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Archiv für die Kategorie 'Web 2.0'

Lesebericht: William Gibson, Misstrauen Sie dem unverwechselbaren Geschmack

Montag, 6. Mai 2013

William Gibson > Misstrauen Sie dem unverwechselbaren Geschmack. Gedanken über die Zukunft als Gegenwart hat hier einer Auswahl seiner Texte eine Phänomenologie der digitalen Welt , die uns heute umgibt, vorgelegt. Er lädt zu einem sachgerechten Umgang mit den Medien ein. Er lässt durchblicken, dass er von ihren Möglichkeiten durchaus fasziniert ist, aber er hat sich auch einen vernünfigten Abstand zu ihnen bewahrt.

William Gibson (1948) stammt aus South Carolina (USA). Mit 19 wanderte er nach Kanada aus, um der Einziehung zum Vietnam-Krieg zu entgehen. 1972 ließ er sich in Vancouver nieder, wo er noch heute mit seiner Frau und zwei Kindern lebt. 1984 erschien sein Roman Neuromancer, der im gleichen Jahr alle gängigen SF-Preise erhielt: den Philip K. Dick Award, Nebula Award, Locus Award sowie den Hugo Award. Gibson prägte in diesem Buch den Begriff Cyberspace, der heute das Word Wide Web uzmschreibt. Pattern recognition (Mustererkennung ist sen erster zeitkritischer Gegenwartsroman vor. > Quellcode (»Spook Country«) ist seine Fortsetzung. Systemneustart ist sein zehnter Roman.

> William Gibson über sein Leben


William Gibson schreibt über Literatur, Musik, Mode, Film, die japanische Kultur und berichtet aus der digitalen Zukunft vieles, was sich bei uns schon längst bemerkbar macht. Mit seinen Romanen und seinen Beiträgen für Zeitschriften wie »Wired«, »New York Times Magazine« oder »Rolling Stone« hat er sich als präziser Beobachter der modernen Gesellschaft schon seit langem einen Namen gemacht. Diese Sammlung von Vorworten, Aufsätzen, Rezensionen und Artikeln aus zehn Jahren enthält kluge Einsichten und auch Vorhersagen auf die Auswirkungen der digitalen Welt auf unsere Gesellschaft. Der Walkman war war ganz Neues, der tragbare Kassettenrekorder, den heute kaum noch jemand besitzt. Über einen seiner Romane schreibt er: “Das Buch existiert am Schnittpunkt zwischen dem Unterbewusstsein des Autors und der Reaktion des Lesers.” (S. 51) Immer wieder warnt er davor, sich dieser “Schönen neuen Virtualität” hinzugeben, denn mehr als abstrakte Beziehungen kann sie nicht bieten.


Vom Autor dieses Blogbeitrags: > Schreiben Sie mit der Hand oder mit der Tastatur?


William Gibson gelingt es, auf wenigen Seiten eine Phänomenologie der digitalen Welt (S. 62 ff.) zu verfassen, sein Staunen über soviel Neues, das auch soviel Altes enthält eingeschlossen. Literarische Formen sind Werkzeuge… (S. 115) und Gibson lässt fast nebenbei sein Interesse für die Formen erkennen… liest man weiter versteht man schnell viel von dem, was er in Erinnerung ruft, und was die digitale Welt nur mit großem Aufwand realisieren kann. Durch das Medium und den PC getrieben, kommt dann manches schrill auf aufregend daher, schaut man genauer hatten manche oder viel Büchermacher das viel besser im Griff, weil sei die Form beherrschen, nicht nur das Design der Bücher, sondern auch die Form ihrer vielen verschiedenen Texte. S. 133: eBay – kann ein Virus sein, den sogar Gibson sich eingefangen hat: Objekte aus dem Cyberspace in die Realität importieren: “Meine Gedanken rasen…” (S. 139). Die gute Nachricht, auch dieses Virus kriegt man wieder los. Übrigens: “Das Netz ist Zeitverschwendung.” (S. 189-195) Man macht Sachen im WWW, weil sie möglich sind, allerlei Unfug mit Suchmaschinen ausgraben oder auch nicht, und die man im realen Leben nie machen würde. Wieviel % seiner täglichen Online-Zeit helfen heute einem Studenten beim Studieren wirklich weiter? könnte man in diesem Zusammenhang fragen. Da denke ich an die 100 Stunden in der TU Dresden, von denen beim Vortrag über > Romanistik und Neue Medien immerhin einer > www.gallica.fr kannte.


> Oder kann man ohne das Internet studieren?


William Gibson
> Misstrauen Sie dem unverwechselbaren Geschmack. Gedanken über die Zukunft als Gegenwart
Aus dem Englischen von Hannes und Sara Riffel (Original: Distrust the particular Flavour)
1. Aufl. 2013, 252 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-608-50314-2

Die Aktualität der Meldungen im Internet
oder: Kann das Internet Aktualität vermitteln?

Mittwoch, 3. April 2013

Beim gestrigen Themenabend von ARTE wurde über Google und sein Buchprojekt berichtet. Es ging immer wieder um das ganze Wissen, das eingescannt werden soll. Als ob das Wissen der Welt lediglich in Büchern sei! Was ist mit den Archiven in allen Orten von allen Institutionen aus allen Zeiten. Da stecken die Informationen, von denen durch Bücher erst ein kleiner Prozentsatz gehoben ist.

Bei diesen Statements über die Qualität des Internets klingt auch immer die Vorstellung mit, im Internet könne alles gefunden werden. Und folglich existiert etwas nicht, was nicht im Internet auffindbar ist. Eben gerade erzählte mir noch ein Freund, Studenten würden heute schon einen großen Teils ihres Wissens aus E-Books und Dokumente ziehen, die über die elektronischen Medien abrufbar seien. Vielleicht ist das ein Grund für ein schwindendes Interesse an der Literatur oder den Literaturwissenschaften. Trotz aller Bewunderung für die Rasanz und die Fülle im Internet, ein Student, der über ein geisteswissenschaftliches Thema schreiben will und nur auf die im Internet verfügbaren Materialien angewiesen ist, bräuchte gar nicht erst anzufangen. Zugegeben es gibt manche Themen, da könnte das Internet als Grundlage heute ausreichen, z. B. in Wirtschaftsinformatik wenn man Forschungen zum Web 2.0 anstellt. Historiker und Literaturwissenschaftler, um ein andere Beispiel zu nehmen, können das Internet bestimmt zum Abfragen bibliographischer Daten ganz gut nutzen, um an den vielen Fehlern und den Riesenlücken in Google-Books irgendwann zu verzweifeln. Ja, wenn man mit www.gallica.fr – meiner Lieblingsseite – arbeitet, ist das natürlich etwas anderes.

Wie entsteht Wichtiges und Aktuelles im Internet? Die Ergebnislisten bekannter und unbekannter Suchmaschinen gaukeln uns eine Wichtigkeit der gefundenen Seiten, die ihnen nur durch die Suchalgorithmen verliehen wird, vor. Das Ergebnis: > Das Ende der Aktualität, so wie Wolfgang Hagen seinen Beitrag im Merkur (April 2013): “Es (i.e. Das Internet, H. W.) hat zwar ‘Publizität’ und ‘Universalität’ (aber nur, wenn die Zugangsfragen geklärt sind), jedoch keine »Periodizität« oder »Aktualität« (außer sie wird per Software simuliert).” Und: “Durch das lineare Nadelöhr einer massenmedialen Aktualität kommt die vielfach angeschwollene Informationsflut nicht mehr hindurch, und das heißt für jeden Einzelnen: Ihn erreicht nicht mehr der richtige Stoff.” (S. 314) Wenigen Websites von großen Zeitungen eigentlich keinen gelingt es, durch die Struktur ihrer Website das morgendliche Durchblättern der Zeitung nachzubauen. Websites haben die Eigenart wie das TV dauernd und überall unserer Aufmerksamkeit abzulenken, für etwas anderes zu beanspruchen. Eine Zeitungsseite kann man lesen und umblättern, auf einer Zeitungswebsite sind oft bis zu 78, 80, ja noch mehr Links nach Überall und Nirgendwo. Die Abonnenten von LE MONDE haben es gut, die können ihre Zeitung von morgen um 13 h frisch in HTML gesetzt ohne viel Ablenkung durchblättern und die Artikel in virtuellen Ordnern ablegen. Einfach Spitze.

Würden wir von Wolfgang Hagens Artikel noch mehr berichten, würden unsere Leser möglicherweise zu dem Schluss kommen, das Internet wird überschätzt? Ja, so ist es. Das schon oft geübte Spiel wirkt immer wieder: Die linke Hälfte des Seminars konzentriert sich auf die traditionelle Papierarbeitsweise n und bibliothekarischen Arbeitsmittel, die rechte Seite arbeitet nur “im oder mit dem Internet und den darin gefundenen Informationen.” Welche Hälfte kann hinterher überzeugender an einer Diskussion teilnehmen? Oder die eine Hälfte liest zwei Tageszeitungen, die andere Hälfte daddelt, wie es ihr beliebt, im Internet. Welche Hälfte weiß hinterher mehr über die aktuellen Ereignisse und ihre Bewertungen oder Einschätzungen? Meine Vermutungen geben der Papiertagespresse den eindeutigen Vorzug. Wieso denn hier eigentlich gebloggt wird? Die Frage ist berechtigt. Weil es Spaß macht zu schreiben und zu veröffentlichen und weil bei dem Gesamtaufwand für diesen Blog nur 2-3 % der Technik zu widmen ist. Und weil es Spaß macht hier einiges auszuprobieren, was mit Büchern nicht möglich ist, was sie bestens ergänzt, aber ohne Bücher gäbe es diesen Blog auch nicht.


> Schreiben Sie mit der Hand oder mit der Tastatur?


Das > Aprilheft des MERKUR enthält noch einen weiteren Artikel von Lothar Müller > “Deadline” zur wie sein Untertitel lautet lautet “Zur Geschichte der Aktualität”. Zwei interessante Artikel, die, wie es die Autoren vom MERKUR immer so gut können, dieses Thema in Form von Essays von allen Seiten besonders auch in historischer Perspektive betrachten und interessante Schlüsse daraus ziehen. > “Aktuelle Nachtrichten” steht in der blauen Zeile ganz oben auf dieser Website: > http://tagesschau.de/. Was ist auf dieser Seite wirklich aktuell oder wird nur durch das Medium Internet und Website dazu gemacht?


Nichtsdestotitz ist der MERKUR überall im Web 2.0 präsent:

> Online! Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken – 2.0


Anke t Heesen berichtet im Aprilheft über eine “Naturgeschichte des Interviews” – da denken wir auch an die eigenen Interviews: > Blog Klett-Cotta: >
Mehr als fünf Stunden Video in 24 Sendungen oder > Frankreich-Blog: Acht Stunden Video in 42 Sendungen und die > Interviews als Video und nur mit Ton auf diesem Blog, auch schon nach einigen wenigen Jahren gewinnt man beim Wiederbetrachten dieser kleinen Filme einen ganz anderen Eindruck als der der in der Erinnerung geblieben ist.

Niels P. Petersson hat sich mit der “Schifffahrt und der Globalisierung beschäftigt”: Dabei ist ein spannender Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte entstanden.

Kolumnen zur Soziologie und zum Design, ein Aufsatz von Klaus Birnstiel zur Gelehrtenexoterik. Einige akademisch-intellektuelle Erinnerungs- und Notizbücher” und ein Beitrag Walter Kempowskis frühe Aufzeichnungen von Gerhard Henschel ergänzen die Aprilausgabe des MERKUR. Jens Soentgens Aufsatz “Zur Eschatologie des CO2″, die Rezension von Helmut König des Films über Hannah Arendt und das “Journal II” von Stephan Herczeg beschließen das Heft.

> MERKUR
Jahrgang 68, Heft 767, Heft 04, April 2013
broschiert
ISSN: 0026-0096

Lesebericht: Marina Weisband, Wir nennen es Politik

Montag, 11. März 2013

“Ideen für eine zeitgemäße Demokratie” steht auf dem Buchdeckel von Marina Weisbands (*1987 in Kiev) Buch > Wir nennen es Politik, das gerade eben bei TROPEN erschienen ist. Eine 24-jährige Studentin der Psychologie, die schon als Politische Geschäftsführerin im Bundesvorstand der Piraten gewesen ist, hat ein Buch darüber geschrieben, wie sie ohne Erfahrung, ohne jede Verbogenheit, ohne politischen Twitter-Account, nur als Marina Weisband in die Politik geraten ist. Frank Schirrmacher spricht von dem “grassierenden Zynismus”(s. Covertext dieses Buches) in der Politik und bezeichnet Weisband treffend als ein Gegenmittel dazu. Man könnte sagen unbedarft, aber auch unvorbelastet, neugierig und mutig – mit


CLUB TROPICANA
DO 14.3. 21.30
Leipzig | Party
Marina Weisband, Torsten Schulz und Jörg-Uwe Albig
Die legendäre Tropen-Party. Eintritt: frei.
Feiern Sie mit uns und unseren Autoren!!!
Galerie für Zeitgenössische Kunst
Café Neubau / Kafic
Karl-Tauchnitz-Straße 9-11
04107 Leipzig
> www.gfzk-leipzig.de


• Fr 15.03 14:00
Marina Weisband
Das taz-Gespräch: Wir nennen es Politik
Leipzig | Lesung und Gespräch
Moderation: Peter Unfried
taz.studio
Halle 5, Stand E410a
Leipziger Buchmesse
Messe-Allee 1
04356 Leipzig

> www.leipzig-liest.de

einem ungetrübten Blick auf das System, frei von Betriebsblindheit” S. 8 – hat sie eine Blitzkarriere bei den Piraten absolviert. Jetzt hat sie ihre konkreten Ideen zu Veränderungen in unserer Gesellschaft in ihrem neuen Buch dargelegt.


> Alle Termine zu diesem Buch


Nicht nur an ihrer persönlichen Entwicklung hatte das Internet einen entscheidenen Anteil, denn “nicht nur unsere Art zu kommunizieren, sondern auch unsere Art zu denken” (S. 17) hat sich so Weisband modifiziert. Sie war ab 13 online, das hat ihr “Denken ganz anders strukturiert” (S. 36) “Im Prinzip können wir sogar auf jede verfügbare Information zugreifen, ohne uns bewegen zu müssen,” (S. 74) schreibt sie. Hinter diesem Urteil steht eine Überhöhung des Internets, die auch die mit ihm verbundenen Chancen für die Politik, die Weisband aus diesem Medium ableiten will, tangiert. Man darf nicht übersehen, dass nur die im Internet gespeicherte Information aufrufbar ist, aber nicht die Informationen, die in Bibliotheken, Archiven und Buchläden vorhanden sind und die wegen der Menge oder aus anderen guten Gründen wie zum Beispiel dem Urheberrecht eben nicht im Internet verfügbar sind. Nota bene: Das Internet ist heute ein Informations- und durch das Web 2.0 – auch ein wichtiges Kommunikationsmedium geworden, das mit seiner Schnelligkeit oft die Qualität der Informationen beeinträchtigt. So ist zum Beispiel die kollektive Intelligenz, die als Autor Pate von Wikipedia ist eher etwas Nebulöses, dass sich auf die Autoren reduziert, die Inhalte für Wikipedia schreiben. Im Bereich der Philologien beispielsweise, ich spreche hier für mein Fach > Romanistik dient das Internet natürlich als Kommunikationsmittel und auch, um Inhalte bekanntzumachen und Online-Bibliotheken – meine Lieblingsseite > > www.gallica.fr – abzufragen. Allerdings ist jede Seminar- oder Zulassungsarbeit zum Scheitern verurteilt, solange sich ihr Autor mit dem Internet begnügt. Noch ein Aspekt: Informationen sind noch lange kein anwendbares Wissen. Noch heute haben Studentinnen und Studenten Schwierigkeiten, sich im Netz zu orientieren. Dabei machen alle gängigen Suchmaschinen ihnen das Leben schwer, weil sie ihnen vorgaukeln, die zuerst angeführten Suchergebnisse seien relevanter als die folgenden… Wer glaubt, alles im Internet finden zu können, überschätzt seine Inhalte und das Netz selbst. Das Internet lädt ein zu einer ungeheuren Vielfalt, die für Studenten auch Orientierungslosigkeit bedeuten kann: >Schreiben Sie mit der Hand oder mit der Tastatur?.

< Wir haben die erste Lesung von Marina Weisband aus ihem Buch am 14. März im Tropicana CLub in Leipzig aufgezeichnet.

Schon erscheint die Forderung am Horizont, dann müsse eben alles ins Netz. Eine solche Forderung wird naturgemäß nicht die Zustimmung der Autoren finden, die mit Fug und Recht daraufbestehen, selber den Publikationsort ihrer Werke wählen zu wollen. Bei ihrem Lob hinsichtlich der Möglichkeiten des Internet ist Weisband so klug, die Gefahren des neuen Mediums, die Verringerung der "Aufmerksamkeitsspanne" (S. 18) und die fehlende Medienkompetenz sehr wohl im Blick zu haben. Das hindert sie aber nicht daran, ganz entschieden mit guten Gründen dafür einzutreten, die Chancen des neuen Mediums vor allem zu einer Renovierung der Demokratie zu nutzen.

Wenn Weisband auf die Politikmüdigkeit der Wähler zielt (S. 74), verspricht sie sich durch Online-Aktivitäten mehr Offenheit und bessere Einsicht in politische Prozesse. “Liquid democracy” (s. 77 ff.) ist für sie ein Schlüsselbegriff, mit dem u.a. die Übertragung von Stimmrechten, wie deren ebenso unkomplizierter Entzug beschrieben wird. Schnell kommt sie auf die Vernetzung zu sprechen – sie nennt in diesem Zusammenhang Beispiele u.a. wie das Chatten mit Gleichgesinnten – und resümiert unter dem Gedanken “der absoluten Gleichwertigkeit der Menschen bei vollständiger Ungleichheit” (S. 39). Daraus entwickelt sie den Reformbedarf unserer Gesellschaft, der ihrer Meinung über den Ansatz der Piratenpartei hinausgeht. Über Inhalte entschieden die Nutzer… “Deshalb ist das Internet eine in sich demokratische Struktur,” (S. 83) schreibt sie. Das war in Bibliotheken nie anders und überhaupt mit allen Erzeugnissen des menschlichen Geistes schon immer so gewesen. Es waren schon immer die Leser, die Zuschauer, die Zuhörer und die Rezipienten, die über den Erfolg eines Buches oder eines Kunstwerkes entschieden haben und das nicht erst seit der Begründung der Rezeptionsästhetik durch Hans-Robert Jauss in Konstanz.

Weisband ist mit dem Internet aufgewachsen, sie bringt in der Tat ein frisches Denken in die Politik, das manchen Politikern eine wichtige Nachhilfe vermittelt.

Man merkt dem Buch sehr viel Engagement und guten Willen an. Manchmal ist fast auch Enttäuschung zu erkennen, weil die Piraten bisher nicht so recht den Erfolg hatten, denn sie aufgrund des von der Autorin geschilderten Reformbedarfs hätten haben sollen. Weisband scheint ihnen voraus zu sein. Sie sagt das nicht offen, aber umso deutlicher zwischen den Zeilen. Jedesmal wenn Weisband so grundsätzlich wird und aus ihrem Buch ein Lehrbuch für angehende Politiker macht, – Feste Regeln, Dynamische Prozesse und Transparenz (S. 65 et passim) -, merkt man, wie sie vielleicht selber darüber gestaunt hat das alles in so kurzer Zeit beim eigenen Ausprobieren kennengelernt zu haben. Die große Hektik, die sie im Zusammenhang mit ihrer Parteiarbeit beschreibt ist auch dem Sog des Internets mit dem dort so schnellen Aufflackern und verschwinden von Informationen geschuldet.

Die totale Transparenz aller Entscheidungswege, die Veröffentlichung jedes Gedankensplitters hat mich bei meinem ersten und letzten Besuch der Piratenwebsite zuerst echt beeindruckt und dann mehr als erschreckt, weil die Autoren und Leser der Website ihr Leben auf das Ordnen – zumindest im Kopf – dieser ungeheuren Vielfalt reduzieren müssen. Mit soviel Ballast auf ihrem Kahn können sie eigentlich nur kentern. Bleibt als Gegenmassnahme nur der Versuch, > das Tagen von Piraten-Gremien für permanent zu erklären, um jedem Versuch, die Dinge konsensmässig auf ihren Punkt zu bringen, genügend Raum zu geben.

Schade, ich würde sehr gerne – wie hier so oft praktiziert – Marina Weisband Fragen zu ihrem Buch stellen: “Nachgefragt…” würde dann der Titel des Beitrages auf diesem Blog mit ihrem Video-Interview lauten. Aber unsere Presseabteilung hat mich schon draufhingewiesen, Frau Weisband sei sicher völlig ausgebucht.

Marina Weisband
> Wir nennen es Politik. Ideen für eine zeitgemäße Demokratie
1. Aufl. 2013, 174 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-608-50319-7


> Alle Termine zu diesem Buch


Annett Meiritz > Debatte um Online-Parteitage: Piraten drängen auf Mitmachrevolution SPIEGEL ONLINE, 9.3.2013

Lesebericht: Christoph Braun, Hacken

Montag, 1. Oktober 2012

Christoph Braun hat ein Buch über das Leben auf dem Land in der digitalen Gegenwart geschrieben > Hacken. Der Popjournalist kehrt Berlin den Rücken und vermehrt die 1320 Seelen im abgelegenen Evessen im Landkreis Wolfenbüttel um drei weitere Seelen. Mit der Pendelhacke in die Hand entdeckt er die Segnungen des Ökobaus und staunt über Hightech in der Landwirtschaft. “Morgen müssen die Kartoffeln raus,” das Landleben hat Braun voll im Griff. In Berlin lebte er eigentlich nur online. Alles passierte nur per Internet, Skype oder E-Mail. Nebenbei analysiert er das Stadtleben und seine “Supermarktbeziehung”, da merkt schon, worauf es hinausläuft. Wem will er zuerst entkommen, dem Fastfood oder dem Internet? Dann kommt ihre Tochter zur Welt. Und dann der Umzug nach Evessen: Spielkreis für Kleinkinder donnerstagsvormittags im Pfarrhaus. Und online ist auch alles in Evessen. In der neuen Wohnung muss Braun aber noch auf den Internet-Anschluss warten, der erst November 2005 da ist.

Braun erzählt ganz einfach, wie man trotz des ganzen Online-Rummels, den “Wunsch nach Autarkie” (S. 122) verwirklichen kann. Er ist kein Aussteiger und will auch nicht außerhalb der Gesellschaft leben. Und Naturkost jeder Art statt Kartoffeln im Glas und tiefgefrorenes Gemnüse. Und er lernt etwas über “Computer Aided Farming” (S. 125 ff) Kann das Landleben dem Surfen und dem Web nicht mehr entgehen? Eine heilsame Lektüre für alle, die an jeder Bushaltestelle und bei jedem S-Bahnkilometer hektisch ihr Smartphone konsultieren, um zu gucken, was in der Welt dort draußen gerade passiert, und nur dann kurz stehenbleiben, wenn sie schnell eine E-Mail zu hacken.

Autarkie und Selbstbestimmung
Christopp Braun, > Hacken
1. Aufl. 2012, 138 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-608-50309-8

Lese(vor)bericht: Paula Bleckmann, Medienmündig

Mittwoch, 8. Februar 2012

Gerade eben auf dem Frankreich-Blog den Beitrag > Kann man ohne das Internet studieren? verfasst, und jetzt kommt die Lektüre von Paula Bleckmanns neuem Buch > Medienmündig. Wie unsere Kinder selbstbestimmt mit dem Bildschirm umgehen lernen dran.

“Aber liest man nicht überall, Kinder sollten früh mit Medien umgehen lernen, damit sie medienkompetent werden? Früh übt sich, wer ein Meister werden will? Ganz ohne Frage: Kinder – die Erwachsenen von morgen – sollten auf jeden Fall verstehen, mit Fernsehen, Computer, Handy & Co. gekonnt und selbstbestimmt umzugehen. Medienkompetenz ist in aller Munde, aber sie reicht heute nicht mehr aus.10 Denn technische Fertigkeiten schützen den Menschen nicht vor der Vereinnahmung als Maschinensklave.” (S. 17)

Paula Bleckmann hat das Problem klar umrissen: “In Bezug auf die Ziele von Medienerziehung vollzieht sich in den letzten Jahrzehnten eine gefährliche Kehrtwende: Das Ziel war ursprünglich die Anpassung der Medien an die Bedürfnisse des Menschen. Lange Zeit war also der mündige Nutzer, der den Medien in seinem Leben und in der Gesellschaft nach eigener Entscheidung Raum und Bedeutung zumisst, Leitgedanke der Medienpädagogik. Nun hat sich unbemerkt dieses Ziel ins Gegenteil verkehrt: Die Vorstellung vom medienpädagogisch optimierten Training des Menschen als Bediener von Maschinen ist in den Vordergrund getreten, und damit die Anpassung des Menschen an die Medien. Was ursprünglich nur ein Medium, also ein »Mittel« war, wird damit zum Selbstzweck, zum Selbstläufer.” (S. 17 f. Hervorhebung , H.W.)

Meine > Kritik an Facebook. Die neuen sozialen Medien drängen uns ihre Gewohnheiten auf. Sie wollen nicht nur, dass wir unser soziales Leben, also unseren Umgang mit unseren Mitmenschen nach ihren Vorschriften gestalten, sie geben dazu auch einen Rahmen vor, dessen Irrsinn darin besteht, ganz unbekannte Menschen, ohne sie jemals gesehen zu haben, als Freunde zu titulieren.

Die Autorin dieses Buches setzt auf die “volle Breite des Handlungsspektrums” wie “Raum für kreative Eigentätigkeit und unmittelbare menschliche Begegnung”. Mit dem Internet kreativ umgehen, das gefällt mir. Bei einem Vortrag vor hundert Studenten, “streckte” einer (!) bei der Frage “Haben Sie schon mal in Wikipedia einen Artikel korrigiert?” Fast alle “streckten” auf die Frage “Wer hat in Facebook mehr Freunde als im realen Leben?”

Das Buch von Bleckmann kommt gerade richtig. > Bald hier mehr.

Paula Bleckmann,
> Medienmündig. Wie unsere Kinder selbstbestimmt mit dem Bildschirm umgehen lernen
1. Aufl. 2012, 251 Seiten, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-608-94626-0

Twitter und Facebook für die Hobbit Presse

Dienstag, 7. Februar 2012

> Twitter und eine > Facebook-Page informieren über das Neueste in Sachen Fantasy. Den Artikel > Hobbit-Fieber Ohne Glück geht es nicht von Christian Ignatzi, vom 05.02.2012 in den Stuttgarter-Nachrichten habe ich über die > Twitter-Meldung gefunden. Seit dem 1. 2. zwitschert die Hobbit Presse. Die Facebook-Page der Hobbit Presse hat schon 2665 Liebhaber: Lesungen, Neuerscheinungen, Veranstaltungen und Auszeichnungen, Fantasy-Freunde werden hier bestens informiert und sind mitten im Netzwerk drin.

Lesebericht: Douglas Coupland, JPod

Dienstag, 6. September 2011

> JPod erinnert mich an frühere Zeiten, in denen ich als Produktmanger in einem Softwareunternehmen, die Herstellung Computerlernspielen betreut habe. Jede Änderung am Code verlangte stets von neuem das Durchprüfen aller Funktionen. Dabei ging das Spiel in Routine über, und die Wirklichkeit war immer nahe daran sich virtuell aufzulösen. Genau diesen Übergang zwischen den Geschichten des täglichen Lebens zur virtuellen Welt der Computerspiele nimmt Douglas Coupland ins Visier. Die Notwendigkeiten der internen Organisation des Unternehmens, das die Spiele herstellt, verlangt straffe Hierarchien und die Arbeitsorganisation färbt auf das soziale Verhalten der Mitarbeiter ab. Sie passen sich ihrem Arbeitsplatz an und den Produktionszyklen an. Eigene Initiative ist nicht gefragt, der Code des Spieles würde sich im Chaos auflösen. Coupland zeigt die Gradwanderung zwischen Erfolg und Misserfolg des Teams, das nur in der Summe funktionieren kann. Neue Mitarbeiter merken bald, wie ihre Kollegen von “verschiedenen Formen eines leichten Autismus geplagt werden” (S. 329) Das geht sogar so weit, dass man sie auch als “High-Functioning-Autisten” (ib.) bezeichnen kann. Das ist keine Krankheit, sondern eine Art Teil ihrer Persönlichkeit. Eigentlich sind sie ganz normal, aber dann auch wieder in bestimmten Situationen irrsinnig leicht reizbar. Vielleicht hängt das mit der Reizarmut in den virtuellen Welten zusammen, die den verstärkten Ansturm irdischer Empfindungen als Bedrohung wahrnehmen. Ob das auf alle Bildschirmarbeiter zutrifft? Die virtuelle Welt, in der die Bewohner des JPod, der Produktionszelle in der Spielefirma leben, kann auch ein Symbol für die Excel und Wordarbeiter in allen Unternehmen sein, die ihre Aktivitäten jeden Tag dem PC anvertrauen und ihre Texte dort in die Textverarbeitung schicken. Coupland denkt wohl auch an dieses überbordende Vertrauen, dass die Computertechnik von uns verlangt. (A propos: > Schreiben Sie mit der Tastatur oder mit der Hand?

Das JPod, in dem die Produktmanager und Designer arbeiten, wird selber zum Bestandteil des Spieles. Der Roman verrückt die Grenze zwischen Realität und virtuellem Spiel ein bisschen mehr in Richtung des wirklichen Lebens. Mit diesem Kunstgriff der Übertreibung gelingt es Coupland die Folgen Vereinnahmung durch den Computer zu demonstrieren, die immer besonders in Auge fällt, wenn man zwei Menschen beobachtet, die zusammen ein Problem auf einem Bildschirm betrachten. Meist steht die Technik im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit und die Sachprobleme, die inhaltlichen Themen werden zweitrangig.

Ethan und seine Kollegen haben Besprechungen – neudeutsch “Meeting” -mit ihrem Chef, wie sie in vielen anderen Firmen stattfinden. Alle dürfen mitreden, bis der Chef nicht widerspruchsduldend zusammenfasst: “Fakt ist…” Also kommt die Schildkröte in das PC-Spiel rein, und alle denken nur noch an die Schildkröte. Wer im Entwicklungszentrum, kurz JPod arbeitet, wird oder ist ein Teil des Systems. Eine bestimmte Sprache, die Schrullen der Kollegen, Habitüden, mit denen man sich noch ein rest an Selbständigkeit und Individualismus zu bewahren sucht eingeschlossen. Das ginge ja noch alles, wenn da nicht immer wieder die störende Realität der realen Welt erscheinen würde. Ethan hat mit einem Besuch bei seinen Eltern Riesenprobleme hätte. Und mit den vielen Chinesen in seiner eigenen Wohnung weiß er auch nicht so recht was anzufangen. Bleibt ihm manchmal nur noch das Mittagsschläfchen im JPod unter dem Schreibtisch mit den Gelben Seiten als Kopfkissen? Mit dem festen Einband und dem Cover von Coupland, die den Übergang der Entwickler-Crew zu Lego-Figuren andeutet, sie werden selbst Teil des Spiels, ahnt man, was auf die JPod-Bewohner zukommt.

Das Motto. Hier klicken. So fängt der Roman an. Die vielen groß und fett gedruckten Gedankensplitter klingen wie ein Aufblitzen der realen Welt in der virtuellen Einöde des JPods. Zwischendurch diese blöden Spam-Mails aus fernen Ländern, die Prozente für die Überweisung imaginärer Riesensummen anbieten. Dann kommen im Roman – ist das eigentlich ein Roman? – die Steckbriefe von Ethans Kollegen. Casper Jesperson mag Doom 3. Brianna Jyang arbeitet am liebsten bei 18,5 Celsius Raumtemperatur. Joe Doe bevorzugt Hausmaeister Willie bei den Simpsons. Brandon Marck Jackson gehört erst seit drei Wochen zum JPod. Kaitlin Anna Boyd Joyce isst dauern Kaugummi. Ethan Harrison Jarlewski hat, als er noch auf der Highschool war, ein Betriebssystem entwickelt. Das hieß Mentos.

Und sie sprechen über ihre Arbeit: Kaitlin: “Du musst zugeben, dass die Hälfte der Leute, die hier arbeiten, grenzautistisch sind…” Ethan hat sowieso Probleme mit den Meetings, besonders wenn plötzlich die Namen des Spiels wieder geändert werden, nur weil Alistair mittlerweile das Sagen hat.

Kaitlin leidet an Prosopagnosie und kann Namen und Gesichter nicht richtig zuordnen und sie klagt über die Kollegin Bree mit ihrem Mikroautismus, der sie ständig auf die Jagd nach sexuellen Kontakten schickt. Ob die Umarmungsmaschine Abhilfe schaffen wird? Mehr Produktivität? Mehr Kreativität?

Auf der Rückseite steht, der Autor “zeigt sich einmal mehr als satirisch souveräner Exeget unserer heutigen Massenkultur.” “Medienkultur” würde ich sagen. Oder gar Computerkultur, die uns immer vorgaukelt, das sei die beste aller Welten, die aber hin und wieder Texte verschluckt oder verstümmelt und da immer weniger mit richtigen Texten arbeiten, Twitter mag sowieso nie mehr als 140 Zeichen, merken die meisten nicht, wie der PC uns unsere Freiheiten nimmt, und Google uns seine Ordnung der Welt suggeriert.

An wen wendet sich das Buch? An alle die meinen, PCs hätten nichts Verführerisches, Computerspiele machen nicht süchtig, sondern sind nur Zeitvertreib, die virtuelle Welt des Computerlebens sei auch ganz schön, werden hier eines Besseren belehrt. Die PC-Spielewelt hält nicht nur ihre Entwickler im Griff, sie beschädigt auch Imagination und Phantasie der Spieler, genauso wie im > virtuellen Spiel von Web 2.0 auch soziale Bezüge Schaden nehmen. Dieses und viele andere Themen lässt Coupland in seinem Buch geschickt verpackt und zugleich schonungslos offengelegt anklingen. Ich habe beim andere beim Durchblättern beobachtet, etwas erstaunte Blicke, Stirnrunzeln bei dem ungewohnten Druckbild. Die vielen Gedankensplitter, die unerwarteten Unterbrechungen, die Querverweise, das ist doch genau die PC-Arbeit, die uns immer jede Konzentration raubt. Wie oben gesagt und verlinkt: Der > PC kann nicht alles.

Lesung mit Douglas Coupland beim Sommerfest des literarischen Colloquiums in Berlin: 20 August 2011

Douglas Copland
> JPod
Aus dem Englischen von Clara Drechsler und Harald Hellmann (Orig.: Jpod)
1. Aufl. 2011, 520 Seiten,gebunden ohne Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-50103-2

> Lesebericht: Douglas Coupland, Generation A

Lesebericht:
McLuhan, Fiore, Das Medium ist die Massage

Freitag, 17. Juni 2011

Ungefähr ab der Mitte des letzten Jahrhunderts haben die neuen elektronischen Medien die Schrift mit ihrer Leitfunktion bei der Übermittlung von Botschaften und Inhalten abgelöst, will man Marshall McLuhan und der Einleitung von Regine Buschauer in das Werk von McLuhan (> NZZ, 19. Januar 2001) Glauben schenken. In Bezug auf die elektronischen Medien ist das sicher richtig, aber Fotos und Bilder, Gemälde aller Art haben schon viel früher der Schrift ihren Rang streitig gemacht. Beschränken wir uns aber tatsächlich auf die elektronischen Medien, dann stimmt die Beobachtung von McLuhan, und Klett-Cotta hat eine gute Idee gehabt, sein Buch > The Medium ist the Massage (1967/1969) auf deutsch zu veröffentlichen.

McLuhan mit seinem weit gefassten Medienbegriff, der eigentlich alles umfasst, was irgendwie einen Inhalt oder eine Bedeutung vermitteln kann, legt mit seinem Buch Erklärungsansätze und -Grundsätze für das gesellschaftliche Leben unserer Zeit vor: Sein erster Satz: “Das Medium oder der Prozess unserer Zeit – die elektronische Technologie verändert die Form und Struktur sozialer Beziehungsmuster und alle Aspekte unseres Privatlebens,” schlägt den Ton dieses Buches an. und unseres Berufslebens, könnte man hinzufügen, bedenkt man, dass heute kaum ein Beruf ohne ein Mindestmaß an PC-Kenntnissen kaum erfolgreich ausgeübt werden kann. Da ist was dran, aber stimmt seine Aussage wirklich? Es ist ja nicht nur der PC! Der tentakelartige Zugriff der Medien auf unser Leben und unsere Aktivitäten ist gar nicht zu übersehen. Die Medien erlauben uns keine Zeit der Muße mehr. Jede Informationsaufnahme wir heute gewöhnlicherweise von jedem Medienproduzent in eine Vielzahl anderer Informationen eingebettet, die wir eigentlich gar nicht verkraften geschweige denn verarbeiten können. Das ist auf jeder Zeitungsseite im Internet so, und das Fernsehen mit seinem ihm inhärenten Zwang zum Bild präsentiert uns seit Jahrzehnten allabendlich die Tagesschau: Informationen und immer viel mehr drumherum, auch wenn das Geflimmer nur am Rande zu den Worten passt. Misst man die Gesamtmenge der in 15 Minuten angebotenen Informationen, um anschließend den für uns wirklich wichtigen Informationsgehalt zu extrahieren, käme man auf ein Verhältnis von 2 oder 4 zu 15, ein Hinweis auf die nachhaltige Entmündigung des Bürgers. Mein Buch würde heißen “The medium is not the message”.

Oder fragen wir einen Studenten, woran er denkt, wenn er eine Hausarbeit konzipieren muss? Wozu nutzt er den PC? Zur Informationsbeschaffung? Zum Surfen im Internet? Um Wikipedia zu konsultieren? Welcher Student würde wohl erzählen, dass er einen > Zettelkasten hat? Genauso darf man fragen > Hilft das Internet beim Bücherschreiben?.

Diese kritische Fragen sollen kein bisschen davon abhalten, das Buch von McLuhan genau zu lesen. Es steckt voller bedenkenswerter Anregungen und Einsichten. Natürlich bleibt einem heute gar nicht anderes übrig, als die bunte und laute Medienwelt, die zu unserer gesellschaftlichen Hülle geworden ist, zu akzeptieren. Eine Umkehr ist ausgeschlossen. McLuhan weiß das und macht das beste daraus, in dem er die Hoffnung durchblicken lässt, diese mediale Vielfalt werden den Menschen zu einem neuen schöpferischen Dasein zum Wohler aller verhelfen. Er spricht vom “globalen Dorf”, nun das ist eher ein theoretisches Konstrukt, denn noch jede so schöne Website einer Stadt, wird mir nie zum echten Daseingefühl in dieser Stadt verhelfen, genauso, wie das beste soziale Netzwerk nie das Gefühl einer echten Partnerschaft mit allen dazugehörigen Freuden und Gefühlen auch nur annähernd vermitteln kann. Ich bleib dabei: > Ein soziales Netzwerk ist nicht das reale Leben.

Liest man nacheinander die ersten Kapitel von McLuhans Buch. “Du, deine familie, deine nachbarn, deine ausbildung, dein job, deine regierung, “die anderen” und das Buch ist eine erweiterung des auges… kleidung, eine erweiterung der haut…” versteht man schnell, dass nicht nur Zustimmung die erste Reaktion ist, sondern eine Vielzahl assoziativer Ideen machen mit und begleiten die Lektüre. “In einer elektronischen Informationswelt können Minoritäten nicht mehr ausgegrenzt werden. (S. 24) Faszinierend. Die Medien als Wohltat. Aber die Ernüchterung folgt mit meiner Klage. Wie wenig Studenten veröffentlichen heute schon regelmäßig selbst im Internet? Mehr Freunde als im realen Leben auf Facebook haben viele. Aber sie machen sich die Medien nicht untertan. Oder die Medien scheint bei ihnen nicht angekommen zu sein. Über Facebook und ein bisschen Twitter gehen ihre > Web 2.0 Kenntnisse kaum hinaus. Auch hier setzt McLuhans in vorauseilender Einsicht an genau der richtigen Stelle an. Wir wissen viel zu wenig über die > Medien und damit können wir auch nicht viel von unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit verstehen, darf man daraus folgern. Sein Buch ist eine Anregung dafür, die Medieninhalte nicht passiv zu konsumieren, sich nicht von ihnen vereinnahmen zu lassen, sondern selber etwas mit ihnen anfangen. Nicht nur twittern oder anonym in Wikipedia schreiben, sondern eine eigene Website, einen eigenen Blog verfassen. – Welcher Studente kennt und nutz regelmäßig > wissen.dradio.de/ oder wer von ihnen benutzt regelmäßig den > Radiorecorder vom DLF und welcher Politologiestudent mit Nebenfach Romanistik, liest regelmäßig ab 13 h LE MONDE mit dem Datum vom folgenden Tag? Oder wer von ihnen hört regelmäßig France Inter auf seinem IPad?

©. Das ist eine der kürzesten Überschriften von McLuhan. “Das Teamwork löst den Einzelkämpfer ab.” (S. 123) Auch das glaube ich nicht, weil es mediales Wunschdenken ist. Früher hieß das tatsächlich Teamwork oder Gruppenarbeit, bei der immer einer oft für alle arbeitete, weil es in einer solchen Gruppe immer einen gibt, der trödelt; das ist im Verkehr immer so. Das Bild passt sehr gut. Weil dann, im Verkehr immer alle hinter dem Langsamsten hinterherdackeln müssen. Der Langsamste bestimmt nun mal das Tempo. Ist nicht nur im Verkehr so. Auch bei jeder Gruppenarbeit. Es gibt keine > kollektive Intelligenz, die alle zusammen antreibt. Teamwork ist Reduzierung auf ein Mittelmaß und das müssen wir auch bei den Medien verhindern.

McLuhan schärft uns mit seinem Buch die Sinne und die Sensibilität für die Medien, für all das, was die Medien mit uns machen, aber vor allem auch für das was wir aus den Medien machen können. Medien konstruieren unsere Umwelt. Und dann fügt McLuhan hinzu: “Heute können wir die gesamte menschliche Umwelt zu einem Kunstwerk machen…” (S. 68).

Wovor warnt McLuhan? Die Medien nicht kreativ einzusetzen, etwas zu verpassen. Spielt man nicht mit ihnen, nutzt man sie nicht.

Zur Einführung:
Sehr lesenswert: Regine Buschauer, > Das Medium als Massage. Die aphoristische Medientheorie von Marshall McLuhan.
NZZ, 19. Januar 2001

Marshall McLuhan, Questin Fiore,
> Das Medium ist die Massage
Zusammengestellt von Jerome Agel, aus dem Amerikanischen von Martin Baltes und Rainer Höltschl (Org.: The Medium is the Massage)
1. Aufl. 2011, 160 Seiten,broschiert, mit zahlreichen Abbildungen und Illustrationen
ISBN: 978-3-608-50311-1

»Das Medium ist die Botschaft« Das ist wohl eines der berühmtesten Zitate aus Understanding Media (1964) – und dann in The Medium is the Message: An Inventory of Effects (1967) – von > Marshall McLuhan (1911-1980).
Douglas Coupland
> Marshall McLuhan
Aus dem Englischen von Nicolai von Schweder-Schreiner(Orig.: Marshall McLuhan)
1. Aufl. 2011, 222 Seiten,gebunden
ISBN: 978-3-608-50306-7

Klett-Cotta, Hobbit Presse und Tropen auf Facebook

Dienstag, 29. März 2011

Jetzt gibt es Tropen mit einer eigenen Unternehmens-Page auf > facebook.com. Klicken Sie dort auf “gefällt mir” und Sie werden stets aktuell über alles Neue bei Tropen informiert.

Übrigens Klett-Cotta gibt es auch auf > www.facebook.com/klettcotta wie auch die die Hobbit Presse eine eigene Seite auf > Facebook finden Sie hier:

Die Tendenz zu stärkerer Vernetzung, die z. B. > Leander Wattig immer genau beobachtet, ist ein interessantes Phänomen, und ich finde diesen Ansatz erfolgversprechender als manchen Newsletter.

Stuttgarter Buchwochen
Alex Rühle, Ohne Netz

Dienstag, 16. November 2010
Buchvorstellung
Buchcafé,
Haus der Wirtschaft,
Willi-Bleicher-Straße 19,
70174 Stuttgart
Freitag, 19.11. 2010,
Beginn: 20.15 Uhr

Eine Veranstaltung des Klett-Cotta Verlags und des Buchhandelsverbandes Baden-Württemberg im Rahmen der Stuttgarter Buchwochen.

Haben Sie sich schon mal gefragt, ob Sie aus Notwendigkeit oder aus Gewohnheit ins Internet gehen? Wir wissen alle, dass fast jeder Suchvorgang mit einer Suchmaschine (früher sagte man Karteikasten oder Katalog – “Maschine” hat so was von da arbeitet etwas für uns – und darauf will ich auch hinaus) uns nur einen winzigen und oft völlig falschen Ausschnitt der Wirklichkeit zeigt? Man gewöhnt sich daran, nur die ersten 5 Suchergebnisse wahrzunehmen und auch wenn man es nicht will, notiert unser Kopf dennoch die Werbung drumherum. Mit dem Internet ist man an die große Welt angeschlossen, oder glaubt zumindest es zu sein. Schlägt man eine Website einer Zeitung auf, bekommt man sofort außer der Meldung einen Haufen anderer Informationen einschließlich funkelnder und animierter Werbung angezeigt, die man gar nicht sehen will. Da sehnt der Kopf sich nach einer richtigen gedruckten Tageszeitung zurück. Und mit einem Computer wird das Bücherschreiben nicht besser. Oder kann der PC einen > Zettelkasten ersetzen? Kann er nicht. Dennoch, es gibt auch Segnungen des Internets: Zum Beispiel das Nachbearbeiten eines Vortrags: > Unsere geschundenen Städte, da wird das Internet tatsächlich zu einem echten Arbeitsmittel, ein Medium, eine Hülle, nichts anderes. Die Inhalte generiert nicht das Internet, sondern ein Autor.

Ist man als Blogschreiber oder Blogleser möglicherweise dem Internet verfallen? Internetsüchtig? Checken Sie auch schnell bei jedem Marmeladenbrötchen Ihre Mails ? Gucken sie auch jeden Moment auf Ihren Blackberry, um ja nichts aus der Online-Welt zu versäumen? Merken Sie auch, dass die Information zunimmt, nur weil es Internet, Laptops, IPhones, IPads und Smartphones gibt?

Was würde passieren, wenn Sie ab heute auf das Internet verzichten würden? Alex Rühle ist Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung. Als sein Gefühl, “dass ich mir darin selbst abhanden komme”, (S. 19) überhand nimmt, ist Schluss mit dem Internet – zumindest für ein halbes Jahr. Er gibt sein Blackberry ab und verzichtet auf jeden Internetkonsum, verordnet sich eine Offline-Entziehungskur und er schreibt > Ohne Netz. Mein halbes Jahr offline, ein Band, der in diesem Herbst bei Klett-Cotta erschienen ist.

> Nachgefragt: Alex Rühle, Ohne Netz

> www.ohne-netz.de

Facebook: Platz 34 von 244 für Klett-Cotta

Mittwoch, 3. November 2010

Die Facebook-Seite von Klett-Cotta (November 1.046 Freunde (Vormonat 952) belegt im > Facebook-Ranking der Verlage von Leander Wattig Platz 34 von 244 Plätzen.

Zuerst fand ich, Facebook sei ein permanenter Zeitkiller. Dann tauchten dort einige meiner Freunde auf, wir bekamen wieder Kontakt, eine ganz neue Art von Kontakt, man fragt nicht unbedingt gleicht wie geht’s, man sieht was die Freunde machen. Zum ersten Mal habe ich von einem Freund Fotos gesehen, Und was für welche! Vom Boot aus in Richtung der Küste von Guatemala. Meine Begeisterung wurde von einem seiner Freunde aus Kairo geschätzt/gemocht/kommentiert, dieser Freund liest die gleichen Bücher wie ich… das ist doch Netzwerkbildung, und wir können zugucken, wie sich das entwickelt. Bei anderen habe ich Hinweise auf Veranstaltungen entdeckt, die ich früher in der facebooklosen Epoche nie von von ihnen bekommen hätte. Trotzdem bleibe ich noch bei meiner Frage > Wie sozial sind soziale Netzwerke? Bedenkt man die vielen Regeln, die man bei Facebook mehr oder weniger bewusst befolgt, um andere Gleich- oder Andersgesinnte kennenzulernen, dann hat das mit dem realen Leben doch nur sehr wenig zu tun.

Heute haben viele den Eindruck, dass ihr soziales Leben – > Nachgefragt: Alex Rühle, Ohne Netz – ohne das Internet verarmt. Auch ein Ausstieg endet meistens nur als Versuch. Oder ganz andersherum ist Facebook der Versuch? Von meinen Freunden ist ein kleiner, ein ganz kleiner Anteil bei Facebook, und wenn wir uns ein bisschen Mühe geben würden, und ich wieder meinen geliebten Briefblock und meinen Füller hervorhole, merkt auch dieser kleine Anteil gar nicht mehr, dass es Facebook gibt. Wie gingen da die Finger hoch, als ich im Seminar in > Rinteln in Rinteln die Schüler fragte, wer hat mehr als 30 Freund in einem sozialen Netzwerk?, Mehr als 50? Mehr las 70? Und sie lachten nur bei der Frage: Mehr als realen Leben? In einem sozialen Netzwerk verrschwimmen die Grenzen zwischen > Freund und flüchtigen Bekannten. Und dennoch habe ich von meinen Facebook bisher manche nützliche Anregung gekommen. Also doch! Aber diese Anregungen hatten einen verschwindend geringen Anteil am Gesamtinformationsaufkommen in Facebook. Zugegeben, das gilt nicht für Verlagsseiten, da sieht die Sache doch etwas anders aus, und deshalb freue ich mich, dass die Klett-Cotta Seite im Raning immer weiter nach oben kommt.

Frisch verliebt. Und was jetzt?

Freitag, 10. September 2010

Gestern oder heute sind Sie ihm oder ihr begegnet. Kennen Sie (noch) das Gefühl? Oder erinnern Sie sich noch daran? Oder ist das gerade akut? Oder mal wieder aktuell? Frisch verliebt. O je. Nicht so ganz zurechnungsfähig? Die oder der! Das wär’s! Und alle/s andere(n) verblass(en)t davor. Ruft er/sie an? Der ganze Terminkalender kommt durcheinander, tritt völlig in den Hintergrund, weil gerade wieder seine/ihre SMS gekommen ist. Das Handy hat gerüttelt, man kann jetzt nicht draufgucken, es geht jetzt wirklich nicht, weil man gerade in einer Besprechung sitzt, aber gleich wird doch der Blick aufs Display riskiert, schreibt sie/er? Und man kann seine eigenen Gefühle oder seine Gefühlswelt doch so wenig oder gar nicht verbergen, man schwebt auf Wolke 7. Alle anderen fragen besorgt-neugierig, geht es Dir gut? Sie haben ohnehin schon längst gemerkt, dass sich da was anbahnt, und würden doch so gerne mehr drüber wissen.

Man möchte ja eigentlich auch gar nichts anderes mehr erzählen. Aber man kann ja auch nicht über alles gleich reden. Man muss ja erstmal gucken, wie sich die Dinge entwickeln. Ruft sie/er wieder an? Oder die Sache nimmt erst noch ihren Lauf. Sehen wir uns bald/überhaupt wieder? Kann man / frau jetzt was dafür tun, oder hießt es abwarten. Handydisplay, Mail, Telefon, SMS werden immer wichtiger, wenn nichts kommt, ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Noch ein SMS auf den Weg shicken? Oder nach den drei von heute mittag, noch warten. Da kommen gleich 3 hintereinander. Oder man hatte schon zwei drei Dates und jetzt kommt das nächste. Man fühlt den Kopf total verdreht. Man vergisst alles mögliche, manche Dinge sind überhaupt nicht mehr wichtig. “Dass Liebe ein wenig doof macht, ist wissenschaftlich erwiesen,” weiß Michael Eichhammer, der diesem so altbekannten Gefühl systematisch nachgegangen ist.

Verliebt. Erste HilfeAm 22. September erscheint seine Erste Hilfe für Frischverliebte sei Klett-Cotta und hilft bei der Beantwortung einer der ersten dringenden Fragen: “Wer ruft wen zuerst an?” Eichhammer verspricht “Seriöse Tipps für »Jedermann« und »Jede Frau«”. Und was eine(n) wohl erwartet? Der Traumpartner/ die Traumpartnerin? Geht das gut? Kann das gutgehen? Ist sie/er es wirklich? Steht das erste Date noch aus? Und macht man jetzt auch alles richtig? Und genügt Luft und Liebe wirklich zum Leben? Was muss jetzt unbedingt vermieden werden?

Wird es ein Treffen mit den Eltern geben? Wie geht das mit dem Online-Dating. Der Geisteszustand Frischverliebter benötigt ganz bestimmt eine Form der (Selbst-)Behandlung, damit man oder frau trotz allem einen halbwegs klaren Kopf bewahren kann. Mit diesem Buch versteht man/frau, wie die Antwort auf die Frage “Wer ruft wen zuerst an?” lautet. Michael Eichhammerr schreibt: ” Dieses Buch will keineswegs in den Chor der Unkenrufer gegen das private Glück einstimmen. Enttäuschte Liebesdeserteure sind nicht die Zielgruppe von Erste Hilfe für Frischverliebte. Im Gegenteil sollen alle angesprochen werden, die das Wagnis eingehen, ihr Herz so weit zu öffnen, dass es zur Eintrittspforte für das Schönste wird, was das Leben zu bieten hat, sich damit gleichzeitig aber auch verwundbar machen.

(Der Internet Explorer 7 mag > das Buch zum Blättern nicht anzeigen?)Dieses Buch will dabei helfen, das Verletzungsrisiko zu reduzieren und soll als Erste-Hilfe-Kasten für akute Fälle dienen. Zum Beispiel als Brillenputztuch, wenn die rosarote Brille beschlägt. Oder als Krisenmanagement bei vergeblicher Liebesmüh und anderen Worst-Case-Szenarios.” – Der Lesebericht folgt auf diesem Blog.

Website zum Thema Frisch verliebt und jetzt?

Michael Eichhammer hat mit viele Zitaten, Infos, Film- und Buchtipps eine Website zum Frischverliebstsein erstellt, wo die Betroffenen sich Rat holen können: > www.hilfe-verliebt.de Mit einer großen Online-Datenbank der Liebe! Liebesbeweise, Liebesforschung, Hobbypsychologie… Fakten, Fakten, Fakten zum irrationalsten aller Forschungsgebiete. Und Tipps für Frischverliebte , schwere Fälle, Sonderfälle – das ist immer ein Sonderfall – und sonstige Liebesunfälle…

Michael Eichhammer
> Erste Hilfe für Frischverliebte
1. Aufl. 2010
233 Seiten
ISBN: 978-3-608-94563-8

> Der Autor empfiehlt:

ANWENDUNGSBEREICH
Hilft sofort gegen gebrochene Herzen, zitternde Knie, drohende Ohnmacht, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Suchtverhalten, Stimmungsschwankungen, Wahnvorstellungen und alle anderen Symptome von Liebe.

DOSIERUNG
In schweren Fällen zwei mal täglich lesen!

Ausserdem auf diesem Blog zum Thema Liebe:

> “Die Liebe ist kein Ruhekisssen” Die geheimen Mechanismen der Liebe
> Die unendliche Freiheit und das Ende der Liebe
> Sex im Buchladen

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