Verlagsblog

Archiv für die Kategorie 'Medien'

Blog Klett-Cotta:
Mehr als fünf Stunden Video in 24 Sendungen

Mittwoch, 3. April 2013

Unsere Blogmethode: Zuerst meist der Lesebericht, z.B. > Lesebericht: Marina Weisband, Wir nennen es Politik, manchmal auch Vorgefragt, wenn das Buch noch nicht gelesen wurde > Vorgefragt: Oliver Plaschka, Das Licht hinter den Wolken und nach den Leseberichten (keine > Rezensionen, die erscheinen woanders) erscheint hier, soweit terminlich alles passt, und der Blogautor den Autor des Buches treffen kann, der Film: Nachgefragt: z.B. > Nachgefragt: Jörg Magenau, Brüder unterm Sternenzelt. Friedrich Georg und Ernst Jünger.


Lesebericht: Marina Weisband, Wir nennen es Politik

Montag, 11. März 2013

“Ideen für eine zeitgemäße Demokratie” steht auf dem Buchdeckel von Marina Weisbands (*1987 in Kiev) Buch > Wir nennen es Politik, das gerade eben bei TROPEN erschienen ist. Eine 24-jährige Studentin der Psychologie, die schon als Politische Geschäftsführerin im Bundesvorstand der Piraten gewesen ist, hat ein Buch darüber geschrieben, wie sie ohne Erfahrung, ohne jede Verbogenheit, ohne politischen Twitter-Account, nur als Marina Weisband in die Politik geraten ist. Frank Schirrmacher spricht von dem “grassierenden Zynismus”(s. Covertext dieses Buches) in der Politik und bezeichnet Weisband treffend als ein Gegenmittel dazu. Man könnte sagen unbedarft, aber auch unvorbelastet, neugierig und mutig – mit


CLUB TROPICANA
DO 14.3. 21.30
Leipzig | Party
Marina Weisband, Torsten Schulz und Jörg-Uwe Albig
Die legendäre Tropen-Party. Eintritt: frei.
Feiern Sie mit uns und unseren Autoren!!!
Galerie für Zeitgenössische Kunst
Café Neubau / Kafic
Karl-Tauchnitz-Straße 9-11
04107 Leipzig
> www.gfzk-leipzig.de


• Fr 15.03 14:00
Marina Weisband
Das taz-Gespräch: Wir nennen es Politik
Leipzig | Lesung und Gespräch
Moderation: Peter Unfried
taz.studio
Halle 5, Stand E410a
Leipziger Buchmesse
Messe-Allee 1
04356 Leipzig

> www.leipzig-liest.de

einem ungetrübten Blick auf das System, frei von Betriebsblindheit” S. 8 – hat sie eine Blitzkarriere bei den Piraten absolviert. Jetzt hat sie ihre konkreten Ideen zu Veränderungen in unserer Gesellschaft in ihrem neuen Buch dargelegt.


> Alle Termine zu diesem Buch


Nicht nur an ihrer persönlichen Entwicklung hatte das Internet einen entscheidenen Anteil, denn “nicht nur unsere Art zu kommunizieren, sondern auch unsere Art zu denken” (S. 17) hat sich so Weisband modifiziert. Sie war ab 13 online, das hat ihr “Denken ganz anders strukturiert” (S. 36) “Im Prinzip können wir sogar auf jede verfügbare Information zugreifen, ohne uns bewegen zu müssen,” (S. 74) schreibt sie. Hinter diesem Urteil steht eine Überhöhung des Internets, die auch die mit ihm verbundenen Chancen für die Politik, die Weisband aus diesem Medium ableiten will, tangiert. Man darf nicht übersehen, dass nur die im Internet gespeicherte Information aufrufbar ist, aber nicht die Informationen, die in Bibliotheken, Archiven und Buchläden vorhanden sind und die wegen der Menge oder aus anderen guten Gründen wie zum Beispiel dem Urheberrecht eben nicht im Internet verfügbar sind. Nota bene: Das Internet ist heute ein Informations- und durch das Web 2.0 – auch ein wichtiges Kommunikationsmedium geworden, das mit seiner Schnelligkeit oft die Qualität der Informationen beeinträchtigt. So ist zum Beispiel die kollektive Intelligenz, die als Autor Pate von Wikipedia ist eher etwas Nebulöses, dass sich auf die Autoren reduziert, die Inhalte für Wikipedia schreiben. Im Bereich der Philologien beispielsweise, ich spreche hier für mein Fach > Romanistik dient das Internet natürlich als Kommunikationsmittel und auch, um Inhalte bekanntzumachen und Online-Bibliotheken – meine Lieblingsseite > > www.gallica.fr – abzufragen. Allerdings ist jede Seminar- oder Zulassungsarbeit zum Scheitern verurteilt, solange sich ihr Autor mit dem Internet begnügt. Noch ein Aspekt: Informationen sind noch lange kein anwendbares Wissen. Noch heute haben Studentinnen und Studenten Schwierigkeiten, sich im Netz zu orientieren. Dabei machen alle gängigen Suchmaschinen ihnen das Leben schwer, weil sie ihnen vorgaukeln, die zuerst angeführten Suchergebnisse seien relevanter als die folgenden… Wer glaubt, alles im Internet finden zu können, überschätzt seine Inhalte und das Netz selbst. Das Internet lädt ein zu einer ungeheuren Vielfalt, die für Studenten auch Orientierungslosigkeit bedeuten kann: >Schreiben Sie mit der Hand oder mit der Tastatur?.

< Wir haben die erste Lesung von Marina Weisband aus ihem Buch am 14. März im Tropicana CLub in Leipzig aufgezeichnet.

Schon erscheint die Forderung am Horizont, dann müsse eben alles ins Netz. Eine solche Forderung wird naturgemäß nicht die Zustimmung der Autoren finden, die mit Fug und Recht daraufbestehen, selber den Publikationsort ihrer Werke wählen zu wollen. Bei ihrem Lob hinsichtlich der Möglichkeiten des Internet ist Weisband so klug, die Gefahren des neuen Mediums, die Verringerung der "Aufmerksamkeitsspanne" (S. 18) und die fehlende Medienkompetenz sehr wohl im Blick zu haben. Das hindert sie aber nicht daran, ganz entschieden mit guten Gründen dafür einzutreten, die Chancen des neuen Mediums vor allem zu einer Renovierung der Demokratie zu nutzen.

Wenn Weisband auf die Politikmüdigkeit der Wähler zielt (S. 74), verspricht sie sich durch Online-Aktivitäten mehr Offenheit und bessere Einsicht in politische Prozesse. “Liquid democracy” (s. 77 ff.) ist für sie ein Schlüsselbegriff, mit dem u.a. die Übertragung von Stimmrechten, wie deren ebenso unkomplizierter Entzug beschrieben wird. Schnell kommt sie auf die Vernetzung zu sprechen – sie nennt in diesem Zusammenhang Beispiele u.a. wie das Chatten mit Gleichgesinnten – und resümiert unter dem Gedanken “der absoluten Gleichwertigkeit der Menschen bei vollständiger Ungleichheit” (S. 39). Daraus entwickelt sie den Reformbedarf unserer Gesellschaft, der ihrer Meinung über den Ansatz der Piratenpartei hinausgeht. Über Inhalte entschieden die Nutzer… “Deshalb ist das Internet eine in sich demokratische Struktur,” (S. 83) schreibt sie. Das war in Bibliotheken nie anders und überhaupt mit allen Erzeugnissen des menschlichen Geistes schon immer so gewesen. Es waren schon immer die Leser, die Zuschauer, die Zuhörer und die Rezipienten, die über den Erfolg eines Buches oder eines Kunstwerkes entschieden haben und das nicht erst seit der Begründung der Rezeptionsästhetik durch Hans-Robert Jauss in Konstanz.

Weisband ist mit dem Internet aufgewachsen, sie bringt in der Tat ein frisches Denken in die Politik, das manchen Politikern eine wichtige Nachhilfe vermittelt.

Man merkt dem Buch sehr viel Engagement und guten Willen an. Manchmal ist fast auch Enttäuschung zu erkennen, weil die Piraten bisher nicht so recht den Erfolg hatten, denn sie aufgrund des von der Autorin geschilderten Reformbedarfs hätten haben sollen. Weisband scheint ihnen voraus zu sein. Sie sagt das nicht offen, aber umso deutlicher zwischen den Zeilen. Jedesmal wenn Weisband so grundsätzlich wird und aus ihrem Buch ein Lehrbuch für angehende Politiker macht, – Feste Regeln, Dynamische Prozesse und Transparenz (S. 65 et passim) -, merkt man, wie sie vielleicht selber darüber gestaunt hat das alles in so kurzer Zeit beim eigenen Ausprobieren kennengelernt zu haben. Die große Hektik, die sie im Zusammenhang mit ihrer Parteiarbeit beschreibt ist auch dem Sog des Internets mit dem dort so schnellen Aufflackern und verschwinden von Informationen geschuldet.

Die totale Transparenz aller Entscheidungswege, die Veröffentlichung jedes Gedankensplitters hat mich bei meinem ersten und letzten Besuch der Piratenwebsite zuerst echt beeindruckt und dann mehr als erschreckt, weil die Autoren und Leser der Website ihr Leben auf das Ordnen – zumindest im Kopf – dieser ungeheuren Vielfalt reduzieren müssen. Mit soviel Ballast auf ihrem Kahn können sie eigentlich nur kentern. Bleibt als Gegenmassnahme nur der Versuch, > das Tagen von Piraten-Gremien für permanent zu erklären, um jedem Versuch, die Dinge konsensmässig auf ihren Punkt zu bringen, genügend Raum zu geben.

Schade, ich würde sehr gerne – wie hier so oft praktiziert – Marina Weisband Fragen zu ihrem Buch stellen: “Nachgefragt…” würde dann der Titel des Beitrages auf diesem Blog mit ihrem Video-Interview lauten. Aber unsere Presseabteilung hat mich schon draufhingewiesen, Frau Weisband sei sicher völlig ausgebucht.

Marina Weisband
> Wir nennen es Politik. Ideen für eine zeitgemäße Demokratie
1. Aufl. 2013, 174 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-608-50319-7


> Alle Termine zu diesem Buch


Annett Meiritz > Debatte um Online-Parteitage: Piraten drängen auf Mitmachrevolution SPIEGEL ONLINE, 9.3.2013

Buchpremiere:
Johanna Dombois und Richard Klein
Richard Wagner und seine Medien

Mittwoch, 6. Februar 2013

Am Sonntag, 3. Februar 2013 lud der Verlag Klett-Cotta zur Buchpremiere im Foyer im ersten Stock der Stuttgarter Oper: > Richard Wagner und die Medien. Für eine kritische Praxis des Musiktheaters. Was für ein gediegener Rahmen für dieses großartige Buch. Fadenheftung, 50 meist farbige Abbildungen! Ausgehend von “Richard Wagner und seinen Medien” wird in diesem Buch auf sehr informative und kritische Art die Praxis des Musiktheaters untersucht.

In der Oper begrüßte der Lektor des Buches, Thomas Kleffner, die Gäste. Die Leitung des Gesprächs übernahm Sergio Morabito.

In diesem Buch lernt man eine ganze Menge über Medien. Wenn heute Studenten sagen, sie möchten später mal “was mit Medien” machen, sollten sie unbedingt dieses Buch lesen. Zum einen wird hier erklärt, was Medien sind, und an konkreten Musikbeispielen wird dargelegt, was Medien vermitteln können. Die Einleitung der beiden Autoren (S. IX-XIX) macht unmissverständlich klar, dass es in diesem Buch um viel mehr als nur Wagner geht. Jemand sagte mir, er habe es nicht so mit Wagner, als ich ihm das Buch zeigte. Würde er diese kleine Hürde überwinden, hätte er es hinterher umso stärker mit den Medien und wahrscheinlich obendrein auch noch erst recht sogar heftig mit Wagner. Ich gebe zu, im Buchladen wäre ich vielleicht auch (an der Dicke) dieses Buches vorbeigelaufen, obwohl das Cover richtig gut gelungen ist: Ein Blick in die Technik und in die Oper. Diese Kombination macht neugierig. Da sich dieser Blog vorgenommen hat über neu erschienene Bücher von Klett-Cotta zu berichten und dieses Buch endlich geöffnet vor mir liegt, wird klar, wie gut es den beiden Autoren gelingt, ihre Leser in ihren Bann zu ziehen. “Besonders die ‘Neuen Medien’ sind für ein zeitgemäßes Wagnerverständnis wichtig, doch nicht alles kann sich um sie drehen. Eher darum, den Stellenwert des Neuen verständlich zu machen, indem wir die “alten Medien analytisch im Blick halten,” (S. X) schreiben Dombois und Klein. Ein Buch macht sich seine Leser, sie müssen es erst nur erst mal aufschlagen

Und dann geht es richtig los. Lehnen Sie sich zurück. Sie sitzen in der ersten Reihe. 1. Kapitel “Encore: Das Lied der unreinen Gattung. Zum Regietheater in der Oper:” “Keine Oper kann dem Konflikt zwischen Realismus und Theater ausweichen.” (S. 9) – Auch wenn ich pro Kapitel einen Satz nur zitiere oder zusammenfasse, bin ich heute Abend noch nicht fertig. Da wird der Blog zum Ring. Dann rezensiert Johanna Dombois Ulrich Schreibers letzten Streich den Opernführer für Fortgeschrittene im 399. Jahr des Bestehens der Oper. Richard Klein berichtet über Carl Dahlhaus oder die Musikwissenschaft im Clinch mit dem Musiktheater. “Kein Schwank” aus der Feder von J. Dombois erläutert, was heute Kommunikation ist. Danach erklärt sie die “Szenographie des Wagner-Vorhangs”: “Das Auge, das sich wechselnd öffnet und schießt.” Danach geht es um “Die ‘complicirte Ruhe’Schlaf als Struktur in Wagners Theater”, worüber bisher kaum oder nichts geschrieben wurde. Richard Klein berichtet über das Vorspiel zu Rheingold Raumkonstruktionen.

Johanna Dombois

Johanna Dombois und Richard Klein bringen die Themen zusammen, die bei Wagner zusammengehören, in der Interpretation aber meist getrennt werden: Schrift, Musik und Theater. In 23 Beiträgen wird Wagners Werk als Modell für ein Musiktheater von heute entfaltet, in dem alte Wahrheiten wie Neue Technologien ihren Platz finden. Die Bandbreite der sprachlichen Formen – philosophische Abhandlung und Künstlertext, Essay und Manual, Dramolett, Rezension und Gespräch – steht dabei für das »Experimentelle im Repertoire« und ein Theater der Medien, das einmal keinen ruinösen Widerspruch zur Tradition der Werke bildet. Überall werden Einblicke in den inszenatorischen Alltag mit ästhetisch-politischer Kritik verzahnt. So formiert sich auf der Grundlage von Wagners Musiktheater eine Neubestimmung der Oper. Besonders empfehlenswerte Lektüre ist das Kapitel: J. Dombois: Wagner und die Neuen Medien. Zehn Thesen, S. 424-447. Ein Gespräch mit der Autorin, das per Video aufgezeichnet wird, ist für Mitte März verabredet. Wir sehen uns dann hier auf dem Blog wieder?

Richard Klein

Die “Klangdramturgie” (S. 147-156) kommt nicht zu kurz. Klein erzählt auch über Wotan und analysiert dann “Die Tragödie der Zeit und das Problem des Politischen im Ring“. Auch einzelne Akte wie der III. Akt der Götterdämmerung. Ein bisschen unumgängliche Theorie, aber auch ein enorm profundes Wissen über die Aufführungspraxis zeichnet die Beiträge dieses Bandes aus, das beide Autoren bei der Besprechung und Bewertung vieler einzelner Szenen so eindrucksvoll zeigen. Wie kann man heute den Ring inszenieren? “Nach all den Jahren, Reden, Texten Proben ist eines klar: Der Ring lässt sich nicht mehr aus einem einheitlichen Gesamtkonzept heraus entwickeln.” (S. 281), da wird Dombois ganz formell: “Opus magnum / Opera minima”. Dann folgt “Das Fließwerk und der Tod”, Klein erinnert an Schlingensief in Bayreuth. Klein bespricht danach Marc A. Werners “Antisemitische Fantasien. Die Musikdramen Richard Wagners”, Berlin 2000.

Schaulust, und Applaus gehört auch zur Oper: “Die grausame Gunst des Applaus” hat Dombois ihren Beitrag genannt. Bis zum Ende des zweiten Teils hat er Leser genügend Material und Information bekommen, um den folgenden Teil über die Zusammenhänge von alten und die Neuen Medien sachgerecht einschätzen zu können. Klein legt einen Thesaurus der Träume Richard Wagners vor, und Dombois führt “Neue Technologien im klassischen Musiktheater” unter dem Titel Scheinschwangerschaften vor: “IV. Technik ist Entbergung und Entbergung ist Kunst”. (S. 382 ff) Dann R. Klein: “Wagners Medientechnologie – wie Friedrich Kittler sie sieht”: (Literaturhaus Stuttgart, 31.05.06, 20.00 Uhr > Liebe romantisch Friedrich Kittler Veranstaltungsreihe: Romantik. Vortrag. Fotos Heiner Wittmann)

Meine Zusammenfassung dieses Buches? Auf in die Oper.

Johanna Dombois ist Opernregisseurin; seit 1995 experimentelles Musiktheater und Medienkunst u.a. am Musiktheater Amsterdam, Akademie der Künste Berlin, Semperoper Dresden, ZKM Karlsruhe. 2001-05 Künstlerische Leiterin der »Bühne für Musikvisualisierung« des Beethoven-Hauses Bonn.

Richard Klein ist freier Autor, Musikphilosoph; Herausgeber der Zeitschrift »Musik & Ästhetik« (Klett-Cotta), 1998-2001 wissenschaftlicher Beirat beim »Stuttgarter Ring«, Bücher u. a. zu Wagner, Adorno und Bob Dylan.

Johanna Dombois Richard Klein
> Richard Wagner und die Medien. Für eine kritische Praxis des Musiktheaters
1. Aufl. 2012, 531 Seiten, Klappenbroschur mit Fadenheftung und Goldprägung, 50 farbige und s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-608-94740-3

Lesebericht:
McLuhan, Fiore, Das Medium ist die Massage

Freitag, 17. Juni 2011

Ungefähr ab der Mitte des letzten Jahrhunderts haben die neuen elektronischen Medien die Schrift mit ihrer Leitfunktion bei der Übermittlung von Botschaften und Inhalten abgelöst, will man Marshall McLuhan und der Einleitung von Regine Buschauer in das Werk von McLuhan (> NZZ, 19. Januar 2001) Glauben schenken. In Bezug auf die elektronischen Medien ist das sicher richtig, aber Fotos und Bilder, Gemälde aller Art haben schon viel früher der Schrift ihren Rang streitig gemacht. Beschränken wir uns aber tatsächlich auf die elektronischen Medien, dann stimmt die Beobachtung von McLuhan, und Klett-Cotta hat eine gute Idee gehabt, sein Buch > The Medium ist the Massage (1967/1969) auf deutsch zu veröffentlichen.

McLuhan mit seinem weit gefassten Medienbegriff, der eigentlich alles umfasst, was irgendwie einen Inhalt oder eine Bedeutung vermitteln kann, legt mit seinem Buch Erklärungsansätze und -Grundsätze für das gesellschaftliche Leben unserer Zeit vor: Sein erster Satz: “Das Medium oder der Prozess unserer Zeit – die elektronische Technologie verändert die Form und Struktur sozialer Beziehungsmuster und alle Aspekte unseres Privatlebens,” schlägt den Ton dieses Buches an. und unseres Berufslebens, könnte man hinzufügen, bedenkt man, dass heute kaum ein Beruf ohne ein Mindestmaß an PC-Kenntnissen kaum erfolgreich ausgeübt werden kann. Da ist was dran, aber stimmt seine Aussage wirklich? Es ist ja nicht nur der PC! Der tentakelartige Zugriff der Medien auf unser Leben und unsere Aktivitäten ist gar nicht zu übersehen. Die Medien erlauben uns keine Zeit der Muße mehr. Jede Informationsaufnahme wir heute gewöhnlicherweise von jedem Medienproduzent in eine Vielzahl anderer Informationen eingebettet, die wir eigentlich gar nicht verkraften geschweige denn verarbeiten können. Das ist auf jeder Zeitungsseite im Internet so, und das Fernsehen mit seinem ihm inhärenten Zwang zum Bild präsentiert uns seit Jahrzehnten allabendlich die Tagesschau: Informationen und immer viel mehr drumherum, auch wenn das Geflimmer nur am Rande zu den Worten passt. Misst man die Gesamtmenge der in 15 Minuten angebotenen Informationen, um anschließend den für uns wirklich wichtigen Informationsgehalt zu extrahieren, käme man auf ein Verhältnis von 2 oder 4 zu 15, ein Hinweis auf die nachhaltige Entmündigung des Bürgers. Mein Buch würde heißen “The medium is not the message”.

Oder fragen wir einen Studenten, woran er denkt, wenn er eine Hausarbeit konzipieren muss? Wozu nutzt er den PC? Zur Informationsbeschaffung? Zum Surfen im Internet? Um Wikipedia zu konsultieren? Welcher Student würde wohl erzählen, dass er einen > Zettelkasten hat? Genauso darf man fragen > Hilft das Internet beim Bücherschreiben?.

Diese kritische Fragen sollen kein bisschen davon abhalten, das Buch von McLuhan genau zu lesen. Es steckt voller bedenkenswerter Anregungen und Einsichten. Natürlich bleibt einem heute gar nicht anderes übrig, als die bunte und laute Medienwelt, die zu unserer gesellschaftlichen Hülle geworden ist, zu akzeptieren. Eine Umkehr ist ausgeschlossen. McLuhan weiß das und macht das beste daraus, in dem er die Hoffnung durchblicken lässt, diese mediale Vielfalt werden den Menschen zu einem neuen schöpferischen Dasein zum Wohler aller verhelfen. Er spricht vom “globalen Dorf”, nun das ist eher ein theoretisches Konstrukt, denn noch jede so schöne Website einer Stadt, wird mir nie zum echten Daseingefühl in dieser Stadt verhelfen, genauso, wie das beste soziale Netzwerk nie das Gefühl einer echten Partnerschaft mit allen dazugehörigen Freuden und Gefühlen auch nur annähernd vermitteln kann. Ich bleib dabei: > Ein soziales Netzwerk ist nicht das reale Leben.

Liest man nacheinander die ersten Kapitel von McLuhans Buch. “Du, deine familie, deine nachbarn, deine ausbildung, dein job, deine regierung, “die anderen” und das Buch ist eine erweiterung des auges… kleidung, eine erweiterung der haut…” versteht man schnell, dass nicht nur Zustimmung die erste Reaktion ist, sondern eine Vielzahl assoziativer Ideen machen mit und begleiten die Lektüre. “In einer elektronischen Informationswelt können Minoritäten nicht mehr ausgegrenzt werden. (S. 24) Faszinierend. Die Medien als Wohltat. Aber die Ernüchterung folgt mit meiner Klage. Wie wenig Studenten veröffentlichen heute schon regelmäßig selbst im Internet? Mehr Freunde als im realen Leben auf Facebook haben viele. Aber sie machen sich die Medien nicht untertan. Oder die Medien scheint bei ihnen nicht angekommen zu sein. Über Facebook und ein bisschen Twitter gehen ihre > Web 2.0 Kenntnisse kaum hinaus. Auch hier setzt McLuhans in vorauseilender Einsicht an genau der richtigen Stelle an. Wir wissen viel zu wenig über die > Medien und damit können wir auch nicht viel von unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit verstehen, darf man daraus folgern. Sein Buch ist eine Anregung dafür, die Medieninhalte nicht passiv zu konsumieren, sich nicht von ihnen vereinnahmen zu lassen, sondern selber etwas mit ihnen anfangen. Nicht nur twittern oder anonym in Wikipedia schreiben, sondern eine eigene Website, einen eigenen Blog verfassen. – Welcher Studente kennt und nutz regelmäßig > wissen.dradio.de/ oder wer von ihnen benutzt regelmäßig den > Radiorecorder vom DLF und welcher Politologiestudent mit Nebenfach Romanistik, liest regelmäßig ab 13 h LE MONDE mit dem Datum vom folgenden Tag? Oder wer von ihnen hört regelmäßig France Inter auf seinem IPad?

©. Das ist eine der kürzesten Überschriften von McLuhan. “Das Teamwork löst den Einzelkämpfer ab.” (S. 123) Auch das glaube ich nicht, weil es mediales Wunschdenken ist. Früher hieß das tatsächlich Teamwork oder Gruppenarbeit, bei der immer einer oft für alle arbeitete, weil es in einer solchen Gruppe immer einen gibt, der trödelt; das ist im Verkehr immer so. Das Bild passt sehr gut. Weil dann, im Verkehr immer alle hinter dem Langsamsten hinterherdackeln müssen. Der Langsamste bestimmt nun mal das Tempo. Ist nicht nur im Verkehr so. Auch bei jeder Gruppenarbeit. Es gibt keine > kollektive Intelligenz, die alle zusammen antreibt. Teamwork ist Reduzierung auf ein Mittelmaß und das müssen wir auch bei den Medien verhindern.

McLuhan schärft uns mit seinem Buch die Sinne und die Sensibilität für die Medien, für all das, was die Medien mit uns machen, aber vor allem auch für das was wir aus den Medien machen können. Medien konstruieren unsere Umwelt. Und dann fügt McLuhan hinzu: “Heute können wir die gesamte menschliche Umwelt zu einem Kunstwerk machen…” (S. 68).

Wovor warnt McLuhan? Die Medien nicht kreativ einzusetzen, etwas zu verpassen. Spielt man nicht mit ihnen, nutzt man sie nicht.

Zur Einführung:
Sehr lesenswert: Regine Buschauer, > Das Medium als Massage. Die aphoristische Medientheorie von Marshall McLuhan.
NZZ, 19. Januar 2001

Marshall McLuhan, Questin Fiore,
> Das Medium ist die Massage
Zusammengestellt von Jerome Agel, aus dem Amerikanischen von Martin Baltes und Rainer Höltschl (Org.: The Medium is the Massage)
1. Aufl. 2011, 160 Seiten,broschiert, mit zahlreichen Abbildungen und Illustrationen
ISBN: 978-3-608-50311-1

»Das Medium ist die Botschaft« Das ist wohl eines der berühmtesten Zitate aus Understanding Media (1964) – und dann in The Medium is the Message: An Inventory of Effects (1967) – von > Marshall McLuhan (1911-1980).
Douglas Coupland
> Marshall McLuhan
Aus dem Englischen von Nicolai von Schweder-Schreiner(Orig.: Marshall McLuhan)
1. Aufl. 2011, 222 Seiten,gebunden
ISBN: 978-3-608-50306-7

Nachgefragt: Alex Rühle, Ohne Netz

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Das Internet hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem Ferrnsehen. Beide elektronische Veranstaltungen braucht man zum Lesen eigentlich überhaupt nicht. Sie lenken nur ab,und wenn ein Autor einen Internet-Anschluss auf seinem PC hat, der ihm auch als Schreibknecht dient, ist die Versuchung riesengroß, eben mal ins Netz zu gucken, die E-Mails zu checken und dabei zu merken, dass Peter oder Mareike wieder was in Facebook geschrieben haben. Wieder sind 10 Minuten weg. Ach, vielleicht geschwind noch was in Google nachgucken. Und wieder merkt unser Autor nur in seinem fernem Unterbewußtsein, dass die Google-Such-Ergebnisse mit seinem Suchwunsch überhaupt nichts zu tun haben, aber die Ergebnisse trotzdem irgendwie interessant sind. Das Anklicken beginnt, die Surf-Session ist eröffnet, die Uhr tickt, derweil das neue Buch wieder mal in einen Dornröschenschlaf versinkt, bis der Autor sich daran erinnert, dass er ja gar nicht surfen will. “Nützt Ihnen das Internet beim Schreiben?” kann man ihn fragen, o ja!, wird er antworten.

Aber bei der nächsten Frage: “Werden Sie mit dem Internet schneller fertig?” zögert mancher schon. Und die Frage “Wird ein Buch mit dem Internet besser?” können wir einfach schon mal verneinen. Ein Student, der sich in der Literaturwissenschaft auf die Auskünfte im Internet beschränkt, ist hoffnungslos verloren. Das Fernsehen könnte mehr Leser an sich ziehen, wenn es mehr Raum der Präsentation von Büchern widmen würde und Buchvorstellungen sich nicht auf die Starpflege und die Produktion und die Geburtshilfe von Bestsellern beschränken würden. Verführen E-Books zu mehr Lesen? Auch die ausgefeilteste Technik wird das Lesepensum selbst von Power-Lesern nicht steigern können. Aber alle Art von Apps, die das Buch zum Multimedia-Event machen unter Einbeziehung aller möglichen Hyperlinks in alle Richtungen können eigentlich nur, wie das Fernsehen es schon immer macht, vom Inhalt des Buches ablenken und dazubeitragen die Konzentration auf den Buchinhalt nachhaltig zu beschädigen. Die Digitialisierung ist keine Gedächtnishilfe und nimmt uns jede Konzentration. Das ist so, und da halte ich es mit Günther Anders, dessen Fernsehkritik wunderbar auch aufs Internet passt: Die Antiquiertheit des Menschen Bd. I: Über die Seele im Zeitalter der zweiten industriellen Revolution (Beck`sche Reihe: bsr;319, 2. Auflage 2002. C.H.Beck ISBN 978-3-406-47644-0 – 3. Auflage 978-3-406-60171-2 ist in Vorbereitung.) (Vgl. auch auf diesem Blog: > Die Intellektuellen und das Netz).

Das IPad mag keinen Flash, dafür gibt es die > Leseprobe als PDF-File auf > www.ohne-netz.de.

Alex Rühle sieht das alles ganz ähnlich, und eines Tages beim täglichen Surfen, fragte er sich, was da eigentlich mit ihm passiert? Das war der Tag, an dem er sich dazu entschloss, das Internet aufzugeben, wenigstens für sechs Monate. Das war eine persönliche Befreiung. Nicht die seiner Mitmenschen, weil die nicht mehr mit ihm kommunizieren konnten. Vom 1. Dezember 2009 bis zum 31. Mai 2010 war > Alex Rühle offline. Auf dem Stand von Klett-Cotta bei der Frankfurter Buchmesse habe ich ihn nach den Erfahrungen seines Entzugs befragt:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

14 Minuten

> Alex Rühle
> Ohne Netz. Mein halbes Jahr offline
Auflage: 1. Aufl. 2010 – 220 Seiten – ISBN: 978-3-608-94617-8

Kann man mit dem Internet lernen?
Oder Bücher schreiben? vs Netzstille

Montag, 1. Februar 2010

In drei Tagen gehts zum > EduCamp nach Hamburg. Und es wird richtig spannend werden. > Lisa Rosa hat auf ihren Block > Shift schon mal ihre Gedanken zum Thema > Das Internet – ein Bildungsraum? vorgestellt. Ein lesenswerter Text, der die Bildungsdiskussion rund um das Internet mit der Vielfalt seiner Möglichkeiten prägnant zusammenfaßt. Mit dem Statement von Lisa Rosa zugunsten des Internets als ein heute unverzichtbarer Bildungsraum und dem Schreiben eines Buches am häuslichen Schreibtisch tun sich echt zwei ganz unterschiedliche Welten auf. Die Frage lautet also, ist die Nutzung des Internets notwendig, um heute ein gutes Buch schreiben zu können?

Wie hier bereits berichtet, schreibt Alex Rühle, Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, über das Thema Das komplett vernetzte Leben ein Buch und Thomas Kraushaar bloggt beim Buchmarkt über das Projekt und berichtet darüber, wie die Verlagsarbeit sich gestaltet. Schwieriger als zu Zeiten von Web 2.0, weil Alex Rühle sich für 6 Monate aus allen Venetzungen, und aus dem Netz überhaupt zugunsten des guten alten Faxgerätes abgemeldet hat: Die Fage, die dabei mitschwingt, lautet also, braucht man heute das Internet zum Bücherschreiben? > Pause vom Internet: Netzstille oder Hilft das Internet beim Bücherschreiben?.

> Offline im Focus
> Kuscheliger Entzug
> Das erste Fax
> Aus dem Netz? Kein Netz? Ohne Netz!

Wenn ein Student heute eine Seminarbeit über Albert Camus schreiben will, kann ihm das Internet dabei eigentlich überhaupt nicht helfen. Doch, er findet im Internet eine ausführliche Bibliographie, die ihn trotzdem nicht davon abhalten sollte, den Klapp zu konsultieren. Aber sonst gewinnt er seine Inhalte nur aus seiner Lektüre. Natürlich könnte er den Eintrag über > Albert Camus Wikipedia benutzen, wo die kollektive Intelligenz ihm erzählt, dass das Leben nach Camus sinnlos sei. Und zur Vorbereitung seiner Seminararbeit sei hier noch bemerkt: Die Suche nach Inhalten im Internet mit einer bekannten Suchmaschine, die die Rangfolge der Ergebnisse nach einen Algorithmus und auch manchmal werbegestützt ausrechnet, hat mit einer Bibliotheksarbeit gar nichts zu tun.

Mit dem Internet ist es so wie mit dem Fernsehen. Es wurde geboren, und seitdem sucht man ständig neue Anwendungen für das Medium. Mittlerweile gibt es Twitter und Blogs, und man macht sich wie Lisa Rosa Gedanken, wie diese für den Bildungsprozess verwendet werden können. Sie behauptet: “Ich bin überzeugt davon, dass schon heute der gesellschaftlich relevante soziale Verkehr in erster Linie im Internet stattfindet und insofern das Internet insgesamt zum wichtigsten Sozialraum – und damit auch zum Lernraum – geworden ist.” Ich finde, das ist zu weit gegriffen, das richtige Leben spielt sich nicht im Internet ab: > soziale Netzwerke haben längst nicht das alles gehalten, was sie versprechen. Im Gegenteil, sie reduzieren das soziale Leben auf einige Aspekte der Beziehungen. Lisa Rosa erinnert auch daran, das Wissen nicht medienneutral sei, sondern “Form, Medium und Wissen” nicht getrennt voneinander zu haben sind. “Machiavelli schärft über zahlreiche poetische Formen sein literarisches Profil: Epigramm, Strambotto, Stanza, Madrigal, Sonett, Kanzone, Canto, Capitolo, Serenade,” lautet eine Satz aus einem Klappentext eines Buches über > Machiavelli. Tatsächlich kommt hier dem Formen und den Gattungen eine ganz besondere Rolle zu, die mit dem Internet gar nichts zu tun hat. Bildung wird heute durch das Internet unterstützt, es gibt viele nützliche Quellen, aber das Aneignen von Bildungsinhalten wird durch das Internet qualitativ nicht besser als in der Offline-Zeit. Deshalb ist Lisa Rosas These “Im Internet muss im Internet gelernt werden…” mit einem Fragezeichen zu versehen. Sie fügt aber selbst hinzu, “…denn hier wird nicht nur methodisch zeitgemäß gelernt, und es werden auch ganz andere Dinge gelernt werden, nämlich diejenigen, die in dieser Epoche gebraucht werden,” … die ins Internet passen, könnte man hinzufügen. Womit wir wieder bei einer Diskussion über den Bildungsbegriff angekommen sind, für den wir das Internet gar nicht brauchen.

Radio + Website + Blog = DRadio Wissen

Montag, 18. Januar 2010

Seit es das Internet gibt, hat mich die Verbindung von Websites und Radio immer mehr fasziniert. Jahrelang war es der Griff zur Schere, um aus dem Familien-Hör zu den Radioteil auszuschneiden, wenn nicht schon ein anderes Familienmitglied ihn bereits erobert hatte. Dann kam das Internet und die ersten Websites der Radiostationen tauchten auf. Etwas später konnte man auf diesen Heimseiten auch einzelne Sendungen hören, später sogar herunterladen, und dann erblickte der LifeStream die Welt. Dann kam bei einem Barcamp mein Vortrag über die Hochzeit von Blog und Websites. Und nun hat das dradio, das altbewährte Radio, eine nagelneue Website, einen Blog zusammen mit einer sorgfältig ausgewählten Portion Web 2.0 zu einem neuen Sender zusammengebunden: Neben DeutschlandRadio und DeutschlandRadio Kultur gibt es jetzt > DRadio Wissen. Diese Medienhochzeit zwischen einem Traditionsmedium mit einem neuen Medium hat auch ihren Preis: “DRadio Wissen ist ausschließlich digital über Kabel, Satellit, DAB, Web-Radios oder direkt im Internet zu empfangen,” heisst es auf der Seite > Empfangsmöglichkeiten. Dafür wird aber alles richtig gemacht: Man kann die einzelnen Beiträge kommentieren, und es gibt auch einen Blog der Redaktion: > Wir haben heute noch was vor.

Schauen Sie sich auf der Website von DRadio Wissen um: Live hören, Podcast, DRadio Recorder: Radio im Internet!: Zum Hören und Mitdiskutieren! Merceds Bunz hat ein > Internet-Manifest verfasst. Studenten finden hier nützliche Informationen zum Studium Hanns-Josef Ortheil wird auf der Website einen > Buchladen bekommen, den er mit seinen Lieblingsbüchern füllen wird. Und wo geht das ganze hin: Der Astrologe Jan Reimer fragt sich oder die Sterne: > Was hält die Zukunft für DRadio Wissen bereit?. Genaueres zum > Konzept von DRadio Wissen schraubt die Erwartungen noch höher.

Ein Netzwerk für die Kulur:
www.kultiversum.de ist online

Dienstag, 27. Oktober 2009

KultiversumVerlinken ist modern. Das Mitmach-Internet bietet viele Möglichkeiten, nicht nur Websites zu lesen, sondern sie auch mit eigenen Beiträgen mitzugestalten. Frühe gab es oft Berührungsängste und Bedenken, eigene Daten an- oder abzugeben, heute machen manche auf mehrere Plattformen oder in verschiedenen Netzwerken mit.

Die Friedrich Berlin Verlagsgesellschaft hat jetzt die auf der Buchmesse in Frankfurt angekündigte Kulturseite > Kultiversum online gestellt. Natürlich werden die hauseigenen Zeitschiften hier beworben, aber die Plattform bietet ein nützliches Online-Angebot, das über die Print-Möglichkeiten hinausgeht und zum Mitmachen (Gruppen, Empfehlungen, Marktplatz und Blogs) und Sichvernetzen auffordert.

> Kultiversum

Das Doppelheft des MERKUR.
Gibt es heute noch Helden?

Montag, 12. Oktober 2009

MERKURDas neue Sonderheft des > MERKUR beschäftigt sich mit Helden: Heldengedenken. Über das heorische Phantasma lautet sein Titel.

In Ihrer Einleitung bestätigen die Herausgeber, dass das Heroische nicht gerade aktuell ist. Aber es werden zunehmend die “Helden des Alltags” genannt, die die etwas Gutes tun, aber ncht immer Helden im strengeren Sinn sein müssen. Das Unalltägliche macht den Helden aus. “Es ist eher die Abweichung, die das Heroische kennzeichnet, nicht die Erfüllung einer vorgegebenen moralischen Norm. Und es ist auch nicht nur die Tat als solche, sondern der Gestus, die Kühnheit des Tuns, die uns das Heroische erkennen lässt.”

Die erste Abteilung des Heftes stellt die Vielfalt des Temas vor: Helden im Alltag, Helden in der englischen und deutschen Geschichte (Giles MacDonogh) und Helden in der “postheroischen” Epoche (Niels Weber). Oder wie sehen Jugendliche heute Helden? Sven Tetzlaff schreibt über den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Josef H. Reichholf widmet sich grundsätzlichen Fragen: “Zur Soziobiologie des Heroischen”.

Im zweiten Teil werden die unterschiedlichen Typen der Helden betrachtet: Achill (Arbogast Schmitt) und Don Quijote (Hans-Ulrich Gumbrecht), Satan (Peter-André Alt) und der Dandy als Held (Karin Westerwelle). Und Siegfried Kohlhammer untersucht Dichter und Denker als Helden: “Der Hammer redet”, obwohl Heinz Schlaffer ihn daran erinnert: “Die Vorstellung, ein Schriftsteller sei ein Held entbehrt nicht der Komik.” Heinrich Detering untersucht Brechts Helden.

Im dritten Teil geht es um – die Kriegshelden sind verschwunden – den Helden im Western: Ritus und Geste (Karl heinz Bohrer): “Lakonie ist die Kennmarke des Verhaltens des Westernhelden.” Martin Seel hat sich den Film The Searchers von John Ford noch einmal angesehen: Ethan Edwards und einige seiner Verwandten und Josef Früchtl denkt über die Selbstreflexion der Heldenfigur im Film nach: Und diesen Unsinn glauben wir. schließlich hat der Comiczeichner Andy Bleck aus Köln “den verwundeten Sokrates” nach einer Geschichte von Bertold Brecht illustriert.

Held sein liegt einem nicht so recht. Mit den Durchblättern habe ich auch etwas gezögert und es nicht gelich oben auf meinen Bücherstapel gelegt. Das Heft scheint auch nicht so recht zu den gegenwärtigen Themen zu passen. Aber die Art und Weise, wie das Thema aufgefächert, von verschiedenen Seiten diskutiert wird, und dann auf den Punkt gebracht wird, macht es zu einer interessanten Lektüre für alle, die über den Tellerrand des politisch Gewöhnlichen und über das Alltagsgeschehen gerne mal hinausschauen, um sich Anregungen zu holen, sich inspirieren zu lassen oder ganz einfach um mal nachzusehen, wie die Herausgeber und die Autoren sich der Helden angenommen haben. Die Vielfalt der Themen in diesem Heft passen vorzüglich zusammen und sind von den Herausgebern einleuchtend geordnet worden.

> MERKUR

Will Google jede Buchseite der Welt digitalisieren?

Montag, 14. September 2009

Im Oktober will die amerikanische Justiz über eine Vereinbarung zwischen den amerikanischen Verlegern und Autoren mit Google entscheiden. Auf dem Frankreich-Blog ist die Artikelserie in LE MONDE ein Anlass einige Fragen zu den Plänen von Google Books zu stellen. > Google Books: Das digitale Paradies für Bücherleser oder das Ende der öffentlichen Bibliotheken?

Digital ist nicht gleich kostenlos
Verleger dringen auf das Urheberrecht auch im Internet

Montag, 8. Juni 2009

Die Bauer-Verlag, der Ganske-Verlag, Gruner + Jahr, dem Spiegel-, dem Springer- und dem „Zeit“-Verlag haben in einer Resolution auf die Notwendigkeit, auch im Internet das Urheberrrecht zu schützen hingewiesen. Ihrer Meinung nach ist zur Zeit die wirtschaftliche Basis für den Journalismus in digitalen Vertriebskanälen nicht gesichert. Die Verlage erinnern daran, dass der freie Zugang zu Internet-Seiten auch nicht zwingend kostenlos sein müsse. Sie betonen, der freie Zugang solle erhalten bleiben, sie wollen sich aber keinem Zwang zum Verschenken ihres geistigen Eigentums beugen. Sie begrüßen die Anstrengungen, der Politik die Rechte von Urhebern an die Bedingungen des Internets anzupassen. Und schließlich unterstreichen sie die Bedeutung des freien Journalismus. Der letzte Satz der Resolution: “Kein Wissen entsteht ohne faire Beteiligung an seinem wirtschaftlichen Ertrag,” erinnert an die Debatte auf diesem Blog > Digital und kostenlos? Open Access.

> Verleger fordern Schutz im Internet, FAZ. 8. Juni 2009
mit dem Wortlaut der Resolution

Stephan Askani in der Landesschau

Mittwoch, 27. Mai 2009

“Für ihn sind Bücher Lebenselixier: Stephan Askani. Der 49-jährige liebt nicht nur Motorräder sondern und vor allem Literatur. Da liegen ihm – nicht nur von Berufswegen als Lektor – Tolkiens Herr der Ringe genauso am Herzen, wie die Klassiker Goethe und Schiller. Diesen widmet er sich als Herausgeber der Briefe mit dem Verlagshaus Cotta in ganz besonderer Weise,” schrieb die Landesschau des SWR und zeigte ein > Gespräch mit Stephan Askani, der Lektor bei Klett-Cotta ist.

Literatur – Sachbuch – Blog – Klett-Cotta
Klett-Cotta is proudly powered by WordPress and the 3 Column Relaxation Theme from Clemens Orth.
Entries (RSS) and Comments (RSS). 28 queries. 0,475 seconds.