Verlagsblog

Leander Wattig: Gute Noten für Klett-Cotta

Dienstag, 17. Februar 2009

Leander Wattig hat auf seinem Blog Über Trends in neuen und alten Medien die > Die Top 100 Buchverlags-Websites aus Sicht der Blogosphäre notiert und > Klett-Cotta auf den 9. Platz gestellt.

Wattigs Blog fällt unter der großen Menge an Medienblogs echt auf. Seine Themenfülle und Anregungen wie der Hinweis auf Walter Isaacson, Mort Zuckerman und Robert Thomson, die bei Charlie Rose über > die Zukunft der Zeitungen (28 min.) diskutieren oder wie er aktuelle Themen wie > Social Media Marketing der Verlage oder kanpp und klar > Buchverlage bei Twitter mit einigen Links darstellt, zeugen von Sachverstand und Neugier, der man beim Lesen seines Blogs gerne folgt. In diesem Sinn ist sein Blog ein schönes Beispiel dafür, dass (s)ein Blog mit seiner Aktualität, ja Unmittelbarkeit den Leser enger an den eigenen Spaß am Erforschen der Online-Medien teilhaben lassen kann, als dies ein Zeitungs-Artikel tun kann. Sein > Link-Tipps der letzten Zeit sind prima, und die Idee greife ich für meine beiden Blogs auf.

MERKUR – Februar 2009

Sonntag, 15. Februar 2009

Merkur 2009Andrew Sullivan hat einen Aufsatz über das Bloggen geschrieben. Auf dem Frankreich-Blog habe ich unter der Überschrift > Michel de Montaigne est-il le précurseur des blogueurs ? auf Sullivans wunderbaren Aufsatz hingewiesen, den jeder lesen muss, der mich fragt, wieso ich blogge. Eduard Kaeser berichtet über Google und erklärt, wieso diese Suchmaschine uns eigentlich nur zur ständigen Verzettelung führt. Überhaupt, das Ehrlichste an Google ist, finde ich, es als eine Suchmaschine zu bezeichnen, niemand spricht von einer Findmaschine, weil Google das auch nicht ist, nicht kann, es nur vorgoogelt. Der Anspruch, die Qualität von Inhalten durch einen Algorithmus auszurechnen, der mal so dann wieder ganz anders funktioniert hat etwas mit – da fehlen mir immer noch die Worte – Informationsdiktatur zu tun. Schüler und Studenten verlernen, oder lernen gar nicht erst mit den Instrumenten einer Bibliothek umzugehen, weil das Googeln ja so wunderbar praktisch ist, und irgendwas wird man schon finden. Information verkommt zur Beliebigkeit. Google verbirgt vor dem Nutzer, wieso diese oder jene Seite oben angezeigt wird, es suggeriert durch den ersten Platz die Relevanz einer Seite. Warum bietet Google die Websites zu den > deutsch-französischen Beziehungen in dieser willkürlichen Rangfolge an? Ein System ist nicht zu erkennen, das ist die pure Willkür, oder vielleicht doch ein Hinweis darauf, dass die Bundesregierung nicht doch so viel für die deutsch-französische Zusammenarbeit tut, wie dies bei jedem Gipfel mit Frankreich versprochen wird? Und wir lassen uns alle von Google einlullen. Es heißt nicht Textverbesserung oder Überdenken der Inhalte sondern man spricht von SEO und meint Search Engine Optimization und denkt sich alle möglichen Tricks aus, um sich und seine Seite bei Google einzuschmeicheln. Ein kleiner Lichtblick. Ein bisschen Gerechtigkeit gibt es bei Google: > Argumente für Französisch.

Zurück zum MERKUR. Michael Rutschky untersucht den Zusammenhang von Presse und Prophetie seine Gedanken: Der Angriff der Zukunft auf die übrige Zeit, sein Aufsatz erinnert mich daran, wie der SPIEGEL auf seiner Website besonders in den ersten Monaten der Finanzkrise immer mehr dazu überging, aus der Zukunft zu berichten. Vielleicht wird man eines Tages das Schüren der Krise durch die Medien besser verstehen.

Und jetzt kommen zwei glanzvolle Aufsätze für Germanisten. Heinrich Detering interpretiert Goethe Dornburger Gedichte und führt dabei vor, was philologische Feinmechanik so überzeugend leisten kann. Chaim Noll untersucht den Einfluss der biblischen Landschaften auf Thomas Manns Josephsromane, und jetzt kommen die Historiker dran, G. W. Bowersock lässt das alte Byzanz Revue passieren und erklärt, warum es unser Europa ohne Byzanz gar nicht gäbe.

Peter Furth hat sich Gedanken über unsere politische Verfassung gemacht: > Über Massendemokratie. Ihre Lage bei Panajotis Kondylis. Er beginnt mit einem Zitat aus Alexis de Toqueville“ De la démocratie en Amérique, der nach einer Bezeichnung für die Unterdrückung suchte, die sich in der Demokratie entwickeln könnte. Und Tocqueville umschrieb diesen Zustand mit der drohenden Gleichheit, dem Verlust an Individualismus, einer „ungeheuren Vormundschaftsgewalt“, die sich um den ganzen Lebensgang ihrer Untertanen kümmert, bis sie uns eines Tages „die Last zu denken und die Mühe zu leben vollends abnimmt“. Ich denke nur daran, wie bürokratisiert das Studium geworden ist. Wieviel Energie müssen alle Beteiligten aufbringen, bevor sie wirklich lernen und forschen dürfen! Wieviel Freiheit ist in den Unis durch die wohlmeinende Fürsorge des Staates schon in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen! Oder wieviele Plaketten ich auf mein Auto kleben muss, damit ich damit fahren darf? Oder, und hier tun sich ganz andere Abgründe auf, wie der Staat oder sogar nur einzelne Bundesländer sich durch Schulempfehlungen in die Zukunftschancen der Kinder einmischen und den Grundschullehrern das Recht gibt, die Lebenschancen der Kinder bestimmen zu dürfen. Prüfungen als Ergebnis eines Lebensabschnitts sind ok, sie dürfen aber nicht zur Tombola für das künftige Leben werden. Mir fällt beim Wort Massendemokratie auch die > Kollektive Intelligenz ein, die in Online-Enzyklopädien für die Wahrheit und eine Gleichheit des Denkens sorgt. Unterschiede und Besonderheiten werden von ihr abgeschliffen, so wie die Massendemokratie das Zusammenspiel von Privatheit und Öffentlichkeit nicht mehr versteht: Vgl. Richard Sennett, Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität (S. Fischer, Frankfurt/M. 1983). Und man kann gleich auch nochmal fragen > Wo führen uns soziale Netzwerke hin? oder Sind soziale Netzwerke wirklich sozial?. (Das sind die Links, die Andrew Sullivan in seinem Aufsatz rühmt.)

Jürgen Kocka berichtet über schlaue Dissertationen zur Geschichte. Kolumnen über Geschichte. Da lohnt es sich echt, mal genau hinzugucken. Ulrich Schacht rezensiert die Studie von Terrence Des Pres über die Vernichtungslager des 20. Jahrhunderts.

Und am Schluß stehen die fünf Gewinnertexte des MERKUR-Essaywettbewerbs „Unter dreißig“. Glückwunsch. Kurze Essays, die es in sich haben und sehr lesenswert sind.

> Merkur

Warum mag Richard Wagner keine Blogs?

Dienstag, 4. November 2008

Wenn meine Blogs zahlenmäßig jeden Tag die Zuschauerzahl in der Stuttgarter Liederhalle mit Besuchern übertrifft, die durch die Vermittlung von Suchmaschinen gekommen sind, dann sind diese Blogs keinesfalls „hermetische Communities“, wie Richard Wagner in der FAS am 2. November schreibt. Entgegen den Regeln journalistischer Kunst belegt Wagner seine Ausführungen nur mit einem einzigen Portal. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse verallgemeinert er und macht die, die auf Internet-Seiten schreiben zu „Internetfreaks“, die wie Flöhe ihre Speise durch Saugen erhalten: „mehr oder weniger geschickt plazierte Verweise“ nennt Wagner das und will damit suggerieren, sie seien zu mehr nicht in der Lage. Wagners Charakterisierung von Bloggern, „bei denen es zu einer Festanstellung“ nicht gereicht hat“, ist unfein – aber auch irgendwie eingängig, da Außenseiter es in diesem Land nicht nur in der Politik und in den Medien immer schwer haben, erfolgreiche Seiteneinsteiger zu werden, weil die Parteien und viele andere Institutionen und Organisationen nur zu gerne schnell die Reihen schließen. Blogger als „arbeitsweltliche Asoziale“ zu bezeichnen, ist noch unfeiner und läßt vermuten, dass Wagner bisher bei der Auswahl und Lesen von Blogs Pech gehabt hat. Auch in der Medienlandschaft gibt es weniger gelungene Produkte. Ob er unter die Blogger auch > die rund 60 französischen Abgeordneten zählt, die in Blogs ihre Arbeit dokumentieren, wie das Blog > Vues d’Europe des Staatssekretärs Jean-Pierre Jouyet oder > Jean-Pierre Raffarin, der in seinem Blog über die Arbeit im Senat berichtet, um nur einige Beispiele aus der französischen Blogosphäre zu nennen? Natürlich werden von „Abermillionen“ Blogs hierzulande wenig gelesen, weil nur ein kleiner Teil von ihnen auf Deutsch verfasst wurde. „Hier lernt man nichts. Aber es wird endlos gelabert,“ lautet der Untertitel der Glosse von Richard Wagner. Glossen dürfen sicher in die ein oder andere Richtung übertreiben, um die Kritik zu unterstreichen und mal ironisch manches überhöhen. Aber in Bausch und Bogen alle Blogger unisono mieszumachen, das führt mehr den Autor der Glosse als die Blogger vor.

> Blogs sind interessanter als ihr Ruf

Richard Wagner, Lauter Blogwarte. Hier lernt man nichts. Aber es wird endlos gelabert, in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 2. November 2007

Frankfurter Buchmesse 2008: Blogs und Literatur (I)

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Ausnahmsweise habe ich mal nicht ins Bücherregal geguckt, sondern in die Blogosphäre, um mal zu sehen, was sich blogmäßig so im Vorfeld der Buchmesse tut:

> Literaturwelt. Das Blog. Von Büchern und Menschen ist ein Blog von einem ganzen > Team, das Oliver Gassner Betreiber eines Kultur- und Pressebüros in Vaihingen an der Enz und Spezialist im Bloggen anführt. Er hat mir die ersten Blog-Schritte erfolgreich beigebracht. Das Literaturwelt-Blog enthält schon rund 600 Berichte über Bücher, technische Berichte > Amazon Kindle und viele Berichte über den Buchmarkt.

Das > Literaturcafé von Wolfgang Tischer verspricht viele > Audio-Interviews (=Podcast) von vielen prominenten Autoren während der Buchmesse zum Herunterladen.

> Sebastian (18) und Laura (16) werden mit Laptop, Mikro und Fotoapparat auf der Buchmesse unterwegs sein und das Geschehen rund um die vielen Bücher auf ihrem > Schülerreporter-Blog dokumentieren.

Es gibt auch eine > arte/hr-Blog. Start am 14. Oktober.

Blog und Literatur

    Werkzeuge für das Blog: Laptop, Fotoapparat, Tonband und viele Bücher.

Ronald Schild, Geschäftsführer des MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH, bloggt auch > Schilds VTO-Blog. Sein Blog ist wie andere auch in die Website des > Börsenblatts integriert.

> Auf dem Blog buchwelt.de des Buch- & Medienservices Gollwitzer wird über die Buchmesse berichtet: „Bildung entscheidet über Sieger und Verlierer „.

Verlage haben > Blogs noch nicht so recht entdeckt. Aber es gibt Ausnahmen: > www.was-sache-ist.de (Droemer Knaur) oder der > Beck-Blog für Juristen. Betrachtet man allein schon die zahlenmäßige Unterschiede zwischen den französischen und deutschen Blogs allein im Bereich der Politik, so könnte man den Eindruck bekommen, hierzulande hat man von Web 2.0 noch nicht viel gehört. Robert Basic hat sich kürzlich die > deutsche Bloglandschaft genauer angesehen.

Genug im Web gereist. Nun wird weitergelesen. Das nächste Buch: > Gerhard Schweizer, > Die Türkei. – Zerreißprobe zwischen Islam und Nationalismus

Literatur – Sachbuch – Blog – Klett-Cotta
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