Verlagsblog

Das Reisesehnsuchtsbuch:
David Gilmour, Auf der Suche nach Italien

Dienstag, 13. August 2013

Urlaubszeit – Reisezeit. Lesen vermittelt ästhetische Genüsse, vermittelt neue Ideen und Bücher erweitern den eigenen Horizont. Nicht jedes Buch eignet sich zum Ausprobieren. Wohl aber das Reisesehnsuchtsbuch von David Gilmour > Auf der Suche nach Italien. Seine Einleitung und sein erstes Kapitel Vielgestaltiges Italien sind gelungene Aufforderungen, die Koffer zu packen und loszufahren. Geschichte, Kunst, Topographie und die Sprache: die Zusammenhänge, die Gilmour erklärt wecken die Reiselust. Endlich mal wieder nach Italien. Ganz unaufdringlich vermittelt Gilmour seine Kenntnisse der Provinzen, wo er überall so lange gewohnt hat. Es war das Kapitel Venedig und der adriatische Raum: Dieses Jahr muss es wieder sein. Auf nach Venedig: auf Tintorettos Spuren in der > Scuola di San Rocco. Gilmours Buch bietet natürlich mehr als ein Reisefüher, Kulturgeschichte im besten Sinne präsentiert er, und dieses Eintauchen in die italienische Geschichte, die besonderen Kennzeichen der Provinzen Italiens, die Geschichte seiner Staaten, die unglaublich kulturelle und künstlerische Vielfalt machen aus einem Buch eben dieses Reisesehnsuchtsbuch:

Gilmours Buch ist die perfekte Reisevorbereitung Vorbereitung auf ein paar Tage Venedig. Gestärkt mit dem Wissen über die venezianische Geschichte werden Sie die Annäherung von der Lagune oder vom Lido an die Stadt ganz anders erleben. Sie fahren auf ein offenes Geschichtsbuch zu:

Kommen Sie mit? Wir gehen mal über ein paar Brücken, überqueren einige der unzählbaren so vielfältigen Plätze und immer wieder die Ausblicke auf die Kanäle oder die Lagune: Bitte klicken Sie auf eines Bilder, das Fotoalbum mit dem schwarzen Hintergrund öffnet sich:

Nach Florenz (S. 85-94) würde ich Sie auch gerne mitnehmen. Auf den Spuren Machiavellis. Oder Stendhal nach Italien (S. 154-156) begleiten. Was für eine aufregende Geschichte: Aufständisches Italien (1820-1849) S. 164-172. Und dann das 7. Kapitel Italien auf dem Weg zur Einheit… Und schließlich bekommt Berlusconi die S. 384-395 und dann das Abschlusskapitel Unverwüstliches Italien S. 396-409. Und wenn sie diese letzten Seiten gelesen haben -mit der Kenntnis der vorhergehenden Kapitel – werden sie das Gewicht und die Vielfalt der historischen Erinnerung und die Bedeutung der unglaublich reichen Kunstschätze Italiens verstehen. Vielleicht ist dieses Vielfalt für einen Nationalstaat gar nicht geeignet? (Vg. S. 409)

David Gilmour
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Auf der Suche nach Italien
Eine Geschichte der Menschen, Städte und Regionen von der Antike bis zur Gegenwart
Aus dem Englischen von Sonja Schuhmacher und Rita Seuß (Original: The Pursuit of Italy. A History of a Land, its Regions and their Peoples)
1. Aufl. 2013, 464 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 16 Seiten farbiger Tafelteil, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-94770-0


Eine Reise nach Venedig. Kommen Sie mit?

Dienstag, 2. Dezember 2008

Venedig

Eickhoff - VenedigIm Gepäck bei meiner letzten Venedig-Reise vor zwei Wochen war auch das Buch von Ekkehard Eickhoff über Venedig: > Venedig – Spätes Feuerwerk. Glanz und Untergang der Republik – 1700 – 1797, das jüngst bei Klett-Cotta in der dritten Auflage erschienen ist.

Während in Europa Kriege geführt werden, erlebt Venedig das letzte Jahrhundert seiner Republik. Fürsten – meist inkognito un umso auffälliger -, Dichter, Künstler, Glücksritter und Kunstfreunde reisen nach Venedig, werden dort Teil der Volksfeste, genießen extravagante Lustbarkeiten und nehmen am Spiel der Masken teil.

Venedig

Die beiden Vorsatzkarten machen das Buch zu einem Reiseführer ins 18. Jahrhundert. Die Schauplätze der Handlung sind dort eingetragen, und man betritt die Bühne, die damals der Festplatz Europas gewesen ist. 1718 war Venedigs letzter Türkenkrieg vorüber. Der Reichtum, die Ausgelassenheit der Gäste, die eindrucksvollen Regatten und Gondeln, die Kaffeehäuser und die Spielpaläste boten das Dekor einer einzigartige Szene, auf der sich zeigte, wer Rang und Namen hatte.

Venedig

Vieles spielte sich unter den Masken ab. Wenn das Verbergen der Identität auch legal war, so gab es doch GrenzenVenedig, über die die Staatsmacht wachte. Eickhoff zeigt sehr eindrucksvoll das Verhältnis von Kultur, Kunst, Literatur, Musik und der Staatsmacht, der man schon manchmal einen Brief – ganz diskret, inkognito , natürlich ihnen Absender – dafür gab es eigene Briefkästen – zusteckte, um persönliche Händel o. ä. mehr oder weniger elegant zu lösen. Manches wurde geduldet, aber der Bogen durfte nicht überspannt werden. Georgio Pisani wiegte sich in Sicherheit, hatte aber nicht mit der Wachsamkeit der drei Inquisitoren im Rat der Zehn gerechnet oder sie unterschätzt. Seine Freude über die Wahl zum Prokurator von San Marco war von kurzer Dauer. Kaum einen Monat nach seiner Wahl wird er am 30. Mai 1780 verhaftet und verschwindet im Kastell San Felice in Verona. Sein Reformversuch war gescheitert.

VenedigVenedig

Theater, Musik, Opern, Salons bestimmten das Kulturleben der Stadt, ihr wichtigster Exportartikel und zugleich Magnet für alles Neue. Die Kultur bestimmte die Diplomatie und die Politik. Die Mächtigen der Zeit, der künftige Kaiser Joseph II, Katharina die Grosse wie Rousseau und Goethe kamen auf die Bühne Venedigs und genossen den Glanz der Stadt.

Venedig

Die Schilderungen Eickhoffs lassen spüren, wie das Leben der Venezianer -auch wenn es nur die Oberschicht betraf, sich mit dem Theater und der Oper vermischte. Künstlerkarrieren, wie die Goldonis, die Geschichte der Sippe Gozzis zwischen Briefen, Intrigen, Gondeln und Opernlogen geben einen Einblick in die sozialen Spannungen der Stadt. Der Aufschwung der Kultur und der Feste im 19. Jahrhundert verbarg vielleicht selbst vor den Venezianern, den außenpolitischen Abstieg der Stadt.

Venedig

Aber Venedig als „Markt der Texte und Ideen“ (Kapitel XVI) war immer noch tonangebend. Die Stadt war ein Bücherparadies, gedruckt wurde in vielen Sprachen und dieses Kapitel wie viel andere zeigen wie die Ideen der Aufklärung allmählich in Venedig bekannt werden und in den Salons heiß diskutiert werden, so wie heute die neue Brücke in der Nähe des Bahnhofs, die der spanischen Architekt Santiago Calatrava errichtet hat, zunächst Gegenstand erbitterter Debatten war.

Venedig

Ekkehard Eickhoff, > Venedig – Spätes Feuerwerk. Glanz und Untergang der Republik – 1700 – 1797
Auflage: 3. Aufl. 2008
Ausstattung: gebunden mit Schutzumschlag, Lesebändchen, 16 Seiten farbiger Tafelteil, Vorsatzkarten
456 Seiten, ISBN: 978-3-608-94145-6

> Nachgefragt: Ekkehard Eickhoff, > Venedig, Wien und die Osmanen

Nachgefragt: Ekkehard Eickhoff, Venedig, Wien und die Osmanen

Sonntag, 19. Oktober 2008

Venedig, Wien und die OsmanenDie dritte überarbeitete und erweiterte Auflage des Buches von > Ekkehard Eickhoff, > Venedig, Wien und die Osmanen. Umbruch in Südosteuropa 1645 –1700ist dieses Jahr erschienen.

Ekkehard EickhoffAuf der Frankfurter Buchmesse ergab sich eine Gelegenheit, mit Ekkehard Eickhoff über sein Buch zu sprechen. In unserem Gespräch hat er an den gewaltigen Umbruch erinnert, der im 18. Jahrhundert Südosteuropa erschüttert hat. Außerdem hat er auch über die verschiedenen Aspekte der Quellenarbeit berichtet, aus der dieses Buch entstanden ist.

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14 Minuten

Und zum Herunterladen als Podcast: > Gespräch mit Ekkehard Eickhoffi MP3

> Ekkehard Eickhoff ,
> Venedig, Wien und die Osmanen. Umbruch in Südosteuropa 1645 –1700
3. Aufl. 2008, ca. 50 s/w-Abbildungen, Vorsatzkarte, 464 S., ISBN: 978-3-608-94511-9

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