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Lesebericht: Johannes Burkhardt, Der Krieg der Kriege

Aktualisiert am 17. Januar 2019.

Der Dreißigjährige KriegVöllig berechtigt lautet der Untertitel von Johannes Burkhardt > Der Krieg der Kriege „Eine neue Geschichte des Dreißigjährigen Krieges“.  Der Autor stellt nicht nur neue Forschungsergebnisse vor, sondern zeigt mit seiner Untersuchung  wie der Dreißigjährige Krieg und sein mühevoller Friedensschluss die europäische Geschichte so entscheidend auf lange Zeit geprägt haben. Das Buch ist aber auch ein Lehrstück für angehende Historiker: Burkhardt berichtet über eine Epoche, stellt die Fakten vor – das entsetzliche, lang andauernde Leiden der Bevölkerung – und analysiert die verpassten Friedenschancen. Welche Bedeutung hatte der Prager Fenstersturz am 23. Mai 1618 für das weitere Geschehen? „Wenn je ein Krieg vermeidbar, dann dieser.“ S. 55. Nicht nur nebenbei erwähnt Burkhardt die Flut der Bilder und Flugschriften im Dreißigjährigen Krieg, mit der jede der Kriegsparteien ihre Propaganda verbreitete.

Nachgefragt: Johannes Burkhardt, Der Krieg der Kriege – 18. Januar 2019

Der Autor erläutert seine These, dass es sich weniger um einen Religionskrieg denn um einen Staatsbildungskrieg (Kapitel II S. 92 ff.) gehandelt hat. Die beiden Unterkapitel „Universalmacht oder Einzelstaat – die böhmische Staatsgründung“ und „der habsburgisch-französische Konkurrenzimperialismus“ zeigen, wie der Historiker hier die Fakten  darlegt, sie einordnet, bewertet und so eigene Thesen formulieren kann.

Der böhmische Feldherr und zweimalige Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee Wallenstein (*1583) wurde am 25. Februar 1634 in Eger ermordet. Er stand für die Verstetigung und (nach seinem Tod) Verstaatlichung des Militärs ( vgl. S. 125 ff.), wobei man trefflich streiten kann, ob die Einrichtung des stehenden Heers mehr dem Frieden als dem Krieg oder umgekehrt diente: „Kriegsrisiko oder Friedenschance?“ (S. 131 ff) Trägt man alle Fakten und Ereignisse zusammen, bewertet man die Quellen, so muss man doch auch seine Bemühungen (vg. S. 161-187!) als Friedensapostel würdigen (S. 164 ff.). Scheiterte er nur durch seine Ermordung und damit auch der Friede? Oder war der Friede 1634 von vorneherein zum Scheitern verurteilt? Keine einfache Entscheidung, die Quellen lassen hier verschiedene Interpretationen zu.

Wenn es auch 1630 ein Pause im Kriegsgeschehen gab,  war sie von kurzer Dauer, da König Gustav II. Adolf von Schweden im gleichen Jahr an der Ostseeküste landete und glaubte, sich wegen Übergriffen des habsburgischen Kaisertums (vgl. S. 146 f.) zur Wehr setzen zu müssen. Der Krieg flammte mit großen Grausamkeiten wieder auf. Und weil die Schweden sich als Nachfahren der Goten betrachteten, schien es, als wollten sie nach der Kaiserkrone greifen: „ein gemeinsames Europa unter ihrer politischen Führung“? (S. 151). Am 16. November 1632 gewannen die Schweden die Schlacht aber der Schwedenkönig ließ dort sein Leben. War der Krieg damit vorbei? Reichskanzler Oxenstierna als Vormund für die minderjährige Christine versuchte, die kaiserkritischen weltlichen Reichsstände im Heilbronner Bund zu sammeln, Sachsen trat an die Seite Schwedens und der Krieg ging weiter. Der Prager Frieden von 1635 zwischen Kaiser Ferdinand II. und Kurfürst Hans Georg von Sachsen setzte ihm aber erstmal ein Ende.  Die Eigenarten dieses Friedens beendete einen nicht erklärten Krieg zwischen den beiden Parteien, und zugleich galten seine Bestimmungen auch für alle evangelischen Reichsstände im Reich. Leider verlor im folgenden Jahr die Reichsarmee bei Wittstock die Schlacht gegen die Schweden, die daraufhin fast ein Jahrzehnt in Norddeutschland wüteten.

<<< Der Augsburger Friedenswagen, vgl. S. 212

Nach 30 Jahren war es genug. Die Fürsten und Reichsstände wandten sich an den Kaiser und baten, dass nun endlich Friede geschlossen werden sollte Vier Jahre lang wurde verhandelt und das Ergebnis, die Acta Pacis Westphalicae füllen vierzig Bände, die   schon durch den Umfang die These des Autors bestätigen, dass der Dreißigjährige Krieg vornehmlich ein europäischer Staatsbildungskrieg (vgl. S. 216 ff) gewesen ist. Wiederum geht der Autor ausführlich auf die Bildpublizistik dieser Epoche ein, deren symbolträchtige Darstellungen mit ihren Anspielungen jedweder Art den schnellen Kameraschwenks des heutigen TV so überlegen waren. Mit dem Westfälischen Frieden wurde die einstaatliche europäische Staatsbildung verlassen, es begann das Zeitalter der europäischen Mehrstaatlichkeit, während in Deutschland die föderale Reichsverfassung bestätigt und erheblich weiterentwickelt wurde, die dem übrigen Europa fehlte. Die Leser werden erkennen, wie nützlich die Kenntnis der  langanhaltenden Friedenssuche auch heute noch für das Verständnis der europäischen Geschichte, ihrer genutzten und verpassten Chancen ist.

„Kann ein dreißigjähriger Krieg Anregungen geben, wie man einen Krieg beendet?“ so lautet die Überschrift über das letzte Kapitel „Ausgang“.

Friedens=Freude, Krieges=Leid, 1648, S. 236 >>

Die Dauer des Krieges, die Größe der Verluste an Menschenleben, die Verheerungen ganzer Landschaften trugen zur Kriegsmüdigkeit bei. Burkhardt fragt, „ob der Friede aller Frieden nicht Ideen, Methoden oder Instrumente bereithält, die auch zur Beendigung vielfach verfahrener Kriege und Konflikte in unserer Gegenwart weiterhelfen könnten.“ S. 237

Wann hatten die Akteure welche Zeitfenster? Welche ließen sie verstreichen? Manchmal fragt man, welchen Zweck Geschichte haben könnte: „Kann ein Dreißigjähriger Krieg Anregungen geben, wie man Kriege beendet?“ Dieses letzte Kapitel in Ihrem Buch stellt die Aufgaben und die Möglichkeiten der Historikerzunft auf das Beste vor, Perspektiven und Alternativen erkennen, Entscheidungsspielräume ausloten, Zwänge und Interessen der Protagonisten erkennen und bewerten. Johannes Burkhardt ist es gelungen, ein für die europäische Geschichte  sehr lehrreiches Buch vorzulegen.

Johannes Burkhardt
> Der Krieg der Kriege
Eine neue Geschichte des Dreißigjährigen Krieges
1. Aufl. 2018, 296 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, farbiger Tafelteil
ISBN: 978-3-608-96176-8

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