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Lesebericht: Luce d’Eramo, Der Umweg

Es ist lange überfällig, dass dieses Buch endlich auch auf Deutsch vorliegt: Luce d’Eramo (1925-2001) berichtet in > Der Umweg (aus dem Italienischen von Linde Birk (Orig.: Deviazione) über ihre Erlebnisse als Freiarbeiterin 1944 in Frankfurt/ Hoechst: „ich hatte begriffen, dass die einzige Möglichkeit, die Wahrheit über die Faschisten und Antifaschisten herauszufinden […] darin bestand, mich selber zu vergewissern“ S. 155, dann im Lager Dachau und über ihre Verwundung in der Bombennacht vom 27. Februar 1945 in Mainz. Gelähmt kommt sie nach Italien zurück, heiratet, bekommt 1947 ihren Sohn, wird 1954 im Fach Philosophie mit der Arbeit Singolare autonomia di giudizio nelle Critiche di Kant promoviert. Ihre erste Erzählung Idilli in coro erscheint 1951. Es folgen viele weitere Bücher und Reisen, u. a. nach Spanien, in die USA, viele Aufenthalte in Deutschland. 1988 verunglückt sie auf dem Frankfurter Flughafen, als ein eiliger Fluggast ihren Rollstuhl zum Umkippen bringt. Nach Ihrem Tod erscheint noch Un’estate difficile über ihre Ehekrise in den 50er Jahren.

Die in diesem Buch versammelten Texte sind nicht aus einem Guss. Erst nach und nach konnte Luce d’Eramo ihre Erlebnisse von 1944/45 so verarbeiten, dass sie sie zu Papier bringen konnte. 1953 notiert sie in Rom die Erinnerungen an ihre Flucht aus dem Lager Dachau und beweist ihre große Sensibilität für die zwischenmenschlichen Beziehungen. Man spürt jetzt schon, dass ihre Gabe, Mitmenschen zu beobachten und (richtige) Schlüsse daraus zu ziehen, die ihr das Überleben erleichtert hat.

Asyl in Dachau schreibt sie im folgenden Jahr. Und wieder gelingt es ihr, Vertraute zu finden, die ihr weiterhelfen; in der Latrine ist es Paolo, der durch ein kleines Loch in der Holzwand Instruktionen gibt, die für sie lebensnotwendig sind: „In den Lagern überleben diejenigen, die sich den moralischen Halt bewahren, es gibt keinen Mittelweg. Das ist das Schöne hier, hier kannst Du nicht mogeln,“ erklärt er ihr und dieser Satz hätte als Motto für d’Eramos Buch bestens gepasst.

1961 berichtet sie in Unter den Steinen über die Bombennacht im Februar 1945, in der eine umfallende Mauer ihr Becken quetschte. Im Krankenhaus kommt sie ins Sterbezimmer und begleitet die sterbenden Zimmergenossen mit Zuspruch. Als ihr gesagt wird, sie bleibe gelähmt, leert sie erstmal eine Falsch Cognac. Dann noch zwei weitere. Die nächsten teilte sie sich mit einem Polen in ihrem Zimmer. Sie versucht erfolglos nach Frankreich auszureisen, dann nach Russland. Dann wird sie aber doch unter dramatischen Umständen operiert, eine wesentliche Besserung wird aber nicht erzielt.

1975 entsteht in Rom das Kapitel Im CH 89, in dem sie in der 3. Person von Lucia im Lager Frankfurt/Hoechst erzählt. Als das Essen immer schlechter wird, beschwert sie sich mit großem Nachdruck bei der Lagerleitung: „… diese Suppe ist ein Skandal, sie widerspricht dem nazifaschistischen Kulturverprechen.“ S. 229 Und wider berichtet d’Eramo so präzise von ihren Leidensgenossen: „Solidarität zum Beispiel, das ist etwas anderes als das faschistische ‚Gemeinnutz geht vor Eigennutz'“ S. 245. Sie organisiert einen Streik, der zunächst die Hilflosigkeit der Lagerleitung offenbart, dann aber nur zu geringen Verbesserungen bei der Essensausgabe führt.

Erst 1977 kommt sie nochmal auf ihre Erlebnisse im Lage Dachau zurück: Der Umweg, in das sie nach ihrer Verhaftung auf dem Weg ihrer Repatriierung in Verona gebracht worden war: „Ich wollte von den Nazis verhaftet und eingesperrt worden sein damit nach und nach auch mein erster freiwilliger Einsatz verschwamm, die Monate bei der I.G. Farben sich vernebelten und sogar der Aufenthalt im Konzentrationslager Dachau in den Schatten trat, es war fast, als steckten darin Situationen, die mich zwangen, auch den Rest wachzuhalten.“ S. 316, vgl. dazu S. 316-320 Ein Schlüsselsatz, der aber auch tragisch klingt,  und der den Ablauf der Ereignisse und ihre persönlichen Empfindungen und Entscheidungen verstehbar macht.

Dieses Buch ist bei weitem kein bloßer Bericht über die Ereignisse und die Leiden in den Nazi-Lagern, hier dokumentiert Luce d’Eramo auf eine äußerst präzise Weise, wie sie ihr Überleben in den brutalen Lagern der Nazis bewerkstelligen konnte. Hellwach, trotz ihrer unsäglichen Leiden und Schmerzen. Das Erzählen und Berichten, das Verstehen durch das Schreiben ergänzte ihre Überlebensstrategie. Die vier Seite, die auf die Verhaftung in Verona folgen, enthalten ein Nachdenken über ihr Erinnerungsvermögen: „… herausfinden, ob das Ausweichen von einem sozialen Bedürfnis in ein individuelle Vision insgesamt eine spätere Interpretation von mir gewesen ist oder ob dieses Wegsacken des Geistes nicht schon in der Wirklichkeit selbst begonnen hat…“ S. 319 Die Erfahrungen in Dachau: „…ich war beschämt über die menschliche Natur, weil ich beobachtete, wie schnell ein denkendes Gehirn (mein eigenes an erster Stelle) sich den unwürdigsten Situationen anpasst.“ S. 328 Auch wenn nicht jeder getötet wurde, „erreichte die Organisation der Konzentrationslager dennoch ihr wahres Ziel: das soziale Bewusstsein der Häftlinge zu zerstören.“ S. 353

Im gleichen Jahr verfasst Luce d’Eramo in Rom die folgenden Kapitel, in denen sie zunächst das Erlebte und das Berichtete vor ihren Augen Revue passieren lässt und ihre Erinnerungen einordnet und bewertet: S. 353-363. Danach beschreibt sie, wie die literarische Abteilung ihres Gehirns ihr beim Erinnern hilft. Erst kommt sie 1946 ins Krankenhaus nach Bologna und danach gründet sie ihre Familie und berichtet nach der Trennung von ihrem Mann Domenico, von ihrem Sohn Lorenzo und von ihren Eltern. Sie entdeckt ihre Korrespondenz mit ihnen wieder, die ihr bei der Rekonstruktion ihrer Erlebnisse hilft.

Luce d’Eramo
Der Umweg
Aus dem Italienischen von Linde Birk (Orig.: Deviazione)
1. Aufl. 2018, 479 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-98138-4

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