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Lesebericht: Aram Mattioli, Verlorene Welten

Wer kennt dieses Bild nicht: die schier endlosen Weiten der amerikanischen Prärie; hartgesottene Männer auf ihren Pferden unterwegs in Nirgendwo; lange Reihen von Planwagen voll mit Siedlern aller Art, die auf dem Weg in eine bessere Zukunft jede Mühsal auf sich nehmen, immer auf der Hut vor Überfällen berittener Krieger irgendeines Indianerstammes…
Das Narrativ des gefährlichen Ureinwohners und des mutigen, in seinem Streben nach Land, Glück und Sicherheit unaufhaltsamen weißen Siedlers hält sich nicht erst seit den Westernfilmen mit John Wayne hartnäckig im kulturellen Gedächtnis. Schon die Romane Karl Mays, die Unmengen an Groschenromanen und die Wild-West-Shows William Codys, besser bekannt als Buffalo Bill, haben für ein schiefes Bild der Zeit jener Inbesitznahme des amerikanischen Westens durch den gewaltigen Strom von Glücksuchern und Abenteurern gesorgt.

Tatsächlich, und dass ist eines der wichtigsten Motive dieses bemerkenswerten Buches des Schweizer Historikers, ging die Besiedlung des nordamerikanischen Kontinents mit einer beispiellosen „Verdrängung, Unterwerfung und Dezimierung der indigenen Völker“ einher. Angetrieben von ökonomischen Zwängen, dem Wunsch nach einem besseren Leben und ideologisch im Bewusstsein einer Überlegenheit gegenüber allen fremden Ethnien, verschob sich die sog. Frontier, also das Grenzland zwischen dem jungen Staat USA und dem indianischen Besitz immer weiter zuungunsten der Native Americans. Von den ersten Siedlungen an der Ostküste bis zur Erschließung des Westens, beschleunigt durch den Bau einer ständigen Eisenbahnlinie und der damit verbundenen Industrialisierung der weiten, von Steppe und Grasland beherrschten Plains im Zentrum des Kontinents, vergingen kaum zwei Jahrhunderte. In dieser Zeit wurde die große Zahl an indianischen Nationen, die allesamt ein autarkes, von Handel, Jagd und Nomadentum geprägtes Leben in Freiheit führten, durch Krankheiten, Kriege, Zwangsumsiedlung und Akkulturation drastisch reduziert. Die enorme Vielfalt der indianischen Welt ging durch die rücksichtslose Ausdehnung der weißen Siedler fast vollständig verloren.

„Streng genommen haben die Indianer zu keinem Zeitpunkt der Geschichte existiert. Denn vergebens wird man nach einer gemeinsamen Sprache und Spiritualität, einer durchgehend gleichbleibenden Sozialorganisation, einer für alle Völker charakteristischen Lebensweise und bis in die Zeit vor 1970 nach einem gemeinsamen panindianischen Bewusstsein suchen.“ (S. 27)

Mattioli wagt in diesem Buch nicht weniger als eine radikale Umschreibung der tradierten amerikanischen Geschichte. Diese ist selbst durch ein krasses Ungleichgewicht geprägt: Die Erschließung des Westens wird im öffentlichen und historischen Diskurs überwiegend als ein logischer Akt einer nach Fortschritt und Expansion strebenden Industrienation betrachtet. Inferiore Völker, wie die Indianer, mussten folglich weichen; auch waren sie weder numerisch noch sozialisatorisch in der Lage, der radikalen Umgestaltung dieser Welt Einhalt zu gebieten. Stattdessen wurden sie in immer kleiner werdende Reservate verdrängt, gezwungen, ihre Kulturen, ihre Sprachen und Lebensweisen aufzugeben und die Überlegenheit der weißen Siedler anzuerkennen.

Nicht weniger als die Entmündigung dieser alten Nationen war das Ergebnis dieser zwei Jahrhunderte dauernden Ausdehnung der USA und ihrer Etablierung als industrielle Großmacht: „Über alle ihre zeitspezifischen Ausprägungen hinweg bestand das Hauptmerkmal der amerikanischen Indianerpolitik zwischen 1783 und 1909 darin, dass die fundamentalen Entscheidungen über die Lebensführung nicht mehr von den Indianern selbst, sondern von einer ursprünglich landesfremden Machtelite gefällt wurden, die nur die Interessen des weißen Amerikas im Blick hatte.“ (S. 349)

Es ist bemerkenswert, mit welcher Emphase Mattioli seine Thesen vorbringt. Mit welcher Radikalität und mit welchem Sinn für Gerechtigkeit er die Geschichte der Indianer erzählt. Und dabei doch fast immer neutral bleibt. Kriege, Überfälle und Aggressionen vonseiten der Ureinwohner werden ebenso schonungslos offengelegt wie Vertragsbrüche, Gewaltexzesse und die brutale Rechtfertigungspolitik der US-Administration, die nicht selten sogar Geld für die Ermordung von Native Americans zahlte oder Straftäter ohne Prozess davonkommen ließ.

Dieses Buch als eine reine Dämonisierung der USA zu lesen, würde der Intention des Autors sicher nicht gerecht werden. Eine Vielzahl von Faktoren haben letztlich dafür gesorgt, dass die Beziehungen zwischen Indianern und Weißen fast bis in die heutige Zeit sehr schwierig blieben. Neben der reinen Rivalität zwischen Natives und Siedlern stehen auch die problematischen Beziehungen der indianischen Völker sich selbst gegenüber im Fokus der Betrachtungen. Dazu zählen auch Kriege der Natives untereinander, Kollaborationen der Indianer mit den USA bei gemeinsamen Waffengängen gegen verfeindete Nationen oder Vertragsabschlüsse von Einzelpersonen mit Washington im Namen vieler Stämme ohne deren Einverständnis.

Geschichte ist kein linearer Prozess, sie ist vielmehr gekennzeichnet durch eine Fülle von Einflüssen, Entwicklungen, Brüchen und Transformationen, die allesamt ihre ganz eigenen Auswirkungen besitzen. Mattioli zeichnet in diesem Buch ein hervorragendes Porträt einer vergangenen, mithin „Verlorenen Welt“, ohne dabei übermäßig Partei für die eine oder die andere Seite zu ergreifen. Eine Empfehlung für alle, die wie den Autor bei der Rezeption klassischer Wild-West-Filme oder Indianer-Literatur das Gefühl beschleicht, „dass mit diesen Heldenepen etwas nicht stimmen konnte.“

Aram Mattioli,
> Verlorene Welten
5. Druckaufl. 2017, 464 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit zahlreichen Karten
ISBN: 978-3-608-94914-8

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