Verlagsblog

Vorgelesen: Judith Holofernes, Du bellst vor dem falschen Baum

23. Oktober 2015 von Heiner Wittmann

Judith Holofernes hat ihren ersten Lyrikband vorgelegt. Vanessa Karé ist Illustratorin, lebt in Berlin, und hat die Zeichnungen zu ihren Gedichten gemacht.

Du bellst vor dem falschen Baum lautet der Titel dieses Gedichtbandes. Ein Titel, der uns um eine neue Redewendung bereichern soll. Einmal spricht die Autoren selber: „Ich geh spazieren/auf allen vieren/Ich spreche mit Tieren…“ Darum geht es also, um die Tiere.

„Der Maki ist/Dramatiker“ (S. fehlen zugunsten der Illustrationen), Lemuren. „dieses Affen Anmut“, „Dieser Vogel heißt Sekretär“, dann der Tuberkelhokko, einmal konzentriert lesen, und dann erst fehlerfrei laut vorlesen! Geht doch.

Judith Holofernes auf dem Stand von TROPEN und Klett-Cotta auf der Frankfurter Buchmesse 2015:

5494-500

© Heiner Wittmann, 2015

Jetzt kommt der Marabu dran. „Wozu braucht man /den Marabu“ + Doppelseite mit Illu zum Aufklappen. Super. Vollmeise immer besser als ein Steiffmeise. Rehe (I) „Eine Wiese mit Rehen – sehr schön. Rehe (2): „Im Zug sammel ich Rehe“. Kuh im Allgäu: „BALING“ „sie schwingt mit/im Klingen der Zeit“. Schaf, das ist etwas zum Einschlafen oder auch nicht. Wiesel, das verrät wieder den Einfluss von Morgenstern: „klackklackklack“.

Ich mag auch keine Wespe: „ich glaub, das Tier ist nicht ganz dicht“. Die Qualle: „Olle Qualle“ mit Nachgedanke. Zum Üben, nicht zu lange, da ist der Gecko mit 4 Zeilen gerade recht. Gecko. Aber auch vier kurze Zeilen sind nciht einfach zulesen, berücksichtigen Sie die Pausen. Gecko.

Oktopoden hätten Ihnen auch gleich Hoden einfallen lassen? Tiefseefische. „Fischlclowns“, „Tiefseebarsch“ „Monsterrachen“ + Aufklappseite, unten in der Tiefsee. Echolot „raus aufs/Meer. „Schau“ „graue Schatten“. Krill „ich wird niemandem sagen/wo ich bin“. Hund 1: „Der Hund wird nicht sagen wo ich bin“.

Jetzt wird es wieder so richtig schwierig, am besten zu Hause alleine zweimal laut und einmal laut aber ohne jeden Fehler vorlesen, bevor Sie das Gedicht in einem größeren Kreis zum Besten geben: Labradoodle: „Ach, gebt mir einen Doodlerudel…/Godzillapoo“. Vielleicht müssen Sie mehrmals ansetzen. Darf kein Fehler beim Vorlesen vorkommen.

Bitte öffnen Sie das folgende Fotoalbum mit einem Doppelklick auf ein Foto erst, wenn diese Seite ganz geladen ist:

Da ist er Hund 2; „ich sag/Du bellst vor dem falschen Baum“. Jetzt kommt noch der Wolf: „Du bist ein Wolf“. Und endlich auch ein Elefant: „wenn ich muss/trage ich dich/über den Fluss“, gefolgt vom Erdferkelinfant: „Im Zoo von Cincinnati wars…“. Ein Raubtier „immer entlang der Käfigwand/auf dieselbe Weise“. Ozolot: „Pfote hoch“. „Guck da ist der Fuchs, der rote!“ Kakadu „du Kacker, du“ und noch das Gnu: „Macht so was Buh?“, das Wisent „schau, ein Wisent /schau mal. wies rennt!“ Rentier „Oh gnadenvolle Weihnacht“. Oppossum und Faultier sind auch drin.

Vorlesen! Beim Anklingen-lassen zu Hause, gucken, ob der Klang der ersten Seiten bei den Zuhörern ankommt, – > Gustave Flaubert machte auch eine „épreuve du gueuloir“, eine Maulprobe, um seine Texte seinen Freunden vorzulesen, sie mochten sie oder auch nicht.“ > Vorgelesen: Zwei schwarze Jäger, – war ich nach einer Stunde fast schon halb durch: Nicht zu schnell, prononciert, fehlerfrei diese Gedichte lesen! Fangen Sie mit dem Gecko an. Das ist kurz: „Gecko weg“. Und dann steigern Sie sich und die Zuhörer mit den etwas schwierigeren Gedichten, oder Sie fangen vorne an und suchen, ob es nicht doch eine Tierordnung gibt, von ungefährlich bis gefährlich? oder von klein bis groß, von langsam bis schnell, oder von leicht bis schwer, oder gar von hübsch bis gruselig. Also entweder vorlesen, oder beschwingt mit Lust auf neue Abenteuer die Söhne und Töchter mit in den Zoo nehmen, ein guter Vorwand, selbst mal wieder dorthin zu kommen, oder selbst Tiergedichte Der Esel, Das Kamel oder der „Wal“ schreiben, um mal zu gucken, ob man das selber auch so machen kann wie Judith Holofernes. > Bitte erwerben Sie ein Exemplar, meines geb ich nie wieder her, das brauche ich dauernd zum Vorlesen: Der Wolf, dann das Labradoodle, dann doch schon wieder der Marabu, ja gut, der Elefant kommt auch noch dran. Und wenn ich mal gerade nicht draus vorlese, steht es neben Morgenstern und Gernhardt im Regal.

> judithholofernes.com/

Illustrationen: > www.vanessa-karre.com

Judith Holofernes: Du bellst vor dem falschen Baum
1. Aufl. 2015, 104 Seiten, gebunden, 2 Ausklapptafeln, durchgängig vierfarbig illustriert von Vanessa Karré
ISBN: 978-3-608-50152-0

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