Nachgefragt: Raphaela Edelbauer, DAVE. Roman

Erscheint am 23.1.2021.

„Raphaela Edelbauer, schreibt in ihrem neuen Roman eine Geschichte über DAVE und die künstliche Intelligenz. DAVE ist eine Maschine, noch mehr als ein Hochleistungscomputer, dem ein menschliches Bewusstsein eingepflanzt werden soll. Damit fangen alle Schwierigkeiten schon an. Geht das überhaupt? Heute sprechen ja viele oder träumen viele von kollektiver Intelligenz, mit der das Schwarmwissen elegant und klug handelt und zu neuen Bewusstseinssphären durchdringen kann. Wikipedia, Facebook, Twitter und Instagramm u v. m. sind solche mehr oder weniger sozialen Marktplätze, wo das Wissen vieler mit ihren Verbindungen untereinander, das kollektive Miteinander fördern soll, digital zusammen sind wir intelligenter, lautet die Botschaft, der Wunschtraum oder die Hoffnung vor allem der Werbetreibenden, die sich zielexakte Botschaften ohne nennenswerte Streuverluste versprechen….“ so begann unser Lesebericht > Lesebericht: Raphaela Edelbauer, DAVE. Roman. .

Wegen der aktuellen Lage von Homeoffice zu Homeoffice: gemäß unseres Blogprinzips: erst der Lesebericht dann Nachgefragt…, gleich zu Anfang unseres Gesprächs haben wir Raphaela Edelbauer gefragt, ob die KI in Ihrem neuen Roman, nicht nur eine, sondern prinzipiell eine Sackgasse ist. Ihrer Antwort war zu entnehmen, dass sie sie keine prinzipielle Ablehnung der KI im Sinn hat:

Aber soviel ist doch sicher, die Autorin schärft unser Bewusstsein für die Gefahren und Chancen der KI. Die Situation draußen, die die Bewohner in das Labor gebracht, bleibt, wie die Autorin bestätigt, mit Absicht etwas unbestimmt. In ihrer Geschichte steht zunächst die Struktur, das System im Labor im Vordergrund. Es gibt eine stark ausgeprägte Hierarchie und nur wenige – außer den Programmierern – haben einen Eindruck davon, wer DAVE ist oder einmal sein könnte? Alles wollten wir im Gespräch nicht verraten, manche entscheidenden Feinheiten, die den Spannungsaufbau bestimmen, haben wir übergangen. Die Hauptpersonen scheinen erst im Verlauf der Geschichte das ganze Ausmaß der Ereignisse zu entdecken. Und so wollen wir es auch halten und nicht zuviel vorwegnehmen.

Nur eine Schlüsselszene sei dennoch her genannt: Der Programmier Syz unterhält sich mit vielen, u. a. mit Khatun Mnajouri und schwärmt ihr von der KI vor. „Ich zweifle sogar an natürlicher,“ antwortet sie selbstsicher. Wir haben Frau Edelbauer gefragt, ob sie so nicht doch ihre Kritik, oder zumindest Skepsis, an der KI ausdrücken möchte? Auf ihre Antwort hin haben wir uns erst ein mal über das Schneiden des Films unterhalten. Nein wir lassen ihn genauso, wie wir ihn aufgezeichnet haben, das entspricht auch am besten dem Temperament der Autorin, das sich auch im verlauf des Romans treffsicher beweist. ….Viele einzelne Fakten fügen sich zu einem Gesamtbild zusammen. Es gibt technische Probleme, die die Menschen nicht im Griff haben: z .B. das was den „Zentralalarm“ auslöst. Das hat schon eine besondere Bedeutung.

„Transhumanisten und Neoterraner (vgl.S. 40 f.) streiten um die besten Konzepte und programmierten eigentlich den eigenen Untergang,“ steht im Lesebericht auf dem Blog und das korrespondiert mit der Sensibilität der Autorin bei der Beschreibung gesellschaftlicher Strukturen

Kann man ein Bewusstsein kopieren? Es geht um die Grenzen der KI? Ist der Roman auch eine Parabel? Ist das Labor ein totalitäres System, das seine Bewohner durch Angst und Schrecken vor dem bösen Bazillus da draußen zusammenhält? – Ich nehme an, dass Raphaela Edelbauer keine Parallelen zur heutigen Pandemie beabsichtigt haben. In der Tat hat sie lange vor der Pandemie mit der Niederschrift begonnen.

Raphaela Edelbauer,
> DAVE. Roman
1. Aufl. 2021, ca. 420 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-96473-8
> Nachgefragt: Raphaela Edelbauer, Das flüssige Land

 

 

Raphaela Edelbauer,
> DAVE. Roman
1. Aufl. 2021, ca. 420 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-96473-8

> Nachgefragt: Raphaela Edelbauer, Das flüssige Land

Raphaela Edelbauer lädt uns mit ihrem Roman > Das flüssige Land zu einer erlebnisreichen und spannenden Reise nach Groß-Einland ein. Muss man wissen, wo sich dieser Ort in Österreich befindet? Ist das wirklich wichtig? Nun, der Leser ist immer neugierig. Der Roman fängt mit dem Autounfall der Eltern der Erzählerin an, die beide beim Abrutschen ihres Fahrzeugs über eine Schotterhalde nahe Syhrntal ums Leben gekommen sind: Bitte lesen Sie weiter: > Lesebericht: Raphaela Edelbauer, Das flüssige Land

Raphaela Edelbauer
Das flüssige Land. Roman
1. Aufl. 2019, 350 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-96436-3