Verlagsblog

Lindauer Psychotherapiewochen 2010

Donnerstag, 6. Mai 2010

Klett-Cotta war wie in den vergangenen Jahren bei den Lindauer Psychotherapiewochen 2010 mit einem Verlagsstand auf dem Bücherschiff an der malerischen und sonnigen Hafenmole vertreten.

1. Woche 18. bis 23. April zu „Identitäten“
2. Woche 25. bis 30. April zu „Erinnern und Vergessen“

Die aktuellen Neuerscheinungen im Psychotherapeutischen Fachbuch und unsere Fachzeitschriften Psyche, Familiendynamik, Kinderanalyse und Trauma & Gewalt wurden vom Publikum (Teilnehmerzahlen in Lindau ca. 4.000) mit großem Interesse aufgenommen.

Veranstaltungen mit unseren Autoren auf dem Bücherschiff:

Am Mittwoch 21.04 stellten die Autoren Ursula Gast und Klaus Onnasch in einer gut besuchten Mittagsveranstaltung ihre aktuelle Neuerscheinung in der Reihe > Leben Lernen „Trauma und Trauer“ vor.

Karl Heinz Brisch war am 29.10. bei einer Abendveranstaltung mit Videopräsentation zu seinem SAFE Projekt zu Gast.
Von Brisch erscheint aktuell neu bei Klett Cotta neben dem > SAFE Ratgeber für Eltern und Erzieher auch das neue Fachbuch Bindung, Angst, Agression.

Unsere Autorin Luise Reddemann war in der ersten Woche zu einer Signierstunde in der Fachbuchhandlung Lehmanns auf dem Schiffsoberdeck zu Gast.

Zahlreiche weitere Klett-Cotta Autoren waren mit Vorlesungen, Seminaren und Übungen im Fachprogramm der Tagung vertreten, u.a.

Hansruedi Ambühl, Christa Diegelmann, Diana Drexler, Philipp Kuwert, H. J. Markowirtsch, Danckwart Mattke, Udo Rauchfleisch, Achim Schubert, Inge Seiffge-Krenke, Bernhard Strauß, Ulrich Streeck.

Friederike Kamann und Axel Loesdau

Ein Hoch auf die Melancholie

Dienstag, 4. August 2009

Eric G. WilsonEric G. Wilson, Jahrgang 1967, ist Professor für Englische Literatur an der Wake Forest University in Winston-Salem, North Carolina. Er hat mit seinem Buch > Unglücklich glücklich ein Loblied auf die (“europäische” – das kommt vom Verlag: der Originaltitel lautet klar und präzise: “Against Happiness. In Praise of Melancholy”) Melancholie und eine scharfe Kritik der American Happiness geschrieben. Wieder ein Ratgeberbüchlein, jedenfalls lag der Band auf meinem Stapel nicht gerade obenauf. Beim Durchblättern hat mich aber die ausführliche kommentierte Bibliographie, mit der Wilson seine Leseschätze erklärt und beschreibt, auf seinen Essay aufmerksam gemacht. Schon das Nachlesen der Quellen, die Wilson angibt, machen seinen Band zu einer kleinen und spannenden Literaturgeschichte.

85 % der Amerikaner sagen, sie seien glücklich – unter “Vernachlässigung der Traurigkeit”, wie Wilson findet. Das alleinige Streben nach Glück führt zu “unrealistischen Abstraktionen” (S. 13) und zu einem Realitätsverlust. Und er klagt die amerikanische Kultur an, die die Melancholie als eine “Regelverletzung” (S. 15) behandelt. Und Wilson vermutet: “Der American Dream ist womöglich ein Alptraum.” (S. 16) Benjamin Franklin, > The Way to Wealth (*.pdf) versuchte, seinen Landsleuten einen ertragreichen Gebrauch ihrer Zeit einzutrichtern: “Eine solche Kontrolle über die Uhr sollte jedes Tick und Tack in Besitz verwandeln.” (S. 21) Und Wilson klagt, dass der amerikanische Blick den Wald nur als Ressourcenlager, nicht aber in seiner Schönheit wahrnehmen kann. Aber die alleinige Suche nach Glück und Besitz macht blind. Und > Ralph Waldo Emerson ist einer von vielen Autoren, mit deren Werken Wilson die Wiederentdeckung der Melancholie propagiert. Emersons Essay > Exprience in: > Essays: Second Series, 1844, zeigt “ein Gespür für das vitale Zusammenspiel der Gegensätze” (S. 34).

Selbstzufriedenheit, Glücksempfinden, der Verlust der Traurigkeit können auch politische Folgen haben. An einer Stelle fragt Wilson, ob diese “ihre krasse, erbärmliche Zufriedenheit mit sich un der Welt” zu einem vor wenigen Jahren begonnenen Krieg geführt hat, der niemals hätte stattfinden dürfen?

Und Wilson nennt auch John Keats mit seiner > Ode on Melancholy, 1819:

“No, no, go not to Lethe, neither twist
Wolf’s-bane, tight-rooted, for its poisonous wine;
Nor suffer thy pale forehead to be kissed
By nightshade, ruby grape of Proserpine;
Make not your rosary of yew-berries,
Nor let the beetle nor the death-moth be
Your mournful Psyche, nor the downy owl
A partner in your sorrow’s mysteries;
For shade to shade will come too drowsily,
And drown the wakeful anguish of the soul.
(…)”

Ohne Wilson hätte ich > John Keats nie entdeckt.

“Melancholie versetzt uns in die Lage, Schönheit zu erfahren,” heißt es bei Wilson, und damit leitet er ein langes Kapitel über Künstler und ihre Krankheiten ein. Nun, Krankheiten hat jeder, nur wird denen von Künstlern mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Natürlich lauerte ich bei der Lektüre dauernd darauf, ob auch die persönlichen Missgeschicke der Künstler genannt werden, die diese zur Inspirationsquelle für ihre Werke gegen jeden Trend gemacht haben, wie > Sartre dies in vielen Porträtstudien gezeigt hat. Aber auch Sartres “mauvaise foi”, die Unaufrichtigkeit, mit der die Menschen gerne die Realität meist zugunsten des eigenen Wohls umgehen, kommt hier nicht vor. Aber man soll ja auch nicht immer nur danach suchen, was hinreichend bekannt ist. Das Nachlesen von Wilsons Quellen führt den Leser auf ganz neue Pfade. Wilson hat kein Ratgeberbüchlein, sondern einen intelligenten Essay verfasst, in dem er das Glücksstreben umkreist und prüft und seine Defizite und Gefahren offenlegt, um mit Hilfe der Literatur die Melancholie als notwendige Ergänzung des Glücks zu empfehlen.

Eric G. Wilson
> Unglücklich glücklich
Von europäischer Melancholie und American Happiness
Aus dem Amerik. von Susanne Held (Orig.: Against Happiness. In Praise of Melancholy)
Auflage: 1. Aufl. 2009
198 Seiten
ISBN: 978-3-608-94113-5

Das Herbstprogramm von Klett-Cotta (II)

Donnerstag, 2. Juli 2009

Jetzt folgt der zweite Beitrag zum Herbstprogramm 2009 von Klett-Cotta. Morgen folgen Beiträge zu Neuerscheinungen aus dem Bereich Fantasy und von Tropen. Hanne Seemann, Artenschutz für MännerHanne Seemann, ist Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Heidelberg und ist in der Aus- und Weiterbildung zur »Psychosomatischen Grundversorgung« für Ärzte tätig. Bei > Klett-Cotta liegen schon mehrere Bücher von ihr vor. Ihr neuestes Buch heißt > Artenschutz für Männer. Die Wiederentdeckung des Männlichen. Sie wendet sich gegen eine immer weiter fortschreitende “Gleichmacherei” der Geschlechter. Alle sollten davon profitieren, männliche Eigenschaften wieder zu entdecken und zu schätzen. Sie geht von den biologischen Grundgegebenheiten aus, die notwendigerweise zu unterschiedlichen Verhaltensweisen führen. Mittlerweile wollen Frauen immer häufiger bestimmen, wie Jungs und Männer sich zu verhalten haben. Männer sollten sich selbst auf authentische Weise wieder entfalten können. – Ich bin auf die Gespräche mit Hanne Seemann gespannt. Nächste Woche fangen wir damit an. Heute hat mir zunächst Michael Zöllner erklärt, wieso dieser Titel in das Verlagsprogramm aufgenommen wurde:

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Hanne Seemann,
> Artenschutz für Männer. Die Wiederentdeckung des Männlichen
230 Seiten
ISBN: 978-3-608-94554-6
ET: 31.8.2009

Hillenkamp, Das Ende der LiebeSven Hillenkamp ist in Bonn, Paris und Genf aufgewachsen und studierte Politik, Soziologie und Geschichte, Philosophie und Islamwissenschaft in Bonn und Berlin. Er war Redakteur bei der »Zeit« und lebt jetzt als freier Autor in Berlin und Stockholm. Sein neuer Titel bei Klett-Cotta lautet > Das Ende der Liebe. Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit. Er beobachtet die unbegrenzten Möglichkeiten der Menschen. Eine unendliche Auswahl an Partnern, Wohnorten, Berufen, Sex, Liebe … Und wo bleiben da die Gefühle angesichts der grenzenlosen Freiheit? Sven Hillenkamp zeigt, dass die Liebe ist bald nur noch Geschichte ist. Das Zeitalter der Nicht-Liebe hat wahrscheinlich schon begonnen. Tom Kraushaar schildert die Wirkung dieses Buches:

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Sven Hillenkamp
> Das Ende der Liebe
Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit
320 Seiten
ISBN: 978-3-608-94608-6
ET 31.8.2009

John Gray ist Professor für Europäische Ideengeschichte an der London School of Economics. Er ist als Autor u.a. von »Die falsche Verheißung. Der globale Kapitalismus und seine Folgen« (1999); und von »Straw Dogs. Thoughts on Humans and Other Animals« (2003) bekannt. > Politik der Apokalypse. Wie Religion die Welt in die Krise stürzt ist eine erschütternde Bestandsaufnahme religiöser Grundideen in den Ideologien unsere Zeitalters. Zugleich plädiert Gray für eine moderne und pragmatische Politik. Tom Kraushaar hat berichtet, wer John Gray ist, und wieso der Verlag mit diesem Band große Erwartungen verbindet:

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John Gray,
> Politik der Apokalypse
Wie Religion die Welt in die Krise stürzt
Aus dem Englischen von Christoph Trunk (Orig.: Black Mass. How Religion Led the World into Crisis)
360 Seiten
ISBN: 978-3-608-94114-2

Lindauer Psychotherapiewochen 2009

Montag, 4. Mai 2009

Vom 13. April bis 24. April 2009 haben wir die > Lindauer Psychotherapiewochen 2009 auf dem Bücherschiff im Hafen von Lindau begleitet: Die Tagung ist in zwei Wochen: eingeteilt:1. Woche: „Dem Fremden begegnen“, 2. Woche: „Der Gewalt begegnen“. Wir haben am Stand nur präsentiert, beraten, beobachtet, Fragen gestellt und beantwortet. Der Verkauf ist in Lindau Sache einer Buchhandlung. Die Vielfalt der Diskussionen war beeindruckend.

Pro Woche kamen jeweils ca. 2000-2500 Teilnehmer, davon waren ca. 60 % ärztliche PsychotherapeutInnen.
Klett-Cotta war in jeder Woche an 4 Tagen da und hat Bücher präsentiert: „Anthrazit-Psychotherapie-Reihe“, Leben Lernen, Leben!-Ratgeber, Sachbücher Psychologie, Erziehungsratgeber und die psychotherapeutischen Zeitschriften. Nächstes Mal werden wir auch literarische Titel mitnehmen.

Großes Interesse an Leben Lernen u.a: Reddemann, Mattke u.a., Kuntz, Potreck-Rose, Diegelmann, Reinert, (nicht nur Neuerscheinungen), sowie an der „Anthrazit-Psychotherapie-Reihe“ u.a.: alle Brischs, Fonagy, Retzlaff, Strauß, Rauchfleisch, Kernberg, Grossmanns. Sachbücher u.a.: Sachse-Titel, Gruen-Titel, Roth, Winterhoff-Spurk, Lazarus und Zeitschriften: Am meisten wurde > Psyche nachgefragt, dann > Trauma und Gewalt sowie > Familiendynamik.

Insgesamt sind natürlich die Titel der ReferentInnen zentral, aber in sehr unterschiedlichem Ausmaß: Besonders gefragt waren sie Bücher von Brisch, Reddemann, Gruen – die Beuscher warteten darauf, dass ihre Bücher signiert wurden.

Die 3 Veranstaltungen auf dem Bücherschiff direkt am Stand waren volle Erfolge und gut besucht, ca. 100-150 Besucher, die mit Brezeln, Kuchen, Wasser und Saft empfangen wurden.

Die Buchvorstellung „Nach 10 Jahren ‚Bindungsstörungen’ – Wege zu sicheren Bindungen für Kinder in der Fremdbetreuung“ mit Herrn Dr. Karl Heinz Brisch war ein wirklich begeisternder Vortrag vor vollem Hause, Brisch kommt sehr sympathisch, authentisch und professionell rüber – er ist dabei, sich eine regelrechte Fangemeinde zu schaffen. Bald kommt sicher auch das (Sach-)Buch zu seinem SAFE-Programm.

Die Buchvorstellung „Keine Angst vor Gruppen“ mit Frau Dr. Luise Reddemann, Herrn Dr. Dankwart Mattke und Prof. Bernhard Strauß war ein voller Erfolg. Alle drei sind renommierte Therapeuten, darum war es sehr voll. Wer sich als Psychotherapeutin oder -therapeut der Herausforderung stellt, mit Gruppen zu arbeiten, wird in diesem Buch alle wichtigen Instrumente beschrieben finden; zudem typische Schwierigkeiten und Fallstricke, welche die Dynamik einer Gruppe bereithält.

Die Buchvorstellung “Imaginationen – Heilsame Bilder als Methode und therapeutische Kunst” mit Herrn Helmut Kuntz war ebenfalls gut besucht. Hier ging es um die wichtigsten Fragen zu diesem Buch: Welche Klienten profitieren von Imaginationstherapie? Wie wirken Imaginationen? – Welche Chancen, Risiken und Kontraindikationen sind zu beachten? Wie werden Standard-Übungen zur Heilkunst?

Das KC-Programm wird einhellig von den Teilnehmern, der Buchhandlung und den anderen Verlagen gelobt: inhaltlich z. B. die „Anthrazit-Psychotherapie-Reihe“ als Vorreiter in der Neuro-Richtung, Leben Lernen als praxisnah einsetzbare beste Psychotherapie-Reihe, aber auch einzelne Sachbücher wie Roth, >„Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten“, die Sachses (> „Schwarz ärgern – aber richtig“; > „Selbstverliebt – aber richtig“; > „Wie manipuliere ich meinen Partner – aber richtig“; > „Wie ruiniere ich meine Beziehung – aber endgültig“, Gruen, > „Der Fremde in uns“ oder Lazarus > „Taschentherapeut“. EIn echt gelungen Tagung, wo wir gerne mit unserem Büchertisch präsent sind.

Der Termin im nächsten Jahr ist notiert:

> 60. Lindauer Psychotherapiewochen 2010
1. Woche: Sonntag, 18. April, bis Freitag, 23. April 2010 – Identitäten
2. Woche: Sonntag, 25. April, bis Freitag, 30. April 2010 – Erinnern und Vergessen

Noch mehr Frühjahrs-Titel bei Klett-Cotta

Donnerstag, 9. April 2009

Konstruktive KommunikationZusammen mit den Modernen Klassikern (Harry Graf Kessler, Wilhelm Lehmann) liegt jetzt auch das gesamte Psychologie-Fachbuchprogramm in den Buchhandlungen; z. B. ein Buch über »Angst in Gruppen« oder über »Konstruktive Kommunikation«.

> Alle Bücher aus Psychologie, Psychotherapie und – analyse

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