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Archiv für die Kategorie 'Kunst'

Bloggen auf der Leipziger Buchmesse – 17. bis 20. März 2016

Dienstag, 9. Februar 2016

Leipzig, 9. Februar 2016. Premiere: Leipziger Buchmesse lädt zu Bloggersessions. Das Fachprogramm richtet sich an Blogger und Neueinsteiger sowie Verlage und Autoren


<<<< Die > Tweets von der Leipziger Buchmesse mit Hashtag lbm16

Blogger sind eine noch junge Zielgruppe der Verlagsbranche. Aus großer Leidenschaft für Literatur entstehen in Deutschland immer mehr hochwertige Blogs rund um Belletristik, Sachbuch, Comic und Fantasy und begeistern damit Hundertausende Fans. Für Verlage und Autoren sind die meinungsbildenden Medienmacher damit längst ein spannender Partner und Multiplikator geworden. Doch wie gelingt ein erfolgreicher Blog? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit von Verlagen und Bloggern? Und vor welchen Herausforderungen stehen Blogbetreiber? Diese Fragen beantwortet die erste Bloggerkonferenz „buchmesse:blogger sessions 16“ der Leipziger Buchmesse am Sonntag, den 20. März. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

„Im letzten Jahr haben wir mit unserer Bloggerlounge einen erfolgreichen Grundstein gelegt. Hunderte Blogger nutzten unser Angebot des direkten Austausches mit Verlagen und Autoren“, so Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. „Mit unseren Bloggersessions möchten wir in diesem Jahr das Angebot ausbauen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit von Verlagen und Bloggern auf professionelle Füße zu stellen.“ Eröffnet wird die Konferenz mit einer Keynote der erfahrenen Bloggerin und Verlagsleiterin von Edel ebooks Karla Paul. Sie zeigt von 11.15 Uhr bis 12.00 Uhr, wie es gelingt den Blog in der Verlagsbranche zu etablieren und Finanzierungsmöglichkeiten zu sichern.

Vier Sessions zu Rahmenbedingungen und praktischen Angeboten

Im Anschluss an den Eröffnungsvortrag starten vier Sessions, von denen jeweils zwei parallel laufen. Die Rechtsanwälte Rainer Dresen, Justiziar Random House, und Stefan Haupt, Haupt Rechtsanwälte, klären von 12.00 bis 13.00 Uhr über rechtliche Rahmenbedingungen auf. Rainer Dresen zeigt, was beim Zitieren und der Verwendung von Bildern zu beachten ist. Stefan Haupt berichtet zum aktuellen Stand des Urheberrechts und deren Auswirkungen. Zur gleichen Zeit stellen im parallelen Panel verschiedene Blogger diverse Blogkonzepte vor.

Die > Tweets von Blog von Klett-Cotta >>>>>

Nach der Mittagspause (13.30 Uhr bis 14.30 Uhr) geht es in großer Diskussionsrunde um die Blogger Relations: Judith Tings (Kirchner Kommunikation), Karina Elm (NetGalley Deutschland), Annette Geduldig (Online PR-Referentin Bastei Lübbe), Tanja Rörsch (mainwunder Buchmarketingagentur) und Anke Henkel (Online Redaktion Carlsen Verlag) zeigen das Wechselspiel von Bloggern und Verlegern auf. Wer noch den Einstieg ins Bloggen sucht, ist im parallelen Workshop von Lovelybooks richtig. Experten erklären, warum ein Redaktionsplan notwendig ist und wie Zeitmanagement und Organisation ideal funktionieren. Den Abschluss des Tages bildet eine spannende Podiumsdiskussion: Das Eröffnungsstatement wird nach den Eindrücken des Tages noch einmal erörtert. Es diskutieren Karla Paul, Ute Nöth, Senior Manager Social Influencer Relations im Carlsen Verlag und Leander Wattig, Gründer von Orbanism.

Moderiert werden die Bloggersessions durch Felix Wegener. Der Münchener arbeitet seit 15 Jahre in der Buchbranche, unter anderem in den Bereichen Vertrieb, Presse, Digitales Marketing und Kommunikation. Seit 2014 ist er Geschäftsführer der Agentur Direttissima.

Die „buchmesse:blogger sessions 16“ werden von Lovelybooks, NetGalley & MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH unterstützt.

Raum zum Netzwerken und Fotoaktion

Ab 15.30 Uhr lädt die Bloggerkonferenz zur Happy Hour ein. Bei Snacks und Getränken können sich die Teilnehmer mit Referenten austauschen und Erfahrungen weitergeben. Darüber hinaus findet eine besondere Aktion statt. Fotografin Katrin Duval erstellt kostenfrei Portraits der Blogger, die für die eigenen Blogs verwendet werden dürfen.


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Anmeldung für Bloggersessions ab sofort möglich

„buchmesse:blogger sessions 16“ richtet sich an Blogger und jene, die es noch werden wollen sowie Autoren und Verlage. Die Anmeldung ist ab sofort online möglich. Die Konferenz findet am Sonntag, 20. März, 11.00 bis 16.30 Uhr im CCL statt. Die Teilnahme kostet 35 Euro, eine Eintrittskarte für die Leipziger Buchmesse muss zusätzlich erworben werden. > Alle Infos zum Programm.

Netzwerken auf der Leipziger Buchmesse: Bloggerlounge & Bloggerguide

Neben dem Fachprogramm lädt die Leipziger Buchmesse zum täglichen Austausch ein. In der Bloggerlounge in Halle 5 können sich die Meinungsmacher mit Verlagen und Autoren treffen oder miteinander austauschen. Darüber hinaus finden verschiedene Bloggertreffen im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt. Diese und viele weitere praktische Tipps gibt es ab Ende Februar im > Bloggerguide.

Über die Leipziger Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse ist der wichtigste Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche und versteht sich als Messe für Leser, Autoren und Verlage. Sie präsentiert die Neuerscheinungen des Frühjahrs, aktuelle Themen und Trends und zeigt neben junger deutschsprachiger Literatur auch Neues aus Mittel- und Osteuropa. Durch die einzigartige Verbindung von Messe und „Leipzig liest“ – dem größten europäischen Lesefest – hat sich die Buchmesse zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Die Leipziger Buchmesse 2016 mit dem Lesefest Leipzig liest findet vom 17. bis 20. März auf dem Leipziger Messegelände sowie im gesamten Stadtgebiet statt. Es werden rund 2.000 Aussteller, über 250.000 Besucher und mehr als 2.500 Journalisten erwartet. Im Verbund mit der Leipziger Buchmesse öffnet die Manga-Comic-Con (MCC) in Halle 1. Parallel dazu findet die 22. Leipziger Antiquariatsmesse statt.

Leipziger Buchmesse im Internet:
http://www.leipziger-buchmesse.de
Leipziger Buchmesse im Social Web:
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Lesebericht: Nicole Zepter, Kunst hassen

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Einfach nur, weil diese Idee


pfiffig ist, holen wir mal den folgenden Beitrag vom 29. August 2013 nach oben. Es stimmt, nichts nervt in einem Museum mehr, als das ständige Hantieren der Mitgucker mit allen möglichen elektronischen Geräten, der Tonband-Führer am Ohr, das Handy für Whatsapp in der Hand, zwei andere machen gerad ein Selfie vor Rembrandt, niemand interessiert sich wirklich für die Gemälde, alle gehen hier nur hin, weil es gerad nichts kostet, oder sie stehen gelangweilt vor einem Führer, der ihnen die Kunst näher bringen will. Jemand der lange vor einem Bild steht, ist den andren irgendwie im Weg. Was da (nicht) abgeht, hat Nicole Zepter auf den Punkt gebracht:

Ich mag Kunst und gehe oft in Museen. Nun erscheint ein Buch mit dem Titel > Kunst hassen? Der Untertitel Eine enttäuschte Liebe verriet doch schon, dass es hier ganz und gar nicht, dass hier eine Fundamentalopposition gegen die Kunst im allgemeinen und im besonderen in Stellung gebracht wird. Nicole Zepter, hat Philosophie und Kunst studiert. Sie ist Chefredakteurin des Monats-Magazins > The Germans und residiert in Berlin.

Wie schön könnte Kunst sein. Wann waren Sie zum letzten Mal im Museum? Keine Führung, mit kompetenten Referenten, die den Besuchern erzählen, was sie auf den Bildern sehen (sollten) hat sie gestört, überall war die Aufsicht nett und zuvorkommend, sorgte mit Öffnung der Jalousien für das richtige Fotolicht und wusste genau, in welchem Saal Sie das
bestimmte Bild finden, niemand fühlte sich gestört, als zwischen ihnen und Ihrer Freundin ein heftiger Streit über die Qualität eines der ausgestellten Kunstwerke begann, in vielen Sälen waren Bilder unterschiedlicher Epochen als Anregung zum Vergleich nebeneinander gehängt worden und das lange interessante Gespräch mit dem Herrn, der in Saal 7 die Aufsicht führt, über das Bild an der m-agegenüberliegenden Wand ging ihnen noch am Tag nach dem Museumsbesuch durch den Kopf. Er hatte mich angesprochen, weil ich aufgefallen war, wie lange ich schon vor dem Bild stand: Ihnen gefällt das Bild? Langsam verstehe ich das Bild, hatte der Herr gesagt. Wie lange er schon in diesem Museum sei, 4 Jahre, hatte der Herr geantwortet und gelächelt. – Schön wär’s. Das sind alles nur Ausnahmen. Oder Utopien. Die Kunstwirklichkeit in unseren Museen ist ganz anders.

In diesem Buch kommen die berechtigten Klagen von Nicole Zepter in geballter Form: Wenn die Zuhörer ihren Kunstführern lauschen, und man den ein oder anderen Satz mit aufschnappt, hat man oft das Gefühl, die stehen vor dem falschen Bild. Viele Führungen gewöhnen den Zuhörern das eigene Denken ab. So wie in Ausstellungen das Fotografieren immer verboten ist. Und wenn Sie nach einem Bild suchen, hören Sie oft, das weiß ich nicht, das nicht mein Bereich, oder es gibt nur eine vage Richtung. Museen und Ausstellungshallen sind für Zepter zu Ausstellungsräumen verkommen, in denen eine Auseinandersetzung mit der Kunst schon beim Aufbau der Schau gar nicht mehr stattfinden kann. Museumsbesuche werden zum Ritual, einige Sekunden pro Bild, ein Blick auf das kleine Schild, Namen des Malers und Titel des Bildes, Jahreszahlen, schon nach drei Minuten vergessen. Kaum jemals traut man sich, die Dame neben sich zu fragen, „Finden Sie das Bild auch so schrecklich?“ Oder „Sagt das Bild Ihnen (wenigsten) was?“

bode-museum

Waren Sie schon mal im > Bode-Museum in Berlin?

In unseren Museen und Ausstellungsräumen sollen Besucher sich wohlfühlen und die Werke der wichtigsten und bedeutendsten Künstler unserer Zeit genießen. Wer kommt dabei schon auf den Gedanken, Kunst zu hassen? Den ganzen Kunstsystembetrieb in Frage zu stellen? Es ist ja auch nicht einfach, zu wissen, was im Museum nicht zu sehen ist. Museen und Galerien haben die Oberhoheit über die Auswahl der Kunst der Kunst gewonnen. Was sie zeigen ist Kunst und duldet keinen Widerspruch. Nee, Sie wollen widersprechen, ach, wissen Sie, Sie haben von der Kunst nichts verstanden.

Kunst wird mit Presseinfos und Katalogen (S. 16) vertrieben. Kopfhörer gibt es dazu. Gelangweilt schlendert man zum nächsten Bild, das eine Nummer trägt, die wird eingetippt und nach drei Minuten weiß man schon den Titel des just präsentierten Bildes nicht mehr: „Ausstellungen sind heute auf die Passivität des Besuchers angelegt.“ (S. 35) Sein eigenes Denken ist nur im Besucherbuch am Ausgang vorgesehen. Ansonsten gilt, „… eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Kunst gibt es nicht.“ (S. 42)

Im Gespräch mit dem Kurator und Direktor des Hamburger Bahnhofs Prof. Dr. Eugen Blume über die Kunst in seinem Museum wird deutlich, wie wenig von den Besuchern ein Verständnis der Kunstwerke erwartet wird. Allerdings will er die Kunst als ein unerschöpfliches Reservoir von utopischen Anregungen verstanden wissen. Professor Blume stellt Kunst aus, „Weil in jeder Kunst ein wertvoller utopischer Gedanke liegt.“ (S. 58) Er kann natürlich nicht anders und betont die Notwendigkeit, Kunst zu Inszenieren. Sei es so. Die Kinder, die im Kunstmuseum von Dijon im Halbkreis vor dem Bild und um die Lehrerin herum auf dem Boden saßen, erzählten eines nach dem anderen was sie auf dem Bild sahen. Das war toll, die Inszenierung des Bildes, seine Hängung spielte keine Rolle. Die Kinder erzählten fast eine halbe Stunde lang nur über das Bild und störten sich nicht, dass ich mitten unter ihnen saß. Für sie war der Museumsbesuch Gewohnheit und Aufregung zugleich. Oder die Kinder die in der Giacometti-Ausstellung im Centre Beaubourg mit Daumen und Zeigefinger (und Feuereifer) nachmachen sollten, wie groß seine kleinen Statuen sind. Die heile Museumswelt, von der Zepter träumt, gibt es auch, die Welt, wo Kunst wirken darf, Anregungen gibt und als Kunst richtig gut ist, wenn der Besucher das Gefühl hat, er hat was gelernt und kann über sie hinausgehen. (Vgl. H. Wittmann, Sartre und die Kunst. Die Porträtstudien von Tintoretto bis Flaubert, Tübingen 1996, S. 183.) – Aber und da legt Nicole Zepter den Finger auf die offene Wunde: Soweit kommt es aber bei den heutigen Museumsinszenierungen nicht mehr: Der Kunstbetrieb hat seine Regeln gefestigt, Widerspruch, gar laute Kritik gehört sich nicht.

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Waren Sie schon mal im > Centre Pompidou in Metz?

Es kommt noch viel schlimmer: „Die Kunst hat sich schon immer mit dem Geld ins Bett gelegt.“ (S. 876) Da bleibt von der Sartreschen Freiheit des Künstlers, der Freiheit als conditio sine qua non, Kunst überhaupt schaffen zu können, nicht mehr viel übrig. Ist es ein Trost, dass er der unbedingten Überzeugung ist, dass Künstler sich mit neuer Kunst immer wieder durchsetzen werden und ihre Freiheit neu erringen und bestätigen können. Zepters Kunstpessimismus ist davon weit entfernt: „Der Kunstbetrieb ist das Opfer seiner eigenen Vermarktung geworden,“ stellt sie fest. „Einige wenige bestimmen, was die Öffentlichkeit als wertvolle Kunst wahrnimmt.“ Die permanente Vereinnahmung von Kunst und Künstler? Soweit würde sie wohl nicht gehen. Eher der Besucher, wie schon ausführlich geschildert. Ist das Publikum wirklich doof? (S. 96) Keineswegs, nur es erduldet mehr durch die Kunstinszenierung durch die Kunstwerke selbst, für die es dann keine Zeit mehr hat.

„Kunst wird nicht beschützt, sie wird regelrecht bewacht.“ (S. 109) „Spießrutenlauf“ und die Aufseher empfangen die Besucher mit bösen Blicken als ob Sie Messer oder Spraydosen in den Taschen hätten, und man fühlt sich als „pöbelnde Eindringlinge“. Und trotzdem kann geschickte Museumspädagogik viel aus diesen Häusern machen, zwei Beispiel stehen oben.

Nicole Zepter zitiert Ernst Barlach (1870-1938) „Zu jeder Kunst gehören zwei: einer der sie macht, und einer, der sie braucht.“ Noch besser passt Sartres Feststellung, ein Geisteswerk entsteht erst dann, wenn Autor und Leser zusammenarbeiten, das steht in Qu’est-ce que la littérature? (1947) und darf als Grundlegung der Rezeptionsästhetik gelten. Kunst richtet immer einen Appell an den Betrachter, der bleibt auch, wenn die Institutionen, die Aufseher, das Geld, das ganze Drumherum dem Kunstgenuss im Wege stehe. Den Appell der Kunst der Kunst wieder vorbehaltlos wahrnehmen, das ist der Appell, den Zeppelin an uns richtet, wir als Betrachter sollen wieder uns ganze Freiheit gegenüber der Kunst wahrnehmen, wodurch die Freiheit der Kunst auch wieder gestärkt wird. Kunst hat das Potenzial, den Kunstbetrieb wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

Zeppelins Buch ist eine wunderbare Anregung, unter neuen Voraussetzungen ins nächste Museum zu eilen:

Waren sie schon mal im > Kunstmuseum am Stuttgarter Schlossplatz?

> Kunstmuseum, Stuttgart
Nicole Zepter
> > Kunst hassen. Eine enttäuschte Liebe
1. Aufl. 2013, 136 Seiten, broschiert, Leinenüberzug
ISBN: 978-3-608-50307-4

BR > Streitschrift „Kunst hassen. Eine enttäuschte Liebe“ – Ein Beitrag von: Cordsen, Knut Stand: 23.08.2013

daserste.de > Buchtipp „Polemik“

> ¿Kunst hassen – Eine enttäusche Liebe¿ – SWR II -Sendung vom Samstag, 24.8. | 8.10 Uhr | SWR2

Im (Bibliotheks-)Bus: D. Whitehouse, Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek

Dienstag, 10. März 2015

Montag, 9. März 2015, 20 Uhr
Stuttgart | Lesung – Moderation: Thomas Klingenmaier
Lesung im roten Doppeldeckerbus – Buchhandlung Wittwer, Königstr. 30 – 70173 Stuttgart

David Whitehouse, > Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek

Val, Rosa und Bobby kommen zusammen mit Joe auf die Idee, mit dem Bücherbus quer durch England zu fahren. Kommen Sie mit? Mit dem Lesebericht können Sie schon mal ein bisschen mitfahren.

Beim Einsteigen inden roten Londoner Doppeldecker, der mitten auf der Kronprinzenstraße parkte, versprach uns Herr Zöllner, der Bus werde nicht losfahren – also nicht geklaut werden. Aber als wir drin waren, beobachtete ich immer wieder den Busfahrer, der manchmal um den Bus herumging, wenn er wieder zurückkam, war ich immer schon auf das Startgeräusch des Motors gefasst, der doch plötzlich losfahren würden. Ich muss am Piccadillyy aussteigen, rief jemand von oben. David Whitehouse las aus seinem Buch und Thomas Klingenmaier las aus der deutschen Übersetzung. Von unten und oben wurden Fragen gestellt. Das wärs, jede Woche eine Lesung im Tropen-Bücherbus. Ein echtes Highlight für die kulturmäßig so zurückgebliebene Kronprinzenstraße.

Und wie sehr das Ambiente eine Lesung prägen kann! Erst hier wurde der abrupte, laute und heftige Start des Bücherbusses, den Rose zu allem entschlossen in Bewegung setzt deutlich. Hier ging die Geschichte des Buches ins richtige Leben über. Schade, in dem Moment hätte der Buch wirklich abfahren können. Macht nichts, auch so ist Whitehauses Geschichte spannend. Literatur und das wahre Leben gehen ineinander über, und genau dazu werden wir ihn in Leipzig befragen, wie funktioniert das? Die Geschichten im Buch gehen in das Leben über, so wie Sunny ein Maschinenmensch werden will. Was man liest, ereignet sich irgendwann, früher oder später, aber ganz bestimmt auch mal im richtigen Leben, darauf hat auch > Oliver Steinhäuser hingewiesen.

So sah es gestern um und im Doppeldeckerlesebuch aus:

David Whitehouse,
> Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek
Roman, Aus dem Englischen von Dorothee Merkel (Orig.: Mobile Library)
1. Aufl. 2015, 315 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-50148-3

Lesebericht: Charles-Louis de Montesquieu, Meine Reisen in Deutschland. 1728-1729

Dienstag, 9. Dezember 2014

montesquieu-reisen-deutschland

Am 5. April 1728 bricht Charles-Louis de Montesquieu (1869-1755) zu einer Reise nach Österreich, Italien und Deutschland auf. Über den Brenner, durch Innsbruck durch kommt er am 3. August 1729 in München an. Weiter geht es nach Augsburg, eine Woche bleibt er in Lech. Im August 1729 ist er in Cannstatt, Stuttgart und Ludwigsburg. Dann geht es nach Heidelberg, Mannheim und Frankfurt am Main. Im September ist er in Bonn und Köln. Düsseldorf, Münster, Osnabrück, Hannover und Braunschweig sind weitere Stationen seiner Reise. Im Oktober 1729 überschreitet er die Grenze in die Niederlande.

Bei Cotta sind nun Reiseberichte von Charles-Louis de Secondat Baron de la Brède et de Montesquieu > „Meine Reisen in Deutschland. 1728-1729“ zum ersten Mal auf Deutsch in der Übersetzung von Hans W. Schumacher erschienen. Mit einem Vorwort Wie Montesquieu Deutschland bereiste und dabei den Föderalismus entdeckte von Jürgen Overhoff und einem Nachwort von Vanessa de Senarclens.

Beständigkeit und Kontinuität: Wie viele der Sehenswürdigkeiten und Eigenheiten, von denen Montesquieu in seinem Buch berichtet, gibt es heute noch nach fast 300 Jahren: Schloß Nympenburg: „Das Abendessen war sehr karg.“ Die Bronzetür des Augsburger Doms mit seinen Flachreliefs im „schlechtesten gotischen Stil“. „Die Bayern sind dümmer als die Deutschen in Allgemeinen. Tatsächlich gelingt eine Einwirkung auf den Geist dieser Nation nicht augenblicklich. Es bedarf viel Zeit, um die Seele zu erwecken.“ S. 93 Montesquieu kommt 200 Jahre nach Montaigne nach Augsburg. Beide beschreiben die Stadt auf ganz ähnliche Wiese, ohne das Montesquieu die Aufzeichnungen seines illustren Reisevorfahren gekannt haben konnte.Dann kommt er im August 1729 zum Ludwigsburger Schloss, an dem er architektonisch kein gutes Haar lässt. Er besucht die Heiliggeistkirche in Heidelberg und sieht das berühmte Fass mit seinen 204 Fuder. Mannheim und die Lage der Stadt fasziniert ihn. Es ist der Föderalismus, der Montesquieu in Deutschland fasziniert. Akribisch notiert er die unterschiedlichen Rechte, die der Religionsausübung in den Städten eingeräumt werden. Penibel vermerkt er die Namen und den Rang seiner vielen Gesprächspartner, wo mit deutlich wird, wie stark er sich für die politischen Verhältnisse der von ihm besuchten Städte interessiert.

Im September 1792 reist er durch das Rheintal nach Bonn an Kaub vorbei, das auch heute noch das Panorama meiner liebsten Bahnstrecken bildet. „Bonn ist eine erbärmliche, kleine Stadt“, vermerkt er seinem Tagebuch und besucht dort das Poppelsdorfer Schloss vor den Toren der Stadt. Auf nach Köln. Hier notiert er die Stärke der Truppen des Kurfürsten von Köln. Vom Dom ist nur der Chor vollendet. In Düsseldorf besucht er die Gemäldegalerie. In Preußen herrscht der Soldatenkönig: „Es ist ein Elend, Untertan dieses Fürsten zu sein.“ S. 131. Von Hannover geht es zu den Wasserspielen nach Herrenhausen: „Der König von Preussen verübt an seinen Untertanen eine abscheuliche Tyrannei. Er will das Väter ihre Kinder studieren lassen, was seine Staaten in eine schreckliche Barbarei stürzen würde.“ S. 142 Die Bibliothek von Wolfenbüttel, S. 158 f., fasziniert ihn. Dann besucht er die Minen im Harz

montesquieu-reisen-deutschlandReisen bildet. Montesquieu war Präsident des Parlaments von Bordeaux (1716-1726), im Januar 1728 wurde er Mitglied der Académie française und Autor der Lettres Persanes (1712) „Reisen als Quelle der Erkenntnis“, so fasst Vanessa de Senarclens Montesquieus Reisemotivation klar und knapp zusammen. Zu seinen Lebzeiten hat er seine Reisetagebücher aus Deutschland nicht veröffentlicht. Sie dienten ihm aber als Archiv für späterer Arbeiten, vor allem bei der Abfassung seine Buches De l’sprit des lois, 1748.

Charles-Louis de Secondat Baron de la Brède et de Montesquieu,
> „Meine Reisen in Deutschland. 1728-1729“
Herausgegeben, eingeleitet und kommentiert von Jürgen Overhoff. Nachwort von Vanessa de Senarclens. Aus dem Französischen von Hans W. Schumacher.
1. Aufl. 2014, 216 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Rückenprägung, vierfarbig bedruckter Vorsatz, zahlreiche Abbildungen im Text
ISBN: 978-3-7681-9900-1

David Graeber, Schulden. Die ersten 5000 Jahre, inszeniert für das Schauspiel Stuttgart

Dienstag, 4. Februar 2014

Das Buch von David Graeber > Schulden. Die ersten 5000 Jahre wird in Stuttgart unter der Regie von Andreas Liebmann auf die Bühne gebracht.

> Auf unserem Blog stand: „Ein ebenso radikaler wie befreiender Blick auf die Wurzeln unserer Schuldenkrise.” steht auf der Seite von Klett-Cotta zu Graebers Buch > Schulden. Und da steht auch : “Seit der Erfindung des Kredits vor 5000 Jahren treibt das Versprechen auf Rückzahlung Menschen in die Sklaverei. Die Geschichte der Menschheit erzählt David Graeber als eine Geschichte der Schulden: eines moralischen Prinzips, das nur die Macht der Herrschenden stützt. Damit durchbricht er die Logik des Kapitalismus und befreit unser Denken vom Primat der Ökonomie.” “Verbraucherschulden sind der Lebenssaft unserer Wirtschaft,” (S. 11) schreibt Graeber und zeigt damit die andere Seite der Medaille. Ohne Schulden geht es auch nicht.“ Graeber hat eine Phänomenologie der Schulden verfasst, eine historische Analyse, einen politischen Debattenbeitrag, der aufwühlt und einen auch zuweilen ratlos zurücklässt. Ein Patentrezept bietet er nicht an, aber dafür enthält das Buch umso mehr Stoff zum Nachdenken. Schulden sind keineswegs ein Allheilmittel. „Schulden sind etwas sehr Spezielles…“ (S. 127) Er weiß auch, dass es „genuin unbezahlbare Schulden nicht gibt.“ (ib.) Sein Blick in die Geschichte ist wichtig, denn „Schulden sind eigentlich ein Tausch, der nicht zu Ende gebracht worden ist.“ (S. 128) SO richtig viele Vorschläge hat er nicht, um das Schuldenproblem zu lösen. Sparen, ist auch nicht ganz so in seinem Sinne. Einen radikalen Vorschlag hat er aber doch: „Ein genereller Schuldenerlass wäre nicht nur heilsam, weil er menschliches Leid lindern könnte.“ (S. 410) Schaut man sich die schwindelerregende Höhe der Verschuldung des Bundes an, kann schon ins Nachdenken kommen, wieso wir soviel für den Schuldendienst arbeiten müssen. Schulen? „Sie sind nichts weiter als die Perversion eines Versprechens, das von der Mathematik und der Gewalt verfälscht wurde.“

Der Regisseur Andreas Liebmann stellt das Stück vor: >> www.schauspiel-stuttgart.de/spielplan/schulden-die-ersten-5000-jahre/: „Von den vorantiken Gesellschaften über das Mittelalter bis hin zu den Bürgerprotesten der jüngeren Vergangenheit waren es Schuldenberge, die Menschen in die Unterdrückung und in die Revolte trieben. David Graeber, einer der Vordenker der Occupy-Bewegung, hat dieser wechselvollen Geschichte aus Überschuldung und Empörung ein Buch gewidmet, das radikal mit der Scheinmoral des Börsenkapitalismus bricht.

Foto: (c) Maurice Korbel

In einem weiten historischen Bogen sondiert es die Wurzeln und Schauplätze unseres Finanzsystems: die Silberminen der Antike, die Goldkeller der Federal Reserve, die Schlachtfelder der Rohstoffkriege und die Irrgärten der internationalen Währungsbürokratie. An all diesen Orten kommen Zeugen zu Wort: Banker, Kriegsherrn, Pharaonen, Historiker, Bürgerrechtler, Opfer, Täter, Profiteure. Sie alle berichten vom System einer Schuldenwirtschaft, das angesichts schwindender Ressourcen und wachsender Ungleichheit weltweit vor seinem Kollaps steht.

David Graebers Buch Schulden erschien 2011 in New York und stieß auch in Deutschland auf große Resonanz. In Stuttgart wird das „Sachbuch des Jahres“ zum Ausgangspunkt einer besonderen Koproduktion: der Regisseur, Performer und Autor Andreas Liebmann bringt den Stoff in einer mit Schauspielstudenten und dem Theater Freiburg gemeinsam realisierten Projektarbeit auf die Bühne.

Graeber zerlegt auf 400 Seiten unhinterfragte Vorstellungen von Schuld und Schulden und zeigt, was Schulden bedeuten könnten: der Kitt des Zusammenlebens. Was Schulden geschichtlich aber auch bedeuten, und das hätte mich nicht überraschen müssen: Gewalt, Entmenschlichung, Sklaverei. Als ich Graebers Buch las, ergriff mich unmittelbar seine Verbindung von akribischer Recherche mit großspuriger Behauptung. Der großangelegte Wurf hat epische Aspekte. Deswegen muss er auf die Bühne.

Andreas Liebmann“

Regie: Andreas Liebmann
Bühne und Kostüme: Mai Gogishvili
Dramaturgie: Bernd Isele, Tilman Neuffer
Besetzung: Yana Robin la Baume, Julius Forster, Daniel Friedl, Lilith Häßle, Alrun Herbing, Arlen Konietz, Marianne Helene Jordan, Andreas Ricci (Studierende der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart)

Termine:

Uraufführung. Fr., 07.02.2014 20:00 Uhr Nord – 24 € – > Karten
Sa., 08.02.2014 – 20:00 Uhr – Nord – 19 € – > Karten
So., 09.02.2014 – 20:00 Uhr – Nord – 19 € – > Karten
Zum letzten Mal
Mo., 10.02.2014 – 20:00 Uhr – Nord – 19 € – > Karten

David Graeber
> Schulden. Die ersten 5000 Jahre
Klett-Cotta Aus dem Englischen von Ursel Schäfer, Hans Freundl und Stephan Gebauer (Orig.: Debt)
1. Aufl. 2012, 536 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94767-0

Lesebericht: Mark Z. Danielewski, Das Fünfzig-Jahr Schwert

Montag, 4. November 2013

Dieses Buch gebe ich nicht wieder her. Hier wird die Erzählung im Buch zum Film, seine Form macht es jedem erdenklichen E-Book weit überlegen. So ein schweres schön ausgestattetes Buch bei Tropen! Mit Umschlag und einem festen Deckel. Fast Hochglanz- aber schweres, hochwertiges Papier, viele Abbildungen, die – man merkt es schnell – unverzichtbarer Teil des ineinanderverwobenen Textes sind. Mark Z. Danielewski, > Das Fünfzig-Jahr Schwert. The Fifty Year Sword, New York 2012, übersetzt von > Christa Schuenke.

Sprechen wir zuerst über den Inhalt. Wir werden Zeuge einer Halloween-Party zu einem fünfzigsten Geburtstag in Osten von Texas. Wir lernen die Näherin Chintana kennen. Sie lebt verlassen und hasst ihre Rivalin Belinda (50). Fünf Waisenkinder gibt es dort, deren Sozialbetreuerin nur im Sessel sitzt. Satzfetzen typographisch aufgebrochen – das erinnert an Mallarmés Le Livre(1> mit bunten Anführungszeichen wieder in eine Ordnung gebracht, berichten die Ereignisse. Ein Geschichtenerzähler in Schwarz vor einer unheimlichen Kiste – „Die vielen Scharniere zeigten allesamt nach innen und zu ihm hin.“ (S. 72) zu seinen Füßen erklärt: „Ich bin ein böser Mann, mit einem finsteren Herzen,“ (S. 76) und „Weil ihr noch jung seid, will ich euch erzählen von meiner Suche nach einer Waffe.“ (ib.) Danielewski hat für uns ein schöne und grausame Horrorgeschichte verfasst. Fünf Stimmen und fünf Farben mit bunt gestickten Bildern geschmückt treiben die Geschichte voran. Und es gibt ein apodiktisches Ende um Mitternacht zur Geisterstunde, das alle Genre zu überwinden will. Nochmal von vorne. Der geheimnisvolle Erzähler nähert sich erzählend dem Inhalt der dunklen Kiste. Wie war noch der Titel dieses Buches? Was passiert, als er den Deckel anhebt ? S. 132 f. So klar steht so etwas selten in einem Buch. Tarff, Ezade, Inedia, Sithjiss und Micit sehen hinein und … nein, ich werde nicht alles verraten, die Erzählung ist auf ihrem Höhepunkt. Die Geschichte ist nicht aus, man fängt am besten gleich noch einmal an, denn mit dem Wiederlesen ist das wie mit einem erneutem Gang durch die gerade abgeschrittenen Museumssäle. Was man da nicht alles an Übersehenem entdeckt. Vielleicht verlief die Geschichte doch ganz als beim ersten Lesen? Noch geheimnisvoller? „Und das war nicht das letzte Mal. Im Gegenteil, es war erst der Anfang.“ (S. 136). Vielleicht muss ich es noch ein drittes Mal lesen, wie gesagt ich verleihe es nicht. > Aber hier steht es auch.

„Wenn Mark Z. Danielewski – Autor von > Das Haus und > Only Revolutions – eine Schauergeschichte erzählt, geht es um nicht weniger als eine Waffe in den Händen des Erzählers,“ steht zu Recht auf der Verlagsseite. „Ein literarisches Kunstwerk.“ Aber auch als Buch, wenn Autor, Verleger und Buchhändler es loslassen und in ihre Hände legen, ist das ganz ähnlich, denn sie alle wissen nicht, was der Leser aus dem Buch macht. Das Immer-Wiederlesen offenbart, wie Literatur funktioniert.

Es gibt eine schmale kursiv gesetzte Anleitung auf S. 10. Dann kann es losgehen. Die Wortfetzen sind notiert, wie gerade gehört, als wenn es eine Tonbandabschrift wäre. Der Erzähler ist gar nicht mehr mit dabei; der Leser wird zum Beobachter des Geschehens, denn die Form dieses schönen Buches trägt noch mehr als in anderen Büchern das hier geschilderte Geschehen. Eigentlich müsste man das Buch mit verteilten Rollen lesen, nur so erschließen sich die Sinnbezüge zwischen den vielen Statements, die typographisch bis auf einzelne Wörter heruntergebrochen werden.

> Ein Gespräch mit Mark Z. Danielewski über Das Haus
> Im Literaturhaus photographieren: Mark Z. Danielewski, Only Revolutions

> ‘The Fifty Year Sword’ by Mark Z. Danielewski – By Steven Moore,October 26, 2012 – Washington Post

> Das Fünfzig-Jahr Schwert
Roman, aus dem Englischen von Christa Schuenke (Orig.: The Fifty Year Sword)
1. Aufl. 2013, 288 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, zehnfarbig, Fadenheftung
ISBN: 978-3-608-50126-1

(1) Jacques Scherer, Le Livre de Mallarmé. Premières recherches sur des documents inédits, Paris: Gallimard, 1957; erweiterte Neuauflage 1978.

Das Reisesehnsuchtsbuch:
David Gilmour, Auf der Suche nach Italien

Dienstag, 13. August 2013

Urlaubszeit – Reisezeit. Lesen vermittelt ästhetische Genüsse, vermittelt neue Ideen und Bücher erweitern den eigenen Horizont. Nicht jedes Buch eignet sich zum Ausprobieren. Wohl aber das Reisesehnsuchtsbuch von David Gilmour > Auf der Suche nach Italien. Seine Einleitung und sein erstes Kapitel Vielgestaltiges Italien sind gelungene Aufforderungen, die Koffer zu packen und loszufahren. Geschichte, Kunst, Topographie und die Sprache: die Zusammenhänge, die Gilmour erklärt wecken die Reiselust. Endlich mal wieder nach Italien. Ganz unaufdringlich vermittelt Gilmour seine Kenntnisse der Provinzen, wo er überall so lange gewohnt hat. Es war das Kapitel Venedig und der adriatische Raum: Dieses Jahr muss es wieder sein. Auf nach Venedig: auf Tintorettos Spuren in der > Scuola di San Rocco. Gilmours Buch bietet natürlich mehr als ein Reisefüher, Kulturgeschichte im besten Sinne präsentiert er, und dieses Eintauchen in die italienische Geschichte, die besonderen Kennzeichen der Provinzen Italiens, die Geschichte seiner Staaten, die unglaublich kulturelle und künstlerische Vielfalt machen aus einem Buch eben dieses Reisesehnsuchtsbuch:

Gilmours Buch ist die perfekte Reisevorbereitung Vorbereitung auf ein paar Tage Venedig. Gestärkt mit dem Wissen über die venezianische Geschichte werden Sie die Annäherung von der Lagune oder vom Lido an die Stadt ganz anders erleben. Sie fahren auf ein offenes Geschichtsbuch zu:

Kommen Sie mit? Wir gehen mal über ein paar Brücken, überqueren einige der unzählbaren so vielfältigen Plätze und immer wieder die Ausblicke auf die Kanäle oder die Lagune: Bitte klicken Sie auf eines Bilder, das Fotoalbum mit dem schwarzen Hintergrund öffnet sich:

Nach Florenz (S. 85-94) würde ich Sie auch gerne mitnehmen. Auf den Spuren Machiavellis. Oder Stendhal nach Italien (S. 154-156) begleiten. Was für eine aufregende Geschichte: Aufständisches Italien (1820-1849) S. 164-172. Und dann das 7. Kapitel Italien auf dem Weg zur Einheit… Und schließlich bekommt Berlusconi die S. 384-395 und dann das Abschlusskapitel Unverwüstliches Italien S. 396-409. Und wenn sie diese letzten Seiten gelesen haben -mit der Kenntnis der vorhergehenden Kapitel – werden sie das Gewicht und die Vielfalt der historischen Erinnerung und die Bedeutung der unglaublich reichen Kunstschätze Italiens verstehen. Vielleicht ist dieses Vielfalt für einen Nationalstaat gar nicht geeignet? (Vg. S. 409)

David Gilmour
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Auf der Suche nach Italien
Eine Geschichte der Menschen, Städte und Regionen von der Antike bis zur Gegenwart
Aus dem Englischen von Sonja Schuhmacher und Rita Seuß (Original: The Pursuit of Italy. A History of a Land, its Regions and their Peoples)
1. Aufl. 2013, 464 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 16 Seiten farbiger Tafelteil, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-94770-0


Ausgepackt: Die Kunst des Hobbit

Donnerstag, 9. August 2012

> J. R. R. Tolkien war nicht nur in sprachlicher Hinsicht besonders begabt. Seine Kreativität zeigte er auch in vielen Bildern – von der schnellen Skizze bis zu eindrucksvollen Landschaftsansichten, mit denen er Visionen zu seinen Geschichten vorstellte. Fans und Kenner seiner dürfen sich jetzt diesen prachtvollen Band mit Zeichnungen, Buchkunst und farbige Grafiken aus den 1930er-Jahren freuen, die die Entstehung des »Hobbit« in vorbildlicher Reproduktion dokumentieren. In über 100 großen und kleinen Werken zeigt Tolkien, wie er sich seinen Hobbit-Helden Bilbo, den Drachen Smaug und viele weitere Personen und Schauplätze vorstellte.

Mancher Leser wird merken, wie die Lektüre des Hobbit sehr schnell seine Phantasie ein Schwung bringt und welche Systematik in der ganzen Geschichte steckt. Jeder Protagonist wie Bilbo, Gandalf oder Historischer Atlas von Mittelerde der Großork hat seine charakteristischen Eigenschaften. Aber zu gerne möchte auch die Fans erfahren, mit welchen Einfällen aufgrund welcher Quellen, mit welchen Anregungen und Bezügen Tolkien sich die Welt der Mittelerde (vgl. Karen Wynn Fonstad, > Historischer Atlas von Mittelerde)ausgedacht hat. In diesem Sinne ist die Übersetzung dieses Bandes > Die Kunst des Hobbit mit bisher unveröffentlichten Bildern von J.R.R. Tolkien aus seiner Bibliothek eine willkommene Ergänzung, um die Welt Tolkiens besser kennenzulernen und zu verstehen.

> TolkienTimes – Zeitung aus Mittelerde 2011/2012 – *.pdf – 2,8 MB.

Christina Scull, Wayne G. Hammond
Die Kunst des Hobbit
Alle Bilder von J.R.R. Tolkien
Aus dem Englischen von Susanne Held (Orig.: The Art of the Hobbit)
1. Aufl. 2012, 144 Seiten, gebunden im Schuber, zahlreiche Illustrationen und Abbildungen, Großformat
ISBN: 978-3-608-93865-4

Karen Wynn Fonstad,
> Historischer Atlas von Mittelerde
Aus dem Englischen von Hans J. Schütz, in neuer Rechtschreibung, Coverillustration von Alan Lee
15., völlig überarbeitete Aufl. 2011, 218 Seiten, gebunden ohne Schutzumschlag, über 160 zweifarbige Karten, Halbleinen, fadengesiegelt
ISBN: 978-3-608-93827-2

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