 35 Euro, eine Eintrittskarte für die Leipziger Buchmesse muss zusätzlich erworben werden. > Alle Infos zum Programm.

Netzwerken auf der Leipziger Buchmesse: Bloggerlounge & Bloggerguide

Neben dem Fachprogramm lädt die Leipziger Buchmesse zum täglichen Austausch ein. In der Bloggerlounge in Halle 5 können sich die Meinungsmacher mit Verlagen und Autoren treffen oder miteinander austauschen. Darüber hinaus finden verschiedene Bloggertreffen im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt. Diese und viele weitere praktische Tipps gibt es ab Ende Februar im > Bloggerguide.

Über die Leipziger Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse ist der wichtigste Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche und versteht sich als Messe für Leser, Autoren und Verlage. Sie präsentiert die Neuerscheinungen des Frühjahrs, aktuelle Themen und Trends und zeigt neben junger deutschsprachiger Literatur auch Neues aus Mittel- und Osteuropa. Durch die einzigartige Verbindung von Messe und „Leipzig liest“ – dem größten europäischen Lesefest – hat sich die Buchmesse zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Die Leipziger Buchmesse 2016 mit dem Lesefest Leipzig liest findet vom 17. bis 20. März auf dem Leipziger Messegelände sowie im gesamten Stadtgebiet statt. Es werden rund 2.000 Aussteller, über 250.000 Besucher und mehr als 2.500 Journalisten erwartet. Im Verbund mit der Leipziger Buchmesse öffnet die Manga-Comic-Con (MCC) in Halle 1. Parallel dazu findet die 22. Leipziger Antiquariatsmesse statt.

Leipziger Buchmesse im Internet:
http://www.leipziger-buchmesse.de
Leipziger Buchmesse im Social Web:
https://www.facebook.com/leipzigerbuchmesse
https://twitter.com/buchmesse
https://instagram.com/leipzigerbuchmesse

Zahlt Google? Die Arbeit der Autoren und das Urheberrecht

Donnerstag, 20. November 2014

Wir haben auf diesem Blog schon öfters anlässlich der Besprechung verschiedener Bücher über Fragen des > Urheberrechts geschrieben. Heute berichtet Christoph Kneese in der F.A.Z. in einem Interview von seinem Kampf für das „Lesitungsschutzrecht“, das Verlage gegenüber Google geltend machen wollen. Das erinnert uns an unseren Vortrag > Le bilan des discussions avec Google en Allemagne : „Leistungsschutzrecht“ im Rahmen des INMA Séminare de la Presse Francophone 2013 im Auditorium von LE MONDE.


Digital und kostenlos? Open Access
2. Mai 2009 von Heiner Wittmann

Noch immer lese ich in Peter Kaedings Buch > Die Hand über der ganzen Welt. Johann Friedrich Cotta – Der Verleger der deutschen Klassik, wie Cotta mit seiner Tätigkeit als Verleger zwischen Lesern und Autoren vermittelt und ganz ohne Internet deren Werke bekannt macht. Man muss schon eine starke Überzeugung von den Wohltaten des Internets haben, um Cottas Wissen und Erfahrungen unterschätzen zu können. Kaedings Biographie berichtet, wie der Verleger von Schiller und Goethe sich für seine Autoren eingesetzt hat, wie er das Verlagsgeschäft betrieben hat. Von Cotta können heute noch die Beteiligten des Literaturbetriebs viel lernen. Und mitten in dieser Lektüre über Cotta erschien der > Heidelberger Appell auf, in dem Roland Reuß die Beibehaltung der Publikationsfreiheit anmahnt. In diesem Zusammenhang wurde auch Open Access erwähnt… Weiterlesen

> Das Urheberrecht ist im öffentlichen Raum – 22. Juli 2009 von Heiner Wittmann


Wir zitieren hier die
> Rezension des Buches von J.-N. Jeanneney und stellen damit die Frage, was hat sich seit 2005 verändert?

Jean-Noël Jeanneney,
> Quand Google défie l’Europe. Plaidoyer pour un sursaut, Editions Mille et une nuits, Paris 2005.

Und neun Jahre später? das Buch von Jean-Noël Jeanneney ist immer noch brandaktuell, denn Europa ist es nicht gelungen, sich den Herausforderungen von Google zu stellen und eine adäquate Antwort zu formulieren. Die französische Nationalbibliothek, deren Direktor Jeanneney von 2002 bis 2007 war, ist es mit > Gallica gelungen, eine beeindruckende Online-Bibliothek aufzubauen.

Neue Perspektiven?
M. Kremp: > Überwachungsprogramm Prism: Innenpolitiker fordern ein deutsches Google – SPIEGEL ONLINE 2013 – 16. Juni 2013.

Zugegeben, manchmal guckt man, mit was das Netz zum eigenen Namen so zu bieten hat: Ego-Surfen. Manchmal ist Google-Books nützlich, weil man immer wieder Bücher entdeckt, in deren Fußnoten unsere > Bücher zitiert oder genannt werden. Manchmal, so wie gestern, entdeckt man aber auch die „Vorschau“ eines Buches, in diesem Fall eines Sammelbandes, wo unser Beitrag in voller Länge in Google-Books zu lesen ist, auch wenn die Ansicht des Buches nur als „Vorschau“ angekündigt wird. Google käme natürlich nie auf die Idee, mich für die Veröffentlichung dieses Beitrags korrekt meiner Leistung entsprechend zu honorieren. Ich höre schon die Befürworter von solchem Trieben, so würde das Buch mit meinem Beitrag gut gefunden werden… Leider ist die Google-Welt so, dass wir unsere eigene Arbeit nolens volens auch mit Google verknüpfen: > Such nach „Camus Kunst“. Möglicherweise hat der Verlag es Google gestattet, Auszüge aus dem Buch anzuzeigen, in der Hoffnung, das Buch werde sich besser verkaufen. Wie auch immer, unterm Strich ist zu konstatieren, dass Google meinen Beitrag anzeigt, und mich nicht dafür honoriert.

Im übrigen ist das ganz ähnlich mit den > Fotos, die ich seit mehr als zehn Jahren im > Stuttgarter Literaturhaus aufnehme, die Google von der Website des Literaturhauses pickt und in seiner Bildersuche anzeigt. Bei keinem der Bilder bin ich gefragt worden, das übliche Bildhonorar wird nicht gezahlt.

Nach der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Jaron Lanier konnte man in der Welt lesen: > Frank Schmiechen meint, Jaron Lanier würde “ziemlichen Unsinn” reden. Das ist überhaupt kein Unsinn, Lanier stellt sich eine Internet-Welt vor, in der jeder Beitrag, der ins Internet gelangt, ordentlich vergütet wird. Damit wendet er sich mit Nachdruck gegen die Kostenlos-Kultur im Internet und tritt mit Nachdruck für die Wahrung des Urheberrechts ein:

AM 9. September 2013 stand in der > Erklärung „Zukunft des Buches – Zukunft Europas“ von Deutscher Kulturrat, Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Syndicat national de l’édition und Syndicat de la Librairie Française u. a.: „Das Autorenrecht ist der Kern des europäischen Urheberrechts. Der Urheber steht im Mittelpunkt dieses Rechts, er allein entscheidet, ob und wie sein Werk veröffentlicht wird. Dieser Grundsatz des europäischen Urheberrechts muss auch in der digitalen Welt mit ihren neuen Publikationsmöglichkeiten Bestand haben und darf nicht durch Anpassungen an die digitalen Gegebenheiten aufgeweicht werden.”

Frank Schmiechen meint, Jaron Lanier würde „ziemlichen Unsinn“ reden

Sonntag, 19. Oktober 2014

Das > Die Reform des Urheberrechts in Europa (I) www.france-blog.info passt zu diesem Beitrag.


Mit Strg + können Sie das Schriftbild größer stellen…

> Dieser Zausel redet ziemlichen Unsinn ist der Titel des Kommentars von Frank Schmiechen in DIE WELT (18.10.2014) zu Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Jaron Lanier. Wie bitte? F. Schmiechen hat das Buch von Jaron Lanier vielleicht gar nicht gelesen: Jaron Lanier, Wem gehört die Zukunft. Du bist nicht der Kunde der Internet-Konzerne, du bist Ihr Produkt (Joffmann und Campe, Hamburg 2014). F. Schmiechen schreibt: „In Zeiten des Internets, sagt Lanier in seiner Rede weiter, seien geistige Arbeit, Kultur und Patente nichts mehr wert,“ das stimmt so nicht. Natürlich sind sie viel wert, aber sie werden in Zeiten des Internets nicht entsprechend der erbrachten geistigen Arbeit gewürdigt.


Der Bericht über die Preisverleihung an Jaron Lanier in der Frankfurter Paulskirche steht hier > Jaron Lanier erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels > Contribuez à l’ambition numérique de la France (I), weil er als Anregung so gut zu dem Projekt des französischen Premierministers Manuel Valls passt, die Bürger nach den Grundlagen für ein neues Digitalgesetz zu befragen, passt. Eine Rezension des Buches von Jaron Lanier folgt.


> „Technologie ist eine Religion geworden“ – Gespräch der WELT mit Jaron Lanier – 11.10.2014


Geärgert: Frank Schmiechen, Chefredakteur der „Gründerszene“, hat sich über den Auftritt von Jaron Lanier geärgert: „Mit hüftlanger Dreadlockfrisur, bunter Brille, Zauselbart spielt er auch noch ein kleines Lied auf der laotischen Flöte aus Bambusröhren. Wie aus einem Fantasyfilm entsprungen.“ Urteilen wir lieber nicht nach dem Aussehen, sondern nach dem Inhalt.


>Die Aktualität der Meldungen im Internet oder: Kann das Internet Aktualität vermitteln?
3. April 2013 von Heiner Wittmann
Beim gestrigen Themenabend von ARTE wurde über Google und sein Buchprojekt berichtet. Es ging immer wieder um das ganze Wissen, das eingescannt werden soll. Als ob das Wissen der Welt lediglich in Büchern sei! Was ist mit den Archiven in allen Orten von allen Institutionen aus allen Zeiten. Da stecken die Informationen, von denen durch Bücher erst ein kleiner Prozentsatz gehoben ist.

Bei diesen Statements über die Qualität des Internets klingt auch immer die Vorstellung mit, im Internet könne alles gefunden werden. Weiterlesen…


Lanier, so hat Schmiechen ihn verstanden, “ warnt er vor den Gefahren einer neuen „Bewusstseinsindustrie“, die die Schöpfung „zerlegen, berechnen und programmieren“ wird.“ Das stimmt, das macht Lanier mit Nachdruck. Schmichen wendet sich an die Wissenschaftler und fragt sie, was sie zu so einem Aufruf sagen? das Wort „Wissenschaftler“ soll dem folgenden Satz wahr machen. „Mit Zerlegen, Berechnen und Optimieren hat die Menschheit bis heute ziemlich gute Erfahrung gemacht. Das ist das bewährte Instrumentarium der Aufklärung – und trotz einiger Rückschläge ein Erfolgsmodell.“ O je, jetzt geht alles durcheinander. Die Epoche der Aufklärung wird in die Nähe der digitalen Welt gerückt, um deren Gefahren es hier geht.

„Er (i. E. Lanier, H.W.) ärgert sich vor allem über Netzgiganten wie Google, Amazon und Facebook, die mit unseren persönlichen Daten sehr viel Geld verdienen, weil sie in der Lage sind, passgenaue und reichweitenstarke Werbung zu schalten. „Wir leben in gruseligen Zeiten“, sagt Lanier. Weil sich das Geld in den Händen weniger Milliardäre konzentriert.“ Recht hat, bei jedem Wort, dass von mir in Facebook oder Twitter erscheint, oder jedes Foto von mir das Google unrechtmäßig in seiner Bildersuche anzeigt, wundere ich mich immer wieder, daß ich dafür nicht anständig honoriert werde. Lesen wir weiter? Schmiechen stellt fest: „Seine Forderung nach mehr Menschlichkeit und Liebe zur Schöpfung bekommt an dieser Stelle eine leichte Schlagseite. Geht es ihm eigentlich um gerechtere Verteilung von Kapital?“ Nein, Herr Schmiechen, darum geht es nicht oder nur ganz am Rande. Es geht um den Anspruch, den Autoren geistiger Inhalte haben, wenn ihre Werke veröffentlicht werden. Sicher mein Honorar auf diesem Blog ist u. a. Die Aufmerksamkeit mit der ich bei der Lektüre der Artikel auf diesem Blog rechnen darf. Und vielleicht verlinkt jemand meinen Artikel… Bezahlen wird er dafür nicht, – sollte er nach Lanier – aber er gibt mir ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, in dem er diesen Artikel mit anderen teilt.



> Lesebericht: William Gibson, Misstrauen Sie dem unverwechselbaren Geschmack
6. Mai 2013 von Heiner Wittmann

William Gibson > Misstrauen Sie dem unverwechselbaren Geschmack. Gedanken über die Zukunft als Gegenwart hat hier einer Auswahl seiner Texte eine Phänomenologie der digitalen Welt , die uns heute umgibt, vorgelegt. Er lädt zu einem sachgerechten Umgang mit den Medien ein. Er lässt durchblicken, dass er von ihren Möglichkeiten durchaus fasziniert ist, aber er hat sich auch einen vernünftigen Abstand zu ihnen bewahrt. …

William Gibson schreibt über Literatur, Musik, Mode, Film, die japanische Kultur und berichtet aus der digitalen Zukunft vieles, was sich bei uns schon längst bemerkbar macht. … Weiterlesen

Mit der > Stichwortsuche „Internet“ auf diesem Blog finden Sie ca. 35 Artikel, in denen das Wort Internet vorkommt.


Honorare: Würde jeder Leser 20 Cent für jeden gelesenen Artikel auf diesem Blog entrichten, könnte ich ab morgen jemanden dafür honorieren, für die Tippfehlerfreiheit auf diesem Blog geradezustehen, und ich hätte eine Lösung für das Problem der Reisekosten, die für diesen Blog entstehen.

„Wir sind heute trotz der etwas unbeholfenen Algorithmen, die uns mehr oder weniger sinnvoll Produkte vorschlagen, trotz Facebook, das unsere Einträge sortiert, viel freier in unseren Kauf- und Informationsentscheidungen als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte.,“ jubelt Schmiechen ganz zu Unrecht. Jede Website einer Zeitung raubt uns durch das Übermaß an Werbung die Konzentration auf die Fakten dessen, was uns interessiert. So schnell und leicht kann geklickt und gekauft werden! Wieviel Prozent der Online-Einkäufe entsprechen einem vorformulierten Kaufwunsch?

F. Schmiechen wirft alles durcheinander: Er schreibt: „Lanier spricht vom „Ende der Freiheit“. Das Gegenteil ist der Fall. Wir erleben gerade den Anfang einer neuen Freiheit. Es ist sinnlos, an Berufen und Branchen festzuhalten, die durch Computer überflüssig werden.“ Nein, wir erleben eben keine neue Freiheit, sondern die Knechtschaft des Zwangs zum Verschenken, die Weigerung der der Surfer für die Nutzung von geistigen Inhalten zu bezahlen. Das ist der Punkt. Open-Source gaukelt vor, alles sei kostenlos.


Digital und kostenlos? Open Access
2. Mai 2009 von Heiner Wittmann

Noch immer lese ich in Peter Kaedings Buch > Die Hand über der ganzen Welt. Johann Friedrich Cotta – Der Verleger der deutschen Klassik, wie Cotta mit seiner Tätigkeit als Verleger zwischen Lesern und Autoren vermittelt und ganz ohne Internet deren Werke bekannt macht. Man muss schon eine starke Überzeugung von den Wohltaten des Internets haben, um Cottas Wissen und Erfahrungen unterschätzen zu können. Und mitten in dieser Lektüre über den Verleger von Goethe und Schiller taucht der > Heidelberger Appell auf, in dem Roland Reuß die Beibehaltung der Publikationsfreiheit anmahnt. In diesem Zusammenhang wurde auch Open Access erwähnt… Weiterlesen

> Das Urheberrecht ist im öffentlichen Raum – 22. Juli 2009 von Heiner Wittmann


Jean-Paul Sartre oder Albert Camus ihn in ihren Werken bezüglich der Kunst und der Freiheit ausgedrückt und gefordert haben. Aber die digitale Welt mit ihren Möglichkeiten als neuen Humanismus zu feiern? Er wird durch die digitalen Perspektiven nicht mächtiger, er hat als Idee mit ihnen vielleicht gar nichts zu tun. > Schreiben Sie mit der Hand oder der Tastatur? Sicher es gibt unglaubliche Segnungen und Fortschritt aller Art durch die digitale Technik. Aber auch mit den Weiten des Internets und einem Laptop kann kein Student eine Arbeit über Albert Camus oder Jean-Paul Sartre schreiben, wenn er seine Nase nicht in Bücher steckt und den Gang in die Bibliothek scheut. Das gilt so ziemlich für alle geisteswissenschaftlichen und viele naturwissenschaftliche Themen. F. Schmiechen schreibt: „Zur liebenswerten Schöpfung gehören übrigens auch Computer, Smartphones und die sozialen Netzwerke, in denen Millionen Menschen täglich unterwegs sind. Und zu all den Geräten und digitalen Anwendungen, die uns umgeben, gehört immer noch ein Mensch, der sie benutzt und Schlüsse aus den Daten zieht.“ Er zieht nur Schlüsse aus den im Netz vorhandenen Daten, die immer noch nur einen winzigen Bruchteil von den mengen an Informationen abbilden, die in Bibliotheken und Archiven ruhen. Kein Historiker wird für noch sehr lange Zeit ein Buch nur mit Hilfe des Internets schreiben können.

Grundsatzkritik: Lanier schreibt auch: „Warum ist die Idee des freien Informationsaustauschs gescheitert? Weil sie die Natur der Informationstechnologie ignorierte.“ S. 20 – Ich beschäftige mich mit dem Problem, dass die Art und Weise , wie wir wirtschaftliche und kulturelle Tätigkeiten digitalisieren, letztendlich zu einer schrumpfenden Wirtschaft und einer neuartigen Konzentration von Macht und Reichtum führt, die nicht nachhaltig ist.“ S. 86

„Die Menschheit kann mit Hilfe von Computern und Internet viel mehr sein – viel freier, kreativer und gerechter, als es sich Jaron Lanier vorstellen kann,“ behauptet Frank Schmiechen. Ob der Siegeszug der Computertechnik die Freiheit und die Kreativität der Menschen befördern können, das muss erst noch nachgewiesen werden. Mehr Gerechtigkeit durch den Computer? Wie soll das funktionieren?

Klar, mit Hilfe des Internets kann ich meine Blogs schreiben und der PC hilft mir beim Formatieren der Druckunterlegen meiner Bücher. Ganz ohne Zweifel ist die weltweite Kommunikation in Echtzeit ein toller Fortschritt. Aber bin ich dadurch freier? Kreativer? Vor der Internetzeit habe ich Fotos gemacht… Im Französischunterricht haben wir uns in der Schule auf lange Texte konzentriert. Hätte ich damals mit dem PC auch soviel gelesen?

Lanier stellt einige Betrachtungsweisen auf den Kopf, und der Ärger von Schmiechen beweist, dass Lanier den Finger dahin gelegt hat, wo le bat blesse: Wir werden durch das Internet unfreier, weil Andere mit unseren Inhalten Geld verdienen, ohne im Traum daran zu denken, uns dafür gerecht zu honorieren. Urheberrecht, gerechte Autorenhonorare, Freiheit der Kunst und des Schreibens, das sind Laniers Themen.

P.S.
Meine Internet- und Medienbegeisterung:


Lesebericht: McLuhan, Fiore, Das Medium ist die Massage -17. Juni 2011 von Heiner Wittmann

Ungefähr ab der Mitte des letzten Jahrhunderts haben die neuen elektronischen Medien die Schrift mit ihrer Leitfunktion bei der Übermittlung von Botschaften und Inhalten abgelöst, will man Marshall McLuhan und der Einleitung von Regine Buschauer in das Werk von McLuhan (> NZZ, 19. Januar 2001) Glauben schenken. In Bezug auf die elektronischen Medien ist das sicher richtig, aber Fotos und Bilder, Gemälde aller Art haben schon viel früher der Schrift ihren Rang streitig gemacht. Beschränken wir uns aber tatsächlich auf die elektronischen Medien, dann stimmt die Beobachtung von McLuhan, und Klett-Cotta hat eine gute Idee gehabt, sein Buch > The Medium ist the Massage (1967/1969) auf deutsch zu veröffentlichen.

Aber an Warnungen darf es nicht fehlen:

>Lesebericht: Paula Bleckmann, Medienmündig -13. Februar 2012 von Heiner Wittmann
Paula Bleckmann möchte in ihrem Buch > Medienmündig. Wie unsere Kinder selbstbestimmt mit dem Bildschirm umgehen lernen nicht wieder der schon immer viel beschworenen Medienkompetenz das Wort reden, sondern sie hat die Erziehung zur Freiheit und zur Autonomie im Blick. Sich und die Kinder nicht von den Medien vereinnahmen lassen, darum geht es in ihrem Buch, und dazu gehört mehr als nur Know-how für den Umgang mit den Medien. Ihre Botschaft ist eindeutig. “Zu früher Medienkonsum führt in die Abhängigkeit, nicht in die Mündigkeit.” (Klappentext) – Fragen wir doch mal: Woran liegt es eigentlich, dass Schülerinnen und Schüler in erster Linie nur Konsumenten im Internet sind? Web 2.0 bedeutet für sie wie für alle anderen FBler sich nur auf ausgetretenen Pfaden zu bewegen ohne einen besonderen Erkenntnisgewinn. Also was läuft in der Medienpädagogik schief?…
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Erklärung „Zukunft des Buches – Zukunft Europas“ von Deutscher Kulturrat, Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Syndicat national de l’édition und Syndicat de la Librairie Française

Montag, 16. September 2013

Am 9. September 2013 haben das Büro für Buch- und Verlagswesen der französischen Botschaft in Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels, der Frankfurter Buchmesse, dem Deutschen Kulturrat und dem internationalen literaturfestival berlin in Berlin das Buchforum „Zukunft des Buches, Zukunft Europas” ausgerichtet. Hochkarätige Gäste aus Kultur und Politik diskutierten mit Verlegern und Buchhändlern und Schriftstellern in der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin über wichtige Fragen, die sich aus der Digitalisierung der Bücher ergeben: Wie entwickelt sich der Buchsektor im Umfeld des schnell wachsenden E-Bookmarktes? Welche politischen Ansätze gibt es zur Unterstützung des Buches? Welche Rolle kann und muss Europa dabei spielen?

Die Ergebnisse dieses Forums wurden in einer gemeinsamen Erklärung, die vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V., vom Deutschen Kulturrat sowie vom Syndicat National de l’Edition unterzeichnet wurde, zusammengefasst. In dieser Erklärung heißt es u.a.: “Die Entwicklung des digitalen Buchmarktes in Europa ist eine große Chance für eine Branche, deren Aufgabe das Schaffen und Verbreiten von Inhalten ist. In ganz Europa arbeiten Verlage und Buchhandlungen an der Entstehung und Umsetzung von neuen Geschäftsmodellen und Initiativen, die sich durch die Digitalisierung von Büchern und Lesestoffen eröffnen.” Die vier Verbände richten ihre Forderungen an die Adresse der Regierungen Deutschlands und Frankreichs: “Die in 11 Ländern der Europäischen Union geltende Buchpreisbindung ist unantastbar und darf ebenso wie andere nationale Maßnahmen zum Erhalt der kulturellen Vielfalt nicht Gegenstand internationaler Handelsabkommen werden. Sie ist darüber hinaus als Instrument zur Stärkung des Bucheinzelhandels auch für andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union empfehlenswert.” Sie fordern, “die EU-Mehrwertsteuerrichtlinie dahingehend anzupassen, dass die Mitgliedstaaten den reduzierten Mehrwertsteuersatz auch auf elektronische Bücher anwenden können.” Sie drücken ihr Sorge vor zunehmenden “Wettbewerbsverzerrungen durch einseitige Steuervorteile, wie sie z.B. durch eine entsprechende Firmensitzpolitik international tätiger Unternehmen entstehen” aus, die beseitigt werden sollten. Mit großem Nachdruck erinnern die vier Verbände an die Bedeutung des Urheberrechts: ”Das Autorenrecht ist der Kern des europäischen Urheberrechts. Der Urheber steht im Mittelpunkt dieses Rechts, er allein entscheidet, ob und wie sein Werk veröffentlicht wird. Dieser Grundsatz des europäischen Urheberrechts muss auch in der digitalen Welt mit ihren neuen Publikationsmöglichkeiten Bestand haben und darf nicht durch Anpassungen an die digitalen Gegebenheiten aufgeweicht werden.” Hervorhebung H.W.

> Erklärung „Zukunft des Buches – Zukunft Europas“ von Deutscher Kulturrat, Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Syndicat national de l’édition und Syndicat de la Librairie Française

> Französische Botschaft lud zum Forum „Zukunft des Buches, Zukunft Europas“ – Frankreich-Blog 12. September 2013 von H. Wittmann

Lesebericht: Marina Weisband, Wir nennen es Politik

Montag, 11. März 2013

„Ideen für eine zeitgemäße Demokratie“ steht auf dem Buchdeckel von Marina Weisbands (*1987 in Kiev) Buch > Wir nennen es Politik, das gerade eben bei TROPEN erschienen ist. Eine 24-jährige Studentin der Psychologie, die schon als Politische Geschäftsführerin im Bundesvorstand der Piraten gewesen ist, hat ein Buch darüber geschrieben, wie sie ohne Erfahrung, ohne jede Verbogenheit, ohne politischen Twitter-Account, nur als Marina Weisband in die Politik geraten ist. Frank Schirrmacher spricht von dem „grassierenden Zynismus“(s. Covertext dieses Buches) in der Politik und bezeichnet Weisband treffend als ein Gegenmittel dazu. Man könnte sagen unbedarft, aber auch unvorbelastet, neugierig und mutig – mit


CLUB TROPICANA
DO 14.3. 21.30
Leipzig | Party
Marina Weisband, Torsten Schulz und Jörg-Uwe Albig
Die legendäre Tropen-Party. Eintritt: frei.
Feiern Sie mit uns und unseren Autoren!!!
Galerie für Zeitgenössische Kunst
Café Neubau / Kafic
Karl-Tauchnitz-Straße 9-11
04107 Leipzig
> www.gfzk-leipzig.de


• Fr 15.03 14:00
Marina Weisband
Das taz-Gespräch: Wir nennen es Politik
Leipzig | Lesung und Gespräch
Moderation: Peter Unfried
taz.studio
Halle 5, Stand E410a
Leipziger Buchmesse
Messe-Allee 1
04356 Leipzig

> www.leipzig-liest.de

einem ungetrübten Blick auf das System, frei von Betriebsblindheit“ S. 8 – hat sie eine Blitzkarriere bei den Piraten absolviert. Jetzt hat sie ihre konkreten Ideen zu Veränderungen in unserer Gesellschaft in ihrem neuen Buch dargelegt.


> Alle Termine zu diesem Buch


Nicht nur an ihrer persönlichen Entwicklung hatte das Internet einen entscheidenen Anteil, denn „nicht nur unsere Art zu kommunizieren, sondern auch unsere Art zu denken“ (S. 17) hat sich so Weisband modifiziert. Sie war ab 13 online, das hat ihr „Denken ganz anders strukturiert“ (S. 36) „Im Prinzip können wir sogar auf jede verfügbare Information zugreifen, ohne uns bewegen zu müssen,“ (S. 74) schreibt sie. Hinter diesem Urteil steht eine Überhöhung des Internets, die auch die mit ihm verbundenen Chancen für die Politik, die Weisband aus diesem Medium ableiten will, tangiert. Man darf nicht übersehen, dass nur die im Internet gespeicherte Information aufrufbar ist, aber nicht die Informationen, die in Bibliotheken, Archiven und Buchläden vorhanden sind und die wegen der Menge oder aus anderen guten Gründen wie zum Beispiel dem Urheberrecht eben nicht im Internet verfügbar sind. Nota bene: Das Internet ist heute ein Informations- und durch das Web 2.0 – auch ein wichtiges Kommunikationsmedium geworden, das mit seiner Schnelligkeit oft die Qualität der Informationen beeinträchtigt. So ist zum Beispiel die kollektive Intelligenz, die als Autor Pate von Wikipedia ist eher etwas Nebulöses, dass sich auf die Autoren reduziert, die Inhalte für Wikipedia schreiben. Im Bereich der Philologien beispielsweise, ich spreche hier für mein Fach > Romanistik dient das Internet natürlich als Kommunikationsmittel und auch, um Inhalte bekanntzumachen und Online-Bibliotheken – meine Lieblingsseite > > www.gallica.fr – abzufragen. Allerdings ist jede Seminar- oder Zulassungsarbeit zum Scheitern verurteilt, solange sich ihr Autor mit dem Internet begnügt. Noch ein Aspekt: Informationen sind noch lange kein anwendbares Wissen. Noch heute haben Studentinnen und Studenten Schwierigkeiten, sich im Netz zu orientieren. Dabei machen alle gängigen Suchmaschinen ihnen das Leben schwer, weil sie ihnen vorgaukeln, die zuerst angeführten Suchergebnisse seien relevanter als die folgenden… Wer glaubt, alles im Internet finden zu können, überschätzt seine Inhalte und das Netz selbst. Das Internet lädt ein zu einer ungeheuren Vielfalt, die für Studenten auch Orientierungslosigkeit bedeuten kann: >Schreiben Sie mit der Hand oder mit der Tastatur?.

< Wir haben die erste Lesung von Marina Weisband aus ihem Buch am 14. März im Tropicana CLub in Leipzig aufgezeichnet. Schon erscheint die Forderung am Horizont, dann müsse eben alles ins Netz. Eine solche Forderung wird naturgemäß nicht die Zustimmung der Autoren finden, die mit Fug und Recht daraufbestehen, selber den Publikationsort ihrer Werke wählen zu wollen. Bei ihrem Lob hinsichtlich der Möglichkeiten des Internet ist Weisband so klug, die Gefahren des neuen Mediums, die Verringerung der "Aufmerksamkeitsspanne" (S. 18) und die fehlende Medienkompetenz sehr wohl im Blick zu haben. Das hindert sie aber nicht daran, ganz entschieden mit guten Gründen dafür einzutreten, die Chancen des neuen Mediums vor allem zu einer Renovierung der Demokratie zu nutzen. Wenn Weisband auf die Politikmüdigkeit der Wähler zielt (S. 74), verspricht sie sich durch Online-Aktivitäten mehr Offenheit und bessere Einsicht in politische Prozesse. „Liquid democracy“ (s. 77 ff.) ist für sie ein Schlüsselbegriff, mit dem u.a. die Übertragung von Stimmrechten, wie deren ebenso unkomplizierter Entzug beschrieben wird. Schnell kommt sie auf die Vernetzung zu sprechen – sie nennt in diesem Zusammenhang Beispiele u.a. wie das Chatten mit Gleichgesinnten – und resümiert unter dem Gedanken „der absoluten Gleichwertigkeit der Menschen bei vollständiger Ungleichheit“ (S. 39). Daraus entwickelt sie den Reformbedarf unserer Gesellschaft, der ihrer Meinung über den Ansatz der Piratenpartei hinausgeht. Über Inhalte entschieden die Nutzer… „Deshalb ist das Internet eine in sich demokratische Struktur,“ (S. 83) schreibt sie. Das war in Bibliotheken nie anders und überhaupt mit allen Erzeugnissen des menschlichen Geistes schon immer so gewesen. Es waren schon immer die Leser, die Zuschauer, die Zuhörer und die Rezipienten, die über den Erfolg eines Buches oder eines Kunstwerkes entschieden haben und das nicht erst seit der Begründung der Rezeptionsästhetik durch Hans-Robert Jauss in Konstanz.

Weisband ist mit dem Internet aufgewachsen, sie bringt in der Tat ein frisches Denken in die Politik, das manchen Politikern eine wichtige Nachhilfe vermittelt.

Man merkt dem Buch sehr viel Engagement und guten Willen an. Manchmal ist fast auch Enttäuschung zu erkennen, weil die Piraten bisher nicht so recht den Erfolg hatten, denn sie aufgrund des von der Autorin geschilderten Reformbedarfs hätten haben sollen. Weisband scheint ihnen voraus zu sein. Sie sagt das nicht offen, aber umso deutlicher zwischen den Zeilen. Jedesmal wenn Weisband so grundsätzlich wird und aus ihrem Buch ein Lehrbuch für angehende Politiker macht, – Feste Regeln, Dynamische Prozesse und Transparenz (S. 65 et passim) -, merkt man, wie sie vielleicht selber darüber gestaunt hat das alles in so kurzer Zeit beim eigenen Ausprobieren kennengelernt zu haben. Die große Hektik, die sie im Zusammenhang mit ihrer Parteiarbeit beschreibt ist auch dem Sog des Internets mit dem dort so schnellen Aufflackern und verschwinden von Informationen geschuldet.

Die totale Transparenz aller Entscheidungswege, die Veröffentlichung jedes Gedankensplitters hat mich bei meinem ersten und letzten Besuch der Piratenwebsite zuerst echt beeindruckt und dann mehr als erschreckt, weil die Autoren und Leser der Website ihr Leben auf das Ordnen – zumindest im Kopf – dieser ungeheuren Vielfalt reduzieren müssen. Mit soviel Ballast auf ihrem Kahn können sie eigentlich nur kentern. Bleibt als Gegenmassnahme nur der Versuch, > das Tagen von Piraten-Gremien für permanent zu erklären, um jedem Versuch, die Dinge konsensmässig auf ihren Punkt zu bringen, genügend Raum zu geben.

Schade, ich würde sehr gerne – wie hier so oft praktiziert – Marina Weisband Fragen zu ihrem Buch stellen: „Nachgefragt…“ würde dann der Titel des Beitrages auf diesem Blog mit ihrem Video-Interview lauten. Aber unsere Presseabteilung hat mich schon draufhingewiesen, Frau Weisband sei sicher völlig ausgebucht.

Marina Weisband
> Wir nennen es Politik. Ideen für eine zeitgemäße Demokratie
1. Aufl. 2013, 174 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-608-50319-7


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Annett Meiritz > Debatte um Online-Parteitage: Piraten drängen auf Mitmachrevolution SPIEGEL ONLINE, 9.3.2013

Lesebericht:
McLuhan, Fiore, Das Medium ist die Massage

Freitag, 17. Juni 2011

Ungefähr ab der Mitte des letzten Jahrhunderts haben die neuen elektronischen Medien die Schrift mit ihrer Leitfunktion bei der Übermittlung von Botschaften und Inhalten abgelöst, will man Marshall McLuhan und der Einleitung von Regine Buschauer in das Werk von McLuhan (> NZZ, 19. Januar 2001) Glauben schenken. In Bezug auf die elektronischen Medien ist das sicher richtig, aber Fotos und Bilder, Gemälde aller Art haben schon viel früher der Schrift ihren Rang streitig gemacht. Beschränken wir uns aber tatsächlich auf die elektronischen Medien, dann stimmt die Beobachtung von McLuhan, und Klett-Cotta hat eine gute Idee gehabt, sein Buch > The Medium ist the Massage (1967/1969) auf deutsch zu veröffentlichen.

McLuhan mit seinem weit gefassten Medienbegriff, der eigentlich alles umfasst, was irgendwie einen Inhalt oder eine Bedeutung vermitteln kann, legt mit seinem Buch Erklärungsansätze und -Grundsätze für das gesellschaftliche Leben unserer Zeit vor: Sein erster Satz: „Das Medium oder der Prozess unserer Zeit – die elektronische Technologie verändert die Form und Struktur sozialer Beziehungsmuster und alle Aspekte unseres Privatlebens,“ schlägt den Ton dieses Buches an. und unseres Berufslebens, könnte man hinzufügen, bedenkt man, dass heute kaum ein Beruf ohne ein Mindestmaß an PC-Kenntnissen kaum erfolgreich ausgeübt werden kann. Da ist was dran, aber stimmt seine Aussage wirklich? Es ist ja nicht nur der PC! Der tentakelartige Zugriff der Medien auf unser Leben und unsere Aktivitäten ist gar nicht zu übersehen. Die Medien erlauben uns keine Zeit der Muße mehr. Jede Informationsaufnahme wir heute gewöhnlicherweise von jedem Medienproduzent in eine Vielzahl anderer Informationen eingebettet, die wir eigentlich gar nicht verkraften geschweige denn verarbeiten können. Das ist auf jeder Zeitungsseite im Internet so, und das Fernsehen mit seinem ihm inhärenten Zwang zum Bild präsentiert uns seit Jahrzehnten allabendlich die Tagesschau: Informationen und immer viel mehr drumherum, auch wenn das Geflimmer nur am Rande zu den Worten passt. Misst man die Gesamtmenge der in 15 Minuten angebotenen Informationen, um anschließend den für uns wirklich wichtigen Informationsgehalt zu extrahieren, käme man auf ein Verhältnis von 2 oder 4 zu 15, ein Hinweis auf die nachhaltige Entmündigung des Bürgers. Mein Buch würde heißen „The medium is not the message“.

Oder fragen wir einen Studenten, woran er denkt, wenn er eine Hausarbeit konzipieren muss? Wozu nutzt er den PC? Zur Informationsbeschaffung? Zum Surfen im Internet? Um Wikipedia zu konsultieren? Welcher Student würde wohl erzählen, dass er einen > Zettelkasten hat? Genauso darf man fragen > Hilft das Internet beim Bücherschreiben?.

Diese kritische Fragen sollen kein bisschen davon abhalten, das Buch von McLuhan genau zu lesen. Es steckt voller bedenkenswerter Anregungen und Einsichten. Natürlich bleibt einem heute gar nicht anderes übrig, als die bunte und laute Medienwelt, die zu unserer gesellschaftlichen Hülle geworden ist, zu akzeptieren. Eine Umkehr ist ausgeschlossen. McLuhan weiß das und macht das beste daraus, in dem er die Hoffnung durchblicken lässt, diese mediale Vielfalt werden den Menschen zu einem neuen schöpferischen Dasein zum Wohler aller verhelfen. Er spricht vom „globalen Dorf“, nun das ist eher ein theoretisches Konstrukt, denn noch jede so schöne Website einer Stadt, wird mir nie zum echten Daseingefühl in dieser Stadt verhelfen, genauso, wie das beste soziale Netzwerk nie das Gefühl einer echten Partnerschaft mit allen dazugehörigen Freuden und Gefühlen auch nur annähernd vermitteln kann. Ich bleib dabei: > Ein soziales Netzwerk ist nicht das reale Leben.

Liest man nacheinander die ersten Kapitel von McLuhans Buch. „Du, deine familie, deine nachbarn, deine ausbildung, dein job, deine regierung, „die anderen“ und das Buch ist eine erweiterung des auges… kleidung, eine erweiterung der haut…“ versteht man schnell, dass nicht nur Zustimmung die erste Reaktion ist, sondern eine Vielzahl assoziativer Ideen machen mit und begleiten die Lektüre. „In einer elektronischen Informationswelt können Minoritäten nicht mehr ausgegrenzt werden. (S. 24) Faszinierend. Die Medien als Wohltat. Aber die Ernüchterung folgt mit meiner Klage. Wie wenig Studenten veröffentlichen heute schon regelmäßig selbst im Internet? Mehr Freunde als im realen Leben auf Facebook haben viele. Aber sie machen sich die Medien nicht untertan. Oder die Medien scheint bei ihnen nicht angekommen zu sein. Über Facebook und ein bisschen Twitter gehen ihre > Web 2.0 Kenntnisse kaum hinaus. Auch hier setzt McLuhans in vorauseilender Einsicht an genau der richtigen Stelle an. Wir wissen viel zu wenig über die > Medien und damit können wir auch nicht viel von unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit verstehen, darf man daraus folgern. Sein Buch ist eine Anregung dafür, die Medieninhalte nicht passiv zu konsumieren, sich nicht von ihnen vereinnahmen zu lassen, sondern selber etwas mit ihnen anfangen. Nicht nur twittern oder anonym in Wikipedia schreiben, sondern eine eigene Website, einen eigenen Blog verfassen. – Welcher Studente kennt und nutz regelmäßig > wissen.dradio.de/ oder wer von ihnen benutzt regelmäßig den > Radiorecorder vom DLF und welcher Politologiestudent mit Nebenfach Romanistik, liest regelmäßig ab 13 h LE MONDE mit dem Datum vom folgenden Tag? Oder wer von ihnen hört regelmäßig France Inter auf seinem IPad?

©. Das ist eine der kürzesten Überschriften von McLuhan. „Das Teamwork löst den Einzelkämpfer ab.“ (S. 123) Auch das glaube ich nicht, weil es mediales Wunschdenken ist. Früher hieß das tatsächlich Teamwork oder Gruppenarbeit, bei der immer einer oft für alle arbeitete, weil es in einer solchen Gruppe immer einen gibt, der trödelt; das ist im Verkehr immer so. Das Bild passt sehr gut. Weil dann, im Verkehr immer alle hinter dem Langsamsten hinterherdackeln müssen. Der Langsamste bestimmt nun mal das Tempo. Ist nicht nur im Verkehr so. Auch bei jeder Gruppenarbeit. Es gibt keine > kollektive Intelligenz, die alle zusammen antreibt. Teamwork ist Reduzierung auf ein Mittelmaß und das müssen wir auch bei den Medien verhindern.

McLuhan schärft uns mit seinem Buch die Sinne und die Sensibilität für die Medien, für all das, was die Medien mit uns machen, aber vor allem auch für das was wir aus den Medien machen können. Medien konstruieren unsere Umwelt. Und dann fügt McLuhan hinzu: „Heute können wir die gesamte menschliche Umwelt zu einem Kunstwerk machen…“ (S. 68).

Wovor warnt McLuhan? Die Medien nicht kreativ einzusetzen, etwas zu verpassen. Spielt man nicht mit ihnen, nutzt man sie nicht.

Zur Einführung:
Sehr lesenswert: Regine Buschauer, > Das Medium als Massage. Die aphoristische Medientheorie von Marshall McLuhan.
NZZ, 19. Januar 2001

Marshall McLuhan, Questin Fiore,
> Das Medium ist die Massage
Zusammengestellt von Jerome Agel, aus dem Amerikanischen von Martin Baltes und Rainer Höltschl (Org.: The Medium is the Massage)
1. Aufl. 2011, 160 Seiten,broschiert, mit zahlreichen Abbildungen und Illustrationen
ISBN: 978-3-608-50311-1

»Das Medium ist die Botschaft« Das ist wohl eines der berühmtesten Zitate aus Understanding Media (1964) – und dann in The Medium is the Message: An Inventory of Effects (1967) – von > Marshall McLuhan (1911-1980).
Douglas Coupland
> Marshall McLuhan
Aus dem Englischen von Nicolai von Schweder-Schreiner(Orig.: Marshall McLuhan)
1. Aufl. 2011, 222 Seiten,gebunden
ISBN: 978-3-608-50306-7

Stuttgarter Buchwochen
Alex Rühle, Ohne Netz

Dienstag, 16. November 2010
Buchvorstellung
Buchcafé,
Haus der Wirtschaft,
Willi-Bleicher-Straße 19,
70174 Stuttgart
Freitag, 19.11. 2010,
Beginn: 20.15 Uhr

Eine Veranstaltung des Klett-Cotta Verlags und des Buchhandelsverbandes Baden-Württemberg im Rahmen der Stuttgarter Buchwochen.

Haben Sie sich schon mal gefragt, ob Sie aus Notwendigkeit oder aus Gewohnheit ins Internet gehen? Wir wissen alle, dass fast jeder Suchvorgang mit einer Suchmaschine (früher sagte man Karteikasten oder Katalog – „Maschine“ hat so was von da arbeitet etwas für uns – und darauf will ich auch hinaus) uns nur einen winzigen und oft völlig falschen Ausschnitt der Wirklichkeit zeigt? Man gewöhnt sich daran, nur die ersten 5 Suchergebnisse wahrzunehmen und auch wenn man es nicht will, notiert unser Kopf dennoch die Werbung drumherum. Mit dem Internet ist man an die große Welt angeschlossen, oder glaubt zumindest es zu sein. Schlägt man eine Website einer Zeitung auf, bekommt man sofort außer der Meldung einen Haufen anderer Informationen einschließlich funkelnder und animierter Werbung angezeigt, die man gar nicht sehen will. Da sehnt der Kopf sich nach einer richtigen gedruckten Tageszeitung zurück. Und mit einem Computer wird das Bücherschreiben nicht besser. Oder kann der PC einen > Zettelkasten ersetzen? Kann er nicht. Dennoch, es gibt auch Segnungen des Internets: Zum Beispiel das Nachbearbeiten eines Vortrags: > Unsere geschundenen Städte, da wird das Internet tatsächlich zu einem echten Arbeitsmittel, ein Medium, eine Hülle, nichts anderes. Die Inhalte generiert nicht das Internet, sondern ein Autor.

Ist man als Blogschreiber oder Blogleser möglicherweise dem Internet verfallen? Internetsüchtig? Checken Sie auch schnell bei jedem Marmeladenbrötchen Ihre Mails ? Gucken sie auch jeden Moment auf Ihren Blackberry, um ja nichts aus der Online-Welt zu versäumen? Merken Sie auch, dass die Information zunimmt, nur weil es Internet, Laptops, IPhones, IPads und Smartphones gibt?

Was würde passieren, wenn Sie ab heute auf das Internet verzichten würden? Alex Rühle ist Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung. Als sein Gefühl, „dass ich mir darin selbst abhanden komme“, (S. 19) überhand nimmt, ist Schluss mit dem Internet – zumindest für ein halbes Jahr. Er gibt sein Blackberry ab und verzichtet auf jeden Internetkonsum, verordnet sich eine Offline-Entziehungskur und er schreibt > Ohne Netz. Mein halbes Jahr offline, ein Band, der in diesem Herbst bei Klett-Cotta erschienen ist.

> Nachgefragt: Alex Rühle, Ohne Netz

> www.ohne-netz.de

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