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Lesebericht: Juan Martín Guevara, Armelle Vincent, Mein Bruder Che

Wie nähert man sich einer Legende, einem Mythos, einem Idol? Wohl nur, indem man den Mantel des Populären lüftet und den Privatmann, den Menschen, den Vater und Bruder zum Vorschein bringt. Juan Martín Guevara, jüngstes Kind der Familie Guevara de la Serna und Bruder von Ernesto „Che“ Guevara wagt in diesem Buch den Spagat und führt dem Leser einen Mann vor Augen, hinter dessen ikonografischer Verklärung ein überaus kluger und humorvoller Mensch gesteckt hat. Ein Mensch, der aufgrund seiner Integrität, seiner Glaubwürdigkeit und seinem unbedingten Einsatzwillen für seine Überzeugungen nichts anderes als die Führung einer Weltrevolution wie selbstverständlich in die Hand nehmen konnte.

Dass aus den Plänen schließlich nichts wurde, dass Che und seine wenigen Gefährten im Herbst 1967 gefasst und der Tod des charismatischen Revolutionärs auf fast entwürdigende Weise zur Schau gestellt wurde, hat am Status des Mannes nichts geändert. Ganz im Gegenteil: sein Tod in jungen Jahren hat eher noch zu seiner Unsterblichkeit, insbesondere in der modernen Popkultur, beigetragen.

Für Familie und Freunde jedoch ist die beinahe sakrosankte Überhöhung Ches eher Belastung als Freude, eher schmerzvolle Erinnerung als wirkliche Aufarbeitung. So erklärt sich das Motiv Juan Martíns, der trotz eines gegebenen Versprechens sein Schweigen bricht und über den „wahren“ Ernesto Auskunft gibt:
„Fast fünfzig Jahre nach seinem Tod ist mein Bruder im kollektiven Gedächtnis gegenwärtiger als je zuvor. Ich bin zwar ganz bestimmt nicht Che, aber vielleicht kann und muss ich das Medium sein, das sein Denken und seine Vorstellungen weiterverbreitet.“ (S. 13)

Die Erinnerungen setzen zu einem Zeitpunkt ein, als die kubanische Revolution bereits gewonnen ist, der Aufbau des Staates aber gerade erst begonnen hat. Ausgehend von einem der seltenen Zusammentreffen der Familie mit ihrem ältesten Sohn entspinnen sich Erzählfäden, die sowohl die Kindheit und Jugend Ernestos beleuchten, als auch seinen Weg in die Guerilla und schließlich nach Bolivien, wo sein bewaffneter Kampf einen brutalen Endpunkt findet. Ein Buch, dass den Anspruch besitzt, eine neue Facette an diesem Menschen zu offenbaren, der sosehr ein Teil der Öffentlichkeit war, dass man seine private Seite fast völlig übersieht, muss sich mit Behutsamkeit und Sorgfalt dem Gegenstand nähern. Doch wer wäre hier prädestinierter als Juan Martín?

„Mein Hauptziel ist, dass man meinen Bruder jenseits des Mythos kennenlernt. Die Leute tragen ein verzerrtes Bild von Che mit sich herum. Hinter der Maske einer Ikone oder des Guerilleros, so anziehend sie sein mag, gibt es eine Botschaft, die sich lohnt, verbreitet zu werden.“ (S. 293)

Dass Ernestos Wirken auch nach seinem Tod für Lateinamerika eine große Rolle spielt, zeigt das letzte Drittel des Buches, indem sich der Autor seiner eigenen Geschichte als politischer Aktivist und damit Staatsfeind Argentiniens zeigt. Nicht weniger als 8 Jahre musste Juan Martín in verschiedenen Gefängnissen verbringen, allein wegen seiner Zugehörigkeit zu linken Gruppen und seiner Verwandtschaft zu Che, dessen Schatten die Militärjuntas auf dem ganzen Kontinent in Angst und Schrecken versetzte. Und während die Geschwister mit ihren Familien auf Kuba und in Spanien Zuflucht suchten und aus sicheren Basen heraus Propaganda gegen die repressiven Regime betrieben, saß Juan Martín als politischer Gefangener in der Zelle. Und das zu einer Zeit, in der jeder unliebsame Gegner der Regierung ohne Warnung und Grund „verschwand“ und häufig als Leiche wieder auftauchte. Das Paradoxon liegt hier vermutlich darin, dass der Erzähler als Bruder einer Legende der linken Revolution gerade aus diesem Grund vor der Ermordung sicherer war als andere.

Mein Bruder Che trägt in allen Passagen die Liebe Juan Martíns zu Ernesto in sich. Und auch den Stolz, der Bruder eines Mannes zu sein, dessen Wesen eine Strahlkraft besitzt, die auch lange nach seinem Tod nichts an Intensität verloren hat. Und, schließlich, die Entschlossenheit, diesen Tod nicht als Endpunkt eines revolutionären Prozesses zu betrachten, sondern als Ausgangspunkt für die Verbreitung der Ideologie einer gerechteren und humaneren Welt. Mögen die Argumente, die der Autor hervorbringt, an einigen Stellen klingen wie Schüsse aus einer linken Propagandamaschine aus längst vergangenen geglaubter Zeit, so besteht doch an der Wahrhaftigkeit des Unterfangens kein Zweifel.

Juan Martín Guevara ist von allen Geschwistern der einzige, der sich öffentlich zu Ernesto äußert. Fünf Jahrzehnte sind vergangen, doch sind die Gedanken und Ideen der kubanischen Revolution noch immer ein Anziehungspunkt gerade für junge Menschen. Nicht viele Zeitzeugen sind geblieben, die noch von der Person Ernestos berichten können. Umso wichtiger ist es, dass dieses Buch geschrieben wurde und Che Guevara die Patina der Heiligkeit nimmt, um darunter den Menschen zu zeigen, mit all seinen Stärken, Schwächen und Unzulänglichkeiten. Und der so etwas von der Greifbarkeit und Nähe wiedergewinnt, die ihm selbst zu Lebzeiten wichtiger war als aller Ruhm und jede Form von Distinktion. Ein wichtiges, ein gutes Buch.

Juan Martín Guevara, Armelle Vincent
> Mein Bruder Che
Aus dem Französischen von Christina Schmutz und Frithwin Wagner-Lippok (Orig.: Mon frère le Che)
3. Druckaufl. 2017, 352 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, ca. 36 Abbildungen
ISBN: 978-3-608-50374-6

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