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Lesebericht: David Graeber, Bullshit-Jobs

David Graeber hat sich in der Arbeitswelt umgesehen. John Maynard Keynes hat 1930 aufgrund des technischen Fortschritts eine Reduktion der wöchentlichen Arbeitszeit auf kaum mehr als 15 Stunden vorausgesagt. So ist es nicht gekommen, sondern die durchschnittliche Arbeitszeit ist sogar noch gestiegen und immer mehr Menschen üben Tätigkeiten aus, die eigentlich niemand braucht, die komplett überflüssig sind. (vgl. S. 13) Das ist die Grundthese seines Buches. Graeber nennt sinnlose Jobs > Bullshit – Jobs, Jobs ohne sinnvollen gesellschaftlichen Beitrag.

Ein Traktat über die moderne Arbeitswelt. Graeber deckt auf, worüber Arbeitnehmer nicht gerne sprechen, was sich ändern würde, wenn sie künftig ihren Arbeitgebern Zeugnisse ausstellen würden. So explizit sagt Graeber das nicht, er macht zunächst einmal eine Bestandsaufnahme und fordert Arbeitnehmer auf, über die Nützlichkeit ihres Jobs nachzudenken. In den Aussagen, die er zitiert, möchte man manche Abstriche machen, weil es immer irgendwo Unzufriedenheiten  mit dem Job gibt und  manche Überbewertungen in den von Graeber zitierten Aussagen gibt, die ihm zugeschickt wurden. Repräsentativ scheinen sie nicht zu sein, sie dienen eher seiner Argumentation.

Dieses Buch stellt einen neuen arbeitssoziologischen Ansatz vor. Eine Art Phänomenologie der heutigen Arbeitswelt mit vielen Überraschungen, die aus der Argumentation und den Einsichten Graebers herrühren. Er hat sich nicht spezielle Gruppen ausgesucht, sondern spricht von „Millionen Menschen [die] jeden Tag mit der Überzeugung zur Arbeit gehen, dass sie absolut nichts tun…“ (S. 281) Pessimistischer Geht es kaum noch. Die hohe Zahl der Betroffenen überrascht und man muss seine Argumentation schon sehr genau verfolgen, um herauszufinden, wie er aufgrund seiner  Recherchen, bei denen er „250 solche[r] Berichte“ (S. 63) einsammelte, die Ergebnisse in diesen Dimensionen zu verallgemeinern.

Bullshit Jobs: Stuttgart | Lesung und Gespräch
Stadtbibliothek Stuttgart, DI 18.9.2018, 19:30
Max-Bense-Saal, Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart

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Natürlich gibt es viele Berufe (Krankenschwester bis Automechaniker), deren Fehlen uns sehr empfindlich treffen würde. Anders steht es um Lobbyisten, Rechtsberater oder Private-Equity-Manager (S. 19), deren Fehlen keinen Schaden verursachen würde. Nebenbei bemerkt Graeber, in unserer Gesellschaft gelte wohl die Regel, dass eine Arbeit umso schlechter bezahlt werde, je offensichtlicher sie andren Menschen nutze. (vgl. S. 18)

Unwissen. Fast unbemerkt entwickelt Graeber eine bemerkenswerte These. Er glaubt, viele Menschen würden gar nicht merken, dass sie einen > Bullshit – Job. haben. In diesem Zusammenhang trägt er die Absicht vor, danach zu fragen, „wann und wie wir zu dem Glauben gelangt sind, Kreativität sei etwas Schmerzliches, oder wie sich bei uns die Vorstellung entwickelt hat, dass es möglich ist, die eigene Zeit zu verkaufen.“ (S. 26) Damit deutet er an, das Phantasie, Engagement, Kreativität, Selbständiges Denken,  und Ideenreichtum bei vielen Jobs verpönt ist: „Es ist, als hätten wir kollektiv der eignen Versklavung zugestimmt.“ (S. 27) D. h. die Kreativität der Mitarbeiter ist verpönt. Graeber will  ausdrücklich den politischen Zweck seines Buches verstanden wissen. Ein Anstoß für Veränderung. Sinnlose, kontraproduktive Tätigkeiten führen zu „Hass, Vorbehalte[n] und Misstrauen,“ (S. 27) ein Leim der die Gesellschaft zusammenhalte. (vgl. ib.) Das ist keine Anklage, die man leichtfertig hinnehmen kann.

Seine Arbeitsdefinition des Bullshit-Jobs lautet: „Ein Bullshit Job ist eine Form der bezahlten Anstellung die so vollkommen sinnlos, unnötig oder gefährlich ist, dass derjenige der sie ausführt, ihre Existenz nicht rechtfertigen kann, obwohl er sich im Rahmen der Beschäftigungsbedingungen verpflichtet fühlt, so zu tun, als sei dies nicht der Fall.“ (S. 40)

Graeber will > Bullshit – Jobs von „Scheiß-Jobs“ unterschieden wissen: Letztere müssen ausgeführt werden, sie sind nützlich  und werden zudem miese und auch nur stundenweise bezahlt. Die Monatsgehälter für die Bullshit-Jobs, Ehre und Prestige umgeben sie, ihre Träger wüssten aber, das sie nichts leisten und wissen, dass ihr Job auf einer Lüge aufgebaut ist. (vgl. S. 47)

Eine Tyologie der Bullshit-Jobs: 1. Lakaien gebe es nur, damit andere sich wichtig fühlen können. 2. Schläger haben ein „aggressives Element“ und sie gibt es nur, weil andere die anstellen: Telefon-Werber, PR-Spezialisten…, insofern ihre Jobausübung auf „Manipulation und Aggression“ beruht. 3. Flickschuster gibt es aufgrund einer Panne und eines Fehlers in einer Organisation. 4. Kästchenankreuzer dienen dazu, das Funktionieren einer Organisation zu belegen und 5. Aufgabenverteiler, eine Steigerung der Kästchenankreuzer. A propos: Der Papierkrieg, der durch Evaluationen etc. ausgelöst wird, hat die Forschung und Lehre in den Unis massiv eingeengt: > Wolf Wagner, Tatort Universität. Vom Versagen deutscher Hochschulen und ihrer Rettung – 9. März 2010. Dann gibt es noch alle möglichen Kombinationen, die die Bullshit-Jobs eher noch schlechter machen: vgl. S. 196 ff.

Die Inhaber von Bullshit-Jobs merken selbst, dass sie unglücklich sind. Wieder geht Graeber von vielen Einzelfällen aus, was sich wie eine Achillesferse seiner Untersuchung anfühlen könnte, andererseits aber auch wieder zum Nach- und Weiterdenken anregt. Ohne Zweifel wird mancher Leser, die von Graeber geschilderten Arbeits- und Jobsituationen mit seinen Beruf vergleichen und bei der Lektüre seines Buches interessante Ansatzpunkte finden. Suggestionskraft des Autors, oder ist es tatsächlich ein Manko unserer moderne Arbeitswelt, die sich darauf beschränkt,  die Zeit anderer Menschen kauft – sie ruhigstellt? (vgl. S. 141-160)

Ist ein Bullshit-Job seelische Gewalt? Der Schlüsselsatz in diesem Kapitel: „Ohne dieses Gefühl der Handlungsfähigkeit ist der Mensch ein Nichts.“ (S. 162) Ganze Tätigkeitsbereich, so Graeber, seien so organisiert, hätten die Folgen, je heftiger umso weniger Verantwortliche gibt es dafür. „Das Elend keine Ursache zu sein“, (S. 178)  lautet einer der Kapitelüberschriften. Die Folge Stress, aber ungesunder Stress mit negativen Folgen. (vgl. S. 187-218)

Die zunehmende Bullshitisierung nützlicher Beschäftigungsformen ist für Graeber das eigentliche Problem unserer Arbeitswelt. In unseren Wirtschaftsordnungen stehe zunehmend die Produktion von Unsinn im Vordergrund. Das fällt kaum auf, weil es nicht sein darf: „Genau wie die Tatsache, dass so viele Menschen unglücklich sind, weil sie für das Nichtstun bezahlt werden, unseren allgemeinen Annahme über die Natur des Menschen widerspricht, so widerspricht auch die Tatsache, dass viele Menschen wir das Nichtstun bezahlt werden unseren grundlegenden Vorstellung von der Funktionsweise einer Marktwirtschaft.“ (S. 220)

Graeber hält die Finanzbranche als ein Musterbeispiel für die Schaffung von Bullshit-Jobs (vgl. S. 244 ff.). Ebenso steht die Kreativbranche in seinem Visier, er wirft ihr „eine endlose Vermehrung der mittleren Managerränge“ (vgl. S. 266 ff.) vor.

Im 6. Kapitel fragt Greber, warum nichts gegen das Wachstum sinnloser Beschäftigung getan wird. Damit stellt sich die Frag des Wertes, des „gesellschaftlichen Wertes“, wobei deutlich wird, dass es dafür eigentlich keinen Maßstab gibt und alles beim Alten bleibt? Wie kam es zu der nordeuropäischen Vorstellung, bezahlte Arbeit sei für das Werden eines erwachsenen Menschen unentbehrlich?“ (S. 322 ff.)  und die „die entscheidende Schwäche der Arbeitswerttheorie“ (S., 334 ff.) führen zu den Bemerkungen „Wie Arbeit im Lauf des 20 . Jh. zunehmend vor allem als Form von Disziplin und Selbstaufopferung geschätzt wurde.“ (S. 345 ff.) Diese drei Kapitel wirken wie ein Exkurs sind aber auch die Grundlage, um über die Veränderung von Bullshit-Jobs im 8. Kapitel nachzudenken: Ist die Automatisierung dafür verantwortlich? Graeber hält das nicht für ausgeschlossen.

Das bedingungslose Grundeinkommen könnte, so Graeber, zur Entkopplung von Arbeit und Bezahlung führen und damit die von ihm beschriebenen Dilemmata beenden? Diese komplexe Diskussion deutet er nur an und stellt sie als Frage in den Raum.

Das Verdienst seiner Darstellung liegt woanders. > Bullshit – Jobs  enthält eine Diagnose der modernen Arbeitswelt. Seien Argumente werden zum Anstoß, über die eigene Jobsituation aufgrund der Anregungen, die Graeber liefert, nachzudenken. In diesem Sinne ist sein Buch so spannend, weil es zum Widerspruch anregt aber auch um darüberhinauszudenken. Die Welt der Maschinen und ihre Auswirkungen klingen an, die Bevormundung durch die Digitalisierung gehört dazu und hätte als Treiber für die inflationäre Schaffung von Bullshit-Jobs noch stärker betont werden können, weil sie die Kreativität vernichten, die Unzufriedenheit steigern und die Menschen bevormunden. Das Einbinden der Menschen in soziale Netzwerke, die ihnen geschickt aber unmissverständlich den Weg weisen, ihnen persönliche Daten abnehmen , um sie ihnen in Form wunderbarer personalisierter Werbung bröckchenweise zurückzugeben, sind genauso schlimm wie Projektprogramme, o.ä. die den Ablauf von Projekten steuern sollen und mindestens 20-30 % der Arbeitszeit verschlingen.  Der zusammengeklebte Ausdruck wurde zur Tischdecke und mein Projektleiter bat mich, das Programm einfach zu löschen.

Also wird unserer Redaktion David Graeber fragen (gemäß unseres Blogprinzips: erst der Lesebericht: > Lesebericht: David Graeber, Bürokratie. Die Utopie der  Regeln – 29. Februar 2016  dann Nachgefragt: > Nachgefragt: David Graeber, Bürokratie. Die Utopie der Regeln  – 8. April 2016), was dem Arbeitnehmer übrigbleibt, wenn ihm die Sinnlosigkeit seines Tuns klargeworden ist. Kann er nur auf Hilfe von außen hoffen oder bleiben ihm eigene Initiativen? Und was ist mit der Kreativität und der Imagination? Müssen die nicht im Arbeitsleben einen neuen Stellenplatz bekommen? Wird die so hochgelobte und überall geforderte Digitalisierung nicht genau das Gegenteil bewirken?

David Graeber
> Bullshit – Jobs
Vom wahren Sinn der Arbeit
Aus dem Englischen von Sebastian Vogel
(Orig.: Bullshit Jobs, a Theory)
1. Aufl. 2018, 464 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-98108-7

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