Verlagsblog

Zahlt Google? Die Arbeit der Autoren und das Urheberrecht

20. November 2014 von Heiner Wittmann

Wir haben auf diesem Blog schon öfters anlässlich der Besprechung verschiedener Bücher über Fragen des > Urheberrechts geschrieben. Heute berichtet Christoph Kneese in der F.A.Z. in einem Interview von seinem Kampf für das „Lesitungsschutzrecht“, das Verlage gegenüber Google geltend machen wollen. Das erinnert uns an unseren Vortrag > Le bilan des discussions avec Google en Allemagne : „Leistungsschutzrecht“ im Rahmen des INMA Séminare de la Presse Francophone 2013 im Auditorium von LE MONDE.


Digital und kostenlos? Open Access
2. Mai 2009 von Heiner Wittmann

Noch immer lese ich in Peter Kaedings Buch > Die Hand über der ganzen Welt. Johann Friedrich Cotta – Der Verleger der deutschen Klassik, wie Cotta mit seiner Tätigkeit als Verleger zwischen Lesern und Autoren vermittelt und ganz ohne Internet deren Werke bekannt macht. Man muss schon eine starke Überzeugung von den Wohltaten des Internets haben, um Cottas Wissen und Erfahrungen unterschätzen zu können. Kaedings Biographie berichtet, wie der Verleger von Schiller und Goethe sich für seine Autoren eingesetzt hat, wie er das Verlagsgeschäft betrieben hat. Von Cotta können heute noch die Beteiligten des Literaturbetriebs viel lernen. Und mitten in dieser Lektüre über Cotta erschien der > Heidelberger Appell auf, in dem Roland Reuß die Beibehaltung der Publikationsfreiheit anmahnt. In diesem Zusammenhang wurde auch Open Access erwähnt… Weiterlesen

> Das Urheberrecht ist im öffentlichen Raum – 22. Juli 2009 von Heiner Wittmann


Wir zitieren hier die
> Rezension des Buches von J.-N. Jeanneney und stellen damit die Frage, was hat sich seit 2005 verändert?

Jean-Noël Jeanneney,
> Quand Google défie l’Europe. Plaidoyer pour un sursaut, Editions Mille et une nuits, Paris 2005.

Und neun Jahre später? das Buch von Jean-Noël Jeanneney ist immer noch brandaktuell, denn Europa ist es nicht gelungen, sich den Herausforderungen von Google zu stellen und eine adäquate Antwort zu formulieren. Die französische Nationalbibliothek, deren Direktor Jeanneney von 2002 bis 2007 war, ist es mit > Gallica gelungen, eine beeindruckende Online-Bibliothek aufzubauen.

Neue Perspektiven?
M. Kremp: > Überwachungsprogramm Prism: Innenpolitiker fordern ein deutsches Google – SPIEGEL ONLINE 2013 – 16. Juni 2013.

Zugegeben, manchmal guckt man, mit was das Netz zum eigenen Namen so zu bieten hat: Ego-Surfen. Manchmal ist Google-Books nützlich, weil man immer wieder Bücher entdeckt, in deren Fußnoten unsere > Bücher zitiert oder genannt werden. Manchmal, so wie gestern, entdeckt man aber auch die „Vorschau“ eines Buches, in diesem Fall eines Sammelbandes, wo unser Beitrag in voller Länge in Google-Books zu lesen ist, auch wenn die Ansicht des Buches nur als „Vorschau“ angekündigt wird. Google käme natürlich nie auf die Idee, mich für die Veröffentlichung dieses Beitrags korrekt meiner Leistung entsprechend zu honorieren. Ich höre schon die Befürworter von solchem Trieben, so würde das Buch mit meinem Beitrag gut gefunden werden… Leider ist die Google-Welt so, dass wir unsere eigene Arbeit nolens volens auch mit Google verknüpfen: > Such nach „Camus Kunst“. Möglicherweise hat der Verlag es Google gestattet, Auszüge aus dem Buch anzuzeigen, in der Hoffnung, das Buch werde sich besser verkaufen. Wie auch immer, unterm Strich ist zu konstatieren, dass Google meinen Beitrag anzeigt, und mich nicht dafür honoriert.

Im übrigen ist das ganz ähnlich mit den > Fotos, die ich seit mehr als zehn Jahren im > Stuttgarter Literaturhaus aufnehme, die Google von der Website des Literaturhauses pickt und in seiner Bildersuche anzeigt. Bei keinem der Bilder bin ich gefragt worden, das übliche Bildhonorar wird nicht gezahlt.

Nach der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Jaron Lanier konnte man in der Welt lesen: > Frank Schmiechen meint, Jaron Lanier würde “ziemlichen Unsinn” reden. Das ist überhaupt kein Unsinn, Lanier stellt sich eine Internet-Welt vor, in der jeder Beitrag, der ins Internet gelangt, ordentlich vergütet wird. Damit wendet er sich mit Nachdruck gegen die Kostenlos-Kultur im Internet und tritt mit Nachdruck für die Wahrung des Urheberrechts ein:

AM 9. September 2013 stand in der > Erklärung „Zukunft des Buches – Zukunft Europas“ von Deutscher Kulturrat, Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Syndicat national de l’édition und Syndicat de la Librairie Française u. a.: „Das Autorenrecht ist der Kern des europäischen Urheberrechts. Der Urheber steht im Mittelpunkt dieses Rechts, er allein entscheidet, ob und wie sein Werk veröffentlicht wird. Dieser Grundsatz des europäischen Urheberrechts muss auch in der digitalen Welt mit ihren neuen Publikationsmöglichkeiten Bestand haben und darf nicht durch Anpassungen an die digitalen Gegebenheiten aufgeweicht werden.”

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