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Lesebericht: Florian Werner, Der Stuttgart-Komplex. Streifzüge durch die deutsche Gegenwart

Florian Werner ist in Stuttgart aufgewachsen, lebt seit zwanzig Jahren in Berlin, hat ein Buch über die Stuttgarter Seele geschrieben: >  Der Stuttgart-Komplex. in seinen Streifzügen durch die deutsche Gegenwart, durch die Stuttgarter Gegenwart, beobachtet er zuerst die einmalige topographische Lage der schwäbischen Metropole, ihre „Kesselhaftigkeit“ und straft die Vermutung, die Stuttgarter könnten über den Höhenrand nicht hinausgucken, Lügen, denn er kann nachweisen, dass Stuttgart „aktuell der Ort der Bundesrepublik ist, an dem sich die Zukunft dieses Landes zusammenbraut.“ (S.14) Und er setzt noch eins drauf: „Stuttgart ist eine Petrischale, was hier keimt, wird demnächst auch im Rest der Republik virulent werden.“ (ib.)

> Nachgefragt: Florian Werner, Der Stuttgart-Komplex. Streifzüge durch die deutsche Gegenwart

Und dann zählt er auf: die  Autobauer, Grüne, Waldorflehrer, internationaler Frauentag, die Protestbewegungen der Wutbürger, grüne Landesregierung, grüener OB, Luftqualitätsmessenstellenkunst, alles das macht die Stadt zur Stuttgarter Republik, eine Stadt die für die ganze Bundesrepublik steht und sie repräsentiere.

Aber Florian Werner stellt auch Fragen. Zum Beispiel, wieso der Nesenbach, der dem Talkessel seine Struktur verliehen hat, hin zum Neckar, überhaupt nicht sichtbar sei? Alles ist zum Neckar hin ausgerichtet, nur der neue Bahnhof (> S21) nicht. Die sechzehn Gleise des Kopfbahnhofs sollen abgebaut werden, und ein schicker unterirdischer Durchgangsbahnhof mit 8 Gleisen gebaut werden… ein Haltepunkt, weil er so abschüssig ist… einstmals werden die Touristen, diesen tollen Bahnhof bewundern und dabei > unter der Stadt durchbrausen. Die Stuttgarter Bürger haben sich vergebens gegen das Mammutprojekt gewehrt: „Der Kessel brodelt und kocht, und sein Inhalt verteilt sich über das ganze Land. Die Proteste, die in Stuttgart ihren Ausgang nahmen, sollten sich als prägend für die gesamte Republik erweisen.“ (S. 48) Wird jemals noch ein Politiker woanders in Deutschland es wagen, ein Bauprojekt anzustoßen, das erst in der nächsten Generation fertig wird?

Klar und präzise benennt Florian Werner einen Kardinalfehler der Politik: Die Volksbefragung mit ihrer verkorksten Fragestellung (vgl. > François Hollande: Zum Stuttgarter Bahnhof gab es eine Volksbefragung…): „So lautete die Frage am 27. November 2011: „Stimmen Sie der Gesetzesvorlage ‚Gesetz über die Ausübung von Kündigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen für das Bahnprojekt Stuttgart 21‘ (S21-Kündigungsgesetz) zu?“ Wer wohl alles in guten Glauben mit Nein gegen/für S21 gestimmt hat? Ministerpräsident Günther Oettinger, CDU, (2005-2010) war ein entschiedener Befürworter des Großprojekts und wechselte 2020 in den Aufsichtsrat der Firma Herrenknecht (vgl. S. 58), die die vier riesigen Tunnelbohrmaschinen für S21 geliefert hat. Dazu sagt man doch in dieser Stadt, das habe zumindest ein Geschmäckle….

Und die Grünen? Sie kamen im Verlauf der Demos gegen S21 an die Macht und schwenkten ihr Fähnchen in die andere Richtung und machten fortan Realpolitik, noch ein Stuttgarter Vorbild für die ganze Republik. Aber gilt das auch für die Täuschungen? Ministerpräsident Wilfried Kretschmann… „… der arglistige Täuscher, der sich zunächst als Messias gerierte, sich dann aber doch als dessen Negativkopie, als dessen exaktes Gegenteil entpuppt hat. In jedem Tiefbahnhofsneubau steckt der Teufel.“ (S. 71) Öffentlich wurden die Pläne 1994 präsentiert, dann hieß es, 2021 sei man fertig und zählte auch gleich die 21 Gründe für den schicken neuen Bahnhof auf, von denen nur der Satz, nur ein Punkt „wir haben schon so viel gebaut, wir könne nimmer aufhöre…“ geblieben ist. Vielleicht wurde ja nur gebaut, weil die Stuttgarter die heterogene Protestbewegung nicht mochten…?

Die allseits präsente Motorisierung aller Stuttgarter, das nur durch Staus an beiden Enden auf der > Stadtautobahn gehemmtes > Hinundherbrausen auf 10 Spuren, ist ein Markenzeichen dieser Stadt zusammen mit ein paar zaghaften Versuchen, den Feinstaub aufzufressen (vgl. „Würfelhusten“, S. 10 -108) oder hier und da eine Fahrbahn zum Radweg zu machen. Ach, ja, Tempo 40 gehört ja auch dazu, dadurch wird die Stadt bestimmt viel sauberer.

Stuttgart hat noch mehr Prinzipien, zu ihnen gehört auch die Anthroposophie und die daraus folgende Waldorfpädagogik, die aber im Rest der Republik noch nicht so recht angekommen zu sein scheint. Ist es nur Polemik, als der Journalist Dietrich Krauß im November 202 eine direkte Linie von den Anthroposophen zur Querdenker-Bewegung zog? (vgl. S. 135 ff.)

Florian Werner erfasst ganz präzise die vielen Eigen- und Errungenschaften der Stuttgarter Bürger und ihrer gemeinsamen Seele. Die Frage, ob sie zum Vorbild für die ganze Republik stehen könne,  stellt der Autor erst gar nicht. Stuttgart hat doch in vielen Bereichen dem Rest der Republik alles vorgemacht. Nur S21 will nicht so recht zu diesem Erfolgskonzept passen. Andererseits ist es eine Meisterleistung nicht nur der schwäbischen Ingenieurskunst , aber sie doch einer der wesentlichen  Gründe für S21, kann sie sich hier doch einmal so richtig unter Beweis stellen. Fast 50 Tunnelkilometer, um die ICEs unter Stuttgart brausen zu lassen, damit oben die Stuttgarter unter sich bleiben.

Irgendwie hat Florian Werner auch einfach recht, denn denken wir uns Stuttgart und seinen Gaben für die Republik als nicht geschehen, merken wir schnell, was uns überall und an allen Ecken fehlt: Kein Porsche würde uns überholen, wo wäre der Stern, gäb es die Grünen? Wo wäre die Waldorfschulbewegung? Und wären die Bürger der 185 Nationen, die in Stuttgart zusammengefunden haben? Und die Kehrwoche!

Florian Werner
> Der Stuttgart-Komplex
Streifzüge durch die deutsche Gegenwart
Klett-Cotta
1. Auflage 2022, 192 Seiten, Gebunden. Abbildung vom Cover in s/w
ISBN: 978-3-608-96584-1

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