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Lesebericht: John Lanchester, Die Mauer

Am 31.1.2019 erscheint bei Klett-Cotta der Roman von John Lanchester > Die Mauer. Nach dem Wandel steht Joseph Kavanagh als einer von tausenden Verteidigern auf der zehntausend Kilometer langen Mauer, die jetzt Großbritannien umgibt, und hält Ausschau nach den bösen Anderen, die danach trachten, die Mauer notfalls auch mit viel Gewalteinsatz zu überwinden. Und sie werden eines Tages kommen.

Ist diese Mauer der letzte Akt in dem Brexit-Schauspiel, in dem sich die britische Politik und Gesellschaft derzeit so planlos wie zielgerichtet zerlegen? Hat Lanchester das Protokoll des Versagens populistischer Taktiken geschrieben, die nach dem Brexit-Votum, das aufgrund falscher Zahlen und falscher Informationen durchgesetzt wurde, die Abschottung Englands zementiert haben?Blieb nur noch ein letzter Ausweg übrig, die Einrichtung einer Diktatur, die sich durch ein ausgeklügeltes Mauer- und Bewachungssystem schützen will? Im Inneren ist alles organisiert: Die Bürger können jederzeit durch den eingepflanzten Chip identifiziert werden. Operiert man den wieder raus, ist das gleichbedeutend mit dem  Verlust ihrer Bürgerrechte.

> Nachgefragt: John Lanchester, Die Mauer– 1. April 2019

Kavanagh muss zwei Jahre lang auf die Mauer und in Erwartung der Anderen aufs Meer starren. Wehe denen, die bei einem Angriff der Anderen nicht rabiat durchgreifen und gar die Anderen ins Land lassen. Alle wissen, dass so viele Verteidiger, wie Andere ins Land gelangen, ihren Chip verlieren und ohne viel Federlesen in einem kleinen Boot auf dem Meer – den sicheren Tod vor Augen – ausgesetzt und so verbannt werden – ohne Rechte, denn ohne Chip ist keine Rückkehr mehr möglich.

Die Regeln des Wachdienstes auf der Mauer sind nur zu gut bekannt. Jedes kleinste Fehlverhalten wird mit Zusatztagen auf der Mauer quittiert, die sich an die zwei Jahre anschließen. Ein Hauptmann wacht über seinen Abschnitt und erlaubt seinen Verteidigern keine Abweichung auch nur um einen Iota von den strengen Regeln. Eiserne Disziplin ist selbstverständlich. Das strenge Regime („Disziplin ist wichtiger als Mut.“ S. 10) zieht natürlich die Angreifer an. Die Hohe Mauer wird für sie zu einer Herausforderung, sie mit List, Verrat und Gewalt zu überwinden. Eine Mauer führt erst recht zum Aufstand.

Nun, Lanchester schwört, er habe angefangen, den Roman vor Trumps Mauerplänen zu schreiben. Das mag sein, aber dennoch kann Donald Trump hier wunderbar studieren, was hinter der Mauer, also im eignen Land passiert, wenn es einst durch eine Mauer abgeschottet in Sicherheit leben will. Und überhaupt, Lanchester hätte das Buch auch nach den letzten Abstimmungen in Westminster schreiben können, einfach mal um herauszufinden, was das Kappen des für alle günstigen Freihandels und der Freizügigkeit, des freien Kapitalverkehrs und dazu noch des freien Dienstleistungsverkehrs, also der >  vier Freiheiten der EU für das Verhältnis Großbritanniens zur EU einschließlich Irlands bedeuten muss.  Vielleicht weiß man das in Westminster wirklich noch nicht, weil man im z. Zt. nur abstimmt, um abzulehnen, die EU, den harten Brexit, den Non-Brexit, den Backstop, > Qu’est-ce que le « backstop » irlandais, au cœur du rejet de l’accord sur le Brexit ? – Le MONDE, 30.1.2019 – immerhin, man entscheidet sich dafür weiterzuverhandeln.

Der Wandel. „Ein Vorher und ein Nachher.“ S. 143 Die Welt ist immer im Wandel, nur in diesem Roman hat sich etwas Grundsätzliches ereignet. Eine Klimakatastrophe? Ein Umsturz? Ein Brexit mit vollständiger Abkoppelung und Kappung aller Kommunikationswege? Eine Revolution? Ein rechtsextremistischer Umsturz? Das bleibt der Phantasie des Lesers überlassen. Der Wandel, von dem alle beinahe ehrfürchtig sprechen, scheint unumkehrbar zu sein, er scheint beinahe eine Erlösung beschert zu haben. Irgendetwas hat sich verändert. England lebt nur noch auf sich gestellt, die Anderen sind die Feinde, jeder Handel ist ausgesetzt, jede Annäherung der Anderen ist ein Angriff, jeder von ihnen muss sofort getötet werden. Mauern sind keine vertrauensbildende Maßnahmen, sie betonieren die Diktatur, beschwören Kämpfe herauf und verlangen die bedingungslose Unterwerfung des eigenen Volkes und machen jede Annäherung von außen zu einem unfreundlichen Akt. Soweit zur Parabelfunktion und zur politischen Botschaft dieses Romans: „Die Schuld von Massen. Die Schuld von Generationen. Die Alten haben das Gefühl, die Welt unwiederbringlich vor die Wand gefahren und es dann zugelassen zu haben, dass wir in sie hineingeboren wurden.“ S. 72

Die Mauer hat die durch sie beschützte Gesellschaft schon umgebaut. Man braucht viele Verteidiger und gewährt folglich den Fortpflanzern Privilegien, so können sie die Mauerzeit verkürzen und bekommen allerhand Vorteile. Dienstlinge gibt es auch, eine Form moderner Sklaverei. Die Klassengesellschaft wird immer ausgeprägter, die Elite der da oben wird immer dünner und mächtiger. Es gibt Aufstiegschancen, die aber unbedingtes Wohlverhalten voraussetzen. Kavanagh hat schon einen Orden erhalten und glaubt sich auf dem Weg nach oben. Die Gefahren, die auf ihn lauern, dürfen aber nicht unterschätzt werden.

Spannung. Dieses Buch gehört in die Kategorie „Nicht in der Straßenbahn oder im Bus lesen“, weil Sie bei dieser Lektüre immer die nächste Haltestelle verpassen werden. „Es ist kalt auf der Mauer.“ Schon im ersten Satz auf S. 11 ist sie einfach da. 10.000 km lang, Wachtürme und viele Verteidiger, die sich rund um die Uhr halbtäglich abwechseln. Erst nach und nach erfährt der Leser weitere Details, aber der Grund für die Mauer ist nur der Schutz vor den Anderen. Sie kommen von außerhalb, sind also böse, gefährlich und müssen vernichtet werden. Wie um ihre Durchtriebenheit zu bestätigen, schrecken sie auch vor scheußlichem Verrat nicht zurück. Je besser ein Gemeinwesen geschützt ist, umso mehr ist es dem Zufall ausgesetzt. Die Ausbildung der Verteidiger kann überhaupt nicht alle Eventualitäten in den Blick nehmen. Es fällt auch auf, dass der Teil der Eliten, der für den Mauerbau verantwortlich ist, eigentlich durch völlige Abwesenheit glänzt. Die Angst bei den Verteidigern ist aber groß, alle spielen das Spiel total verängstigt mit.

Das Buch passt auf viele politische Situationen, in denen Abschottung, Ausgrenzung jeder Art, Überhöhung der eigenen Elite, schonungslose Unterwerfung des eigenen Volkes sich totalitär den Weg bahnen.  Es klingen hier auch die Folgen von billigem rechts- oder linksextremen Populismus an, der wie auch immer aus dem eigenen Land eine Festung machen will, der glaubt eine Insel der Glückseligen sei allemal besser als jeder Multilateralismus. Selbsternannte Eliten versprechen ihren Untertanen schnelle und leichte Lösungen für jedes Problem, die aber ausbleiben. Fehlt der Austausch, schließen sich die Grenzen, gewinnt die Diktatur die Oberhand.

John Lanchester
> Die Mauer
Roman
Aus dem Englischen von Dorothee Merkel
(Orig.: The Wall)
1. Aufl. 2019, 348 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-96391-5

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