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Lesebericht: Robert E. Lerner, Ernst Kantorowicz. Eine Biographie

Mit seiner Biographie über  den Historiker > Ernst Kantorowicz (Posen 1895 – Princeton N.J. 1963) hat Robert E. Lerner einem sehr bemerkenswerten Lebenslauf ein ebenso beeindruckendes Buch gewidmet. Ernst Kantorowicz ist vor allem wegen seiner beiden großen Bücher > Kaiser Friedrich II (Berlin 1927;  wiederaufgelegt: Mit einem biographischen Nachwort von Eckhart Grünewald: Stuttgart, Klett-Cotta 5. Druckaufl. 2019) und  Die zwei Körper des Königs. Eine Studie zur politischen Theologie des Mittelalters (Originalausgabe, Princeton 1957), die auch heute noch den Rang von wichtigen Standardwerken haben, bekannt geworden.

Auf der letzten Seite seiner Biographie (S. 456) fasst Lerner Kantorowicz‘ Leben zusammen: der Likörfabrikantensohn gerät in die Schützengräben um Verdun, nach dem Ende des Krieges kämpft er gegen die bayrische Räterepublik. Am Anfang der Weimarer Republik kommt er den Kreis um > Stefan George. Mutig stellt er sich dem Nationalsozialismus entgegen und ihm gelingt kurz nach der ‚Reichskristallnacht‘ 1938 die Flucht über die Niederlande in die USA. Er erhält eine Stelle in Berkeley, die ist aber prekär, er muss immer wieder um die Verlängerung bangen, bis er schließlich doch auf einen Lehrstuhl berufen wird. Die McCarthy-Ära bringt ihn in neue Schwierigkeiten wegen des Loyalitätseides. Nach der Annahme des Rufs nach Princeton kann er dort seine Forschungen fortsetzen.

Er gehörte zu den 13 Schülern des Abiturjahrgangs 1913, zu dem einmal 48 gehört hatten. Auch wenn er in Geschichte nur „Genügend“ hatte, hindert ihn das nicht daran, ein berühmter Historiker zu werden. Während seines Studiums kam in den Kreis um > Stefan George. (vgl. S. 70-102) – 1921 hatte seine Dissertation Das Wesen der muslimischen Handwerksverbände und bei Eberhard Gothein (1853-1923) eingereicht. – Das Verhältnis mit dem Dichter George wurde so eng, dass dieser die Druckfahnen von Friedrich II. sorgfältig korrigierte und darauf achtete, dass auch sein Stil berücksichtigt wurde: „Mehr denn ein Jahrzehnt hatte [Friedrich II.] gerichtet gewaltet und gewütet.“ (zit. auf S. 123) : Die gewaltige Figur Asyndeton und fehlende Kommata… „George war der Prophet des Geheimen Deutschlands, zu dem Kantorowicz gehören wollte.“ (S. 99) Das Kapitel über St. George (S. 84-102) ist auch ein wichtiges Kapitel der Geistesgeschichte der Weimarer Republik. Kantorowicz sollte sich in seinem Leben von George abwenden und einen Linksschwenk vollziehen.

EKa, wie er sich von seinen Schülern nennen ließ, konnte es sich aufgrund seiner Wohlhabenheit leisten, die Habilitation erst einmal zu verschieben und sich der Biographie über Kaiser Friedrich II. zu widmen. In der Tat, mit 31 Jahre verfasste ein noch unbekannter Historiker diese bemerkenswerte Biographie, die ihm die mehr oder weniger laute Kritik einiger Vertreter seine Zunft (vgl. S. 152-163) einbrachte: Auf dem Historikertag 1930 in Halle erhielt Kantorowicz Gelegenheit, sein Buch über Friedrich II. mit seinen methodischen Ansatz vor der gesamten Historikerzunft erfolgreich zu verteidigen: Eckhart Grünewald > Sanctus amor patriae dat animum – ein Wahlspruch des George-Kreises? Ernst Kantorowicz auf dem Historikertag zu Halle a.d. Saale im Jahr 1930 (Mit Edition), in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters / Zeitschriftenband (1994) / Zeitschriftenteil / Artikel / 89 – 126 – http://www.digizeitschriften.de/dms/resolveppn/?PID=GDZPPN000360287. Der hier zitierte Artikel von Eckhart Grünewald enthält zum ersten Mal den Text des Vortrages: Ernst Kantorowicz, Grenzen, Möglichkeiten und Aufgaben der Darstellung mittelalterlicher Geschichte – auch heute noch ein sehr wichtiger Grundlagentext: „Sie sehen, worauf es hier ankommt: der eine Schluß benötigt nur den rechnenden Verstand, der andere außerdem die schöpferische Vorstellung, die imagination créatrice.“ (loc cit., S. 115).

Im Kapitel 9 „Auf dem Weg zur wissenschaftlichen Karriere“ wird sein Weg zum Hochschullehrer erzählt. Allerdings hat er vorher noch den Ergänzungsband für Kaiser Friedrich II fertiggestellt. (S. 169-177) . Bei Klett-Cotta ist der Band leider vergriffen. Vielleicht war dieser Band auch eine Antwort auf die Kritik am Grad der Wissenschaftlichkeit  der Biographie über Friedrich II. Einer solchen Meinung kann dieser Band mit dem sehr umfangreichen Apparat an wissenschaftlichen Belegen einschließlich der 10 Zusatzkapitel beruhigt widersprechen. Im Vorwort erinnert EKa an seine Methode: dass „… durch noch so ausgedehnte Quellenbezüge sich niemals das Wesentliche  beweisen läßt; die Grundauffassung […]  und als deren Ergebnis: das historische Bild.“ (zit auf S. 169)

Es folgt die Bewerbung in Frankfurt mit großen Schwierigkeiten und schließlich beginnt er als ordentlicher Professor im Wintersemester 1931/32 dort zu lehren. Der Bericht über die folgenden Jahre bis 1938 – mit einem Aufenthalt in Oxford (S, 211-234) und seiner Flucht aus Deutschland 1938 zeigen einen EKa der vor allem den Grundsätzen seines Faches in diesen stürmischen Zeiten treu bleibt und alles daran setzt, seine Lehre zu verteidigen, ohne je seine Grundüberzeugungen aufzugeben. Dabei half ihm auch sein ausgedehntes Netzwerk, das hier in einer eigentlich über den Rahmen einer Biographie hinausgehen Maße vorgestellt wird. Das ist aber auch nötig, denn sonst können die Erfolge EKas kaum nachvollzogen werden. Später wird er bei anderen Gelegenheiten alles daran setzten, auch Andere in misslichen Lagen, besonders wenn er die Freiheit der Lehre bedroht sieht, nahezu bedingungslos zu verteidigen.

In den USA beginnt seine Stellensuche wieder von neuem, bevor er in Berkeley nach immer neuen Zeitverträgen auch dort wieder auf einen Lehrstuhl berufen wird. Kantorowic war keinesfalls nur Mittelalterhistoriker. Er war zudem ungeheuer produktiv. In Berkeley sind seine getippten Vorlesungen mit 6000 Seiten in 22 Ringordnern erhalten (S. 325). Zwischendurch erscheint Laudes regiae (S. 287-300), in dem er die Ursprünge und die Transformation von „Christus vincit“ untersucht. Landers Kapitel zu diesem Buch ist ein vorzügliche Einführung, die den Leser auffordert, Laudes regiae  nochmal zur Hand zu nehmen.

Bis Juni 1949 war für EKa die Welt in Ordnung, als mit dem Streit um den kalifornischen Loyalitätseid (S. 371-391) durch die ausbrechenden Kommunistenangst entstand. EKa weigerte sich den erweiterten Eid abzulegen und verstand ihn als Gesinnungsschnüffelei. Ihm ging es um, die persönliche und berufliche Ehre, sowie die Freiheit der Lehre. Auch zeigt er sich empört, dass die Autoren und die Verteidiger des Eides nicht verstanden, dass die Universität mit ihrem Lehrkörper eine Einheit bildet. Er war der Überzeugung, dass diese Einheit sich durch nichts auseinanderdividieren lasse dürfe. Schließlich verlor er seine lebenslange Stellung in Berkeley und war sicher auch daran erinnert, dass er schon einmal aufgrund einer Ideologie schon einmal gezwungen war, seine Lebensstellung aufzugeben. Sein unbedingtes Eintreten für die Idee der Universität wirkt auch heute noch sehr inspirierend und lehrreich.

Ernst H. Kantorowicz, > The Fundamental Issue. Documents and Marginal Notes on the University of California Loyalty Oath – Auf der Website der Universität Berkeley
sowie in: Walter Seitter, Schriften zur Verkehrswissenschaft 16(1991) S. 33-75: vgl, dazu die Anmerkung 4, Lerner, S. 527.

Zur Unterstützung des Berufungsverfahrens nach Princeton empfahl > Felix Gilbert (1905-1991): „Seine Arbeit und seine Interessen überschreiten das Gebiet der mittelalterlichen Geschichte, wie es üblicherweise chronologisch, geographisch, thematisch und methodisch definiert wird. Chronologisch reichen sie von der klassischen Antike bis ins fünfzehnte oder sechzehnte Jahrhundert. Thematisch-methodisch widmen sie sich komplizierten und facettenreichen Problemen und durchleuchten sie aus all den verschiedenen Blickwinkeln, die ihm seine Kenntnis noch der verstreutesten Spezialgebiete und Methoden erlauben.“ (zit. auf S. 396)

Er hatte Glück und bekam einen Ruf nach Princeton, wo er bis zu seinem Tod lehrte. Dort entstand ein weiteres wichtiges Buch: Die zwei Körper des Königs. Eine Studie zur politischen Theologie des Mittelalters (Originalausgabe, Princeton 1957). Sein Biograph nennt das Buch eine „Ansammlung derartiger Schmuckstücke unter einem Buchdeckel… : das Kabinett des Dr. Kantorowicz.“ Die Formulierung ist wunderbar. Eine grundlegende These gibt es nicht in diesem auch heute unüberholten Standardwerk, das Historikern eine reiche Fundgrube überreicht, ja ein Vademekum der Macht ist. Lerner nennt das Buch eine „Anthologie verschiedener Diskussionen zur Transformation christlich-theologischer in politische Formulierungen“ (S. 417). Es fällt auf, dass die Politische Theologie (1922) von Carl Schmitt (1888-1885) von Kantorowicz nie genannt wird. EKas Buch ist auch ein Forschungsbericht, wie man sich diesem Thema nähern kann, welche Bedeutungslinien man nachgehen muss, wie man wieder zur eigentlichen Frage zurückkommt. Wir dürfen hier die These wagen, dass Verfassungsgeschichte des Mittelalters bis in die frühe Neuzeit und darüber hinaus mit diesem Buch eine unverzichtbare Grundlage erhält. Wenn man sich an seinen Sprachduktus gewöhnt hat lernt man schnell die entscheidenden Passagen Seiten und Kapitel in diesem Buch aufzufinden: Kirche, Staat, der politische Körper, die Stellung des Königs, Corpus mysticum, Rex et patria, Kontinuität; aeternitas, aevum und tempus, er König stirbt nie (S. 405): ein exzellentes Buch für ein spannendes Hauptseminar.

Jean Lebrun sprach mit dem Historiker Jacques Delarun > Ernst Kantorowicz (1895-1963) et les deux corps du roi – France-inter – 21. August 2019 – 28 Minuten

Das Kapitel über Die zwei Körper des Königs (S. 409-429) erinnert auch an Kantorowicz‘ historiographische Grundsätze: „Nie könne Geschichte das ‚Warum‘ von Geschichte erklären, weil die Welt sich nicht auf ein „weil“ hin entwickle. 1954 hat er diesen Grundsatz in einem Brief erläutert: „Hier, Verehrtester, meine Skepsis bezüglich der Erklärbarkeit historischer Phänomene. Sie können zur Not erklären, wie etwas Vorhandenes entstanden ist. Aber warum es entstanden ist, oder gar warum es irgendwo nicht entstanden ist, entzieht sich meiner Ansicht nach unserer Urteilsfähigkeit. Warum ist überhaupt eine Frage, die nur Theologen und Kinder – Pardon: ich vergaß ‚Geschichtsphilosophen‘ stelle, […] der Historiker fragt ; Wie ? und nie Warum! Und die Antwort ist darum nie ein Weil sondern ein So.“ S. 367

Am 9. September 1963 ist Ernst Kantorowicz in Princeton verstorben.

Robert E. Lerner
Ernst Kantorowicz
Eine Biographie
Aus dem Amerikanischen von Thomas Gruber (Orig.: Ernst Kantorowicz)
1. Aufl. 2019, 554 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Tafelteil mit 25 Abbildungen
ISBN: 978-3-608-96199-7

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