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Lesebericht: John Lanchester, Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner ­jemals etwas zurückzahlt

Dienstag, 7. Mai 2013

Nach dem Band > Nachgefragt: John Lanchester, Kapital haben wir jetzt das Buch > Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner ­jemals etwas zurückzahlt Die bizarre Geschichte der Finanzen von John Lanchester gelesen.

Fortsetzung vun unserem Blogartikel vom 8. April: > John Lanchester, Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner ­jemals etwas zurückzahlt

Um es gleich zu sagen. Grundlagenbücher und Einführungen in Wirttschafts- und Finanzwissenschaften sind oft eine dröge Lektüre. Aber in unseren unruhigen Krisenzeiten, wo in alle Medien jeden Tag ein anderes Antikrisenzrezept verkündigt wird und wo unsere Regierungen ohne Unterlass in Bauch und Bogen kritisiert werden und wo sagar Parteineugründungen, glauben zugkräftige Alternativen präsentieren zu können, ist es wohltuend eine Einführung zu lesen, die einige Gründe der Krise aufzeigt, die uns und den Euro seit 2008 in Atem hält. Börsencrashs, steigenden Arbeitslosigkeit und das Erstarken der Randparteien legen immer Parallelen zu der Weltwirtschaftskrise nahe, die im Oktober 1929 mit dem Crash an der Wall-Street ihre Anfang nahm. Natürlich sind zu viele Faktoren zwischen 1929 und heute unterschiedlich, als dass sie einen Vergleich erlauben würden. Aber ein wichtiger Aspekt, nämlich der der Schulden im Zusammenhang mit einem durch immer neue Finanztricks heruntergerechneten Risiko, der immer größere Handle mit Derivaten, lassen doch immerhin erkennen, dass ein Wirtschaften auf Pump doch mittlerweile sattsam bekannte Gefahren in sich birgt. In diesem Zusammenhang kann man Angela Merkel schon verstehen, dass sie den bundesdeutschen Geldbeutel gerne zugeknöpft hält und bei den Mitgliedern der Euro-Gruppe immer so nachhaltig auf eine Sanierung der öffentlichen Haushalte drängt. Die Wähler (und Politiker auch) denken aber oft nur bis zur nächsten Wahl und lasten aktuelle Nachteile natürlich ihrer Regierung an und geben ihr nur ungerne die Gelegenheit, nachhaltig zu wirtschaften. Solche Ungeduld zeigt sich dann in miserablen Umfagewerten.
John Lanchester hat in einem gewissen Soinn ein Einführung in die Wirtschafts- und Krisenpolitik der Staaten vorgelegt, die einen Ausweg aus der Euro-Krise suchen. Er holt seinem Thema angemessen sehr weit aus und untersucht zunächst die Wirtschaftskrise, di ein den USA zum Zusammenbruch von Lehmann Brothers führte. Es war eine Kreditkrise oder auch eine Schuldenkrise, wobei er den Kredit als solches gar nicht schlecht mach. Der Kredit ist die Wirtschaft selbst (vgl. S. 38), sagt er, und dann folgt ein wenig Nachhilfe in doppelter Buchführung. Auf dieser Grundlage kann man dann leicht verstehen, wieso einige amerikanische Banken weit über ihre Verhältnisse lebten, und warum das sogar für die Weltwirtschaft so brandgefährlich wurde.

Keine Angst nach der Lektüre dieses Buches müssen Sie keinen Test über Derivate, Futures, Währungen und Schuldscheine, oder Hedgefonds schreiben, das ginge auch nach dem zweiten Durcharbeiten nicht. Aber Sie wüssten dann doch immerhin um die Sorglosigkeit oder das stete Bemühen der Finanzwelttheoretiker, Risiken immer so klein wie möglich zugunsten der eigenen Finanzprodukte zu halten: “Sie machten das Bankwesen kaputt,” (S. 93) lautet Lanchesters lakonische Schlussfolgerung. Je größer die Banken, umso ausgefallener die staatlichen Ideen zu ihrer Rettung. Systemrelevant ist das Stichwort. Z. B. Die American International Group AIG: “Die AIG hatte sozusagen Zugang zum Konto der Regierung.” (S. 96) Andere systemrelevante Banken bekamen ihn auch. Was folgt ist eine haarsträubende Krisenbewältigung, bei der Großbanken gelang sich aus den Steuersäckel mit frischem Geld zu versorgen. ihr Beispiel sollte Schule machen, denn die Euro-Krise in Europa folgte dem gleichen Muster. In Banken und Staaten wurde Geld gepumpt immer mit dem gleichzeitigen Eid, es würden keine Schulden vergemeinschaftet.

Die leichtsinnige Risikoeinschätzung (S. 183 ff.), mit denen Kredite und die Hoffnung auf krasse Gewinne gerechtfertigt werden verleitet Lanchester dazu eine kleine Einführung in die Statistik einzufügen, mit der er zeigt, dass sich Risiken keinesfalls herausrechnen lassen. Und wenn, holt einen das Risiko immer ein. Das ist so.

Die letzten Kapitel und der Epilog (S. 263-282) dieses Buches haben es in sich. Er nimmt das deutsch-französische Duo ins Visier. Am 16. 8.2011 trafen sich Nicolas Sarkozy und Angela Merkel. Lanchesters enttäuschtes Urteil: Aus Angst vor der Unbeliebtheit im eigenen Land taten sie nichts, (S. 270) Folgt man Lanchesters sind Eurobonds – “Alle Welt weiß, das Eurobonds mittelfristig der einzige Weg aus der Eurokrise sind.” (S. 270) Das Dilemma: “Die Regierung können unmöglich gleichzeitig ihre Ausgaben einschränken und ihr Wirtschaftswachstum ankurbeln.” (S. 270) Also muss ein Fahrplan und ein tragfähiger Kompromiss her. Man darf dabei nicht vergessen, dass die Fiskalunion und die immer wieder neu versprochenen politischen Strukturen noch keine Fortschritte gemacht haben (vgl. S. 217). In diesem Zusammenhang wird Lanchester besonders deutlich und zitiert das “Ungleichgewicht auf makroökonomischer Ebene und zeigt dabei mit dem Finger auf Deutschland, “ein Land, in dem die Trennung von persönlicher, politischer und ökonomischer Angelegenheiten eine akute Bedrohung für die weltweite Wirtschaftsordnung darstellt.” Damit will er sagen, dass deutsche Interessen nicht mit denen der Griechen, der Iren oder Spanier in Einklang zu bringen sind. Darf man fragen, ob Frau Merkel scheitern wird, weil sie nicht in der Lage ist, jegliche Art von Finanzhilfen als Teil einer Transferunion zu bezeichnen? Ist die europäische Geldpolitik auf die Bedürfnisse der schwächeren Mitgliedsländer der Euro-Zone abgestimmt? Die Gretchenfrage lautet, auf welches rettenden Ufer wollen die Deutschen sich retten? Den Euro aufgeben, wie die Alternative für Deutschland es fordert, ist keine tragfähige Alternative, da Deutschland auf das Euroland als Absatzmarkt angewiesen ist. Das Interesse für die AfD ist eine Art Quittung dafür, dass die etablierten Parteien, es nicht geschafft haben, die Einführung des Euro mit einer realen Vision für Europa zu verbinden. Wo soll die Reise nun hingehen?


Auf dem Frankreich-Blog: “Angesichts des Tiefs in den Meinungsumfragen, die die politischen Erfolge des Präsidenten und der Regierung so schlecht beurteilen, könnte man anführen, dass heute eine nationale Wirtschaftspolitik in Europa gar nicht mehr möglich ist. Es ist doch eine Binsenwahrheit, dass nationale Maßnahmen, heute nur noch begrenzte Effekte haben. Engagement Nr. 4 von François Hollande “Favoriser la production et l’emploi en France”, kann sich folglich nicht auf die nationale Politik begrenzen.” > Die Bilanz: François Hollande und seine 60 Engagements.


Also das andere Ufer: “Die größte Gefahr, die der europäischen Stabilität im 20. Jahrhundert erwuchs, war der Glaube der Deutschen an ihre besondere Bestimmung. Im 21. Jahrhundert liegt die größte Gefahr für die europäische Stabilität in dem Widerstreben der Deutschen, ihre besondere Bestimmung zu akzeptieren. Wenn es der deutsche Steuerzahler schafft, und sei es noch so widerwillig anzuerkennen, dass es es seine Pflicht ist, die Bürde zu schultern, wird sich der Euro irgendwie durchschlagen. Aber ein Spaziergang wird das sicherlich nicht werden.” (S. 280)

Mit einem Namens- und Sachverzeichnis!

John Lanchester
> Warum jeder jedem etwas schuldet und keiner ­jemals etwas zurückzahlt Die bizarre Geschichte der Finanzen
Aus dem Englischen von Dorothee Merkel (Original: I.O.U. Why Everyone Owes Everyone and No One Can Pay)
2. Aufl. 2013, 302 Seiten, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-608-94747-2

David Graeber bei Maybritt Illner (ZDF) und auf Lesereise in Köln.

Freitag, 25. Mai 2012

Haben Sie gestern die Sendung mit David Graeber bei Maybritt Illner im ZDF verpasst?

> Alle pfeifen auf die Schulden… – maybrit illner – ZDFmediathek: D. Graeber ab der Minute 36.40.

Maybrit Illner diskutierte u.a. mit dem Occupy-Vordenker David Graeber, dem bayerischen Finanzminister Markus Söder (CSU) und dem Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin.

David Graeber las in der Reihe “Wissenswert – Themen am Puls der Zeit” am Montag, 22. 5 2012 Di 22.05, in der Zentralbibliothek, Josef-Haubrich-Hof 1, Köln. Die Veranstaltung wurde moderiert von Ralph Bollmann (FAS):

> Schulden. Die ersten 5000 Jahre
Klett-Cotta Aus dem Englischen von Ursel Schäfer, Hans Freundl und Stephan Gebauer (Orig.: Debt), 1. Aufl. 2012, 536 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag. ISBN: 978-3-608-94767-0

Video: > Kulturzeit – 3sat – David Graeber – Schulden

Die aktuelle Lektüre: David Graeber, Schulden

Dienstag, 8. Mai 2012

Am 14. Mai 2012 erschient bei Klett-Cotta in der Übersetzung von Ursel Schäfer, Hans Freundl und Stephan Gebauer das eindrucksvolle Buch > Schulden. Die ersten 5000 Jahre von David Graeber. Text + Anmerkungen + Bibliographie mit Index = 536 Seiten. Diesmal wird der Lesebericht zum Erscheinen des Buches wahrscheinlich ausnahmsweise nicht rechtzeitig fertig. Aber vom Inhalt und der packenden Darstellung mal ganz anders, grundsätzlicher und vor allem auch historischer – mit einem Blick auf die wirtschaftliche und politische Ideengeschichte – wahrlich getrieben, ist das vielleicht doch zu schaffen. Schulden haben wir alle in irgendeiner Form, und man darf fragen, wo sich wirklich die Grenze befindet, bei der Schulden nicht rückzahlbar sind? Aber auch dann kann man sich nicht einfach entschuldigen. Und wie ist das heute mitten in der Schuldenkrise? Helfen europäische Staaten anderen, um ihrer oder der gemeinsamen Währung zu helfen, oder garantieren die einen die Schulden oder die Zahlungsfähigkeit der anderen, um dann noch die eigenen Kassen wqieder aufzufüllen? Und wer vergeht sich an den Schulden der anderen, um sich an ihnen qua Spekulation und zum Unglück aller gesundzustoßen ? Der vergangene 6. Mai mit dem zweiten Wahlgang der > Präsidentschaftswahlen in Frankreich, das Wahlchaos in Griechenland und alle anderen düsteren Währungs-Wolken über Euroland werden das Thema Schulden ganz oben auf der Tagesordnung halten.

Da lohnt es sich schon, einmal kurz innezuhalten und sich zu fragen, um was es denn überhaupt geht? Nach einer Bundestagsdebatte zu diesem Thema kann man leicht den Eindruck gewinnen, niemanden gesehen zu haben, der weiß, wie groß der gerade wieder beschlossenen Rettungsschirm ausgefallen ist, Millionen, Milliarden oder Billionen, sieht man diese Summe wieder, gibt es sie überhaupt? Ist das Geld ausgegeben, das ja eigentlich gar nicht da ist?`Bei diesen ungeheuren Summen sprechen die Kritiker von Sparzwängen? Bestimmt haben Mitglieder der Euro-Zone über ihre und damit über unsere Verhältnisse gelebt. Man hat im Eurogebäude einige Stahlstreben vergessen, die jetzt nachträglich als Reklamationsfall sofort eingebaut werden müssen und niemand möchte diese Baumängel so wirklich wahrhaben.

“Ein ebenso radikaler wie befreiender Blick auf die Wurzeln unserer Schuldenkrise.” steh auf der Seite von Klett-Cotta zu Graebners Buch > Schulden. Und da steht auch : “Seit der Erfindung des Kredits vor 5000 Jahren treibt das Versprechen auf Rückzahlung Menschen in die Sklaverei. Die Geschichte der Menschheit erzählt David Graeber als eine Geschichte der Schulden: eines moralischen Prinzips, das nur die Macht der Herrschenden stützt. Damit durchbricht er die Logik des Kapitalismus und befreit unser Denken vom Primat der Ökonomie.” “Verbraucherschulden sind der Lebenssaft unserer Wirtschaft,” (S. 11) schreibt Graeber und zeigt damit die andere Seite der Medaille. Ohne Schulden geht es auch nicht.

Der Beginn der Lektüre bestätigt Frank Schirrmacher, der in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung schrieb: “»Graeber öffnet dem Leser die Augen für das, was gerade vor sich geht.« Es ist richtig wohltuend, einmal gründlich diese schwierige Materie an ihrer historischen Wurzel zu packen und nicht nur den Medienkommentaren jeder Art zuzuhören und gar unreflektiert zu glauben, die mit ihren Horrormeldungen den Börsen ihr Aufundab diktieren. Jetzt wird darüber spekuliert, ob François Hollande und Angela Merkel sich verstehen werden. Sie werden es, weil die deutsch-französische Kooperation eine Konstante der EU und des Eurolands ist, dennoch werden beide zusammen, nicht einzeln, einen Einfluss in Europa entwickeln können. Und jetzt kommt es darauf, wie groß dieser Einfluss werden kann. Keiner von beiden kann alleine handeln und schon gar nicht alleine Erfolg haben. Um ihren Handlungsspielraum zu erkunden, könnte man einen Blick auf die Bedingungen, Gründe der Krise werfen und mit diesem Wissen über Handlungsoptionen nachdenken: > Schulden ist ein guter Ansatz dazu, künftig die Berichterstattung ein bisschen kritischer verfolgen zu können und um darauf aufzupassen, dass unsere Politiker sich wirklich zugunsten der europäischen Idee einsetzen.

David Graeber (Jg. 1961) ist einer der Begründer der Occupy-Bewegung unterrichtete bis zu seiner Entlassung 2007 als Anthropologe in Yale und lehrt seitdem am Goldsmith-College in London. Er bezeichnet sich als Anarchist und ist Mitglied der »Industrial Workers of the World«. Sein Vater hat im Spanischen Bürgerkrieg gekämpft, und er selbst hat fast zwei Jahre in einer direkte Demokratie praktizierenden Gemeinschaft auf Madagaskar gelebt.

> Schulden. Die ersten 5000 Jahre
Klett-Cotta Aus dem Englischen von Ursel Schäfer, Hans Freundl und Stephan Gebauer (Orig.: Debt)
1. Aufl. 2012, 536 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94767-0

Lesereise:

> Lesereise: David Graeber mit »Schulden. Die ersten 5000 Jahre«

Fr 18.05., 16 h
Frankfurt am Main | Lesung und Gespräch
Schauspiel Frankfurt, Chagallsaal, Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main

Die erste Station der Lesereise von David Graeber führt ihn in die Hauptstadt der deutschen Occupy-Bewegung.
Moderation: Christian Felber, Mitbegründer von Attac Österreich.
Gespräch in deutscher und englischer Sprache
Der Eintritt ist frei.

Mo 21.05, 20:00 h
München | Lesung und Gespräch, Moderation: Frank Schirrmacher
Literaturhaus München, Salvatorplatz 1, 80333 München

Gespräch in deutscher und englischer Sprache
Eintritt: 9,- bzw. 7,- Euro
> www.literaturhaus-muenchen.de
Bücher zu dieser Veranstaltung:

Di 22.05, 20:00
Köln | Lesung und Gespräch
ZentralBibliothek, Josef-Haubrich-Hof 1, 50676 Köln

In der Reihe “Wissenswert – Themen am Puls der Zeit”.
Moderation: Ralph Bollmann (FAS)
8,- bzw 6,- Euro
Eine Veranstaltung der Stadtbibliothek Köln und der > Buchhandlung Klaus Bittner
> www.stadt-koeln.de

Mi 23.05, 19:00
Berlin | Lesung und Gespräch
Dussmann das KulturKaufhaus, Friedrichstraße 90, 10117 Berlin

Moderation: Ulrike Herrmann (taz)
Gespräch in deutscher und englischer Sprache

> www.kulturkaufhaus.de

Do 24.05, 18:00
Leipzig | Lesung und Gespräch
Centraltheater Leipzig, Bosestraße 1, 04109 Leipzig

Unser Autor David Graeber im Gespräch mit dem Hausphilosophen des Centraltheaters, Guillaume Paoli.
Eintritt: 5,- Euro
> www.centraltheater-leipzig.de

Do 31.05, 19:30
Fraktion kontrovers – Frank-Walter Steinmeier im Gespräch mit unserem Autor David Graeber und dem Philosophen Richard David Precht

Berlin | Podiumsgespräch
Weil die Steuerzahler Banken retten müssen, trudeln die Staaten tiefer in die Verschuldung und verlieren das Vertrauen der Märkte. Die Demokratie am Gängelband des Kapitals? Diese These wird heißer diskutiert als je zuvor: Denn durch die Krise der Finanzmärkte stellt sich die Frage des Verhältnisses zwischen Schulden und Gerechtigkeit auf dramatische Weise neu. Werden Gewinne privatisiert, Verluste aber sozialisiert? Wer soll wessen Schuld tilgen? Und ist das alles gerecht? Der Anthropologe Dr. David Graeber hat untersucht, wie und warum Menschen in den letzten 5000 Jahren Schulden gemacht haben. Mittlerweile, so der Vordenker der Occupy-Bewegung, bestimmt das Prinzip der Schuld alle gesellschaftlichen Sphären. Und es ist höchste Zeit, das zu ändern. Der Philosoph Richard David Precht sagt in seinen Büchern, dass es den meisten Menschen wichtig ist, moralisch gut zu handeln. Aber was heißt das angesichts von Euro-Krise, Schuldenschnitt und Rettungsschirmen? Wie weit sind wir bereit, für andere einzustehen – und für sie zu zahlen? Es geht bei diesen Fragen um das, was unsere Gesellschaft zusammenhält. In Deutschland und in Europa.

Einlass ab 18:45 Uhr
Beginn: 19:30 Uhr
Eine Online-Anmeldung ist erforderlich: > www.spdfraktion.de

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