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Archiv für die Kategorie 'Pädagogik/Schule'

Lesebericht: Nicole Zepter, Kunst hassen

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Einfach nur, weil diese Idee


pfiffig ist, holen wir mal den folgenden Beitrag vom 29. August 2013 nach oben. Es stimmt, nichts nervt in einem Museum mehr, als das ständige Hantieren der Mitgucker mit allen möglichen elektronischen Geräten, der Tonband-Führer am Ohr, das Handy für Whatsapp in der Hand, zwei andere machen gerad ein Selfie vor Rembrandt, niemand interessiert sich wirklich für die Gemälde, alle gehen hier nur hin, weil es gerad nichts kostet, oder sie stehen gelangweilt vor einem Führer, der ihnen die Kunst näher bringen will. Jemand der lange vor einem Bild steht, ist den andren irgendwie im Weg. Was da (nicht) abgeht, hat Nicole Zepter auf den Punkt gebracht:

Ich mag Kunst und gehe oft in Museen. Nun erscheint ein Buch mit dem Titel > Kunst hassen? Der Untertitel Eine enttäuschte Liebe verriet doch schon, dass es hier ganz und gar nicht, dass hier eine Fundamentalopposition gegen die Kunst im allgemeinen und im besonderen in Stellung gebracht wird. Nicole Zepter, hat Philosophie und Kunst studiert. Sie ist Chefredakteurin des Monats-Magazins > The Germans und residiert in Berlin.

Wie schön könnte Kunst sein. Wann waren Sie zum letzten Mal im Museum? Keine Führung, mit kompetenten Referenten, die den Besuchern erzählen, was sie auf den Bildern sehen (sollten) hat sie gestört, überall war die Aufsicht nett und zuvorkommend, sorgte mit Öffnung der Jalousien für das richtige Fotolicht und wusste genau, in welchem Saal Sie das
bestimmte Bild finden, niemand fühlte sich gestört, als zwischen ihnen und Ihrer Freundin ein heftiger Streit über die Qualität eines der ausgestellten Kunstwerke begann, in vielen Sälen waren Bilder unterschiedlicher Epochen als Anregung zum Vergleich nebeneinander gehängt worden und das lange interessante Gespräch mit dem Herrn, der in Saal 7 die Aufsicht führt, über das Bild an der m-agegenüberliegenden Wand ging ihnen noch am Tag nach dem Museumsbesuch durch den Kopf. Er hatte mich angesprochen, weil ich aufgefallen war, wie lange ich schon vor dem Bild stand: Ihnen gefällt das Bild? Langsam verstehe ich das Bild, hatte der Herr gesagt. Wie lange er schon in diesem Museum sei, 4 Jahre, hatte der Herr geantwortet und gelächelt. – Schön wär’s. Das sind alles nur Ausnahmen. Oder Utopien. Die Kunstwirklichkeit in unseren Museen ist ganz anders.

In diesem Buch kommen die berechtigten Klagen von Nicole Zepter in geballter Form: Wenn die Zuhörer ihren Kunstführern lauschen, und man den ein oder anderen Satz mit aufschnappt, hat man oft das Gefühl, die stehen vor dem falschen Bild. Viele Führungen gewöhnen den Zuhörern das eigene Denken ab. So wie in Ausstellungen das Fotografieren immer verboten ist. Und wenn Sie nach einem Bild suchen, hören Sie oft, das weiß ich nicht, das nicht mein Bereich, oder es gibt nur eine vage Richtung. Museen und Ausstellungshallen sind für Zepter zu Ausstellungsräumen verkommen, in denen eine Auseinandersetzung mit der Kunst schon beim Aufbau der Schau gar nicht mehr stattfinden kann. Museumsbesuche werden zum Ritual, einige Sekunden pro Bild, ein Blick auf das kleine Schild, Namen des Malers und Titel des Bildes, Jahreszahlen, schon nach drei Minuten vergessen. Kaum jemals traut man sich, die Dame neben sich zu fragen, „Finden Sie das Bild auch so schrecklich?“ Oder „Sagt das Bild Ihnen (wenigsten) was?“

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Waren Sie schon mal im > Bode-Museum in Berlin?

In unseren Museen und Ausstellungsräumen sollen Besucher sich wohlfühlen und die Werke der wichtigsten und bedeutendsten Künstler unserer Zeit genießen. Wer kommt dabei schon auf den Gedanken, Kunst zu hassen? Den ganzen Kunstsystembetrieb in Frage zu stellen? Es ist ja auch nicht einfach, zu wissen, was im Museum nicht zu sehen ist. Museen und Galerien haben die Oberhoheit über die Auswahl der Kunst der Kunst gewonnen. Was sie zeigen ist Kunst und duldet keinen Widerspruch. Nee, Sie wollen widersprechen, ach, wissen Sie, Sie haben von der Kunst nichts verstanden.

Kunst wird mit Presseinfos und Katalogen (S. 16) vertrieben. Kopfhörer gibt es dazu. Gelangweilt schlendert man zum nächsten Bild, das eine Nummer trägt, die wird eingetippt und nach drei Minuten weiß man schon den Titel des just präsentierten Bildes nicht mehr: „Ausstellungen sind heute auf die Passivität des Besuchers angelegt.“ (S. 35) Sein eigenes Denken ist nur im Besucherbuch am Ausgang vorgesehen. Ansonsten gilt, „… eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Kunst gibt es nicht.“ (S. 42)

Im Gespräch mit dem Kurator und Direktor des Hamburger Bahnhofs Prof. Dr. Eugen Blume über die Kunst in seinem Museum wird deutlich, wie wenig von den Besuchern ein Verständnis der Kunstwerke erwartet wird. Allerdings will er die Kunst als ein unerschöpfliches Reservoir von utopischen Anregungen verstanden wissen. Professor Blume stellt Kunst aus, „Weil in jeder Kunst ein wertvoller utopischer Gedanke liegt.“ (S. 58) Er kann natürlich nicht anders und betont die Notwendigkeit, Kunst zu Inszenieren. Sei es so. Die Kinder, die im Kunstmuseum von Dijon im Halbkreis vor dem Bild und um die Lehrerin herum auf dem Boden saßen, erzählten eines nach dem anderen was sie auf dem Bild sahen. Das war toll, die Inszenierung des Bildes, seine Hängung spielte keine Rolle. Die Kinder erzählten fast eine halbe Stunde lang nur über das Bild und störten sich nicht, dass ich mitten unter ihnen saß. Für sie war der Museumsbesuch Gewohnheit und Aufregung zugleich. Oder die Kinder die in der Giacometti-Ausstellung im Centre Beaubourg mit Daumen und Zeigefinger (und Feuereifer) nachmachen sollten, wie groß seine kleinen Statuen sind. Die heile Museumswelt, von der Zepter träumt, gibt es auch, die Welt, wo Kunst wirken darf, Anregungen gibt und als Kunst richtig gut ist, wenn der Besucher das Gefühl hat, er hat was gelernt und kann über sie hinausgehen. (Vgl. H. Wittmann, Sartre und die Kunst. Die Porträtstudien von Tintoretto bis Flaubert, Tübingen 1996, S. 183.) – Aber und da legt Nicole Zepter den Finger auf die offene Wunde: Soweit kommt es aber bei den heutigen Museumsinszenierungen nicht mehr: Der Kunstbetrieb hat seine Regeln gefestigt, Widerspruch, gar laute Kritik gehört sich nicht.

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Waren Sie schon mal im > Centre Pompidou in Metz?

Es kommt noch viel schlimmer: „Die Kunst hat sich schon immer mit dem Geld ins Bett gelegt.“ (S. 876) Da bleibt von der Sartreschen Freiheit des Künstlers, der Freiheit als conditio sine qua non, Kunst überhaupt schaffen zu können, nicht mehr viel übrig. Ist es ein Trost, dass er der unbedingten Überzeugung ist, dass Künstler sich mit neuer Kunst immer wieder durchsetzen werden und ihre Freiheit neu erringen und bestätigen können. Zepters Kunstpessimismus ist davon weit entfernt: „Der Kunstbetrieb ist das Opfer seiner eigenen Vermarktung geworden,“ stellt sie fest. „Einige wenige bestimmen, was die Öffentlichkeit als wertvolle Kunst wahrnimmt.“ Die permanente Vereinnahmung von Kunst und Künstler? Soweit würde sie wohl nicht gehen. Eher der Besucher, wie schon ausführlich geschildert. Ist das Publikum wirklich doof? (S. 96) Keineswegs, nur es erduldet mehr durch die Kunstinszenierung durch die Kunstwerke selbst, für die es dann keine Zeit mehr hat.

„Kunst wird nicht beschützt, sie wird regelrecht bewacht.“ (S. 109) „Spießrutenlauf“ und die Aufseher empfangen die Besucher mit bösen Blicken als ob Sie Messer oder Spraydosen in den Taschen hätten, und man fühlt sich als „pöbelnde Eindringlinge“. Und trotzdem kann geschickte Museumspädagogik viel aus diesen Häusern machen, zwei Beispiel stehen oben.

Nicole Zepter zitiert Ernst Barlach (1870-1938) „Zu jeder Kunst gehören zwei: einer der sie macht, und einer, der sie braucht.“ Noch besser passt Sartres Feststellung, ein Geisteswerk entsteht erst dann, wenn Autor und Leser zusammenarbeiten, das steht in Qu’est-ce que la littérature? (1947) und darf als Grundlegung der Rezeptionsästhetik gelten. Kunst richtet immer einen Appell an den Betrachter, der bleibt auch, wenn die Institutionen, die Aufseher, das Geld, das ganze Drumherum dem Kunstgenuss im Wege stehe. Den Appell der Kunst der Kunst wieder vorbehaltlos wahrnehmen, das ist der Appell, den Zeppelin an uns richtet, wir als Betrachter sollen wieder uns ganze Freiheit gegenüber der Kunst wahrnehmen, wodurch die Freiheit der Kunst auch wieder gestärkt wird. Kunst hat das Potenzial, den Kunstbetrieb wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

Zeppelins Buch ist eine wunderbare Anregung, unter neuen Voraussetzungen ins nächste Museum zu eilen:

Waren sie schon mal im > Kunstmuseum am Stuttgarter Schlossplatz?

> Kunstmuseum, Stuttgart
Nicole Zepter
> > Kunst hassen. Eine enttäuschte Liebe
1. Aufl. 2013, 136 Seiten, broschiert, Leinenüberzug
ISBN: 978-3-608-50307-4

BR > Streitschrift „Kunst hassen. Eine enttäuschte Liebe“ – Ein Beitrag von: Cordsen, Knut Stand: 23.08.2013

daserste.de > Buchtipp „Polemik“

> ¿Kunst hassen – Eine enttäusche Liebe¿ – SWR II -Sendung vom Samstag, 24.8. | 8.10 Uhr | SWR2

Lesebericht: Marc Hofmann, Der Klassenfeind

Montag, 7. September 2015

hofmann-klassenfeind> Marc Hofmann ist Lehrer und Tropen hat gerade seinen Roman > Der Klassenfeind veröffentlicht.

Harry Milford unterrichtet Deutsch und Englisch. Manchmal träumt er vom Angeln. Das geht ganz einfach. Er schließt für einen Moment die Augen. Dann sitzt er am seinem geliebten See und guckt der Angel zu. Wenn er die Augen wieder aufmacht, ist sie wieder da, seine laute Klasse, die Achter, der er auf irgendeine Weise etwas beibringen will. Sein Alltag ist ein ewiger Kampf gegen den Unwillen der Schüler, die Hektik der Kollegen, den Krach in der ganzen Schule, die ständige Vereinnahmung von allen Seiten. Ein freien Kopf für das, was unterrichtet werden soll, dafür gibt es keinen Platz. Und dann taucht auch schon Mareike Selig auf. Die Referendarin. Fleißig, bedacht auf gute Noten, zuerst noch eher zurückhaltend. Schnell macht sie ihm hübsche Augen. Milford ist verwirrt.

>> Hörprobe. Gesprochen vom Autor (20 MB)

Milford ist nicht gerade zimperlich mit seinen Schülern. Lukas ist für ihn eine „Flitzpiepe“, und das so nennt er ihn auch. Faller ist auch so ein Fall, Milford würde am liebsten dessen Eltern auch Schmerzensgeld verklagen, weil er ihn unterrichten muss. Faller hört darüber hinweg. „Schnauze,“ ist kein so rechtes Motivierungswort aus Lehrermund.

Lesebericht: Richard Saul: Die ADHS Lüge. Eine Fehldiagnose und ihre Folgen >>>>

Zu Hause hören die Probleme nicht auf. Lisa pubertiert intensiv. Sohn Tim fand das Gymnasium zu „stressig“. Milford guckt in sein Zimmer und schlägt vor, der Junge solle mal aufräumen. Zu Hause gibt es die gleichen Probleme wie in der Schule.

Die „Inklusion des Irrsinns“ lautet die Überschrift, in der Milford alle Probleme gleichzeitig auftischt: ADS, ADHS, die Hochbegabten, die nicht geputzte Tafel, Krach in den ersten 5-10 Minuten, bevor man sein eigenes Wort versteht, Hausaufgaben, die nicht gemacht sind, „reden wir über die Klassenfahrt?, versucht ein Schüler, vom Unterricht abzulenken, „Poneder, schweig,“ herrscht Milford ihn an, dann folgt die Hörverstehensübung, der kaputte CD-Player, Ärger für den Lehrer, Gaudi für die Schüler… dann wird geklopft, der Neue steht da, Aspergerpatient, welche Englischstunde fing bei uns damals im …-Gymnasium kaum anders an?

<<<< Coachen Sie Ihre Kinder beim LernenLesebericht: Christoph Eichhorn, Bei schlechten Noten helfen gute Eltern.

Frau Selig darf bei ihm hospitieren. S. 80-88. Milford will ihr mal zeigen, was er drauf hat. Aber die Schüler der Sechsten haben auch einiges drauf. Hausaufgaben? Kaninchen ist gestorben, etc. die üblichen immer neuen Ausreden, die jeder Lehrer zur Genüge kennt. Irgendwann ist Milford am Ende, er braucht eine Auszeit, ruft, Ihr habt Pause und die Schüler haben ihre Chance und marschieren raus.

Milford ist vielleicht berufsgeschädigt, jedenfalls begeht er manchmal kleine Bosheiten, um sich zu schützen? Um das alles zu überstehen? Wenn ihm was kaputtgeht, lässt er schon mal andere dafür geradestehen. Den Abistreich übersteht er nur ohnmächtig auf der Bühne.

Dann kommt die Klassenfahrt mit den Achtern. und Frau Selig. Die Kinder machen Erlebnispädagogik und drinnen darf Herr Milford jetzt Mareike zu seiner Referendarin sagen, aber das findet ihr Freund nicht so gut.

Übertrieben? Nur ein bisschen. Eher konzentrierte Erlebnisse aus einigen Klassen, wie sie sich jeden Morgen abspielen. Ist das Buch ein Befreiuungsschlag, ein Versuch, diesem Irrsinn entkommen oder gibt es da nicht doch eine Art Lust, dieses Chaos täglich aufs Neue zu bewältigen mit Strategien,hofmann-klassenfeinddie das eigene Überleben ermöglichen und dann nicht nur nebenbei den Schülern doch noch etwas mitzugeben, woran sie sich einst erinnern werden?

Marc Hofmann > www.marchofman.de/der-klassenfeind-das-programm/
> Der Klassenfeind
Roman
1. Aufl. 2015, 251 Seiten, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-608-50149-0

Lesebericht: Richard Saul: Die ADHS Lüge. Eine Fehldiagnose und ihre Folgen

Montag, 11. Mai 2015

saul-adhs-luegeAuf der Website > ADHS? – Website des ADHS Infoportal des zentralen adhs-netzes steht „Die Kernprobleme (die Mediziner sagen dazu: Symptome) sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Jeder Mensch kann mehr oder weniger unaufmerksam, impulsiv oder hyperaktiv sein. Erst ab einem bestimmten Grad der Auffälligkeit, spricht man von einer Störung. Dabei sind die Grenzen zur sogenannten „Normalität“ nicht genau zu ziehen.“ Und es gibt auch > ADHS für Erwachsene. Die > Apotheken-Rundschau erinnert daran, dass der Apotheker das „ADHS-Medikament Methylphenidat“ (ib.) bereithält. Die Apotheke hat lt. dieser Apotheken-RUndschau noch mehr: „Auch der Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Atomoxetin hat in Studien Wirksamkeit auf die Symptome von ADHS gezeigt und ist seit 2013 in Deutschland auch für Erwachsene zugelassen. Alle Patienten, die mit diesen Arzneistoffen behandelt werden, müssen – wie bei anderen medikamentösen Behandlungen auch – sorgfältig auf Verhaltensänderungen hin beobachtet werden.“ (ib.)

Wikipedia fängt im Artkiel zu > ADHS mit Heinrich Hoffmanns Struwwelpeter (1845) an, um dann u. a. mit Sigmund Freunds „Zur Psychopathologie des Alltagslebens“ (1901) fortzufahren. 2004 soll es schon, so die Wkipedia rund 19.000 Arebtien weltweit zu ADHS vorliegen. Da muss ja was dran sein. Nun muss zum Kapitel > Kontroversen um ADHS ein weiterer Titel hinzugefügt werden: Richard Saul > Die ADHS-Lüge. Eine Fehldiagnose und ihre Folgen – Wie wir den Betroffenen helfen hat eine ganz andere Definition: ADHS Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätssymptome gibt es nicht! (S. 19-23) In den USA sollen 11% der Kinder die Diagnose ADHS, zwei Drittel von ihnen erhalten Ritalin gegen eine Krankheit, die es gar nicht gibt. Außerdem werden diese Kinder und auch 4 % der Erwachsenen falsch behandelt. 18 Symptome kennen Ärzte aus dem Diagnostischen und Statistischen Manuals Psychischer Störungen (Saul S. 27). Werden fünf erkannt, soll/hat das Kind ADHS /haben. Saul bezeichnet dieses Vorgehen schlicht als skandalös, zumal die Diagnose die Verschreibung von Präparaten wie Ritalin bewirkt.

Diagnose und Behandlung von ADHS hält Saul beides gleichermaßen schlichtweg für falsch. Diagnose für etwas, was es nicht gibt, folglich macht für ihn auch die Behandlung keinen Sinn. Müssen Eltern nicht stutzig werden, wenn ihnen gesagt wird, ihr Kind habe ADHS, Probleme mit der Aufmerksamkeit und auch Probleme mit seiner Aktivität, wo von es zu viel haben soll? Es ist so bequem, ein Etikett zu vergeben. ADHS: Kapitel 2. Ein einfache Antwort: Die Gesellschaft ist schuld. Der Vorwurf lautet: Lehrer und Eltern hätten weniger Zeit als je zuvor, und bei schlechten oder störenden Schülern fiele ihnen ADHS ein. (S. 39) Saul streitet gar nicht ab, dass es die Symptome und Beobachtungen führen, die mit ADHS umschrieben werden, nur die Bezeichnung ADHS ist falsch. Seine Ansicht nach erfordern diese Symptome andere Maßnahmen und vor allem keine Aufputschmittel oder Stimulanzien jeder Art: Kapitel 3. Saul warnt vor dem Missbrauch der Stimulanzien mit allen Folgen der Abhängigkeit.

saul-adhs-luege Der Klappentext bringt es auf den Punkt >>>>>

Kapitel 4 mit einem Überblick über die Störungen hinter den ADHS-Symptomen stellt eine Liste der Symptome vor, die in den folgenden Kapiteln vorgestellt werden. Für Sehstörungen, Schlafstörungen und chronischer Substanzmissbrauch sind für alle sich zu behandeln, ohne in den Zusammenhang mit ADHS zu geraten. Folgt man Saul werden Symptome anderer Art wie Affektive Störungen (bipolare Störung und Major Depression) (Kapitel 8) nicht erkannt, wenn sie als Teil von oder als ADHS behandelt werden.

Hörproblem sind wie Sehstörungen zu behandeln. Lernstörungen (Kapitel 10) wie Dyslexie (Legasthenie) haben spezielle Ursachen und dürfen nicht einfach unter einem vermutlichen Krankheitsbild ADHS abgelegt werden. In diese Kategorie gehört auch eine Sensorische Verarbeitungsstörung (Kapitel 11), die unerkannt und unbehandelt bleibt, wird sie unter ADHS subsumiert.

Jetzt wird es richtig ernst: Hochbegabung. Kapitel 12. Eine Fehldeutung als ADHS zieht schweres Unrecht für das Kind nach. Es folgen eine Reihe von Symptomen, die zum Aufgabenfeld der Psychologen gehören. wie Kapitel 13. Anfallsleiden. Es sei, so Saul, schwer feststellbar und in Gefahr als ADHS aufgefasst zu werden. Das gilt auch für Zwangsstörungen (Kapitel 14). Probleme bei sozialen Kontakten wie das Asperger Syndrom (Kapitel 16) werden auch leicht unter die ADHS-Syptome eingereiht.

Treten die von Saul genannten Symptome und werden sie als ADHS bezeichnet, sollten die betroffenen Personen vorzugsweise ihre Stresssituation überprüfen. Veränderungen des alltäglichen Lebens empfiehlt er als die beste „Therapie“ (S. 291 f).

saul-adhs-luegeDie Diagnose ADHS scheint verführerisch zu sein, weil sie, folgt man Saul, einen Gesamtzusammenhang vorgaukelt, den es nicht gibt, wenigstens nicht als Rechtfertigung für die windige Diagnose ADHS.

Richard Saul
> Die ADHS-Lüge
Eine Fehldiagnose und ihre Folgen – Wie wir den Betroffenen helfen.
Aus dem Amerikanischen von Dieter Fuchs (Orig.: ADHD does not exist)
1. Aufl. 2015, 317 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-98046-2


Hans Hopf
> Die Psychoanalyse des Jungen
1. Aufl. 2014, 404 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-608-94775-5

> Nachgefragt: Hans Hopf, Die Psychologie des Jungen

In unserem > Lesebericht, Hans Hopf, Die Psychoanalyse des Jungen stand:“ Was als ADHS daherkam waren “altbekannte soziale Störungen” (S. 13), allerdings waren “immer häufiger massive Probleme mit der Beherrschung ihrer Affekte zu beobachten” (ib.). Das DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) beschreibe zwar die Symptome, aber die Ursachen wurden vergessen, vernachlässigt oder übersehen, unterbewertet mit allen Folgen für die Behandlung. Hopf will diesen Jungen die Seele zurückgeben, sie sollen wieder ihre männliche Identität entwickeln können, und ihre Eltern und Erzieher müssen wieder lernen, “die psychischen Ursachen von Aggression und Affektregulierung” zu verstehen. Störanfälligkeit der Jungen, so Hopf, darf nicht länger mit der Verschreibung von Methylphenidat (s. auch S. 28) beantwortet werden. (S. 14″

Coachen Sie Ihre Kinder beim Lernen
Lesebericht: Christoph Eichhorn, Bei schlechten Noten helfen gute Eltern

Montag, 22. September 2014

Die dritte Auflage dieses Buches ist ein guter Grund, diesen Artikel aus den Blogtiefen nach oben zu holen. Außerdem hat der uns Christoph Eichhorn seine Überlegungen zu den Hausaufgaben auf 11 Seiten (PDF) und eine Grafik dazu geschickt

Christoph Eichhorns wichtigste These: > Bei schlechten Noten helfen gute Eltern. Er stützt sich auf die Langzeitstudie, mit der Martin Neuenschwander den besonderen Einfluss der Eltern auf die Schulleistungen ihres Kindes nachgewiesen hat. Die Leistung der Kinder werden wohl zur Hälfte von den Erwartungen der Eltern bestimmt. Daraus leitet Eichhorn ein ganzes Bündel von Strategien und Lösungsansätzen ab, um Eltern auf alle möglichen Situationen vorzubereiten: Schlechte Noten, keine Lust zu Hausaufgaben, Schulfrust, alles was uns immer noch wohlvertraut ist. Oft wird auf die Lehrer geschimpft, aber Eichhorn bringt seinen Lesern, und vornehmlich den Eltern bei, Ruhe zu bewahren und zuallerst mal das Selbstvertrauen ihrer Sprösslinge zu stärken. Wenn das Kind kapiert, dass es auf die Frage, wer ist der Boss bei Deinen Hausaufgaben, „ich“ antwortet, ist das die halbe Miete. Schlechte Noten regen alle auf. Eichhorns strategische Vorschläge sind überzeugend und beruhigen erst einmal die Eltern: Eine Zuhör- und Verständnisphase ist angesagt. Ein Donnerwetter hilft nur selten. Stattdessen sollten realistische Erwartungen kommuniziert werden.


Zum Download:

Christoph Eichhorn: > Immer diese blöden Hausaufgaben, 11 Seiten, *.pdf


Und auch bei Schülern mit mäßigen Leistungen gibt es genug Erfolge, an die man anknüpfen kann. Wie gesagt, Selbstvertrauen fördern, Verantwortung übertragen und das Kind Probleme selbst lösen lassen. Und Eltern müssen lernen, Belastungen der Schüler zu erkennen. Mancher Nachwuchs hat schon einen Terminkalender wie ein hochdotierter Manager und hält seine Eltern mit allerlei Taxidiensten auf Trab. Hinzu kommt noch die Computer- und Internetwelt, die statt Erholung zu verschaffen, den Kleinen die letzte Konzentrationsfähigkeit raubt. Sport und Bewegung ist angesagt.


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Download: > Bei schlechten Noten helfen gute Eltern


Der Sinn von Hausaufgaben wird von den Kindern schnell unterschätzt, wenn ihre Eltern über nicht gemachte Hausaufgaben hinwegsehen. Die Motivationsstrategien für erfolgreiche Hausaufgaben sollte man allen Eltern in die Hand drücken, die über schlecht gemachte Hausaufgaben ihrer Kinder klagen. Ein Stamm-Arbeitsplatz ist schon der Anfang. Setzen Sie Ziele und kämpfen Sie nicht gegen Probleme, rät Eichhorn.

Die eingangs erwähnte Studie von Martin Neuenschwander, die die überragende Bedeutung der Eltern für den Lernprozess der Kinder unterstreicht, darf als Ausgangspunkt für die Anleitung, die Eichhorn hier Eltern präsentiert, mit der sie ein guter Lerncoach für ihre Kinder werden sollen, nicht überbewertet werden. Auch ohne diese Studie ist Eichhorns Ansatz sehr bedenkenswert, und Eltern können hier viele Ideen für die Entwicklung ihrer eigenen Strategien finden.Man darf dabei aber nicht vergessen, dass auch Lehrerpersönlichkeiten einen äußerst prägenden Einfluss auf ihre Schüler gewinnen können. Viele Lehrer sind auch Eltern, auch sie werden dieses Buch mit Gewinn lesen. Noch ein Ratgeber. Ja, klar, aber in sehr konzentrierter Form. Und seine Leser dürfen sich fragen, ob sie wirklich schon einen Teil der hier vermittelten Anregungen wirklich umsetzen? Haben Ihre Kinder das Gefühl, Verantwortung für sich, für ihr Lernen und andere zu haben? Werden sie ernst genommen? Wann hatten Sie zum letzten Mal Zeit und Ruhe, um mit Ihrem Kind zu sprechen? Wissen Sie warum es Angst vor einer Klassenarbeit hat? Selbstvertrauen, Verantwortung kann man auch lehren, also den Kindern beibringen.

Christoph Eichhorn
Bei schlechten Noten helfen gute Eltern
1. Aufl. 2011, 187 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-608-94603-1

Christoph Eichhorn, Diplom-Psychologe, Supervisor und approbierter Psychologischer Psychotherapeut, hat den Band >
Classroom-Management – Wie Lehrer, Eltern und Schüler guten Unterricht gestalten verfaßt, der im Oktober 2008 erschienen ist.> Eichhorn, Christoph
> Classroom-Management – Wie Lehrer, Eltern und Schüler guten Unterricht gestalten
223 Seiten, ISBN: 978-3-608-94534-8

Weitere > Erziehungs-Ratgeber bei Klett-Cotta

Lesebericht: Christoph Eichhorn, Die Klassenregeln. Guter Unterricht mit Classroom-Management

Mittwoch, 10. September 2014

Gehen Ihre Schülerinnen und Schüler manchmal über Tisch und Bänke? Jede Stunde der gleiche Lärm, bis die mal zur Ruhe kommen! Kaum drehen Sie sich zur Tafel, geht das schon wieder los? Thomas kommt immer zu spät? Stuhlkreis und andere Sitzordnungen sind Fremdwörter für Ihre Zöglinge? Heute was erklärt, morgen wieder vergessen? Hat der Klassenkaspar schon wieder die Lacher auf seiner Seite? Sind das immer dieselben Störer, die einen vernünftigen Unterricht sabotieren? Ist Ihre Klasse etwas schwierig? Stillarbeit- oder Gruppenarbeit wird immer wieder gestört. Das Klassenklima ist nicht gerade vorbildlich. Früher standen die Schüler auf, wenn ich reinkam, heute nehmen sie mich manchmal gar nicht wahr. Beim ersten Mal wirkt eine Aufforderung bei denen wie ein Art Ankündigung, bei der zweiten Aufforderungen fangen sie an zu reagieren, beim dritten Mal fangen sie an zuzuhören.

Treffen einige Aussagen auf Ihre Klasse zu? Hm… Wir hätten da was für Sie:

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Nach seinen beiden Erfolgsbänden über das Classroom-Management hat Christoph Eichhorn nun > Die Klassenregeln für guten Unterricht mit Classroom-Management vorgelegt. Ein Thema mit hoher praktischer Relevanz im Unterricht, wie die internationale Forschung belegt. Denn präventiv angelegter Unterricht und gute Lehrer-Schüler-Beziehung legen die Basis auf der guter Unterricht aufbaut. Das Verfahren ist einleuchtend, bevor der Unterricht losgeht, vereinbaren Sie mit Ihrer Klasse eine Art Geschäftsgrundlage, an die sich alle zu halten haben. Sie werden dieses Buch an einem Abend durchlesen und dann für den Schulalltag bestens gerüstet sein. Kommen Sie aber nicht auf die Idee das Wort > Klassenregeln vor ihren Schülern zu benutzen. (vgl. S. 48) Die Summe aller Vorschläge, die dieses Buch enthält, deutet daraufhin, dass Schüler ernst genommen werden wollen. Sie bekommen nicht in erster Linie nur Anweisungen, sondern werden in ein Gemeinschaftsprojekt eingebunden.

Eine unruhige Klasse, schwierige Schüler, schlechte Leistungen, Konzentrationsmangel kommen oft nicht von ungefähr. Regeln in der Klasse bauen auf Regeln in der Schule auf. Vgl. S. 34 f. Konsequenz und Vorbildfunktion der Lehrer dürfen nicht unterschätzt werden. Viele Hinweise und Anweisungen ergeben sich aus dem Verhalten der Lehrer, den die Schüler genau beobachten. Wie gut kennen die Lehrer ihre einzelnen Schüler? S. 36 f.

Sie bekommen eine neue Klasse? Ihr Vorgänger wird Ihnen sicherlich drei Sätze über die Klasse sagen können. Zahide neigt zu oppositionellem Verhalten, sie wird von Ihnen angesprochen… in der nächsten Stunde erklärt Zahide die Klassenregeln (N. B. nie diesen Ausdruck verwenden!), S. 42. Je eher Sie ein Gespür für die Sozialstruktur ihrer Klasse entwickeln, umso schneller wissen, vgl. S. 42-46, mit welchen Vereinbarungen Sie Erfolg haben werden.

Schülerinnen und Schüler sind unfassbar neugierig. Vereinbarungen können dazu beitragen, das Interesse der Schüler auf das Unterrichtsziel zu lenken. In allen Fächern gibt es Gelegenheiten, solche Vereinbarungen mit Unterrichtsthemen zu verbinden, und ihre Schüler werden schnell lernen, dass sie durch Regeln nicht drangsaliert werden sollen, sondern dass ihnen neue Freiräume eröffnet werden.

Klassenregeln. Das klingt auf dem Papier einfach – ist in der Praxis aber eine hohe Kunst. Und belegt wie anspruchsvoll Ihr Beruf ist. Das Thema Klassenregeln ist viel komplexer als die vielen Laien, die alles besser wissen aber noch nie vor einer lauten Klasse standen, erahnen. Die Schülerinnen und Schüler, die Regeln am nötigsten hätten, erahnen deren Sinn am wenigsten. Sie fühlen sich, vor allem wenn sie etwas älter sind, durch das Wort Klassenregeln bevormundet und gegängelt, sie schalten innerlich ab, sowei das Gespräch darauf kommt. Eine Herausforderung, die es in sich hat. Viel Fingerspitzengefühl ist notwendig, diese Schülerinnen und Schüler vom Nutzen, vom Sinn und von den Vorteilen von Klassenregeln zu überzeugen. Es ist eine Frage der richtigen Strategie, um mit den Schülerinnen und Schülern, die durch besonders „schwieriges“ Verhalten auffallen überhaupt in ein zieldienliches Gespräch zu kommen.

Aber führen denn dann ein oder mehrere solcher Gespräche wenigstens auch zu einer stabilen Einstellungs- und Verhaltensänderung? Schön wär`s. Aber die Realität sieht leider anders aus, wie wir doch alle wissen. Es geht also nicht nur darum, mit den Schülern ins Gespräch zu kommen und möglichst sinnvolle Klassenregeln aufzustellen – sondern darum, deren Einhaltung konsequent, höflich und langfristig einzufordern. Jeden Monat, jede Woche, jeden Tag, jede Unterrichtsstunde, jede Minute. Eine Herkulesaufgabe. Das verlangt hohe Präsenz, Aufmerksamkeit, Geschick und Kontrolle der eigenen Emotionen. Wie Sie im Detail vorgehen können, dazu gibt Ihnen das Buch von Christoph Eichhorn gleich eine ganze Fülle praxisnaher Tipps und Anregungen.


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Noch was: Schon die kleinen Störungen – Reinrufen, Quatschen oder Herumrascheln – sind es, die einem Lehrer das Leben schwer machen. Lernen Sie mit der Applikation > „Beziehungen aufbauen“ aus der Reihe > „Classroom Management“, wie Sie als Pädagoge dagegen ankommen. Mit einem neuen, international bewährten Konzept von Christoph Eichhorn wird Ihnen anschaulich und modern vermittelt, wie Sie in Ihrer Klasse für Ruhe sorgen und auch mit schwierigen Schülern zurechtkommen. An konkreten Beispielsituationen werden Möglichkeiten für Lehrer aufgezeigt mit Ihren Schülern Probleme zu lösen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und eine positive Beziehung zu ihnen herzustellen.
Guter Unterricht baut auf kooperativen Lehrerinnen-Schüler-Beziehungen auf. Studien zeigen, dass Lehrer mit guten Beziehungen 30% weniger Disziplinprobleme haben. Wenn Schüler und Lehrperson gut miteinander auskommen, kooperieren die Schülerinnen und Schüler besser. Die Entwicklung von guten Beziehungen ist zu vielen Schülerinnen und Schülern zum Glück kein großes Problem. Aber in fast allen Klassen gibt es auch solche, zu denen der Beziehungsaufbau eine besondere Herausforderung darstellt. Und gerade zu diesen ist er besonders wichtig – und gleichzeitig ist das Risiko von Spannungen zwischen Schülern und Lehrperson besonders hoch, denn die Lehrperson muss häufig ermahnen und zurechtweisen. Viele Schülerinnen und Schüler mit „herausforderndem“ Verhalten können zwar gut austeilen, sind aber nach einer Ermahnung schnell gekränkt. Den richtigen Weg zu finden ist eine der besonderen Herausforderungen Ihres Berufs. Die Applikation „Beziehungen aufbauen“ aus der Reihe Classroom-Management will Sie auf diesem Weg unterstützen. Sie zeigt Ihnen an konkreten Beispielen wie Sie auch zu den als schwierigen beurteilten Schülerinnen und Schülern Schritt für Schritt zu einer professionellen Kooperationsbeziehung gelangen. Das kostet Zeit, Energie und verlangt, einen ganz kühlen Kopf zu bewahren. Wenn ein solcher Schüler schliesslich mit Ihnen kooperiert statt Sie täglich herauszufordern und mit Ihnen zu kämpfen – dann profitieren Sie als Lehrperson und als Mensch davon und sparen Nerven, Zeit und Energie.


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Christoph Eichhorn
> Die Klassenregeln
Guter Unterricht mit Classroom-Management
1. Aufl. 2014, 93 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-608-98040-0

> Eichhorn, Christoph
> Classroom-Management – Wie Lehrer, Eltern und Schüler guten Unterricht gestalten
7. Aufl. 2014, 223 Seiten, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-608-94498-3

“Classroom-Management heißt gelingender Unterricht, stellt die Leistung engagierter Lehrer heraus, bedeutet zufriedenere Eltern und ermöglicht Schülern, ihre wirklichen Fähigkeiten lernend zu entfalten,” heißt es im Ankündigungstext des Verlages. Dahinter steckt aber viel mehr. “Classroom-Management” hat auch etwas mit Disziplin und Regeln zu tun, das ist auch ein gemeinsames Einverständnis, das der Lehrer durch Führung mit seinen Schülern hinsichtlich bestimmter Abläufe erreichen muss.“ hieß es in unserem > Lesebericht

Christoph Eichhorn, Antje von Suchodoletz
Chaos im Klassenzimmer. Classroom-Management: Damit guter Unterricht noch besser wird
2. Aufl. 2013, 201 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-608-94497-6
223 Seiten, ISBN: 978-3-608-94534-8


„Christoph Eichhorns wichtigste These: > Bei schlechten Noten helfen gute Eltern. Er stützt sich auf die Langzeitstudie, mit der Martin Neuenschwander den besonderen Einfluss der Eltern auf die Schulleistungen ihres Kindes nachgewiesen hat. Die Leistung der Kinder werden wohl zur Hälfte von den Erwartungen der Eltern bestimmt. Daraus leitet Eichhorn ein ganz Bündel von Strategien und Lösungsansätzen ab, um Eltern auf alle möglichen Situationen vorzubereiten: Schlechte Noten, keine Lust zu Hausaufgaben, Schulfrust, alles was uns immer noch wohlvertaut ist,“ hieß es in unserem Lesebericht:
Christoph Eichhorn
> Bei schlechten Noten helfen gute Eltern.
187 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-608-94603-1


Lernen. Prof. Roth: Bildung braucht Persönlichkeit

Montag, 18. November 2013

Evgenia Danilevic hat kürzlich mit Prof. Dr. Gerhard Roth ein Gespräch geführt: Bildung braucht Persönlichkeit – ein Gespräch mit Gerhard Roth. Er „erklärt in einem Gespräch, warum LehrerInnen noch immer die wichtigste Rolle im Bildungsprozess zukommt und wie wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften und der Psychologie im Unterricht“ mehr und das Video auf dem Blog > meinunterricht.de angewandt werden können.

Blogrückschau:

> Lesebericht: Gerhard Roth, Bildung braucht Persönlichkeit
> Nachgefragt: Gerhard Roth, Bildung braucht Persönlichkeit

> Gerhard Roth
> Bildung braucht Persönlichkeit. Wie Lernen gelingt
1. Aufl. 2011, 360 Seiten
ISBN: 978-3-608-94655-0

Psychologie bei Klett-Cotta

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Bevor die Lektüre von Birgitte Kronauers > Gewäsch und Gewimmel weitergeht – Sie erinenrn sich, Elsa Gundlach und ihre Klientel, die ihr, wenn sie nachts nicht schlafen kann, durch den Kopf trottet, ein Blick auf das riesige Psychologie-Regal von Klett-Cotta: Schade, der ganze Bereich > Psychologie ist bisher auf unserem Blog zu kurz gekommen. Das gilt auch für die > Lesungen / Veranstaltungen / Termine zum Thema Psychologie, Erziehung und aller verwandten Gebiete.

Tatsächlich verdient dieses Verlagsprogramm viel mehr Aufmerksamkeit. Immer wieder wird von Chancengleicheit und den Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder und Schüler gesprochen. Gesamtschulen sollen Abhilfe schaffen. Ich erinnere mich noch, wie ab der achtziger in NRW das dreigliedrige Schulsystem zugunsten der Gesamtschule nachhaltig geschädigt wurde. Durch meine berufliche Tätigkeit konnte ich ab 1988 dort über 20 oder noch mehr Gesamtschulen besuchen und mit den Lehrern auch über die Lernerfolge der Schüler sprechen. Wie auch in andern Lebensbereichen gab es zufriedene und engagierte Lehrerinnen und Lehrer, aber die unzufriedenen sind mir auch im Gedächtnis geblieben. Damals fiel mir auf, wie wenig die Lehrer von der Selbständigkeit der Schüler sprachen, immer nur Klagen über ihre schlechten Leistungen. Die Verschulung der Referendarzeit mit den willkürlichen Noten für Lernproben sind mir in schlechter Erinnerung geblieben. Paul Though stellt mit seinem Buch die Frage nach dem Verhältnis von Charakter und Intelligenz > . Warum Charakter wichtiger ist als Intelligenz. Er stellt die beklemmende Frage lt. Klappentext: „Kann es sein, dass unsere Gesellschaft seit Jahrzehnten die falschen Fähigkeiten unserer Kinder fördert?“ Wie dankbar bin heute noch meinen Lehrern im Schiller-Gymnasium in Köln die 4 oder 5 Jahre lang meine Schülerzeitungsaktivitäten mit Wohlwollen und Unterstützung förderten. Und auf dem Klappentext steht auch die Frage „Was garantiert Glück und Erfolg in Schule, im Beruf und im späteren Leben?“ „Selbstkontrolle, Entschlossenheit“ sind Stichwörter, die in den Antworten auf diese Fragen stehen. Paul Though stellt ausnahmslos alle pädagogischen Ansätze aus diesem Themenfeld vor und bewertet sie. Dabei beobachtet Though vor allen die Entwicklungschancen von Kindern aus unteren Gesellschaftsschichten. Er ist der Auffassung, wenn die richtigen Eigenschaften gefördert werden, kann die soziale Schere geschlossen werden. Erträge der Psychologie, der Neurowissenschaften und der Ökonomie, so erklärt Though zeigen, das Charaktereigenschaften wie Ausdauer, Optimismus, Neugier, Mut und Gewissenhaftigkeit über den späteren Erfolg entscheiden. Am Beispiel einer Brennpunktschule zeigt Though, wie die Förderung benachteiligter Schüler gelingt. Dieses Buch kann unser unser Verständnis von Kindheit, Schule und Ausbildung revidieren.

Ursula Wawrzinek, Annette Schauer haben über neue Strategien gegen Burnout nachgedacht: > Was tun, wenn es brennt? Sind Sie erschöpft, ausgelaugt, überfordert? Wird manchmal oder immer wieder alles zuviel? Nicht wegen der Arbeit, sondern zum Beispiel wegen Dauerstress am Arbeitsplatz. Merken Sie selbst, dass Sie zunehmend nervöser werden? Sie wissen, wo ihre Grenzen sind. Haben Sie wirklich schon mal über Ihren eigenen Leistungsanspruch nachgedacht? Burnout? Nein ich doch nicht, denkt jeder, aber seine gefahren sind nicht so leicht von der Hand zu weisen. Der Arbeitsplatz als Verursacher ist dann auch keine Hilfe. Die Hilfe muss schlicht gesagt von Ihnen selbst kommen. Ursula Wawrzinek und Annette Schauer erklären die Stressspirale und ihr Durchbrechen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre eigenen Perspektiven, versuchen Sie die Logik Ihres Unternehmens zu durchschauen und bremsen Sie das »Hamsterrad«. Leichter gesagt als getan? Die beiden Autorinnen erklären Ihnen eine Selbstanalyse und schlagen Ihnen Befreiungsstrategien vor: Planen und Handeln lauten die Stichwörter im Kapitel Selbstverantwortlicher Umgang mit den eignen Ressourcen (S. 105 ff), dass Lust auf Ausprobieren macht.

Michael E. Harrer nähert sich dem Burnoutauf eine andere Weise: Dieses Buch vermittelt die Grundlagen der Achtsamkeit und bietet daneben eine fundierte Zusammenschau der Entstehungsbedingungen von Überforderung. Es informiert über die Vielfalt individueller Wege aus einem Burnout. > Burnout und AchtsamkeitDie steigende Häufigkeit von Stress und stressbedingten Krankheiten bis hin zum Burnout und die zunehmende Sehnsucht nach Entschleunigung, Ruhe und innerem Frieden. Harrer bietet alltagstaugliche Ideen und Möglichkeiten aus der Burnout-Spirale. Innere Klarheit, Gelassenheit, Gleichmut, innere Ruhe, Lebensfreude und Lebensqualität gehört zu seinen Zielen.

> Zusatzmaterialien zu diesem Buch

Hans Jellouschek und Bettina Jellouschek-Otto haben die Nähe und Freiheit in Partnerschaft und Familie untersucht. > Grenzen der Liebe Schade, dass unsere Einmannredaktion nicht jedem Buch einen ausführlichen Lesebericht widmen kann. Hier geht es nicht nur um Partnerschaft, es geht hier auch um die so notwendigen Grenzen, eben um die Freiräume des anderen , die auch in einer Partnerschaft respektiert werden müssen. Dabei spielen Entwicklungsphasen ein besondere Rolle. Bindungen, die die Autonomie des anderen vereinnahmen geraten in Gefahr: Die Autoren dieses Buches zeigen es am Beispiel von Axel und Anita, die seit langem ohne Sex nebeneinander herleben: „In dieser Beziehung ist kein eigenständiger Mann mehr da, der Lust auf eine attraktive, weil eigenständige Frau hätte, und keine eigenständige Frau, in der Lust auf einen attraktiven, weil eigenständigen Mann erwachen könnte.“ (S. 33) Beide Autoren empfehlen Alex und Anita, Grenzen zu setzen (S. 32). Grenzziehung darf nicht zur Ausgrenzung werden, wird auf den folgenden Seiten erklärt. Stellen sich Kinder ein, werden Grenzziehung und Autonomie in einem veränderten Umfeld erneut auf die Probe gestellt. In der Phase, wenn die Kinder ausziehen, kommt es erneut zu einer Belastungsprobe, wenn beide anfangen, allmählich eine Lebensbilanz zu ziehen. (S. 132 ff.) Gelingt jetzt keine Ausgleich über die Verständnis des gemeinsamen Lebensweges, werden frühere Verfehlungen systematisch aufgewärmt und vorgehalten, gerät die Beziehung erneut in Gefahr: Versöhnung mit der eignen Vergangenheit (S. 147 ff) schlagen die beiden Autoren uns vor.

Paul Tough
> Die Chancen unserer Kinder
Warum Charakter wichtiger ist als Intelligenz –
Mit einem Vorwort von Heinz Buschkowsky, aus dem Amerikanischen von Dieter Fuchs (Orig.: How Children Succeed. Grit, Curiosity, and the Hidden Power of Character)
1. Aufl. 2013, 315 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94803-5

Ursula Wawrzinek, Annette Schauer
> Was tun, wenn es brennt?
Neue Strategien gegen Burnout
Mit Illustrationen von Michael Wirth.
1. Aufl. 2013, 176 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-608-86039-9

Michael E. Harrer
> Burnout und Achtsamkeit
1. Aufl. 2013, 304 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94818-9

Hans Jellouschek, Bettina Jellouschek-Otto
> Grenzen der Liebe
Nähe und Freiheit in Partnerschaft und Familie
1. Aufl. 2013, 183 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94592-8

Lesebericht: Paula Bleckmann, Medienmündig

Montag, 13. Februar 2012

Paula Bleckmann möchte in ihrem Buch > Medienmündig. Wie unsere Kinder selbstbestimmt mit dem Bildschirm umgehen lernen nicht wieder der schon immer viel beschworenen Medienkompetenz das Wort reden, sondern sie hat die Erziehung zur Freiheit und zur Autonomie im Blick. Sich und die Kinder nicht von den Medien vereinnahmen lassen, darum geht es in ihrem Buch, und dazu gehört mehr als nur Know-how für den Umgang mit den Medien. Ihre Botschaft ist eindeutig. „Zu früher Medienkonsum führt in die Abhängigkeit, nicht in die Mündigkeit.“ (Klappentext) – Fragen wir doch mal: Woran liegt es eigentlich, dass Schülerinnen und Schüler in erster Linie nur Konsumenten im Internet sind? Web 2.0 bedeutet für sie wie für alle anderen FBler sich nur auf ausgetretenen Pfaden zu bewegen ohne einen besonderen Erkenntnisgewinn. Also was läuft in der Medienpädagogik schief?

Eine moderne Medienerziehung darf keine „Maschinensklave[n]“ (S. 17) ausbilden. Ihr Buch ist eine Kritik an der aktuellen Medienpädagogik, die „die Anpassung des Menschen an die Medien“ (vgl. ebd.) vorsieht. Ihr Ansatz macht neugierig, denn sie legt ihr Buch genau zum richtigen Zeitpunkt vor, wenn auf der diesjährigen Didacta in Hannover die Digitalisierung des Unterrichts auf vielen Ständen gefordert und manchmal auch demonstriert wird. Man darf auch fragen, Medienkompetenz wofür? In einer Stadt kann man sich nur bewegen, wenn man ungefähr das Ziel kennt, zumindest aber neugierig, einen neuen Weg zu entdecken. Kinder, die im Internet etwas suchen sollen, sind heillos überfordert, und es wird für sie noch schwieriger, wenn sie mit den modernen Medien mehr machen sollen, als sich nur bunte Inhalte anzugucken.

Kinder brauchen Zeit, so wie der > Flaneur sich in seiner Bewegung vortastet und orientiert. Erst ein gewisses Orientierungswissen erlaubt dem Kind, mit den Medien etwas anfangen zu können. Man sieht nur, was man weiß, hat mir mal ein Architekt gesagt. Keine Lauflernhilfe, meint Bleckmann, und erwähnt die Auswüchse in den USA; die Neugeborenen so schnell wie möglich vor der ersten Flasche mit einem PC versorgen – mein Lieblingsgeschenk für Neuankömmlinge, war immer das achtseitige Stoffbuch.

Paula Bleckmann ist von Berufs wegen mit der Suchtprävention vertraut. Ihre Anmerkungen zu den Medien als Suchtauslöser sind ganz praktisch fundiert. Und sie meint, es gehe nicht um Abstinenz, sondern um den kontrollierten Konsum (S. 80). Ihr 4. Kapitel „Medienmündig – Schritt für Schritt“ enthält wichtige und sehr lesenswerte Abschnitte zu Rezeptions- und Produktionsfähigkeiten. Der PC soll ein Knecht werden und kein Meister, so darf man ihren Ansatz interpretieren. Systematisch entwickelt Bleckmann ihre Alternative zu einer unreflektierten Medienkompetenz. „Selektionsfähigkeit“ soll zu der Frage führen, „was macht der Mensch mit den Medien?“ (S. 105) statt die Medien den Menschen verbiegen zu lassen.

Bleckmann stützt ihre Ausführungen auf Umfragen, außerdem kennt sie die Basisarbeit und kann die Ergebnisse der von ihr zitierten Umfragen sachgemäß lesen und auswerten. Und sie nimmt auch das Problem der Kinder aus privilegierten Familien in den Blick und zeigt wie auch eine Medienpädagogik helfen kann „Bildungsklüfte“ zu erkennen und zu überwinden. Mir gefällt der gesunde Menschenverstand von P. Bleckmann: Abenteuer, Langeweile, Freud und Leid in der richtigen realen Welt lösen manches Medienproblem oder pädagogisch gesprochen, in der realen Welt erarbeitet man sich das nötige Orientierungswissen. Medien konsumieren kann jeder mehr oder weniger kompetent, aber etwas mit den Medien machen, sie sich Untertan machen, das ist eine Kunst. Von hundert Studenten, die ich danach fragte, wer schon mal in Wikipedia etwas geändert hat, wollte es nur einer gewesen sein. Schreiben die anderen nur ab? Oder konsumieren sie nur?

Im 2. Teil werden die Erwachsene aufgefordert zuzuhören. Hier können sie etwas lernen über die Wirkung von Medien in Kinderzimmern. Sie zitiert Nicholas Carrs Buch Die neue Seichtigkeit – was das Internet mit unserem Hirn macht – man kann sich denken, das das Internet dabei nicht gut wegkommt, wie z. B. Günther Anders in seinem Band Die Antiquiertheit des Menschen, Bd. 1. Über die Seele im Zeitalter der zweiten industriellen Revolution, München 1956, 7. Aufl. 1987 die „Verbiederung“ der Welt so einleuchtend und zutreffend beschrieben hat: S. 99-128: „Massenkonsum findet heute solistisch statt“ (S. 101) titelte er und setzte gleich hinzu, ohne das Internet zu kennen: „Jeder Konsument ist ein unbezahlter Heimarbeiter für die Herstellung des Massenmenschen“ (ebd.) und zeichnete so den Facebookteilnehmer von heute. Alles schon mal dagewesen: „Da die Geräte uns das Sprechen abnehmen, verwandeln sie uns in Unmündige und Hörige,“ (S. 107) lautet die nächste Überschrift, gefolgt von „Die Ereignisse kommen zu uns, nicht wir zu ihnen.“ (S. 110) Aber es gibt doch Web 2.0 wird man wir antworten – aber doch nicht im Rahmen der Medienpädagogik? Mag sein, dass es noch Nachholbedarf gibt, und dass daraus noch etwas werden kann: z. B. > Fremdsprachenunterricht 2.0. Die Gretchenfrage wird aber immer so lauten: Lernt der Schüler mit dem digitalen Medienverbund, der ihm angeboten wird mehr? Welche Lehr- und Lern-Szenarien gibt es, die ihn anleiten, einen Blog zu schreiben, eine Website zu entwerfen, den richtigen Mix zwischen Twitter, Facebook und seinem Blog zu begründen? Konsumiert er? Oder lernt er im Internet zu schreiben?

Im dritten Teil vermittelt Bleckmann Tipps und Tricks für den Alltag. Es geht um Familien, wo der Bildschirm-Babysitter nie kommt, und wenn der Kasten schon mal da ist, kann man Regeln finden: „frühes Nichtfernsehen führt zu weniger Fernsehen.“ (S. 179), aber das stumme TV-Gucken fördert die Konsumhaltung vor dem PC, so darf man Bleckmann verstehen. Und am Schluss gibt es drei pfiffige Tests, mit deren Bestehen, sich die Kinder von nacheinander von derCD zum TV und dann weiter zum PC hangeln dürfen.

Der Drang zur totalen Digitalisierung der Schule berücksichtigt nicht, dass die Kinder sich vorher am besten selber einen Eindruck davon verschaffen sollen, was sie digitalisieren sollen. Ansonsten werden sie nur kompetent im bloßen Knöpfendrückchen, aber sie lernen nicht oder erst spät, selber Inhalte über ihre Erlebnisse anderen mitzuteilen.

Paula Bleckmann,
> Medienmündig. Wie unsere Kinder selbstbestimmt mit dem Bildschirm umgehen lernen
1. Aufl. 2012, 251 Seiten, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-608-94626-0

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