Verlagsblog

Patrick Rothfuss, Die Furcht des Weisen 2
Die Königsmörder-Chronik. Zweiter Tag. Band 2.

19. Januar 2012 von Heiner Wittmann

Mein Lesestapel erwartet ein neues Buch: > Die Furcht des Weisen 2 von Patrick Rothfuss erscheint am 24. Januar in der Hobbit Presse bei Klett-Cotta. Im 2. Teil des Nachfolgebands von > Der Name des Windes von Patrick Rotthfuss. Der Band ist so umfangreich, dass man ihn in zwei Bände teilen musste: > Die Furcht des Weisen 1 und Die Furcht des Weisen 2. Im 2. Band kommt Kvothe in das Feenreich der schönen Felurian. Er kann sich ihr nicht entziehen, und sie verzaubert ihn durch ihre märchenhafte Schönheit, ja sie macht ihn geradezu willenlos. Nur auf dem Umweg über eine List gelingt ihm seine eigene Befreiuung. Danach trifft er auf die Krieger der Adem. Sie lehren ihn die die hohe Kunst des Lethani, und er bekommt das Schwert Saicere von ihnen verliehen. Der von Felurian gewobene Schattenmantel hilft ihm bei der Fahrt zurück zum Hof des mächtigen Maer. Aber unterwegs geht einiges schief, und das Unheil das sich ihm bietet, kann gar nicht größer sein.

Über die Königsmörder-Chronik-Trilogie

Mit > Der Name des Windes legte Patrick Rothfuss den ersten Teil der Königsmörder-Chronik-Trilogie vor. Das Magazin »The Onion« gibt den Lesern folgenden Rat: »Stellen Sie Der Name des Windes neben Der Herr der Ringe ins Regal und erwarten Sie den Tag, an dem beide in einem Atemzug genannt werden, vielleicht als Erste unter Gleichen.« In Der Name des Windes erzählt die Geschichte von Kvothe, dem berühmtesten Zauberer seiner Zeit. Im Mittelpunkt dieses Leseabenteuers steht ein großer Magier und leidenschaftlicher Wissenschaftler, ein Musiker, dessen Lieder die Sänger zum Weinen bringen und auch ein schüchterner Liebhaber. Im > 1. Band von »Die Furcht des Weisen« des zweiten Teil der Königsmörder-Chronik-Trilogie zwingt eine Intrige Kvothe dazu, die arkanische Universität zu verlassen. Seine Suche nach Chandrian, die seine Eltern getötet haben, führt ihn zum Hof von Maer Alveron, und weiter zu den Hügeln von Ademre. Schließlich gelangt er in das zwielichtige Reich der Fae, wo er der in Sagen besungenenn Felurian begegnet, der bisher noch kein Mann widerstehen konnte … Eine Geschichte voller Poesie und Leidenschaft, aber auch voller Intrigen, dunkler Geheimnisse und Magie. – In den USA stand die Furcht der Weisen lange auf Platz 1 der Bestsellerliste.

Emily schreibt auf dem > Blog Papiergeflüster: “Eine wunderbare Atmosphäre, die dank des bildhaften Schreibstils entsteht. Man meint, selbst in der Schankstube des Wirtshauses zu stehen, mit Kvothe im Anker beim Kartenspiel zu sitzen oder mit ihm in den Räumen des Handwerkszentrums zu schwitzen. Die Charaktere sind einem nahe, weil sie einfach menschlich sind. Egal wie hoch oder niedrig ihre Stellung sein mag, sie haben alle ihre Licht- und Schattenseiten.”

Und Marcel Bülles schreibt > Die Furcht des Weisen (Teil 1) von Patrick Rothfuss: “Sicher ist aber, dass sich mit Rothfuss ein neuer Autor präsentiert, den man nicht überlesen darf, wenn man Fantasyliteratur mit reichlich Anspruch zu schätzen weiß. Bei gerade mal anderthalb Bänden hat dieser Schriftsteller mehr erreicht als man nach dem ersten Band zu hoffen wagte. Definitiv lesenswert!”

Gelesen: > Das Weihnachtsgeschenk: Patrick Rothfuss, Der Name des Windes

> Patrick Rothfuss,

> Die Fucht des Weisen, 2
Aus dem Englischen von Jochen Schwarzer und Wolfram Ströle (Orig.: The Wise Man’s Fear)
1. Aufl. 2012, 522 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 2 Vorsatzkarten, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-93926-2

> Die Furcht des Weisen 1
Aus dem Englischen von Jochen Schwarzer und Wolfram Ströle (Orig.: The Wise Man’s Fear)
1. Aufl. 2011, 859 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Vorsatzkarte, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-93816-6

Konfliktdynamik – die erste deutsche Fachzeitschrift zum Thema Konfliktmanagement

13. Januar 2012 von Heiner Wittmann

In den letzten Jahren haben Veränderungsprozesse in den Unternehmen deutlich zugenommen, zugleich kann auch eine stete Zunahme von Konflikten beobachtet werden. Sie gehören als Bestandteil von Lernprozessen zur Entwicklung von Organisationen. Konflikte sind keinesfalls als negative Begleiterscheinungnen, die nur Ärger und Frust verursachen zu verstehen. Dennoch sei ein positives Konfliktverständnis immer noch eine Ausnahme, wie der Herausgeber Markus Troja in seiner Einleitung zum ersten Heft dieser Fachzeitschrift feststellt. Der Untertitel von Konfliktynamik “Verhandeln, Vermitteln und

Führen in Organisationen” unterstreicht die Absicht dieser Zeitschrift: Sie möchte Einblicke in eine besseres Verständnis von Konflikten in Organisationen vermitteln und ihre Ursachen und Abläufe verständlich machen. Gleichzeitig wird ein großes Gewicht auf alle Formen der Mediation gelegt, die dazubeitragen soll, Konfliktsituationen zu entschärfen, an einen wertschätzenden Umgang zu erinnern und als Ziel einen wertschöpfenden Umgang mit Konflikten in Aussicht zu stellen.

Jedes Heft wird ein Schwerpunktthema anbieten. Im ersten Heft stellt Lars Kirchhoff Konfliktmanagement(-systeme) 2.0 vor Er möchte einen offensiven Umgang mit Konflikten in Organisationen systematisieren und daraus Handlungsoptionen für unterschiedliche Organisationen und andere gesellschaftliche Felder ableiten. Er zeigt Perspektiven für die Einrichtung von Konfliktmanagementsystemen auf und vermittelt auf diese Weise die Verantwortung, die mit einem solchen Ansatz auf ein Unternehmen zukommt.

Konfliktvermeidung bedeutet Stillstand in der Entwicklung eines Unternehmens oder einer Organisation. Den vielen Fachautoren dieser ersten Ausgabe gelingt es, in einem sinnvoll abgewogenem Verhältnis von Theorie und Praxis systematische Grundlagenarbeit mit der Analyse praktischer Fälle (Teamgespräche, Die EU als Akteur in der internationalen Friedensmeditation, Stuttgart 21), Interviews, Rezension und einer juristischen Rubrik miteinander zu verbinden.

Zu den nächsten Schwerpunktthemen gehören Konfliktmanagementprogramm in Unternehmen, Konfliktbearbeitung in der Teamentwicklung, Rechtliche Normierungen und informelles Konfliktmanagement sowie Familienunternehmen.

> Konfliktdynamik gibt es außer im normalen Abonnement auch als Online-Abonnement.

Das erste Heft ist gerade erscheinen:
Konfliktdynamik
Verhandeln, Vermitteln und Führen in Organisationen
ISSN: 2193-0147

Trailer: Der Hobbit – Eine unerwartete Reise

2. Januar 2012 von Heiner Wittmann

Mehr zum > Hobbit Trailer

> www.thehobbitblog.com
> www.facebook.com/PeterJacksonNZ

Mit »Der Hobbit« fangen alle modernen Fantasygeschichten an. Das Buch erzählt die Vorgeschichte zum »Herr der Ringe«. Diese Ausgabe wurde durchgesehen und vom weltbekannten Künstler und Tolkienkenner Alan Lee illustriert.

Bilbo Beutlin lebt einfach und bescheiden im Auenland. Eines Tages erscheint der Zauberer Gandalf mit einer Gruppe von Zwergen, die ihn aus seiner Beschaulichkeit und seinem gemütlichen Alltag reißen. Und schon steckt Bilbo in einem Abenteuer, das ihn zu dem furchteinflößenden Drachen Smaug führt. Der Drache wacht über einen Schatz, den er allen gegenüber verteidigt. Mit 26 Farbtafeln und 38 Schwarzweißzeichnungen.

> Editionsgeschichte von »Der Hobbit oder Hin und zurück«

J. R. R: Tolkien
Der Hobbit oder Hin und zurück
Aus dem Englischen von Wolfgang Krege (Orig.: The Hobbit or There and Back Again)
3. Aufl. 2011, 397 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Goldfolienprägung, 64 Illustrationen von Alan Lee, davon 26 auf Farbtafeln, 2 Vorsatzkarten, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-93800-5

Weihnachts-Wunschzettel:
Spannende Bücher-Stunden mit Klett-Cotta

2. Dezember 2011 von Heiner Wittmann

Die Zeit mit dem Warten auf das Christkind kann man am besten in Buchhandlungen verbringen, um nach interessanten und passenden Gaben für die Liebsten zu suchen. Das ist dann ein bisschen wie Weihnachtsbäckerei, man probiert hier und da und schon wieder hat man auch ein paar Bücher gefunden, die man selber gerne lesen möchte. Manchmal weiß man auch nicht so recht, zu groß sind die vielen Bücherstapel. Da kommt hier der > Weihnachts-Wunschzettel für die Literatur in Form einer PDF-Datei gerade richtig. (Archiv: > Wunschzettel 2010) Ausdrucken und ankreuzen. Ihr Buchhändler wird sich über die perfekte Vorbereitung und Planung Ihrer Einkäufe bestimmt freuen. Gestern erschien hier der > Wunschzettel für Geschichtsbücher. Heute geht es nicht weniger spannend zu. Jetzt kommt die Literatur dran. Fangen wir mit den Schatten an, dann wird der Ofen eingeheizt, und dann gucken wir uns die digitale Welt mit einigem vergnüglichen Abstand an. Und danach XY, zwischendurch Musik und dann wieder so ein absolut rästelhafter Mordfall.

Bevor ich das Buch Der letzte Schattenschnitzer von Christian van Aster gelesen habe, hat er schon auf die Fragen zu seinem Buch geantwortet: > Vorgefragt. Ein richtiges Urlaubsbuch, das einen in eine ganz andere Welt entführt, spannend geschrieben, ein Buch aus der Fantasy-Welt. Nach der Lektüre dieses Buches begegnet man seinem Schatten mit viel mehr Respekt. Und sie merken plötzlich, wie Sie sich immer wieder vergewissern, ob Ihr Schatten auch wirklich noch Ihr Begleiter ist. Ein Eigenleben hat er. Er tänzelt um Sie herum, mal ist er ganz lang, dann wieder gedrungen und geduckt. Von Aster weiß von einem Jungen zu berichten, dessen Schatten mit ihm spricht. Da ist das Mädchen, das ohne Schatten zur Welt kommt, nicht mehr weit weg. Es geht gar nicht anders, die beiden treffen sich. Das Buch bringt aber auch eine Botschaft mit. Im Lesebericht steht hier auf dem Blog: “Schatten vermehren auch das Wissen. Sie sind für Lehre und Bildung zuständig. Nebenbei klärt von Aster die uralte Frage, wie Informationen weitergetragen werden. Je mehr Einzelheiten der Schattenkunst bekannt werden, umso größer werden die Gefahren für alle. Die Schatten realisieren aber auch einen uralten Wunschtraum der Menschheit. Je est un autre, sagte Rimbaud, und meint damit mehr als nur die Freiheit des Individuums, die stete Entwicklung, die dauernde Veränderung, die Bereitschaft, die Welt von einem ganz anderen Standpunkt aus zu sehen. Von Asters Buch ist ein vorzüglicher Anlass die Welt mal von einer ganz anderen Seite aus zu sehen und sich bei der Lektüre ganz darauf einzulassen.”

Das andere Highlight dieses Bücherherbstes war die Begegnung mit > Hallgrímur Helgason, der am Morgen nach seiner Lesung in Stuttgart in der Hotel-Halle auf die Blog-Fragen zu seinem Buch > Eine Frau bei 1000° geantwortet hat. Ist schon skurril die alte Dame. Sie bewohnt eine Garage, surft ausgiebig durchs Internet ist mit den Sozialen Netzwerken wohl vertraut, findet das alles wahnsinnig gemütlich und lässt erzählenderweise ihr Leben an sich und vor den Augen der Leser vorüberziehen. Eine Geschichtserzählung über das 20. Jahrhundert einer ganz ungewohnten und individuellen Art: “Geboren wurde sie am 29. September 1929 in der Mánagata in Ísafjörður. Ein paar Kindheitserinnerungen, ein schwieriger Start. Sie erinnert sich und fragt sich gleich, wie viele Männer sie wohl gehabt hat? Aber die isländischen Männer… glaubt man der alten Dame, waren eine einzige Geräuschkulisse. Von 1959-1969 waren drei Jóns da und schenkten ihr drei Jónskerle,” stand hier auf dem Blog.



“Schamlos, verquer und schwindelerregend rasant!” steht auf dem Buchdeckel von Douglas Coupland > JPod, das von einer Entwickler-Crew in einem Software-Unternehmen berichtet. Auf unserem Blog stand dazu: “An wen wendet sich das Buch? An alle die meinen, PCs hätten nichts Verführerisches, Computerspiele machen nicht süchtig, sondern sind nur Zeitvertreib, die virtuelle Welt des Computerlebens sei auch ganz schön, werden hier eines Besseren belehrt. Die PC-Spielewelt hält nicht nur ihre Entwickler im Griff, sie beschädigt auch Imagination und Phantasie der Spieler, genauso wie im > virtuellen Spiel von Web 2.0 auch soziale Bezüge Schaden nehmen. Dieses und viele andere Themen lässt Coupland in seinem Buch geschickt verpackt und zugleich schonungslos offengelegt anklingen. Ich habe beim andere beim Durchblättern beobachtet, etwas erstaunte Blicke, Stirnrunzeln bei dem ungewohnten Druckbild. Die vielen Gedankensplitter, die unerwarteten Unterbrechungen, die Querverweise, das ist doch genau die PC-Arbeit, die uns immer jede Konzentration raubt. Wie oben gesagt und verlinkt: Der > PC kann nicht alles.

Auf der Buchmesse in Frankfurt hat Andrea Hanna Hünninger ihr Buch > Das Paradies. Meine Jugend nach der Mauer vorgestellt. Ein nachdenkliches Buch, deren Autorin aber auch schon eine gewisse Distanz zu den Ereignissen und Zuständen der DDR gewonnen hat. Ein Rückblick, der die Autorin sagen lässt: “Die Einheit war für uns lange ein Raubzug, ein Kahlschlag, eine Zerstörung, eine Brandrodung. Um zu dieser Überzeugung zu gelangen, mussten wir nur heranwachsen und und umschauen.” (S. 66) Im Lesebericht hieß er hier: “Sämtliche Orientierungs- und Haltepunkte und die DDR selber verschwanden mit dem Einheitstag. Die sozialistische Hoffnung erwies sich als substanzlos. Die Hälfte des Personals, die uns erzogen haben, schreibt Hünniger war ständig in psychologischer Behandlung. Ihr Buch ist auch zumindest indirekt aber umso deutlicher eine Anklage des SED-Regimes, das seine Bürger durch Bevormundung, Freiheitsentzug, Überwachung und Bedrohungen jeder Art bis zum Einheitstag schikaniert hat.”

Jetzt noch ein Sachbuch, das aber so spannend ist, das es eigentlich schon wieder Literatur ist. Ralph Bollmann ist irgendwann mal in Neu-Strelitz gelandet und kam dort am Opernhaus vorbei: Man gab Fidelio, und unser Autor war mit dabei. So ein schönes Opernhaus in der Provinz? Bollmann schaute sich ein bisschen um und merkte bald, wir haben noch 80 weitere Opernhäuser in Deutschland. Mehr als im Rest der Welt. Und er ist überall gewesen. jahrelang durch Opernhäuser gereist und hat einen Deutschland-Opernführer geschrieben, der auch fast ein amüsanter Deutschlandführer mit Bemerkungen über die Opern-Vielfalt geworden. Die Lektüre seines Buches regt zum Reisen in Deutschland an und mach nebenher echt gute Vorschläge, was man auf er musikalischen Seite nicht vergessen dürfte. > Walküre in Detmold. Eine Entdeckungsreise durch die Provinz lautet der Titel seines Buches.

Auf meinem Bücherstapel für die Weihnachtsferien liegt noch > XY. Ein Schlitten kommt leer ins Dorf zurück. Die Bewohner ahnen Schlimmes: Mitten im verschneiten Wald in der Nähe des Bergdorfs San Giuda werden die Leichen von elf Touristen gefunden. Elf Leichen, elf Todesursachen. Alle Insassen des Schlittens sind auf eine andere Weise ums Leben gekommen. Mord und Selbstmord, Herzinfarkt, alles war dabei. Für eines der Opfer wurde der Biss eines Haifisches zum Verhängnis. Die Behörden werden aktiv und verbrauchen ihre Energie, um die die Umstände und die Affäre so gut wie möglich zu vertuschen. Aber der Priester Don Ermete und die Psychologin Giovanna, lassen nicht locker das Rätsel zu lösen. Kaum haben sie mit ihren Ermittlungen angefangen, beginnt für den Leser eine philosophische Reise in die Grenzgebiete seines Verstandes.

Dieser Band darf auf Ihrem Wunschzettel eigentlich nicht fehlen. Miguel Syjuco stammt aus Manila geboren und studierte in Columbia und Adelaide. Er schrieb für den »New Yorker«, »Esquire« Gedichte und Kurzgeschichten. > Die Erleuchteten ist Syjucos Debütroman und gewann 2008 den Asia Booker Literaturpreis für das beste englischsprachige Buch. »Ein umwerfendes Leseabenteuer, das an keine Geringeren als Dickens und Roberto Bolaño erinnert,« urteilte Joseph O’Connor in The Guardian: Die Leiche des philippinischen Exilschriftstellers Crispin Salvador wird eines Tages aus dem New Yorker Hudson River gefischt. Mord oder Selbstmord? Und dann ist da auch, nein, es ist eben nicht mehr da – das Manuskript ist weg und es beginnt eine nervenzerfetzende Spurenjagd. Einer seiner Schüler macht sich daran, das Leben seines Mentors anhand seiner Romane, Interviews und Artikel zu rekonstruieren. Fragmente werden zu Mustern und Geschichten, das Ganze wächst sich zu einem wahren Epos aus.

Christian van Aster
> Der letzte Schattenschnitzer
1. Aufl. 2011, 313 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-93917-0

Hallgrímur Helgason
> Eine Frau bei 1000°
Aus dem Isländischen von Karl-Ludwig Wetzig (Orig.: Konan við 1000°C)
2. Aufl. 2011, 400 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-50112-4

Andrea Hanna Hünninger ihr Buch > Das Paradies. Meine Jugend nach der Mauer
1. Aufl. 2011, 219 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-608-50305-0

Ralph Bollmann
> Walküre in Detmold. Eine Endeckungsreise durch die Provinz
2. Aufl. 2011, 285 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 2 Vorsatzkarten
ISBN: 978-3-608-94621-5

Sandro Veronesi
> XY
Aus dem Italienischen von Michael von Killisch-Horn
1. Aufl. 2011, 394 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-93960-6

Miguel Syjuco
> Die Erleuchteten
Klett-Cotta Aus dem Englischen von Hannes Riffel (Orig.: Ilustrado)
1. Aufl. 2011, 446 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-93891-3

Überblickswissen und spannende Lektüren
Geschichte bei Klett-Cotta

1. Dezember 2011 von Heiner Wittmann

> Zum Wunschzettel 2011 für Literatur

Überblickswissen ist Top in der > Geschichte. das gilt für alle. Auch für Oberstufenschüler, auch für Studenten und überhaupt jeden historisch Interessierten. Für die Geschichte bietet Klett-Cotta jedes Jahr mehr Bücher, die nicht nur punktuell ein Ereignis beschreiben, sondern ganze Epochen in den Blick nehmen. Sicher dies ist ein Verlagsblog, aber der Blogautor freut sich als Historiker über diese Vielfalt. Jürgen Overhoffs Buch > Friedrich der Große und George Washington liegt bei mir zu Hause aufgeschlagen auf dem Schreibtisch. Demnächst ist die Lektüre beendet. Auf meinem Geschenkezettel stehen schon zwei drauf, die sich Weihnachten über dieses Buch freuen dürfen. Und dann wird lesenderweise der Bücherstapel abgearbeitet. Geschichte ist kein bisschen dröge. Spannender als mancher Krimi. Besonders wenn der Leser erlebt, wie ein Bruchstück zum nächsten kommt, und die Autoren der folgenden Bücher Epochen und Ereignisse vor dem geistigen Auge ihrer Leser wiederauferstehen lassen. Hier können sie diesen Beitrag auch als > Geschichts-Wunschzettel herunterladen, um ihn Ihrem Buchhändler mitzubringen oder ihn als Anlage an ihren Wunschzettel anzuheften oder um ihn im richtigen Moment hochzuhalten, wenn jemand Sie fragt, was wünschst Du Dir eigentlich? Vielleicht studiert eines ihrer Kinder Geschichte, dann sind Sie alle Geschenksorgen gleich los. Der Wunschzettel für Literatur folgt hier auch noch.

Übrigens der > Wunschzettel oder das Geschichtsregal zum Anklicken vom letzten Jahr steht auch noch auf diesem Blog.

> Über die > Die Elenden von Lódź von Steve Sem-Sandberg steht hier auf diesem Blog schon der LeseberichtRezensionen stehen woanders, um hier noch einmal den subtilen Unterschied zwischen beiden Text- oder Besprechungsarten anzudeuten. > Leseberichte heißen hier meine persönlichen Leseempfehlungen. > Steve Sem-Sandberg hat bei der Buchmesse auf meine Fragen geantwortet. In seinem Roman gehen Augenzeugenberichte, die in einer Gettochronik zusammengefasst wurde, und fiktionale Abschnitte ineinander über. Steve Sem-Sandberg ist es gelungen, mit Hilfe der Literatur ein sehr dunkles Kapitel der Geschichte des Gettos von Łódź anhand der Schicksale vieler Einzelpersonen sehr überzeugend darzustellen und so ein Bewusstsein für die von Gettobewohnern erlittenen Qualen zu vermitteln.

Unter den Neuerscheinungen dieses Herbsts ist auch die ergänzte Neuauflage des von Frédéric Delouche herausgegebenen Bandes > Das europäische Geschichtsbuch, das als erstes Geschichtsbuch von europäischem Format selber auf seine Weise schon Geschichte geschrieben hat. Fünfzehn Historiker aus dreizehn Ländern Europas haben eine Geschichte des alten und neuen Europas verfasst und so Leitlinien für das 21. Jahrhundert entwickelt.


Auf meinem Lesewunschzettel steht noch Eberhard Straubs > Eine kleine Geschichte Preußens über die Jens Bisky schrieb: “Ein furioser Parcours durch 500 Jahre preußischer Geschichte.” Nach der Lektüre dieses Buches wissen Sie was Preußen war und wo es lag. Und es war eben nicht militaristisch. Straub erklärt das nicht unproblematische Verhältnis von Preußen zum neuen Deutschen Reich ab 1871 und die »allmähliche Eroberung Preußens durch Deutschland«. Straub studierte Geschichte, Kunstgeschichte und Archäologie. Der habilitierte Historiker war Feuilletonredakteur der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« und lebt heute als freier Schriftsteller in Berlin. Wie in allen anderen Büchern können Sie auch in diesem Buch > Eine kleine Geschichte Preußens blättern.

Thomas Asbridge, > Die KreuzzügeIch erneuere mein Versprechen, dieses Buch bald zu lesen. Der Lesebericht zu diesem Band steht hier noch aus. Der Krieg um das Heilige Land wird hier dargestellt aus christlicher und aus muslimischer Sicht. Der Autor erklärt die politischen und religiösen Beweggründe aller beteiligten Seiten. “Thomas Asbridge erzählt die Geschichte der Kreuzzüge eindringlich und in epischer Länge … Der Leser hat den Eindruck, in der vordersten Reihe dabei zu sein,” hat Christian Jostmann in der SZ, 19.10.10, geschrieben.

Auch Hartmut Leppins Buch über > Justinian vermittelt wertvolles Überblickswissen über eine ganze Epoche. Justinian (ca. 482–565) steht für den Konflikt zwischen echter persönlicher Frömmigkeit und autoritärem Glaubenszwang in der Spätantike. Er stammt aus Illyrien. Sein Onkel holte den Bauerssohn nach Konstantinopel und baute ihn zum Nachfolger auf. Justinian schaffte es, noch einmal die Kräfte des Römischen Reiches zu zusammenzubringen. Seine glanzvolle Siege schienen ihn seinem Ziel, ein christliches Reich aufzubauen näherzubringen. Aber seine militärischen Niederlagen und verheerende Naturkatastrophen nach 540 verhinderten seinen Erfolg.

Robin Lane Fox hat >Reisende Helden verfasst. Die Anfänge der griechischen Kultur im homerischen ZeitalterAuch dieses Buch liegt auf meinem Geschichtsstapel. “Selten hat ein wissenschaftlicher Kraftakt solch ein Lesevergnügen bereitet,” hat Johannes Saltzwedel im Kultur Spiegel, 2011 geschrieben. Das Buch liest sich wie eine Abenteuergeschichte des 8. Jahrhunderts, von dem alle sagen, es sei so dunkel gewesen. Ganz in Gegenteil. Eine äußerst aufregende Zeit, in der die Griechen sich die Welt aneigneten. Im Zentrum des Buches stehen euböische Griechen des 8. Jahrhunderts, die reisenden Zeitgenossen Homers, die als Seefahrer und Piraten rund um das Mittelmeer unterwegs waren, Handel trieben und neue Welten entdeckten. Die Fundstücke trägt der Autor zusammen und zeigt so, was sich über diese frühen Griechen herausfinden lässt. Der Leser lernt dabei, was die Gegenstände und Quellen uns sagen können, wenn sie richtig eingeordnet werden.

Jürgen Overhoff
> Friedrich der Große und George Washington
1. Aufl. 2011, 365 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit ca. 25 Abbildungen
ISBN: 978-3-608-94647-5

Steve Sem-Sandberg
> Die Elenden von Lódź
Aus dem Schwedischen von Gisela Kosubek (Orig.: De fattiga i Łódź)
1. Aufl. 2011, 651 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-93897-5

Frédéric Delouche (Hrsg.)
> Das europäische Geschichtsbuch
1. Aufl. 2011, 464 Seiten, gebunden, großzügiges Sonderformat (22,0 x 27,0 cm), innen durchgängig vierfarbiger Druck, ca. 250 bis 300 Abbildungen, ca. 40 bis 50 Karten, Vorsatzkarte
ISBN: 978-3-608-94650-5

Eberhard Straub
> Eine kleine Geschichte Preußens
1. Aufl. 2011, 192 Seiten, broschiert, 4 Karten, 1 Stammbaum, Zeittafel, Namensregister
ISBN: 978-3-608-94700-7

Thomas Asbridge
> Die Kreuzzüge
Aus dem Englischen von Susanne Held (Orig.: The Crusades. The War for the Holy Land)
2. Aufl. 2011, 807 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Farbtafelteil, Karten,
ISBN: 978-3-608-94648-2

Hartmut Leppin
> Justinian
1. Aufl. 2011, 448 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 16 S.,
Tafelteil mit farbigen Abbildungen, 2 Vorsatzkarten
ISBN: 978-3-608-94291-0

Robin Lane Fox
>Reisende Helden. Die Anfänge der griechischen Kultur im homerischen Zeitalter
Aus dem Englischen von Susanne Held (Orig.: Travelling Heroes. Greeks and their Myths in the Epic Age of Homer)
1. Aufl. 2011, 551 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 8 Karten, 16 S. Tafeln mit farbigen und s/w-Abb.
ISBN: 978-3-608-94696-3

Gerd Ganteför im Philosophischen Quartett

24. November 2011 von Heiner Wittmann

Am 27.11. von 23:45 bis 00:45 wird der Merkur Autor Gerd Ganteför (Beitrag in Heft 741, Februar 2011: Die Klimaerwärmung – Weltuntergangsphantasie oder echte Bedrohung?) Gast im Philosophischen Quartett sein. Zum Disput ist des weiteren eingeladen der Bestsellerautor Frank Schätzing (Der Schwarm, Limit).

61. Stuttgarter Buchwochen: Steve Sem-Sandberg: »Die Elenden von Łódź«

16. November 2011 von Heiner Wittmann

Mittwoch, 7. Dezember, 20.15 Uhr, Buchcafé: > 61. Stuttgarter Buchwochen

In seinem Roman über das jüdische Getto in Łódź porträtiert Steve Sem-Sandberg das Leben zahlreicher Gettobewohner und gibt ihnen so einen Namen und ein Schicksal. Der Autor wurde für > »Die Elenden von Łódź« mit dem renommierten schwedischen »August-Priset« ausgezeichnet. Lesung in schwedischer und deutscher Sprache; den deutschen Text liest Rudolf Guckelsberger (»Akademie für gesprochenes Wort«). Das anschließende Gespräch mit dem Autor führt Silke Arning vom SWR.

Veranstalter: Klett-Cotta Verlag, Stuttgart; Schwedische Botschaft, Berlin; Börsenverein
Eintritt frei

Lesebericht: Jürgen Overhoff, Friedrich der Große und George Washington

14. November 2011 von Heiner Wittmann

Von Hamburg nach Stuttgart. Ab HH 18.24. Umsteigen in Mannheim. “Oder bleiben Sie in diesem Zug bis Mannheim und nehmen dann der Regionalzug – local train – nach Stuttgart und Sie kommen nur 4 Minuten später an”, aha in Karlsruhe über eine Stunde Zeit zum Umsteigen. Kurz vor Karlsruhe war die Lektüre von > Die erregte Republik geschafft. Das nächste Buch > Friedrich der Große und George Washington. Zwei Wege der Aufklärung erspart sehr elegant einige jahreszeitlich bedingte Geschenksorgen. Ich weiß schon drei, die dieses Buch ganz sicher auf ihrem Gabentisch finden werden. Ach ja, Regionalzug, der hält ja an jeder kleinen Milchkanne, kommt durch Orte und Bahnhöfe zwischen Karlsruhe uns Stuttgart, deren Namen ich noch nie gehört habe, bevor er mit meinem Buch auf Seite 108 in Stuttgart ankam. Ich habe wieder ein richtiges livre de chevet, auf dessen weitere Lektüre ich mich freue.

Wieder ein Buch, das eine ganze Epoche in den Blick nimmt und Zusammenhänge wunderbar erläutert. Das Buch schreibe ich ganz oben auf den Weihnachtswunschzettel, den Sie für sich und Ihre Lieben in einigen Tagen hier herunterladen können. Es ist richtig gut geschrieben und und vermittelt solides Wissen in Bezug auf die Epoche Der Aufklärung, in dem es Konzepte von zwei erfolgreichen Staatsmännern gegenüberstellt, mit einem historischen Rückblick, wie es zur Aufklärung kam, damit der Leser die Tragweite der Ereignisse richtig einordnen kann. Schade, hier kommt nur noch ein Lesebericht, eine richtige Rezension dieses Buches, in der man zeigen könnte, wie der Autor so ein gutes Buch geschrieben hat, das wärs. Aber auch auf dem Verlagsblog darf ich mich über so ein gutes Buch richtig freuen. Bald mehr.

Jürgen Overhoff
> Friedrich der Große und George Washington. Zwei Wege der Aufklärung
1. Aufl. 2011, 365 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit ca. 25 Abbildungen
ISBN: 978-3-608-94647-5

Lesebericht: Thymian Bussemer, Die erregte Republik

14. November 2011 von Heiner Wittmann

Wutbürger und die Macht der Medien steht als Banderole über dem Titel des Buches von Thymian Bussemer > Die erregte Republik. Es geht um das Verhältnis von Politik und Medien in Deutschland. Bussemer konstatiert eine Abnutzung der Idee der Demokratie, wozu auch die zurückgehende Akzeptanz der politischen Parteien passt. Er nennt das “Wissen um den Machtverlust der Politik”, das Bürger und Politik miteinander teilen. Gleichzeitig gibt es eine “tiefe Entfremdung zwischen Wählern und Gewählten” zu beobachten, die Bussemer eine “Krise der Repräsentation nennt”. Der “ermattete demokratische Öffentlichkeit” kann in der Fülle von Informationen keine Situationen mehr bewerten (vgl. S. 23) Der immer größere Einfluss, den die Medien sich gesichert haben, führt zu einer “scheinbar unüberbrückbaren Kluft zwischen Regierenden und Regierten” und zur Frage nach der Zukunft der Demokratie und der Sorge, ob wir in Zukunft “Anwandlungen von links und rechts” einfach so wegstecken können.

Am 27. November wird in Stuttgart abgestimmt:> Die Wutbürger und die Macht der Medien. Thymian Bussemer, Die erregte Republik auf dem Blog > www.stuttgart-fotos.de.

Bleibt dem Bürger nur noch der Aufstand mit Methoden der direkten Demokratie wie in Stuttgart, wo man am 27. November versucht, den Bahnhofsstreit mit einer landesweiten Volksabstimmung zu befrieden? Es geht um die Gestaltungskompetenz der Parteien, die in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurückgeht. Statt Antworten zu formulieren, lässt die CDU sich treiben und der Katalog der Themen, die sie aus ihrem Wertegefüge gestrichen hat, wird lang und länger. Jetzt steht das dreigliedrige Schulsystem auf der Agenda, und die Basis reibt sich verwundert die Augen. Will die Partei im Zug der Zeit fahren? Kehrtwendungen werden als notwendigen Reaktionen auf die Zwänge der Zeit verkauft, in Wirklichkeit versucht die Partei, sich im Medienrummel, auf diesem “Jahrmarkt der Eitelkeiten” zu platzieren, ein Vorgang, den Bussemer in seinen vielen Facetten auch in der Rückschau auf die Gründungsjahre der Republik und die 20 Jahre nach der deutschen Einheit eingehend analysiert. Sein Urteil: Die Medien haben der Politik das Heft aus der Hand genommen und dies mit dramatischen Folgen für die Gestaltbarkeit von Politik. Manchmal muss man in Büchern auch lesen, was nicht drin steht: Die Bundeskanzlerin kommt in dieser Analyse von Bussemer nur am Rande vor. Ihren beiden Vorgängern wird hinsichtlich seines Umgangs mit den Medien mehr Platz eingeräumt. Aber Angela Merkel ist in diesem Buch über die Politik und die Medien merkwürdig abwesend.

Schon François Mitterrand hat einmal laut darüber nachgedacht, den Medien die verfassungsmäßige Rolle einer vierten Gewalt im Staat zukommen zu lassen, um Regeln mit dem Umgang mit ihnen formulieren zu können. Anlass für diese Überlegungen war damals schon die gleiche Erkenntnis wie heute: Die Medien sind heute nicht mehr in der Lage, den “Transparenz- und Informationsanspruch” einzulösen. Nicht-Relevantes überflutet den Bürger, der gar nicht in der Lage ist, die Informationsflut, die täglich über ihn hereinbricht auch nur in Ansätzen aufzunehmen, wobei der Inhalt von den Medien immer mehr zugunsten der Jagd nach Aufmerksamkeit verdrängt wird. Die Medien wollen oder haben schon einen Teil der Deutungsmacht übernommen, die früher noch Intellektuelle in diesem Land wahrgenommen haben. Ganz stimmt das nicht, aber es trifft wohl zu, das hier ein gewisses Defizit an Signalen aus Berlin zu erkennen ist.

Viele Reformansätze enden im Streit der Koalition oder mit der Opposition und werden wieder begraben, vertagt oder auf einen minimalen Konsens eingedampft, immer in der Sorge davor, die Medien könnten etwas Unpassendes schreiben. Bussemer meint, dass die Medien zu einem direkten politischen Machtfaktor geworden sind und uns alle in Richtung einer Mediendemokratie vorantreiben. (vgl. S. 93) Helmut Kohl, Gerhard Schröder als Medienkanzler und Joschka Fischer bekommen eigene Kapitel. Im Kapitel über den Wahlkampf 2005 wird Angela Merkel einmal als Symbol der “Stärke des Neubeginns” (S. 109) zitiert.

Der Umzug von Bonn nach Berlin hat dem Gefüge Politik-Medien geschadet. Das Verhältnis der Medien zur Politik ist nach Bussemer in Berlin noch hermetischer als in Bonn. In Berlin war eine Medienszene schon etabliert, als die Bonner dort ankamen. “Vorabs” prägen die Szene, eine rasante Beschleunigung der Ereignisse, die nach Lust und Laune der Medien nach vorne gebracht werden, und der Politik die Gestaltung aus der Hand nimmt, die etwas überspitzt formuliert nur noch auf SMS reagieren kann. Was würde Frau Merkel ohne ihr Handy machen?. In diesem Karneval der Themen gehen Relevanz, Sinn, Inhalte, Aufmerksamkeit, Verantwortung, eigentlich alles was man für die Gestaltung von Politik benötigt, die Spree hinunter.

Es kommt noch dicker: “Die schleichende Infantilisierung einstmals seriöser Medien schreitet so immer weiter voran,” (S. 163). Was er meint kann man jeden Abend auch in den Fernsehnachrichten verfolgen, die wie in einem eigenen Drehbuch, Nachrichten gestalten, indem Politiker gerade noch die zur Meldung passenden Halbsätze sagen dürfen und vorher ins Bild laufen müssen, damit Lücken im Bildmaterial der Anmoderation gefüllt werden können. Referenzen mit denen die Wichtigkeit von Meldungen eingeordnet werden können, werden dem Zuschauer vorenthalten, die Wichtigkeit und die Relevanz bestimmen die Medien. Viele Medien präsentieren die gleichen Inhalte. Ist das eine Folge der Sparmaßnahmen in den Redaktionen?

Die Politik schafft es kaum noch, eigene Themen zu setzen, genausowenig, wie die Medien in der Lage sind, ein “konsistentes Bild des Politischen” zu zeichnen. Eine Gemengelage, mit der Perspektive brisanter Folgen für die Demokratie. In dieser Situation gelang es Freiherr Karl-Theodor zu Guttenberg, sich in Rekordzeit zum beliebtesten Politiker zu machen, wobei die Medien ordentlich mitgeholfen haben. Eins seiner Erfolgs-Stücke hieß “Abschaffung der Wehrpflicht”, das die Kanzlerin ihm erlaubte, obwohl sie immer das Gegenteil versprochen hatte und ohne ihren Minister um ein Drehbuch für dieses Stück zu bitten. Guttenberg versuchte nicht nur unorthodoxe Entscheidungen zu treffen, er hatte zuerst den Beifall der Medien auf seiner Seite, weil seine Regelbrüche, überhaupt nicht in das Schema passten, das die Medien von der Politik gewohnt waren. Diese Beobachtung ist wichtig, denn das seltsame Schweigen der Politik gegenüber der Politik rührt daher, dass die Politik aus vielerlei Gründen die ungeschriebenen Regeln dieses Medienzirkus mitspielt, selber – so dar man hier Bussemer verstehen – keine Regeln setzen mag, kann oder will. Der kurzfristige Erfolg dieses einen Politikers, der auch aus einem neuen Umgang mit den Medien herrührte, hätte vielleicht länger dauern können, wenn er nicht so gravierende Fehler gemacht hätte.

Die Folgen des Rückzugs der Politik vor den Medien wird noch verstärkt durch eine ständig wachsende Politikunkenntnis (S. 210). Betrachtet man Online-Websites der Medien und versucht sich ein Bild vom prozentualen Verhältnis von Werbung, Links und allen anderen Elementen und Symbolen, die Aufmerksamkeit erheischen wollen zum tatsächlichen Inhalt einer Meldung zu machen, so braucht man sich nicht zu wundern, dass sich kaum jemand auf Inhalte konzentrieren kann. Inhalte wie die Politik verkommen im Web zur Nebensache. Der desaströse Zustand der Medien macht aber auch wieder Hoffnung. auf das was Bussemer die deliberative Demokratie nennt, in der die Medien wieder ihre Funktion als Diskursmoderatoren übernehmen: “Die Medien werden auch in Zukunft der wichtigste Kristallisationskern politischer Öffentlichkeit sein”. (S. 231) Bussemer ist sich sicher: das Politische ist noch da. Es muss nur mühsam wieder hervorgeholt werden. (S.237)

Thymian Bussemer
> Die erregte Republik
1. Aufl. 2011, 253 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94620-8

24. Januar 2012:
Patrick Rothfuss, “Die Furcht des Weisen 2″

6. November 2011 von Heiner Wittmann

“Die Furcht des Weisen 2″ erscheint am 24. Januar.

Mit dem großen Erfolg von “Die Furcht des Weisen 1″ wird die Fortsetzung dringend erwartet. Der Auslieferungstermin konnte auf den 24. Januar vorgezogen werden.

“Die Furcht des Weisen” ist der zweite Teil von Patrick Rothfuss’ Königsmörder-Chronik. Die deutsche Ausgabe musste aufgrund des großen Umfangs geteilt werden. Die Handlung steuert hier auf ihren eigentlichen Höhepunkt zu. Der junge Held Kvothe begegnet der sagenumwobenen Felurian, deren Liebe bisher noch kein Mann überlebt hat. Sie lehrt ihn alles über die Spielarten der Liebe, was ein Sterblicher nur je lernen kann. Zu den Lesefans von Der name des Windes gehört auch > Denis Scheck: »Für mich ist “Der Name des Windes” die überzeugendste Fantasy seit Tolkiens “Der Herr der Ringe” …« Denis Scheck, ARD, druckfrisch.

“Die Furcht des Weisen” stand in den USA über Wochen auf Platz 1 der Bestsellerliste. In Deutschland steigt er in dieser Woche auf Platz 13 ein.

Gelesen: > Das Weihnachtsgeschenk: Patrick Rothfuss, Der Name des Windes

“Die Furcht des Weisen 2″
Aus dem Englischen von Jochen Schwarzer und Wolfram Ströle (Orig.: The Wise Man’s Fear)
1. Aufl. 2011, 859 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Vorsatzkarte, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-93816-6

Birgit Querengäßer
Lesung: Die feine Art des Vögelns

3. November 2011 von Heiner Wittmann

Birgit Querengäßer hat das Buch > Die feine Art des Vögelns verfasst. Sie kommt nach Stuttgart und wird aus ihrem Buch lesen:

Montag, 07.11.2011, 20:30 Uhr     Der Eintritt ist frei.
Ort:
Wurst & Fleisch
Rotebühlplatz 9
70178 Stuttgart

Der Ankündigungshinweis zu dieser Lesung: “Ab sofort sind Sie nicht mehr alleine mit Ihrer sexuellen Ratlosigkeit. Mit diesem Ratgeber erleben Sie eine sexuelle Befreiung. Erweitern Sie Ihren Wortschatz, verhalten Sie sich auch in peinlichen Situationen selbstbewusst, erkennen Sie in Ihrem Gegenüber sofort den richtigen Sextyp. Und merken Sie sich: Wer zu früh kommt, den bestraft das Leben.”

Birgit Querengäßer
> Die feine Art des Vögelns
1. Aufl. 2011, 208 Seiten, broschiert, zahlreiche Abbildungen, zweifarbiger Druck
ISBN: 978-3-608-50304-3

> www.facebook.com/Die-feine-Art-des-Vögelns

Das Buch von Birgit Querengäßer ergänzt die anderen Bücher zum Thema > Sex und Liebe bei Klett-Cotta.

Montag, 07.11.2011, 20:30 Uhr
Eintritt frei

Birgit Querengäßer
“Die feine Art des Vögelns. Ein Handbuch für den modernen Beischlaf”
Moderation: Michael Setzer (PRINZ Stuttgart)

Tad Williams liest in Stuttgart

25. Oktober 2011 von Heiner Wittmann

Am Donnerstag, 27.10.2011, 20:15 Uhr wird Tad Williams zu Gast im Buchhaus Wittwer, Stuttgart, sein.

Tad Williams ist nach langer Zeit wieder in Stuttgart zu erleben.
Der Amerikaner stellt den lang ersehnten Abschlussband seines großen Fantasyepos vor: > Shadomarch, Band 4, Das Herz.

Der Südmarksfeste droht Gefahr von zwei unerbittlichen Feinden, den uralten Quar der Nebellande und dem verrückten Gottkönig von Xis. Mittendrin kämpfen die königlichen Zwillinge Briony und Barrick um ihr Erbe und Leben.
Prinz Barrick hat sich der dunklen Macht der Quar verschrieben, jener gefährlichen Bewohner der Welt hinter der Schattengrenze. Geht er für seine Schwester, für sein Land und die Menschheit für immer verloren?
Unterdessen wird offenbar, dass der grausame Herrscher und Gottkönig des Südens mit Hilfe von König Olins Blut grenzenlose Macht gewinnen will. Wird seine finstere Rechnung aufgehen?
Und der jungen Briony obliegt die schwerste aller denkbaren Entscheidungen: Soll sie das Leben ihres Vaters, des Königs, retten oder die Südmarksfeste aus der Hand ihrer Feinde befreien?
Erleben Sie das spannende Finale von Shadowmarch, Tad Williams’ jüngstem Meisterwerk.

Eintritt: 8,- €

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