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Lesebericht: Richard Saul: Die ADHS Lüge. Eine Fehldiagnose und ihre Folgen

Montag, 11. Mai 2015

saul-adhs-luegeAuf der Website > ADHS? – Website des ADHS Infoportal des zentralen adhs-netzes steht „Die Kernprobleme (die Mediziner sagen dazu: Symptome) sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Jeder Mensch kann mehr oder weniger unaufmerksam, impulsiv oder hyperaktiv sein. Erst ab einem bestimmten Grad der Auffälligkeit, spricht man von einer Störung. Dabei sind die Grenzen zur sogenannten „Normalität“ nicht genau zu ziehen.“ Und es gibt auch > ADHS für Erwachsene. Die > Apotheken-Rundschau erinnert daran, dass der Apotheker das „ADHS-Medikament Methylphenidat“ (ib.) bereithält. Die Apotheke hat lt. dieser Apotheken-RUndschau noch mehr: „Auch der Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Atomoxetin hat in Studien Wirksamkeit auf die Symptome von ADHS gezeigt und ist seit 2013 in Deutschland auch für Erwachsene zugelassen. Alle Patienten, die mit diesen Arzneistoffen behandelt werden, müssen – wie bei anderen medikamentösen Behandlungen auch – sorgfältig auf Verhaltensänderungen hin beobachtet werden.“ (ib.)

Wikipedia fängt im Artkiel zu > ADHS mit Heinrich Hoffmanns Struwwelpeter (1845) an, um dann u. a. mit Sigmund Freunds „Zur Psychopathologie des Alltagslebens“ (1901) fortzufahren. 2004 soll es schon, so die Wkipedia rund 19.000 Arebtien weltweit zu ADHS vorliegen. Da muss ja was dran sein. Nun muss zum Kapitel > Kontroversen um ADHS ein weiterer Titel hinzugefügt werden: Richard Saul > Die ADHS-Lüge. Eine Fehldiagnose und ihre Folgen – Wie wir den Betroffenen helfen hat eine ganz andere Definition: ADHS Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätssymptome gibt es nicht! (S. 19-23) In den USA sollen 11% der Kinder die Diagnose ADHS, zwei Drittel von ihnen erhalten Ritalin gegen eine Krankheit, die es gar nicht gibt. Außerdem werden diese Kinder und auch 4 % der Erwachsenen falsch behandelt. 18 Symptome kennen Ärzte aus dem Diagnostischen und Statistischen Manuals Psychischer Störungen (Saul S. 27). Werden fünf erkannt, soll/hat das Kind ADHS /haben. Saul bezeichnet dieses Vorgehen schlicht als skandalös, zumal die Diagnose die Verschreibung von Präparaten wie Ritalin bewirkt.

Diagnose und Behandlung von ADHS hält Saul beides gleichermaßen schlichtweg für falsch. Diagnose für etwas, was es nicht gibt, folglich macht für ihn auch die Behandlung keinen Sinn. Müssen Eltern nicht stutzig werden, wenn ihnen gesagt wird, ihr Kind habe ADHS, Probleme mit der Aufmerksamkeit und auch Probleme mit seiner Aktivität, wo von es zu viel haben soll? Es ist so bequem, ein Etikett zu vergeben. ADHS: Kapitel 2. Ein einfache Antwort: Die Gesellschaft ist schuld. Der Vorwurf lautet: Lehrer und Eltern hätten weniger Zeit als je zuvor, und bei schlechten oder störenden Schülern fiele ihnen ADHS ein. (S. 39) Saul streitet gar nicht ab, dass es die Symptome und Beobachtungen führen, die mit ADHS umschrieben werden, nur die Bezeichnung ADHS ist falsch. Seine Ansicht nach erfordern diese Symptome andere Maßnahmen und vor allem keine Aufputschmittel oder Stimulanzien jeder Art: Kapitel 3. Saul warnt vor dem Missbrauch der Stimulanzien mit allen Folgen der Abhängigkeit.

saul-adhs-luege Der Klappentext bringt es auf den Punkt >>>>>

Kapitel 4 mit einem Überblick über die Störungen hinter den ADHS-Symptomen stellt eine Liste der Symptome vor, die in den folgenden Kapiteln vorgestellt werden. Für Sehstörungen, Schlafstörungen und chronischer Substanzmissbrauch sind für alle sich zu behandeln, ohne in den Zusammenhang mit ADHS zu geraten. Folgt man Saul werden Symptome anderer Art wie Affektive Störungen (bipolare Störung und Major Depression) (Kapitel 8) nicht erkannt, wenn sie als Teil von oder als ADHS behandelt werden.

Hörproblem sind wie Sehstörungen zu behandeln. Lernstörungen (Kapitel 10) wie Dyslexie (Legasthenie) haben spezielle Ursachen und dürfen nicht einfach unter einem vermutlichen Krankheitsbild ADHS abgelegt werden. In diese Kategorie gehört auch eine Sensorische Verarbeitungsstörung (Kapitel 11), die unerkannt und unbehandelt bleibt, wird sie unter ADHS subsumiert.

Jetzt wird es richtig ernst: Hochbegabung. Kapitel 12. Eine Fehldeutung als ADHS zieht schweres Unrecht für das Kind nach. Es folgen eine Reihe von Symptomen, die zum Aufgabenfeld der Psychologen gehören. wie Kapitel 13. Anfallsleiden. Es sei, so Saul, schwer feststellbar und in Gefahr als ADHS aufgefasst zu werden. Das gilt auch für Zwangsstörungen (Kapitel 14). Probleme bei sozialen Kontakten wie das Asperger Syndrom (Kapitel 16) werden auch leicht unter die ADHS-Syptome eingereiht.

Treten die von Saul genannten Symptome und werden sie als ADHS bezeichnet, sollten die betroffenen Personen vorzugsweise ihre Stresssituation überprüfen. Veränderungen des alltäglichen Lebens empfiehlt er als die beste „Therapie“ (S. 291 f).

saul-adhs-luegeDie Diagnose ADHS scheint verführerisch zu sein, weil sie, folgt man Saul, einen Gesamtzusammenhang vorgaukelt, den es nicht gibt, wenigstens nicht als Rechtfertigung für die windige Diagnose ADHS.

Richard Saul
> Die ADHS-Lüge
Eine Fehldiagnose und ihre Folgen – Wie wir den Betroffenen helfen.
Aus dem Amerikanischen von Dieter Fuchs (Orig.: ADHD does not exist)
1. Aufl. 2015, 317 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-98046-2


Hans Hopf
> Die Psychoanalyse des Jungen
1. Aufl. 2014, 404 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-608-94775-5

> Nachgefragt: Hans Hopf, Die Psychologie des Jungen

In unserem > Lesebericht, Hans Hopf, Die Psychoanalyse des Jungen stand:“ Was als ADHS daherkam waren “altbekannte soziale Störungen” (S. 13), allerdings waren “immer häufiger massive Probleme mit der Beherrschung ihrer Affekte zu beobachten” (ib.). Das DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) beschreibe zwar die Symptome, aber die Ursachen wurden vergessen, vernachlässigt oder übersehen, unterbewertet mit allen Folgen für die Behandlung. Hopf will diesen Jungen die Seele zurückgeben, sie sollen wieder ihre männliche Identität entwickeln können, und ihre Eltern und Erzieher müssen wieder lernen, “die psychischen Ursachen von Aggression und Affektregulierung” zu verstehen. Störanfälligkeit der Jungen, so Hopf, darf nicht länger mit der Verschreibung von Methylphenidat (s. auch S. 28) beantwortet werden. (S. 14″

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