Verlagsblog

Die Macht der Geschichten.
Lesung: Christian von Aster, Das eherne Buch

Mittwoch, 26. August 2015

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das neue Buch Christian von Aster > Das Eherne Buch ist gerade erschienen. Untertitel: Eine Geschichte vom Ende allen Krieges.

Wie kann das dem Untergang geweihte Reich doch noch gerettet werden? Eine fast vergessene Legende und ein junger Bibliothekar! Das klingt nach Literatur. Die Bücherwarte in den Bibliotheken sind die eigentlichen Verwalter der Kultur.

Nach dem Tod des Sohns des alten Fürsten, der hinterrücks ermordet wurde delingt es dem totgeglaubten Clan sich noch einmal zu erheben. Ein Kampf um Überleben oder Vernichtung beginnt. Jaarn, der letzte Nachkomme des Hauses von Stahl, erhält von seinem Vater ein sagenumwobenes Schwert. Friede soll er dem Reich bringen. Es trägt den Namen > Das Eherne Buch, nicht aus Stahl, sondern aus Geschichten ist es geschmiedet. Alle, die Guten und die Bösen, Fürsten und Räuber wollen das legendäre Stück besitzen. Jeder Meuchelmörder macht sich auf die Jagd nach Jaarn, jeder will ihn und das Schwert haben. Aber Jaarn gelingt es, sich zu behaupten. Es ist wohl doch die Literatur, die Bücher die Geschichten, die immer die Oberhand behalten. Ein besonderes Lesevergügen wartet auf Sie!

Dillingen | Lesung 27.8.2015, 20 h – Eintritt 5€
> drachenwinkel.shop-asp.de
Drachenwinkel, Beckinger Str.1, 66763 Dillingen

> Weitere Termine:
und am 2.9.2015 in Leipzig und am 11.9.2015 in Berlin

aster-eherne-buchChristian von Aster
> Das Eherne Buch
Eine Geschichte vom Ende allen Krieges
1. Aufl. 2015, 347 Seiten, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-608-93934-7

A propos der Macht der Geschichten! Die Gefährlichkeit der Literatur darf nie unterschätzt werden. Zum Glück hat die > Stuttgarter Stadtbibliothek klug vorgesorgt:

Christian von Aster, der Schattenschnitzer: „Jetzt erscheint bei Klett-Cotta sein neuestes Buch. Es ist die Geschichte des Zauberers Jonas Mandelbrodt, die jemand berichtet, der ihn vielleicht als eine Art Mentor sehr geschätzt hat. Der Erzähler ist aber kein Magier, dennoch kennt er ihr Leben sehr gut und hat vieles gesehen hat, was andere niemals sehen werden. Der Prolog in Der Schattenschnitzer ist viel mehr als nur ein Vorwort. „Ehrt Eure Magier,“ so fängt der Prolog an. Das sagt jemand, der uns Menschen etwas beibringen will? Er ist kein Magier, kein Gelehrter. Eines Tages hört Jonas die Stimme seines Schattens. …“ >
Bitte weiterlesen.

Nachgefragt: Ernst Jünger, Kriegstagebuch 1914-1918

Dienstag, 5. Oktober 2010

Bei Klett-Cotta sind gerade die Kriegstagebücher von Ernst Jünger, zum ersten Mal erschienen. Helmuth Kiesel hat den Band mit präzisen Anmerkungen versehen und herausgegeben.

Bei Ausbruch des Krieges meldet sich der 19-jährige Ernst Jünger als Kriegsfreiwilliger und wird Soldat des Hannoverschen Füsilier oder Infanterie-Regiment Nr. 73. Er wird die großen Schlachten in Flandern, an der Somme und bei Cambrai mitmachen und beginnt sogleich ein Tagebuch. Am 4. Januar 1915 schreibt er: „Ich bin sehr neugierig, wie sich ein Shrapnellbeschießung ausmacht. Im allgemeinen ist mir der Krieg schrecklicher vorgekommen als er ist.“

Jünger protokolliert sachlich das Töten und Sterben um ihn herum. Entschlossenheit ist sein bester Schutz. Dann aber lässt er doch auch offenkundige Betroffenheit erkennen: Am 24. April entdeckt er kurz vor dem eigenen Graben drei tote Franzosen: „Im übrigen ertrugen meine Nerven den Anblick ohne Erregung; aber der Gedanke, dass in diesen Köpfen auch Gedanken, Wünsche und Hoffnungen lebendig gewesen waren, erweckte in mir dieselbe Rührung, die man beim Anblick alter Burgruinen empfindet.“ Trotz der genauen, bisweilen nüchternen Beschreibungen der Gefechte, bleibt auch Jünger von dem Grauen nicht unberührt. Dann ändert er den Ton, und das Tagebuch wird ihm eine Hilfe, den Wahnsinn zu ertragen: Manchmal drückt er sein Bedauern aus, wenn eine Gelegenheit zu einem Gefecht verstreicht: „Leider konnten wir keinen von ihnen erlegen.“ (6.Okt. 15)

Manchmal macht ihm die militärische Hierarchie zu schaffen, der er durch seine Beförderung zum Leutnant etwas entkommen kann: Hin und wieder kriegt er einen Rüffel und verspricht dann zu seinem eigenen Schutz seinem Tagebuch, seine „Heldenbrust gegen künftige Angriffe von Vorgesetzten mit einer dreifachen Schicht Gleichgültigkeit zu Panzern.“ (26. Okt. 15).

Er ist ein genauer Beobachter, notiert viele Einzelheiten analysiert präzise die Geräuscharten der herumfliegenden Projektile. (10.1.61) Er sammelt trotz Beschießung in Monchy Käfer (3.11.16) und freut sich an den ersten Faltern (12.III. 16). Natur und Krieg. Manchen Fidelitäten fällt schon mal die Einrichtung eines Kasinos zum Opfer das sind Gelage, bei denen viel Alkohol fließt.

Ernst Jünger Dann kommen die ersten Einsätze mit Gas (Juni 1916) und am 29. Juni 1916 notiert er „Wenn die Schweinerei, wie wahrscheinlich, noch viel länger dauert, wird zuletzt überhaupt niemand mehr am Leben sein.“ Langsam deuten sich auf diese Weise hin und wieder mal kritische Töne an. Dann aber am 3. August schreibt er wieder: „So fremd es klingt, hier lernt man wieder Ideale kennen, die volle Hingabe bis zum grausamen Schlachtentode.“ Wenn er als Kompanieführer seine Truppe führt, notiert er: „Welche Lust eine Truppe durch solches Gelände zu führen.

Da zeigt sich der wahre Soldat.“ (28.4.17), und er freut sich, wenn seine Leute sich in verzweifelten Lagen an ihn klammern. (19.6.17).
Am Ende des Krieges läßt Jünger Enttäuschungen erkennen und ärgert sich, wenn seine Leute nicht erwähnt werden: „Die Füsiliere der 7/73 und die Leute, die die Sache geführt (nicht geleitet) haben, zu erwähnen, lohnt sich nicht der Mühe. Die Lorbeeren ernten andere Leute. Das bin ich seit 3 1/2 Jahren gewöhnt.“ (23.8.18)

Heute hat Michael Klett mir die Gelegenheit gegeben, ihm, von meinem „Leseerlebnis“ zu berichten und einige Fragen zu Jüngers Kriegstagebuch zu stellen.

Gespräch mit Michael Klett über die Kriegstagebücher 1914-1918 von Ernst Jünger:

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ca. 22 Minuten

> Ernst Jünger
> Kriegstagebuch 1914-1918
Herausgegeben von Helmuth Kiesel
Auflage: 1. Aufl. 2010
655 Seiten
ISBN: 978-3-608-93843-2

> Ernst Jünger

Zur Buchmesse 2010 erscheint als vollständig überarbeitete Neuausgabe mit bisher unveröffentlichten Dokumenten und Fotos der Band von von Heimo Schwilk (Hrsg.), Ernst Jünger, Leben und Werk in Bildern und Texten.

Auflage: 1. Aufl. 2010
336 Seiten
ISBN: 978-3-608-93842-5

Veranstaltungshinweis:
> Große Jünger-> Ausstellung in Marbach (November 2010 bis Februar 2011

Matthew Eck: Das entfernte Ufer

Dienstag, 2. September 2008

Matthew Eck, Das entfernte UferIn einem Wüstenstadt am Horn von Afrika, sitzt eine Gruppe von sechs Soldaten als Aufklärer auf einem Dach, um die Flugzeuge zu dirigieren, die ihre tödlich Last abwerfen. Zwei Klans beherrschen die Stadt, in der eine Million Menschen leben. Nach der Beendigung ihrer Mission sollen sie abgeholt werden. Als plötzlich sie plötzlich Leute die Treppe heraufkommen hören, werden sie nervös, es kommt zu einem Schusswechsel, es waren aber nur Kinder, einer der Jungen ist tot. Sein Gewehr war nur ein Stock. Der andere liegt in einer großen Blutlache. Danach müssen sich die Soldaten sechzehn Kilometer durch die Stadt zum Stadion durchschlagen. Das Abholmanöver scheitert, der Hubschrauber wird beschossen und dreht ab. Auf sich alleine gestellt, mit einem schwerverletzten Kameraden ziehen die Soldaten weiter und hoffen auf Hilfe. Sie finden schließlich eine Unterkunft, wo sie ihren Kameraden tot zurücklassen müssen.

„Im Krieg weiß man nie, wo man stehen soll,“ bemerkt der Erzähler Joshua Stanz, als er nach einem Angriff eines Hubschraubers und der Explosion eines Munitionslastwagens nach seinen Kameraden sucht. Matthew Eck, der von 1992 an als Soldat der U.S. Army in Somalia und Haiti war, gibt mit seinem Buch, das Bettina Abarbanell übersetzt hat, einen Einblick in das Grauen, dem die Menschen, wenn sie einmal hineingeraten sind, nur so schwer entkommen können. Manchmal taucht die Erinnerung an zu Hause auf: „Alles was ich in diesem Moment wollte, war die Mitte meiner Seele zu finden, jenen winzigen Punkt, der meinen Körper am Leben erhielt und verhinderte, dass meine Erinnerungen verrückt spielten,“ dann sind es wieder die unmittelbaren logistischen Probleme der Nahrungsbeschaffung und die ständigen Gefahren und Bedrohungen, die keine Ablenkung erlauben. Es sind die kurzen Szenen, der eher zufällige Tod des Mannes, der auf sein Auto zurannte, das die Soldaten ihm entwenden wollten, das Handgemenge, das eher unbeabsichtigte Lösen des Schusses aus dem M-16, die immer wieder daran erinnern, wie der Krieg die Menschen mitreißt. Einer der Kameraden des Erzählers wird am Hals schwer verletzt. Schmerzen werden auf eine merkwürdige Art nicht thematisiert; aber die drastische Beschreibung der Wunden, ihre völlig unzureichende Versorgung gehören zur Schilderung des Wahnsinns, in den der Krieg die Menschen hineinzieht. Der Einzelne und auch die Gruppe kann ihm nur schwer oder gar nicht entkommen. Der Einzelne ist machtlos. Der Erzähler sehnt sich nach zu Hause: „Und Orte, an denen man allein zurechtkam“.

Joel Turnipseed schrieb über Eck’s The Farther Store: „Also, on a single page, resonances with a half-dozen other war memoirs and war novels I know: yet absolutely unique and appropriate to the shores of Somalia; to the culmination of Josh Stanz’s war. It’s impossible to say what, in literature, is permanent and what will fade, but if there’s any justice in our future judgment of today’s literature then surely The Farther Shore will survive for a long time. “

> Matthew Eck’s The Farther Shore Hotel Zero by Joel Turnipseed: Bookreview und Interview mit Matthew Eck

> Das entfernte Ufer
Roman
Aus dem Amerikanischen von Bettina Abarbanell (The Farther Shore)
Tropen
Auflage: 1. Aufl. 2008
188 Seiten
ISBN: 978-3-608 -50101-8

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