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Lesebericht, Anna Burns, Milchmann

„Der Tag, an dem Irgendwer McIrgendwas mir eine Waffe auf die Brust setzte, mich ein Flittchen nannte und drohte, mich zu erschießen, war auch der Tag, an dem der Milchmann starb.“ Mit diesem Satz wird man in Anna Burns‘ Roman >„Milchmann“, den Nina Kroll für Tropen übersetzt hat, hineingeworfen. Der Roman gewann mehrere Preise. Dazu zählen der renommierte Man Booker Prize 2018 im Bereich Fiction, der National Book Critics Circle Award 2018 ebenso im Bereich Fiction und der Orwell Prize 2019. Burns ist eine 1962 geborene Schriftstellerin aus Nordirland.

Der Roman handelt von einer 18 Jahre alten jungen Frau. Die Anonymität ist das wahrscheinlich auffälligste Merkmal des Buches. Kein Charakter hat einen richtigen Namen, sondern sie werden anhand von „Positionsbezeichnungen“ beschrieben: Schwestern und Brüder 1-3, Schwager 1 und 3, Älteste Freundin, Vielleicht-Freund, echter und unechter Milchmann, etc. Sogar die Protagonistin, die in der Ich-Perspektive schreibt, wird weder näher beschrieben noch benannt.

Die Handlung spielt in den 1970iger Jahren in einer ebenfalls namenlosen Stadt. Es wird jedoch klar, dass damit Belfast in der Zeit des Nordirlandkonfliktes gemeint ist. Der Nordirlandkonflikt, auch bekannt als „Troubles“, herrschte von 1969 bis 1998 und teilte das Land in Protestanten und Katholiken. In dieser Zeit gab es nur schwarz oder weiß und absolut gar nichts dazwischen. „Damals, an diesem Ort, sagten die Leute, wenn es um die politischen Probleme ging, die Bomben und Waffen und Tod und Verstümmelung mit sich brachten: „Deren Seite war es“ oder „unsere Seite war es“ oder „deren Religion war es“ oder „unsere Religion war es“ oder „die waren es“ oder „wir waren es“, wenn sie meinten: „die Staatsbefürworter waren es“ oder „die Staatsverweigerer waren es“ oder „der Staat war es“. Hin und wieder strengten wir uns an und sagten „Befürworter“ oder „Verweigerer“, aber eigentlich nur, um Außenstehende aufzuklären; wenn wir unter uns waren, machten wir uns die Mühe eigentlich nicht. Das „Wir“ und „Die“ war uns in Fleisch und Blut übergegangen: praktisch, geläufig, für Eingeweihte, und es ging schnell über die Lippen, ohne das mühsame Erinnern von und Ringen mit doppelbödigen Formulierungen oder diplomatischen Nettigkeiten.“ (S. 32-33)

Was alles zu einem zu einem Politikum gemacht werden kann und wie beklemmend dies ist, zeigt dieses Zitat: „Es gab Essen und Trinken. Die richtige Butter. Die falsche Butter. Den Treue-Tee. Den Verräter-Tee. Es gab „unsere Läden“ und „deren Läden“. Ortsnamen. Auf welche Schule man ging. Welche Gebete man sprach. Welche Kirchenlieder man sang. Ob das H gesprochen wurde oder nicht. Wo man arbeitete. Und natürlich gab es Bushaltestellen. Überall und mit allem, was man tat, gab man ein politisches Statement ab, ob man wollte oder nicht.“ (S. 36-37)

In dieser Zeit wurde der Protagonistin von dem deutlich älteren Milchmann nachgestellt. Er arrangierte wie zufällig aussehende Treffen, zum Beispiel auf ihrem Heimweg, nach ihrem Französischkurs, während ihrer Joggingrunde. Sie wusste irgendwie, dass es übergriffig war, was Milchmann machte. Aber sie konnte es nicht artikulieren, nicht benennen, da er sie weder anfasste, noch offensichtliche sexuelle Anspielungen machte oder dergleichen. Sehr schnell machten Gerüchte die Runde, dass sie eine Affäre mit Milchmann hatte. Sich dagegen wehren, erschien ihr unmöglich, genauso wie jemanden einzuweihen. „Wie alle anderen verstand ich es ja selbst nicht, dieses Tun-aber-nicht-Tun, wie hätte ich also anklagen und damit den derzeitigen Status quo aufs Spiel setzen können? Besonders unmöglich im Kontext der politischen Probleme, in dem täglich, stündlich, von Nachrichtensendung zu Nachrichtensendung Großes, physisch Greifbares, Lautes passierte.“ (S. 86)

Die Protagonistin hat zwei Hobbys, die ihr sehr wichtig sind. Einmal ist das das Lesen von Romanen aus dem 19. Jahrhundert, das sie vor allem auf ihrem Heimweg im Gehen macht, und das Laufen. Mit dem Verlauf des Romans werden ihr genau diese Dinge genommen. Milchmann lauert ihr beim Joggen auf und das Lesen im Gehen wirkt auf die Gesellschaft so seltsam, dass es sie zu einer Art Ausgestoßenen macht. Dies eröffnete ihr Älteste Freundin, der sich die Protagonistin doch irgendwann anvertraut. Doch die erhoffte Erleichterung und den Rückhalt brachte dies nicht. Ihr wird Unverständnis entgegengebracht und ihre Art wird auch von ihrer guten Freundin verurteilt. „[V]ielleicht ist es gut, und damit meine ich heilsam, dass Milchmann dir jetzt auf die Pelle rückt, auch wenn es leider auf die unschöne Auf-Regen-Sonne-aus-Leiden-lernen-was-mich-nicht-umbringt-Art sein muss.“ (S.262) Verständlicherweise verstärkte dies das Gefühl der Protagonistin allein zu sein. Allein im Kampf gegen die äußeren Umstände, obwohl sie, wie sie dachte, sonst alles tat, um nicht aufzufallen. „Die Leute sagen immer, man solle sich vorsehen. Aber wie sollte das gehen, wenn einem alles entglitt, wenn man es ohnehin nie richtig im Griff gehabt hatte, wenn sich alles gegen einen verschwor, war man dann als kleiner Mensch hier unten auf der Erde dann noch vorsichtig?“ (S. 265)

Insgesamt ist Milchmann ein Roman, in dem unheimlich viel auch zwischen den Zeilen passiert. Es ist eine Geschichte über Macht und Ohnmacht, Emanzipation, Rollenkonflikten und darüber, ab wann Missbrauch anfängt. Nicht zuletzt ist es ein Roman, in dem die Protagonistin, die mit all ihren Mitteln versucht unter dem Radar zu bleiben, gezwungen wird sich zu verändern und über sich hinauszuwachsen. Burns zeigt mit beeindruckender Kraft, wie sich eine Bevölkerung verhält, wenn sie der alltäglich gewordenen Ohnmacht eines Krieges konfrontiert ist und wie beengend und kräftezehrend dies ist. Aber er zeigt auch, wie Emanzipation trotzdem gelingen kann. Viel zu viele Inhalte sind erschreckend leicht auf unsere heutige Welt übertragbar.

Anna Burns
Milchmann
Roman
Aus dem Englischen von Anna-Nina Kroll
(Orig.: Milkman)
1. Aufl. 2020, 452 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-50468-2

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