Verlagsblog

Archiv für die Kategorie 'Reisen'

Lesebericht: Nicole Zepter, Kunst hassen

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Einfach nur, weil diese Idee


pfiffig ist, holen wir mal den folgenden Beitrag vom 29. August 2013 nach oben. Es stimmt, nichts nervt in einem Museum mehr, als das ständige Hantieren der Mitgucker mit allen möglichen elektronischen Geräten, der Tonband-Führer am Ohr, das Handy für Whatsapp in der Hand, zwei andere machen gerad ein Selfie vor Rembrandt, niemand interessiert sich wirklich für die Gemälde, alle gehen hier nur hin, weil es gerad nichts kostet, oder sie stehen gelangweilt vor einem Führer, der ihnen die Kunst näher bringen will. Jemand der lange vor einem Bild steht, ist den andren irgendwie im Weg. Was da (nicht) abgeht, hat Nicole Zepter auf den Punkt gebracht:

Ich mag Kunst und gehe oft in Museen. Nun erscheint ein Buch mit dem Titel > Kunst hassen? Der Untertitel Eine enttäuschte Liebe verriet doch schon, dass es hier ganz und gar nicht, dass hier eine Fundamentalopposition gegen die Kunst im allgemeinen und im besonderen in Stellung gebracht wird. Nicole Zepter, hat Philosophie und Kunst studiert. Sie ist Chefredakteurin des Monats-Magazins > The Germans und residiert in Berlin.

Wie schön könnte Kunst sein. Wann waren Sie zum letzten Mal im Museum? Keine Führung, mit kompetenten Referenten, die den Besuchern erzählen, was sie auf den Bildern sehen (sollten) hat sie gestört, überall war die Aufsicht nett und zuvorkommend, sorgte mit Öffnung der Jalousien für das richtige Fotolicht und wusste genau, in welchem Saal Sie das
bestimmte Bild finden, niemand fühlte sich gestört, als zwischen ihnen und Ihrer Freundin ein heftiger Streit über die Qualität eines der ausgestellten Kunstwerke begann, in vielen Sälen waren Bilder unterschiedlicher Epochen als Anregung zum Vergleich nebeneinander gehängt worden und das lange interessante Gespräch mit dem Herrn, der in Saal 7 die Aufsicht führt, über das Bild an der m-agegenüberliegenden Wand ging ihnen noch am Tag nach dem Museumsbesuch durch den Kopf. Er hatte mich angesprochen, weil ich aufgefallen war, wie lange ich schon vor dem Bild stand: Ihnen gefällt das Bild? Langsam verstehe ich das Bild, hatte der Herr gesagt. Wie lange er schon in diesem Museum sei, 4 Jahre, hatte der Herr geantwortet und gelächelt. – Schön wär’s. Das sind alles nur Ausnahmen. Oder Utopien. Die Kunstwirklichkeit in unseren Museen ist ganz anders.

In diesem Buch kommen die berechtigten Klagen von Nicole Zepter in geballter Form: Wenn die Zuhörer ihren Kunstführern lauschen, und man den ein oder anderen Satz mit aufschnappt, hat man oft das Gefühl, die stehen vor dem falschen Bild. Viele Führungen gewöhnen den Zuhörern das eigene Denken ab. So wie in Ausstellungen das Fotografieren immer verboten ist. Und wenn Sie nach einem Bild suchen, hören Sie oft, das weiß ich nicht, das nicht mein Bereich, oder es gibt nur eine vage Richtung. Museen und Ausstellungshallen sind für Zepter zu Ausstellungsräumen verkommen, in denen eine Auseinandersetzung mit der Kunst schon beim Aufbau der Schau gar nicht mehr stattfinden kann. Museumsbesuche werden zum Ritual, einige Sekunden pro Bild, ein Blick auf das kleine Schild, Namen des Malers und Titel des Bildes, Jahreszahlen, schon nach drei Minuten vergessen. Kaum jemals traut man sich, die Dame neben sich zu fragen, „Finden Sie das Bild auch so schrecklich?“ Oder „Sagt das Bild Ihnen (wenigsten) was?“

bode-museum

Waren Sie schon mal im > Bode-Museum in Berlin?

In unseren Museen und Ausstellungsräumen sollen Besucher sich wohlfühlen und die Werke der wichtigsten und bedeutendsten Künstler unserer Zeit genießen. Wer kommt dabei schon auf den Gedanken, Kunst zu hassen? Den ganzen Kunstsystembetrieb in Frage zu stellen? Es ist ja auch nicht einfach, zu wissen, was im Museum nicht zu sehen ist. Museen und Galerien haben die Oberhoheit über die Auswahl der Kunst der Kunst gewonnen. Was sie zeigen ist Kunst und duldet keinen Widerspruch. Nee, Sie wollen widersprechen, ach, wissen Sie, Sie haben von der Kunst nichts verstanden.

Kunst wird mit Presseinfos und Katalogen (S. 16) vertrieben. Kopfhörer gibt es dazu. Gelangweilt schlendert man zum nächsten Bild, das eine Nummer trägt, die wird eingetippt und nach drei Minuten weiß man schon den Titel des just präsentierten Bildes nicht mehr: „Ausstellungen sind heute auf die Passivität des Besuchers angelegt.“ (S. 35) Sein eigenes Denken ist nur im Besucherbuch am Ausgang vorgesehen. Ansonsten gilt, „… eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Kunst gibt es nicht.“ (S. 42)

Im Gespräch mit dem Kurator und Direktor des Hamburger Bahnhofs Prof. Dr. Eugen Blume über die Kunst in seinem Museum wird deutlich, wie wenig von den Besuchern ein Verständnis der Kunstwerke erwartet wird. Allerdings will er die Kunst als ein unerschöpfliches Reservoir von utopischen Anregungen verstanden wissen. Professor Blume stellt Kunst aus, „Weil in jeder Kunst ein wertvoller utopischer Gedanke liegt.“ (S. 58) Er kann natürlich nicht anders und betont die Notwendigkeit, Kunst zu Inszenieren. Sei es so. Die Kinder, die im Kunstmuseum von Dijon im Halbkreis vor dem Bild und um die Lehrerin herum auf dem Boden saßen, erzählten eines nach dem anderen was sie auf dem Bild sahen. Das war toll, die Inszenierung des Bildes, seine Hängung spielte keine Rolle. Die Kinder erzählten fast eine halbe Stunde lang nur über das Bild und störten sich nicht, dass ich mitten unter ihnen saß. Für sie war der Museumsbesuch Gewohnheit und Aufregung zugleich. Oder die Kinder die in der Giacometti-Ausstellung im Centre Beaubourg mit Daumen und Zeigefinger (und Feuereifer) nachmachen sollten, wie groß seine kleinen Statuen sind. Die heile Museumswelt, von der Zepter träumt, gibt es auch, die Welt, wo Kunst wirken darf, Anregungen gibt und als Kunst richtig gut ist, wenn der Besucher das Gefühl hat, er hat was gelernt und kann über sie hinausgehen. (Vgl. H. Wittmann, Sartre und die Kunst. Die Porträtstudien von Tintoretto bis Flaubert, Tübingen 1996, S. 183.) – Aber und da legt Nicole Zepter den Finger auf die offene Wunde: Soweit kommt es aber bei den heutigen Museumsinszenierungen nicht mehr: Der Kunstbetrieb hat seine Regeln gefestigt, Widerspruch, gar laute Kritik gehört sich nicht.

m-b

Waren Sie schon mal im > Centre Pompidou in Metz?

Es kommt noch viel schlimmer: „Die Kunst hat sich schon immer mit dem Geld ins Bett gelegt.“ (S. 876) Da bleibt von der Sartreschen Freiheit des Künstlers, der Freiheit als conditio sine qua non, Kunst überhaupt schaffen zu können, nicht mehr viel übrig. Ist es ein Trost, dass er der unbedingten Überzeugung ist, dass Künstler sich mit neuer Kunst immer wieder durchsetzen werden und ihre Freiheit neu erringen und bestätigen können. Zepters Kunstpessimismus ist davon weit entfernt: „Der Kunstbetrieb ist das Opfer seiner eigenen Vermarktung geworden,“ stellt sie fest. „Einige wenige bestimmen, was die Öffentlichkeit als wertvolle Kunst wahrnimmt.“ Die permanente Vereinnahmung von Kunst und Künstler? Soweit würde sie wohl nicht gehen. Eher der Besucher, wie schon ausführlich geschildert. Ist das Publikum wirklich doof? (S. 96) Keineswegs, nur es erduldet mehr durch die Kunstinszenierung durch die Kunstwerke selbst, für die es dann keine Zeit mehr hat.

„Kunst wird nicht beschützt, sie wird regelrecht bewacht.“ (S. 109) „Spießrutenlauf“ und die Aufseher empfangen die Besucher mit bösen Blicken als ob Sie Messer oder Spraydosen in den Taschen hätten, und man fühlt sich als „pöbelnde Eindringlinge“. Und trotzdem kann geschickte Museumspädagogik viel aus diesen Häusern machen, zwei Beispiel stehen oben.

Nicole Zepter zitiert Ernst Barlach (1870-1938) „Zu jeder Kunst gehören zwei: einer der sie macht, und einer, der sie braucht.“ Noch besser passt Sartres Feststellung, ein Geisteswerk entsteht erst dann, wenn Autor und Leser zusammenarbeiten, das steht in Qu’est-ce que la littérature? (1947) und darf als Grundlegung der Rezeptionsästhetik gelten. Kunst richtet immer einen Appell an den Betrachter, der bleibt auch, wenn die Institutionen, die Aufseher, das Geld, das ganze Drumherum dem Kunstgenuss im Wege stehe. Den Appell der Kunst der Kunst wieder vorbehaltlos wahrnehmen, das ist der Appell, den Zeppelin an uns richtet, wir als Betrachter sollen wieder uns ganze Freiheit gegenüber der Kunst wahrnehmen, wodurch die Freiheit der Kunst auch wieder gestärkt wird. Kunst hat das Potenzial, den Kunstbetrieb wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

Zeppelins Buch ist eine wunderbare Anregung, unter neuen Voraussetzungen ins nächste Museum zu eilen:

Waren sie schon mal im > Kunstmuseum am Stuttgarter Schlossplatz?

> Kunstmuseum, Stuttgart
Nicole Zepter
> > Kunst hassen. Eine enttäuschte Liebe
1. Aufl. 2013, 136 Seiten, broschiert, Leinenüberzug
ISBN: 978-3-608-50307-4

BR > Streitschrift „Kunst hassen. Eine enttäuschte Liebe“ – Ein Beitrag von: Cordsen, Knut Stand: 23.08.2013

daserste.de > Buchtipp „Polemik“

> ¿Kunst hassen – Eine enttäusche Liebe¿ – SWR II -Sendung vom Samstag, 24.8. | 8.10 Uhr | SWR2

Nachgefragt: Ulrich Raulff, Wiedersehen mit den Siebzigern

Dienstag, 14. Oktober 2014

Erst der > Lesebericht zum Buch, dann der Artikel Nachgfragt… zum Buch, so wollen wir es in der Tradition dieses Blogs auch heute handhaben.

Auf dem Stand von Klett-Cotta bei der Frankfurter Buchmesse haben wir Urlrich Raulff getroffen, den Leiter des Deutschen Literaturarchivs in Marbach. Sein Buch > Wiedersehen mit den Siebzigern mit dem Untertitel „Die wilde Zeit des Lesens“ ist gerade bei Klett-Cotta erschienen.

Ulrich Raulff hat Geschichte und Philosophie in Marburg, Frankfurt und Paris studiert. Er war Feuilletonchef der FAZ, danach leitender Redakteur der SZ. Seit zehn Jahren leitet er das Deutsche Literaturarchiv in Marbach. Für sein Buch »Kreis ohne Meister: Stefan Georges Nachleben« erhielt Raulff 2012 den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch und Essayistik. Jetzt ist bei Klett-Cotta sein Band von Ihnen über die siebziger Jahren erschienen. Sind das Erinnerungen an seine Studien oder eher an den Geist der 70er Jahre? Wir wollten auch wissen, Was hat ihn in Marburg mehr geprägt, der Kontakt mit den akademischen Lehrern Wolfgang Abendroth “das große Tier, das Haupt der Marburger Schule” (S. 12), Hans Heinz Holz wurde Philosophie-Professor, Reinhard Brandt. Gert Mattenklott, Heinz Schlaffer und andere oder war es der Stoff den er dort gelernt hat?

Marburg war eine Art Freilichttheater, in dem man den Stil von 68 noch ziemlich lange studieren konnte,” (S. 10). Was war das dieser Stil von 68?

“Im Rückblick erscheinen die frühen Siebziger als Zeit des politischen Niedergangs. Was im Augenblick des Ausbruchs 68 heiße Lava gewesen war, war erstarrt in ideologischen Kleinstpositionen, was umfassende Vision gewesen war, zersplittert in tausend Rechthabereien.” (S. 26) Waren die Post68 Studenten politischer als ihre Vorgänger?

Ob sich Ulrich Raulff noch an seinen allerersten Besuche auf der Frankfurter Buchmesse erinnert? In welchen Rollen kamer zu welchen Ständen? Netzwerkbildung: Was war wichtiger tagsüber der Messebesuch oder abends die Verlagspartys?

Paris, Chartier, Collège de France, wenig später bin ich Ihm in Paris auf seinen Spuren gefolgt. Vielleicht saßen wir später wirklich mal irgendwann zusammen in der Bibliothèque nationale oder trafen uns im Keller an den Karteikästen. Wenn wir auch unterschiedliche Bücher gelesen haben, der Rahmen war unveränderlich genau gleich. Aber Foucault, Deleuze haben sie uns heute noch was zu sagen? Was war in seinen Erinnerung damals so aufregend an ihren Werken? Auf Deutsch waren die noch nicht zu haben. Sie haben sich dann erst mal mit dem Wörterbuch ans Übersetzen gemacht.

Die siebziger Jahre gingen nicht ohne die Gründung einer Zeitschrift zustande. Tumult. Zeitschrift für Verkehrswissenschaft. Wie war Urlich Raulff daran beteiligt, wo stand diese Zeitschrift?

Ulrich Raulff,
> Wiedersehen mit den Siebzigern
Die wilden Jahre des Lesens
1. Aufl. 2014, 170 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94893-6

Das Reisesehnsuchtsbuch:
David Gilmour, Auf der Suche nach Italien

Dienstag, 13. August 2013

Urlaubszeit – Reisezeit. Lesen vermittelt ästhetische Genüsse, vermittelt neue Ideen und Bücher erweitern den eigenen Horizont. Nicht jedes Buch eignet sich zum Ausprobieren. Wohl aber das Reisesehnsuchtsbuch von David Gilmour > Auf der Suche nach Italien. Seine Einleitung und sein erstes Kapitel Vielgestaltiges Italien sind gelungene Aufforderungen, die Koffer zu packen und loszufahren. Geschichte, Kunst, Topographie und die Sprache: die Zusammenhänge, die Gilmour erklärt wecken die Reiselust. Endlich mal wieder nach Italien. Ganz unaufdringlich vermittelt Gilmour seine Kenntnisse der Provinzen, wo er überall so lange gewohnt hat. Es war das Kapitel Venedig und der adriatische Raum: Dieses Jahr muss es wieder sein. Auf nach Venedig: auf Tintorettos Spuren in der > Scuola di San Rocco. Gilmours Buch bietet natürlich mehr als ein Reisefüher, Kulturgeschichte im besten Sinne präsentiert er, und dieses Eintauchen in die italienische Geschichte, die besonderen Kennzeichen der Provinzen Italiens, die Geschichte seiner Staaten, die unglaublich kulturelle und künstlerische Vielfalt machen aus einem Buch eben dieses Reisesehnsuchtsbuch:

Gilmours Buch ist die perfekte Reisevorbereitung Vorbereitung auf ein paar Tage Venedig. Gestärkt mit dem Wissen über die venezianische Geschichte werden Sie die Annäherung von der Lagune oder vom Lido an die Stadt ganz anders erleben. Sie fahren auf ein offenes Geschichtsbuch zu:

Kommen Sie mit? Wir gehen mal über ein paar Brücken, überqueren einige der unzählbaren so vielfältigen Plätze und immer wieder die Ausblicke auf die Kanäle oder die Lagune: Bitte klicken Sie auf eines Bilder, das Fotoalbum mit dem schwarzen Hintergrund öffnet sich:

Nach Florenz (S. 85-94) würde ich Sie auch gerne mitnehmen. Auf den Spuren Machiavellis. Oder Stendhal nach Italien (S. 154-156) begleiten. Was für eine aufregende Geschichte: Aufständisches Italien (1820-1849) S. 164-172. Und dann das 7. Kapitel Italien auf dem Weg zur Einheit… Und schließlich bekommt Berlusconi die S. 384-395 und dann das Abschlusskapitel Unverwüstliches Italien S. 396-409. Und wenn sie diese letzten Seiten gelesen haben -mit der Kenntnis der vorhergehenden Kapitel – werden sie das Gewicht und die Vielfalt der historischen Erinnerung und die Bedeutung der unglaublich reichen Kunstschätze Italiens verstehen. Vielleicht ist dieses Vielfalt für einen Nationalstaat gar nicht geeignet? (Vg. S. 409)

David Gilmour
>
Auf der Suche nach Italien
Eine Geschichte der Menschen, Städte und Regionen von der Antike bis zur Gegenwart
Aus dem Englischen von Sonja Schuhmacher und Rita Seuß (Original: The Pursuit of Italy. A History of a Land, its Regions and their Peoples)
1. Aufl. 2013, 464 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 16 Seiten farbiger Tafelteil, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-94770-0


Nachgefragt: Michal Hvorecky, Tod auf der Donau

Montag, 30. April 2012

Der Lesebericht zu Michal Hvoreckys Roman > Tod auf der Donau ist auf diesem Blog schon erschienen. Eine ganzes Kreuzschiff voll amerikanischer Touristen ins Donaudelta begleiten, das hat Martin Roy sich vorgenommen. Zugegeben, das wäre sehr verführerisch, diese Reise baldmöglichst auch einmal zu machen. Roys Reiseführung, sein profundes historisches Wissen machen echt Lust auf diese Reise, wenn auch manche ihrer Umstände, die Roy aushalten und bewältigen muss, sich doch nicht so ganz zur Nachahmung empfehlen. Roman, Reiseführer? Michal Hvorecky, hat auf alle Fragen geantwortet:

Michal Hvorecky
> Tod auf der Donau
Roman
Aus dem Slowakischen von Michael Stavarič (Orig.: Dunai v Americe)
1. Aufl. 2012, 272 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-50115-5

Der kulinarische Almanach: Der bodenständige Süden

Sonntag, 5. Oktober 2008

Kulinarischer AlmanachHanns-Josef Ortheil reicht die Vorspeise in Form eines kulinarischen Besuchs in Coburg, eine Gelegenheit, den Coburger Kloß mit seiner „zwittrigen Existenz zwischen Norden und Süden“ (S. 11) zu erklären. Schade, nach Coburg komme ich erst in etwa einem Monat, sonst hätte ich schon hier ein Foto des Coburger Knödels zu zeigen. Davon schwärmen könnte ich ich natürlich auch. Jürgen Kaube erklärt, was die bodenständige Küche ausmacht. Und Erwin Seitz berichtet aus den beiden Lokalen Hermanns Einkehr und Alpenstueck in Berlin, wie denn in dem einen die Maultaschen beschaffen sind und in dem anderen Back to basic die Küche bestimmt. Es ist also angerichtet, und nun geht es im neuen > Kulinarischen Almanach mit den Hauptmahlzeiten so richtig los.

Reante Peiler war im Ristorante da Nonna Sceppa dal 1669 in Paestum zu Gast: Dort kann man lerenn, wie ein vernünftige Pizza – La bella paesana – auszusehen hat. Sie war auch im Bischofshof am Dom in Regensburg und weiß, dass am Fronleichnamstag dort immer Würschtltag ist. Lesen Sie selbst die Beschreibung. Hier geht es erst nach einem Gang in Küche weiter.

Rosa Kremel hat Knödel in Südtirol probiert. Katja Mutschelknaus weiß alles über die Kärntner-Kasnudel. Das Rezept liefert sie mit. Dann nimmt Erwin Seitz uns auf eine Weinreise durch die Wachau – Weißenkirchen und Dürnstein – , das Burgenland – Neusiedl am See – und die Steiermark – Berghausen und Gamlitz – mit: 14 Gasthöfe empfiehlt er – da wäre ich gerne mitgefahren. Michael Allmaier läßt uns an den Obstbränden schnuppern, und Michael Klett, wie die Restsensation, Nachblüte oder auch Schmeckblüte funktioniert. Jetzt geht es mit Chandra Kurt zu den Gletschwerweinen ins Oberwallis. Brigitte Kronauer ist hoch auf eine Alm geklettert, um dort das Fondue von Pirigen zu erleben. Wir haben erst gut die halbe kulinarische Reise des diesjährigen Almanachs durch. Übrigens hat > Isabel Klett wieder ihre unverwechselbaren Zeichnungen zu diesem Band beigesteuert.

Jetzt wird es mit den Innereien aus der Metzgerei in St. Gallen, die Ingrid Schindler untersucht hat, mit der Bodenständigkeit so richtig Ernst. Rafael Arnold berät uns in Sachen schwäbischer Spätzle, die sind ja doch eigentlich ganz anders, als die die ich bisher hier so kennengelernt habe. Michael Klett gesteht „Kutteln sind mein Schönstes.“ In „Streifen geschnittene Vormagen von Wiederkäuern“ sagt das > Lexikon, aber dieser Artikel, der so eingeleitet wird, gibt nichts von den Gaumenfreuden wieder, die hier vom „Innereienjäger“ dargeboten werden.

Jetzt geht es Richtung Norden. Peter Eickhoff war in Monkey’s West in Düsseldorf und Joachim Bessing hat die Kochsendungen im Fernsehen angesehen. Und dann kommt das letzte Kapitel mit dem traditionellen Küchenkalender für das nächste Jahr mit den Rezepten von der Schlehe im Januar bis zur Bratwurst vom Wildschwein mit Fenchel. Jetzt geht es in die Küche: Bodenständiges Paprikagulasch steht auf dem Speiseplan.

Seitz, Erwin (Hrsg.)
> Cotta´s kulinarischer Almanach No. 16. Bodenständiger Süden
Mit Illustrationen von Isabel Klett, 1. Aufl. 2008,
239 Seiten, ISBN: 978-3-608-91339-2

Ausstellung
Illustrationen von Isabel Klett/Stuttgart und Barcelona
Bis zum 4. November 2008.
ON PHOTOGRAPHY & ILLUSTRATION
UNO ART SPACE – Ute Noll
Liststrasse 27
D-70180 Stuttgart
Telefon: 0049- (0) 711-66 48 72 85
Die Öffnungszeiten sind jeweils Dienstags von 17 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung
> Internet: www.on-photography.com
> E-Mail: uno@on-photography.com

Literatur – Rezepte – Kochen – Reisen

Dienstag, 23. Oktober 2007

Kulinarischer AlmanachMit dem Beitrag über den Kulinarischen Almanach Kochen in Deutschland: Die neue Gastlichkeit habe ich in den ersten Blogtagen hier schon einmal übers Kochen geschrieben. Insofern gibt es auf diesem Blog schon eine Verbindung vom Bloggen über Rezepte zur Literatur.

Aber Jan Theofel ist zur Zeit unterwegs, um diese Verbindung, wie gesagt vom Bloggen übers Kochen bis zur Literatur um die Variante Reisen anzureichern und dies äußerst erfolgreich, spannend, lehrreich mit kulinarischen Hochgenüssen. Er und seine beiden Mitblogger reisen in 80 Tagen auf den Spuren von Phileas Fogg und Passpartout rund um die Welt. Nicht in echt. Aber in der Küche, und dabei bestehen sie alle möglichen Kochabenteuer, die die beiden Reisenden zu bestehen haben. Die Idee ist wunderbar und die 80-Tage-Blogger breiten wahre Schätze aus. Manchmal beschützt Theofel seine Helden auch vor Ungemach statt Frikassee oder so was ähnlichem gibt es denn landesgerecht > Reisnudel-Curry mit Hähnchen. Wissen Sie was > Selbstgemachter Paneer ist? Man weiß gar nicht wo man zuerst anfangen soll: Nachkochen, vorher Einkaufen, oder Die Reise um die Welt in 80 Tagen nochmal lesen. Ich mußt mich erstmal mit dem Bloglesen zufriedengeben. Und das macht bei ihm echt Spaß.

Jan Theofel habe ich bei > Webmontagen und beim letzten > Barcamp in München getroffen. Schon bei der Fußball-WM hat er täglich ein wichtiges Rezept der teilnehmenden Nationen gekocht.

Literatur – Sachbuch – Blog – Klett-Cotta
Klett-Cotta is proudly powered by WordPress and the 3 Column Relaxation Theme from Clemens Orth.
Entries (RSS) and Comments (RSS). 29 queries. 0,224 seconds.