Verlagsblog

Lesebericht: John Gottman, Die Vermessung der Liebe

Freitag, 27. Juni 2014

Vorbeugen ist besser als Heilen. Dieses Buch wendet sich an alle, denen eine gute Beziehung wichtig ist: an Therapeuten, an Betroffene, Paare die miteinander wirklich ernste Probleme haben, aber auch an Paare, die wie so viele andere irgendwann doch einmal in einer Alltagsroutine ankommen, in der der ursprüngliche Respekt gegenüber dem geliebten Partner Schaden nimmt. Die neuesten Erkenntnisse aus dem berühmten Love Lab von John Gottman liegen jetzt bei Klett-Cotta in der Übersetzung von Cathrine Hornung in dem Band Die Vermessung der Liebe. Vertrauen und Betrug in Partnerbeziehungen vor. Es geht um Kommunikation, Vertrauen, Abstimmung, Sex, um alles was eine Paardynamik, deren Grundlagen Gottman hier vorstellen will, ausmacht.

Das Kernproblem ist immer wieder mangelnde Kommunikation, ja unzureichender Respekt voreinander, was manche Situationen so eskalieren lässt. Ist das Vertrauen angekratzt, ist der Stress in der Beziehung vorprogrammiert. Hinzu kommen die neuen Kommunikationsformen, die in sich alle Chancen missglückter Kommunikation bergen: „Mit unseren E-Mails, Smartphones und den zahlreichen Verpflichtungen, denen wir nachkommen und müssen, leben wir permanent am Rande einer katastrophalen Stressreaktion.“ (S 15 f) Man kann mit 140 Zeichen einen Streit nie beilegen, aber ihn gefährlich anheizen.

In seinem Forschungslabor hat er Paare beobachtet und kann seine Überlegungen auf die Biographie von 3000 untersuchten Paaren stützen. As schleichendes Gift bezeichnet er die Untreue jeder Art. Nicht der Seitensprung sondern jede Art von Treulosigkeit versteht Gottman als „heimliche“ Beziehungskiller. (S. 14) Untreue in jeder Form setzt Gottman das Vertrauen entgegen, das dessen Niveau die Partner selber bestimmen können (Kapitel 1). Das 2. Kapitel stellt die Situationen vor, die eine gute Paarbeziehung beeinträchtigen. Es gibt eine Mausefalle auch für Liebende (S. 54), eine Art feindliche Zone, die Gottman mit der Summe aller körperlichen Reaktionen definiert, die bei Stress mit dem Partner entstehen: Flooding nennt er diese Form des Streits. Empathie, so Gotman, ist der völlig falsche Rat in dieser Situation, weil bereits eine Art Mauern eingesetzt hat, die jeden Versuch einer Reparaturmaßnahme zum Scheitern verurteilt. Aufgrund seiner Beobachtungen beschreibt Gottman eine Abfolge von mehreren Schritten, die zu dieser Mausefalle führen, (S. 58-66) deren Kennzeichen Kritik, Verachtung, Rechtfertigung und Mauern sind = die vier apokalyptischen Reiter. (S. 66-69)

Außer Ehebruch nennt Gottmann „Zehn weitere Arten, den Partner zu brtrügen“ (S. 103 ff): U.a. Mangelndes Commitment, nichtsexuelle Affären, Lügen wie auch den Entzug von sexuellem Interesse. Ihnen stellt er in den folgenden Kapiteln Strategien entgegen, wie Partner Vertrauen und Abstimmung neu aufbauen können. Dabei verbirgt er nicht sein Erstauen darüber, wie wenig Partner oft nicht in der Lage sind; Emotionen oder Gefühle mitzuteilen: S. 138-156 sind eine Hilfe, diese Hürden der fehlenden Worte zu überwinden. S. 157-197: Das Gottmann-Rapoport-Modell soll für eine konstruktive Konfliktlösung dienen, bei der die richtige Dosierung von Sprechen und Zuhören im Mittelpunkt steht. Extra anberaumte Gespräche zur Lage der Nation sollten dem Paar die Möglichkeit geben, Kränkungen und verletzte Gefühle zu reparieren. Dafür stellt Gottman einen Werkzeugkasten – S. 198-205 – bereit. Keine Frage, das Buch richtet sich auch an Paare, deren Beziehung ok ist.

Wenn im ersten Teil dieses Buches das Vertrauen oder die Strategien zu seiner Wiederherstellung im Vordergrund stehen, ist der zweite Teil eindeutig dem Sex, Liebe und Leidenschaft in der Beziehung gewidmet. Wieder bietet Gottman einen Test an (S. 260 ff.), der dem Paar als Gesprächsanregung über dieses Themen dienen soll: S. 266-281. Siehe auch Anhang I: Formulierungsvorschläge für das intime Gespräch.

Die Vielfalt der Strategien, die Gottman beschriebt, wie Paare verlorenes Vertrauen wiederzurückgewinnen können ist beeindruckend. Man erkennt dabei leicht seine Überzeugung, dass viele bis in ihren Kern beschädigte Beziehungen neu belebt werden können. Ein „Verfallsdatum“ für Beziehungen (S. 284) hält er für paradox. Allerdings gibt es Situationen, in denen eine Beziehung keine Zukunft mehr hat: Kapitel 12. In solchen Situationen versucht Gottman die Partner an ihre Liebesgeschichte, -biographie zu erinnern. Die Art und Weise, wie die Paare sich diesen Erinnerungsinterviews stellen, vermittelt dem Therapeuten Aufschlüsse darüber, was zu retten ist.

Auch der Titel deutet an, dass Gottman Beziehungsprobleme mit Messwerten analysiert. Man muss aber ein „zunächst“ hinzufügen. Die Analysen Love Lab sind keine Grundlage für die Steuerung einer therapeutischen Behandlung, sondern sie dienen erst einmal dazu, die Probleme zu identifizieren und dann die richtigen Fragen zu stellen. Das Interview zu Sex und Liebe (S, 260 ff) folgt diesem Muster. Es ist in erster Linie ein Inventar aller Themen, über die as Paar miteinander sprechen sollten. Das Ergebnis des Tests ist ihnen ohnehin schon vor dem Ausfüllen bekannt und bewusst.

John Gottman, Nan Silver
Die Vermessung der Liebe
2. Aufl. 2014, 381 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, aus dem Amerikanischen von Cathrine Hornung (Orig.: What Makes Love Last; How to Build Trust and Avoid Betrayal)
ISBN: 978-3-608-94810-3

Lesebericht: Manfred Hassebrauck, Der kleine Liebesberater

Freitag, 7. September 2012

> Solal hätte dieses Büchlein auch gut gebrauchen können, dann wäre er vielleicht nicht in eine so desaströse Geschichte hineingeschlittert. – Bei Klett-Cotta gibt es ein ganzes Regal mit Büchern für alle Liebes- und Partnerfragen > Liebe und Sex: Das Rüstzeug für alle Fälle. Jedes von ihnen behandelt einen bestimmten Aspekt etwas mehr und origineller als die anderen. Manche sind zuweilen sogar ratlos: > Frisch verliebt. Und was jetzt?, wenn ihnen das wieder einmal zustößt. Das Interview mit David Schnarch gehört zu den meist aufgerufenen TV-Interviews meines Fernsehkanals: > Nachgefragt: David Schnarch, Intimität und Verlangen. Sexuelle Leidenschaft wieder wecken..

Und jetzt noch ein Buch über das ewige Thema der Liebe? Kann man da noch viel Neues raten? Entdecken? Professor Manfred Hassebrauck – so stehts auf dem Buchrücken – ist ein führender Experte auf dem Gebiet Partnerwahl und Liebesleben und lehrt Sozialpsychologie an der Universität Wuppertal. Diesmal war nicht die Maulprobe, das Vorlesen der ersten 12 Seiten als Test, ob die Geschichte gut rollt, der Test, sondern einfach das Hinlegen auf meinen Schreibtisch der Versuch herauszufinden, ob Thema, Aufmachung, Cover und Inhalt potentielle Leser anmachen. Nach vier Tagen muss ich jetzt den Lesebericht schreiben, da jede/r der hier hineinkam, in dem Büchlein blätterte, wollte es gerne mitnehmen. Der Test war also ganz einfach, und sein Ergebnis reicht als Empfehlung für dieses Buch.

100 Fragen und Antworten hat Hassebrauck in 30 Jahren gesammelt hat. Und die Antworten werden im Anhang von Studien belegt, auf die der Autor sich bezieht.

Eine Auswahl: „Was ist eigentlich Liebe?“ – Haben Sie diese Frage auf 2 1/2 Seiten schon einmal beantwortet? Nein, erschöpfend will der Autor gar nicht sein, aber präzise und klar verständlich. Und so liest sich das auch. „Kann Liebe ein Leben lang halten?“ „Natürlich…“ + Veränderung der Beziehung. „Wie wichtig ist das Aussehen beim Kennenlernen?“ – Welches Kleid trugen Sie, als Sie Ihren neuen Freund kennenlernten? Wissen Sie das noch? „Was zeichnet Schönheit aus?“ 5 Seiten. Jetzt wird es richtig ernst: „Kann man vom Aussehen auf den Charakter schließen?“ Des Autors Skepsis ist völlig berechtigt. „Wie stelle ich es am besten an, jemanden kennenzulernen?“ Auch Schüchterne (S. 62) erfahren hier Nützliches. „Zappeln lassen?“ „Kann ich den passenden Partner im Internet finden?“ Das Kapitel Strategien und Taktiken (S. 59-91) ist richtig gut. Jede/r hat genug Erlebnisse, um diese Seiten mit einen/ihren Erlebnissen zu vergleichen und zu bewerten. Was habe ich falsch gemacht – hätte man/frau was anders gemacht, wenn sie dieses Kapitel vorher gekannt hätte? Partnerwahl, Eine gute Beziehung, Geschlechtsunterschiede, Let’s talk about sex, „Sex ist eine der vier tragenden Säulen einer guten und glücklichen Beziehung“, S. 170. Sex mit dem Ex: Kann man alte Liebe aufwärmen?“ (S. 176-178) „Wie wichtig ist denn der Sex in der Beziehung?“ Schattenseiten sind die nächsten Kapitelüberschriften. „Wir streiten uns oft. Nimmt die Beziehung dadurch nicht großen Schaden?“ „Nein…“!

Für wen ist das Buch? Für Anfänger, für die, die sich gerade gefunden haben, für die, die gerade im verflixten siebten Jahr (S. 193-196) sind, für die, die schon ganz lange zusammen sind und mal nachlesen sollten, was sie alles verpasst haben, für alle Beziehungsunzufriedenen, die mal selber nachlesen sollten, was sie alles falsch machen, oder die ihrem Partner dieses Buch mitbringen sollten, wenn ihr Zusammensein mal so richtig frischen Wind braucht.

Das Buch von Sven Hillenkamp > Die unendliche Freiheit und das Ende der Liebe fällt mir noch ein und der Band von Dirk Revenstorf > Die geheimen Mechanismen der Liebe. Sieben Regeln für eine glückliche Beziehung. Damit haben Sie jetzt genügend > Rüstzeug, um Ihre Liebesleben erfolgreich wieder auf eine neue Grundlage zu stellen.

Liebe und Sex: Das Rüstzeug für alle Fälle

Montag, 3. Januar 2011

Jetzt gibt es auch einen richtig guten Trailer für das Buch von Daid Schnarch. Grund genug, diesen Artikel zum Jahresbeginn nochmal nach oben zu stellen:


Immer weniger sexuelles Interesse kommt immer wieder in einer Langzeitbeziehung vor und ist (leider) völlig normal. In seinem neuen Buch > Intimität und Verlangen. Sexuelle Leidenschaft wieder wecken – Erscheint im Frühjahr 2011 – hat sich
David Schnarch eine neue Erklärung ausgedacht, wie Erotik und Sexualität wiederkehren vorausgetzt beide Partner wachsen in ihrer Beziehung.

Müssen sich Paare, die eine langjährige Beziehung führen, mit der Langeweile im Bett und dem schwindenden Verlangen nach dem Partner abfinden? Kann es sein, dass das der Preis für eine verlässliche und monogame Bindung ist? David Schnarch verneint diese Frage mit Nachdruck. In seinem Buch erläutert er seine in zahllosen Paartherapien beobachteten neuen Erkenntnisse: Sexuelles Verlangen entsteht im Kopf und hängt mit allen Verhaltensmustern in einer Beziehung zusammen. Man muss einfach mehr über Sexualität wissen, sie besser verstehen, ja sie richtig gehend lernen, dann wird man die Dinge ändern können: So lautet das Résumé seines Buches: Mehr Nähe, tieferes Empfinden und eine erfüllende Sexualität sind möglich.

»Schnarch will im Leser Potentiale wecken, damit dieser ein Leben lang leidenschaftlich lieben kann.« Emotion

»Einer der richtungweisenden Sexualtherapeuten der Gegenwart« Ulrich Clement

Beim Blättern im Katalog von Klett-Cotta fällt auf, dass der Verlag eine ganze Reihe von praktischen Lebenshilfen anbietet. Für Anfänger und Fortgeschrittene, eigentlich für alle passt dieses Buch: > Frisch verliebt. Und was jetzt? hieß der der Lesebericht auf diesem Blog der den Band Erste Hilfe von Michael Eichhammer vorstellt. Ist die Liebe bei Fortgeschrittenen zur Gewohnheit und zum Alltag geworden, hilft bestimmt der Band von David Schnarch, einem der führenden Sexualtherapeuten in den USA: > Die Psychologie sexueller Leidenschaft. Er hat Pionierarbeit in der Behandlung von Problemen der menschlichen Sexualität geleistet und will langjährige Paare zu neuem erotischen Wachstum ermuntern. Was die Partner kaum mehr zu hoffen wagen, tritt ein: Sie finden zu neuer körperlicher und emotionaler Intimität zurück. Schnarch will weniger sexuellen Dysfunktionen untersuchen, sondern es geht ihm um die emotionale Erfüllung in jeder Partnerschaft. Alles vom Kuß bis zu gewagten sexuellen Stellungen ist ein Ausdruck, wie wir unseren Partner wahrnehmen und empfinden. > Jürg Willi schriebt in seinem Vorwort zu diesem Buch: „Durch David Schnarch kommt es nun zu einer Wiederbelebung der Sexualtherapie. Er geht von einer grundlegend anderen Haltung aus. Sein Schwerpunkt liegt nicht in der Wiederherstellung der sexuellen Funktionsfähigkeit, sondern darin, sexuelle Intimität und Erotik zu ermöglichen – ein Gesichtspunkt, der bisher vernachlässigt wurde. Sexuelle Intimität setzt nach seiner Meinung die Fähigkeit voraus, sich dem Partner so zu zeigen (und sich dem Partner so zuzumuten), wie man wirklich ist. Es braucht Mut und Reife, sich dem Partner mit all seinen Gefühlen und Ausdrucksmöglichkeiten anzuvertrauen und sich dabei mit sich selbst zu konfrontieren. Wenn man sich dem Partner offenbart, geht man das Risiko ein, daß er darauf nicht mit Entzücken und Empathie reagiert. Aber man hat keine andere Wahl, man muß das ertragen.“ Das erinnert mich an den Beitrag > Sex im Buchladen auf diesem Blog.

Eine richtig gute Beziehung ist echte Arbeit: > “Die Liebe ist kein Ruhekisssen” Die geheimen Mechanismen der Liebe. Dirk Revenstorf legt hier eine Anleitung vor, wie man den tieferen Sinn hinter den wiederkehrenden Konflikten erkennt. einen ganz anderen Ansatz verfolgt Sven Hillenkamp: Ihm geht es um die Einsicht in die Unmöglichkeit einer grenzenlosen Liebe und um die Angst, die aus allen Versuchungen der Freiheit resultieren: > Nachgefragt: Die unendliche Freiheit und das Ende der Liebe. Polemisch, radikal und nachhaltig gehen Rainer Sachse und Claudia Sachse vor: > Wie ruiniere ich meine Beziehung – aber endgültig. Hanne Seemann, hat wohltuend an die Männer und ihre Rollen erinnert. > Artenschutz für Männer. Manchmal kommt es aber doch zu unlösbaren Konflikten, und dann kann man Roland Weber um Rat fragen: Gehen oder bleiben? Der Untertitel lautet Entscheidungshilfe für Paare.
Noch eins von vielen Fachbüchern bei Klett-Cotta: Ulrich Clement: > Systemische Sexualtherapie.

Französisch lernt am besten in Frankreich selber. Und damit man nicht sprachlos bleibt und über je t’aime hinauskommt, haben sich unsere Kollegen von > PONS ein kleines Wörterbuch mit den > 1000 wichtigsten Wörter für Französisch Lust und Liebe ausgedacht, in dem man schnell noch, bevor man rot wird, was nachschlagen kann und nie um eine Antwort verlegen sein wird. Gibt es auch für Italienisch: > PONS Die 1000 wichtigsten Wörter Italienisch Lust und Liebe.

Michael Eichhammer > www.hilfe-verliebt.de
> Erste Hilfe für Frischverliebte
1. Aufl. 2010 – 233 Seiten – ISBN: 978-3-608-94563-8

Sven Hillenkamp
> Das Ende der Liebe Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit
1. Aufl. 2009 – 311 Seiten – ISBN: 978-3-608-94608-6

David Schnarch
> Die Psychologie sexueller Leidenschaft
Mit einem Vorwort von Jürg Willi
Aus dem Amerik. von Maja Ueberle-Pfaff und Christoph Trunk
(Orig.: Passionate Marriage. Love, Sex, and Intimacy in Emotionally Committed Relationships. Henry Holt and Company, New York)
6. Aufl. 2008 – 511 Seiten – ISBN: 978-3-608-94161-6

David Schnarch
> Intimität und Verlangen. Sexuelle Leidenschaft wieder wecken
Erscheint im Frühjahr 2011

Hanne Seemann
> Artenschutz für Männer. Die Wiederentdeckung des Männlichen.
230 Seiten – ISBN: 978-3-608-94554-6

Roland Weber
> Gehen oder bleiben? Entscheidungshilfe für Paare
1. Aufl. 2010 – ISBN: 978-3-608-86026-9

Rainer Sachse / Claudia Sachse
> Wie ruiniere ich meine Beziehung – aber endgültig
4. Aufl. 2009 – 191 Seiten – ISBN: 978-3-608-94405-1

Ulrich Clement
> Systemische Sexualtherapie
4. Aufl. 2008 – 240 Seiten – ISBN: 978-3-608-94398-6

Neuer Partner – neues Glück ?

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Doug und Noami Moseley So einfach ist das nicht, und deshalb ist dieses Buch entstanden. Aber das Ziel ist eindeutig: „Making your second marriage a first-class success“ lautet der Originaltitel dieses Buches, das im Frühjahr bei Klett-Cotta erscheinen wird. Im > Interview mit Doug und Noami Moseley, das Heinz Beyer und Katharina Wilts (Klett-Cotta) über das Buch > Neuer Partner – neues Glück. So gelingt Ihre nächste Beziehung geführt haben, erklärt Noami Moseley den Ansatz ihres Buches knapp aber umso deutlicher: „Die eigene Person sollte die oberste Priorität haben. Die nächste ist dann die Partnerschaft. Dann kommen Familie und Freunde. Dann kommt die Arbeit,“ und fügt hinzu, meistens werde die umgekehrte Reihenfolge gesehen. Folglich denken die Partner zu wenig darüber nach, welchen Anteil sie am Erforschen des Scheiterns ihrer Beziehung haben. Die Gefahr, dass die Schwierigkeiten sich in der nächsten Beziehung von neuem zeigen, seien daher sehr groß, zumal eine nächste Beziehung nach einer Scheidung oft unter finanziellen Belastungen steht. Deshalb ist jeder zunächst für sich selber zuständig, die Gründe des Scheiterns selbst zu verstehen und dafür zu sorgen, dass aus ihnen keine Blockaden entstehen. Anders als in > Die geheimen Mechanismen der Liebe, in dem Dirk Revenstorf bestehende Beziehungen untersucht und zu ihrer Pflege rät: „Die Liebe ist kein Ruhekissen,“ verfolgen Doug und Noami Moseley eine andere Idee. Gescheiterte Beziehungen begreifen sie als Chance: „Manchmal braucht es mehrere gescheiterte Beziehungen mit immer denselben Problemen und Verhaltensmustern, bevor die Partner verstehen, was wir meinen. Fehlschläge tun weh, aber sie helfen uns auch, aufzuwachen,“ erklärt Noami Moseley, und seine Frau erläutert ihren therapeutischen Ansatz mit einer Betrachtung der Herkunftsfamilie des Einzelnen. Sie äußert sich auch zu den unterschiedlichen Erwartungen von Mann und Frau und zeigt Wege, wie beide sich auf den Partner einstellen können. Enttäuschungen aus allen Bereichen werden sich in einer neuen Beziehung fortsetzen, wenn sie nicht in der ein oder anderen Form geklärt werden. Beide Autoren haben nicht den Anspruch, dass ihr Buch Therapiesitzungen ersetzen soll, aber sie wollen Lösungswege aufzeigen, in dem sie helfen Probleme zu erkennen.

Doug Moseley, Naomi Moseley,
> Neuer Partner – neues Glück. So gelingt Ihre nächste Beziehung
Aus dem Amerikanischen von Maren Klostermann (Orig.: Making your second marriage a first-class success), mit einem Vorwort von Ines und Bernhard Mäulen
Auflage: 1. Aufl. 2009, 270 Seiten
ISBN: 978-3-608-94508-9

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