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Lesebericht: Jonathan Aldred, Der korrumpierte Mensch. Die ethischen Folgen wirtschaftlichen Denkens

Gerade ist bei Klett-Cotta der Band von Jonathan Aldred > Der korrumpierte Mensch. Die ethischen Folgen wirtschaftlichen Denkens in der Übersetzung von Karsten Petersen erschienen.

Wenn die Menschen sich immer so rational verhalten würden, wie es vielen Ökonomen gerade recht ist, hätte Jonathan Aldred diese Buch nicht schreiben müssen. Mit der Geschichte ökonomischer genialer Theorien, die sich nicht nur manchmal als falsch erweisen, legt er eine Art Soziologie- oder Wissenschaftsgeschichte der Ökonomen vor, die zudem noch oft Nobelpreisträger sind. Meistens haben sie ihren Preis wohl verdient, aber manchmal wirkte der Preis auch systemfördernd, weil der wissenschaftliche Anspruch unterstrichen und gewürdigt wurde, obwohl so mancher ahnt, „… die Ökonomik der realen Welt ist keine Wissenschaft.“ (S. 224)

Allgemeingültigkeit und eigentlich auch die Verifizierbarkeit ihrer Theorien wollen die meisten Ökonomen gleich mitliefern und daher präsentierten sie ihre Theorien nichtwiderspruchsduldend die Falsifizierbarkeit gerne umgehend und ließen ihren Nachfolgern, die statt lautstark Einspruch zu erheben, ebenfalls so taten, als wenn sie die Ökonomie auf dem Weg zu einer Sozialwissenschaft ein wenig weitergebracht hätten. Aldred widerlegt viele, deren hohe Ansprüche nicht einlösbar waren. Vielleicht wäre man von vorneherein besser verfahren, wenn die Ökonomie immer ein Teil der Politischen Wissenschaft geblieben wäre, ein Spezialgebiet, in dem man öfters gesagt hätte, vieles spricht dafür, anstatt den homo oeconomicus zum Erfüllungsgehilfen von Zukunftsmärchen zu machen.

Der Band von Jonathan Aldred beginnt mit einem Paukenschlag: „Im Lauf der vergangenen etwa 150 Jahre haben ’neue Ideen‘, wie wir uns verhalten sollten, unser Denken korrumpiert.“ Viele nicken zustimmend, wenn sie diese These hier als ersten Satz lesen. Das hat etwas damit zu tun, dass die letzten Finanzkrisen ihre Spuren hinterlassen haben und Geld- und Giergeschäfte schon lange nicht mehr, wenn überhaupt, je mit moralischen Ansprüchen in Berührung kamen. Uns fällt dabei der Golf-Konzern ein, der trotz Softwaremanipulationen satte Gewinne schreibt: vgl. S. 10.

Es war keine Verschwörung am Hang des Mont Pélerin 1947, als sich dort etwa 50 Ökonomen jeder Couleur trafen, deren Vordenker u .a Friedrich August von Hayek war der 1944 The Road to Serfdom (Der Weg zur Knechtschaft) veröffentlicht hatte. Aber unter dem Einfluss von John Maynard Keynes entstand die Forderung nach Vollbeschäftigung. Und dennoch, ob sich die Teilnehmer dieses Treffens über ihre langfristige Wirkung bewusst waren? Als Margaret Thatcher 1975 zur Vorsitzenden der British Conservative Party gewählt wurde, soll sie ein Buch von Hayek auf den Tisch „geknallt“ haben. Hier schreibt Jonathan Aldred spannende Wirtschaftsgeschichte – man könnte ja fast den Eindruck gewinnen, dass statt Fortschritt im wissenschaftlicher Hinsicht zu erreichen, die Vertreter dieses Faches eher mathematikverliebt waren und immer neue Modelle entwarfen und dabei die Frage, ob er Mensch darin einen Platz behaupten könne, geflissentlich aussparten.

Das Grundproblem der modernen Wirtschaftslehre beschreibt Aldred mit „gleichermaßen unplausiblen Alternativen“: Die Ökonomik will eine Wissenschaft sein, die unser Verhalten erklärt und andererseits versteht sie die Welt als eine Fantasiewelt, die vom homo oeconomicus bevölkert ist.  Kein Wunder, dass es dadurch zur globalen Finanzkrise kam, fügt er hinzu. (vgl. S. 21 f.) Der Vorwurf wiegt schwer und richtet sich an die ganze Zunft der Ökonomen, die, falls Widersprüche zwischen den ganz realen Menschen mit ihrem Verhalten und den ökonomischen Theorien auftauchen, darüber nachdenken, wie die Welt geändert und angepasst werden kann. (vgl. S. 26) Die Folgen sind für uns dramatisch und deshalb lautet der englische Titel dieses Buches „Licence to be Bad. How Economics Corrupted Us“.

An mehreren Beispielen umfassender ökonomischer Theorien erläutert Aldred diese pessimistische Sichtweise. Die Spieltheorie (S. 35, bsd. S. 64-72 und S. 111-152) die u.a. von John von Neuman (1903-1957)  und von John Nash (1928-2015) entwickelt wurde. Beide arbeiteten auch für die RAND Corporation (Research ANd Developement, 1948), die sich mit Szenarien von Nuklearstrategien beschäftigte. Es geht um Strategien, Alternativen,  die Berechnung welche Lösung die beste sei. 1950 entwickelte Nash seine Theorie des Nash-Gleichgewichts (300 Wörter) mit einer allgemeinen Strategie für nicht kooperative Spiele, die darin enthaltene „Interdependenz oder wechselseitige Abhängigkeit“  bringt die menschliche Komponente wieder ins Spiel und entwertete von Neumanns Ansatz. (vgl. S. 41) Das Kapitel über die Spieltheorie endet mit einem Fiasko, denn nur wenn die Gegner sich bitteschön auch an das Nash-Gleichgewicht halten, funktioniert es (vgl. S. 70); fällt ihnen was anderes ein oder kommt gar eine moralische Überlegung mit dazu, war die ganze Anstrengung der Spieltheorie umsonst.

Ganz ähnlich ergeht des dem Coase-Theorem, mit dem Ronald Coase (1910-2013) uns erklären will, dass im Prinzip, jeder Mensch stets daran interessiert ist, stets ein Geschäft zu machen: Nature of Firm (1931). Er entwickelte auch The Problem of Social Cost. Die Folgen waren gewaltig bis heute zum Emissionshandel, eigentlich ein total künstlicher Markt, mit dessen Mechanismen man dem Klimawandel begegnen will, wobei man den Eindruck nicht los wird, alles bleibt beim alten, aber man tut mit diesem Markt so, als würde man wirklich etwas gegen den Klimawandel bewirken. Aldred merkt an, dass die „Schultafel Ökonomik“ mit der Realität nichts zu tun hat. (S. 104, bes. S. 106 ff)

Jetzt kommen die Trittbrettfahrer dran, die im Grunde genau wissen, dass sie eigentlich unmoralisch  handeln und so kann man dieses Kapitel resümieren, aber sie reden sich doch ein oder die Ökonomen tun es, dass sich daraus eine sinnvolle Theorie zimmern lasse, die Trittbrettfahrer sogar als clever erscheinen lassen. Ein schönes Beispiel, wie die Welt der Theorie angepasst wird. Der Einzelne kann ja doch keinen Beitrag leisten. (S. 176 f)  Eine verbreitete Ansicht, man darf fragen, stimmt das überhaupt?

Aldred verwirft die Theorien der großen Ökonomen keinesfalls in Bausch und Bogen, denn auch die Spieltheoretiker dachten an eine umfassende Gesellschaftstheorie, von der z. B. von Neumann träumte. Aber dazu hätten er und seine Nachfolger sich von der Vorstellung, Theorien auf die reale Welt zu übertragen endgültig verabschieden müssen: „Es ist nur möglich, respektvoll Handel zu treiben, wenn die Verletzlichen, Verzweifelten und Machtlosen ebenfalls in den Blick genommen werden,“ lautet ein Zwischenfazit von Aldred. Nicht nur Gary Becker (1930-2014) sei mit seinem Anspruch, eine allgemeine Wissenschaft der Gesellschaft zu begründen, gescheitert. Das ist auch vielleicht wirklich nicht die Sache von Ökonomen?

Noch ein großes Thema, für ein langes Kapitel: Die seltsame Welt von Nudge“ (>  Nudge – Wikipedia) und das Entstehen der Verhaltensökonomik. Federführend waren u. a. die Psychologen Danel Kahnemann und Amos Tversky, deren Überlegungen auch wieder an die Spieltheorie erinnern: S. 263 ff. Und Aldred weiß: „Die moralische und soziale Bedeutung unserer Handlungen ist nie weit unter der Oberfläche,“ so wird schon spürbar, was er vom Ausrechnen unseres künftigen Verhaltens hält – auch wenn darauf alle Versicherungstarife beruhen. Alle Wirtschaftstheorien kranken daran, dass sie „reine Ungewissheit numerisch berechnen wollen“. (S. 281)

Kein Wunder, dass jetzt auch nicht die Art und Weise, wie die Wahrscheinlichkeitsrechnung von Ökonomen angewendet wird, bei Aldred unter den Hammer kommt: S: 284 ff. Wird sie mit Frank P. Ramsay (1903-1930) subjektiv: Truth and Probability (S. 286), so  kann man sehen, wie lange es dauert, bis eine neue vernünftige Meinung sich durchsetzen kann. Jetzt folgen lange Abschnitte über die Computergläubigkeit und das Unvermögen, das Unvorstellbare nicht Ausrechenbare, weil es so extrem unwahrscheinlich erscheint, sich Finanzkrisen solchen Ausmaßes vorzustellen, wie wir sie um die Jahrtausendwende erlebt haben. Risiko-Management lautet dann die Umschreibung für die Abteilung, die es sich auf die Fahnen schreibt, die Zukunft im Griff zu haben.

Im letzten Teil beschäftigt Aldred sich mit den Ursachen von Ungleichheit, die nicht unbedingt wie ein Menetekel existiert, sondern auch auf staatlichen Vorgaben zurückzuführen ist.

„Unsere Beziehung zur Wissenschaftswissenschaft ist eine Hassliebe.“ (S. 375)

So und jetzt hätten wir so richtig Lust, Wirtschaftswissenschaften zu studieren und die Vorlesungen mit vielen unangenehmen Zwischenfragen zu ergänzen.

Jonathan Aldred
> Der korrumpierte Mensch
Die ethischen Folgen wirtschaftlichen Denkens
Aus dem Englischen von Karsten Petersen
(Orig.: License to be Bad/How Economics Corrupted us)
1. Aufl. 2020, ca. 432 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-98237-4

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