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Lesebericht: Sam Byers, Schönes Neues England

Sam Byers nimmt uns mit in das England nach dem Brexit, wobei es weniger um die letzten Zuckungen des Brexits und seine Folgen geht als um eine in Prosa gesetzte Überlegung, was die digitalen Möglichkeiten, Irrungen und Wirrungen uns dereinst für neue Chancen und Gefahren vorsetzen werden: > Schönes Neues England. Manche seiner Ansätze deuten auf eine Dystopie hin: Da ist die rechtspopulistische Partei England Always, die Zulauf gewinnt, aber eben populistisch mit ihrer Kritik und simplen Lösungen als Heilsversprechen. Alles spielt sich in Edmundsbury ab, eine kleine Stadt im Osten Englands, wo ein Stadtquartier umgebaut und umgewidmet werden soll. Es geht, wie so oft in solchen Fällen, um Entmietungen. Da erscheint eine Aktivistengruppe. die mit Mitteln der sozialen Netzwerke die Auseinandersetzung aufnimmt. Aber es geht in diesem Buch weniger um diesen Plot sondern um eine Analyse, was die neuen digitalen Medien mit ihren Usern anstellen.

Dazu passt: > PSYCHE Heft 09 / September 2019: Digitalisierung >>>>

Jacques DeCoverley fasst das prägnant zusammen: „Es ist ein Fluch, kulturell immer am Puls der Zeit zu sein. Ich bin permanent auf Empfang – eine ständig zitternde Wünschelrute.“ (S. 14) Man kann das Daddeln auf den Smartphones, heute überall um uns herum, kaum besser beschreiben. Jeder guckt ständig, was seine Follower treiben oder sucht nur aus Langeweile, welche App könnte man jetzt aufmachen? Man wähnt sich in sozialen Netzwerken, wo alle überall ständig erreichbar sind. Sozial sind dieses im Internet verfügbaren Netzwerke überhaupt nicht. (1) Das ist ist eine Schimäre. Natürlich ist jemand stolz darauf, Tausende von Followern zu haben, die seine Tweets in Twitter lesen würden, wenn sie denn gerade zu dem Zeitpunkt hingucken würden, wo sie im Strom vorbeifließen, um schnell wieder im digitalen Nirwana zu verschwinden. Jeder erhält sofort jede Information und trotzdem stimmt da etwas nicht. Denn die überall verfügbaren Informationen haben mit Wissen nichts zu tun. Kurz gesagt: wer heute Bücher liest ist natürlich der Kurzlebigkeit des Internets haushoch überlegen. Wissenschaftlich kann man mit dem Internet nicht arbeiten, denn Belege, die man aus Websites zieht, haben meistens eine kurze Halbwertszeit: Wieviele Links, die wir als Hinweise auf Belege in unserem Blog seit 10 Jahren verwendet haben, sind schon lange obsolet geworden?(2)

Bei einer Party drängt sich ein Mann in den Vordergrund und versucht, solange eine Lesung abzuhalten, bis er nach draußen befördert wird und vorher noch einige Flugzettel hochwirft. Ganz so, wie oft  in den Netzwerken Informationen verbreitet und dann geteilt  und weiterbefördert werden. Die größere Aufmerksamkeit bekommen sie erst, wenn Printmedien über besondere Erfolge im Netz schreiben, deren Urheber sich dann über noch weiteren Zulauf freuen können und so kann man beobachten, wie Aufmerksamkeit für nichtige Meldungen erzeugt wird: „Willkommen, sagte ein anderer, in der Post-Sinn-Welt.“ (S. 24)

Byron Stroud (S. 15) müsste man kennen, meine viele und brüsten sich damit, zu wissen, wieso er verhindert ist. Und er existiert anscheinend nur im Netz und Jess, die ihn führt, liest alles, was an ihn geschrieben wird: vgl. S. 325 f. Hat Stroud nur eine digitale Identität? „Niemand ging so weit, zu behaupten, ihn persönlich getroffen zu haben…“ (ib.)

Robert Townsend schreibt für den Blog Comman Line an der Story über die Entmietung und Silas wünscht, die Geschichte sollte now sein, sie bracht also eine aktuellen Aufhänger. Townsend besucht in der Siedlung einen alten Mann, der gar nicht daran denkt, sich vertrieben zu lassen, und schon gar nicht wegen der Ausländer, (vgl. S. 73) die nur scharf auf die Sozialleistungen seien: N. B. „… in kaum einer anderen Gemeinde im Land gab es so wenige Migranten wie in Edmundsbury, dennoch war die Stimmung hier ausländerfeindlich wie nie.“ Kommt uns das hinsichtlich mancher Wahlerfolge der AfD nicht irgendwie bekannt vor? Sie könnten ja kommen, so wird Angstmache betrieben und die nicht so sozialen Netzwerke haben etwas damit zu tun.

Jess und Roberts Unterhaltungen lesen sich wie eine Diagnose sozialer Beziehungen zu Zeiten des duchdigitalisierten Lebens: Robert klagt: „Einfach jeder, den ich kenne und der online veröffentlicht, wird beschimpft.“ (S. 83) Die Anonymität der Botschaften in den Netzwerken erleichtern die Beschimpfungen und das Ersinnen von falschen Identitäten, wobei sich die Autoren dieser Messages auch selbst und auch der Sache schaden: Wieviele anonyme User-Accounts gibt es heute unter denen, die gegen >  #S21 in Stuttgart zu Felde ziehen? Einst wird man in der Rückschau feststellen, dass die Beteiligung am öffentlichen Diskurs mit aufgeklapptem Visier und guten Argumenten viel wirkungsvoller gewesen wäre, weil anonym sich leichter schimpfen lässt. Da hätten wir noch Lesestoff für Sie > Lesebericht: Michal Hvorecky, Troll – 26. September 2018.

Der London School of Econmics SE Polis Blog hat ein bemerkenswert interessantes Interview mit Samuel Byers > Are we heading towards a digital dystopia? Q&A with author Sam Byers veröffentlicht, in dem auch die Aspekte zur Digitalisierung ausführlich diskutiert werden.

Eine Multimediashow auf dem Marktplatz von Edmundsbury erscheint ein schwarzer Van, seine Türen öffnen sich und es beginnt eine Lichtshow organisiert von Aktivisten, die  in ihren Projektionen schemenhaft andeuten, dass die Gruppe sich persönliche Daten der Bewohner beschafft hat: „Wir sind euer Gesicht“ wird am Ende der Show projiziert, bevor die Türen des Vans zuklappen und er wieder davonfährt. Wieder sind des anonyme Akteure, wieder ist ihre Botschaft zunächst nicht einzuordnen.

Instant Manager lösen E-Mails ab. (vgl. S. 134) Das Flüchtige gewinnt eine Oberhand. Mc Luhan beschrieb schon 1967, was da passiert: „Junge Menschen suchen nach einer Formel, um sich das Universum überzustreifen – participation mystique.“ Marshall McLuhan, Questin Fiore, > Das Medium ist die Massage. Zusammengestellt von Jerome Agel, aus dem Amerikanischen von Martin Baltes und Rainer Höltschl (Org.: The Medium is the Massage) Stuttgart: Tropen 1. Aufl. 2011, S.114, vgl. H. Wittmann > Lesebericht: McLuhan, Fiore, Das Medium ist die Massage -17. Juni 2011. Der Inhalt weicht vor dem Medium zurück oder wird von ihm zerhackt, verniedlicht und deformiert. Die Form des Inhalts wird aufgelöst: Nicht: „Antwortest du mir? Sonder n:“Schick mal nen Whatsup/Tweet/SMS.“

Nochmal. Man könnte den Plot der Geschichte referieren, oder hier fortfahren, die Themen mit ihrer Kritik an der Onlinewelt aufzuzählen, die Sam Byers hier so geschickt nacheinander vorstellt, analysiert und nebenbei zeigt, wie sie sich verselbstständigen. – Man könnte die entsprechenden Passagen durchnummerieren. –  Eigentlich könnte das digitale Leben vieles vereinfachen: „Wegen chronischer Überlastung des Posteingangs checke ich meine E-Mails nur noch einmal am Tag.“ Das hat man zu Zeiten der Snail-Post auch gemacht und dann eine Antwort verfasst, Umschlag zu, Briefmarke, ohne dass der Empfänger wie heute nach zwei Stunden sich über eine fehlende Antwort beklagt. Der Sog der E-Mails. Es gibt ein Projekt mir 6 Arbeitsschritten und zwei bis drei Beteiligten. Zeit 10 Tage. Das schaffen die heute kaum unterhalb von 50 bis 60 E-Mails.

Hugo Bennington meint mit England Always erreicht man eine neue Klarheit, (vgl. S. 166 ff.) angesichts der „obskuren Doppeldeutigkeit“ (ib.) um ihn herum: Passagen wie diese sind richtig gut gelungen, mit ihnen ordnet Byers seine Figuren in die Handlung ein.Und Trina twittert, liest Benningtons Bemerkungen, der erklärt, in diesem Lande gebe es keine Meinungsfreiheit, was er mit diesem Satz schon widerlegt.

Silas weiß, was die Leser des Blogs wünschen: Robert soll keinen Text absondern, der keinen Kommentar auslöst. Sila will nicht, dass Robert seinen von ihr redigierten Text nochmal ändert: „Wir eliminieren die Option eines Rückziehers.“ (S. 196)

In Emundsbury verbreiten sich Meinungen „explosionsartig“ (S.219), hm, mit einer gedruckten Zeitung war das früher auch so. Aber das heutige modern-elektronische Verbreiten erheischt in erster Linie Aufmerksamkeit. Die Verifikation durch die Intelligenz der Massen folgt dann oder folgt auch nicht. In manchen Ländern werden schon Gesetze gegen Faked News geschmiedet. Wenn Robert schreibt, er müsse sich „ständig rückversichern und antizipieren … sämtliche Folgen mitbedenken“ (S. 265) Was wird Klicks einbringen? Wird heute eine Meldung wahrer, wenn Sie von möglichst vielen geherzt wird?

Welche Art von Öffentlichkeit führt Sam Byers in seinem Buch vor? Die Netzwerke nehmen für sich in Anspruch, öffentlich zu sein, aber sind sie es? Oder spiegeln sie diese Öffentlichkeit nur vor? Überwiegen die Mechanismen der Werbung und der Gesprächssteuerung? 1983 wurde Richard Sennetts Buch The Fall of Public Man übersetzt und erhielt einen deutschen Titel der Sennetts Thesen akzentuierte: Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität, (Frankfurt/M. 1983). Man kann seine Thesen sehr wohl auf die heutigen sogenannten social networks anwenden: Die sozialen Netzwerke sind keinesfalls sozial, sondern sie tragen zum Niedergang der Öffentlichkeit gerade durch die Vorspiegelung der Öffentlichkeit erheblich und entscheidend bei. Je mehr gemeinsame Identität festgestellt oder entwickelt wird, je gleicher alle werden, so möchte man hinzufügen, so unmöglicher wird die Verfolgung gemeinsamer Interessen, erklärt Sennett (vgl. S. 295). Das ist nicht unbedingt so paradox, wie es klingt. Nur Unterschiede lassen Neugier entstehen und führen zum Entdecken von Neuem: De Coverley: „Und vor lauter Lärm um nichts können die Leute nicht zuhören.“ (S. 303)

Als Jess die Korrespondenz von Robert mit Stroud liest: „Die ungeformte und schwach erkennbare Welt trat am äußersten Rand ihrer Vorstellung dunkel hervor.“ (S. 33o und vgl. unbedingt dazu S. 331) Formt das digitalisierte Internet seine eigene Welt, die die Surfer gefangennimmt, ihnen ihre Regeln diktiert, so wie Google uns vorliegt, was zu diesem oder jenem Suchbegriff passt? Oder wie in Wikipedia die Weisheit der Masse für die Korrektheit der Artikel bürgen will? „Solange sich die Sanduhr drehte, kann man nicht wirklich sagen, dass etwas passiert war.“ (S. 332)

1. Vgl. dazu: > H. Wittmann, > Wie sozial sind soziale Netzwerke? – www.stuttgart-fotos.de,  30. Juli 2010

2. Vgl. dazu: > H. Wittmann, > Essai. Lernen und Studieren mit dem Internet – > www.france-blog.info, 30. September 2016

Sam Byers
> Schönes Neues England
Aus dem Englischen von Clara Drechsler und Harald Hellmann (Orig.: Perfidious Albion)
1. Aufl. 2019, ca. 480 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-50414-9
Roman

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