Coachen Sie Ihre Kinder beim Lernen
Dienstag, 20. September 2011
Christoph Eichhorns wichtigste These: > Bei schlechten Noten helfen gute Eltern. Er stützt sich auf die Langezeitstudie, mit der Martin Neuenschwander den besonderen Einfluss der Eltern auf die Schulleistungen ihres Kindes nachgewiesen hat. Die Leistung der Kinder werden wohl zur Hälfte von den Erwartungen der Eltern bestimmt. Daraus leitet Eichhorn ein ganz Bündel von Strategien und Lösungsansätzen ab, um Eltern auf alle möglichen Situationen vorzubereiten: Schlechte Noten, keine Lust zu Hausaufgaben, Schulfrust, alles was uns immer noch wohlvertaut ist. Oft wird auf die Lehrer geschimpft, aber Eichhorn bringt seinen Lesern, und vornehmlich den Eltern bei, Ruhe zu bewahren und zuallerst mal das Selbstvertrauen ihrer Sprößlinge zu stärken. Wenn das Kind kapiert, dass es auf die Frage, wer ist der Biss bei Deinen Hausaufgaben, “ich” antwortet, ist das die halbe Miete. Schlechte Noten regen alle auf. Eichhorns strategische Vorschläge sind überzeugend und beruhigen erst einmal die Eltern: Eine Zuhör- und Verständnisphase ist angesagt. Ein Donnerwetter hilft nur selten. Stattdessen sollten realistische Erwartungen kommuniziert werden. Und auch bei Schülern mit mäßigen Leistungen gibt es genug Erfolge, an die man anknüpfen kann. Wie gesagt, Selbstvertrauen fördern, Verantwortung übertragen und das Kind Probleme selbst lösen lassen. Und Eltern müssen lernen, Belastungen der Schüler zu erkennen. Mancher Nachwuchs hat schon einen Terminkalender wie ein hochdotierter Manager und hält seine Eltern mit allerlei Taxidiensten auf Trab. Hinzu kommt noch die Computer- und Internetwelt, die statt Erholung zu verschaffen, den Kleinen die letzte Konzentrationsfähigkeit raubt. Sport und Bewegung ist angesagt.
Der Sinn von Hausaufgaben wird von den Kindern schnell unterschätzt, wenn ihre Eltern über nicht gemachte Hausaufgaben hinwegsehen. Die Motvationsstrategien für erfolgreiche Hausaufgaben sollte man allen Eltern in die Hand drücken, die über schlecht gemachte Hausaufgaben ihrer Kinder klagen. Ein Stamm-Arbeitsplatz ist schon der Anfang. Setzen Sie Ziele und kämpfen Sie nicht gegen Probleme, rät Eichhorn.
Die eingangs erwähnte Studie von Martin Neuenschwander, die die überragende Bedeutung der Eltern für den Lernprozess der Kinder unterstreicht, darf als Ausgangspunkt die Anleitung, die Eichhorn hier Eltern präsentiert, mit der sie ein guter Lerncoach für ihre Kinder werden nicht überbewertet werden. Auch ohne diese Studie ist Eichhorns Ansatz sehr verfolgenswert und Eltern können hier viele Ideen für die Entwicklung ihrer eigenen Strategien finden. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass auch Lehrerpersönlichkeiten einen äußerst prägenden Einfluss auf ihre Schüler gewinnen können. Viele Lehrer sind auch Eltern, auch sie werden dieses Buch mit Gewinn lesen. Noch ein Ratgeber. Ja, klar, aber in sehr konzentrierter Form. Und seine Leser dürfen sich fragen, ob sie wirklich schon einen Teil der hier vermittelten Anregungen wirklich umsetzen? Haben Ihre Kinder das Gefühl, Verantwortung für sich, für ihr Lernen und andere zu haben? Werden sie ernst genommen? Wann hatten Sie zum letzten Mal Zeit und Ruhe, um mit Ihrem Kind zu sprechen? Wissen Sie warum es Angst vor einer Klassenarbeit hat? Selbstvertrauen, Verantwortung kann man auch lehren, also den Kindern beibringen.
Christoph Eichhorn
Bei schlechten Noten helfen gute Eltern
1. Aufl. 2011, 187 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-608-94603-1
Christoph Eichhorn, Diplom-Psychologe, Supervisor und approbierter Psychologischer Psychotherapeut, hat den Band >
Classroom-Management – Wie Lehrer, Eltern und Schüler guten Unterricht gestalten verfaßt, der im Oktober 2008 erschienen ist.> Eichhorn, Christoph
> Classroom-Management – Wie Lehrer, Eltern und Schüler guten Unterricht gestalten
223 Seiten, ISBN: 978-3-608-94534-8
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Sie sind eher darauf aus, die Kinder auf allgemein erforderliche Kompetenzen und Regeln hin zu ‘eichen’.” Ich habe nachgefragt. Ihr Sohn spricht von einem “Zwangsinteresse”. Werden Schüler gefragt, ob sie dies und jenes lernen wollen? Sie könnten dann mehr über sich erfahren und wissen, wer sie sind. Werden Schüler auch hinsichtlich ihrer Fähigkeiten geprüft? Und zu diesem Punkt erwähnte Frau Seemann die digitalen Möglichkeiten, mit deren Beherrschung Schüler ihre eigenen Fähigkeiten besser ausloten können. Das hat mir gefallen, wie sie in unserem Gespräch einen der wichtigsten Aspekte einer Medienkunde erwähnt. Und dann kamen wir auf die Unterschiede zwischen Jungens und Mädchen. Wie bekommen Jungens mehr Verantwortung? Bekommt die Koedukation allen gleich gut? Müssen die Jungens sich den Mädchen anpassen? Wie kann man die Jungens zu einer eigenständigen Entfaltung anleiten? “In ihrer Art müssen sie ernstgenommen werden,” antwortet sie.