Verlagsblog

Konfliktdynamik 1/2017

11. Januar 2017 von

konfliktdynamik-1-17Ein Foto vom Glasleseraum, auf dessen Glaswänden TTIP-LESERAUM (Greenpace) und #ttipleaks steht, und in dem Leser über den (vertraulichen) Akten gebeugt sitzen, prägt das Cover dieser Ausgabe. Darunter wird der Schwerpunkt dieses Heftes genannt: „Schiedsverfahren und Mediation zwischen Vertraulichkeit und Rechtsstaat“. Das Foto passt dazu. Zuerst waren die TTIP-Verhandlungen geheim, das Lese-und Einblickrecht musste erst erstritten werden. Wie wäre die Diskussion in der Öffentlichkeit verlaufen, wenn die Verhandlungen von Anfang öffentlich geführt worden wären? So wie bei der öffentlichen Anhörung via Internet zur Vorlage für das Gesetz zur digitalen Wirtschaft in Frankreich, für das wir eine > Präambel vorgeschlagen hatten?

In diesem Heft geht es um Grundfragen der Legitimation außergerichtlicher Konfliktregelung. Mit Schieds-, Schlichtungs- und Mediationsverfahren gibt es Alternativen zur gerichtlichen Streitentscheidung. Diese Verfahren können sogar eine höhere fachliche Kompetenz bei der Streitentscheidung bieten. Oder gerade die fachgerecht durchgeführte Mediation bietet den Parteien flexiblere und informellere Verfahrensweisen, bei denen sie selber über ihre Belange entscheiden können. Für die Auseinandersetzungen in solchen außergerichtlichen Konfliktregelungsverfahren sind Themen geeignet, zu denen Rechtsnormen als Entscheidungskriterien entstanden sind. Besondere Aufmerksamkeit kommt dem Spannungsfeld zwischen informellen, vertraulichen Konfliktregelungsverfahren und rechtsstaatlichen Prinzipien zu.


> Konfliktdynamik Heft 1, Januar 2017, 6. Jahrgang
Schiedsverfahren und Mediation zwischen Vertraulichkeit und Rechtsstaat


Renate Dendorfer-Ditges, > Ditges PartGmbH in Bonn und Kirsten Schroeter, Meditationszentrum Altona, berichten über „Schiedsverfahren und Mediation zwischen Vertraulichkeit und Rechtsstaat“. Den beiden Autoren geht es „nicht um eine Ersetzung der Verfahren des gerichtlichen staatlichen Rechtsschutzes, sondern um deren Ergänzung und Entlastung, für viele Verbraucher sogar um die Eröffnung einer realen Chance des Zugangs zum Recht.“ S. 8

Peter Hammacher, Heidelberg, „Transparenz und Schiedsverfahren“ unterstreicht die Notwendigkeit von transparenten Handeln auf allen Ebenen eines demokratischen Rechtsstaates. Es gilt abzuwägen zwischen Verschwiegenheit und Vertraulichkeit. Das ist das Stichwort für den Beitrag von Silke Schneider, (Richterin, u. a. Vorsitzende Richterin am Landgericht Lübeck sowie Direktorin des Amtsgerichts Bad Segeberg, Mediatorin BM®, BMWA und BAFM, Referentin im Bereich Mediation) „Vertrauen in die Vertraulichkeit – nur bedingt berechtigt. Die Vertraulichkeit der Mediation im Spannungsfeld zum Straf- und Strafprozessrecht“. Sie weiß um die Achillesferse Vertraulichkeit der Mediation, sei kennt das Spannungsverhältnis zwischen Strafverfolgung und Vertraulichkeit in der Mediatation und legt hier ihren Standpunkt dar.

konfliktdynamik-1-17Ulla Gläßer, „Die Diskussion um die alternative Streitbeilegung in Verbrauchersachen. Von einer polarisierten Debatte zu einem integrativen Ansatz“. Sie erklärt die unter Bezug auf einschlägige Normen des Verbraucherstreitbeilegungsgesetzes (VSBG) aufgezeigt, wie durch entsprechende Rahmenbedingungen und Verfahrensweisen auf die einzelnen Kritikpunkte konstruktiv reagiert werden könnte. ALs Fazit formuliert sie ein Plädoyer für eine integrative Herangehensweise an die weitere Etablierung der Verbraucherstreitbeilegung im Sinne von »Appro priate Dispute Resolution«.

Es folgen Berichte aus Theorie und Praxis u.a. von Sascha Weigel über die „Transformative Mediation und Transaktionsanalyse“
Theorie und Praxis, ein Gespräch wischen Rudi Ballreich mit Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd: „Strukturaufstellungen und transverbale Konfliktarbeit“. Aus ihrer Sicht steuern Daniela Bornschein und Alexander Redlich „Die Vertrauensbrüche“ ein Instrument für die Konfliktberatung mit einzelnen Konfliktparteien bei.

Call for Papers:
Ausgabe 2/2017: Bewusstheit, Selbsterfahrung und Ausbildung für KonfliktberaterInnen
Ausgabe 3/2017: Vertrauen und Misstrauen
Ausgabe 4/2017: Krieg, Flüchtlinge und ethnische Konflikte

Die Herausgeber bitten um Beiträge zu den genannten Rubriken und zu den Schwerpunktthemen. Es wird empfohlen, sich bereits während der Konzeption eines Beitrages mit der Redaktion abzustimmen: > redaktion@konfliktdynamik.de. Für Fragen zu den Inhalten oder dem Publikations­ verfahren stehen auch die Herausgeber gern zur Verfügung.
Die Konfliktdynamik erscheint vierteljährlich – jeweils Anfang Januar, April, Juli und Oktober. Annahmeschluss für Beiträge ist jeweils 4 Monate vor dem Erscheinen.

Gespräch über das Theater in Berlin am 19. Januar 2017

5. Januar 2017 von

Das nächste Merkur-Gespräch findet am 19. Januar 2017 statt, und zwar zur Frage: „Was wird Theater?“ TeilnehmerInnen sind Birgit Lengers (Leiterin Junges DT) und Christoph Gurk (Dramaturg für die freie Szene und Musik, Kammerspiele München), Stefanie Wenner (Ex-Dramaturgin des HAU in Berlin, jetzt Professorin für Angewandte Theaterwissenschaft in Dresden) und Thomas Oberender (Intendant der Berliner Festspiele). Es moderiert unsere Theater-Kolumnistin Eva Behrendt (Redakteurin bei Theater heute). Ort des Gesprächs ist die Lettrétage am Mehringdamm 61 in Berlin. Wir bitten um Anmeldung unter redaktion@merkur-zeitschrift.de.

> Merkur-Gespräche 7: Was wird Theater?

> MERKUR-Blog

MERKUR 812 – Januar 2017 – 71. Jahrgang

5. Januar 2017 von

merkur-812-jan-2017Der MERKUR wird 70 Jahre alt: Das Dokument, mit dem die französische Besatzungsbehörde Hans Paeschke die Lizenz erteilte, trägt als Datum den 4. November 1946.

Der MERKUR feiert das Jubiläums und das > Geschenkabo (das nach einem Jahr automatisch endet) gibt es für nur 80 statt 120 Euro – eine Buchprämie für die oder den Schenkende/n gibt es obendrein.

> Rupert Neudeck – 1939-2016

> Die Migranten und die Menschenrechte

> Der Vergleich (XIII) : Die Menschenrechte in Frankreich und Deutschland

> Der Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2015

Der Historiker Stefan-Ludwig Hoffmann (Berkeley) erklärt, wie sehr sich der Begriff der „Menschenrechte“ insbesondere seit den neunziger Jahren verändert hat. Nein Historiker sind keine „Leichenbeschauer“ (S. 5), ihre Gegenstände sind keinesfalls abgeschlossen oder irrelevant für die Nachkommenden. Die Leidenschaft des Historikers für sein Fach findet seinen Ursprung in der Bedeutung früherer Ereignisse und Epochen für unsere Gegenwart und für unsere Zukunft. Geschichtsschreibung ist immer auch ein Korrektiv für unsere Zeit. Denken Sie nur an das Gejammere, heute sei alles so schnell und so vernetzt, und dabei vergisst man, dass ein 20-jähriger in Paris 1789 eine Beschleunigung der Zeit erlebt hat, die wir heute kaum ahnen können. Ohne zweifel waren die Menschenrechte noch nie so gefährdet wie heute. Aber jeder Historiker muss bei diesem Zeit stutzen. War es um sie seit Ihrer Verkündung vor 227 Jahren: Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte 26. August 2014 – www.france-blog.info jemals besser gestellt? Ist das Programm der Revolutionäre in Frankreich und der Verfassungsväter, die diese Erklärung 1946 und 1958 in Frankreich mit ihren universalen Anspruch in die Verfassung geschrieben haben, jemals wirklich auch nur annähernd erfüllt worden? Im Grunde genommen, muss jeder Artikel über die Menschenrechte immer auch eine breit angelegte historische Perspektive mitbringen. Die Betrachtung nach 1945 des Umgangs mit den Menschenrechten reicht nicht. Hoffmann deutet eine historische Dimension der Diskussion um die Menschenrechte an (S. 17 ff): Nein die Geschichte der Menschenrechte beginnt keinesfalls erst in unserer Gegenwart. Dennoch ist Hoffmanns Artikel so lesenswert, weil er in präziser Form eine Liste aktueller Konfliktherde in der Welt mit einer Diskussion über die Durchsetzbarkeit der Menschenrechte verbindet.


> MERKUR-Blog


Der Staatsrechtler Rainer Wahl untersucht die Krise der EU „Die immer engere Union“ und wünscht sich eine neue Balance europäischer und nationaler Befugnisse. Es geht um ein neues Austarieren der Befugnisse zwischen der EU und der Mitgliedsstaaten, als der Bürokratie in Brüssel immer neue Kompetenzen zu übertragen.

Heiner Barz kritisiert die Verurteilung der Gülen-Bewegung, die nicht nur von Erdogan und der AKP für alles Mögliche und Unmögliche verantwortlich gemacht wird.

Eva Behrendt schreibt in ihrer Theaterkolumne über „Echte Tränen“ und die Rolle, die sie auf der Bühne spielen: Die Realität, das Universale und das unverfälschte Einssein. Roland Reichenbach berichtet in der Bildungskolumne über das chinesische Konzept von Herz/Geist vor. Der Musikwissenschaftler Thomas Kabisch hat sich die Versuche des Ex-Guardian-Chefredakteurs Alan Rusbridger, ein Chopin-Stück als Amateur möglichst perfekt zu spielen, genau angehört: Was fehlt ist die „Tugend des Sich-Wunderns“. Léonce Lupette übersetzt ein Gedichts von Reynaldo Jiménez sein Essay ist erstmal der Schlusspunkt der mit Daniel Graf entstandene inter_poems-Reihe. Die Herausgeber versprechen, dass sie am Thema der Lyrik dranbleiben.

Ahmet Cavuldak schreibt über die Heimat > Im Wartezimmer des Lebens. Heimat für Flüchtlinge? Leander Steinkopf erzählt, was er beim Hitchhiken über Deutschland und auch das Leben gelernt hat. Günter Hacks jüngster Vogel-Miniatur hat Krähen, Koren, Karyatiden (und mancherlei mehr) beobachtet und Harry Walter betrachtet ein Foto mit Frau, Goldhamster und Walnüssen.

> MERKUR 812 – Januar 2017

Anthony Atkinson – 4.9.1944 – 1.1.2017

2. Januar 2017 von

atkinson-ungleichheitDer britische Ökonom und Spezialist für die Fragen der Ungleichheit ist am 1. Januar 2017 gestorben, berichtet Goff Roiley in seinem Blog Economics > RIP Sir Tony Atkinson.

Noch im September hat er auf unsere Fragen zu seinem Buch > Ungleichheit. Was wir dagegen tun können, das gerade bei Klett erschienen war, geantwortet: Nachgefragt….

> Anthony Atkinson

MERKUR 811 – Dezember 2016

31. Dezember 2016 von

merkur-811-12-16

In der so bekannten Vorweihnachtshektik ist der Lesebericht zu diesem Heft untergegangen. Diese Ausgabe des > MERKUR 811 – Dezember 2016 verdient es aber, hier noch ausdrücklich gewürdigt zu werden. Russland bestimmt den Schwerpunkt dieser Ausgabe. Felix Philipp Ingold untersucht die neoeurasische Ideologie, die in Russland inzwischen bis in die inneren Zirkel der Politik vorgedrungen ist und dort sogar offensiv vertreten wird. Mit Recht gibt Ingold sein Befremden über die Geschichtsklitterung zu erkennen, die mit diesem Begriff und seiner Auslegung einhergeht. Sehr lesenswert.*** Alexander Blankenagel zeigt an vielen Beispielen aus ganz verschiedenen Bereichen, wie Russland sich unter Putin unter Aufbietung aller Beharrungskräfte sich immer mehr von der Demokratie entfernt hat. Roman Widder nimmt die Ukraine in den Fokus, in dem er den Schriftsteller Andrej Platonow wiederliest.

Stefan Krankenhagen berichtet über Gerhard Richters Auschwitz-Bilder.

> Dieses Merkur-Heft digital (PDF, epub, mobi)

Hanna Engelmeier kommt nochmal auf Sokal-Affäre zurück. Es ging um einen Der Streit um Sprache und Denken vor allem französischer Theorie und einen ganz vermeintlich wissenschaftlichen Ansatz. Engelmeier beurteilt diesen Streit aus heutiger Sicht.

Stefan Krankenhagen hat Gerhard Richters Auschwitz-Bildern gesehen und diskutiert den klassischen Topos von der Undarstellbarkeit der Verbrechen des Holocaust. Uwe Walter referiert über Erzählungen vom antiken Griechenland. Und Michael Multhammer hat Stuckrad-Barres »Panikherz« gelesen. Max Czollek übersetzt in der »inter_poems«-Reihe ein Gedicht der israelischen Lyrikerin Adi Keissar – und findet dabei Parallelen zwischen ihrer Außenseiterposition als Misrachin und der der Juden im heutigen Deutschland. Richard Schuberth stellt Rigas Velestinis (1757-1798) vor. Melanie Möller stellt eine Lektüre der „Aeneis“ vor. Und Harry Walter schreibt der Jaherszeit angemsen über ein Foto mit Familie unter dem Christbaum.

Lesebericht: Barbara Vinken, Die Blumen der Mode

14. Dezember 2016 von

Wir hätten da noch was für Ihren Wunschzettel: vinken-blumen-mode-110So ein schönes Buch. Alle die sich für Mode interessieren, werden dieses Buch nicht wieder hergeben. Es geht nicht um die Blumen des Bösen, sondern um > Die Blumen der Mode, die die Münchner Romanistin Barbara Vinken für Sie keineswegs nur hier und dort gepflückt und danach äußerst Kompetent zu einem fulminanten Spaziergang durch die Literaturgeschichte für Sie zusammengebunden hat:

Nehmen wir das Buch zur Hand:

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vinken-1Die vorliegende Anthologie versammelt das „Einflussreichste, Eigenwilligste, Schönste, Schrägste und manchmal auch das Ätzendste, was über die Mode in den letzten dreihundert Jahren geschrieben wurde…“ (S. 9) verspricht Vinken Ihren Lesern und ihre gelingt mit dieser Auswahl tatsächlich eine Art Definition der Mode: „ein Theater der Obsessionen (S. 11). Ihr Buch ist ein soziologisches Traktat über die Mode in der Literatur, aber vor allem darüber wie Schriftsteller und Soziologen sich mit der Mode beschäftigen. Bei der Lektüre entdeckt man viele neue Einsichten. Die Auswahl der Texte überrascht. Sie sind auf einander aufgebaut und erweitern die Perspektive und bringen aber auch die Definition der Mode immer wieder auf den Punkt: „Zuerst einmal muß sie sich selbst repräsentieren. Zu Hause, bei der Verrichtung ihrer Arbeiten ist sie nur bekleidet. UM auszugehen, um zu empfangen, macht die „Toilette“. Die Toilette hat einen doppelten Charakter. Sie ist dazu bestimmt, die soziale Würde der Frau (ihren Lebensstandard, ihr Vermögen, das Milieu, dem sie angehört) zum Ausdruck zu bringen, gleichzeitig verwirklicht sie auch den weiblichen Narzißmus. Sie ist eine Livree und ein Schmuck.“ Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht, zit. b. B. Vinken, S. 281.

vinken-2Mode und Kleidung sind Mittel des Selbstausdrucks und der Kommunikation. Ansehen und Angesehenwerden, das fasziniert Schriftsteller, Philosophen und Soziologen gleichermaßen. Dieser Band stellt in Auszügen 45 Texte vom 18. bis zum 21. Jahrhundert vor, für die Barbara Vinken je eine Einleitung verfasst hat, in denen sie Hintergründe, zeittypischen Ideen und Menschenbilder erläutert. Sie ist Professorin für Allgemeine und Französische Literaturwissenschaft an der Universität München.

Mit der Bienenfabel oder private Laster, öffentliche Vorurteile von Bernard Mandeville (1670-1733) (> The Fable of The Bees: or, Private Vices, Public Benefits, 1705) geht es los. Vinken zählt diesen Text zur „Grundstock einer Soziologie der Mode“ (S. 13) Dann kommt > Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) mit einem Auszug aus Julie oder die neue Héloise (> Julie ou la Nouvelle Héloïse, 1761):

J.-J. Rousseau, Julie ou la nouvelle Héloïse, Volume 2, M.M. Rey, 1772,S. 405:

Giacomo Leopardi (1798-1837), Die Mode und der Tod, 1824. Er sieht in der Mode „das Bizarre, das Wahnsinnige“ (S. 39). Gottfried Wilhelm Friedrich Hegel, um 1830, spricht in einer Vorlesung (Ästhetik II, hrsg. v. F. Bassange, Frankfurt/M. o. J.. S. 124-135 über die Mode: Hegel, Vorlesungen über die Aesthetik 2, Duncker und Humblot, 1837, S. 410:


Mittwoch 14.12.16 20.00 Uhr im Literaturhaus Stuttgart
> Grenzgängerin: Flaubert, Mode und Feminismus

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> Grenzgängerin: Flaubert, Mode und Feminismus
Barbara Vinken Veranstaltungsreihe: Wissenschaftsfragen Gespräch – Moderation: Joachim Kalka
In der Reihe „Wissenschaftsfragen“ führt Joachim Kalka ein Gespräch mit Barbara Vinken, die eine Literaturwissenschaft vertritt, in deren Oeuvre die ingeniöse Behandlung klassischer Sujets – Gustave Flaubert, Heinrich von Kleist – neben Arbeiten zur Logik der Geschlechterrollen steht, wie „Die deutsche Mutter“ (2001) und zahlreiche Untersuchungen zur Mode, u.a. jüngst „Die Blumen der Mode“. …

Zur Vorbereitung für diese Veranstaltung: > Flaubert und die Mode. Barbara Vinken im Gespräch mit Joachim Kalka


Jetzt kommt Heinrich Heine (1797-1856) mit einem Auszug aus einen Reisebildern. Weiter geht es mit > Honoré de Balzac (1799-1851) und einem Auszug aus der „Physiologie des eleganten Lebens“ Honoré de Balzac, Traité de la vie éle´gante Editorial MAXTOR, 1911 , S. 83 >>>

vinken-3Thomas Carlyle (1795-1881) hat vor Barbey d’Aurevilly und Charles Baudelaire über den Dandy geschrieben: Aus Sartor Resartus: Die Körperschaft der Dandys, 1833/34. Danach kommt Théophile Gautier (1811-1872), der 1858 über die Mode einen Aufsatz verfasst hat:

„La beauté et la force ne sont plus les caractères typiques de l’homme à notre époque. Antinoüs serait ridicule aujourd’hui. Le moindre cric fait la besogne musculaire d’Alcide. On ne doit donc pas orner ce qui n’a pas d’importance réelle ; il s’agit seulement d’éviter la lourdeur, la vulgarité, l’inélégance, et de cacher le corps sous une enveloppe ni trop large, ni trop juste, n’accusant pas précisément les contours, la même pour tous, à peu de chose près, comme un domino de bal masqué. Point d’or, ni de broderies, ni de tons voyants ; rien de théâtral : il faut qu’on sente qu’un homme est bien mis, sans se rappeler plus tard aucun détail de son vêtement.…“ Th. Gautier, > De la mode, Paris : Poulet-Malassis et De Broise, 1858, Hervorh. H.W.

Charles Baudelaire (1821-1867) hat zwei Texte beigesteuert: Eine Lobrede auf das Schminken aus „Der Maler des modernen Lebens“ (1859/1860), i.,m Der Maler des modernen Lebens (1863) Sämtliche Werke und Briefe, 8 Bde., hg. von Friedhelm Kemp, Claude Pichois, Wolfgang Drost, Bd. 5, München, Wien 1989, S.213-258,zuerst in: Le Figaro 26.Nov., 29.Nov. + 3. Dez. 1963: 11. Lobrede auf das Schminken: „Die Frau ist durchaus in ihrem Recht, ja sie erfüllt eine Art Pflicht, wenn sie es darauf anlegt, berückend und übernatürlich zu erscheinen,“ zit. bei B. Vinken, S. 99. Und der Absatz über den Dandy aus „Der Maler des modernen Lebens“ (1863) über den Dandy: „Ein Dandy kann niemals ein gewöhnlicher Mensch sein…“ (S. 105). Stéphane Mallarmé (!842-1898), der Englischlehrer aus Tournon, dem > Jean-Paul Sartre ein unvollendetes Porträt gewidmet hat: (vgl. H.W., Sartre et la poétique de Mallarmé, Jahrestagung der Groupe d’études sartriennes am 20. und 21. Juni 2008 in der Sorbonne, Paris, n. veröff.) hat die Modezeitschrift La dernière mode. La dernière mode: Gazette du Monde et de la famille, die ein Jahr lang 1874 alle zwei Wochen erschien – insgesamt gab es acht Ausgaben – herausgebracht. Seinen Text nenen Barbara Vinken ein „poetologisches Traktat“ (S. 110).

vinken-4Es folgen Friedrich Nietzsche, Émile Zola, Adolf Loos, sogar Thorsten Veblen hat nicht nur über Geld auch über Mode geschrieben. Georg Simmel, Eduard Fuchs, Werner Sombart haben über die Mode nachgedacht, wie Guillaume Apollinare und natürlich Marcel Proust, wie Edmond Goblot und Sigmund Freud. Viele andere wie Walter Benjamin, Simone de Beauvoir oder der Soziologe René König, natürlich auch Roland Barthes, >Friedrich Kittler, Pierre Bourdieu und Yvette Delsaut, ELzabeth Wilson, Kaja Silverman, Anne Hollander, Valerie Steele, Ulf Proschardt, Caroline Evans, Andreas Krass, Katharina Sykora, Thomas Ohláh, Hanne Loreck, Thomas Meinecke, Michael Müller, Nora Weinelt, Phlipp Ekardt ergänzen mit ihren Texten diesen Band.

> Barbara Vinken

Barbara Vinken
> Die Blumen der Mode
Klassische und neue Texte zur Philosophie der Mode
1. Aufl. 2016, 551 Seiten, gebunden, bedruckter Leinenband, 3-seitiger Farbschnitt, Lesebändchen, Großformat,mit s/w-Abbildungen
ISBN: 978-3-608-94910-0

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Barbara Vinken
> Angezogen. Das Geheimnis der Mode„Ist der Wandel der Moden eine unvorhersehbare Laune der Kultur? Mitnichten, sagt Barbara Vinken, auch wenn wir, die diese Moden tragen, meist keine Ahnung davon haben, was wir tun, wenn wir uns anziehen. Modewandel hat System. Fragt sich nur, welches?“ steht auf dem Klappentext. Auf der Frankfurter Buchmesse hatten wir Gelegenheit, Barbara Vinken nach ihrem Buch zu befragen. Sie ist Professorin für Allgemeine -Literaturwissenschaft und Romanische Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Gastkolumnistin in »DIE ZEIT«, »NZZ« und »CICERO« und häufig bei Gert Scobel zu Gast.“ > Bitte Weiterlesen.
4. Aufl. 2013, 255 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit farbigem Tafelteil
ISBN: 978-3-608-94625-3

Aufgeschlagen: Barbara Vinken, Die Blumen der Mode. Klassische und neue Texte zur Philosophie der Mode

12. Dezember 2016 von

> Weihnachtswunschzettel 2016 zum Ausdrucken

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Mode und Kleidung sind Mittel des Selbstausdrucks und der Kommunikation. Ansehen und Angesehenwerden, das fasziniert Schriftsteller, Philosophen und Soziologen gleichermaßen. Dieser Band stellt in Auszügen 45 Texte vom 18. bis zum 21. Jahrhundert vor, für die Barbara Vinken je eine Einleitung verfasst hat, in denen sie Hintergründe, zeittypischen Ideen und Menschenbilder erläutert. Sie ist Professorin für Allgemeine und Französische Literaturwissenschaft an der Universität München.


Mittwoch 14.12.16 20.00 Uhr im Literaturhaus Stuttgart
> Grenzgängerin: Flaubert, Mode und Feminismus
Barbara Vinken Veranstaltungsreihe: Wissenschaftsfragen Gespräch – Moderation: Joachim Kalka
In der Reihe „Wissenschaftsfragen“ führt Joachim Kalka ein Gespräch mit Barbara Vinken, die eine Literaturwissenschaft vertritt, in deren Oeuvre die ingeniöse Behandlung klassischer Sujets – Gustave Flaubert, Heinrich von Kleist – neben Arbeiten zur Logik der Geschlechterrollen steht, wie „Die deutsche Mutter“ (2001) und zahlreiche Untersuchungen zur Mode, u.a. jüngst „Die Blumen der Mode“. …

Zur Vorbereitung: > Flaubert und die Mode. Barbara Vinken im Gespräch mit Joachim Kalka


Man kleidet sich, um sich zu wärmen, seine Blöße zu bedecken; aber schon immer haben die Menschen mit ihrer Art, sich zu kleiden, viel mehr intendiert. Kleidung repräsentiert den Rang, hebt ihren Träger von anderen ab und unterstreicht die Individualität. Kleider und Mode konstruieren Männerbilder und Frauenrollen. Entsprechend vielfältig und vor allem auch faszinierend tiefgründig zeigt sich das Nachdenken über Mode quer durch die Jahrhunderte am besten in der Literatur. Der Band versammelt, von Bernard Mandeville (1670-1733) und Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), klassische Texte und auch zeitgenössische Gedanken zu einem Thema, dessen Bedeutung, heute die Kulturwissenschaften erklären.

> Barbara Vinken

Barbara Vinken
> Die Blumen der Mode
Klassische und neue Texte zur Philosophie der Mode
1. Aufl. 2016, 551 Seiten, gebunden, bedruckter Leinenband, 3-seitiger Farbschnitt, Lesebändchen, Großformat,mit s/w-Abbildungen
ISBN: 978-3-608-94910-0

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Barbara Vinken
> Angezogen. Das Geheimnis der Mode„Ist der Wandel der Moden eine unvorhersehbare Laune der Kultur? Mitnichten, sagt Barbara Vinken, auch wenn wir, die diese Moden tragen, meist keine Ahnung davon haben, was wir tun, wenn wir uns anziehen. Modewandel hat System. Fragt sich nur, welches?“ steht auf dem Klappentext. Auf der Frankfurter Buchmesse hatten wir Gelegenheit, Barbara Vinken nach ihrem Buch zu befragen. Sie ist Professorin für Allgemeine -Literaturwissenschaft und Romanische Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Gastkolumnistin in »DIE ZEIT«, »NZZ« und »CICERO« und häufig bei Gert Scobel zu Gast.“ > Bitte Weiterlesen.
4. Aufl. 2013, 255 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit farbigem Tafelteil
ISBN: 978-3-608-94625-3

Frühjahr 2017

6. Dezember 2016 von

Das > Weihnachtsfest 2016 ist noch nicht gefeiert, das Jahresende liegt noch vor uns, da gibt es schon die Vorschauen für das Frühjahr 2017. Alles schon fertig, die Druckmaschinen arbeiten. Aber unsere Bücherstapel von der > Frankfurter Buchmesse sind noch nicht abgearbeitet. Noch sind einige Leseberichte nicht geschrieben, da ist die Versuchung schon groß, schon mal in den Vorschauen zu blättern, um nachzusehen, was uns das Frühjahr bieten wird: Leipziger Buchmesse! Sieben neue spannende Romane und eine Essayband von Ernst Jünger. Beren und Lúthien von J.R.R. Tolkien erscheint am 6.5.2017. Von Edgar Wolfrum erscheint am 11.2.2017 > Welt im Zwiespalt. Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts und Agnust Deatons > Der große Ausbruch. Von Armut und Wohlstand der Nationen steht am 14.1.2017 bei Ihrem Buchhändler. Und am 11. März wird > Die Psychoanalyse des Mädchens von Inge Seiffge-Krenke wird den Band von Hans Hopf, > Die Psychologie des Jungen im Fachbuchprogramm ergänzen.

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