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Archiv für die Kategorie 'Websites'

Pause vom Internet: Netzstille oder
Hilft das Internet beim Bücherschreiben?

Donnerstag, 21. Januar 2010

1986 bekam ich meinen ersten Computer als Leihgabe von einer Bonner Firma mit einer riesigen 20 MB-Festplatte und WORD für DOS auf drei 5 1/4 Zoll Disketten, das nie abstürzte und immer schneller als jedes spätere WINDOWS-WORD war. Dann kam das Internet mit den vielen bunten Seiten > www.romanistik-online.de, und vor rund drei Jahren begannen alle von Web 2.0 zu sprechen. Die Besucher der Websites sollten zu Mitmachern werden, und die Unternehmen begannen ihr individuelles Web 2.0 Menü zu konzipieren, das Besucher dazu verleiten soll, zu kommentieren, mitzumachen, zu bewerten und zu empfehlen. Wenn ich mir die Besucherzahlen meines Blogs – > www.france-blog.info – angucke, staune ich immer noch, wie viele Leser mit diesem Medium erreicht werden können. Schneller und aktueller, aber nicht unbedingt qualitativ echt besser als mit einem gedruckten Medium. Die bange Frage an jeder Hotelrezeption: Haben Sie W-Lan? und das Warten vor dem Laptop, bis er wieder irgendwo online ist, kennt jeder, der keine UMTS-Karte hat, die ihn nur dann aufblicken lässt, wenn die Verbindung weg ist.

Internet immer und überall, es unterstützt perfekt die Kommunikation nach allen Richtungen. Wenn es aber darum geht, ein Referat, einen Zeitungsartikel, einen Fachaufsatz oder gar ein Buch zu schreiben, merkt man schnell, dass bekannte Suchmaschinen es immer noch nicht gelernt haben und wohl auch nie lernen werden, Inhalte systematisch zu ordnen. Das können eben doch nur Bibliothekare, die dem Maschinenalgorithmus immer noch haushoch überlegen sind. Bei keiner meiner Sucharbeiten für jede meiner Seminararbeiten, Artikel oder Bücher bieten Suchmaschinen mit ihrer Systematik gegenüber der ordentlichen Bibliotheksarbeit auch nur den geringsten Vorteil. Das Handwerkszeug zum wissenschaftlichen Arbeiten kann nicht mit einer Suchmaschine erworben werden.

Vielleicht hat man die Kommunikations- oder Werbeansprüche im Internet vielleicht doch ein bisschen zu stark in Richtung Information oder Wissen verbogen. Möglicherweise ist da einiges durcheinandergeraten. Meine kummervollen Erfahrungen mit Wikipedia und der seiner kollektiven Intelligenz und den anonymen Korrektoren sind mir noch in schlechter Erinnerung. Beim Schreiben meines letzten Buches brauchte ich das Internet, um Verlagsnamen zu finden und um im Katalog der Landesbibliothek nachzugucken, Bücher zu bestellen. Klar, es gibt auch > www.gallica.fr, meine Lieblingswebsite, aber das ist doch alles nur um Zeit zu sparen, nicht in die Bibliothek fahren zu müssen und andere Anregungen dabei zu verpassen. Das Internet hilft beim Bücherschreiben, aber kein Buch wird dadurch wirklich besser. Manche Informationssuche wird schneller aber nicht unbedingt besser. Mit dem Schreiben ist das ganz genauso. Heute schwört jeder auf seine Tastatur und den Bildschirm, wobei jeder Text von vornherein viel besser wird, wenn er mit Füller bei voller Konzentration auf ein weißes Blatt Papier geschrieben wird, ohne die Sicherheit, ich kann ja doch gleich alles korrigieren. Man bringt einen Gedankenfluß, eine Argumentation zu Papier und hackt nicht hektisch auf die Buchstaben einer Tastatur immer in der Angst, gleich ist alles wieder weg.

Alex Rühle ist Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung und hat sich für ein halbes Jahr dazu entschieden, offline zu leben. Keine Mails, kein Internet, kein W-Lan, keine Websites, keine SMS, aus das Handy. Und Klett-Cotta wird sein Buch Das komplett vernetzte Leben herausbringen. Offliner sind heute schon fast Aussteiger, aber es gibt ja das gute alte Fax. Tom Kraushaar, einer der verlegerischen Geschäftsführer von Klett-Cotta, hat einen Stift gesucht und dem maillosen Autor einen Brief per Telekopie übermittelt: > Netzstille. Demnächst mehr.

P.S. Ach, meine gute alte > Schreibmaschine. Ich hatte eine Pappstreifen am Papierhalter angebracht, der die noch zur Verfügung stehenden Zeilen für die Fußnoten anzeigte… Mit der Schreibmaschine ist das so ähnlich wie mit dem weißen Blatt Papier. Man hält ordentlich seine Gedanken zusammen, und bei Fehlern gibt es ein neues Blatt. Ob die heutigen Studenten es glauben oder nicht, damals waren die Seminararbeiten eher fertig als heute.

Radio + Website + Blog = DRadio Wissen

Montag, 18. Januar 2010

Seit es das Internet gibt, hat mich die Verbindung von Websites und Radio immer mehr fasziniert. Jahrelang war es der Griff zur Schere, um aus dem Familien-Hör zu den Radioteil auszuschneiden, wenn nicht schon ein anderes Familienmitglied ihn bereits erobert hatte. Dann kam das Internet und die ersten Websites der Radiostationen tauchten auf. Etwas später konnte man auf diesen Heimseiten auch einzelne Sendungen hören, später sogar herunterladen, und dann erblickte der LifeStream die Welt. Dann kam bei einem Barcamp mein Vortrag über die Hochzeit von Blog und Websites. Und nun hat das dradio, das altbewährte Radio, eine nagelneue Website, einen Blog zusammen mit einer sorgfältig ausgewählten Portion Web 2.0 zu einem neuen Sender zusammengebunden: Neben DeutschlandRadio und DeutschlandRadio Kultur gibt es jetzt > DRadio Wissen. Diese Medienhochzeit zwischen einem Traditionsmedium mit einem neuen Medium hat auch ihren Preis: „DRadio Wissen ist ausschließlich digital über Kabel, Satellit, DAB, Web-Radios oder direkt im Internet zu empfangen,“ heisst es auf der Seite > Empfangsmöglichkeiten. Dafür wird aber alles richtig gemacht: Man kann die einzelnen Beiträge kommentieren, und es gibt auch einen Blog der Redaktion: > Wir haben heute noch was vor.

Schauen Sie sich auf der Website von DRadio Wissen um: Live hören, Podcast, DRadio Recorder: Radio im Internet!: Zum Hören und Mitdiskutieren! Merceds Bunz hat ein > Internet-Manifest verfasst. Studenten finden hier nützliche Informationen zum Studium Hanns-Josef Ortheil wird auf der Website einen > Buchladen bekommen, den er mit seinen Lieblingsbüchern füllen wird. Und wo geht das ganze hin: Der Astrologe Jan Reimer fragt sich oder die Sterne: > Was hält die Zukunft für DRadio Wissen bereit?. Genaueres zum > Konzept von DRadio Wissen schraubt die Erwartungen noch höher.

Die Offline-Bücherwelt online im Internet

Sonntag, 30. August 2009

Leander Wattig hat sich ein Wiki ausgedacht, wo sich die die Bücher lesen, produzieren, kritisieren, verkaufen und gestalten eintragen können. > Sein Blog ist hier schon zu Recht gelobt worden. Sein neues Wiki > Ich mach was mit Büchern wird zu einer echten Fundgrube werden, allein die Liste der > Blogger, die lesen, belegt einmal mehr, dass das Internet das Lesen von Büchern keinesfalls ablösen wird.

Im übrigen zeigt Leander Wattig hier en passant, alle Möglichkeiten und den Nutzen einer Community-Bildung im Sinne eines Gebens und Nehmens. Machen Sie das Wiki bekannt und tragen Sie sich bei mir ein. Und man kann mit diesem Projekt auch das Potential und die Wirkungen von Facebook und Twitter untersuchen.

Digital und kostenlos? Open Access

Samstag, 2. Mai 2009

Noch immer lese ich in Peter Kaedings Buch > Die Hand über der ganzen Welt. Johann Friedrich Cotta – Der Verleger der deutschen Klassik, wie Cotta mit seiner Tätigkeit als Verleger zwischen Lesern und Autoren vermittelt und ganz ohne Internet deren Werke bekannt macht. Man muss schon eine starke Überzeugung von den Wohltaten des Internets haben, um Cottas Wissen und Erfahrungen unterschätzen zu können. Und mitten in dieser Lektüre über den Verleger von Goethe und Schiller taucht der > Heidelberger Appell auf, in dem Roland Reuß die Beibehaltung der Publikationsfreiheit anmahnt. In diesem Zusammenhang wurde auch Open Access erwähnt. Ein Vortrag von Christian Hauschke > Open Access an der Fachhochschule Hannover vermittelt einige notwendige Erklärungen. Zitat: „Was ist Open Access? „Open Access meint, dass diese Literatur kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, so dass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können, ohne finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von denen, die mit dem Internet-Zugang selbst verbunden sind.“ Der Autor spricht von „dieser Literatur“, die in der Kürze der hier zitierten Vortragsfolien nicht genauer umschrieben wird – möglicherweise sind nur bestimmte Schriften gemeint? Ich vermute mal, der Autor meint Schriften, deren Abfassung nicht von ihren Autoren selbst finanziert, sondern von z. B. einer Wissenschaftsorganisation (teil-)finanziert worden ist. Wie auch immer, man gewinnt den Eindruck, es geht um die Aufgabe des Urheberrechts und vielleicht auch um mehr, das von diesem Verfahren suggeriert wird. Nehmen wir an, ich würde eine finanzielle Unterstützung von einer Wissenschaftsorganisation für den Zeitraum erhalten, in dem ich > mein letztes Buch erstellt habe. Müsste ich dann dieses Buch der Wissenschaftsorganisation kostenlos mit allen Rechten übereignen? Ein Buch, das aufgrund eines Vorwissens und vieler anderer Fähigkeiten, Vorträge und Erfahrungen entstanden ist, die mit der Unterstützung einer Wissenschaftsorganisation – die ich im übrigen gar nicht habe – nichts zu tun hätte? Auch wenn ich eine Förderung für die Übersetzung erhalten hätte, wäre das noch lange kein Grund, die Urheberrechte für dieses Buch einfach freizugeben.

Vielleicht wird die digitale Kopierbarkeit und das Internet hinsichtlich der bessereren wissenschaftlichen Verbreitung von Forschungsergebnissen überschätzt? Solange Suchmaschinen sich anmaßen, durch Algorithmen die Qualität von Texten ausrechnen zu können, muß doch den Autoren vieler digital im Internet veröffentlichter Texte klar sein, das sie gegenüber der Technik noch ziemlich machtlos sind. Die allergrößte Gefahr ergibt sich durch die kollektive Intelligenz bei Webprojekten, wo jeder anonym hineinschrieben kann und wo Argumente, die sich an mehrheitlich vereinbarten Richtlinien orientieren, wissenschaftliche Argumente ersetzen.

Open Access wird eingerichtet, weil die Technik es erlaubt und nahelegt, obwohl die Autoren wissen, dass in ihren Werken viel mehr drinsteckt, als eine Wissenschaftsorganisation temporär finanzieren kann. Es wird auch das „Lizenzmodell „Creative Commons“ • Namensnennung • Keine Bearbeitung • Nicht kommerziell • Weitergabe unter gleichen Bedingungen“ ( > Christian Hauschke) gewählt. Aber auch hier fürchte ich, dass eines Tages eine Kontrolle der Texte, vielleicht erst eine Anpassung an die Orthographie und dann vielleicht noch andere Änderungen vorgenommen werden. Das ist ganz unmöglich wird man mir sagen. Meine Wikipedia-Erfahrungen lehren mich etwas anderes. Anonyme Kritiker haben dort meinen Beitrag zerpflückt, diskutiert und schließlich hat ihn ein anonymer Benutzer gelöscht. Wer in Wikipedia reinschreibt, kennt Kaeding: Johann Friedrich Cottadieses Problem, obwohl Freunde von mir total erstaunt waren, dass andere es sich anmaßen, in ihre Artikel einfach reinzuschreiben.

Genug. Ich lese jetzt Peter Kaedings Buch über > Johann Friedrich Cotta – Der Verleger der deutschen Klassik weiter. Eine ganz andere Zeit als heute. Gerade hat Kurfürst Friedrich die Nummer 286 der Allgemeinen Zeitung verbieten lassen. Zensur nannte man das – bei Wikipedia heißt das nur „gelöscht“ -, und der Verleger sorgt dafür, dass die Zeitung weitererscheint – im Ausland, nämlich in Ulm.

Zu Open Access:

Christoph Drösser > Das Denken ist frei, DIE ZEIT, 9. April 2009

Uwe Jochum, „Open Access“ gepusht. Rösser und Reiter.

Rudolf Walther > Mythos digitale Bibliothek. Open Enteignung“ durch GoogleBooks „Wissen zum Nulltarif, Demokratisierung durch Google? Das Schlagwort ‚Open access‘ klingt gut, doch auf dem Spiel steht die Bewahrung des Wissens unserer Gesellschaft“, www.taz.de, 20.3.2009 mit bis heute 58 Kommentaren.

P.S. Nachdem dieser Beitrag als „besonders dümmlich“ bezeichnet wurde, möchte ich nochmal auf die bibliographischen Angaben zu diesem Beitrag hier hinweisen, und an die > Kommentare zum ersten Beitrag dieses Themas erinnern. Die Website der > Informationsplattform Open Access ist mir gut bekannt. Wer mir also nachsagt, mich nur bei C. Hauschke zu informieren, der im übrigen ziemlich viel zu diesem Thema schreibt, hat hier nicht genau gelesen oder sucht sich etwas, um meine Beiträge zu kritisieren. Die Sache verdient aber bessere Argumente.

Die digitale Bohème

Freitag, 26. Dezember 2008
„Les bohèmes savent tout, et vont partout, selon qu’ils ont des bottes > vernies ou des bottes crevées.“ – „La Bohème parle entre elle un langage particulier, emprunté aux > causeries de l’atelier, au jargon des coulisses et aux discussions des bureaux de rédaction.“
Henry Murger, Scènes de la vie de Bohème, 1848

Die digitale Bohème, wie der Blog > Medienrauschen die Web 2.0-Interessenten nennt, kann dort auch die neuen Termine der Barcamps und ähnlicher Veranstaltungen nachlesen: > Web 2.0: Termine 2009.

Zu den Beziehungen zwischen der digitalen Bohème und der Literatur steht ein Beitrag auf dem Frankreich-blog: > TICE et la littérature (dt. u. frz.)

Der Ausdruck digitale Bohème erinnert an Henri Murgers Roman Die Bohème. Szenen aus dem Pariser Leben (1848/49) / Scènes de la vie de Bohème. Giacomo Puccini hat sich von dem Roman für seine Oper La Bohème inspirieren lassen.

Mitmachnetz, Buzz marketing, long tail, > rétroliens – zum > Vokabular der digitalen Bohème: „Ce vocabulaire de bohème est l’enfer de la rhétorique et le paradis du néologisme.“ Henry Murger, 1848

> BarCamp Stuttgart, 27./28. September 2008

> Backlist: > Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (I)

Die Blogs der F.A.Z.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Bei der F.A.Z. wird immer mehr gebloggt und auch von den Lesern kommentiert . Anfang Dezember erschien das Grußwort von > Oliver Pocher zum neuen Blog F.A.Z. Blog > faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog. Und hier steht eine Übersicht über alle anderen F.A.Z. Blogs: faz-community.faz.net/. Das versöhnt doch wieder mit der F.A.Z., nachdem ich mich neulich über > Richard Wagner und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung gewundert habe.

Das digitale Zeitalter und die Zukunft des Buches

Freitag, 28. November 2008

Zum Hören für heute abend: Freitag, 28.11. 19 h 15: Deutschlandfunk

Das Kulturgespräch: Medienquartett – Medien und Medienpolitik zur Diskussion
Live aus dem Kulturkaufhaus Dussmann, Berlin
Überleben in digitalen Zeiten: Welche Zukunft hat das Buch?

Gesprächspartner:
– Johano Strasser, Präsident des deutschen P.E.N. Zentrum
– Denis Scheck, Literaturkritiker, DLF,
– Carola Müller, Verlag Vandenhoeck und Ruprecht
– Hans Janke, Fernsehspielchef, ZDF
Moderation: Hans-Jürgen Jakobs, sueddeutsche.de und Christian Floto, DLF

> Das Kulturgespräch, DLF, 19.15 Uhr

Literatur und Internet
Reale Orte und fiktive Geschichten

Mittwoch, 3. September 2008

Auf der Website > www.landvermesser.tv/ gibt es einen Film und der Beschreibung verschiedener Örtlichkeiten von Michal Hvorecky > Tropen Verlag (VI): City oder Wie entkomme ich dem Internet?

Literatur – Sachbuch – Blog – Klett-Cotta
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